Veranstaltungen und Ausstellungen

Veranstaltungsarchiv

Mi 07
Februar 2018
18:15

Less than Slaves

Entschädigung ehemaliger Sklaven- und Zwangsarbeiter durch die deutsche Industrie

Vortrag von Rüdiger Mahlo, Frankfurt am Main:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend,Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.812

1953 errang der Auschwitz-Überlebende Norbert Wollheim vor dem Frankfurter Landgericht einen Anspruch auf Entschädigung für seine im Buna-Werk der IG Farben in Auschwitz-Monowitz geleistete Zwangsarbeit. Auf der Grundlage des Urteils verhandelte die Jewish Claims Conference in den späten 1950er und in den 1960er Jahren Vereinbarungen mit deutschen Industrieunternehmen über Entschädigungszahlungen an ehemalige Sklavenarbeiter, unter anderem mit der IG Farben, mit Siemens, Krupp und der AEG. Unter aktiver Mitwirkung von Norbert Wollheim und des Frankfurters Siegmund Freund wurden Entschädigungszahlungen an mehrere Zehntausend jüdische Überlebende verteilt. Sie ebneten den Weg für die Errichtung der Bundestiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« im Jahr 2000, die mehr als 1,6 Millionen Zwangsarbeiter entschädigte.

Rüdiger Mahlo ist Repräsentant der Conference on Jewish Material Claims Against Germany in Frankfurt am Main.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de

 


Mo 05
Februar 2018
11:00

»Arisierung« von Wohneigentum durch die Stadt Frankfurt am Main zwischen 1933 und 1945

Workshop:

Veranstaltungsschluss gegen 15:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend,Max-Horkheimer-Str. 4
Seminarhaus, Raum 5.104

Veranstalter: Fritz Bauer Institut und Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Im Jahr 1947 erstellte die Stadt Frankfurt am Main eine Übersicht über das von ihr in der Zeit des Nationalsozialismus »arisierte« Wohneigentum. Erarbeitet wurde sie von Adolf Miersch, der bereits in der Weimarer Zeit Dienststellenleiter der Abteilung Wohnungsbauförderung und Obermagistratsrat im Liegenschaftsamt war und diese Funktion auch im »Dritten Reich« behielt. Im September 1945 wurde Miersch, der sich am Aufkauf von Wohnungen aus jüdischem Besitz selbst beteiligt hatte, zum hauptamtlichen Beigeordneten (Stadtrat) ernannt und war seitdem Dezernent für das Tiefbauamt, ab 1954 auch für das Hochbauamt.

Auf der »Miersch-Liste«, die zu Zwecken der Restitution gedacht war, sind ca. 170 Liegenschaften genannt, die von der Stadt im Rahmen der »Arisierung« übernommen wurden, also der ideologisch motivierten und rigoros umgesetzten systematischen Enteignung und Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung. Die Liste ist Ausgangspunkt eines vom Fritz Bauer Institut und vom Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. veranstalteten Workshops zur Erforschung der »Arisierung« von Wohneigentum in Frankfurt am Main im Nationalsozialismus. Was lässt sich über Zuständigkeiten und Abläufe im städtischen Vorgehen sagen, welche Akteure der Stadtverwaltung standen im Vordergrund, in welchem Umfang wurde »arisiert« und worin lagen gegebenenfalls Besonderheiten, die Frankfurt von anderen Städten unterscheiden? Untersucht wurde der Immobilienraub jüngst von Dieter Wesp, der der Geschichte der Villa Kennedy nachging, einem um die Wende zum 20. Jahrhundert erbauten Wohnhaus einer jüdischen Bankiersfamilie, das die Stadt in der NS-Zeit in ihren Besitz brachte, im Jahr 2000 für eine zweistellige Millionensumme verkaufte und das heute ein Luxus-Hotel ist.

Am Workshop nehmen ausgewiesene Expertinnen und Experten der NS-Geschichte teil, die sich zu einer Reihe von Großstädten mit dem Thema »Arisierung« intensiv beschäftigt haben und mit Publikationen dazu hervorgetreten sind: Prof. Dr. Christiane Kuller (Universität Erfurt) hat zu München gearbeitet, Prof. Dr. Frank Bajohr (Zentrum für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte, München/Berlin) zu Hamburg, Beate Schreiber (Berlin) zu Berlin und Dr. Christiane Fritsche (Wetzlar) zu Mannheim. Dieter Wesp, der in Frankfurt auf die »Miersch-Liste« gestoßen ist, nimmt ebenfalls teil, eingeladen ist auch Doris Eizenhöfer (Hanau), die an einer Dissertation zum Immobilienraub in Frankfurt am Main arbeitet. Auch das Institut für Stadtgeschichte Frankfurt ist angefragt. Ziel des Workshops ist es, anhand der verschiedenen kommunalen Beispiele, zu denen Impulsvorträge gehalten werden, den Forschungsstand zu diskutieren und zu überlegen, wie in Bezug auf Frankfurt die Quellensituation einzuschätzen ist und welche weiterführenden, neuen Fragestellungen sich gegebenenfalls entwickeln lassen. Der Workshop endet mit einer öffentlichen Diskussion, in der die Ergebnisse vorgestellt werden und die Gelegenheit bietet, darüber nachzudenken, wie die Stadt Frankfurt heute mit ihrer Rolle als Akteur und Profiteur der »Arisierung« umgehen sollte.

Workshop-Programm
11:00–11:15 Uhr
Begrüßung: Jutta Ebeling (Förderverein), Prof. Dr. Sybille Steinbacher (Fritz Bauer Institut)
11:15–11:35 Uhr
Prof. Dr. Christiane Kuller (Erfurt): Das Beispiel München
11.35–11:55 Uhr
Prof. Dr. Frank Bajohr (München): Das Beispiel Hamburg
11:55–12:15 Uhr
Beate Schreiber (Berlin): Das Beispiel Berlin
12:15–12:35 Uhr
Dr. Christiane Fritsche (Wetzlar): Das Beispiel Mannheim
12:35–12:55 Uhr
Dieter Wesp (Frankfurt am Main): Das Beispiel Frankfurt am Main
13:00–13:30 Uhr
Weitere Aspekte und Diskussion der Ergebnisse
13:30–14:00 Uhr
Pause
14:00–15:00 Uhr
Öffentliche Podiumsdiskussion

Teilnahme am Workshop nur nach bestätigter Anmeldung per E-Mail.
Für die öffentliche Diskussion (ab 14:00 Uhr) ist keine Anmeldung erforderlich.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
sekretariat.steinbacher(at)fritz-bauer-institut.de

 


Do 01
Februar 2018
18:15

Auschwitz ist kein Spezialthema

Vorlesung von apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer:

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Rahmenprogramm: Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Warum ist die Beschäftigung mit der »Erziehung hin zu Auschwitz« und mit einer »Erziehung nach Auschwitz« keinesfalls ein »Spezialthema«? Wie können durchaus ganz konkret die NS-Verbrechen, die NS-Ideologie, die NS-Pädagogik und der Umgang mit dem NS nach 1945 als grundlegende Vorbereitung auf den Lehrberuf im Rahmen der universitären Lehre vermittelt werden? Antworten versucht diese Vorlesung zu geben sowie einem kompakten Überblick über die zweisemestrige Vorlesungsreihe: »Beschäftigung mit der NS-Zeit als Vorbereitung auf den Lehrberuf« zu den Themen »NS-Verbrechen und Widerstand«, »NS-Ideologie und Judenfeindschaft im Alltag«, »NS-Pädagogik und demokratisch-emanzipatorische Pädagogik«, »Pädagogik nach der NS-Zeit und heute«.

Die Veranstaltung ist gewidmet Trude Simonsohn und Siegmund Freund sowie dem Gedenken an Irmgard Heydorn, Valentin Senger, Dr. Karl Brozik und Herbert Rickie Adler.

Forschungsstelle NS-Pädagogik
Die Forschungsstelle NS-Pädagogik wurde im Januar 2012 am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaften der Goethe Universität Frankfurt am Main unter der Leitung von Prof. Dr. Micha Brumlik und apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer sowie in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut gegründet. Dies ist die letzte Vorlesung von apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer vor seinem Eintritt in den Ruhestand.

Eine Veranstaltung der Forschungsstelle NS-Pädagogik und dem AStA der Goethe-Universität Frankfurt.

Kontakt
apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer
Forschungsstelle NS-Pädagogik
Goethe-Universität Frankfurt – Campus Bockenheim
Juridicum, Raum 511, 5. Stock
Senckenberganlage 31-33
60325 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798-22091
BOrtmeyer(at)t-online.de
https://forschungsstelle.wordpress.com

 


Mi 31
Januar 2018
18:15

Primo Levi. Zeuge und Zeugnis

Vortrag von Dr. Markus Roth, Gießen:

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.812

Primo Levi, Chemiker aus Italien, gehört zu den bekanntesten Überlebenden und legte zeitlebens Zeugnis ab von seiner Zeit in Auschwitz-Monowitz. Er begann damit unmittelbar nach seiner Befreiung, sei es in offiziellen Berichten für die Alliierten oder in seinem großen Erinnerungswerk Ist das ein Mensch?, in kleineren Schriften und Essays sowie im Roman. Markus Roth beschäftigt sich in seinem Vortrag mit dem Zeugen Levi und seinem Zeugnis vor allem anhand kleinerer, erst jüngst auf Deutsch publizierter Texte.

Markus Roth ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und stellvertretender Leiter an der Arbeitsstelle für Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de

 


Mo 29
Januar 2018
19:30

Der Schrecken verliert sich vor Ort

Lesung und Gespräch mit Monika Held:

Die Fabrik – Kulturwerk Frankfurt
Mittlerer Hasenpfad 5/Im Hof, Frankfurt am Main
Einlass: 18:30 Uhr, Eintritt € 8,–
www.die-fabrik-frankfurt.de

Georg M. Hafner (Hessischer Rundfunk) im Gespräch mit der Autorin Monika Held
Musikalisches Konzept: Gregor Praml

Monika Held nimmt mich mit an einen Ort, den ich ohne sie nicht betreten würde.
Beschützt von ihr, wage ich diese Reise

Margarete Mitscherlich, 2012 in ihrem Nachwort zum Roman

Der Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963–1965, dessen Tondokumente und Akten Ende November letzten Jahres in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen wurden, bildet den Ausgangspunkt des Romans von Monika Held: Der Schrecken verliert sich vor Ort.
Erinnern ist eine ungeheure Last und doch ein Teil des Überlebens. Wie aber weitergeben, was sich nicht vergessen lässt? Davon handelt die Geschichte, von der wir an diesem Abend hören werden. Erzählt wird eine einzigartige Liebesgeschichte über dem Abgrund der Erinnerungen und Traumata aus dem Lager. Eine Reise in die Vergangenheit, hin zu den Toten, an den Ort des Traumas, an dem sich die Überlebenden wieder und wieder begegnen (müssen). Ihr Überleben dort war nicht vorgesehen. Ihre Rückkehr dorthin: eine Rückkehr nach Hause? Der Roman basiert auf einer wahren Geschichte. O-Töne aus ihren Interviews werden die Lesung ergänzen.

Monika Held lebt in Frankfurt am Main. Als Journalistin hat sie viele Gespräche mit Überlebenden des Holocaust geführt. Für ihre publizistische Arbeit über das Kriegsrecht in Polen und die Hilfstransporte zu den Überlebenden von Auschwitz hat sie die Dankbarkeitsmedaille des Europäischen Zentrums der Solidarität (Europejskie Centrum Solidarności) verliehen bekommen.

Monika Held: Der Schrecken verliert sich vor Ort
Köln: Eichborn Verlag, 2013, 270 S., Hardcover,
ISBN: 978-3-8479-0529-5, € 19,99
Köln: Bastei Lübbe, 2018, 271 S., Taschenbuch,
ISBN: 978-3-404-17626-7, € 11,–
Auch als E-Book,
ISBN: 978-3-8387-2535-2, € 15,99

Eine Veranstaltung anlässlich des Internationalen Gedenktags zur Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 1945 sowie ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 der europäischen Kommission unter dem Motto »Sharing Heritage«.

Veranstalter:

Die Fabrik – Kulturwerk Frankfurt und Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Kontakt
Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-39
verein(at)fritz-bauer-institut.de
www.fritz-bauer-institut.de/verein.html

 


Fr 26
Januar 2018
14:00

Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz

Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus

Ausstellungseröffnung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1
PA-Gebäude (Präsidium der Administration)
Foyer im Erdgeschoss

Ausstellungszeitraum
Donnerstag, 26. Januar bis Freitag, 16. Februar 2018

Die Ausstellungseröffnung sowie eine Führung durch die Kuratorin
Dr. Nassrin Sadeghi finden statt im Anschluss an den Vortrag von
Dr. Stefan Hördler, Nordhausen: Zwangsarbeit unter der NS-Herrschaft
(siehe separate Veranstaltungsankündigung)

Eine Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Der Chemiekonzern I.G. Farben ließ ab 1941 in unmittelbarer Nähe zu dem Konzentrationslager Auschwitz die größte chemische Fabrik Osteuropas bauen. Sie sollte zugleich ein Baustein der »Germanisierung« der Region werden. Neben deutschen Fachkräften setzte das Unternehmen auf der riesigen Baustelle Tausende von Häftlingen aus dem KZ Auschwitz, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus ganz Europa ein. Für die zunehmende Zahl von KZ-Häftlingen errichteten der Konzern und die SS 1942 das firmeneigene KZ Buna-Monowitz. Tausende Menschen kamen durch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu Tode oder wurden in den Gaskammern in Auschwitz-Birkenau ermordet, wenn sie nicht mehr arbeitsfähig waren.
Die Ausstellung zeichnet die Entstehung, den Alltag und die Auflösung des KZ Buna-Monowitz nach. Historische Fotografien dokumentieren die Perspektive der SS und der I.G. Farben auf der Baustelle und im Lageralltag. Sie wurden angefertigt anlässlich eines Besuches des Reichsführers der SS, Heinrich Himmler, am 17. und 18. Juli 1942. Die Fotografin werden kontrastiert mit autobiographischen Texten von Überlebenden, darunter Primo Levi, Eli Wiesel, Jean Améry und Paul Steinberg, sowie den Aussagen von Überlebenden in den Nachkriegsprozessen. Informationen zu den Gerichtsverfahren in der Nachkriegszeit und den Bemühungen der Überlebenden um Entschädigung nach 1945 beschließen die Ausstellung.
Die Neugestaltung der Ausstellung wurde erstellt von: Funkelbach. Büro für Architektur und Grafik, Leipzig.

Weitere Informationen zur Ausstellung
www.fritz-bauer-institut.de/ig-farben.html

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Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de

 


Fr 26
Januar 2018
12:00

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Zwangsarbeit unter der NS-Herrschaft

Vortrag von Dr. Stefan Hördler, Nordhausen

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, PA-Gebäude (Präsidium der Administration)
Lobby (Erdgeschoss)

Im Anschluss an den Vortrag von Dr. Stefan Hördler findet gegen 14:00 Uhr die Eröffnung der Ausstellung Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz. Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus statt, sowie eine Führung durch die Kuratorin Dr. Nassrin Sadeghi (siehe separate Veranstaltungsankündigung).

Bis zu 20 Millionen Menschen aus ganz Europa mussten Zwangsarbeit im Deutschen Reich oder in den besetzten Ländern leisten. Tausende KZ-Häftlinge und andere Gruppen waren schon in der Vorkriegszeit zur Zwangsarbeit in den Lagern, in Kommunen und Privatbetrieben eingesetzt worden.
In öffentlichen Diskussionen fungiert der Begriff der NS-Zwangsarbeit allgemein als Sammelbegriff für unfreie Arbeit im Nationalsozialismus. Die formalen Rahmenbedingungen, nach denen Menschen zur Arbeit gezwungen wurden, waren jedoch sehr unterschiedlich. Auch das Ausmaß des Zwangs und die Lebensbedingungen konnten stark variieren.
Der Vortrag geht den zentralen Fragen nach den Voraussetzungen, Strukturen und Akteuren von Zwangsarbeit sowie den verschiedenen Gruppen und dem Alltag der Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen im Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 nach. Darüber hinaus stehen Aspekte der Entschädigung und Debatten nach 1945 um die Anerkennung der NS-Zwangsarbeit als Unrecht im Fokus. Räumlich wird die europäische Dimension der NS-Zwangsarbeit in den Blick genommen. Im Zentrum des Vortrags steht daher die transnationale Verflechtungsgeschichte der Zwangsarbeit unter der NS-Herrschaft als europäische Erfahrung und elementarer Teil eines europäischen Gedächtnisses.

Stefan Hördler ist Historiker und Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.
 
Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt am Main und dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften.


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Norbert-Wollheim-Platz 1
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Mi 24
Januar 2018
18:15

»Judenverfolgung 1933–1945«

Ein Schriftdenkmal für die ermordeten europäischen Juden

Editionsprojekt:

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.812

Eine Präsentation von Band 13 Slowakei, Rumänien, Bulgarien 1939–1945
durch zwei der Bearbeiterinnen:
Barbara Hutzelmann, München und Souzana Hazan, Berlin
Kommentar von Prof. Dr. Joachim von Puttkamer, Jena

Die Slowakei, Rumänien und Bulgarien waren während des Zweiten Weltkriegs Verbündete Deutschlands. Die autoritären Regime in den drei Ländern sympathisierten mit der nationalsozialistischen Judenpolitik, erließen selbst antisemitische Gesetze und kooperierten schließlich auch bei der Ermordung der Juden mit den Deutschen: Die Slowakei und Bulgarien lieferten Juden an die Deutschen aus und ließen sie in die Vernichtungslager deportieren; die rumänische Führung verfolgte in den annektierten und besetzten Gebieten eine eigene Politik, der Hunderttausende Juden zum Opfer fielen. Der Band dokumentiert mit über 350 Quellen – aus der Sicht der Opfer, der Täter und der Zuschauer – den weitgehenden Konsens, mit dem der NS-Staat bei seiner Vernichtungspolitik rechnen konnte.

Editionsprojekt: Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945, 16 Bände, hrsg. v. Bundesarchiv / Institut für Zeitgeschichte / Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Freiburg, Oldenbourg: De Gruyter Verlag, 2011–2018
www.edition-judenverfolgung.de

Eine Veranstaltung im Rahmenprogramm der Goethe-Universität Frankfurt zum »Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus«
Programmfolder (pdf-Datei)

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Zeitgeschichte, München/Berlin, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und dem De Gruyter Verlag

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Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
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Sa 20
Januar 2018
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Patrick Schwentke

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

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Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
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Mi 17
Januar 2018
18:15

Holocaustliteratur und Literaturwissenschaft

Zur Geschichte einer schwierigen Beziehung

Vortrag von Prof. Dr. Sascha Feuchert, Gießen

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Seit gut 30 Jahren gibt es einen ausgeprägten literaturwissenschaftlichen Diskurs zur Holocaustliteratur. Angestoßen wurde er bezeichnenderweise unter anderem wesentlich von Überlebenden wie Susan Cernyak-Spatz, wobei auf Seiten der Autoren dieser Zeugnisliteratur auch große Skepsis herrschte: Würde, so eine Befürchtung, eine »literaturwissenschaftliche Zurichtung« nicht den Wahrheitsanspruch dieser Literatur notwendig dekonstruieren? Der Vortrag beleuchtet Meilensteine dieser schwierigen Beziehungsgeschichte und versucht, die gegenwärtige Situation zu skizzieren.

Sascha Feuchert ist Professor für Neuere deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur und ihre Didaktik am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts
mit dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.


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Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de

 


Di 16
Januar 2018
18:15

»Die Shoah«

Worin besteht ihre Singularität im Zeitalter der Genozide?

Vortrag von Prof. Dr. Micha Brumlik, Berlin:

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.811

Rahmenprogramm: Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Immer wieder ist – in Gedenkveranstaltungen sowie in historischen Debatten – die Rede von der Einzigartigkeit des Holocaust, der Singularität der Shoah – als sei dies selbstverständlich. Freilich werden in der Regel die Kriterien, nach denen diese Einzigartigkeit behauptet wird, nicht ausgewiesen. War es die Zahl der Opfer? Die Intensität ihres Leidens? Die besonders entwürdigende Art des Mordens? Und gab es derlei und ähnliches nicht auch in anderen politischen Massentötungen und Genoziden des 20. Jahrhunderts? Diese Unklarheit hat bisweilen sogar zu dem geführt, was als »Opferkonkurrenz« bezeichnet wird. Der Vortrag geht dieser Frage nach und ist um eine Antwort bemüht.

Prof. Dr. Micha Brumlik ist emeritierter Professor am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main, seit Oktober 2013 Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg und war von 2000 bis 2005 Leiter des Fritz Bauer Instituts.
http://michabrumlik.de

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Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de

 


Mi 20
Dezember 2017
18:15

Das Anne-Frank-Tagebuch

Eine Quelle historischen Lernens in Unterricht und Studium

Vortrag von Prof. Dr. Nicola Brauch, Bochum:

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Moderation: Dr. Martin Liepach, Pädagogisches Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt

Kaum ein Dokument aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs erfährt heute eine vergleichbare öffentliche Aufmerksamkeit wie das Tagebuch der Anne Frank. Dabei ist wenig bekannt, dass es das Ergebnis eines Editionsprozesses ist, der mit der Überarbeitung der Autorin selbst seinen Anfang nahm. Warum das so war und welche Rückschlüsse auf die Perspektiven der »Hinterhausbewohner« sich aus den Aufzeichnungen ziehen lassen, ist Gegenstand dieses Vortrags. Das Kernanliegen ist es, das Tagebuch aus dem Blickwinkel der Geschichtswissenschaft wahrzunehmen. Aus der historischen und didaktischen Analyse des Textes werden exemplarische Textauszüge vorgestellt, die zur Erarbeitung des Themas Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg im Geschichtsunterricht und in der Geschichtslehrerbildung empfohlen werden.

Nicola Brauch ist Professorin für Didaktik der Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum.

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Tel.: 069.798 322-40
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Sa 16
Dezember 2017
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Patrick Schwentke

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

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Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
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Mi 13
Dezember 2017
18:15

Holocaust

Darstellungen und Narrative im Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel

Vortrag von Prof. Dr. Oliver Rathkolb, Wien:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Vortragsreihe: »Holocaust in europäischen Museen«

Auf der Basis der im Mai 2017 eröffneten Dauerausstellung des neu gegründeten Hauses der Europäischen Geschichte in Brüssel werden die zentralen Objekte und Erzählstränge bezüglich der Ursachen und Folgen des Holocaust analysiert. Als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats dieses Museums war Oliver Rathkolb von Anfang an in die Diskussionen über die Ausstellungsgestaltung eingebunden. Die Kuratierung wurde von der Direktorin, Taja Vovk van Gaal, und ihrem Team umgesetzt. Am Ende des Vortrags soll auch auf die Vermittlungsprogramme zu diesem Thema eingegangen werden.

Oliver Rathkolb ist Professor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien und Institutsvorstand.

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Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
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Mi 06
Dezember 2017
18:15

Fritz Benscher

Ein Holocaust-Überlebender als Rundfunk- und Fernsehstar

Vortrag von Dr. Beate Meyer, Hamburg:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

»Leider hatte der ›Führer‹ keine großen Sympathien für mich.« So umschrieb Fritz Benscher (1904–1970) die Jahre nach 1933 und seine Haft in Theresienstadt, Auschwitz und Dachau. Während der Weimarer Republik hatte er erste Erfahrungen am Theater und beim jungen Rundfunk gesammelt. Nach der Befreiung wurde er Oberspielleiter bei Radio München, dem späteren Bayerischen Rundfunk. Mit bissigem Witz und der Absicht, über die NS-Verbrechen aufzuklären, verschrieb er sich der Reeducation seiner Landsleute. Während konservative Politiker, kirchliche Würdenträger und Antisemiten Anstoß an seinen Beiträgen nahmen, liebte ihn die Mehrzahl seiner Hörerinnen und Hörer. In den 1960er Jahren setzte er seine Karriere erfolgreich als Moderator, Quizmaster und Schauspieler im Fernsehen fort.

Beate Meyer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg.

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Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
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Mo 04
Dezember 2017
9:00

Building from Ashes. Jews in Postwar Europe (1945–1950)

Questions and Debates in Academic Research

International Conference:

bis Dienstag, 5. Dezember 2017, 17:30 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Nobert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.801

The conference starts with a public round table discussion
on Sunday, December 3, 2017, 18.00 oʼclock:
In the Aftermath of Auschwitz and the Second World War: New Perspectives on the Situation of Jews in Europe in the Years 1945–1950
with Prof. Dr. G. Daniel Cohen (Rice University, Houston), Prof. Dr. Jan T. Gross (Princeton University), Prof. Dr. Atina Grossmann (Cooper Union, New York) and Dr. Tobias Freimüller (Fritz Bauer Institute, Frankfurt am Main); Chair: Dr. Elisabeth Gallas (Simon Dubnow Institute, Leipzig)

In the postwar years, Europe was a »savage continent«, trying to come to terms with perhaps the most lethal moment in modern human history. Amidst the ruins, poverty and destruction, the surviving Jews of the continent were trying to rebuild their lives and communities, find their postwar identities, and face the recent Jewish catastrophe. We will address these immediate postwar Jewish experiences by focusing on six key topics:
1. The collapse of Nazism, end of the war: Displacement, dilemmas of emigration and return. What were the most immediate dilemmas of survivors after the end of the war? What kind of answers did they give to the question: What to do next? Why did they decide to go back to their countries or why did they opt for emigration?
2. Cultural revival and community building. In what form were Jewish communities rebuilt in postwar Europe? What roles did international and American Jewish aid organizations play in this revival process?
3. Economic and social structures. How did survivors (re-)establish the most basic social unit: the family? What strategies did they come up with to get by economically on an everyday basis?
4. Historiography and memory of the Jewish catastrophe. What kind of institutions and methodologies did postwar Jewish communities establish to document the recent catastrophe? How did they commemorate the Jewish victims of the war?
5. Postwar justice. How did European countries in general and Jewish communities in particular deal with the question of wartime responsibility? What legal and illegal methods were employed and what results did they yield in bringing war-time criminals to justice? What measures were taken to provide restitutions for Jews?
6. Analyzing the past, building the future. In what ways – both concrete and theoretical – did Jews fight the political ideas of Nazism during and after the war? What kind of political and ideological movements did they join and why?

MONDAY, DECEMBER 4, 2017
9.00–9.30 oʼclock: Welcome
9.30–11.15 oʼclock:   
Panal 1. The collapse of Nazism, end of the war: Displacement, dilemmas of emigration and return
Kateřina Čapková (Institute of Contemporary History, Academy of Sciences of the Czech Republic): Competing Jewish Narratives: Jewish migrants in Postwar Czechoslovakia
Naama Seri-Levi (The Hebrew University of Jerusalem, Israel): Wanderers, Refugees, Displaced Persons: The Experience of Jewish-Polish Repatriates during and after the War.
› G. Daniel Cohen (Department of History, Rice University): »Philosemitic« Western Europe? The Jewish Question in the Aftermath of the War, 1945–1967.
Chair: Sybille Steinbacher (Goethe-Universität/Fritz Bauer Institut Frankfurt am Main)
11.45–13.30 oʼclock:   
Panel 2: Economic and social structures: re-integration into old structures, and the construction of new ones
Laura Hobson-Faure (Université Sorbonne Nouvelle, Paris 3.): Protecting the European Branch of the Jewish Diaspora: The American Jewish Joint Distribution Committee in Europe after the Shoah
Katharina Friedla (Yad Vashem, Jerusalem, Israel): Socio-Economic Patterns and Reconfiguration of Jewish Life in Post-War Poland (1945–1949) – Lower Silesia as a Case Study.
Kamil Kijek (University of Wroclaw): Polish-Jewish-German triangle, communism, »regained territories« and Jewish transnationalism. Jewish experience of Rychbach/Dzierżoniów in the years 1945–1950.
Chair: Fritz Backhaus (Jüdisches Museum Frankfurt am Main)
14.30–16.45 oʼclock:   
Panel 3: Cultural revival: community (re-)building, the role of aid from world Jewry
Ewa Koźmińska-Frejlak (Jewish Historical Institute Warsaw, Poland): The assimilation of Polish Jews to Polishness and the attitude of the Jewish community in Poland towards assimilation (1945–1950)
Tamar Lewinsky (Jewish Museum Berlin): Cultural rebuilding in the DP camps of postwar Germany.
Irit Chen (The Hebrew University of Jerusalem, Israel): »Dear Child of Israel« or a »Cheap Partner«: The Relation of the Israeli Consulate in Munich to the Rebuilding of the Jewish Community in Germany 1948–1953.
Izabela Dahl (School of Humanities, Education and Social Sciences, Örebro University, Sweden): The complexity of displacement . Polish Jews in Sweden after World War II
Chair: Rebekka Voß (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
18.30 oʼclock: Dinner for the participants, Reception at the Römer

TUESDAY, DECEMBER 5, 2017
9.30–11.45 oʼclock:   
Panel 4: Memory and silence: Jewish Holocaust documentation and Holocaust memory.
Manuela Consonni (The Hebrew University of Jerusalem, Israel): Auschwitz and the lesson of Srebrenica in the post-memory age
Natalia Aleksiun (Touro College, New York, USA): Documentation (Self)Censorship and the Early Holocaust Testimonies in Poland
Ferenc Laczó (University of Maastricht, the Netherlands): Interpreting Responsibility. On the Incipient Historiography of the Holocaust in Hungary.
Yechiel Weizmann (Haifa University, Israel): Breaching the Silence: Jewish Sites as Reminders of the Holocaust in Communist Poland.
Chair: Christian Wiese (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
12.15–13.45 oʼclock:   
Panel 5: Justice and revenge: war-crimes trials, People’s Tribunals, Jewish Honour Courts, restitution.
Katarzyna Person (Jewish Historical Institute, Warsaw, Poland): Defense strategies in the postwar Jewish Honour Courts
Philipp Graf (Simon Dubnow Institut, Leipzig, Germany): »The Central Secretariat […] approves the draft bill« – Restitution in the Soviet Zone of Germany Reconsidered
Annette Weinke (Friedrich Schiller University, Jena, Germany): At the Intersection of Law, History, and Legal Lobbying: Transatlantic Jewish Legal Think Tanks and Postwar Justice.
Chair: Mirjam Wenzel (Jüdisches Museum Frankfurt am Main)
14.45–16.30 oʼclock:
Panel 6: Imagining and building the future: Jewish participation in the postwar administration and the formation of different states.
Jan Gerber (Simon Dubnow Institute, Leipzig): Socialist Homogenization. Jews in the Czechoslovak Communist Party, 1945–1952
Anna Koch (University of Southampton, UK): »The foundation for a new and better Germany« – Communists of Jewish origin in the early German Democratic Republic
Avinoam Patt (University of Hartford, Connecticut, USA): From Destruction to Rebirth: Jewish Displaced Persons and the Creation of the State of Israel
Chair: Kata Bohus (Jüdisches Museum Frankfurt am Main)
17.00–17.30 oʼclock:
Closing remarks

The conference and the panel discussion will be held in English and are open to the public.

The complete program:
› Conference flyer (pdf-file)

A collaboration of the Fritz Bauer Institute with the Jewish Museum Frankfurt, the Simon Dubnow Institute for Jewish History and Culture at Leipzig University and the Seminar for Judaism at the Goethe University Frankfurt am Main
Supported by: Daimler AG, European Association for Jewish Studies, Hannelore Krempa Stiftung, Kulturstiftung des Bundes, Nassauische Sparkasse, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen


Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de

 


So 03
Dezember 2017
18:00

In the Aftermath of Auschwitz and the Second World War

New Perspectives on the Situation of Jews in Europe in the Years 1945–1950

Panel discussion

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Nobert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Public round table discussion with Prof. Dr. G. Daniel Cohen (Rice University, Houston), Prof. Dr. Jan T. Gross (Princeton University), Prof. Dr. Atina Grossmann (Cooper Union, New York) and Dr. Tobias Freimüller (Fritz Bauer Institute, Frankfurt am Main); Chair: Dr. Elisabeth Gallas (Simon Dubnow Institute, Leipzig)
The roundtable is followed by a public a »wine and cheese« reception.

The topic of the panel discussion will be continued by the international conference:
Building from Ashes. Jews in Postwar Europe (1945–1950)
Questions and Debates in Academic Research

Monday, December 4 to Tuesday, December 5, 2017

The international conference, with about twenty well-known researchers from all around the world, will feature the state of the art of academic research on the postwar history of European Jews. As the vast majority of surviving European Jews endured Nazi occupation, the focus of the symposium will be on those who experienced the war in different countries of the continent.

In the postwar years, Europe was a »savage continent«, trying to come to terms with perhaps the most lethal moment in modern human history. Amidst the ruins, poverty and destruction, surviving Jews were trying to rebuild their lives and communities, find their postwar identities, and face the recent Jewish catastrophe. The presentations will address these diverse postwar Jewish experiences.

The conference and the panel discussion will be held in English and are open to the public.

The complete program:
› Conference flyer (pdf-file)

A collaboration of the Fritz Bauer Institute with the Jewish Museum Frankfurt, the Simon Dubnow Institute for Jewish History and Culture at Leipzig University and the Seminar for Judaism at the Goethe University Frankfurt am Main
Supported by: Daimler AG, European Association for Jewish Studies, Hannelore Krempa Stiftung, Kulturstiftung des Bundes, Nassauische Sparkasse, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen

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Mi 29
November 2017
18:15

Das kroatische Gedenkmuseum Jasenovac als

»Zugpferd nach Europa« und »nationales Schandmal«

Vortrag von Dr. Ljiljana Radonic, Wien:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Vortragsreihe: »Holocaust in europäischen Museen«

Der »Unabhängige Staat Kroatien« betrieb im Zweiten Weltkrieg eigene Todeslager. In den 1990er Jahren strebte der kroatische Präsident Franjo Tudman vergeblich an, aus dem größten von ihnen, Jasenovac, eine »nationale Versöhnungsstätte« zu machen und die sterblichen Überreste der Opfer des »kroatischen Holocaust« neben die KZ-Opfer zu betten. Im Zuge der EU-Beitrittsbemühungen entstand 2006 eine neue Ausstellung, deren Fokus auf den individuellen Opfern liegt. Dabei scheint die Erinnerung an die jüdischen Opfer leichter zu fallen als jene an die ermordete serbische Bevölkerung oder die kroatischen Ustaša als Täter. 2016, nach dem Wahlsieg der ehemaligen Tudman-Partei, wurde diese Erinnerungspolitik wieder virulent.

Ljiljana Radonic ist APART-Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

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Mi 22
November 2017
18:15

Die Rolle nichtdeutscher Länder bei der Judenverfolgung

Vortrag von Prof. Dr. Christian Gerlach, Bern:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Basierend auf seinem jüngsten Buch Der Mord an den europäischen Juden: Ursachen, Ereignisse, Dimensionen (München: Verlag C.H.Beck, 2017) nimmt Christian Gerlach die europäische Dimension der Verfolgung und Vernichtung der Juden in den Blick. Dabei wird es um die Rolle einzelner Staaten, aber auch verschiedener gesellschaftlicher Akteure gehen. Zwar beruhte der Mord an den europäischen Juden auf deutscher Initiative und den Aktionen Deutscher. Doch hätten  die Verbrechen in diesem Umfang nicht ohne die Mitwirkung Nichtdeutscher stattfinden können. Zur Sprache kommen unter anderem antijüdische Gesetzgebungen, ideologische Hintergründe der Vorgänge sowie staatliche und private Interessen. Außerdem werden die damit verbundenen politischen Schritte bis hin zu eigenen Massenmorden, Plünderungen und Hilfeleistungen thematisiert. Zudem wird das in vielen Staaten feindselige soziale Klima skizziert, in dem relativ wenige Juden es wagten, unterzutauchen.

Christian Gerlach ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte und Zeitgeschichte am Historischen Seminar der Universität Bern.

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Norbert-Wollheim-Platz 1
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So 19
November 2017
11:00

Die Unischtbaren - Wir wollen leben

Einladung zur Film-Matinee

Kino Cinema
Roßmarkt 7
Frankfurt am Main

Dokudrama von Claus Räfle, D 2016
Mit Max Mauff, Alice Dwyer, Ruby O. Fee, Aaron Altaras, u.a.
www.tobis.de/film/die-unsichtbaren-wir-wollen-leben

Tickets: € 9,50
Telefonische Reservierung: 069.21997855
Online-Ticketkauf unter Menüpunkt »Tickets«:
www.arthouse-kinos.de/programm/film/?id=882

Das Drehbuch von Regisseur Claus Räfle und Alejandra López basiert auf wahren Ereignissen und ausführlichen Interviews mit den im Film dargestellten Zeitzeugen Cioma Schönhaus, Hanni Lévy, Ruth Arndt und Eugen Friede. Zu dieser Filmvorführung wird einer der im Film dargestellten »Unsichtbaren«, nämlich Eugen Herman-Friede anwesend sein, sowie der Regisseur des Filmes, Claus Räfle, der im Anschluss an den Film zu Fragen Stellung beziehen wird. Eugen Herman-Friede ist langjähriges Mitglied des Fördervereins des Fritz Bauer Instituts.

Zum Film ist erschienen:
Claus Räfle, Die Unsichtbaren – Untertauchen, um zu überleben. Eine wahre Geschichte, Berlin: Suhrkamp Verlag, 2017, € 19,95
› www.suhrkamp.de/buecher/die_unsichtbaren-claus_raefle_444.html

Veranstalter: Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. in Kooperation mit
der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums e.V.

Beitrag zum Film im Podcast in der ARD Mediathek:
ttt – titel, thesen, temperamente vom 22.10.2017
MDR, 6:45 Min., verfügbar bis 22.1.2018
Filmbeitrag

 


Sa 18
November 2017
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Patrick Schwentke

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

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Norbert-Wollheim-Platz 1
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Tel.: 069.798 322-40
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Mi 15
November 2017
18:15

Vor der Erinnerung

Zeitgenössische jüdische Quellen zum Holocaust

Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Matthäus, Washington:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.802

Mit ihrer Konzentration auf die Vernichtungsdynamik der NS-Judenpolitik stützte sich die Forschung lange auf die dokumentarische Hinterlassenschaft der für die »Endlösung« Verantwortlichen. Überlieferungen jüdischer Provenienz fanden dagegen dort Verwendung, wo es um die Folgen für die Betroffenen ging. Dass diese Trennung einer stärker integrierten Sichtweise des Holocaust Platz gemacht hat, spiegelt sich in der medialen Verbreitung von Nachkriegserinnerungen und Zeitzeugeninterviews. Der Vortrag beleuchtet anhand einiger Quellen, wie jüdische Frauen und Männer während des »Dritten Reichs« in Europa über ihre eigene Lage, die von Familienmitgliedern und Freunden wie auch über die allgemeine Situation reflektierten.

Jürgen Matthäus ist Leiter der Forschungsabteilung am Jack, Joseph and Morton Mandel Center for Advanced Holocaust Studies des United States Holocaust Memorial Museum, Washington, DC.

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Norbert-Wollheim-Platz 1
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Sa 11
November 2017
10:00

Fragiler Konsens

Antisemitismuskritische Bildung in der Migrationsgesellschaft

Gesellschaftspolitischer Studientag:

Evangelische Akademie Frankfurt
Römerberg 9
60311 Frankfurt am Main

Antisemitismus ist in Deutschland ein beständiges Problem. Öffentlich tabuisiert, bestehen Ressentiments gegen Juden fort – etwa in verkürzter Kapitalismuskritik oder in der Ablehnung des Staates Israel. Mit der zunehmenden Einwanderung verschärft sich die Problematik: sowohl in der Abwehr gegen alles Fremde seitens einer national definierten Mehrheitsgesellschaft als auch durch Antisemitismus in bestimmten Migrantengruppen. Anlässlich des Erscheinens des Sammelbandes Fragiler Konsens. Antisemitismuskritische Bildung in der Migrationsgesellschaft (Campus Verlag), der aus der Tagungsreihe »Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft« hervorgegangen ist, wird auf dem Studientag danach gefragt, wie Bildungsarbeit auf diese Entwicklungen reagieren kann. Namhafte Expert/innen analysieren die Herausforderungen und stellen Modelle zum Umgang vor.
Für Lehrer/innen, Pfarrer/innen u.a. ist der Tag als Fortbildung anrechenbar.
Kosten: € 20,– (inkl. Verpflegung)

PROGRAMM
› 10.00 Uhr, Ankommen
› 10.15 Uhr, Begrüßung
Dr. Stina Kjellgren, Evangelische Akademie Frankfurt
› 10.30 Uhr, Im Fokus – Buchbesprechnung
Prof. Dr. Astrid Messerschmidt, Bergische Universität Wuppertal
Dr. Meron Mendel, Bildungsstätte Anne Frank
Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Hessischer Rundfunk
› 11.15 Uhr, Kaffeepause
› 11.45 Uhr, Konstellationen von Antisemitismus I
Mitte der Gesellschaft:
Dr. Olaf Kistenmacher, KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Rechtspopulismus:
Dr. Sebastian Winter, Justus-Liebig-Universität Gießen
› 12.45 Uhr, Mittagessen
› 13.45 Uhr, Konstellationen von Antisemitismus II
Islamistischer Antisemitismus:
Saba Nur Cheema, Bildungsstätte Anne Frank
Antisemitismus in der Linken:
Tom David Uhlig, Bildungsstätte Anne Frank
› 14.45 Uhr, Erkenntnisse für die Praxisfelder – Abschlusspodium
Arbeitswelt: Sascha Schmidt, DGB Hessen-Thüringen
Schule: Dr. Türkân Kanbıçak, Pädagogisches Zentrum Frankfurt
Sport: Sebastian Schmidt, Deutscher Fußballbund
Moderation: Gottfried Kößler, Pädagogisches Zentrum Frankfurt
› Veranstaltungsende gegen 16:00 Uhr

Leitung
Dr. Meron Mendel, Direktor Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main
Prof. Dr. Astrid Messerschmidt, Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Diversität, Bergische Universität Wuppertal
Dr. Stina Kjellgren, Studienleiterin Evangelische Akademie Frankfurt

Veranstaltet von der Evangelischen Akademie Frankfurt, der Bildungsstätte Anne Frank – Zentrum für Politische Bildung und Beratung Hessen, Frankfurt am Main und dem Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt. Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!« und der Amadeu Antonio Stiftung

Veranstaltungsflyer (pdf-Datei)
Studientag: Fragiler Konsens

Anmeldung
Evangelische Akademie Frankfurt
Artur Hempel
Tel.: 069.1741526-14
hempel(at)evangelische-akademie.de
www.evangelische-akademie.de

 


Mi 08
November 2017
18:15

Siegfried Kracauer

die Stadt Frankfurt und der Nationalsozialismus

Vortrag von Dr. Jörg Später, Freiburg:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Wolfgang Schivelbuschs Buch Intellektuellendämmerung von 1982 studiert im besten Benjamin’schen Geist die Lage der Frankfurter Intelligenz in den 1920er Jahren. Unter anderem besucht es das Institut für Sozialforschung, das Freie Jüdische Lehrhaus und die Frankfurter Zeitung, bis die Nazis diesen intellektuellen Szenen ein jähes Ende bereiteten. Zaungast und Zeitzeuge all dessen war Siegfried Kracauer, ein Frankfurter »Bubb« jüdischer Herkunft, der damals als Redakteur der Frankfurter Zeitung zu einer gefragten Person des literarischen Lebens der Weimarer Republik heranreifte, ehe er Deutschland 1933 verlassen musste. Anlässlich seines 50. Todestags erschien seine Biografie, die das intellektuelle Frankfurt durch seine Perspektive neu beleuchtet, samt einer Koda über den Untergang der Frankfurter Juden.

Jörg Später ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

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So 05
November 2017
11:00

Norbert Wollheim Memorial

Feierliche Wiedereröffnung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1

»Wir sind gerettet, aber wir sind nicht befreit.«
Norbert Wollheim, 26. August 1945

Mit der im Jahre 2008 eröffneten Gedenkstätte ehrt die Goethe-Universität den ehemaligen Zwangsarbeiter der IG Farbenindustrie AG, Norbert Wollheim, und mit ihm stellvertretend alle Opfer des industriellen Massenmordes in Auschwitz, an dem die IG Farben mit einem eigenen KZ direkt beteiligt war.
Das Norbert Wollheim Memorial auf dem Campus Westend der Frankfurter Universität war die letzten Monate nur eingeschränkt nutzbar. Zehn Jahre nach der Eröffnung waren umfangreiche Instandsetzungsarbeiten nötig geworden, die in diesem Jahr durchgeführt wurden. Neben dem Wollheim-Pavillon, der medientechnisch neu ausgestattet wurde, betraf dies auch die Fotostelen im Park vor dem IG Farben-Haus, die zur Reinigung teilweise abgebaut und neu verankert wurden.
Im Rahmen der Frankfurter »Jüdischen Kulturwochen 2017« wird die Gedenkstätte am 5. November 2017 feierlich wiedereröffnet.

Programm
11:00 Uhr Begrüßung durch Prof. Dr. Brigitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität
11:05 Uhr Grußwort der Stadt Frankfurt am Main
11:15 Uhr Musikalisches Intermezzo
11:20 Uhr Gesprächsrunde: Prof. Dr. Sybille Steinbacher mit den
Zeitzeugen Trude Simonsohn und Siegmund Freund
11:45 Uhr Vortrag zur Instandsetzung des Norbert Wollheim Memorials,
Dr. Steffen Bruendel (Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften)
12:00 Uhr Musikalischer Ausklang, anschließend Empfang
13:00 Uhr Möglichkeit einer Führung durch das Memorial (ca. 45 Min.)
14:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Eine Veranstaltung der Goethe-Universität Frankfurt in Kooperation mit dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften und dem Fritz Bauer Institut.

Website zum Norbert Wollheim Memorial mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

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