21. April 2026 bis 14. Juli 2026
dienstags, 12:00–14:00 Uhr, SH 4.107
Chaos, Willkür und Terror nach innen, der sich nun auch gegen sie sogenannte Volksgemeinschaft richtete, kennzeichneten das nationalsozialistische Regime im letzten Jahr seiner Existenz. Aber es setzte auch eine umfassende Neuorganisation des KZ-Systems ein, im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau erreichte ferner der systematische Massenmord an den europäischen Juden einen letzten Höhepunkt und im Deutschen Reich war die Zahl der vor allem aus Osteuropa verschleppten Zwangsarbeiter – Männer wie Frauen, die für die Rüstungswirtschaft ausgebeutet wurden – auf Rekordhöhe. Trotz der Luftangriffe auf deutsche Städte und wenngleich alliierte Truppen im Juni 1944 in der Normandie gelandet waren, hatte das NS-Regime noch die Kraft, den Krieg bis zum Frühjahr 1945 fortzusetzten. Im Seminar geht es darum, die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und militärgeschichtlichen Zusammenhänge der Endphase zu beleuchten und die beispiellose Radikalisierung dieser Monate anhand von Quellen in ihren vielfältigen Facetten zu erschließen.
Die Anmeldung ist ab dem 1. März 2026 über OLAT möglich: https://olat-ce.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/RepositoryEntry/26450460672/CourseNode/1765266414438787002
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Eine Warteliste ist eingerichtet.
21. April 2026 bis 14. Juli 2026
Dienstags, 18:00–20:00 Uhr, IG 0.254
Im Forschungskolloquium werden laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Studien zur Geschichte und Wirkung des Holocaust vorgestellt und diskutiert. Es richtet sich an fortgeschrittene Studierende der Geschichte, an Examenskandidaten und -kandidatinnen, Promovierende, Habilitierende und wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Fachbereich Geschichte.
22. April 2026 bis 15. Juli 2026
mittwochs, 14:00–16:00 Uhr, SH 1.107
Das Verhältnis des 1948 gegründeten Staates Israel und der im Folgejahr entstandenen beiden deutschen Staaten blieb angesichts des »Zivilisationsbruchs« der Shoah über Jahrzehnte außerordentlich belastet. In Israel stand zunächst jeder Kontakt zu Deutschland unter einem »Bann«, die schwierige Frage finanzieller »Wiedergutmachung« bot gleichwohl Anlass, ins Gespräch zu kommen. Auch nachdem 1965 diplomatische Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik etabliert worden waren, blieben diese heikel. Die DDR öffnete sich überhaupt erst in den letzten Jahren ihrer Existenz dem Gespräch mit Israel.
Gegenstand dieser Übung ist nicht nur die Geschichte politischer Beziehungen. Behandelt werden auch gesellschaftliche Entwicklungen wie frühe Besuche deutscher Studiengruppen und das widersprüchliche Verhältnis der westdeutschen Linken zu Israel. Zäsuren wie der Eichmann-Prozess 1961 und der Sechstagekrieg 1967 werden ebenso diskutiert wie die Popularität israelischer Musik und Satire in der Bundesrepublik der 1970er Jahre. Zu fragen ist nach der Stellung des sich erst allmählich ausbildenden Sprechens über den Holocaust und danach, welche Bedeutung Israel für Jüdinnen und Juden im Nachkriegsdeutschland hatte.
Die Anmeldung ist ab dem 1. März 2026 über OLAT möglich: https://olat-ce.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/RepositoryEntry/26265387014/CourseNode/93668888136022
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Eine Warteliste ist eingerichtet.
28. April 2026 bis 14. Juli 2026
dienstags, 10:00–12:00 Uhr, SH 0.108
Der Finanzplatz Frankfurt erfuhr im Nationalsozialismus eine starke Veränderung: Bei sämtlichen Kreditinstituten sahen sich jüdische Inhaber, Beschäftigte und Kunden mit einer rigiden Verdrängungspolitik, der sukzessiven Vernichtung ihrer beruflichen Existenz und schließlich dem vollständigen Vermögensentzug konfrontiert. Die Übung fragt danach, wie die Frankfurter Sparkassen, Regionalbanken und Großbankfilialen mit ihren jüdischen Beschäftigten und Kunden umgingen, in welcher Weise sie an der »Arisierung« von Gewerbe und Immobilien beteiligt waren und welche Rolle sie als verlängerter Arm der staatlichen Finanzverwaltung beim Einzug jüdischer Vermögen spielten. Und welchen Beitrag leisteten sie später bei den Bemühungen um Restitution, Entschädigung und Wiedergutmachung? Angesichts des unzureichenden Forschungsstandes liegt ein Schwerpunkt der Übung auf dem Studium neu erschlossener Primärquellen aus staatlichen und privaten Archiven.
Die Anmeldung ist ab dem 1. März 2026 über OLAT möglich: https://olat-ce.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/RepositoryEntry/26687864832/CourseNode/103339251084061
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Eine Warteliste ist eingerichtet.
20. April 2026 bis 13. Juli 2026
montags, 14:00–16:00 Uhr, SP 0.01
Der Aufstieg autoritärer Politikformen sowie die zunehmende Infragestellung demokratischer Errungenschaften haben insbesondere in den Sozialwissenschaften zu einer verstärkten wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Autoritarismus geführt. Die Übung nähert sich diesem Themenfeld aus einer geschlechterhistorischen Perspektive. Eine Gemeinsamkeit autoritärer Bewegungen und Regierungen über verschiedene historische Konstellationen hinweg ist die Konstruktion von Geschlechtergleichheit und -vielfalt als ideologische Bedrohung. Inwiefern können Mobilisierungen gegen Geschlechtergleichheit und -vielfalt als Indikatoren antidemokratischer Projekte verstanden werden? Die Übung nimmt die wechselseitigen Verschränkungen von Angriffen auf die Demokratie, auf Geschlechtergerechtigkeit und den Aufstieg des Autoritarismus den Blick und verortet diese Entwicklungen in einem historischen und vergleichenden Kontext.
Die Anmeldung ist ab dem 1. März 2026 über OLAT möglich. https://olat-ce.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/RepositoryEntry/26701725696. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Eine Warteliste ist eingerichtet.
21. April 2026 bis 14. Juli 2026
dienstags, 10:00–13:00 Uhr, SH 3.107
Das Proseminar bietet eine Einführung in die Geschichte sowie die Historiographie von Widerstand und Kollaboration. Es vermittelt einen Überblick über das besetzte Europa und die Achsenmächte während des Zweiten Weltkriegs und widmet sich dabei zentralen Fragestellungen: Welche Akteure leisteten Widerstand, welche kollaborierten? In welchen europäischen Ländern fand das NS-Regime Verbündete? Welche unterschiedlichen Formen von Widerstand und Kollaboration lassen sich identifizieren, und welche Motivationen lagen ihnen zugrunde? Schließlich wird untersucht, wie Widerstand und Kollaboration im Nachkriegseuropa gesellschaftlich verhandelt wurden.
Anhand des Proseminarthemas werden Methoden und Techniken des geschichtswissenschaftlichen Arbeitens erlernt – von der Literatur- und Quellenrecherche über das Lesen von Texten bis hin zu den Zitierregeln. Die Studierenden werden auf das Verfassen der Abschlussarbeit vorbereitet.
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
+49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Historisches Seminar
Goethe-Universität Frankfurt
Prof. Dr. Sybille Steinbacher
Lehrstuhlinhaberin
› Lehrstuhl am Historischen Seminar
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