Vermittlung und Transfer

Vermittlung und Transfer

Bildungsangebote

Führungen

Workshops

Projekt- und Studientage


Führungen

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Die Führung greift die Geschichte des IG Farben-Hauses von seiner Entstehung als Zentrale des einst größten Chemiekonzerns der Welt bis zu seiner heutigen Funktion als Hauptgebäude der Goethe-Universität auf. Neben der Konzerngeschichte der IG-Farben und ihrer Verflechtung mit der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik stehen vor allem die vom Konzern im KZ Buna-Monowitz (Auschwitz III) ausgebeuteten Zwangsarbeiter und ihre Biografien im Fokus. Mit dem 2014 errichteten Wollheim Memorial, das sich vor dem IG Farben-Haus befindet, wurde für sie ein Erinnerungsort geschaffen, dessen Konzeption und Intention ebenfalls thematisiert werden.

Dauer: 1–2 Stunden
Kosten: 50 €

Variante: Schülerorientierte Führung:
Schülerinnen und Schüler setzen sich anhand didaktischer Materialien in Kleingruppen je nach Interessenlage mit unterschiedlichen Aspekten der Führung auseinander und stellen sich ihre Themen im Anschluss beim Rundgang gegenseitig vor.
Dauer: ca. 2 Stunden
Kosten: 50 € pro Klasse/Kurs

Informationen und Anmeldung

anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de


Fritz Bauer und der Frankfurter Auschwitz-Prozess

Im Auschwitz-Prozess gelang es dem hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer 20 Jahre nach dem Holocaust und gegen teils heftigen Widerstand aus Politik, Justiz und Gesellschaft, ehemalige KZ-Aufseher und SS-Angehörige des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz vor Gericht zu stellen. Die Führung gibt einen Überblick zu Vorgeschichte, Verlauf und Wirkung des Auschwitz-Prozesses und greift dabei auch die Biografie Fritz Bauers, seine Motivation und sein Konzept für die juristische Auseinandersetzung mit NS-Verbrechen auf. Sie führt zu zentralen Wirkungsorten Fritz Bauers im Frankfurter Gerichtsviertel und zu den Orten des Prozesses.

Dauer: 1–2 Stunden
Kosten: 50 € pro Klasse/Kurs

Informationen und Anmeldung

anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de


Workshops

Antisemitismus nach 1945

Antisemitismus ist ein zentrales Element rechtsextremen Denkens und ragt gleichzeitig in die Mitte der Gesellschaft hinein. Der Workshop zeigt Kontinuität und Wandel antisemitischer Vorstellungen nach 1945. Dabei geht es auch um die Frage, wie sich antisemitisches Denken an die jeweils gegebenen politischen und gesellschaftlichen Umstände anpasst. Der Workshop bietet Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Formen, Akteuren und Plattformen antisemitischer Vorstellungen von den 1950er Jahren bis heute. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden zur Reflexion der Auswirkungen auf direkt Betroffene und die demokratische Gesellschaft als Ganzes angeregt. Im Anschluss werden geeignete Reaktionen auf Antisemitismus im Alltag diskutiert.

Dauer: 4 Stunden
Kosten: 100 €

Informationen und Anmeldung

anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de


NS-»Euthanasie«: Vom Wert des Lebens

Zwischen 1939 und 1945 ermordeten Ärzte und Krankenpflegepersonal etwa 200.000 Menschen, die nicht in das Konzept der NS-»Volksgemeinschaft« passten. Sie waren krank, geistig oder körperlich beeinträchtigt oder galten als sozial missliebig. Diese Mordaktionen, die ihnen zugrunde liegenden rassistischen Gesundheitsvorstellungen, die Perspektive der Opfer sowie der Täterinnen und Täter werden in diesem Workshop dargestellt und reflektiert.

Ein Angebot für die Jahrgangsstufen 9 bis 13.
Dauer: 3–4 Stunden
Kosten: 100 € pro Gruppe

Informationen und Anmeldung

anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de


NS-»Euthanasie« – Workshop in einfacher Sprache

Anmelden können sich Gruppen und auch einzelne Interessierte. Termine werden individuell vereinbart. Das Seminar dauert ca. 3 Stunden und kann in Ihren Räumlichkeiten oder an der Goethe-Universität Frankfurt stattfinden (Seminarkosten nach Absprache).

Informationen und Anmeldung

anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de


Filmworkshop: »Im Labyrinth des Schweigens«

Der Spielfilm »Im Labyrinth des Schweigens« erzählt die Vorgeschichte des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963–1965), in dem Handlanger und Exekutoren der Massenvernichtung vor Gericht standen. Der Film bezieht sich auf historische Personen, die eine entscheidende Rolle in dem Gerichtsverfahren innehatten, wie etwa Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, den Historiker und Auschwitz-Überlebenden Hermann Langbein und den Journalisten Thomas Gnielka. Der Workshop wird in Verbindung mit einem Filmbesuch im E-Kino Frankfurt (Zeil 125) durchgeführt. Im anschließenden Gespräch wird die fiktive Erzählung mit Fakten über den Auschwitz-Prozess abgeglichen.

Ein Angebot für die Jahrgangsstufen 10 bis 13.

Variante 1:
Dauer: ca. 3 Stunden für Film und Filmgespräch
Kosten: 6,50 € Kinoeintritt pro Schülerin oder Schüler und 50 € pro Gruppe für das Begleitgespräch

Variante 2:
Dauer: ca. 6 Stunden für Film und vertiefenden Workshop
Kosten: 6,50 € Kinoeintritt pro Schülerin oder Schüler und 100 € pro Gruppe für den Workshop

Informationen und Anmeldung

anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de


Juddebube und Schlappekicker

NS-Gleichschaltungspolitik am Beispiel Eintracht Frankfurt

Der Workshop thematisiert die Teilnahme jüdischer Spieler, Fans und Mitglieder am Vereinsleben der Frankfurter Eintracht bis 1933. Die Konsequenzen des nationalsozialistischen Ausgrenzungs- und Gleichschaltungsprozesses werden an ausgewählten Biografien reflektiert. Der Workshop wird in Kooperation mit dem Eintracht Frankfurt Museum durchgeführt und findet auch dort statt.

Ein Angebot für die Jahrgangsstufen 8 bis 13.
Dauer: 2 Stunden
Kosten: 7 € pro Schülerin oder Schüler
Ort: Eintracht Frankfurt Museum, Commerzbank-Arena

Informationen und Anmeldung

m.thoma(at)eintrachtfrankfurt.de
Tel. 069.95503 276 oder
m.liepach(at)fritz-bauer-institut.de


Das Norbert Wollheim Memorial

»Zwangsarbeit« und Kampf um Entschädigung

Im Park vor dem IG Farben-Haus auf dem Campus Westend der Goethe-Universität liegt das Wollheim-Memorial. Es erinnert an Norbert Wollheim (1913–1998), Überlebender des Konzentrationslagers Buna-Monowitz. Er musste für den Chemiekonzern IG Farben Zwangsarbeit auf deren Baustelle in Auschwitz leisten. 1951 verklagte er die IG Farben auf Entschädigung und gewann den Prozess. Das Memorial erinnert an das Leiden und Sterben der Häftlinge in Buna-Monowitz, aber auch an die Geschichte des Chemiekonzerns IG Farben im Nationalsozialismus und an den Kampf der Überlebenden um Entschädigung. Im Workshop lernen die Schülerinnen und Schüler die Biografien von Häftlingen und parallel dazu die Geschichte des IG Farben-Konzerns und seines Konzentrationslagers Buna-Monowitz kennen.

Ein Angebot für die Oberstufe.
Dauer: ca. 3 Stunden
Kosten: 100 € pro Klasse

Informationen und Anmeldung

anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de


Perspektiven auf den Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963–1965

20 Jahre nach dem Holocaust standen in Frankfurt am Main Handlanger und Exekutoren der Massenvernichtung vor Gericht. Im Prozess sagten über 350 Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz als Zeuginnen und Zeugen aus. Tondokumente aus dem Gerichtssaal, Interviews, Presseartikel und Dokumente sind das Material für den Workshop. Sie ermöglichen es, die unterschiedlichen Perspektiven der Juristen, der Zeugen und der Angeklagten zu betrachten. Weitere Themenschwerpunkte können nach Absprache festgelegt werden.

Ein Angebot für die Oberstufe.
Dauer: ca. 3 Stunden
Kosten: 100 € pro Klasse

Informationen und Anmeldung

anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de


Flucht und Migration am Beispiel Fritz Bauers

Am Beispiel der Biografie Fritz Bauers beleuchtet der Workshop sowohl die Ursachen für Emigration als auch die Herausforderungen und Unwägbarkeiten, denen Flüchtende in Europa zur Zeit der 1930er und 1940er Jahre ausgesetzt wurden. Ausgehend von der Auseinandersetzung mit der Situation Flüchtender zur Zeit des Nationalsozialismus werden auch aktuelle Aspekte von Flucht und Migration thematisiert.

Am Beispiel der Lebensgeschichte von Fritz Bauer und seiner Familie werden die zunehmende Entrechtung und Verfolgung jüdischer Deutscher durch die seit 1933 regierenden Nationalsozialisten und ihre antisemitische und antidemokratische Gesetzgebung vermittelt. Die Emigration in ein anderes Land stellte für alle Familienmitglieder den bald einzigen Ausweg aus einer Situation der permanenten Bedrohung dar. Neben den Ursachen für Flucht und Emigration beleuchtet der Workshop die vielfältigen Schwierigkeiten, die mit dem Wunsch nach Ausreise verbunden waren. Dies betraf die emotionale Herausforderung, die vertraute Heimat zu verlassen, ebenso wie die rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Herausforderungen bei der Suche nach einem aufnehmenden Land und der Bewältigung der bürokratischen und finanziellen Anforderungen durch die deutschen Behörden. Obwohl es allen Familienmitgliedern gelang, Deutschland noch vor Beginn der Deportationen zu verlassen, war die Unsicherheit auch im dänischen Exil groß. Neben den alltäglichen Sorgen um den Lebensunterhalt war die Familie vor allem mit der Angst vor Abschiebung nach Deutschland und der Besetzung Dänemarks durch die Wehrmacht konfrontiert.

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten diese Themen mithilfe von zeitgenössischen Dokumenten wie Pässen, Aufenthaltsgenehmigungen und Urkunden, aber auch mit Fotos, Zeitungsartikeln, autobiografischen Berichten und didaktisierten wissenschaftlichen Hintergrundtexten.

Ein Angebot für die Jahrgangsstufen 9 bis 13.
Dauer: 3,5 Stunden
Kosten: 100 € pro Klasse/Kurs

Informationen und Anmeldung

Veranstaltungsflyer (PDF-Datei)
anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de


Projekt- und Studientage

Thematische Angebote nach Vereinbarung

In individueller Abstimmung mit den Lehrkräften können Projekt- und Studientage zu unterschiedlichen Themen im Zusammenhang mit Nationalsozialismus und Holocaust veranstaltet werden. Dabei wird den Lerngruppen eine vertiefende Auseinandersetzung mit den jeweils vereinbarten Themen anhand vielfältiger Materialien, Medien und Methoden geboten, die je nach Wunsch- und Interessenlage an der Schule oder am Institut stattfinden kann.

Dauer: nach Vereinbarung
Kosten: in der Regel kostenlos (für Schulen innerhalb Hessens). Bei der Kombination von Studientagen mit Workshops zum Beispiel im Rahmen einer Projektwoche werden nur die Kosten für den jeweiligen Workshop in Rechnung gestellt.

Informationen und Anmeldung

anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de


Kontakt

Dr. Martin Liepach

+49 (0)69 798 322-60
m.liepach(at)fritz-bauer-institut.de

Nadine Docktor

+49 (0)69 798 322-32
n.docktor(at)fritz-bauer-institut.de

Gottfried Kößler

(ehrenamtlich)
g.koessler(at)fritz-bauer-institut.de
 


Aktuell

Der Auschwitz-Prozess und seine Folgen

Ein Zeitzeugengespräch mit Gerhard Wiese, Staatsanwalt im Auschwitz-Prozess

Fortbildung für Lehrkräfte, Multi-
plikatorinnen und Multiplikatoren

Dienstag, 13. September 2022

16:00–18:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt
Norbert-Wollheim-Platz 1
Raumangabe nach Anmeldung

Referent: Gerhard Wiese, OStA a.D.
Moderation: Nadine Docktor,
Dr. Martin Liepach

Information und Anmeldung:
anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de

Veranstaltungsflyer (pdf-Datei)


Stadt der Vielfalt

Kostenloses Projektangebot zum Thema Migration für Frankfurter Schulen

Das Fritz Bauer Institut beteiligt sich auch im Schuljahr 2022/23 am Projekt »Stadt der Vielfalt«. Dabei bieten insgesamt acht Frankfurter Museen und Bildungseinrichtungen einzelnen Schulklassen oder Projektgruppen die Möglichkeit zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema Migration. Schulen aus dem Raum Frankfurt können sich dazu bis zum 22. September 2022 bewerben. Vier ausgewählte Schulklassen können daraufhin im Laufe des Schuljahres die Bildungsangebote der beteiligten Institution zum Thema Migration und Vielfalt kostenlos wahrnehmen. Das Fritz Bauer Institut bietet den Workshop »Flucht und Migration am Beispiel Fritz Bauers« an. Nähere Informationen über das Projekt der Stadt Frankfurt am Main finden Sie auf dem Veranstaltungsflyer.

»Stadt der Vielfalt« (pdf-Datei)