Aktuelles

Internationale Tagung:

Der nationalsozialistische Krankenmord in Europa

27. bis 29. Juni 2019, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Dem Mordprogramm, das die Nationalsozialisten »Euthanasie« nannten, fielen zwischen 1939 und 1945 nach derzeitigem Kenntnisstand rund 300.000 Menschen zum Opfer: psychisch Kranke und geistig Behinderte, Männer, Frauen und Kinder. Der Krankenmord fand nicht nur in Deutschland…

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Exkursion nach Auschwitz/Oświęcim

für Studierende des Faches Geschichte an der Goethe-Universität

Samstag, 20. bis Donnerstag, 25. Juli 2019

Im Juli 2019 bietet das Fritz Bauer Institut für Studierende des Faches Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main eine fünftägige Exkursion nach Auschwitz/Oświęcim an. Verbunden ist die Reise mit zwei Lehrveranstaltungen im Sommersemester, einem Seminar »Auschwitz…

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Veranstaltungen

Mi 22
Mai 2019
18:15

Arolsen Archives

International Center on Nazi Persecution:
Geschichte, Perspektiven und Potentiale

Vortrag von Floriane Azoulay und Dr. Henning Borggräfe

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 454

Für die Suche nach Vermissten und die Klärung ihrer Schicksale entstand 1946 im hessischen Arolsen das weltweit umfassendste Archiv über die Opfer des Nationalsozialismus. Die von den Alliierten als International Tracing Service gegründete Einrichtung agierte lange abseits der Öffentlichkeit und war selbst Forschenden kaum bekannt. Dies hat mit ihrer Geschichte zu tun, die mit der Auseinandersetzung über den Umgang mit den NS-Verbrechen verschränkt ist. Heute unterstützen die Arolsen Archives sowohl Angehörige von NS-Verfolgten als auch Forschung und Bildung. Außerdem sollen die Sammlungen weltweit zugänglich gemacht werden. Der Vortrag zeichnet ihre wechselvolle Geschichte nach und stellt aktuelle Perspektiven und Potentiale vor.

Floriane Azoulay

hat Sozialwissenschaften und Management studiert und ist Direktorin der Arolsen Archives.

Dr. Henning Borggräfe

ist Historiker und Leiter der Abteilung Forschung und Bildung an den Arolsen Archives.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 05
Juni 2019
18:15

Zwischen Expertise, Politik und Moral.

Zur Aufarbeitung der NS-Verbrechen in Polen nach 1945

Vortrag von Dr. Paulina Gulińska-Jurgiel

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 454

Noch im Chaos des Zweiten Weltkrieges bildeten sich in Polen Strukturen heraus, welche die Aufarbeitung und Bestrafung der NS-Verbrechen erleichtern sollten. Der Vortrag setzt sich mit den gesellschaftlichen, politischen und nationalen Voraussetzungen, dem Verlauf und der öffentlichen Inszenierung ausgewählter polnischer Nachkriegsprozesse gegen NS-Verbrecher auseinander. Er beleuchtet auch andere Formen der Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Polen.

Dr. Paulina Gulińska-Jurgiel

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien an der Universität Halle (Saale). Ihre Dissertation erschien 2009 unter dem Titel Die Presse des Sozialismus ist schlimmer als der Sozialismus: Europa in der Publizistik der Volksrepublik Polen, der ČSSR und der DDR.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Deutschen Polen-Institut, Darmstadt

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 12
Juni 2019
18:00

Peggy Parnass

Überstunden an Leben

Filmvorführung und Gespräch mit Peggy Parnass, Jürgen Kinter und Gerhard Brockmann

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Bockenheim, Pupille – Kino in der Uni
Studierendenhaus, Mertonstr. 26-28

Peggy Parnass hat sich vor allem als Gerichtsreporterin einen Namen gemacht. Ihre Berichte, die 1980 wegen ihrer großen Menschlichkeit mit dem Fritz-Bauer-Preis der Humanistischen Union gewürdigt wurden, erschienen später in Buchform unter dem Titel Prozesse. Lange sprach sie nicht über ihre eigenen Verfolgungserfahrungen. Als Vierjährige kam sie 1939 mit ihrem jüngeren Bruder mit einem Kindertransport nach Schweden. Ihre Eltern wurden in Treblinka ermordet. Schon mit 14 Jahren musste sich Peggy Parnass ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Heute kennt man sie aus ihren vielfältigen Aktivitäten unter anderem als Journalistin, Schauspielerin, Übersetzerin, kämpferische Jüdin und leidenschaftliche Skatspielerin. Der Film gibt einen Einblick in ihr Leben. Im Anschluss stehen sie sowie die Filmemacher Jürgen Kinter und Gerhard Brockmann für ein Gespräch zur Verfügung.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit Pupille e.V. – Kino in der Uni, dem AStA der Goethe-Universität Frankfurt am Main und dem Förderverein des Fritz Bauer Instituts e.V.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Sa 15
Juni 2019
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Thomas Siurkus

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
+49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mo 17 - Di 18
Juni 2019

»Blickwinkel«-Tagung 2019:

Die Rückseite der Nation – Nationalismus und Antisemitismus

10. Tagung der Reihe »Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft«

GLS Campus
Kastanienallee 82
10435 Berlin

Im Jahr 2010 hat die Sarrazin-Debatte eine Wende eingeleitet. Schien der »Nationalstolz« während der Fußballweltmeisterschaft 2006 noch positiv besetzt, so zeigte er seitdem wieder sein wahres Gesicht. Das Eigene und das Fremde kamen wieder stärker zum Tragen. Der positiv konnotierte Patriotismus schlug an vielen Stellen um in aggressiven Nationalismus, dem nicht nur Rassismus, sondern auch Antisemitismus immanent ist. Jüdinnen und Juden passen nicht in die Logik des Nationalismus. Sie gelten als die »Dritten der Nation«, als außerhalb der binären Weltsicht vom Eigenem und dem Fremden stehend. Sie verkörpern Ambivalenzen, Konflikte und Widersprüche und damit scheinbar alles, was die nationale Einheit gefährden könnte. Ethnischer Nationalismus durch Rückbesinnung auf nationale Mythen und die Entwertung anderer Nationalitäten, ethnischer Gruppen und gesellschaftlicher Minderheiten findet sich in allen Teilen der Gesellschaft, auch bei jenen, die aus aller Welt kommend in Deutschland zu Hause sind.
Die Tagung will deshalb sowohl den »autochthonen« deutschen als auch den ethnischen Nationalismus von »Migrant*innen« vor der Folie eines antisemitismuskritischen Ansatzes reflektieren. Was hat nationales Bewusstsein heute mit antijüdischen Ressentiments zu tun? Was ist das Problematische am Nationalismus und bestehen Unterschiede zum Patriotismus? Kann Nationalismus ohne die Ausgrenzung von Minderheiten funktionieren? Welche pädagogischen Konzepte eignen sich zum Umgang mit Nationalismus?

Tagungsprogramm 2019

Tagungsflyer (pdf-Datei)

Veranstalter

Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main
In Kooperation mit
Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«
Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin
Pädagogisches Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt
Gefördert vom
Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!«

Tagungsreihe »Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft«, 2011–2019

Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit – Migrationsgesellschaft, Konkurrenzen, Bildungsstrategien: Diese Stichworte prägen zunehmend die gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und mit ausgrenzenden Denk- und Deutungsmustern. Vielfach schwankt die Diskussion zwischen Eifer und Orientierungslosigkeit, zwischen eindeutigen Positionen und Differenziertheit. Die Tagungsreihe beleuchtet aktuelle Analysen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente. Die Veranstaltungsreihe lädt zum Austausch und zur Vernetzung von Wissenschaft und pädagogischer Praxis ein.

Die bisherigen Tagungen der »Blickwinkel«-Reihe
  • Berlin, 26./27. Oktober 2011: »Bildungsraum Lebenswelt«
  • Frankfurt am Main, 3./4. Mai 2012: »Bildungsansatz Alltagskultur«
  • Köln, 29./30. Oktober 2012: »Bildungszugang Gender«
  • Nürnberg, 9./10. September 2013: »Kontext Nahostkonflikt«
  • Jena, 22./23. September 2014: »Antisemitismus und Rassismus – Verflechtungen«
  • Kassel, 8./9. Juni 2015: »Religion: Diskurse – Reflexionen – Bildungsansätze«
  • Kassel, 9./10. Juni 2016: »Kommunikation: Latenzen – Projektionen – Handlungsfelder«
  • Frankfurt am Main, 19./20. Juni 2017: »Rechtspopulismus und Judenfeindschaft. Kontinuitäten – Brüche – Herausforderungen«
  • Hannover, 18./19. Juni 2018: »Radikal Antisemitisch! Bildungsansätze – Prävention – Intervention«
  • Berlin, 17./18. Juni 2019: »Die Rückseite der Nation – Nationalismus und Antisemitismus«
Anmeldung und Information

Anmeldeschluss: Freitag, 17. Mai 2019
Die Veranstalter übernehmen die Unterkunftskosten für eine Übernachtung in Berlin. Reisekostenzuschüsse können leider nicht angeboten werden.
Tagungsort: GLS Campus Berlin
Weitere Informationen, Material und Berichte:
www.bs-anne-frank.de/blickwinkel

Kontakt

Bildungsstätte Anne Frank e.V.
Siraad Wiedenroth
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
Tel.: 069.56 000 253
swiedenroth(at)bs-anne-frank.de
www.bs-anne-frank.de


Mi 26
Juni 2019
18:15

Fritz Bauer Lecture:

Anatomy of a Genocide. Lessons of Studying Mass Murder on the Local Level

Lecture by Prof. Dr. Omer Bartov in English

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz
Hörsaalzentrum, Raum HZ 14

For more than four hundred years, the Eastern European border town of Buczacz – today part of Ukraine – was home to a highly diverse citizenry. It was here that Poles, Ukrainians, and Jews all lived side by side in relative harmony. Then came World War II, and three years later the entire Jewish population had been murdered by German and Ukrainian police, while Ukrainian nationalists eradicated Polish residents. In his talk, Omer Bartov will explain how ethnic cleansing doesn’t occur as is so often portrayed in popular history, with the quick ascent of a vitriolic political leader and the unleashing of military might. It begins in seeming peace, slowly and often unnoticed, the culmination of pent-up slights and grudges and indignities. The perpetrators aren’t just sociopathic soldiers. They are neighbors and friends and family.

Prof. Dr. Omer Bartov

is John P. Birkel and Distinguished Professor of European History at the Brown University in Providence, Rhode Island. He is the author of Anatomy of a Genocide: The Life and Death of a Town Called Buczacz.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Publikationen

Einsicht 2018

Bulletin des Fritz Bauer Instituts

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Fritz Bauer. Kleine Schriften

Band 1: 1921–1961, Band 2: 1962–1969

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