Das Fritz Bauer Institut trauert um Herbert Mai, den Vorsitzenden des Fördervereins Fritz Bauer Institut e. V.
Herbert Mai war nach einer Ausbildung zum Diplom-Verwaltungswirt zunächst in der Landesverwaltung Nordrhein-Westfalen tätig, bevor er seit 1971 verschiedene Funktionen…
Unser Programmheft zu den öffentlichen Veranstaltungen des Fritz Bauer Instituts im Sommersemester 2026 ist erschienen:
› Veranstaltungsprogramm (pdf-Datei)
Zwei Veranstaltungen im kommenden Sommersemester möchten wir hervorheben: eine Gedenkveranstaltung, in der…
Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Das am 2. November 2008 feierlich eröffnete Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, welche die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.
Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
› www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
› 24 Videointerviews
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Wie haben sich die nationalsozialistische Rassenideologie, die »Gleichschaltung« von Politik und Gesellschaft sowie der Zweite Weltkrieg auf staatliche, kommunale und kirchliche Archive und ihr Personal ausgewirkt? Am Beispiel der Situation in Niedersachsen wird gezeigt, dass der Einfluss einschneidend war und dass starke institutionelle und personelle Kontinuitäten im Archivwesen zwischen dem nationalsozialistischen Herrschaftssystem und der Nachkriegszeit bestanden. Gleichzeitig illustrieren die ausgewählten Beispiele strukturelle Unterschiede und individuelle Handlungsspielräume der Akteure.
ist Präsidentin des Niedersächsischen Landesarchivs.
ist Leiterin des Stadtarchivs Bremerhaven und Vorsitzende des Verbands der Archive in Niedersachsen und Bremen.
Der von Sabine Graf und Julia Kahleyß gemeinsam mit Henning Steinführer herausgegebene Sammelband Archive in Niedersachsen und der Nationalsozialismus Kontinuitäten und Brüche ist im Januar 2026 im Wallstein Verlag erschienen.
Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main
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Öffentlicher Vortrag im Anschluss an die Mitgliederversammlung des Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V.
Es gibt keine explizite Auseinandersetzung Bauers mit dem Grundgesetz. Im Vortrag werden ein paar Beispiele vorgestellt, in denen Bauers Vorstellungen von Recht und Gesellschaft das Grundgesetz berühren.
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fritz Bauer Institut.
Eine Veranstaltung des Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V. in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut
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Die Erkenntnis der Besonderheit des Holocaust hat sich erst spät durchgesetzt, die Erinnerung daran begann noch einmal zeitlich verzögert. Erst seit den 1970er Jahren wurde der Massenmord an der jüdischen Bevölkerung Europas als das zentrale Verbrechen der Nationalsozialisten wahrgenommen. Jan Gerber geht den Ursachen dieser Entwicklung nach. Er fragt nach den Bedingungen von Erinnerung und Erkenntnis, indem er die Gedächtnisgeschichte des Holocaust mit der Politik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts verbindet. Auf diese Weise werden die aktuellen Debatten über die Bedeutung des Holocaust und sein Verhältnis zu den Kolonialverbrechen historisch eingeordnet.
ist Leiter des Forschungsressorts »Politik« am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow. Seit 2024 ist er Honorarprofessor für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt Moderne jüdische Geschichte an der Universität Leipzig. Sein Buch Das Verschwinden des Holocaust: Zum Wandel der Erinnerung ist 2025 in der Edition Tiamat, Berlin erschienen.
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Hinweis: Der ursprünglich für heute geplante Vortrag von Prof. i.R. DDr. Oliver Rathkolb, Ökonomie der Angst. Die Rückkehr des nervösen Zeitalters, entfällt. Wir bemühen uns, ihn zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.
Als nach der NS-Machtübernahme tausende Jüdinnen und Juden zur Emigration aus Deutschland gedrängt wurden, hatte dies weitreichende Folgen für die internationale Staatengemeinschaft. Hilfsbereitschaft und zivilgesellschaftliche Initiativen zur Unterstützung der Geflüchteten in den Nachbarstaaten Deutschlands wichen schon bald einer »Das-Boot-ist-voll«-Stimmung. Abschreckungsmaßnahmen wie die Verschärfung von Grenzkontrollen, die Unterbringung in Lagern oder heimliche Abschiebungen über grüne Grenzen trugen dazu bei, die Flüchtlinge in eine Sphäre der Rechtlosigkeit abzudrängen. Sie bestiegen seeuntüchtige Boote, um der Verfolgung zu entkommen, mussten Fluchthelfer bezahlen und zunehmend illegale Wege gehen, um sich in Sicherheit zu bringen. Mit jedem deutschen Expansionsschritt stieg die Zahl derer, die sich vor der Verfolgung und letztlich der Ermordung zu retten suchten.
Thema des Vortrags sind die Reaktionen der Zufluchtsstaaten auf die Fluchtbewegung und ihre Auswirkungen auf die Geflüchteten sowie die internationalen Bemühungen um eine »Lösung« der Krise. Dabei wird auch die Rolle der meist wenig beachteten jüdischen Hilfsorganisationen in den Blick genommen.
ist Historikerin und Politikwissenschaftlerin. Von 2005 bis 2020 war sie Projektkoordinatorin der 16-bändigen Quellenedition Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945, publiziert bei De Gruyter Oldenbourg. Ihr Buch Die Abschottung der Welt. Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen. 1933–1945 ist im Februar 2026 im Verlag C.H.Beck, München erschienen.
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Die Urteilsverkündung im ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess hat sich 2025 zum 60. Mal gejährt. Als erster Prozess im Land der Täter, der den Opfern eine Stimme gab, ist er ein Meilenstein bundesdeutscher Erinnerungsgeschichte. Dennoch blieb er weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Das Strafgesetzbuch von 1871 bot keine hinreichende Handhabe für Massenverbrechen wie die Shoah. Fritz Bauer wandte sich entschieden gegen die »Auflösung in Episoden«, die das überkommene Strafrecht verlangte. Er forderte, das Lager als »Tatkomplex« zu begreifen. In dem Vortrag wird der Frage nachgegangen, warum er mit dieser Forderung kein Gehör fand, und die Rechtsprechungsentwicklung bis in die Gegenwart reflektiert.
ist Professorin am Institut für Rechts- und Verfassungsgeschichte der Universität Wien und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Fritz Bauer Instituts.
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