Aktuelles
Franz Burda und sein Medienunternehmen
Das neue Medium wurde seine Chance: Franz Burda (1903–1986), Sohn eines kleinen Druckereibesitzers im beschaulichen Offenburg, war früh zur Stelle, als sich Mitte der Zwanziger Jahre der Siegeszug des Rundfunks abzuzeichnen begann. Ausgehend von der Radio-Programmzeitschrift…
Ermittlungen, Urteile, Wirkungen
Von Andrea Rudorff
Nach dem Krieg wurden in Polen über 700 Personen wegen ihrer Tätigkeit im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz vor Gericht gestellt. Neben…
Veranstaltungen
Mi. 21
Oktober 2026
18:15
Vortrag von Dr. Maik Tändler
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801
Zwei Jahrzehnte nach seinem Tod gilt Armin Mohler noch immer als Vordenker der Neuen Rechten in Deutschland. Der 1920 in der Schweiz geborene Publizist inszenierte sich nach 1945 als Erbwahrer jenes in der Weimarer Republik grassierenden Radikalnationalismus, den er unter dem Begriff der »Konservativen Revolution« in die Bundesrepublik hinüberzuretten versuchte. Der Vortrag rekonstruiert die Geschichte der rechtsintellektuellen Netzwerke um Mohler unter den Bedingungen einer sich schnell wandelnden politischen Öffentlichkeit bis zur Herausbildung einer Neuen Rechten seit den 1970er Jahren.
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin. Zuvor war er am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig. 2025 erschien im Wallstein Verlag sein Buch Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik.
Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Mi. 28
Oktober 2026
18:15
Die Rückkehr des nervösen Zeitalters
Vortrag von Prof. i.R. DDr. Oliver Rathkolb
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801
Radikalisierung, Autoritarismus, Kriegstreiberei, Xenophobie und Kontrollverlust: Der Vortrag geht den Ursachen dieser Phänomene der Gegenwart nach und macht sie an der »ersten und zweiten Turboglobalisierung« fest. Politische Umwälzungen, ökonomische Krisen und technologische Innovationen überforderten im Vorfeld des Ersten Weltkriegs –ähnlich wie auch heute die nationalen Gesellschaften und ihre politischen Eliten – und riefen die Raubritter der Wirtschaft auf den Plan. Irrationale Fehlentscheidungen in der Politik, die Polarisierung der Bevölkerung und das Gefühl der Marginalisierung des Einzelnen weckten damals wie heute eine Sehnsucht nach einfachen, oft gewaltvollen Lösungen für komplexe Probleme.
war bis 2024 Professor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien und bis 2022 dessen Vorstand. 2025 erschien sein Buch Ökonomie der Angst. Die Rückkehr des nervösen Zeitalters im Wiener Molden Verlag. Es wurde in Österreich Sieger in der Wahl des Publikums für das Wissenschaftsbuch im Bereich Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften des Jahrs 2026.
Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Mi. 04
November 2026
18:15
Vortrag von Dr. Ingo Loose
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311
Im besetzten Ostmitteleuropa, in Polen ebenso wie in der Sowjetunion, war die Reichsbank verantwortlich für die währungspolitische Beherrschung und Ausbeutung. Die NS-Währungspolitik führte zu einer ruinösen Verarmung der Bevölkerung und kam einem Plündern der gesamten Volkswirtschaft gleich. Eine inflationäre Notenemission diente dabei vor allem der Finanzierung von Wehrmacht, Polizei und SS. Darüber hinaus hatte die Währungspolitik auch erhebliche Auswirkungen auf die nationalsozialistische Judenverfolgung und den Holocaust. Ob Finanzierung der Ghettos, Einsatz von Zwangsarbeitern, »Verwertung« des Eigentums der Bevölkerung: Vieles lief über Konten der Reichsbank, deren Beamte über alle Aspekte der Verbrechen bestens informiert waren.
ist seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin und Lehrbeauftragter an der Universität Potsdam. Im Herbst 2026 erschien im Wallstein Verlag sein Buch Die Reichsbank im nationalsozialistischen Eroberungskrieg. Ausbeutung, Kriegsfinanzierung und Raub im besetzten Polen 1939–1945.
Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Mi. 11
November 2026
18:15
Ermittlungen, Urteile, Wirkungen
Vortrag von Dr. Andrea Rudorff
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.811
Nach dem Krieg wurden in Polen über 700 Personen wegen ihrer Tätigkeit in Auschwitz vor Gericht gestellt. Der Vortrag nimmt die Prozesse sowie ihre Vor- und Nachgeschichten in den Blick und bettet die polnische Strafverfolgung in den internationalen Umgang mit Kriegsverbrechern nach 1945 ein. Er behandelt die Bedingungen der Auslieferungen aus den Besatzungszonen sowie die schwierige Beweis- und Zeugensuche in der angespannten Situation im Nachkriegspolen. Ein spezielles Augenmerk gilt der Reaktion der deutschen Gesellschaft auf die polnische Strafverfolgung.
war zwischen 2018 und 2026 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fritz Bauer Institut. 2021 veröffentlichte sie ihre Monografie Katzbach – das KZ in der Stadt. Zwangsarbeit in den Adlerwerken Frankfurt am Main 1944/45, im Herbst 2026 dann ihre Studie Auschwitz vor polnischen Gerichten: Ermittlungen, Urteile, Wirkungen, beide Bücher sind im Wallstein Verlag erschienen.
Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit dem Dorothee Freudenberg-Fonds
Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Mi. 18
November 2026
18:15
Die Polytechnische Gesellschaft und ihre Mitglieder 1929–1966
Vortrag von János Varga M.A.
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311
Seit 1816 fördert die Polytechnische Gesellschaft Bildung, Wissenschaft und Kultur in Frankfurt am Main. Was geschah mit dieser altehrwürdigen, ursprünglich liberal und demokratisch geprägten Institution und ihren Mitgliedern während der nationalsozialistischen Diktatur? Was bedeuteten Bürgersinn und Wohltätigkeit im Kontext der »Volksgemeinschaft«? János Varga untersucht systematisch die Lebenswege jüdischer und nichtjüdischer Polytechniker und bietet damit Einblicke in das Verhältnis von Teilen des wirtschaftlich und intellektuell einflussreichen Frankfurter Bürgertums zum NS-Regime.
studierte Journalismus sowie Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts in Magdeburg und Jena. Seine 2025 eingereichte Dissertation befasst sich mit der Geschichte der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus in der Bundesrepublik Deutschland. Er arbeitet seit 2019 als freier Mitarbeiter an der Gedenkstätte Buchenwald und war 2025/26 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut. Sein Buch Bürgersinn und Nationalsozialismus. Die Polytechnische Gesellschaft in Frankfurt am Main und ihre Mitglieder 1929–1966 erschien im Herbst 2026 im Wallstein Verlag.
Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit der Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt am Main
Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Sa. 21
November 2026
15:00
Öffentliche Führung
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Wollheim-Pavillon
Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Das am 2. November 2008 feierlich eröffnete Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, welche die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.
Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews
Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
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