Vermittlung und Transfer

Verunsichernde Orte

Weiterbildungsangebot zur Gedenkstättenpädagogik

Reflexion pädagogischer Praxis an Erinnerungsorten für feste und freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lehrkräfte sowie andere im Bereich der historisch-politischen Bildung Tätige


Das Weiterbildungsangebot »Verunsichernde Orte« bietet die Möglichkeit, zentrale Fragen der Praxis historisch-politischer Bildung an Gedenkstätten und anderen Bildungseinrichtungen zu diskutieren und mit Hilfe von Übungen zu reflektieren. Dabei stehen pädagogische Aspekte der Vermittlungstätigkeit im Vordergrund: das eigene Selbst- und Rollenverständnis, der Kontakt zu Teilnehmenden und Gruppen sowie der Umgang mit Vermittlungsmedien.

Die Gedenkstättenpädagogik hat seit den 1990er Jahren ein Berufsbild entwickelt, dessen Entstehung von den pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Fritz Bauer Instituts maßgeblich mitgeprägt wurde. »Verunsichernde Orte« entstand aus einem Bundes-Modellprojekt zum Thema Gegenwartsbezüge in der Gedenkstättenpädagogik. Es wurde von 2007 bis 2011 unter Leitung des Max Mannheimer Studienzentrums/Internationalen Jugendgästehauses Dachau durchgeführt. Das Fritz Bauer Institut und das Centrum Angewandte Politikforschung an der Ludwig- Maximilians-Universität München waren Projektpartner dieses partizipativen Projekts mit pädagogischen Fachkräften aus zwölf Gedenkstätten an NS-Verbrechensorten. Ergebnis der Zusammenarbeit waren ein Vorschlag für ein Berufsbild Gedenkstättenpädagogik und ein Weiterbildungsangebot, das unter dem Namen »Verunsichernde Orte« große Verbreitung fand. Eine Buchpublikation mit demselben Titel dokumentiert die Projektergebnisse.

Die vielfältigen pädagogischen und psychologischen Fragen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der historisch-politischen Bildung bei ihrer Arbeit zu berücksichtigen haben, erfordern eine kontinuierliche theoriegeleitete Reflexion der Praxis. Das Wissen, das durch NS-Gedenkstätten vermittelt wird, ist tief verunsichernd. Die Anforderungen durch die zunehmende Polarisierung des erinnerungspolitischen Diskurses nehmen zugleich zu. Historisch-politische Bildung generell und erst recht an Gedenkstätten erfordert Orientierung – für Besuchende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichermaßen. Um den vielschichtigen Funktionen von Gedenkstätten im Spannungsfeld zwischen Wissensvermittlung, Gegenwartsbezügen und Gedenken gerecht zu werden, ist eine ständige praxisbegleitende Reflexion über realistische Ziele und zeitgemäße Methoden nötig.

Das Weiterbildungsangebot »Verunsichernde Orte« bietet Seminare und Beratungen an.
Genauere Informationen und Kontaktmöglichkeiten auf der Website:
https://www.verunsicherndeorte.de


Barbara Thimm/Gottfried Kößler/Susanne Ulrich (Hrsg.):
Verunsichernde Orte
Selbstverständnis und Weiterbildung in der Gedenkstättenpädagogik

Mit Beiträgen von Monique Eckmann, Christian Geißler, Uta George, Verena Haug, Wolf Kaiser, Gottfried Kößler, Imke Scheurich, Silvia Simbeck, Barbara Thimm, Susanne Ulrich, Oliver von Wrochem, Florian Wenzel, Helmut Wetzel

Frankfurt am Main:
Brandes & Apsel, 2010
208 S., € 19,90
ISBN 9783860996300
Auch als E-Book erhältlich
zur Verlagsseite


Verunsichernde Orte – Lernen über den Nationalsozialismus in herausfordernden Zeiten

Selbstverständnis und Haltung in der Gedenkstättenpädagogik

Fr., 25.9.2026, 14:00–18:30 Uhr
Sa., 26.9.2026, 10:00–18:00 Uhr

Geschichtsort Adlerwerke
Kleyerstr. 17, Frankfurt am Main

Weiterbildung für Lehrkräfte, 
Mitarbeitende in NS-Gedenkstätten,
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

Leitung:

Dr. Uta George (Soziologin
und Erwachsenenbildnerin)
Sophie Schmidt (Lehrerin)

Anmeldung an:

george(at)widerstand-1933-1945.de

Veranstaltungsflyer