Veranstaltungen und Ausstellungen

Veranstaltungsarchiv

Do 11
Juli 2024
18:15

»Mit uns könnt ihr das doch nicht machen!«

Die Ermordung der Sinti und Roma in Auschwitz

PRÄSENZ — Vortrag von Sarah Grandke

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Max-Horkheimer-Str. 4
Seminarhaus, Raum SH 3.105

Die Nationalsozialisten verfolgten Sinti und Roma ebenso wie Juden als »Fremdrasse«. Die Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 war dabei eine besonders schmerzvolle: 4.000 Sinti und Roma wurden in den Gaskammern in Auschwitz-Birkenau ermordet, das sogenannte Zigeunerlager »liquidiert«. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Geschichte der Sinti und Roma vom Kaiserreich bis zu den Deportationen und schildert ihre Ermordung in Auschwitz. Im Mittelpunkt stehen die Aussagen der Opfer, wie die der Familie Fischer aus Eggenfelden. Die wenigen Überlebenden versuchten bereits früh, Zeugnis abzulegen, doch aufgrund der weiteren Ausgrenzung der Minderheit nach 1945 wurden diese Stimmen über Jahrzehnte kaum gehört.

Sarah Grandke

ist Historikerin und derzeit Visiting Research Fellow am Sydney Jewish Museum, Australien. Zuvor war sie Kuratorin am Dokumentationszentrum denk.mal Hannoverscher Bahnhof in Hamburg, am NS-Dokumentationszentrum München und Mitarbeiterin an der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 10
Juli 2024
19:30

Die Frankfurter Auschwitz-Prozesse und die Bedeutung der Zeitzeugenschaft

PRÄSENZ — Mit Gerhard Wiese im Gespräch

Haus am Dom, Giebelsaal
Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main

Eine Veranstaltung im Rahmen des
10. Juli 2024 – Tag der Solidarität mit Juden und Israel
https://www.dein-ev.net/10-juli

Livestream über den YouTube-Kanal »Projekt Zeitzeugen – Bistum Limburg«:
www.youtube.com/@ProjektZeitzeugenBistumLbg2021
Anmeldung: zeitzeugen(at)bistumlimburg.de

Referent: Dr. iur. h.c. Gerhard Wiese, OStA a.D.
Grußwort: Nadine Docktor (Fritz Bauer Institut)
Moderation: Dr. Marc Fachinger (Projekt Zeitzeugen – Bistum Limburg)

Gerhard Wiese (geboren 1928) hat als junger Staatsanwalt unter der Leitung des hessischen Generalstaatsanwalts Dr. Fritz Bauer die Anklage im Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963–1965) vertreten. Zusammen mit Joachim Kügler und Georg Friedrich Vogel verfasste er die 700 Seiten umfassende Anklageschrift. Wiese hat damals die Plädoyers gegen einige der brutalsten Täter gehalten und mitgeholfen, eines der größten Menschheitsverbrechen der Geschichte vor Gericht zu bringen. Für den Prozess kamen erstmals Auschwitz-Überlebende aus der ganzen Welt nach Frankfurt, um als Zeuginnen und Zeugen im Prozess auszusagen und von den erlittenen Gräueltaten zu erzählten. So wird Gerhard Wiese als Zeitzeuge auch über diese Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erzählen.
Gerhard Wiese ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Hessischen Verdienstordens. Am 4. Juli 2024 wurde ihm vom Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main die Würde eines Ehrendoktors der Rechtswissenschaft verliehen.

Weitere Veranstaltungsinformationen
https://hausamdom-frankfurt.de/beitrag/10724-1930-2130-uhr-die-frankfurter-auschwitz-prozesse-und-die-bedeutung-der-zeitzeugenschaft

Veranstalter: Projekt Zeitzeugen – Bistum Limburg in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut, dem Förderverein des Fritz Bauer Institut e.V. und dem Referat Interkulturelles und Zeitgeschichte der Rabanus-Maurus-Akademie.

Kontakt

Bistum Limburg, Bischöfliches Ordinariat
Roßmarkt 4m, 65549 Limburg
Tel.: 06431.2950
zeitzeugen(at)bistumlimburg.de
https://zeitzeugen.bistumlimburg.de/beitrag/projekt-zeitzeugen


Mi 03
Juli 2024
19:00

Unrecht und Widerstand

Romani Rose und die Bürgerrechtsbewegung

PRÄSENZ — Dokumentarfilm von Peter Nestler (D, 2022, 112 Min.)

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Bockenheim, Pupille – Kino in der Uni
Studierendenhaus, Mertonstr. 26–28

Filmvorführung in Anwesenheit von Romani Rose

Der Dokumentarfilm erzählt von Romani Rose, seiner Familie, ihrem Widerstand und Beharren auf Gerechtigkeit sowie von Mitstreiterinnen und Mitstreitern. Dreizehn nahe Verwandte der Roses wurden in den Lagern der Nazionalsozialisten umgebracht. Romani Roses Vater Oskar war untergetaucht und wurde von der Gestapo gesucht. Im April 1943 versuchte er beim Münchner Kardinal Michael von Faulhaber Schutz für die Verfolgten zu erhalten. Der Film zeigt die leidvolle Geschichte der Minderheit der Sinti und Roma, die die gesamte Nachkriegszeit hindurch bis in die Gegenwart hinein Gewalt und behördliche Schikanen erlitt und nur dank der Bürgerrechtsbewegung Anerkennung erfuhr.

Romani Rose

ist Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma und Geschäftsführer des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit Pupille e.V. – Kino in der Uni, mit Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. und dem AStA der Goethe-Universität

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Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
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Mi 26
Juni 2024
18:15

Fritz Bauer Lecture 2024:

Formen des gegenwärtigen Antisemitismus.
»Schuldkult«, documenta fifteen und der 7. Oktober

HYBRID — Vortrag von Dr. Volker Weiß

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Hybridveranstaltung

Livestream: https://youtu.be/aiPtsTAa4k0

Die Delegitimierung Israels und historische Relativierungen zählten stets zum Repertoire des Antisemitismus nach der Shoah. Doch heute brechen sich diese Phänomene mit erstaunlicher Macht lagerübergreifend und international Bahn. Während klassische Nationalisten behaupten, die Deutschen würden mittels »Schuldkult« daran gehindert, ein »souveränes Volk« zu sein, skandieren selbsterklärte Progressive »Free Palestine from German Guilt«. Der Vortrag geht den Elementen dieser neuen Weltanschauung und ihren impliziten Konsequenzen nach.

Dr. Volker Weiß

ist Historiker und Autor der Süddeutschen Zeitung. Seine Arbeit befasst sich hauptsächlich mit der Geschichte und Gegenwart der extremen Rechten und des Antisemitismus. 2017 erschien von ihm Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes im Klett-Cotta Verlag.

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Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
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Do 20
Juni 2024
18:15

Eisernes Schweigen

Das Attentat meines Vaters. Eine deutsche Familiengeschichte

PRÄSENZ — Vortrag von Dr. Traudl Bünger

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Max-Horkheimer-Str. 4
Seminarhaus, Raum SH 3.104

Wie ist es, herauszufinden, dass der Vater ein Attentäter war? Traudl Bünger kannte ihren Vater als einen fürsorglichen, verlässlichen Mann, der aber auch rigide Meinungen hatte. Nach seinem Tod begann sie, sich mit seiner Vergangenheit zu beschäftigen. Ihre Recherchen führten nach Südtirol in den 1960er Jahren, zu einem blutigen Konflikt um die Selbstbestimmung der deutschsprachigen Minderheit. Der Konflikt wurde aus Deutschland und Österreich von rechtsnationalen Organisationen und Aktivisten gekapert, die nicht für eine Autonomie, sondern für die Abtrennung der Region von Italien kämpften. In ihrem Vortrag legt Bünger dar, welche Rolle ihr Vater in dieser Konstellation spielte.

Dr. Traudl Bünger

studierte Literaturwissenschaften und Mathematik und war unter anderem Programmleiterin der Literatur- und Kulturfestivals lit.Cologne und lit.Ruhr. Sie lehrt und publiziert zu Themen der Kulturvermittlung, der literarischen Öffentlichkeit und Gegenwartsliteratur. Ihr Buch Eisernes Schweigen. Das Attentat meines Vaters. Eine deutsche Familiengeschichte wurde vom Fritz Bauer Institut gefördert und erschien 2024 im Verlag Kiepenheuer & Witsch.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

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Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
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Di 18
Juni 2024
19:00

Die I.G. Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz.

Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus

Ausstellungseröffnung

Memorium Nürnberger Prozesse
Saal 600, Fürther Str. 104, Nürnberg

Festrede zur Ausstellungseröffnung

Dr. Sara Berger, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fritz Bauer Institut: Die Rolle deutscher Unternehmen im Holocaust. Die juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung nach Ende des Zweiten Weltkriegs.
Nach der Eröffnung haben die Gäste Gelegenheit, die Ausstellung im Raum Cube 600 zu besichtigen.
Um Anmeldung wird gebeten: Tel.: 0911.231286-14, memorium(at)stadt.nuernberg.de

Ausstellungszeitraum

Mittwoch, 19. Juni bis Sonntag, 29. September 2024
Memorium Nürnberger Prozesse, Cube 600

Öffnungszeiten

Montag: 9:00–18:00 Uhr
Dienstag: geschlossen
Mittwoch bis Freitag: 9:00–18:00 Uhr
Samstag, Sonntag: 10:00–18:00 Uhr
Der Eintritt ist frei. Wechselausstellungen können unabhängig von der Dauerausstellung des Memoriums besucht werden.
Bei Ausstellungsbesuchen in Gruppen von mehr als fünf Personen ist eine Anmeldung erforderlich: memorium(at)stadt.nuernberg.de

Der Chemiekonzern I.G. Farben ließ ab 1941 in unmittelbarer Nähe zum Konzentrationslager Auschwitz eine Fabrik zur Produktion von Buna errichten, einem für die Kriegswirtschaft wichtigen synthetischen Kautschuk. Neben deutschen Fachkräften setzte das Unternehmen auf der riesigen Baustelle Häftlingen aus dem KZ Auschwitz, außerdem Kriegsgefangene und Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus ganz Europa ein. Mit der SS arbeiteten die Manager der I.G. Farben eng zusammen. Für die ständig steigende Zahl von KZ-Häftlingen errichteten sie 1942 gemeinsam mit der SS das firmeneigene Konzentrationslager Buna-Monowitz. Tausende Häftlinge kamen durch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen auf der Baustelle zu Tode oder wurden in den Gaskammern in Auschwitz-Birkenau ermordet, sobald sie nicht mehr arbeitsfähig waren. Menschen, die zur Zwangsarbeit nach Buna-Monowitz abkommandiert waren, lebten im Durchschnitt nur noch etwa drei Monate.
Die Ausstellung zeichnet Entstehung, Alltag und Auflösung des KZ Buna-Monowitz nach. Historische Fotografien, die anlässlich eines Besuchs von Heinrich Himmler, dem Reichsführer SS, am 17. und 18. Juli 1942 gemacht wurden, dokumentieren die Perspektive von SS und I.G. Farben. Sie werden kontrastiert mit autobiografischen Texten von überlebenden Häftlingen, darunter Primo Levi, Jean Améry und Elie Wiesel, sowie Aussagen von Überlebenden in den Nachkriegsprozessen. Informationen zu den Gerichtsverfahren und den Bemühungen der Betroffenen um Entschädigung nach 1945 ergänzen die Wechselausstellung.

Begleitpublikation zur Ausstellung

Ausstellungskatalog in deutscher und englischer Sprache als pdf-Datei zum kostenfreien Download:
Katalog, Doppelseiten | › Katalog, Einzelseiten
Catalog, double pages | › Catalog, single pages

Eine Wanderausstellung des Fritz Bauer Instituts.
Veranstalter der lokalen Ausstellungspräsentation und des Rahmenprogramms in Nürnberg:
Memorium Nürnberger Prozesse in Kooperation mit der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien (IANP).

Kontakt

Memorium Nürnberger Prozesse
Bärenschanzstr. 72, 90429 Nürnberg
Tel.: 0911.231286-14, Fax: -15
memorium(at)stadt.nuernberg.de
https://museen.nuernberg.de/memorium-nuernberger-prozesse/kalender-details/ig-farben-buna-2403


Sa 15
Juni 2024
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Wollheim-Pavillon

Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Das am 2. November 2008 feierlich eröffnete Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
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Do 13 - Fr 14
Juni 2024

»Warum können die Menschen nicht friedlich miteinander leben?«

Workshopangebot für Schulklassen

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1

Donnerstag, 13. oder Freitag, 14. Juni 2024, 9:00–11:30 Uhr
Mit Fabienne Diehl, Fritz Bauer Institut
Anmeldung bis Freitag, 7. Juni an: f.diehl(at)fritz-bauer-institut.de
(Bitte angeben, ob der Workshop am Donnerstag oder Freitag gebucht wird.)

Eine Veranstaltung im Rahmen des Anne Frank Tages der Stadt Frankfurt am Main

Montag, 10. bis Sonntag, 16. Juni 2024
Veranstalter: Bildungsstätte Anne Frank und zahlreiche Kooperationspartner*innen
Website: https://www.bs-anne-frank.de/annefranktagffm
Programmflyer (pdf-Datei)

Wie aktuell ist Anne Franks Frage »Warum können Menschen nicht friedlich miteinander leben?« Was sichert eigentlich ein friedliches Zusammenleben heute? Der frühere hessische Generalstaatsanwalt und Initiator des Frankfurter Auschwitz-Prozesses Fritz Bauer hat versucht, mit Hilfe seines Begriffes von Rechtsstaat und Demokratie darauf Antworten zu finden und bezog sich dabei auch auf Anne Frank. Diesen Vorstellungen wollen wir im Workshop nachgehen und Möglichkeiten diskutieren, sie auf unser Handeln zu übertragen.

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Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
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Mi 12
Juni 2024
18:15

Der Nationalsozialismus an der Macht

1930–1932

PRÄSENZ — Vortrag von Dr. Jörg Osterloh

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.802

Eine Veranstaltung im Rahmen des Anne Frank Tages der Stadt Frankfurt am Main

Montag, 10. bis Sonntag, 16. Juni 2024
Veranstalter: Bildungsstätte Anne Frank und zahlreiche Kooperationspartner*innen
Programm: https://www.bs-anne-frank.de/annefranktagffm
Programmflyer (pdf-Datei)

In den Freistaaten Thüringen (mit Unterbrechung ab Januar 1930), Braunschweig (ab Oktober 1930), Anhalt (ab Mai 1932), Oldenburg (ab Juni 1932) und Mecklenburg-Schwerin (ab Juli 1932) gelangte die NSDAP bereits während der Staatskrise der Weimarer Republik in die Regierungsverantwortung. Wie es dazu kam und mit welchen Eingriffen nationalsozialistische Minister die Landespolizeien, Schulen, Universitäten, Theater und Museen umformten, wird im Vortrag schlaglichtartig beleuchtet. Auch geht er ein auf die Reaktionen der Reichsregierung und der Öffentlichkeit hierauf.

Dr. Jörg Osterloh

ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut. 2020 erschien von ihm im Campus Verlag die Monografie »Ausschaltung der Juden und des jüdischen Geistes«. Nationalsozialistische Kulturpolitik 1920–1945.

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Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
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Mo 10
Juni 2024
18:00

Alle wollen Frieden – aber wie?

Politische Lösungsansätze in Israel und Palästina

PRÄSENZ — Podiumsdiskussion

Volkshochschule Frankfurt
Sonnemannstr. 13, Frankfurt am Main

Eine Veranstaltung im Rahmen des Anne Frank Tages der Stadt Frankfurt am Main

Montag, 10. bis Sonntag, 16. Juni 2024
Veranstalter: Bildungsstätte Anne Frank und zahlreiche Kooperationspartner*innen
Programm: https://www.bs-anne-frank.de/annefranktagffm
Programmflyer (pdf-Datei)

Podiumsdiskussion mit:
Prof. Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank
Prof. Dr. Reinhard Wolf, Professur für Internationale Beziehungen, Goethe Universität Frankfurt am Main
Jouanna Hassoun, Transaidency / Trialog-Projekt Israel-Palästina
Moderation: PD Dr. Tobias Freimüller, Stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts
Begrüßung: Sylvia Weber, Dezernentin für Bildung, Immobilien und Neues Bauen

Eintritt frei, Kursnummer 0108-50, Anmeldung erforderlich unter:
https://vhs.frankfurt.de/de/portal#/search/detail/169684

Die Veranstaltung rückt die Frage nach den Chancen der israelisch-palästinensischen Annäherung und politischen Ansätzen der Konfliktlösung in den Blick. Neben Informationen über die Situation des Konflikts und seiner Geschichte bringen die Podiumsgäste ihre Expertise in der Friedens- und Konfliktforschung, der politischen Bildung sowie palästinensische und israelische Perspektiven auf den Konflikt und die Frage nach Deeskalationschancen ein.

Eine Kooperationsveranstaltung der Volkshochschule Frankfurt am Main, des Fritz Bauer Instituts und der Bildungsstätte Anne Frank

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Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
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Mi 05
Juni 2024
18:15

Schutz und Freiheit.

Die Einbürgerung ausländischer Waffen-SS Veteranen in der Bundesrepublik Deutschland

PRÄSENZ — Vortrag von Dr. Nicholas Courtman

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.811

Während des Zweiten Weltkriegs kämpften mehr als 500.000 Ausländer in der Waffen-SS. Nach 1945 suchten viele Zuflucht in Deutschland, um einer Strafverfolgung in ihren Heimatländern zu entkommen. Ab 1950 wurden nicht wenige von ihnen deutsche Staatsangehörige, oft unter erheblich erleichterten Bedingungen. Im Vortrag geht es um die bevorzugte Einbürgerung ausländischer Waffen-SS-Veteranen in der Bundesrepublik – wie sie Deutsche geworden sind, warum sie Deutsche werden wollten und was aus ihrer Einbürgerung über die alte Bundesrepublik zu lernen ist.

Dr. Nicholas Courtman

ist Alfred Landecker Lecturer am Department for Languages, Literatures and Cultures am King’s College London. Er forscht zur Geschichte des Staatsangehörigkeitsrechts und der Einbürgerungspraxis in der Bundesrepublik mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Verarbeitung der Folgen des Nationalsozialismus im Staatsangehörigkeitsrecht.

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Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
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Mi 22
Mai 2024
18:15

Krankheit, Wissen, Disziplinierung.

Gesundheitsfürsorge in Frankfurt am Main 1920–1960

PRÄSENZ — Vortrag von Jens Kolata M.A.

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.811

Mit einem Grußwort von Elke Voitl, Sozial- und Gesundheitsdezernentin der Stadt Frankfurt am Main sowie mit einer Einführung von PD Dr. Peter Tinnemann, Amtsleiter des Gesundheitsamtes Frankfurt am Main

Das städtische Gesundheitsamt in Frankfurt am Main entwickelte sich ab 1920 zum Zentrum eines Netzes von Institutionen, die hauptsächlich sozial benachteiligte und am Rande der Gesellschaft stehende Menschen betreuten, überwachten, reglementierten und disziplinierten. Das vom Gesundheitsamt angeregte und finanzierte Forschungsprojekt »Sozialhygiene und Gesundheitspolitik in Frankfurt am Main 1920 bis 1960« beleuchtet die Geschehnisse dieser Zeit und nimmt auch die Geschichte der »Sozialhygiene« im Frankfurt der Weimarer Republik sowie in der jungen Bundesrepublik in den Blick. Die Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten und die psychiatrische Fürsorge standen ab 1933 in einem engen Zusammenhang mit der Praxis der eugenischen Sterilisation und der erbbiologischen Erfassung der Bevölkerung. Neben den Perspektiven und Handlungsweisen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörde werden auch die der Betroffenen im Vortrag beleuchtet.

Jens Kolata M.A.

ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut. 2024 erschien von ihm im Wallstein Verlag die Monographie Krankheit, Wissen, Disziplinierung. Öffentliche Gesundheitsfürsorge in Frankfurt am Main zwischen Sozialhygiene und Eugenik 1920–1960 (Studien zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, Band 9).

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Sa 18
Mai 2024
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Wollheim-Pavillon

Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Das am 2. November 2008 feierlich eröffnete Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

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Do 16
Mai 2024
18:15

Föhrenwald, das vergessene Schtetl.

Ein blinder Fleck in der deutschen Nachkriegsgeschichte

PRÄSENZ — Vortrag von Alois Berger

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Nebengebäude, Raum NG 2.701

Von 1945 bis 1957 lebten im bayerischen Wolfratshausen zeitweise mehr als 5.000 Jüdinnen und Juden – Überlebende des Holocaust, mit Synagogen, Religionsschulen, einer Universität für Rabbiner und Jiddisch als Umgangssprache. Im Jahr 1957 wurde das DP-Lager Föhrenwald aufgelöst, die Bewohner wurden auf deutsche Großstädte verteilt. Föhrenwald wurde umbenannt und aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht. Alois Berger ist in Wolfratshausen aufgewachsen, er hat das Schweigen erlebt. Erst vor wenigen Jahren erfuhr er von Föhrenwald. Seitdem sucht er in Archiven, interviewt Zeitzeugen und kommt aus der Fassungslosigkeit nicht mehr heraus.

Alois Berger

ist freier Journalist. Er war viele Jahre als EU-Korrespondent der taz in Brüssel sowie Radio- und Fernsehreporter des Deutschlandfunks, des WDR und Dokumentarfilmer für ARTE. Sein Buch Föhrenwald, das vergessene Schtetl. Ein verdrängtes Kapitel deutsch-jüdischer Nachkriegsgeschichte ist 2023 im Piper Verlag in München erschienen.

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Do 02
Mai 2024
18:15

Group Identity beyond Nationalism.

Lessons from National Socialism

PRÄSENZ — Lecture in English by Prof. Dr. Jonathan Wolff

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Nationalism has been described as an affront to civilised values but now we see it on the rise, once more, around the globe. Drawing on an account of my father’s early life in Frankfurt, and the effect of National Socialism on his family, I will consider the degree to which it is possible to replace, or at least supplement, the appeal of national identity with forms of belonging that draw on other sources of identity.

Prof. Dr. Jonathan Wolff,

Fellow of the British Academy, is the Alfred Landecker Professor of Values and Public Policy at the Blavatnik School of Government, University of Oxford, Fellow of Wolfson College, Oxford, and President of The Royal Institute of Philosophy, London. His most recent book, co-written with Avner de-Shalit, is City of Equals, Oxford University Press 2024.

A cooperation of the Fritz Bauer Institute with the Normative Orders Research Center at Goethe University Frankfurt am Main and the Friends’ association Fritz Bauer Institute e.V.

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Do 25
April 2024
19:00

Nach dem Lübcke-Untersuchungsausschuss.

Was geschieht mit den Akten?

HYBRID — Diskussion mit Prof. Dr. Andreas Hedwig, David Werdermann LL.M. und Seda Başay-Yildiz

Deutsche Nationalbibliothek
Adickesallee 1, Frankfurt am Main

Hybridveranstaltung

Livestream:
https://dnb.unitylivestream.com/ffm

Anmeldung erforderlich unter:
www.dnb.de/veranstaltungendea

Moderation: Martín Steinhagen

Nach der Selbstenttarnung des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds kam es zu Moratorien, die die Löschung von Akten des Bundesamts und der Landesämter für Verfassungsschutz (LfV) verhinderten, jedoch später zum Teil wieder aufgehoben wurden. Auch nach dem Lübcke-Untersuchungsausschuss des Hessischen Landtags bleibt die Frage, was mit den Dokumenten geschieht. Werden die beim LfV entliehenen Akten dort für die historische Forschung und die Aufklärung der Öffentlichkeit aufbewahrt? Was ist aus der im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung vorgesehenen Gründung eines Bundesarchivs für Rechtsterrorismus geworden? Wie stellt sich die Situation rechtlich dar? Wie schauen die Angehörigen der Opfer und Forschende auf das Problem?

Prof. Dr. Andreas Hedwig

ist Honorarprofessor an der Philipps-Universität Marburg und Präsident des Hessischen Landesarchivs.

David Werdermann LL.M.

ist Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt auf Informationsfreiheitsrecht, Presse- und Medienrecht.

Seda Başay-Yildiz

ist Rechtsanwältin und hat im NSU-Prozess die Familie von Enver Şimşek vertreten. Sie selbst wurde Opfer von Morddrohungen, die mit »NSU 2.0« unterzeichnet waren.

Martín Steinhagen

ist freier Journalist und Autor des Buches Rückhaltlose Aufklärung. NSU, NSA, BND – Geheimdienste und Untersuchungsausschüsse zwischen Staatsversagen und Staatswohl, das 2019 im VSA Verlag Hamburg erschien.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek

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Sa 20
April 2024
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Wollheim-Pavillon

Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Das am 2. November 2008 feierlich eröffnete Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

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Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
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Mi 17
April 2024
18:15

Protagonistinnen der Auseinandersetzung mit NS-Unrecht.

Die Hamburger Oberstaatsanwältin und Historikerin Helge Grabitz

HYBRID — Vortrag von Prof. Dr. Boris Burghardt und apl. Prof. Dr. Annette Weinke

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Hybridveranstaltung

Livestream auf YouTube: https://youtu.be/Hcdk_Vv1AGk

Vor 20 Jahren starb Helge Grabitz. Nachdem sie zunächst als Rechtsanwältin gearbeitet hatte, bemühte sie sich seit Mitte der 1960er Jahre vier Jahrzehnte lang als Staatsanwältin in Hamburg um die strafrechtliche Aufarbeitung deutscher Holocaust- und Besatzungsverbrechen. Zugleich trug sie als Autorin und Herausgeberin maßgeblich zur geschichtswissenschaftlichen Erforschung und Dokumentation der NS-Verbrechen und ihrer Strafverfolgung bei. Heute ist sie weitgehend vergessen. Die Veranstaltung will ihr Wirken als Strafverfolgerin und Historikerin würdigen. Zugleich soll auf die wichtige Rolle weiterer bisher vernachlässigter Protagonistinnen in diesem Bereich aufmerksam gemacht werden.

Prof. Dr. Boris Burghardt

ist Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und juristische Zeitgeschichte an der Philipps-Universität Marburg.

Apl. Prof. Dr. Annette Weinke

ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Do 11
April 2024
19:00

Ein Papagei knabbert an den Noten.

Neue Ergebnisse der Provenienzforschung

Führung mit Dr. Anja Heuß

Deutsches Romantik-Museum
Großer Hirschgraben 23–25, Frankfurt am Main

Kosten: € 5,–  zuzügl. Museumseintritt
Anmeldung erforderlich unter:
anmeldung(at)freies-deutsches-hochstift.de

Was hat Großherzog Carl August mit Gustav Stresemann zu tun und was die Chirurgie mit dem Kopf der Juno Ludovisi? Warum knabberte ein Papagei eine Notenhandschrift von Franz Schubert an? Anja Heuß führt durch das Deutsche Romantik-Museum und macht Halt bei einem Gemälde, einer Plastik und einer Handschrift, die in der Zeit des Nationalsozialismus vom Freien Deutschen Hochstift erworben wurden. Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde daher geprüft, ob es sich eventuell um verfolgungsbedingte Verkäufe jüdischer Sammler gehandelt hat. Dabei kam es zu einer Restitution und überraschenden Erkenntnissen.

Dr. Anja Heuß

ist seit 2019 Provenienzforscherin des Freien Deutschen Hochstifts/Frankfurter Goethe-Museums im Rahmen eines vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Projekts.

Veranstaltung im Rahmen des Tags der Provenienzforschung – eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Freien Deutschen Hochstift/Frankfurter Goethe-Museum.

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Do 21
März 2024
18:15

»Wir haben von den Dingen gewusst«

Die Bundespräsidenten und die NS-Vergangenheit 1949–1994

HYBRID — Prof. Dr. Norbert Frei im Gespräch mit Prof. Dr. Sybille Steinbacher

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 823

Hybridveranstaltung

Livestream auf YouTube: https://youtu.be/v77TiV-VbbY

In fast allem, was die Bundespräsidenten der alten Bundesrepublik – von Theodor Heuss bis hin zu Richard von Weizsäcker – mit Blick auf die »jüngste Vergangenheit« sagten oder taten, steckte auch ein Stück ihrer eigenen Biografie. Darüber im Reden zu schweigen, war die weithin als staatsmännische Kunst erachtete und respektierte Praxis. Die weltweite Anerkennung, die von Weizsäcker für seine Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai 1985 erhielt, erklärt sich auch vor diesem Hintergrund. Als Heuss 1949 die Vorstellung einer Kollektivschuld zurückwies und stattdessen von einer »Kollektivscham« sprach, setzte er den Ton, der den Umgang der Deutschen mit den Verbrechen des »Dritten Reichs« lange prägte.

Prof. Dr. Norbert Frei

ist Seniorprofessor für Neuere und Neueste Geschichte und Leiter des Jena Center – Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

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Sa 16
März 2024
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Wollheim-Pavillon

Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Das am 2. November 2008 feierlich eröffnete Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

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Norbert-Wollheim-Platz 1
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Sa 17
Februar 2024
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Wollheim-Pavillon

Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Das am 2. November 2008 feierlich eröffnete Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

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Mi 07
Februar 2024
18:15

Transkulturelle Perspektiven auf die jüdische und die islamische Geschichte im europäischen Kontext

HYBRID — Vortrag von Prof. Dr. Omar Kamil

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.802

Hybridveranstaltung

Livestream auf YouTube: https://youtu.be/dgGbiiO0qCg

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit jüdisch-islamischen Beziehungen erlebt in Israel, Europa und den USA eine Hochkonjunktur. Während die bisherigen Forschungsansätze meist den jeweiligen nationalen Kontext in den Blick nehmen, wächst seit den 1990er Jahren das Interesse an Global- und Verflechtungsgeschichte, an transnationaler beziehungsweise transkultureller Geschichte, an einer grenzüberschreitenden Konstellation, die dazu beiträgt, dass historische Narrative und ihre gegenwärtigen Vermittlungen sich vom bisherigen etablierten nationalstaatlichen Referenzrahmen lösen. Der Vortrag wird sich in diesem breiteren Kontext bewegen. Ziel ist es, die Voraussetzungen zu diskutieren, die die Erforschung und Vermittlung der jüdischen und islamischen Geschichte in einem transkulturellen Kontext ermöglichen.

Prof. Dr. Omar Kamil

ist Historiker und Politikwissenschaftler. Bis 2023 vertrat er den Lehrstuhl für Geschichte West-asiens an der Universität Erfurt. Er ist dort Gründungsmitglied des Forschungskollegs Transkulturelle Studien.

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Mi 31
Januar 2024
20:15

GERICHT ÜBER AUSCHWITZ

Der Prozess in Frankfurt

PRÄSENZ — Filmvorführung mit einer Einführung von Dr. des. Götz Lachwitz

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Bockenheim, Pupille – Kino in der Uni
Studierendenhaus, Mertonstr. 26–28

Präsenzveranstaltung

Die TV-Dokumentation von Emil Gregor Walter (Hessischer Rundfunk, 1965, 46 Minuten) wurde am vorletzten Tag des Auschwitz-Prozesses im Fernsehen gezeigt. Sie komprimiert Anklagen, Zeugenaussagen, Verteidigungsstrategien und Urteilsspruch. Zudem bietet sie den historischen Hintergrund zum Prozess, der während der Verhandlung erst erschlossen werden musste. Der Film schneidet eine ganze Reihe von Aspekten an, die uns heute immer noch beschäftigen, darunter: Wie können die Zeugenaussagen von Opfern im Korsett der Beweisermittlung eines Strafprozesses angemessen zur Geltung kommen? Und wie kann eine Gerichtsverhandlung filmisch abgebildet werden, die nicht mit der Kamera begleitet werden darf?

Dr. des. Götz Lachwitz

ist Medien- und Kulturwissenschaftler. Seit August 2020 ist er wissenschaftlicher Fachreferent beim Deutschen Rundfunkarchiv in Potsdam. Seine Dissertation Verhandeln statt Zeigen. Der dokumentarische Film und die Erinnerung an Holocaust und Nationalsozialismus erscheint Ende 2023 im Avinus Verlag, Hamburg.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Hessischen Rundfunk, dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V., Pupille e.V. – Kino in der Uni und dem AStA der Goethe-Universität Frankfurt am Main

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Fr 26
Januar 2024
12:00

Die Entscheidungsprozesse zum Mord an den europäischen Juden.

Kenntnisstand und offene Fragen

HYBRID — Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Herbert

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 823

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Hybridveranstaltung

Livestream auf YouTube: https://youtu.be/k9tBHjjs0b8

Begrüßung und Moderation: Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts
Grußwort von Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Die Frage, wie die Entscheidungsprozesse zum Mord an den europäischen Juden in der Führung des NS-Regimes verliefen, hat die deutsche und die internationale Forschung lange beherrscht. In den vergangenen etwa dreißig Jahren aber hat sich das Interesse der Holocaust-Forschung viel stärker auf die Opfer konzentriert, auf Regionales und auf Biografisches sowie auf Fragen der wirtschaftlichen Zielsetzung des Massenmords oder die Kollaboration in den von Deutschland beherrschten Gebieten Europas.
Dabei rückte die vormals geraume Zeit im Zentrum stehende Rolle der Verantwortlichen für den Massenmord in den Hintergrund. Mittlerweile wissen wir aber recht genau, welche Schritte bei der Entscheidung zum Massenmord wann und von wem getan wurden. In dem Vortrag wird versucht, den derzeitigen Kenntnisstand zu dieser Frage zusammenzufassen, die einzelnen Etappen der Entschlussbildung herauszuarbeiten und die noch offenen Fragen und Widersprüche zu benennen.

Prof. Dr. Ulrich Herbert

war bis Herbst 2019 Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau. Seither leitet er die Forschungsgruppe Zeitgeschichte an der Universität Freiburg.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt am Main

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