Veranstaltungen und Ausstellungen

Veranstaltungsarchiv

Sa 17
September 2022
15:00

DIE ÖFFENTLICHE FÜHRUNG FINDET IN DIESEM MONAT LEIDER NICHT STATT.

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung (fällt aus!)

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz

Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Di 13 - Mi 14
September 2022

Emotions and Holocaust Studies

Online-Workshop

Tuesday, September 13, 2022, 1:30–7:30 pm
Wednesday, September 14, 2022, 2:00–8:00 pm

Workshop on Zoom-Meeting, register:

https://psu.zoom.us/meeting/register/tJ0sd-mhqjgvEtYI4agZYF79FosW_pSY4dKK?fbclid=IwAR2scv9cxNwmdFWxPA-a61TpqAXxKHjJzntiM6AW09Nwbbg98DY_FsV00RA

Program

Emotions and Holocaust Studies (PDF-file)

Concept and Organization

Stefanie Fischer and Kobi Kabalek
In collaboration with:
Buber-Rosenzweig Institute, Penn State University, Center for Antisemitism Research (TU Berlin), Fritz Bauer Institute

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mo 12
September 2022
18:15

Das Ende der Ära der Zeitzeugen?

Das Fortunoff Archive als lebendiges Gedächtnis und Brücke in die Vergangenheit

Vortrag von Stephen Naron

Onlineveranstaltung

Teilnahme über den Videodienst Zoom Meetings nur nach Anmeldung!
Lesen Sie bitte die technischen Veranstaltungsinformationen.

Livestream auf YouTube

https://youtu.be/6_Vv1Jd1Epo

Moderiert von Johannes Beermann-Schön M.A., Fritz Bauer Institut

Das Holocaust Survivors Film Project begann 1979 mit der Videoaufzeichnung von Überlebenden des Holocaust. Seitdem hat sein Nachfolger, das Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies, 40 Jahre lang Zeugnisse bewahrt. Nach Abschluss der Digitalisierung der Sammlung will es den digitalen Zugang verbessern und die Nutzung fördern. Nach dem Tod der letzten Überlebenden werden mündliche Zeugnisse über den Holocaust nur noch über solche Archive zugänglich sein. Neben der Geschichte und Methodik des Archivs werden im Vortrag neue technische, kuratorische und ethische Herausforderungen diskutiert.

Stephen Naron

ist Direktor des Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies an der Yale University, New Haven.

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts im Rahmen der »Tage des Exils«. Eine Initiative der Körber-Stiftung, Hamburg in Kooperation mit dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main

Tage des Exils

Frankfurt am Main, 1.–17. September 2022
Programm der »Tage des Exils«

Technische Veranstaltungsinformation

Die Veranstaltung findet als Onlineveranstaltung statt.
Zur Teilnahme schicken Sie bitte eine E-Mail unter Angabe Ihres Namens, mit dem Betreff »12. September 2022« an: anmeldung@fritz-bauer-institut.de. Sie erhalten dann rechtzeitig die Zugangsdaten für die Teilnahme via Zoom Meetings zugeschickt. Die Veranstaltung wird auch als Livestream auf YouTube gezeigt. Hierfür ist keine Anmeldung notwendig. Im Anschluss an den Vortrag können Sie sich über die Chatfunktion an der Diskussion beteiligen.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Fr 09
September 2022
13:00

Frankfurt, eine Großstadt im Nationalsozialismus

Öffentliche Tagung im Rahmen der Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt: »Eine Stadt macht mit – Frankfurt und der NS«

Historisches Museum Frankfurt
Leopold-Sonnemann-Saal
Saalhof 1, Frankfurt am Main

Die Geschichte und Ideologie des Nationalsozialismus zu verstehen, um den Versprechen von Rechtspopulisten und Rechtsradikalen zu widerstehen: Das muss auch heute ein Hauptziel von historischer und politischer Bildung sein. Wie verhielt sich Frankfurt mit seiner Stadtverwaltung, Justiz, Polizei und Universität im Vergleich zu anderen Großstädten im Nationalsozialismus? Welche Handlungsspielräume hatten die Kommunen in den Jahren 1933 bis 1945, und welche Rolle spielten sie bei der Durchsetzung der nationalsozialistischen Politik? Diesen Fragen sind die Autorinnen und Autoren des geplanten Sammelbandes der Frankfurter Historischen Kommission und des Fritz Bauer Instituts zur Frankfurter Geschichte in der NS-Zeit nachgegangen. Auf der Tagung stellen sie ausgewählte Beiträge vor.

Das Historische Museum Frankfurt hat sich 2018 entschlossen, ein großes Ausstellungsprojekt über »Frankfurt und der NS« zu erarbeiten. Drei Ausstellungen wurden zeitgleich und in engem Bezug zueinander entwickelt: Neben der Ausstellung im Jungen Museum »Nachgefragt«, die ein junges Publikum ab 10 Jahren anspricht, versucht die historische Ausstellung »Eine Stadt macht mit« auf großer Fläche eine umfassende Gesamtschau mit Vor- und Nachgeschichte, während die partizipativ erarbeitete Stadtlabor-Ausstellung »Auf Spurensuche im Heute« auf die zahlreichen Bürger*innen mit aktivem Interesse an Erinnerungskultur adressiert war. Bis 11. September sind beide Ausstellungen noch zu sehen. Die Tagung bildet die Abschlussveranstaltung der Sonderausstellung »Eine Stadt macht mit«.

Geplant ist eine Publikation zur Frankfurter Geschichte von 1933 bis 1945, die sowohl in der mehrbändigen Stadtgeschichte der Frankfurter Historischen Kommission als auch in der Reihe der Studien zur Geschichte und Wirkung des Holocaust des Fritz Bauer Instituts erscheinen wird.

Tagungsprogramm

13:00 Uhr Begrüßung
Dr. Jan Gerchow (Direktor des Historischen Museums Frankfurt am Main)
Prof. Dr. Christoph Cornelißen (Historisches Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Prof. Dr. Sybille Steinbacher (Direktorin des Fritz Bauer Instituts, Frankfurt am Main)
13:20 Uhr PD Dr. Fabian Link (Dozent für Historische Wissenschafts- und Technikforschung, Bergische Universität Wuppertal): Kulturleben, Bildung und Wissenschaft in Frankfurt am Main während der NS-Herrschaft 
13:40 Uhr Dr. Bettina Tüffers (wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Berlin): Orte der Herrschaftsausübung der NSDAP in Frankfurt am Main
14:00 Uhr Diskussion
14:30 Uhr Jun.-Prof. Dr. Nicole Kramer (Historisches Institut, Universität Köln): Privilegien und Repression: die städtische Gesellschaft im »Dritten Reich«
14:50 Uhr Dr. Markus Roth (wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts, Frankfurt am Main): Widerstand in Frankfurt 1933 bis 1945
15.10 Uhr Heike Drummer (Kuratorin für Zeitgeschichte und stellvertretende Leiterin von Bibliothek, Archiv und Familie Frank Zentrum, Jüdisches Museum Frankfurt): Frankfurt am Main – »Stadt ohne Juden«. Verleugnung. Enthumanisierung. Vernichtung
15:30 Uhr Diskussion
16:15 Uhr Kaffeepause
17:00 Uhr Dr. Jan Gerchow/Anne Gemeinhardt (Kuratorin der Ausstellung, Kuratorin für Bildung und Vermittlung am Historischen Museum Frankfurt): Rückblick auf die Ausstellung »Frankfurt und der NS – Eine Stadt macht mit«
17:30 Uhr Schlussdiskussion
Die Tagung endet um 18:00 Uhr, Auslass bis 19:00 Uhr.

Teilnahmegebühr: € 12,– / ermäßigt € 6,–

Eine Anmeldung ist erforderlich. Mit dem Tagungsticket können Sie am 9. September bereits ab 11:00 Uhr das ganze Historische Museum mit den drei NS-Ausstellungen und der NS-Thementour besuchen.
Onlineticket: Frankfurt, eine Großstadt im NS
Besucherservice (Mo. bis Fr., 10:00–16.00 Uhr): Tel. 069.212-35154
oder: besucherservice(at)historisches-museum-frankfurt.de
Sind noch Plätze verfügbar, können Sie kurz vor Beginn der Tagung eine Eintrittskarte erwerben.
Weitere Informationen: www.historisches-museum-frankfurt.de/tagung-Frankfurt-im-NS

Eine Kooperation des Historischen Museums Frankfurt mit der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung, der Frankfurter Historischen Kommission, dem Historischen Seminar der Goethe-Universität und dem Fritz Bauer Institut

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de

Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1, 60311 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 212-35599
info@historisches-museum-frankfurt.de
www.historisches-museum-frankfurt.de


Sa 20
August 2022
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Guide: Thomas Siurkus

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Sa 16
Juli 2022
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Guide: Thomas Siurkus

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 13
Juli 2022
18:15

Rückkehrende aus dem Exil

Antinazismus und die Geburt des (west-)deutschen Konstitutionalismus der Nachkriegszeit

Vortrag von Dr. Samuel Miner

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.811

Präsenzveranstaltung

Anmeldung bitte an: anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de

Das Grundgesetz weist dem Bundesverfassungsgericht eine zentrale Rolle im deutschen politischen System zu. Für seine Aufgaben, Gesetze zu überprüfen und die staatliche Ordnung zu schützen, wurde der Begriff »wehrhafte Demokratie« geprägt. Unter denjenigen, welche die einzelnen Landesverfassungen in der US-Zone ausarbeiteten, wo zumindest zu Beginn eine unbelastete Biografie für die Berufsausübung noch entscheidend war, wird man also ehemalige Gegner des Nationalsozialismus erwarten dürfen. Vor dem Hintergrund der Lebensläufe maßgeblicher Autorinnen und Autoren des Grundgesetzes wird im Vortrag nach den Ursprüngen des deutschen Konstitutionalismus der Nachkriegszeit gefragt.

Dr. Samuel Miner

ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München in dem Projekt »Das Bundesarbeitsgericht zwischen Kontinuität und Neuanfang nach 1954«. Er wurde 2021 mit seiner Dissertation The Exiles’ Return: Emigres, Anti-Nazis, and the Basic Law an der University of Maryland, College Park promoviert. Von September 2018 bis August 2019 war Samuel J. Miner als Fulbright- und DAAD-Stipendiat am Fritz Bauer Institut, wo er zum Thema »Nazi Crimes and the Basic Law. War Crimes Trials and the Path to Militant Democracy« geforscht hat.

Technische Veranstaltungsinformation

Die Veranstaltung findet als Präsenzveranstaltung statt.
Die Teilnahme ist vorrangig für angemeldete Personen möglich. Zur Teilnahme schicken Sie bitte eine E-Mail unter Angabe Ihres Namens, mit dem Betreff »13. Juli 2022« an: anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de. Bitte beachten Sie, dass bei der Veranstaltung weiterhin die Maskenpflicht bis zum Platz gilt. Dort können die Masken bei Bedarf abgesetzt werden.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Do 07 - Fr 08
Juli 2022

Universitätsnervenkliniken im Nationalsozialismus.

Eugenik, Krankenmorde, Begleitforschung

Workshop

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.802 (7. Juli) / Raum 1.801 (8. Juli)

Gemeinsamer Workshop des Fritz Bauer Instituts mit der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Workshop-Programm als Download

Universitätsnervenkliniken im Nationalsozialismus (PDF-Datei)

Die Geschichte der Universitätspsychiatrien bzw. Universitätsnervenkliniken im Nationalsozialismus ist im Vergleich zur Geschichte der psychiatrischen Heil- und Pflegeanstalten noch deutlich weniger erforscht. Dies mag auch darin begründet sein, dass die Universitätspsychiatrien in der Nachkriegszeit als unbelastete Institutionen galten. Dass sie nicht in die Erfassung der Patientinnen und Patienten durch die zentrale Dienststelle im Rahmen der sogenannten Euthanasie einbezogen waren, lieferte Universitätspsychiaterinnen und -psychiatern hierfür willkommene Argumente. So gelang es vielen Belasteten, den Fokus zur Erforschung der Tathergänge auf die Heil- und Pflegeanstalten und weg von den Universitäten zu verlagern.

Tatsächlich geschahen die Patientenmorde in erster Linie in den Heil- und Pflegeanstalten. Die psychiatrischen Universitätskliniken hatten gleichwohl eine zentrale Stellung in der Psychiatrie des NS-Staates. Von hier wurden Patientinnen und Patienten in die Anstalten verlegt, die Behandlerinnen und Behandler waren entscheidend an Zwangssterilisationen beteiligt – und sie betrieben auch in der Zeit des Nationalsozialismus wissenschaftliche Forschung.

Einzelne Universitätsnervenkliniken sind bereits historiographisch untersucht worden, allerdings zumeist nur mit Blick auf jeweils einzelne thematische Schwerpunkte. Arbeiten, die die Geschichte einer Universitätsnervenklinik bzw. -psychiatrie im NS-Staat möglichst umfassend behandeln, sind ebenso die Ausnahme wie überregionale Vergleiche. Mit diesem Workshop soll ein Anfang gemacht werden, diese Lücke zu schließen. Die zentralen Fragen lauten: Wie gingen die Universitätspsychiatrien damit um, dass die Verlegung von chronisch Kranken in Heil- und Pflegeanstalten oftmals deren Tod bedeutete? Wie veränderte sich die wissenschaftliche Forschung im Nationalsozialismus und Krieg und wie beeinflussten sich erbbiologische Forschung, klinische Praxis und die Durchführung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses an den Kliniken gegenseitig?

Anmeldung

Der Workshop ist offen für Interessierte. Die Platzzahl ist begrenzt.
Wir bitten um Anmeldung unter: anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de.

Corona-Regeln

Bitte beachten Sie, dass bei der Veranstaltung die Maskenpflicht bis zum Platz gilt. Dort können die Masken bei Bedarf abgesetzt werden.

Aktuell bestehen an der Goethe-Uni keine weiteren Corona-Beschränkungen. Es wird allerdings empfohlen, innerhalb der Gebäude eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Wir möchten alle Teilnehmenden dazu einladen, das auch während des Workshops zu tun. Zudem möchten wir darum bitten, nach Möglichkeit am Anreisetag mit einem Schnelltest getestet zu sein.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 06
Juli 2022
18:15

Veit Harlan, »Jud Süß« und der Nachkriegsantisemit

Vortrag von Prof. Dr. Lisa Silverman

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Hybridveranstaltung

Anmeldung zur Teilnahme in Präsenz bitte an: anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de
Livestream auf YouTube: https://youtu.be/1NLP1spkI5s

Der Vortrag untersucht die Entstehung des Nachkriegsantisemiten, einer imaginären Figur, die allein für die Dämonisierung von Juden verantwortlich gewesen sein soll und es den Deutschen ermöglichte, sich von jeglicher Nähe zum Antisemitismus nach dem Holocaust zu distanzieren. Wie wichtig es war, diese Figur zu definieren, wird am Beispiel des Filmregisseurs Veit Harlan illustriert, der 1948 wegen seines erfolgreichen NS-Propagandafilms JUD SÜẞ (1940) des Verbrechens gegen die Menschlichkeit angeklagt wurde. Eine sorgfältige Analyse der Aussagen und Ereignisse im und um das Gerichtsverfahren zeigt, welch zentrale Rolle für seinen Freispruch Harlans Bestimmung des »Antisemiten« spielte, die fortan für breite Bevölkerungskreise als Vorlage diente.

Prof. Dr. Lisa Silverman

ist Associate Professor of History and Jewish Studies an der University of Wisconsin-Milwaukee. Im Sommersemester 2022 hat sie die Michael Hauck Gastprofessor für interdisziplinäre Holocaustforschung am Fritz Bauer Institut inne.

Technische Veranstaltungsinformation

Die Veranstaltung findet als Hybridveranstaltung statt.
Die Teilnahme in Präsenz ist vorrangig für angemeldete Personen möglich. Zur Teilnahme in Präsenz schicken Sie bitte eine E-Mail unter Angabe Ihres Namens, mit dem Betreff »6. Juli 2022« an: anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de. Die Anmeldung muss aus organisatorischen Gründen spätestens zwei Tage vor dem Termin bei uns eingegangen sein. Bitte beachten Sie, dass bei der Veranstaltung weiterhin die Maskenpflicht bis zum Platz gilt. Dort können die Masken bei Bedarf abgesetzt werden.

Die Veranstaltung wird auch als Livestream auf YouTube gezeigt. Hierfür ist keine Anmeldung notwendig. Im Anschluss an den Vortrag können Sie sich über die Chatfunktion an der Diskussion beteiligen.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 29
Juni 2022
18:15

»Weiße Welt am Wendepunkt«?

Die extreme Rechte am Übergang von den 1960er zu den 1970er Jahren

Vortrag von apl. Prof. Dr. Gideon Botsch

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Hybridveranstaltung

Anmeldung zur Teilnahme in Präsenz bitte an: anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de
Livestream auf YouTube: https://youtu.be/guTAdskrCQ0

Um 1970 änderten sich die politischen Bedingungen für die extreme Rechte substanziell. Im Jahr 1969 scheiterte die NPD bei den Bundestagswahlen. Würde die neue Ostpolitik zur dauerhaften Teilung Deutschlands führen? Liberalisierung und Linksruck, Verfall der Autorität, der heteronormativen Kleinfamilie und des christlichen Glaubens bedrohten die geistigen Fundamente der Nation, Pillenknick, Pornografie und sexuelle Libertinage bei gleichzeitiger Einwanderung aus dem außereuropäischen Ausland die biologische Substanz des Volkes. Dekolonialisierungsbewegungen zwangen die europäischen Mächte zum Rückzug. Stand die »weiße Welt am Wendepunkt«, so galt es, »Widerstand« zu organisieren – auch mit terroristischer Gewalt.

Dr. Gideon Botsch

ist außerplanmäßiger Professor für Politikwissenschaft an der Universität Potsdam sowie Leiter der Emil Julius Gumbel Forschungsstelle Antisemitismus und Rechtsextremismus am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam.

Technische Veranstaltungsinformation

Die Veranstaltung findet als Hybridveranstaltung statt.
Die Teilnahme in Präsenz ist vorrangig für angemeldete Personen möglich. Zur Teilnahme in Präsenz schicken Sie bitte eine E-Mail unter Angabe Ihres Namens, mit dem Betreff »29. Juni 2022« an: anmeldung(at)fritz-bauer-institut.de. Die Anmeldung muss aus organisatorischen Gründen spätestens zwei Tage vor dem Termin bei uns eingegangen sein. Bitte beachten Sie, dass bei der Veranstaltung weiterhin die Maskenpflicht bis zum Platz gilt. Dort können die Masken bei Bedarf abgesetzt werden.

Die Veranstaltung wird auch als Livestream auf YouTube gezeigt. Hierfür ist keine Anmeldung notwendig. Im Anschluss an den Vortrag können Sie sich über die Chatfunktion an der Diskussion beteiligen.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
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