Veranstaltungen und Ausstellungen

Die I.G. Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz

Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts

 

Nächste Ausstellungsstationen

4. bis 23. August 2022
Bayer Kasino
Kaiser Wilhelm Allee 3, 51373 Leverkusen
(Ausstellung in der öffentlich zugänglichen Kantine)

12. Oktober bis 14. November 2022
Bayer Pharma Headquarter
Müllerstr. 178, 13353 Berlin
(nichtöffentliche Ausstellung, Zutritt nur für Personen mit Werksausweis sowie für angemeldete Gäste des Unternehmens)


Der Chemiekonzern I.G. Farben ließ ab 1941 in unmittelbarer Nähe zum Konzentrationslager Auschwitz eine chemische Fabrik zur Produktion von Buna errichten, einem für die Kriegswirtschaft wichtigen synthetischen Kautschuk. Neben deutschen Fachkräften setzte das Unternehmen auf der riesigen Baustelle Tausende von Häftlingen aus dem KZ Auschwitz, außerdem Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus ganz Europa ein. Mit der SS arbeiteten die I.G.-Farben-Manager eng zusammen. Für die ständig steigende Zahl von KZ-Häftlingen errichteten sie 1942 gemeinsam mit der SS das firmeneigene Konzentrationslager Buna-Monowitz. Tausende Häftlinge kamen durch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen auf der Baustelle zu Tode oder wurden in den Gaskammern in Auschwitz-Birkenau ermordet, sobald sie nicht mehr arbeitsfähig waren. Im Durchschnitt lebte nur noch etwa drei Monate lang, wer zur Zwangsarbeit nach Buna-Monowitz abkommandiert worden war.

Die Ausstellung zeichnet Entstehung, Alltag und Auflösung des KZ Buna-Monowitz nach. Historische Fotografien, die anlässlich eines Besuches von Heinrich Himmler, dem Reichsführer SS, am 17. und 18. Juli 1942 gemacht wurden, dokumentieren die Perspektive von SS und I.G. Farben. Sie werden kontrastiert mit autobiographischen Texten von überlebenden Häftlingen, darunter Primo Levi, Jean Améry und Elie Wiesel, sowie Aussagen von Überlebenden in den Nachkriegsprozessen. Informationen zu den Gerichtsverfahren und den Bemühungen der Betroffenen um Entschädigung nach 1945 ergänzen die Ausstellung, die als Wanderausstellung konzipiert ist und zum Verleih zur Verfügung steht.
 


Zur Geschichte der Ausstellung

Die ursprüngliche Fassung der Ausstellung »Die I.G. Farben und das Konzentrationslager Buna/Monowitz. Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus« entstand anlässlich des weltweiten Treffens der Überlebenden von Buna-Monowitz im ehemaligen Verwaltungsgebäude der I.G. Farbenindustrie, auf dem heutigen Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main, vom 20. bis 22. Oktober 1998. Sie wurde unterstützt von der Conference on Jewish Material Claims Against Germany, New York. Konzeption: Gottfried Kößler, Recherche: Werner Renz, Gestaltung: Werner Lott.

Die Wanderausstellung war in dieser Form bis Ende 2015 im Verleih. Die neu konzipierte Ausstellung wurde im Januar 2018 erstmals gezeigt.

Bisherige Ausstellungsstationen

8. Januar bis 24. April 2022
Gedenkstätte KZ Osthofen

2. November bis 18. Dezember 2020
BASF Besucherzentrum, Ludwigshafen/Rhein

2. September bis 22. Oktober 2020
Hessisches Landesarchiv, Abteilung Hauptstaatsarchiv Wiesbaden

13. März bis 5. Juni 2020
NS-Dokumentationszentrum Köln

27. Januar bis 21. Februar 2020
Empore Buchholz (27. Januar) und Stadtbücherei Buchholz in der Nordheide (ab 29. Januar)

1. bis 26. Juli 2019
Informationszentrum des Chemiepark Marl

27. Januar bis 7. April 2019
Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund

24. März bis 31. Juli 2018
Erinnerungsort Topf & Söhne, Erfurt

27. Januar bis 16. Februar 2018
Goethe-Universität Frankfurt am Main


Katalog zur Ausstellung

Katalog, Doppelseiten (PDF-Datei)
Katalog, Einzelseiten (PDF-Datei)

Neugestaltung der Ausstellung

Die Ausstellung wurde 2018 überarbeitet und neu gestaltet.
Gestaltung: Funkelbach. Büro für Architektur und Grafik, Leipzig
Kuratorin: Dr. Nassrin Sadeghi
Projektleitung: Gottfried Kößler, Fritz Bauer Institut

Norbert-Wollheim-Memorial

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna-Monowitz
www.wollheim-memorial.de