Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
In der Dokumentarfilmreihe »Gesucht wird …« produzierte der WDR-Fernsehjournalist und Filmemacher Felix Kuballa 1985 einen Film über Josef Mengele. Mengele war zwischen 1943 und 1945 Lagerarzt im Konzentrationslager Auschwitz und dort an Selektionen beteiligt. Mit den Inhaftierten und vorzugsweise mit Zwillingspaaren führte er grausame medizinische Versuche durch. Sein Leben in der Zeit nach 1945, das er unbehelligt erst in Argentinien, später in Paraguay und Brasilien verbrachte, ist das Thema dieses Films.
Felix Kuballa
arbeitete viele Jahre beim WDR und wurde mehrfach mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Er lebt in Köln.
Eine Kooperation mit Pupille e.V. – Kino in der Uni und dem AStA der Goethe-Universität Frankfurt am Main
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Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Thomas Siurkus
Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.
Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
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Im April 1933 veröffentlichte der zionistische Journalist Robert Weltsch in der Jüdischen Rundschau angesichts des vom NS-Regime verordneten Boykotts jüdischer Geschäfte und der sich zuspitzenden Diskriminierungspolitik seine berühmt gewordene Artikelserie »Tragt ihn mit Stolz, den gelben Fleck!«. Weltsch, der aus den Kreisen des Prager Kulturzionismus stammte, forderte darin die jüdische Minderheit in Deutschland auf, sich selbstbewusst zu ihrer eigenständigen ethnischen und kulturellen Identität zu bekennen, von den Nazis jedoch eine Anerkennung ihrer Minderheitenrechte zu erwirken. Zehn Jahre später, angesichts der nun mörderischen Verfolgung der Juden Europas, bedauerte er den Bezug auf den »gelben Fleck« zutiefst.
Im Vortrag wird gefragt, welche Intentionen Weltsch 1933 bewegten und wie er zu dieser Zeit das Verhältnis von Zionismus und Nationalsozialismus interpretierte. Skizziert wird ferner der weitere politische Denkweg Weltschs, der vor Beginn des Zweiten Weltkriegs zwischen der Einsicht in die zunehmende Bedrohung der deutschen Juden und seiner Skepsis gegenüber einer raschen jüdischen Immigration nach Palästina schwankte. 1939 emigrierte Weltsch nach Palästina.
Prof. Dr. Christian Wiese
ist Lehrstuhlinhaber der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
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Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.
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Anlässlich des 20. Jahrestags der »Washingtoner Erklärung« soll auf der Veranstaltung Bilanz gezogen werden über das seitdem Erreichte. Am Beispiel der Klassik Stiftung Weimar, die seit 2010 ihre Bestände systematisch auf bedingt durch die NS-Verfolgung entzogene Kulturgüter überprüft, wird dargelegt, was bisher geschehen ist. Auch andere Kultureinrichtungen erforschen die Herkunft ihrer zwischen 1933 und 1945 erworbenen Objekte. Welche Schwierigkeiten stehen der Provenienzforschung im Wege, und wie kann sie sich in der Zukunft aufstellen? Diese und andere Fragen sollen in der Diskussion erörtert werden.
Dr. Ina Hartwig
ist Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main.
Rüdiger Haufe und Dr. Sebastian Schlegel
sind wissenschaftliche Mitarbeiter im Forschungsprojekt »Provenienzen, Erwerbungskontexte, Erbenermittlung« der Klassik Stiftung Weimar.
Dr. Anja Heuß
ist Historikerin und Provenienzforscherin an der Staatsgalerie Stuttgart.
Dr. Jens Hoppe
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Conference on Jewish Material Claims against Germany.
Dr. Iris Schmeisser
ist Provenienzforscherin am Städel.
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Band 16 der Dokumentenedition Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945 zeigt anhand zahlreicher Dokumente verschiedene Perspektiven auf Massenmord, Gefangenschaft und Zwangsarbeit von Jüdinnen und Juden im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz sowie auf die Ereignisse rund um die Räumung der Konzentrationslager in den Jahren 1944 und 1945. Der Band dokumentiert die organisatorische und technische Planung der Verbrechen, die verzweifelte Situation der Häftlinge, die Reaktionen der Weltöffentlichkeit und das Verhalten der Zivilbevölkerung, die spätestens während der Todesmärsche mit dem Elend der Häftlinge in Berührung kam. Das Editionsprojekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und vom Institut für Zeitgeschichte, der Universität Freiburg und dem Bundesarchiv herausgegeben.
Dr. Andrea Rudorf
ist Mitherausgeberin von Band 16 der Dokumentenedition und wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Fritz Bauer Institut.
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Seit Mai 2018 ist Felix Klein »Antisemitismus-Beauftragter« der Bundesregierung. In Hessen hat dieses Amt seit Juli 2018 Felix Semmelroth inne. Was kann diese Stelle leisten, was nehmen sich die beiden Beauftragten vor? Angesichts der zunehmenden rassistischen und antisemitischen Ereignisse und Äußerungen soll ein Gespräch mit ihnen und Hanno Loewy die politischen Möglichkeiten in Deutschland und Österreich ausloten. Welche Gegenwehr ist sinnvoll in Gesellschaften, in denen die Maßstäbe verschoben und antisemitische Maßnahmen auch von den Regierungen selbst gefördert werden?
Dr. Felix Klein
ist Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus.
Dr. Hanno Loewy
ist Direktor des Jüdischen Museums Hohenems in Österreich.
Eine Kooperation mit dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
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Das Ende des NSU-Prozesses gegen Beate Zschäpe bereitet der juristischen Auseinandersetzung mit der beispiellosen rechtsextremen Mordserie einer nationalsozialistischen Terrorzelle ein vorläufiges Ende. Der Vortrag erzählt die atemberaubende Geschichte des Terror-Trios und der versagenden staatlichen Verfolger.
Der rechtsradikale Nationalsozialistische Untergrund konnte über zehn Jahre lang Deutschland terrorisieren: Mindestens zehn Morde, drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle sollen auf das Konto von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gegangen sein, möglicherweise auch auf das von Beate Zschäpe. Tausende von Ermittlungsbeamten sind im Dunkeln getappt. Wie konnte es dazu kommen?
Prof. Dr. Tanjev Schultz
ist Professor am Journalistischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Für die Süddeutsche Zeitung berichtete er jahrelang vom NSU-Prozess.
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Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
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Nach dem Zweiten Weltkrieg waren in zahlreichen westeuropäischen Ländern NS-Kriegsverbrecher inhaftiert. Im Zuge der Westbindung der Bundesrepublik wurden die meisten von ihnen entlassen. Lediglich in Italien und den Niederlanden verblieben fünf Deutsche im Gefängnis: der SS-Mann Herbert Kappler, als Kommandeur der Sicherheitspolizei verantwortlich für das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen, sowie die »Vier von Breda«, die maßgeblich an der Ermordung der niederländischen Juden beteiligt waren. Hochrangige deutsche Politiker setzten sich für ihre Freilassung ein. Ein Netzwerk von Kirchenverbänden, Veteranenvereinigungen und Diplomaten organisierte die Unterstützung für die Kriegsverbrecher auf höchster politischer Ebene. Auf der Grundlage bislang nicht zugänglicher Quellen wirft Bohr einen umfassenden Blick auf ein Kapitel bundesdeutscher Vergangenheitspolitik.
Dr. Felix Bohr
hat seine Dissertation an der Georg-August-Universität Göttingen zu dem Thema geschrieben. Er wird ab April 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Rom sein.
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Vor achtzig Jahren sind in fast allen deutschen Städten Synagogen und jüdische Einrichtungen in Flammen aufgegangen. Gemeindeeigentum wie Kultgeräte, Archive und Bibliotheken wurden geplündert, jedoch nicht immer vernichtet. Vielmehr übernahmen nationalsozialistische Institutionen wertvolle alte Judaica- und Hebraica-Sammlungen und führten sie weiter.
Bereits vor 1938 entwickelte sich ein eigener »Forschungszweig«, der unter anderem in Frankfurt am Main 1941 zur Einrichtung des »Instituts zur Erforschung der Judenfrage« führte. Von Frankfurt aus betrieb der Bibelforscher und Altphilologe Johannes Pohl weitere Raubzüge in Gemeinden des besetzten Europa. Welches Ziel steckte hinter der nationalsozialistischen »Judenforschung«, nachdem die Juden Deutschlands und der besetzten Gebiete bereits deportiert, ghettoisiert und ermordet worden waren? Wie war der Raub von jiddischer, hebräischer und osteuropäischer Literatur der jüdischen Gemeinden organisiert? Wie umfassend war er? Welche Rolle spielten die Novemberpogrome in diesem Zusammenhang?
Prof. Dr. Dirk Rupnow
ist Universitätsprofessor und Institutsleiter am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck.
Prof. Dr. Alan Steinweis
ist Professor für Geschichte und Miller Distinguished Professor of Holocaust Studies sowie Direktor des Center of Holocaust Studies an der Universität von Vermont.
Dr. Jens Hoppe
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Conference on Jewish Material Claims against Germany.
Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main
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Mit einem Grußwort des Hessischen Ministers für Wissenschaft und Kunst Boris Rhein sowie Vorträgen von Johannes Beermann, Prof. Dr. Peter Davies, Dr. Katharina Stengel und einem Filmausschnitt mit Jehuda Bacon
Im Herbst 2017 wurden die Dokumente und Tonbandmitschnitte des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. Aus diesem Anlass veranstaltet das Fritz Bauer Institut in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst ein Symposium, das sich mit den Zeugenaussagen der Opfer beschäftigt, die in diesen Quellen ausführlich zu Wort kommen. Eingehend werden die Aussagen vor Gericht von Erich und Otto Dov Kulka, Jehuda Bacon sowie Filip Müller vorgestellt und ihre Bedeutung erörtert. Jehuda Bacon (geb.am 28. Juli 1929 in Ostrava, Tschechoslowakei) wird in einem Filmausschnitt über seine Erfahrungen im Prozess sprechen. Auch die Rolle der Übersetzer im Prozess und ihr Einfluss auf das Geschehen werden Gegenstand der Betrachtung sein.
Jehuda Bacon
ist Überlebender von Auschwitz und Künstler, er lebt in Jerusalem.
Johannes Beermann
ist Archivar am Fritz Bauer Institut.
Prof. Dr. Peter Davies
ist Professor of Modern German Studies an der Universität von Edinburgh.
Dr. Katharina Stengel
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, Leipzig.
Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst
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Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Patrick Schwentke
Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
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Mit Volker Beck, Frank Ebert, Helge Heynold, Marc Joliff, Bettina Leder, Jo van Nelsen, Sophie Schmidt, Christian Setzepfandt, Swingtänzerinnen und Swingtänzern, Stephan Wuthe
Moderation: Florian Schwinn
Als Swing Kid, so genannter Halbjude und Homosexueller hat Wolfgang Lauinger den Nationalsozialismus nur mit Glück überlebt. Doch auch nach der Befreiung war die Verfolgung für ihn nicht zu Ende. 1950 wurde er wegen des Verdachts, gegen den § 175 verstoßen zu haben, erneut verhaftet und saß noch einmal für sieben Monate in dem Gefängnis, in dem er schon in der NS-Zeit inhaftiert gewesen war. Seine Rehabilitierung wurde im Oktober 2017 abgelehnt, weil er »nur« in Untersuchungshaft gesessen hatte. Trotz allem: Er war und blieb »ein gewitzter Kämpfer« (Pitt von Bebenburg), ein lebensfroher Menschenfreund.
Am 5. September wäre Wolfgang Lauinger 100 Jahre alt geworden. Wir feiern und erinnern uns an ihn.
Eine gemeinsame Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts mit der Aidshilfe Frankfurt, dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten, der Bundestiftung Magnus Hirschfeld, dem Freundeskreis Frankfurter Engel, dem Gallus Theater, dem Verein Gegen Vergesselebt – Für Demokratie e. V., der Heinrich-Böll-Stiftung-Hessen e.V., dem Hessischer Flüchtlingsrat, dem Jüdischen Museum Frankfurt, der Landeszentrale für Politische Bildung und dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland e.V. (LSVD-Hessen)
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Wir bitten um Reservierung der Karten auf der Website des Gallus Theaters:
www.gallustheater.de/2018/09/wlauing.php
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Gallus Theater
Kleyerstr. 15
60326 Frankfurt am Main
Tel.: 069.758060-20, Fax: -17
info(at)gallustheater.de
www.gallustheater.de
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Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
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Begrüßung: Dr. Sylvia Asmus
Leiterin des Deutschen Exilarchivs 1933–1945
»Wir haben aufregende Tage und Wochen hinter uns. Unter sehr großen Strapazen haben wir Marseille und Frankreich verlassen, Spanien durchquert, um endlich in Portugal anzukommen. Weitaus das Allerschwerste dabei aber war, Euch zurücklassen zu müssen.« Diese Worte sendete Franz Werfel kurz vor seiner Ankunft in New York am 12. Oktober 1940 an seine Eltern.
Etwa 500.000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 aus dem Machtbereich der nationalsozialistischen Diktatur ins Exil gezwungen. Ihnen gemeinsam war, dass sie ausgegrenzt und verfolgt wurden. Die Erfahrungen des Exils waren jedoch vielfältig und individuell: Erfahrungen von Bruch und Verlust ebenso wie von Neuanfang und Zugewinn. Die Heimat, die sie mit dem Weg ins Exil verließen, war ihnen oft schon vorher geraubt worden. Die Lesung aus ausgewählten Exponaten der Dauerausstellung »Exil. Erfahrung und Zeugnis« des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 erlaubt einen facettenreichen Blick auf die Erfahrungen einer geraubten Heimat, aber auch auf die Hoffnungen auf einen Neuanfang. So schrieb Werfel im gleichen Brief über seine Ankunft in den USA: »Ich habe Anzeichen, daß ich freundschaftlich erwartet werde.«
Michael Schütz
gehörte von 2010–2017 zum Ensemble des Schauspielhauses Bochum. Seit 2017 ist er Ensemblemitglied des Schauspiels Frankfurt. Daneben wirkt er in Fernsehproduktionen und als Sprecher in Hörspielen und Lesungen mit.
Jana Schulz
war acht Jahre Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Es folgten Engagements am Burgtheater Wien, am Schauspielhaus Bochum und am Schauspiel Frankfurt, wo sie aktuell in mehreren Titelrollen zu sehen ist, unter anderem in Georg Büchners »Woyzeck«.
Eine Veranstaltung des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek in Kooperation mit hr2-kultur im Rahmen der Ausstellung »Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933–1945«. Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Hessischen Rundfunks. Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Oktober 2018 im Historischen Museum Frankfurt zu sehen.
Die Lesung findet begleitend zur Tagung »Archive und Museen des Exils – Jahrestagung der Gesellschaft für Exilforschung« statt.
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten:
www.dnb.de/veranstaltungfrankfurt
Kontakt
Deutsche Nationalbibliothek
Adickesallee 1
60322 Frankfurt am Main
Tel.: 069.1525-1961
exilarchiv-veranstaltungen(at)dnb.de
www.dnb.de
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Ernst Grube ist einer der letzten Zeitzeugen der Shoah und erfährt jetzt endlich breite öffentliche Aufmerksamkeit. Dabei hat er seit seiner Rückkehr aus dem KZ Theresienstadt, also seit seinem zwölften Lebensjahr, nicht aufgehört, die Verbrechen des NS-Regimes zu benennen. Grube, heute 85 Jahre alt, wurde 2017 mit dem Georg-Elser-Preis der Stadt München ausgezeichnet. Er positioniert sich seit seiner Jugend politisch links und war jahrzehntelang in der Gewerkschaft IG Bau-Steine-Erden aktiv. Als Kommunist wurde er im Adenauer-Staat zweimal ins Gefängnis gesperrt. Und wegen seines Engagements in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes geriet er vor wenigen Jahren ins Visier des bayerischen Verfassungsschutzes, der ihn 2012 in seinem Bericht aufführt, weil er »entsprechend der Linie der DKP jede Abgrenzung gegenüber linksextremistischen Antifaschisten« ablehne. Ernst Grube nennt das eine »Unverschämtheit« und tritt bis heute gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus auf, auch ist er als Zeitzeuge im stetigen Gespräch mit Schulklassen.
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In seinen Schriften und seiner juristischen Arbeit hat sich Fritz Bauer mit vielen Themen beschäftigt, die auch in der Studentenbewegung von 1968 eine große Rolle spielten. Ähnlich wie manche Sprecher der Studenten sah auch Bauer die dringendste Aufgabe der politischen Arbeit darin, zu einer Humanisierung und Demokratisierung der Gesellschaft beizutragen, damit Deutschland die Gewaltstrukturen der NS-Zeit hinter sich lassen könne. Doch gehörte der 1903 geborene Bauer der Väter-Generation der protestierenden Studenten an. Nicht nur trennten ihn andere Vorbilder von ihnen, sondern auch andere Umgangsformen und schließlich auch andere Vorstellungen, was mit politischer Einmischung zu erreichen sein sollte.
Ausgehend von den Schriften Fritz Bauers, die aus Anlass seines 50. Todestags 2018 in einer umfassenden Edition des Fritz Bauer Instituts erstmals kompiliert erscheinen werden, geht die Tagung der Frage nach, in welcher Weise die von Bauer thematisierten Rechtsbereiche und -probleme im Rahmen einer allgemeinen Reformdynamik zu sehen sind. Traf er mit seinen Schriften den Nerv der Zeit, half er, einen Reformbedarf in Justiz, Justizvollzug und Strafrecht zu definieren und einen Veränderungsprozess in Gang zu setzen? Inwieweit wiesen seine Themen Schnittstellen mit den Protagonisten der Studentenbewegung auf? Die Tagung möchte das Denken Fritz Bauers in den politisch-gesellschaftlichen Kontext setzen und den Fokus auf die Zeitumstände richten. Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Debatten soll seine Rolle für die Reform und Liberalisierung der Justiz ausgelotet und seine Nähe beziehungsweise Distanz zu den Ideen der Studentenbewegung bestimmt werden. In diesem Zusammenhang wird auch nach der Bedeutung der Studentenbewegung für die Reformen in Justiz, Justizvollzug und Strafrecht zu fragen sein.
Die 1960er Jahre waren die fruchtbarsten in Bauers juristischem und politischem Schaffen. Nachdem in den Anfangsjahren der Bundesrepublik die Verbrechen des Nationalsozialismus angesichts einer umfassenden ökonomischen und sozialen Aufbruchsstimmung kaum Gehör erhalten hatten, fanden nun etliche Verfahren wegen nationalsozialistischer Gewaltverbrechen statt, und auch die historische Forschung kam in Fahrt. Die Tagung, die interdisziplinär angelegt ist und Historiker, Juristen und Erziehungswissenschaftler zusammenbringt, beschäftigt sich auch mit der Rezeption von Bauers Denken und fragt danach, warum die Würdigung seiner Leistung und seiner Werke erst in den 1990er Jahren begann.
Mit freundlicher Unterstützung der Holger Koppe-Stiftung
Montag, 2. Juli, 10.00–10.30 Uhr
Grußworte
› Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität
› Jutta Ebeling, Vorsitzende des Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V.
10.30–12.30 Uhr
I. Konfrontation mit den NS-Verbrechen
Moderation: Sybille Steinbacher (Frankfurt am Main)
› Boris Burghardt (Berlin): Strafverfahren als Mittel der Volkspädagogik?
Fritz Bauers Vorstellungen von der Funktion der NS-Prozesse
› Annette Weinke (Jena): Eine andere Form der politischen Justiz?
NS-Prozesse, Braunbuch-Kampagnen und die Moralpolitik der 68er
14.00–16.00 Uhr
II. Demokratisierung durch Recht
Moderation: Jörg Osterloh (Frankfurt am Main)
› David Johst (Halle/Berlin): Ungehorsam als politische Tugend?
Widerstand im Denken Fritz Bauers
› Jörg Requate (Kassel): Demokratisierung der Justiz – Demokratisierung durch Justiz? Rechtsdenken, Justiz und Gesellschaft in den 1960er Jahren
16.30–18.30 Uhr
III. Strafrecht und Gesellschaft
Moderation: Katharina Rauschenberger (Frankfurt am Main)
› Kirstin Drenkhahn (Berlin): Fritz Bauers Argumentation zur Strafrechtsreform.
Überlegungen im Lichte der Punishment & Society-Forschung
› Sascha Ziemann (Frankfurt am Main): Strafrecht für die neue Gesellschaft.
Fritz Bauer und die Strafrechtsreform
Dienstag, 3. Juli, 10.00–12.00 Uhr
IV. Auseinandersetzung mit Autoritäten
Moderation: Tobias Freimüller (Frankfurt am Main)
› Gottfried Kößler (Frankfurt am Main): Widerstand als moralische Orientierung.
Fritz Bauer und die historisch-politische Bildung
› Christiane Thompson (Frankfurt am Main): Rebellion gegen Autoritäten?
Zur Autonomie in der »Erziehung nach Auschwitz«
12.30–14.30 Uhr
V. Sexualstrafrechtsreform und Sittlichkeitspostulat
Moderation: Stefanie Fischer (Frankfurt am Main / Potsdam)
› Werner Renz (Frankfurt am Main): Wider die Kriminalisierung von Sexualität.
Fritz Bauers Kritik des repressiven Sexualstrafrechts
› Michael Schwartz (Berlin): Sexualstrafrecht und Sittlichkeit.
Gesellschaftliche Kontroversen und Reformdebatten der 1950er und 1960er Jahre
14.30–15.00 Uhr
Tagungskommentar
› Michael Stolleis (Frankfurt am Main)
Tagungsprogramm
› Fritz Bauer und die 68er. Verbindendes und Trennendes (pdf-Datei)
Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dr. Katharina Rauschenberger
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-26
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Teilnahme nur auf Einladung und nach bestätigter Anmeldung.
Am 1. Juli jährt sich der Todestag Fritz Bauers zum 50. Mal. Bauer starb in der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 1968 in seiner Wohnung in Frankfurt am Main. Aus diesem Anlass richtet das Fritz Bauer Institut einen Gedenkakt in der Frankfurter Paulskirche aus, bei dem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Grußwort sprechen wird.
Fritz Bauer war von 1956 bis zu seinem Tod 1968 hessischer Generalstaatsanwalt und hat in dieser Funktion die juristische Aufarbeitung der NS Verbrechen zu seinem wichtigsten Anliegen gemacht. So wurden in Hessen viele Verfahren eingeleitet, darunter der wegen seines Umfangs und seiner öffentlichen Bedeutung herausragende erste Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963–1965). Fritz Bauers Wirkung auf die Entwicklung der Nachkriegsjustiz beschränkte sich freilich nicht auf Hessen. Seine Aktivitäten und seine Rechtsauffassungen wurden vielmehr in der gesamten Bundesrepublik Deutschland wie auch in der DDR stark wahrgenommen. In Frankfurt am Main traf er auf ein politisches und intellektuelles Klima, das ihm viele Möglichkeiten bot, seine rechts- und gesellschaftspolitisch bedeutsamen Vorhaben umzusetzen.
Programm
Begrüßung: Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts
Grußwort: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Grußwort: Staatsminister und stellvertretender Ministerpräsident Tarek Al-Wazir
Grußwort: Oberbürgermeister Peter Feldmann
Vortrag: Prof. Dr. Norbert Frei, Wann wird ein Held zum Helden? Fritz Bauer in der Geschichte der Bundesrepublik
Musikalische Gestaltung: Mitglieder des Ensemble Modern und der Jungen Deutschen Philharmonie
Anschließend: Empfang
Prof. Dr. Norbert Frei
ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Die Veranstaltung wird gefördert durch das Bankhaus Metzler, die Holger Koppe-Stiftung, den Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. und die Dialogistiker GmbH.
› Programm (pdf-Datei)
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Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
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Die Nationalsozialisten stießen bei dem Versuch, Juden aus dem Viehhandel zu verdrängen, an die Grenzen ihrer rassistischen Wirtschaftspolitik. Trotz einer vehementen antisemitischen Propaganda hielten viele Bauern an ihren vertrauten Handelspartnern, den jüdischen Viehhändlern, fest. Tatsächlich zählt der Viehhandel zu den ältesten Tätigkeitsfeldern von Juden in Mitteleuropa. In kaum einem anderen Wirtschaftsbereich erreichten Juden je einen so hohen Anteil wie im Viehhandel. Als Viehein- und -verkäufer, aber auch als Kreditgeber und Güterhändler, agierten sie an einer sehr sensiblen Stelle in der Agrargesellschaft. Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten wurden jüdische Viehhändler in der antisemitischen Propaganda als »Bauernschlächter« dargestellt. Das zuvor zwischen Händler und Bauer aufgebaute Vertrauen wurde dann auf eine harte Probe gestellt. Wie also baute sich das Vertrauensverhältnis zwischen jüdischen Viehhändlern und Bauern auf?
Wie lange hielten diese wirtschaftlichen Beziehungen unter dem Einfluss antisemitischer Gewalt stand? Diesen Fragen geht die Gastprofessorin am Fritz Bauer Institut, Dr. Stefanie Fischer, nach. Sie beleuchtet erstmals die Bedeutung der jüdischen Viehhändler für den ländlichen Raum. Als Untersuchungsregion dient die bayerische Region Mittelfranken. Dort lebte noch bis 1933 eine der größten jüdischen Gemeinden im Deutschen Reich. Gleichzeitig nahm im Gau von »Frankenführer« Julius Streicher die antisemitische Gewalt eine besondere Schärfe an.
Dr. Stefanie Fischer
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Neuere Geschichte/deutsch-jüdische Geschichte der Universität Potsdam und am dort ansässigen Selma Stern Zentrum für jüdische Studien Berlin-Brandenburg. 2016 war Stefanie Fischer Visiting Research Associate und 2017 Adjunct Assistant Professor an der University of Notre Dame in Indiana/USA, 2014 war sie als Dorset Fellow an der University of Oxford, UK und als Visiting Buber Fellow an der Hebrew University, Jerusalem, Israel. Im Sommersemester 2018 hat sie die Gastprofessur zur Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Goethe-Universität Frankfurt am Main inne.
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Zwischen 1946 und 1949 betrieb die US-Militärregierung in einem stillgelegten Industriekomplex in Offenbach eine Sammelstelle für jüdisches Kulturraubgut. Über drei Millionen Objekte aus allen vormals deutsch besetzten Ländern wurden hier aufbewahrt, identifiziert und rückgeführt oder an Treuhänder übergeben. Anhand der Geschichte dieses temporären Gedächtnisortes, der die Überreste der zerstörten europäisch-jüdischen Kulturlandschaft beherbergte, wird im Vortrag die Bedeutung der Rettung von Bibliotheken, Archiven und Ritualgegenständen für die jüdische Existenz nach 1945 diskutiert.
Dr. Elisabeth Gallas
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow in Leipzig.
Eine Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt
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In allen deutschen Gedenkstätten ehemaliger Konzentrationslager wird auch an die homosexuellen Häftlinge erinnert, die die Nationalsozialisten mit einem Rosa Winkel markierten. In der Gedenkstätte Auschwitz, dem Symbol nationalsozialistischer Vernichtungspolitik, wird ihrer jedoch bisher nicht gedacht. Lutz van Dijk bemüht sich seit Jahren darum, dass sich das ändert. 1991 verfasste er unter dem Titel Verdammt starke Liebe die Biographie Stefan T. Kosinskis (1925–2003), des bislang einzigen bekannten polnischen Homosexuellen, der von einem Gericht der deutschen Besatzungsmacht nach § 175 verurteilt wurde. Van Dijk spricht über seine Erfahrungen in Polen, seine Freundschaft mit Kosinski und liest aus der Biographie sowie aus dessen Briefen vor. Der Abend endet mit einem kurzen Film über Kosinski.
Dr. Lutz van Dijk
ist deutsch-niederländischer Schriftsteller, Historiker und Pädagoge.
Eine Kooperation mit der Katholischen Akademie Rabanus Maurus, Frankfurt am Main
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Tagungsreihe »Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft«
Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit – Migrationsgesellschaft, Konkurrenzen, Bildungsstrategien: Diese Stichworte prägen zunehmend die gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und mit ausgrenzenden Denk- und Deutungsmustern. Vielfach schwankt die Diskussion zwischen Eifer und Orientierungslosigkeit, zwischen eindeutigen Positionen und Differenziertheit.
Die Tagungsreihe »Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft« beleuchtet aktuelle Analysen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente. Die Veranstaltungsreihe lädt zum Austausch und zur Vernetzung von Wissenschaft und pädagogischer Praxis ein.
Die 9. Blickwinkel-Tagung:
Radikal Antisemitisch!
Bildungsansätze – Prävention – Intervention
Radikale Ideologien sind für junge Menschen heute offenbar besonders anziehend. In gesellschaftlichen Krisensituationen, in denen die Unsicherheiten der Moderne als belastend erlebt und die eigene Identität bedroht scheint, bieten Angebote von rechtsextremen oder islamistischen Gruppen vermeintlich Halt und Klarheit in unüberschaubaren Verhältnissen.
Antisemitismus bildet dabei einen Schlüsselbegriff zum Verständnis radikaler Ideologien Juden und Jüdinnen gelten und galten in der Geschichte immer wieder als Verkörperung von Ambivalenzen und Widersprüchen, die sich Menschen nicht ohne weiteres erklären konnten oder abwehren wollten. Der Hass gegen sie ist ein Hass gegen das Unterschiedliche, gegen das, was die eigene – vielmals gerade erst gefundene – Identität infrage stellen könnte.
Je radikaler die Abwehr des Anderen, desto radikaler kann die eigene Identität gefasst werden. Radikale Ideologien wandeln Ängste von Adoleszenten in Aggression gegen alle um, die das eigene Weltbild verunsichern könnten. Eigene Unsicherheiten werden auf diese Weise erfolgreich verschleiert.
Gleichzeitig richtet sich der Hass aber nicht nur nach außen, sondern auch nach innen. Radikalisierung verlangt von den Einzelnen, sich selbst zu disziplinieren, sich stufenweise immer weiter den Anforderungen der radikalen Ideologie zu beugen, sich z.B. Lust und Unbefangenheit zu versagen für den Kampf im rechtsterroristischen Untergrund bis hin zur Selbstopferung im Jihadismus.
Wie aber vermittelt sich diese Bereitschaft zur totalen Anpassung bis hin zur Selbstaufgabe? Welche Rolle nimmt Antisemitismus dabei ein? Welche Bedeutung hat die Geschlechtsidentität im Radikalisierungsprozess? Und wie kann die antisemitismuskritische Bildungsarbeit auf Radikalisierung reagieren?
Wir laden Wissenschaftler*innen, Pädagog*innen und Akteur*innen aus der Stadtteilarbeit, Mediation, Beratung und Bildungsarbeit dazu ein, diese Fragen gemeinsam auf der 9. Blickwinkel-Tagung zu diskutieren.
Anmeldeschluss: Dienstag, 25. Mai 2018
Anmeldung und weitere Informationen:
www.bs-anne-frank.de/projekte/tagungsreihe-blickwinkel
Tagungsprogramm 2018
Tagungsflyer (pdf-Datei, 820kb)
Tagungsort
Werkhof Hannover Nordstadt
Schaufelder Str. 11, 30167 Hannover
www.werkhof.com
Veranstalter
Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main
Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«
Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin
Pädagogisches Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt
mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!«
Die bisherigen Tagungsthemen der »Blickwinkel«-Reihe
»Bildungsraum Lebenswelt«, Berlin, 26./27. Oktober 2011
»Bildungsansatz Alltagskultur«, Frankfurt am Main, 3./4. Mai 2012
»Bildungszugang Gender«, Köln, 29./30. Oktober 2012
»Kontext Nahostkonflikt«, Nürnberg, 9./10. September 2013
»Antisemitismus und Rassismus – Verflechtungen«, Jena, 22./23. September 2014
»Religion: Diskurse – Reflexionen – Bildungsansätze«, Kassel, 8./9. Juni 2015
»Kommunikation: Latenzen – Projektionen – Handlungsfelder«, Kassel, 9./10. Juni 2016
»Rechtspopulismus und Judenfeindschaft. Kontinuitäten – Brüche – Herausforderungen«, Frankfurt am Main, 19./20. Juni 2017
Kontakt/Anmeldung
Bildungsstätte Anne Frank e.V.
Céline Wendelgaß (Veranstaltungsmanagement)
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
Tel.: 069.56 000 233
cwendelgass(at)bs-anne-frank.de
www.bs-anne-frank.de
Ausgaben des Programmhefts
(pdf-Datei) seit April 2018
› April bis Juli 2026
› Oktober bis Februar 2025/26
› April bis Juli 2025
› Oktober bis Februar 2024/25
› März bis Juli 2024
› Oktober bis Februar 2023/24
› April bis Juli 2023
› Oktober bis Februar 2022/23
› April bis September 2022
› Oktober bis Februar 2021/22
› Juni bis Juli 2021
› April bis Mai 2021
› Januar bis Februar 2021
› Oktober bis November 2020
› März bis Juli 2020
› Oktober bis Februar 2019/20
› April bis Juli 2019
› Oktober bis Februar 2018/19
› April bis Juli 2018