Veranstaltungen und Ausstellungen

Veranstaltungsarchiv

Mi 05
Juni 2019
18:15

Zwischen Expertise, Politik und Moral.

Zur Aufarbeitung der NS-Verbrechen in Polen nach 1945

Vortrag von Dr. Paulina Gulińska-Jurgiel

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 454

Noch im Chaos des Zweiten Weltkrieges bildeten sich in Polen Strukturen heraus, welche die Aufarbeitung und Bestrafung der NS-Verbrechen erleichtern sollten. Der Vortrag setzt sich mit den gesellschaftlichen, politischen und nationalen Voraussetzungen, dem Verlauf und der öffentlichen Inszenierung ausgewählter polnischer Nachkriegsprozesse gegen NS-Verbrecher auseinander. Er beleuchtet auch andere Formen der Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Polen.

Dr. Paulina Gulińska-Jurgiel

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien an der Universität Halle (Saale). Ihre Dissertation erschien 2009 unter dem Titel Die Presse des Sozialismus ist schlimmer als der Sozialismus: Europa in der Publizistik der Volksrepublik Polen, der ČSSR und der DDR.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Deutschen Polen-Institut, Darmstadt

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 22
Mai 2019
18:15

Arolsen Archives

International Center on Nazi Persecution:
Geschichte, Perspektiven und Potentiale

Vortrag von Floriane Azoulay und Dr. Henning Borggräfe

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 454

Für die Suche nach Vermissten und die Klärung ihrer Schicksale entstand 1946 im hessischen Arolsen das weltweit umfassendste Archiv über die Opfer des Nationalsozialismus. Die von den Alliierten als International Tracing Service gegründete Einrichtung agierte lange abseits der Öffentlichkeit und war selbst Forschenden kaum bekannt. Dies hat mit ihrer Geschichte zu tun, die mit der Auseinandersetzung über den Umgang mit den NS-Verbrechen verschränkt ist. Heute unterstützen die Arolsen Archives sowohl Angehörige von NS-Verfolgten als auch Forschung und Bildung. Außerdem sollen die Sammlungen weltweit zugänglich gemacht werden. Der Vortrag zeichnet ihre wechselvolle Geschichte nach und stellt aktuelle Perspektiven und Potentiale vor.

Floriane Azoulay

hat Sozialwissenschaften und Management studiert und ist Direktorin der Arolsen Archives.

Dr. Henning Borggräfe

ist Historiker und Leiter der Abteilung Forschung und Bildung an den Arolsen Archives.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Sa 18
Mai 2019
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Thomas Siurkus

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
+49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 15
Mai 2019
18:15

Ad perpetuam memoriam.

Die Aktualität des Spanienkriegs und des Franquismus

Vortrag von Dr. Georg Pichler

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.802

80 Jahre nach dem Ende des Spanienkriegs und 40 Jahre nach der franquistischen Diktatur hat das lange Schweigen über die Vergangenheit einer vielschichtig geführten Diskussion Platz gemacht über die rund 114.000 Opfer des Franquismus, die immer noch in Massengräbern oder am Straßenrand verscharrt sind, über den Umgang mit den Symbolen der Diktatur in einer Demokratie, über die Kontroversen um die Verursacher des Bürgerkriegs und die in ihm von beiden Seiten verübte Gewalt. Die Vehemenz der Debatte zeigt, dass trotz gegenteiliger Beteuerungen die vom Spanienkrieg verursachte Spaltung der Gesellschaft bis heute nicht überwunden ist.

Dr. Georg Pichler

ist Professor für Deutsche Sprache und Literatur an der Universität von Alcalá (Madrid). 2013 erschien von ihm Gegenwart der Vergangenheit. Die Kontroverse um Bürgerkrieg und Diktatur in Spanien.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem AStA der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 08
Mai 2019
18:15

Die Rettung der Geschichte.

Hilfe für Juden im »Dritten Reich« aus unterschiedlichen zeitlichen Blickwinkeln

Vortrag von Prof. Dr. Mark Roseman

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Eine Veranstaltung im Rahmen des Bündnisses DIE VIELEN e.V.
DIE VIELEN: Frankfurter Erklärung

Der Vortrag zeigt am Beispiel des »Bund. Gemeinschaft für sozialistisches Leben«, wie sehr unsere Vorstellung von der »Rettung« von Juden ein Nachkriegsprodukt ist, geprägt vom Bedürfnis, ein vereinfachtes Bild des rechtschaffenen Individuums zu feiern. Dieses Bild hat auch die Aussagen der Helfer selbst gefärbt, die oft erst viele Jahre danach über ihre Taten berichtet haben. Anhand von Tagebüchern und anderen zeitgenössischen Quellen wird eine Welt aufgedeckt, die vielfach nicht zu unserer gängigen Vorstellung passt, und zudem gezeigt, wie schwer es den Akteuren fiel, ihre Erlebnisse in der Nachkriegszeit zu bewerten.

Prof. Dr. Mark Roseman

ist Distinguished Professor am Pat M Glazer Chair für Jüdische Studien sowie Professor für Geschichte und Germanistische Studien am Department of History der Indiana University Bloomington. 2000 erschien sein grundlegendes Buch The Past in Hiding. Memory and Survival in Nazi Germany (dt.: In einem unbewachten Augenblick. Eine Frau überlebt im Untergrund, Aufbau Verlag, Berlin 2002).

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Do 25
April 2019
19:00

XXII. Frankfurter Stadtgespräch:

Das Verbrechen des Holocaust verjährt nicht.
Die Aufgaben von Historie und Justiz

PD Dr. Boris Burghardt und RA Günther Feld im Gespräch mit Prof. Dr. Sybille Steinbacher

Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1, Römerberg

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

Moderation: Rebecca C. Schmidt, Geschäftsführerin des Exzellenzclusters »Die Herausbildung normativer Ordnungen«

»Dadurch war aber der Gerichtshof überfordert, der nur zu einem einzigen Zweck zusammentritt, nämlich dem, Recht zu sprechen«, so Hannah Arendt, Beobachterin des Eichmann-Prozesses, den sie mit einer großen »Anzahl von Aufgaben« und einer ganzen »Reihe politischer Nebenabsichten« kon-frontiert sah. Seit dem Jerusalemer Prozess des Jahres 1961 und den wenig später beginnenden Frankfurter Auschwitz-Prozessen, initiiert von Fritz Bauer, wird immer wieder über die Rolle der Justiz bei der Aufarbeitung des Holocaust diskutiert. Soll sie die einzelnen Verbrechen aufklären und die Täter schuldig sprechen, oder soll sie auch den Opfern eine Stimme geben und zur historischen Erforschung der Gründe, Ursachen und Folgen dieses Menschheitsverbrechens beitragen? Schon bald werden die letzten mutmaßlichen Täter gestorben sein – wie auch die Überlebenden der Opfergeneration. Was bringt es, Greise vor Gericht zu stellen? Welche Aufgaben hat die Geschichtswissenschaft im Unterschied zur Justiz? Wie sollten sich beide zu den jüngsten Relativierungsversuchen und der Gefahr eines wachsenden Antisemitismus verhalten? Darüber diskutiert Sybille Steinbacher mit dem Rechtswissenschaftler Boris Burghardt von der HU Berlin, der die strafrechtliche Aufarbeitung von Unrechtsregimen erforscht, und Günther Feld, der zunächst als Staatsanwalt und dann als Vertreter der Nebenklage an vielen NS-Verfahren beteiligt war.

PD Dr. Boris Burghardt

ist Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für deutsches und internationales Strafrecht, Strafprozessrecht und Juristische Zeitgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Sommersemester 2019 hat er die Michael Hauck Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung am Fritz Bauer Institut inne.

Oberstaatsanwalt a.D. Günther Feld

war von 1978 bis 2011 Staatsanwalt in Köln und langjähriger Leiter der Abteilung für NS-Verbrechen. Er führte etwa 30 Verfahren gegen SS-Angehörige. Heute arbeitet er als Rechtsanwalt und vertritt Holocaust-Überlebende und deren Angehörige als Nebenkläger in den letzten Auschwitz-Prozessen.

Prof. Dr. Sybille Steinbacher

ist Direktorin des Fritz Bauer Instituts, Inhaberin des Lehrstuhls zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust und Principal Investigator des Exzellenzclusters »Die Herausbildung normativer Ordnungen« an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Veranstalter

Exzellenzcluster »Die Herausbildung normativer Ordnungen« in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Frankfurt

Veranstaltungsflyer (jpg-Datei)

Kontakt

Exzellenzcluster
»Die Herausbildung normativer Ordnungen«
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Max-Horkheimer-Str. 2
60323 Frankfurt am Main
+49 (0)69 798-31401
office@normativeorders.net
https://www.normativeorders.net/frankfurter-stadtgespraech


Mi 24
April 2019
18:15

Die SA. Eine neue Geschichte von Hitlers Braunhemden

Vortrag von Prof. Dr. Daniel Siemens

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG-Farben Haus, Raum 311

Daniel Siemens nimmt die verschiedenen Entwicklungsstufen der SA in den Blick: vom paramilitärischen Wehrverband der Weimarer Jahre, der nach seiner Neukonstituierung 1925/26 wieder erstarkte und dem Nationalsozialismus zur Macht verhalf, über Konflikte und Krisen im Zuge der »Machtergreifung« bis zur abermaligen Neuausrichtung nach der Ermordung führender SA-Mitglieder 1934. Tatsächlich suchte sich die SA, die eine ganze Generation von Heranwachsenden prägte, ab Mitte der 1930er Jahre neue Aufgaben, die sie vor allem in der Peripherie des »Dritten Reiches«, den »Anschlussgebieten« Österreich, Sudeten- und Memelland, fand. Ihre Führer waren zudem eng in die Organisation des Holocaust in Südosteuropa eingebunden.

Prof. Dr. Daniel Siemens

ist Professor für Europäische Geschichte an der University of Newcastle. Seine Habilitationsschrift erschien 2017 unter dem Titel Stormtroopers: A New History of Hitler’s Brownshirts (dt. Sturmabteilung. Die Geschichte der SA, München: Siedler Verlag, 2019).

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 17
April 2019
18:15

Mörderische Zwangsarbeit.

Das KZ-Außenlager Katzbach bei den Adlerwerken in Frankfurt am Main

Vortrag von Dr. Andrea Rudorff

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Grußworte:

Stadträtin Elke Sautner in Vertretung von Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig
Prof. Dr. Sybille Steinbacher für das Fritz Bauer Institut

In zahlreichen deutschen Rüstungsunternehmen waren im letzten Kriegsjahr KZ-Häftlinge zur Zwangsarbeit eingesetzt – so auch in den Frankfurter Adlerwerken. Bis heute ist vielen Frankfurterinnen und Frankfurtern unbekannt, dass sich mitten in der Stadt ein Konzentrationslager befand. 1944 wurde auf dem Gelände der Adlerwerke das Außenlager »Katzbach« eingerichtet. Die meisten Gefangenen stammten aus Polen, viele von ihnen waren am Warschauer Aufstand beteiligt. In den Adlerwerken mussten sie unter grauenvollen Bedingungen Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie leisten. Nur selten war die Sterblichkeit von Zwangsarbeitern so hoch wie hier: Über ein Drittel der nach Frankfurt verschleppten Menschen starb binnen weniger Wochen und Monate aufgrund von Unterernährung, katastrophalen Lebensbedingungen und Gewalt.

Die Stadt Frankfurt vergab 2018 einen Forschungsauftrag an das Fritz Bauer Institut, um die wissenschaftliche Grundlage für eine Gedenkstätte zu schaffen, die an das Schicksal der Gefangenen des Konzentrationslagers erinnert. Zum Semesterauftakt präsentiert die mit der Studie betraute Historikerin Dr. Andrea Rudorff ihre Forschungsergebnisse im Rahmen eines Vortrags.

Im Anschluss an den Vortrag findet ein Empfang statt.

Dr. Andrea Rudorff

ist wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Fritz Bauer Institut.
 
Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Kulturdezernat der Stadt Frankfurt am Main

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mo 08 - Di 09
April 2019

Juridical Testimonies after 1945 –

Expectations, Contexts and Comparisons

Workshop

Simon Dubnow-Institut
Goldschmidtstr. 28
04103 Leipzig

Workshop des Leibniz-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut

Das Bezeugen des Holocaust und die Strafverfolgung der Täter waren nach 1945 eng miteinander verbunden. Viele Überlebende, die Zeugnis ablegten, taten das ganz selbstverständlich auch im Hinblick auf eine Verfolgung der Täter. Das Beklagen der Toten und die Anklage der Verbrechen gingen ineinander über, ebenso das Verlangen nach Gerechtigkeit, Wahrheit und gelegentlich nach Rache.
Später fielen die Sphären der Strafverfolgung und der Zeugenschaft des Holocaust zunehmend auseinander. Die juristische Zeugenschaft der Überlebenden wurde eine kontroverse Angelegenheit, gekennzeichnet von widersprüchlichen Erwartungen und Anforderungen. Bundesdeutsche Strafjuristen und ein Teil der Öffentlichkeit bestanden mit Verweis auf rechtstaatliche Grundsätze darauf, die Prozesse gegen die (Mit-)Täter des staatlich organisierten Massenmords als ganz normale Strafprozesse zu führen. Aus dieser Perspektive waren die Überlebenden mit ihren tiefen Verletzungen zweifelhafte Zeugen, zu voreingenommen und emotional. Die Glaubwürdigkeit der Zeugen wurde nicht zuletzt daran bemessen, ob sich bei ihnen Zeichen von Hass oder Rachegefühlen zeigten.
Die ehemaligen KZ-Häftlinge und Holocaust-Überlebenden nutzten die Prozesse weiterhin, um in den Formen, die ihnen das Strafrecht zubilligte, öffentlich ihr Wissen über die Verbrechen kundzutun. Ihre Motive und Anliegen waren vielfältig; ihre Möglichkeiten, sich vor Gericht verständlich zu machen, variierten. Die juristische Zeugenschaft des Holocaust war ein transnationales Phänomen; die Herkunft aus verschiedenen, nicht selten wechselnden Erinnerungsgemeinschaften und die Sprachen, die im Zeugenstand gesprochen wurden, bestimmten den Gehalt und die Rezeption der Aussagen wesentlich mit. Der Workshop wird aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen und mit Blick auf verschiedene Zeiträume und Länder die juristische Zeugenschaft der Holocaust-Überlebenden diskutieren.

Programm (pdf-Datei)

Anmeldung bis 29. März 2019

Kontakt

Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow
Dagi Knellessen / Katharina Stengel
Goldschmidtstr. 28
04103 Leipzig
+49 (0)341 21735-755
antwort(at)dubnow.de
http://www.dubnow.de


Mi 27
März 2019
17:30

Feierstunde aus Anlass der Neubenennung des Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn-Saals

Mit einem Vortrag von Dr. Markus Roth

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.811

Vortrag von Dr. Markus Roth:

Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Zur Würdigung von Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn

Trude Simonsohn ist Überlebende des Holocaust und für die Goethe-Universität eine wichtige Zeitzeugin für das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Irmgard Heydorn war NS-Widerstandskämpferin. Sie setzte sich Zeit ihres Lebens gegen das Vergessen der Verbrechen der Nationalsozialisten ein. Beide verband eine lebenslange Freundschaft.

Nach der feierlichen Enthüllung des Raumschildes wird der Historiker Dr. Markus Roth (Arbeitsstelle Holocaustliteratur, Justus-Liebig-Universität Gießen) einen Vortrag zur Würdigung von Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn halten.

Eine Kooperation des Präsidiums der Goethe-Universität Frankfurt am Main mit dem Fritz Bauer Institut.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Sa 23
März 2019
13:00

Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Mitgliederversammlung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG-Farben Haus, Raum 311

Veranstalter
Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Der Vorstand des Fördervereins des Fritz Bauer Instituts lädt alle seine Mitglieder ein zur ordentlichen Mitgliederversammlung (gemäß § 7 der Satzung). Im Rahmen der Mitgliederversammlung wird der Vorstand neu gewählt.

Mit freundlichen Grüßen
Jutta Ebeling
(für den Vorstand)

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Do 21 - Fr 22
März 2019

Frankfurt und der Nationalsozialismus

Tagung

Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1, Sonnemannsaal

Eine Tagung des Historischen Museum Frankfurt in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung sowie der Bildungsstätte Anne Frank, dem Historischen Seminar der Goethe-Universität, dem Institut für Stadtgeschichte und dem Jüdischen Museum Frankfurt

Im Jahr 2020 jährt sich das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft zum 75. Mal. Das Historische Museum Frankfurt wird in diesem Jahr die erste umfassende Ausstellung über die Zeit des Nationalsozialismus in Frankfurt eröffnen. Es überrascht, wie schnell und gründlich sich das zuvor so liberale und weltoffene Frankfurt unter seinem NS-Oberbürgermeister Friedrich Krebs der NS-Ideologie angeschlossen hat. Die Ausstellung will das lange gehegte Bild der Stadt als »widerständig« hinterfragen und die Beteiligung der Bevölkerung Frankfurts, ihrer Verwaltung, Universität und Wirtschaft am nationalsozialistischen System verdeutlichen.
Die Tagung bringt zur Vorbereitung der Ausstellung Wissenschaftler/innen und Praktiker/innen zusammen, die aktuelle Forschungsprojekte zu Frankfurt im Nationalsozialismus vorstellen und davon berichten, wie man andernorts mit den Herausforderungen umgeht, vor denen heute die Erinnerung an diese Epoche der deutschen Geschichte steht. Die Erwartungen der Frankfurter Stadtgesellschaft an eine solche Ausstellung sollen gleichermaßen Berücksichtigung finden. Deshalb sind alle Interessierte und Akteur/innen, die sich mit diesem Thema befassen, eingeladen.

Donnerstag, 21. März 2019

Erwartungen

10.00 Uhr
Begrüßung: Dr. Jan Gerchow (Historisches Museum Frankfurt)
Grußwort: Dr. Ina Hartwig (Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main)
Grußwort: N.N. (Hessische Landeszentrale für politische Bildung Wiesbaden)

10.30 Uhr    
Key Note: Von der Heimat ohne NS zum NS ohne Heimat. Der Nationalsozialismus und die lokale Geschichtskultur nach 1945
Prof. Dr. Habbo Knoch (Universität Köln)

11.00 Uhr    
Ideensammlung mit dem Publikum: Was erwarten wir von einer Frankfurter NS-Ausstellung?

12.30 Uhr  
Mittagspause

Stand der Forschung zu Frankfurt, laufende Projekte und Desiderata

13.30 Uhr    
Stand der Forschung
Prof. Dr. Christoph Cornelißen (Historisches Seminar, Goethe-Universität Frankfurt)

14.00 Uhr    
Aktuelle Projekte des Fritz Bauer Instituts
Prof. Dr. Sybille Steinbacher (Fritz Bauer Institut, Frankfurt)

14.30 Uhr    
Die Frankfurter Universität im Nationalsozialismus
Prof. Dr. Moritz Epple (Historisches Seminar, Goethe-Universität Frankfurt)

15.00 Uhr    
Gemeinsame Diskussion und Kaffeepause

15.45 Uhr    
Die Webseite »Frankfurt1933–1945«
Dr. Thomas Bauer (Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt)

16.15 Uhr    
Das neue Konzept des Jüdischen Museums Frankfurt
Dr. Mirjam Wenzel (Jüdisches Museum Frankfurt)

16.45 Uhr    
Vergangenheit und Zukunft der Gedenkpädagogik in Frankfurt
Gottfried Kößler (Pädagogisches Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt)

17.15 Uhr  
Gemeinsame Diskussion

Öffentlicher Abendvortrag

18.30 Uhr
Historisches Wissen und das Fortleben postnazistischer Bilderwelten in der Popkultur
Dr. Jelena Jazo (Frankfurt)

Freitag, 22. März 2019

Methoden: Wie den Nationalsozialismus ausstellen und vermitteln? Erfahrungen andernorts

9.30 Uhr    
Partizipative Ansätze in Ausstellungsprojekten: Das denk.mal Hannoverscher Bahnhof in Hamburg
Dr. Oliver von Wrochem (KZ-Gedenkstätte Neuengamme)

10.00 Uhr    
Der Nationalsozialismus in der geplanten Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums
Fritz Backhaus (Deutsches Historisches Museum, Berlin)

10.20 Uhr    
Emotionen und Diskurs. Erfahrungen im Umgang mit NS-Objekten
Dr. Sylvia Necker (Nottingham/Frankfurt)

10.40 Uhr    
Kaffeepause

11.00 Uhr    
Vielfältige Ansätze. Von der Erforschung zur Darstellung von Akteurinnen und Akteuren
PD Dr. Jan Erik Schulte (Gedenkstätte Hadamar)

11.20 Uhr    
Medial und interaktiv. geplante NS-Dokumentationszentrum in Mannheim
Andreas Mix (MARCHIVUM, Mannheim)

11.40 Uhr    
Digitale Medien in der historisch-politischen Bildung
Dr. Meron Mendel (Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt)

12.00 Uhr    
Design für Alle. Die neue Dauerausstellung in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz
Dr. Elke Gryglewski (Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin)

12.20 Uhr    
Gemeinsame Diskussion

13.00 Uhr  
Mittagspause

Resümee

14.00 Uhr    
Welche Anstöße kann eine Ausstellung der Stadtgesellschaft geben?
Dr. Hanno Loewy (Jüdisches Museum Hohenems)

14.30 Uhr  
Zusammenfassung des gesammelten Inputs

15.00 Uhr    
Ende der Veranstaltung

An beiden Tagen ganztägig:
Poster-Präsentationen von Initiativen zur Frankfurter NS-Geschichte

Teilnahmegebühr: € 20,– / ermäßigt € 10,–
Vor Ort an der Museumskasse zu bezahlen.

Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht!

Tagungsflyer (pdf-Datei)

Kontakt
Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1
60311 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 212-35599
info(at)historisches-museum-frankfurt.de  
www.historisches-museum-frankfurt.de  

 


Sa 16
März 2019
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Thomas Siurkus

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mo 25
Februar 2019
19:30

Zur rechten Zeit. Wider die Rückkehr des Nationalismus

Buchvorstellung mit Prof. Dr. Norbert Frei, Dr. Franka Maubach, PD Dr. Christina Morina und Dr. Maik Tändler

Deutsche Nationalbibliothek
Adickesallee 1
60322 Frankfurt am Main

Moderation

Caroline Rebecca Schmidt, Geschäftsführerin des Exzellenzclusters »Die Herausbildung normativer Ordnungen«

Begrüßung

Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts
Prof. Dr. Klaus Günther, Co-Sprecher des Exzellenzclusters

Die Sehnsucht nach einer »konservativen Revolution« zieht sich durch die gesamte deutsche Nachkriegsgeschichte. Immer wieder forderten Nationalkonservative und Rechtsradikale die liberale Demokratie heraus. Doch seit der »Flüchtlingskrise« hat sich die Sprengkraft ihrer Argumente enorm verstärkt: Viele Positionen von AfD, Pegida und der Neuen Rechten sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und das Verlangen nach einer heilen Geschichte heizt die Stimmung weiter an. Sind das noch die Deutschen, die glaubten, ihre Vergangenheit mustergültig »bewältigt« zu haben? Präzise führen die Autoren vor Augen, was derzeit auf dem Spiel steht – und wie es dazu gekommen ist.

Prof. Dr. Norbert Frei

forscht derzeit als Fellow des Exzellenzclusters am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg. Er ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Dr. Franka Maubach

ist Historikerin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und schreibt derzeit an einer Arbeit über die Deutung des »deutschen Sonderwegs«.

PD Dr. Christina Morina

lehrt Neuere und Neueste Geschichte Deutschlands in Europa an der Universität Amsterdam.

Dr. Maik Tändler

ist Historiker an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und forscht zur Geschichte der intellektuellen Rechten in Deutschland.

Norbert Frei, Franka Maubach, Christina Morina, Maik Tändler
Zur rechten Zeit. Wider die Rückkehr des Nationalismus
Berlin: Ullstein, 2019, Hardcover, 256 S., € 16,00
ISBN-13 9783550200151 (erscheint am 22. Februar 2019)

Eine gemeinsame Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts und des Exzellenzclusters »Die Herausbildung normativer Ordnungen« an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Ullstein Buchverlage, der Karl-Marx-Buchhandlung und der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.
Anmeldung erbeten unter: www.dnb.de/veranstaltungfrankfurt

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Sa 16
Februar 2019
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Thomas Siurkus

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 13
Februar 2019
18:15

Zur Transformation des sowjetischen Gedenkortes bei Trostenez in einen gesamteuropäischen Erinnerungsort

Vortrag von Dr. Aliaksandr Dalhouski

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.802

Der Ort der Massenvernichtung Malyj Trostenez in Weißrussland, der schon zu Zeiten der Sowjetunion zum Gedenkort wurde, soll gegenwärtig in einen gesamteuropäischen Erinnerungsort umgewandelt werden. Der Vortrag schildert die mit dieser Entwicklung verbundenen Schwierigkeiten und beleuchtet an diesem Beispiel die Probleme der Historisierung sowie die Besonderheiten der sowjetischen Wahrnehmung und Gestaltung von Orten des Gedenkens an die Massenvernichtung. Er basiert auf den im Rahmen der Vorarbeiten zur Ausstellung »Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung« erzielten Forschungsergebnissen und behandelt unter anderem folgende Fragen: Wie geriet die größte Vernichtungsstätte in der Region in Vergessenheit? Wie kam es in der Sowjetzeit dazu, dass die nach Trostenez deportierten und dort ermordeten mitteleuropäischen Juden in der offiziellen Erinnerungskultur als friedliche Sowjetbürger dargestellt wurden?

Dr. Aliaksandr Dalhouski

ist Historiker, verantwortlich für den Bereich Forschungsarbeit in der Geschichtswerkstatt Minsk.

Veranstaltung im Begleitprogramm der Ausstellung
Vernichtungsort Malyj Trostenez: Geschichte und Erinnerung
26. Januar – 17. März 2019, Karmeliterkloster, Frankfurt am Main
Veranstalter: Institut für Stadtgeschichte, Fritz Bauer Institut, Pädagogisches Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums, Internationales Bildungs- und Begegnungswerk
Informationen zur Ausstellung

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 06
Februar 2019
18:15

Fritz Bauer: Kleine Schriften

Präsentation des Editionsprojekts

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Fritz Bauer (1903–1968) war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten im Kampf für die juristische Ahndung der NS-Verbrechen in den 1950er und 1960er Jahre in der Bundesrepublik. Von den Nationalsozialisten ins Exil getrieben, kehrte Bauer 1949 nach West-Deutschland zurück und setzte sich als Generalstaatsanwalt für die Demokratisierung des Landes ein.

Es ist eine ironische Note, dass die »Kleinen Schriften« Fritz Bauers nun in einer Edition mit mehr als 1.800 Druckseiten erschienen sind. Man sieht, wie breit gestreut das Interesse von Verlagen, Zeitungen und Zeitschriften an seinen Auffassungen war. Zudem wird deutlich, dass er fast sein ganzes Leben lang publizierte.

Nach mehr als fünf Jahren Recherche und redaktioneller Arbeit legen wir die bislang bekannten und identifizierbaren Schriften Bauers in zwei Teilbänden vor. Sie decken die Jahre 1921 bis 1969 ab und lassen die Konjunkturen seiner Auseinandersetzung mit Themen wie der Emigration, den Wirtschaftssystemen, den Kriegsverbrechen, dem Widerstand, der Strafrechtsreform, den nationalsozialistischen Gewaltverbrechen, dem Sexualstrafrecht und dem Strafvollzug erkennen.

Programm

Es sprechen
für das Fritz Bauer Institut: Prof. Dr. Sybille Steinbacher
die Herausgeberin und der Herausgeber: Dr. Lena Foljanty und Dr. David Johst
für die Gerda Henkel Stiftung: Dr. Sybille Wüstemann

Vortrag von Oberstaatsanwalt a.D. Günther Feld:
»NSG-Verfahren in den 1980er/1990er Jahren – vertane Chancen!«

Mit Audio- und Videoaufnahmen von Fritz Bauer sowie einer Lesung aus seinen Texten durch Christoph Pütthoff (Schauspiel Frankfurt).

Anschließend Empfang

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 30
Januar 2019
18:15

Umgang in der Demokratie mit der völkischen Rechten

Vortrag von Prof. Dr. Samuel Salzborn

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Die völkische Rebellion der antidemokratischen Rechten war erfolgreich, wobei dieser Erfolg auf neurechte Medien- und Öffentlichkeitsstrategien zurückgeht, die denen der sogenannten Konservativen Revolution und deren Kampf gegen die Weimarer Demokratie entlehnt sind. Zu lange und zu oft wurde bisher ignoriert, dass es solche Strategien gibt, die – würde man sich mit ihnen befassen – leicht zu konterkarieren wären. Statt den Fokus hierauf zu richten, werden ganz im Gegenteil stets dieselben Fehler im Umgang mit der völkischen Rechten wiederholt, was ihnen weiter in die Hände spielt. Der Vortrag benennt wesentliche rechte Strategien und zeigt, welche Fehler im demokratischen Umgang mit ihnen gemacht werden.

Prof. Dr. Samuel Salzborn
ist zurzeit Gastprofessor für Antisemitismusforschung am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin.

Eine Kooperation mit dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mo 28
Januar 2019
12:00

Vorlesung zum Holocaust-Gedenktag:

Der Todesmarsch an die Bernsteinküste.
Die Geschehnisse von Palmnicken im Januar 1945

Vortrag von Prof. Dr. Sybille Steinbacher

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1
Gebäude Präsidium und Administration, Lobby

Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Begrüßung

Prof. Dr. Birgitta Wolff
Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt

Etwa zur selben Zeit, als die Rote Armee am 27. Januar 1945 Auschwitz befreite, trieb in Ostpreußen ein SS-Mordkommando Tausende Menschen, fast ausschließlich jüdische Frauen, an die Bernsteinküste bei Palmnicken. Eines der größten Massaker in der Zeit der Todesmärsche begann: Die Frauen wurden ins Meer gescheucht, erschossen und erschlagen. Was in Palmnicken geschah, ist bis heute wenig bekannt. Im Vortrag wird beleuchtet, was sich über die deutsche Zivilbevölkerung und die lokalen Amtsträger in der Zeit der Todesmärsche sagen lässt. Die Palette der Verhaltensweisen war breit: Mitleid und Hilfe, aber auch Feindseligkeit, Abscheu und Angst wurde den Frauen in Palmnicken entgegengebracht. Das Geschehen zeigt: Mit der Befreiung von Auschwitz endete der Massenmord nicht.

Im Anschluss an den Vortrag Umtrunk und Imbiss.

Prof. Dr. Sybille Steinbacher

ist Professorin für die Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Goethe-Universität und Direktorin des Fritz Bauer Instituts.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


So 27
Januar 2019
19:00

Viktors Kopf

Vom Umgang mit einem NS-Unrechtsurteil, 2016

Filmvorführung mit Carmen Eckhardt

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Bockenheim
Pupille – Kino in der Uni
Studierendenhaus
Mertonstr. 26–28

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Die Filmemacherin Carmen Eckhardt begann siebzig Jahre nach der Ermordung ihres Urgroßvaters mit der Spurensuche: Georg Viktor Kunz, geboren 1884 als unehelicher Sohn des Barons Georg von Oertzen, engagierte sich erst in der Sozialistischen Arbeiterjugend, dann beim Spartakusaufstand 1919 in Berlin und avancierte zum Minister in der Rheinischen Republik Autonome Pfalz. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten suchte ihn die Gestapo. Im Jahr 1943 wurde er von Roland Freisler, Präsident des Volksgerichtshofs, zum Tode verurteilt und für »immer ehrlos« erklärt. In Stuttgart wurde das Urteil mit dem Fallbeil vollstreckt. Seine Urenkelin kämpfte darum, Kunz zu rehabilitieren. Aber das 1998 vom Bundestag verabschiedete NS-Aufhebungsgesetz hebt NS-Urteile pauschal auf und macht die juristische Würdigung von Einzelschicksalen unmöglich.

Carmen Eckhardt
ist Produzentin und Regisseurin von SeeMoreFilm. Sie lebt in Köln.

Eine Kooperation mit Pupille e.V. – Kino in der Uni und dem AStA der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


So 27
Januar 2019
16:00

Klänge des Verschweigens

Ein detektivischer Musikfilm über Wilhelm Heckmann, 2012

Filmvorführung mit Dr. Klaus Stanjek

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Bockenheim, Pupille – Kino in der Uni
Studierendenhaus, Mertonstr. 26–28

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Wilhelm Heckmann war Konzertsänger und Pianist mit einem breiten Repertoire an Arien, Chansons und romantischen Liedern. Von 1923 bis in die 1960er Jahre trat er in Deutschland und in der Schweiz auf. Auch während der NS-Zeit wurde seine Musik geschätzt. Seine bisexuelle Orientierung wurde ihm jedoch zum Verhängnis. 1937 wurde er ins KZ Dachau deportiert, später ins KZ Mauthausen. Trotz der extrem harten Umstände durch langjährige Arbeit im Steinbruch und Bunkerhaft überlebte er bis zur Befreiung. Als Mitglied des Gefangenenorchesters wurde er als Funktionshäftling behandelt und später zu leichteren Aufgaben herangezogen. Seine Familie hat den Grund für seine Haft nie thematisiert, bis nach seinem Tod sein Neffe, Klaus Stanjek, auf seine Geschichte stieß. 

Dr. Klaus Stanjek
i
st Dokumentarfilmregisseur und Hochschullehrer. Er lebt in Babelsberg bei Berlin.

Eine Kooperation mit Pupille e.V. – Kino in der Uni und dem AStA der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


So 27
Januar 2019
11:00

Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz.

Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus
Vortrag von Prof. Dr. Sybille Steinbacher:
Auschwitz. Eine Stadt und ihr Lager

Eröffnung der Wanderausstellung

Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Hansastr. 3, 44137 Dortmund

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Prof. Dr. Sybille Steinbacher
ist Direktorin des Fritz Bauer Instituts und Inhaberin des Lehrstuhls für die Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Ausstellungszeitraum
Sonntag, 27. Januar bis Sonntag, 7. April 2019
Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Hansastr. 3, 44137 Dortmund

Öffnungszeiten
Di., Mi., Fr. und So.: 10:00–17:00 Uhr
Do.: 10:00–20:00 Uhr, Sa.: 12:00–17:00 Uhr
Der Eintritt für die Ausstellung ist frei.
Für die öffentlichen Führungen ist eine Gebühr von 3 Euro pro Person fällig.

Informationen zur Ausstellung
Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Tel.: +49(0)231 502602-8
info.mkk(at)stadtdo.de
www.mkk.dortmund.de
Nordstadtblogger – Nachrichten aus Dortmund

Die IG Farben-Ausstellung des Fritz Bauer Instituts

Anmeldung für Schulkassen und Gruppen
Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
Tel. +49(0)231 502500-2
Di. bis So. 10:00–17:00 Uhr

Der Chemiekonzern IG Farben ließ ab 1941 in unmittelbarer Nähe zum Konzentrationslager Auschwitz eine chemische Fabrik zur Produktion von Buna errichten, einem für die Kriegswirtschaft wichtigen synthetischen Kautschuk. Neben deutschen Fachkräften setzte das Unternehmen auf der riesigen Baustelle tausende von Häftlingen aus dem KZ Auschwitz, außerdem Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus ganz Europa ein. Mit der SS arbeiteten die IG-Farben-Manager eng zusammen. Für die ständig steigende Zahl von KZ-Häftlingen errichteten sie 1942 gemeinsam mit der SS das firmeneigene Konzentrationslager Buna-Monowitz. Tausende Häftlinge kamen durch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen auf der Baustelle zu Tode oder wurden in den Gaskammern in Auschwitz-Birkenau ermordet, sobald sie nicht mehr arbeitsfähig waren. Im Durchschnitt lebte nur noch etwa drei Monate lang, wer zur Zwangsarbeit nach Buna-Monowitz abkommandiert worden war.

Die Ausstellung zeichnet Entstehung, Alltag und Auflösung des KZ Buna-Monowitz nach. Historische Fotografien, die anlässlich eines Besuches von Heinrich Himmler, dem Reichsführer SS, am 17. und 18. Juli 1942 gemacht wurden, dokumentieren die Perspektive von SS und IG Farben. Sie werden kontrastiert mit autobiographischen Texten von überlebenden Häftlingen, darunter Primo Levi, Jean Améry und Elie Wiesel, sowie Aussagen von Überlebene in den Nachkriegsprozessen. Informationen zu den Gerichtsverfahren und den Bemühungen der Überlebenden um Entschädigung nach 1945 ergänzen die Ausstellung, die als Wanderausstellung konzipiert ist und zum Verleih zur Verfügung steht.

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts
Die Präsentation der Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund sowie der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Verbindung mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Ausstellung und Begleitprogramm werden gefördert von Borussia Dortmund und Evonik.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Fr 25
Januar 2019
17:00

Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung

Ausstellungseröffnung mit einem Vortrag von Dr. Petra Rentrop-Koch

Institut für Stadtgeschichte
Münzgasse 9, Frankfurt am Main

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

25 Jahre nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Belarus und Deutschland erarbeitete das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund gemeinsam mit seiner Partnerorganisation in Minsk und der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« eine Ausstellung, in der die zwischen 1942 und 1943 von den Deutschen begangenen Gewaltverbrechen in Malyj Trostenez dokumentiert werden. Die Wanderausstellung wurde nach ihrer Premiere in Minsk in vielen deutschen Städten gezeigt, aus denen Juden nach Minsk deportiert worden waren. Auch aus Frankfurt gab es Transporte nach Minsk. Ein kleiner lokaler Schwerpunkt geht auf einige Opfer aus Frankfurt ein.

Die Ausstellung ist vom 26. Januar bis zum 17. März 2019 im Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main zu sehen.

Vortrag von Dr. Petra Rentrop-Koch:
Malyj Trostenez – Ein Landgut als Vernichtungsstätte (1942–1944)

Malyj Trostenez
bei Minsk in Weißrussland war während der deutschen Besatzung ein Schauplatz nationalsozialistischer Massenverbrechen. Im Wald nahe der zum Arbeitslager umfunktionierten örtlichen Kolchose wurden Zehntausende von Menschen erschossen oder in Gaswagen erstickt. Juden aus dem »Großdeutschen Reich« sowie aus Minsk und Umgebung waren die Hauptopfergruppe. Während des Partisanenkriegs wurden dort auch nichtjüdische Einheimische ermordet. Die Gesamtopferzahl wird heute auf mindestens 60.000 Menschen geschätzt. Der Vortrag skizziert die Geschichte von Malyj Trostenez und verortet sie im Kontext des Holocaust und des Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion. Außerdem widmet er sich den unterschiedlichen Opfergruppen und ihren Überlebenschancen.

Dr. Petra Rentrop-Koch
hat ihre Dissertation zum Thema verfasst und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin.

Eine Kooperation mit dem Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Fr 25
Januar 2019
9:00

Die Deutschen und die NS-Vergangenheit seit 1945

Verweigerung, Engagement und Ermüdung im »Erinnerungsdienst«

Masterclass mit Prof. Dr. Norbert Frei:

Freitag, 25. Januar 2019, 9:00 Uhr
Veranstaltungsende: 13:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main,
Campus Westend, Max-Horkheimer-Str. 4,
Seminarhaus, Raum SH 5.107

Voraussetzung für die Teilnahme an der Masterclass ist die Lektüre zweier kurzer, noch unveröffentlichter Essays von Norbert Frei, die zusammengenommen eine knappe, vor allem diskursgeschichtlich angelegte Chronik des Umgangs der Deutschen mit der NS-Vergangenheit seit 1945 bilden.

Teilnahme nur auf Einladung.

Prof. Dr. Norbert Frei
ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts. Gegenwärtig ist er Fellow des Exzellenzclusters Normative Orders am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität Franfurt am Main

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Exzellenzcluster Normative Orders an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Do 24
Januar 2019
18:30

»Niemand will Nazi gewesen sein«

Überlegungen zur Nachgeschichte des »Dritten Reiches«

Vortrag von Prof. Dr. Norbert Frei

Donnerstag, 24. Januar 2019, 18:30 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main,
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1,
Casino-Gebäude, Raum 1.801

»Ihr werdet überhaupt keine Nazis finden, keiner will Nazi gewesen sein, die müsst ihr erst suchen.« Mit dieser Prophezeiung hatte Hellmuth Freiherr von Rauschenplat im März 1945 im Marinehafen von Dover alliierte Soldaten verabschiedet, die demnächst in Deutschland Teil der Besatzungsverwaltung werden sollten. Der adlige Antifaschist und spätere Remigrant sollte recht behalten: Schon in ihren ersten Begegnungen mit den Besatzern ging die große Mehrheit der Deutschen auf Abstand zu Hitler und dem verflossenen Regime, und noch vor Gründung der beiden deutschen Staaten war aus dieser pauschalen Distanzierung in Ost und West, wenngleich auf unterschiedliche Weise, die neue Staatsraison geworden. Der Vortrag versucht, die Nachgeschichte des Nationalsozialismus ausgehend von den beiden deutschen Wegen der Transformation der vormaligen Volksgenossen zu entwickeln.

Prof. Dr. Norbert Frei
ist Lehrstuhlinhaber für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts. Er ist Fellow am Exzellenzcluster »Die Herausbildung normativer Ordnungen«

Eine gemeinsame Veranstaltung des Exzellenzclusters »Die Herausbildung normativer Ordnungen« an der Goethe-Universität Frankfurt am Main mit dem Fritz Bauer Institut.

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de