Veranstaltungen und Ausstellungen

Veranstaltungsarchiv

Mi 12
Oktober 2016
18:00

Nürnberger Prozesse

70 Jahre danach

Vorträge und Diskussion mit Prof. Dr. Christoph Safferling, Erlangen, und Dr. Hubert Seliger, Augsburg:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Eine Kooperation mit dem Frankfurter Anwaltsverein e.V.

Vortrag von Prof. Dr. Christoph Safferling: »Nürnberg und das Ende der Straflosigkeit für Menschheitsverbrechen«
Vortrag von Dr. Hubert Seliger: »Die Verteidiger in den Nürnberger Prozessen 1945–1949: eine kritische Würdigung«
Anschließend: Publikumsdiskussion
Moderation: Michael Koch, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, Frankfurt am Main

Anlässlich des 70. Jahrestags der Urteilsverkündung des Internationalen Militärgerichtshofs in Nürnberg gegen die Hauptkriegsverbrecher sollen zentrale Fragen in den Blick genommen werden: Christoph Safferling widmet sich dem Prozess selbst, dem durch die Alliierten besetzten Gericht, den Anklagepunkten, den unterschiedlichen politischen Agenden der Alliierten und den Urteilen. Hubert Seliger beschäftigt sich mit den Verteidigern in diesem Prozess. Wer waren sie? Wo und wann erhielten sie ihre juristische Ausbildung? Und was bewog sie, diese Männer zu vertreten?

Prof. Dr. Christoph Safferling, LL.M. (LSE), ist seit 2015 Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Völkerrecht an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, zuvor hatte er einen Lehrstuhl am Fachbereich Rechtswissenschaften der Philipps-Universität Marburg inne. Neben vielen anderen Expertengremien ist er seit 2012 Mitglieder der Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission am Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz für die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Der Bericht der Kommission wird im Oktober 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt.
 
Dr. Hubert Seliger hat Geschichte, Politikwissenschaften und Staats- und Völkerrecht an der Universität Augsburg studiert. Seine Dissertation mit dem Titel »Politische Anwälte?« Die Verteidiger der Nürnberger Prozesse ist 2016 im Nomos Verlag erschienen.

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Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
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Mo 10
Oktober 2016
10:30

»Sinti und Roma in Deutschland und die Rolle des Antiziganismus«

eine Handreichung für den Unterricht, Konzepte – Beispiele – Erfahrungen

Fachtag für Pädagogen

Erwin-Stein-Haus, Raum B.216
Stuttgarter Str. 18–24
Frankfurt am Main

Veranstalter: Hessische Lehrkräfteakademie, Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Hessen, Pädagogisches Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main

Im Mittelpunkt des Fachtags steht die Vorstellung der aktuellen vom Hessischen Kultusministerium herausgegebenen Lehrerhandreichung »Sinti und Roma in Deutschland und die Rolle des Antiziganismus«. Die Handreichung setzt sich zentral mit der Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma und der Rolle des Antiziganismus auseinander und möchte als konkrete Orientierungshilfe praktische Anregungen für vielfältige Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung im Fachunterricht vorstellen.
Nach einem einführenden Fachvortrag am Vormittag bieten die sich anschließenden Workshopangebote die Gelegenheit, spezifische Lernangebote zur Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma in den Fächern Geschichte, Deutsch sowie Politik und Wirtschaft kennenzulernen und Perspektiven einer diskriminierungskritischen Bildungsarbeit gegen die gesellschaftliche Ausgrenzung der Minderheit der Sinti und Roma zu diskutieren.

Tagungsprogramm

10.30 Uhr   Begrüßung und Grußworte
Rinaldo Strauß, Verband deutscher Sinti und Roma, Landesverband Hessen
Lieselotte Haffke, Leiterin Sachgebiet II.2.2, Hessische Lehrkräfteakademie
11.00 Uhr   Einführungsvortrag und Diskussion
Dr. Udo Engbring-Romang: »Sinti und Roma in Deutschland und die Rolle des Antiziganismus« – Einführung in die Lehrerhandreichung
12.15 Uhr  Vorstellung der Workshop-Angebote
12.30 Uhr   Mittagspause
13.30 Uhr   Workshops
15.45 Uhr   Abschlussplenum

WS 1   Verfolgung von Sinti im Nationalsozialismus – Beispiele und Erfahrungen aus dem Geschichtsunterricht
Mirko Meyerding, Gesamtschule Ebsdorfer Grund
Je nach Interesse können die Teilnehmer/innen sich über Unterrichtsbeispiele und die Erfahrungen aus Unterricht und Projekten informieren (z. B. Sintikinder in Dreihausen), sich über gesammelte Erfahrungen austauschen und/oder anhand einzelner Quellen der Handreichung Unterrichtsbausteine für die eigene Unterrichtspraxis erarbeiten.

WS 2   »Aktiv gegen Diskriminierung« – ein Unterrichtsprojekt im Fach Politik und Wirtschaft zur aktuellen Lebenssituation von Sinti und Roma in Deutschland
Giulia Capudi, IGS Süd, Frankfurt am Main
Der Workshop zeigt praktische Unterrichtsmaterialien und Beispiele, durch die Schülerinnen und Schüler die vielschichtige Lebenswirklichkeit der Sinti und Roma kennenlernen und diese als aktive gesellschaftliche Akteure wahrnehmen. Die Materialien haben zum Ziel, Vorurteile offen zu legen, um einen Prozess des Dekonstruierens einzuleiten und damit der stetigen Fortschreibung und Fortsetzung einer stereotypischen Wahrnehmung der Minderheit entgegen zu wirken.

WS 3   »Sinto und Deutscher Meister« – Literarische und künstlerische Annäherungen an die Geschichte des Boxers Johann Trollmann
Angelika Schmitt-Rößer, Fachberaterin Deutsch und Lesen, Staatl. Schulamt für den Landkreis und die Stadt Kassel
Der deutsche Sinto Johann Rukeli Trollmann war ein erfolgreicher Boxer in den 20er und 30er Jahren. 1933 wurde er Deutscher Meister im Halbschwergewicht. Die Nazis erkannten ihm den Titel wieder ab, er wurde verfolgt, verhaftet und schließlich im KZ ermordet. Die Geschichte dieses außergewöhnlichen Sportlers haben eine Reihe von Künstlern aufgegriffen und auch für Jugendliche zugänglich gemacht.
Im Mittelpunkt des WS soll Stephanie Barts Roman »Deutscher Meister« von 2014 (Buch und Hörbuch) stehen. Wie und welche Zugänge der Roman für Jugendliche eröffnet, möchte ich im WS erarbeiten.
Für ein deutlich jüngeres Zielpublikum (Grundschule) bietet sich das Bilder- bzw. Kinderbuch »Rukeli« von Wieghaus/Ruegenberg an. Außerdem möchte ich den Film »Gibsy« (2013) sowie einige Theaterstücke und -projekte zu Trollmann unter deutschdidaktischen Aspekten vorstellen und diskutieren.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, Reisekosten werden nicht erstattet. Anmeldungen per Mail bis zum 5. Oktober 2016 an:
karin.stahl(at)kultus.hessen.de

Tagungsprogramm
... Fachtag »Sinti und Roma in Deutschland« (pdf-Datei)

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Pädagogisches Zentrum
des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt
Seckbächer Gasse 14
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069-212 74237
pz-ffm(at)stadt-frankfurt.de
www.pz-ffm.de


 


Mi 28
September 2016
19:00

Podiumsdiskussion mit Cilly Kugelmann, Berlin

Jüdische Perspektiven auf die Flüchtlingskrise in Europa

Gila Lustiger, Paris und Dr. Kathrin Kollmeier, Potsdam

Pop-Up Boat des Jüdischen Museums
Schaumainkai (Eiserner-Steg)
Frankfurt am Main

Moderation: Dr. Mirjam Wenzel, Jüdisches Museum Frankfurt am Main

Eine Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main

Die Migration von Flüchtlingen aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus Afrika wird oft mit der Flucht von Juden verglichen, sei es aus Osteuropa im ausgehenden
19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts oder während der NS-Zeit. Worin bestehen die Gemeinsamkeiten, und was sind die Unterschiede zwischen diesen Migrationsbewegungen? Wie wirkt sich die Zuwanderung aus den mehrheitlich muslimischen Ländern auf die Situation von Juden in Europa aus? Führt sie zu einem Erstarken des Antisemitismus? Um diese und andere Fragen wird es in der Diskussion gehen.

Gila Lustiger ist Schriftstellerin, die in ihrem neuesten Buch Erschütterung. Über den Terror die Situation in Frankreich beobachtet und analysiert.
Cilly Kugelmann ist Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin.
Dr. Kathrin Kollmeier ist Historikerin am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam. Sie forscht zur Erfahrung von Staatenlosigkeit in Europa.

Eintritt: € 6,– / ermäßigt: € 3,–
Kartenvorverkauf:
Museum Judengasse, Battonnstr. 47
und am Tag der Veranstaltung auf dem Pop-Up Boat

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Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
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Di 27
September 2016
20:00

Erschütterung. Über den Terror

Lesung und Diskussion mit Gila Lustiger, Paris:

Ignatz Bubis-Gemeindezentrum
Savignystr. 66
Frankfurt am Main

Moderation: Dr. Ruth Fühner, Hessischer Rundfunk, Frankfurt am Main
Eine Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main

Für Paris und ganz Europa begann 2015 eine neue Zeit: Der brutale Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo und der Terror vom 13. November setzten den grausamen Rahmen für ein Jahr, das nicht nur in Frankreich von einer Vielzahl weiterer Übergriffe mit islamistischem Hintergrund, antisemitischen Attentaten und einem erschreckenden Zulauf für rechte Parteien geprägt war. Aus dieser Erfahrung ist Gila Lustigers Essay entstanden, der kluge Versuch, einer tief empfundenen Erschütterung mit Vernunft zu begegnen und vehement unsere freiheitlichen Werte zu verteidigen – als Pariserin, Mutter zweier Kinder, Jüdin, Europäerin.

Gila Lustiger ist Schriftstellerin und lebt in Paris. Für ihren Roman Die Schuld der anderen, der 2015 im Berlin Verlag auf Deutsch erschienen ist, hat sie umfassende Recherchen zur französischen Zuwanderergesellschaft gemacht.

Gila Lustiger, Erschütterung. Über den Terror
München: Piper Verlag, 2016, 160 S., € 16,–
ISBN: 978-3-8270-1332-3

Eintritt: € 7,– / ermäßigt: € 5,–
Kartenvorbestellung:
Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main
Tel.: 069.768 036 190
kultur@jg-ffm.de

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Do 22
September 2016
18:00

Mein Überleben – Über mein Leben

Der Ankläger im Eichmann-Prozess erzählt

Buchvorstellung mit Gabriel Bach, Jerusalem:

Leider müssen wir diese Veranstaltung absagen.
Die Veröffentlichung des Buches wurde vom Verlag zurückgezogen.

Eine Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main

Im Eichmann-Prozess 1961 trat der junge Jurist Gabriel Bach als stellvertretender Generalstaatsanwalt auf. Seine Biographie gibt Einblicke in sein bewegtes Leben: Kindheit und Schulzeit verbrachte er in Berlin, vor der nationalsozialistischen Verfolgung floh er zuerst nach Amsterdam und 1940, kurz vor dem Einmarsch der Deutschen in den Niederlanden, nach Palästina. Nach dem Krieg studierte er in London Jura.
Bachs Name ist mit der späten Gerechtigkeit verbunden: Der Eichmann-Prozess in Jerusalem förderte das Grauen der Vernichtung der europäischen Juden zutage. Er bekam eine große internationale Öffentlichkeit. Heute widmet sich der ehemalige Generalstaatsanwalt und Richter am Obersten Gerichtshof Israels der Aufgabe, die heranwachsenden Generationen über die Schrecken der NS-Zeit zu informieren.

Gabriel Bach, unter Mitarbeit von Sascha Hellen,
Mein Überleben – Über mein Leben.
Der Ankläger im Eichmann-Prozess erzählt

Ostfildern: Patmos Verlag, 2016, 144 S., € 17,99
ISBN: 978-3-8436-0765-0

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Mo 19
September 2016
18:15

Nationalsozialistische Täterschaften

Nachwirkungen in Gesellschaft und Familie

Vortrag mit Filmbeispielen von Dr. Oliver von Wrochem, Hamburg

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Der Sammelband Nationalsozialistische Täterschaften. Nachwirkungen in Gesellschaft und Familie (2016), herausgegeben im Auftrag der KZ-Gedenkstätte Neuengamme von Oliver von Wrochem unter Mitarbeit von Christine Eckel, bündelt in 34 Beiträgen eine fünfjährige intensive Auseinandersetzung mit nationalsozialistischer Täterschaft und ihren Folgen. Der Band stellt internationale Forschungsergebnisse zur Diskussion und lässt zahlreiche Kinder und Enkel von Täterinnen und Tätern zu Wort kommen, die ihre Sicht auf die Folgewirkungen in Familie und Gesellschaft schildern.
Oliver von Wrochem spricht in seinem Vortrag mit Blick auf die aktuelle Täterforschung über den wissenschaftlichen Ertrag des Buches und über die Motivation von Täternachkommen, sich ihrer Familiengeschichte zu stellen. An ausgewählten Beispielen und Ausschnitten von Video-Interviews mit ihnen skizziert er den Effekt, den ihre Auseinandersetzung mit der Vergangenheit für die Gesellschaft hat.

Oliver von Wrochem ist Leiter des Studienzentrums und stellvertretender Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Der Historiker veröffentlicht zu Themen der Erinnerungskultur, Geschichtspolitik und Gedenkstättenarbeit sowie zum Zweiten Weltkrieg. Seine Dissertation erschien 2006 unter dem Titel Erich von Manstein. Vernichtungskrieg und Geschichtspolitik im Schöningh Verlag.

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Norbert-Wollheim-Platz 1
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Sa 17
September 2016
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
www.wollheim-memorial.de



Mo 12
September 2016
18:15

Ein Mindestmaß an Gerechtigkeit

Vortrag von Rüdiger Mahlo, Frankfurt am Main:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Die Conference on Jewish Material Claims Against Germany wurde 1951 als Dachverband von 23 internationalen jüdischen Organisationen in New York gegründet. Ihre Mission ist es, durch materielle Entschädigungen ein Mindestmaß an Gerechtigkeit für die Überlebenden des Holocaust zu erreichen.
Seit 1951 hat die Claims Conference ein eigenes Büro in Frankfurt am Main, wo die Präsenz der amerikanischen Militärregierung Forderungen an Deutschland mitunter einen gewissen Rückhalt bot. Von Frankfurt aus wurden und werden Entschädigungszahlungen an berechtigte AntragstellerInnen in über 50 Ländern verteilt. Mehr als 900.000 archivierte Akten zeugen vom Wirken der Organisation. Rüdiger Mahlo wird über die Stationen ihres mehr als sechs Jahrzehnte währenden Einsatzes für Holocaust-Überlebende rund um den Globus berichten, von den Mühen, Politik und Öffentlichkeit von der Notwendigkeit weiterer Unterstützung zu überzeugen. Auch von den Bedürfnissen der Überlebenden, die sich heute im fortgeschrittenen Alter von denen der Nachkriegszeit stark unterscheiden, wird die Rede sein.

Rüdiger Mahlo ist Jurist und hat einen Master of Business Administration des College of William and Mary in Williamsburg, Virginia. Seit 2013 ist er Repräsentant der Conference on Jewish Material Claims Against Germany. Die Organisation verwaltet Entschädigungsfonds, ist Rechtsnachfolgerin für nicht beanspruchtes jüdisches Vermögen und fördert Institutionen, die Sozialdienste für Überlebende des Holocaust leisten, sowie Einrichtungen, die die Erinnerung an die Judenvernichtung wachhalten.

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Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
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Sa 20
August 2016
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
www.wollheim-memorial.de



Di 19
Juli 2016
14:30

»Politisierung der Wissenschaft«

Jüdische Wissenschaftler und ihre Gegner an der Universität Frankfurt am Main vor und nach 1933

Buchpräsentation

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 1.411

Das Buch stellen vor:
Prof. Dr. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität
apl. Prof. Dr. Werner Konitzer, Kommissarischer Direktor des Fritz Bauer Instituts
Prof. Dr. Dr. h.c. Johannes Fried, Historisches Seminar der Goethe-Universität

Der Band »Politisierung der Wissenschaft«. Jüdische Wissenschaftler und ihre Gegner an der Universität Frankfurt am Main vor und nach 1933 präsentiert die Ergebnisse einer internationalen Tagung zur interdisziplinären Wissenschafts- und Universitätsgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts an der Frankfurter Universität. Veranstaltet wurde die Tagung vom Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, dem Historischen Seminar und dem Fritz Bauer Institut im Rahmen des Festprogramms anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Johann Wolfgang Goethe-Universität im Jahr 2014.
Der Tagungsband thematisiert die großen gesellschaftlich-wissenschaftlichen Umbrüche der 1930er und 1940er Jahre, dargestellt am konkreten Beispiel der Frankfurter Universität. Im Fokus der zum Teil englischsprachigen Beiträge stehen das institutionelle Miteinander der jüdischen Professoren und ihrer Gegenspieler – wie etwa der deutsch-völkischen Gelehrten – sowie Kommunikationsstrategien des wissenschaftlichen Diskurses im »Zeitalter der Extreme«.

Um 1930 galt die Frankfurter Universität als besonders modern, insofern sie der Erfahrungshorizont war, aus dem heraus bekannte völkische und bedeutende jüdische Wissenschaftler ihre Fragen und Theorien entwickelten: Die Frankfurter Hochschule war der Ausgangspunkt vieler wirklichkeitsgestaltender Ideen (z.B. Karl Mannheims Werterelativismus). Doch wie gestaltete sich die institutionelle Gleichzeitigkeit von zum Teil scharf rechtsgerichteten, völkisch-antisemitischen auf der einen und liberalen, deutsch-jüdischen Gelehrten auf der anderen Seite? Die Untersuchung dieser institutionellen Koexistenz erlaubt innovative Einblicke in Gedankenführungen und das Zustandekommen wegweisender Theorien. Dabei zeigte es sich, dass weitreichende Gemeinsamkeiten zwischen völkischen und jüdischen Gelehrten bestanden: Vor allem die Intention, die als defizitär wahrgenommene Weimarer Politik mittels der Wissenschaft zu reformieren, war beiden Gruppen gemein. Zudem resultierte die wissenschaftliche Innovationskraft gerade aus dem – teilweise vehement verfochtenen – politischen Gestaltungsanspruch.

In welchem Verhältnis standen politische Anschauung und Wissenschaftsverständnis der Universitätsgelehrten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts? Wie sowohl völkische als auch jüdische Wissenschaftler die Politik als Wissenschaft begriffen bzw. die Wissenschaft politisierten – im Hinblick auf diese Fragestellung stellt die Frankfurter Universität ein geradezu einzigartiges Studienobjekt dar: 1914 als städtische Stiftung unter maßgeblicher finanzieller Beteiligung jüdischer Bürger gegründet, betrieb die Hochschule eine liberale, gegenüber verschiedenen politischen Richtungen offene und die religiöse und konfessionelle Überzeugung ausklammernde Berufungspolitik. Um 1930 war der Anteil jüdischer Professoren an der Frankfurter Universität mit über hundert einer der höchsten im Deutschen Reich. Als im Zuge der nationalsozialistischen Rassenpolitik alle jüdischen Hochschullehrer entpflichtet wurden, drohte der Universität die Schließung.

Im Anschluss  an die Buchpräsentation bietet sich die Möglichkeit zum Austausch.

»Politisierung der Wissenschaft«. Jüdische Wissenschaftler und ihre Gegner an der Universität Frankfurt am Main vor und nach 1933
Herausgegeben von Moritz Epple, Johannes Fried, Raphael Gross und Janus Gudian
Mit Beiträgen von: Steven E. Aschheim, Mitchell G. Ash, Peter C. Caldwell, David Dyzenhaus, Emmanuel Faye, Janus Gudian, Jeffrey Herf, Martin Jay, David Kettler, Carsten Kretschmann, Heinz D. Kurz, Robert E. Lerner, Alexander von Schwerin, John C. Stillwell, Shulamit Volkov, Michael Zank, Moshe Zimmermann.
Mit Unterstützung der Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf, der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung, der Stiftung Politechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung, Köln und der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Schriftenreihe des Frankfurter Universitätsarchivs, hrsg. von Notker Hammerstein und Michael Maaser, Band 5
Göttingen: Wallstein Verlag, 2016, 506 S., 29 Abb., brosch., € 39,90
ISBN: 978-3-8353-1438-2

Kontakt
Janus Gudian M.A.
Historisches Seminar
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Tel.: 069.798-32426
gudian(at)em.uni-frankfurt.de


 


Mo 18
Juli 2016
10:30

Generations and Transfer of Knowledge

German History and Literature between Israel and Germany

Tagung:

bis Dienstag, 19. Juli 2016, 16:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino am IG Farben-Haus
Raum 823 (Montag) und Raum 1.801 (Dienstag)

Die Veranstaltung findet teils in englischer, teils in deutscher Sprache statt.

Als die Disziplinen Deutsche Geschichte und Germanistik an israelischen Universitäten ab den frühen 1970er Jahren sukzessive eingeführt wurden, war dies ein Politikum. Zum Teil entbrannten hitzige Debatten. Im Laufe der Jahrzehnte formten und stifteten die entstehenden Kontakte und Freundschaften die deutsch-israelischen Wissenschaftsbeziehungen. Sie führten in vielen Fällen zu einer institutionalisierten Kooperation. Die Zusammenarbeit in Forschungsprojekten und Tagungen ist heute ebenso eingespielt wie umfangreich.
Die zweite internationale Tagung in unserem bilateralen Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Frage, auf welche Weise der deutsch-israelische Wissenstransfer in den Disziplinen Geschichte und Germanistik zwischen Deutschland und Israel begann und sich etablierte. Es soll untersucht werden, inwiefern der generationelle Wandel Einfluss auf den Verlauf der Zusammenarbeit hatte. Im Zentrum der Beiträge stehen die beiden großen Forschungsfragen unseres Projekts: Wie wirkte die Kooperation auf die israelische Wissenschaftslandschaft? Sind Rückwirkungen auf die Forschungsentwicklung in Deutschland erkennbar und wie sehen diese aus?
Im ersten Teil der Tagung geht es um die Anfänge der »Deutschen Geschichte« als wissenschaftliche Disziplin und ihre Hauptakteure in Israel. Der Wissenstransfer insbesondere in der deutschen Geschichtswissenschaft wird vor dem Hintergrund der Erinnerung an den Holocaust analysiert, die für die Protagonisten eine zentrale Rolle spielte. Im zweiten Teil fragen wir, wie sich die Germanistik in Israel entwickelt hat und in welchen Zeiträumen dies geschah. Welche Themen wurden bearbeitet, mit welchen Debatten und welcher Finanzierung wurden die Zentren gegründet?

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Van Leer Jerusalem Institute und dem Franz Rosenzweig Minerva Research Center for German-Jewish Literature and Cultural History der Hebrew University of Jerusalem, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Tagungsprogramm
... Tagungsflyer (pdf-Datei)

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Projekts »German-Israeli Research Cooperation in the Humanities (1970–2000), Studies on Scholarship and Bilaterality«:
http://gih.vanleer.org.il/de

Projektleitung
Fritz Bauer Institut
Dr. des. Jenny Hestermann
Norbert-Wollheim-Platz 1
D-60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49(0)69.798 322-32, Fax: -41
j.hestermann(at)fritz-bauer-institut.de

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
info(at)fritz-bauer-institut.de


 


Sa 16
Juli 2016
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
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Fr 01
Juli 2016
11:00

Moralität der Bösen

Tagung

bis Samstag, 02. Juli 2016, 17:45 Uhr
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Campus II, Villestr. 3
53347 Alfter bei Bonn, Seminarraum 02

Veranstalter
Institut für Philosophie, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main

Tagungsprogramm
... Tagungsflyer (pdf-Datei)

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Fritz Bauer Institut
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Fr 24
Juni 2016
10:00

Rechtsextremismus oder neuer Rassismus?

Fortbildungstag

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino am IG Farben-Haus, Raum 1.811

Veranstaltungsende gegen 16:30 Uhr

Nicht nur in Deutschland erstarken derzeit politische Kräfte, die den Werten einer aufklärerischen Bildungsarbeit entgegenstehen. Um angemessen reagieren zu können und offensive Argumentationsmuster, auch in der Schule und der außerschulischen politischen Bildung, zu entwickeln, bedarf es einerseits eines analytischen Blickes auf die neuen/alten Phänomene und andererseits einer Vergewisserung aufklärerischer Werte.
Zu dieser akkreditierten Fortbildungstagung laden wir herzlich ein.

Die Teilnahme an der Fortbildung ist für Mitglieder der DVPB Hessen
kostenlos. Nichtmitglieder zahlen € 10,–. Die Fahrtkosten werden nicht erstattet.

Veranstalter
Pädagogisches Zentrum Frankfurt in Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main und der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung e.V. an der Leibniz Universität Hannover.

Anmeldung
per Mail mit Name, Adresse, Telefon bis zum 20. Juni 2016 an:
dvpb-tagung-2016(at)gmx.de

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Tagungsprogramm.
… Tagungsprogramm (pdf-Datei)

Kontakt
Pädagogisches Zentrum
des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt
Dr. phil. Türkân Kanbıçak
Seckbächer Gasse 14
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069.212-49562
turkan.kanbicak(at)stadt-frankfurt.de
www.pz-ffm.de

 


Mi 22
Juni 2016
19:00

Holocaust in Litauen

Historisches Geschehen und der schwierige Umgang mit der Vergangenheit

Vortrag von PD Dr. Joachim Tauber, Hamburg:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Vilnius war bis zum Einmarsch deutscher Truppen im Zweiten Weltkrieg ein Zentrum religiösen, kulturellen und politischen jüdischen Lebens. Schon kurz nach der Besetzung begann die Vernichtung der jüdischen Stadtbevölkerung. Bis zum Einmarsch der Roten Armee im Sommer 1944 überlebten nur rund 2.000 der etwa 70.000 Jüdinnen und Juden die Selektionen und Massenexekutionen. Die Sowjetunion unterband die Aufarbeitung der Judenvernichtung. Erst seit der Unabhängigkeit Litauens im Jahr 1990 diskutiert das Land über die schwierige Vergangenheitsbewältigung.
Der Vortrag bereitet auf die Studienreise der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums im September 2016 vor.

Eine Kooperationsveranstaltung des Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V. und der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums Frankfurt e.V.

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Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
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Di 21
Juni 2016
18:15

Psychoanalytische Überlegungen zum Projekt Step-by-Step

in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Darmstadt

Vortrag von Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Frankfurt am Main:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Vortragsreihe »Grenzen, Flucht, Menschenrecht – Historische, psychoanalytische und sozialtheoretische Aspekte der Flüchtlingsdiskussion«
Die in die Europäische Union flüchtenden Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Regionen stellen die einzelnen Länder vor eine schwierige Situation. Wie soll das politische Handeln aussehen, wenn es einerseits um die Sicherung der Grundrechte, andererseits um die Zunahme von Ängsten und politische Verschiebungen geht? Aus historischer, psychoanalytischer und politikwissenschaftlicher Perspektive soll die aktuelle Debatte um das Asyl für Flüchtlinge diskutiert werden.

Weitere Vorträge der Reihe:
›  14. März 2016, Vortrag von Prof. Dr. Sonja Buckel, Kassel:
Krise des europäischen Grenzregimes
›  10. Mai 2016, PD Dr. Susanne Heim, Berlin:
Die Judenverfolgung in Deutschland 1938 und die internationale Flüchtlingskonferenz von Evian

Die in die Europäische Union flüchtenden Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Regionen stellen die einzelnen Länder vor eine schwierige Situation. Wie soll das politische Handeln aussehen, wenn es einerseits um die Sicherung der Grundrechte, andererseits um die Zunahme von Ängsten und politische Verschiebungen geht? Aus historischer, psychoanalytischer und politikwissenschaftlicher Perspektive soll die aktuelle Debatte um das Asyl für Flüchtlinge diskutiert werden.
Viele der Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten kommen traumatisiert nach Deutschland. Wie können wir den belasteten Menschen helfen, sich hier zurechtzufinden? Der Vortrag vermittelt einen Einblick in die psychoanalytische Arbeit in einem Erstaufnahmelager im Rahmen eines Pilotprojekts. Anhand eines konkreten Beispiels wird illustriert, was »aufsuchende« Psychoanalyse in diesem gesellschaftlichen Kontext bedeutet.

Marianne Leuzinger-Bohleber war Professorin für Psychoanalyse an der Universität Kassel und ist seit 2002 geschäftsführende Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts Frankfurt am Main. Zuletzt erschienen 2015 ihr Buch Finding the Body in the Mind – Embodied Memories, Trauma, and Depression. International Psychoanalytical Association beim Karnac Verlag London und zusammen mit Judith Lebiger-Vogel 2016 die Publikation Migration, frühe Elternschaft und die Weitergabe von Traumatisierungen im Klett-Cotta Verlag. Aktuell betreut sie das Pilotprojekt des Hessischen Sozialministeriums »Step by Step« in einer Flüchtlingsunterkunft in Darmstadt

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt und dem Sigmund-Freud-Institut – Forschungsinstitut für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, Frankfurt am Main und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
<link mail ein fenster zum versenden der>info@fritz-bauer-institut.de



Sa 18
Juni 2016
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
www.wollheim-memorial.de



Mi 15
Juni 2016
9:00

Zwangsarbeit im Nationalsozialismus

Archivpädagogische Zugänge mit Dokumenten aus dem International Tracing Service (ITS), Bad Arolsen

Fortbildungstag

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Eisenhowersaal, Raum 1.314

Referenten
Dr. Akim Jah und Elisabeth Schwabauer (beide ITS, Bad Arolsen)
Veranstaltungsende gegen 17:00 Uhr

An diesem Fortbildungstag werden archivpädagogische Zugänge zum Thema »Zwangsarbeit im Nationalsozialismus« vorgestellt. Über 13 Millionen Menschen wurden während der Zeit des Nationalsozialismus aus den besetzten Staaten nach Deutschland verschleppt und mussten dort Zwangsarbeit leisten. Sie waren in großen Fabriken, aber auch in kleinen Unternehmen, in Handwerksbetrieben, Kommunen, bei Landwirten/Bauern, in Klöstern und Kirchen tätig und oft in Lagern von der deutschen Bevölkerung abgesondert sowie einer strengen staatlichen Reglementierung unterworfen. Wie sah diese Reglementierung aus? Wie die – auf rassistischer Basis beruhende – Überwachung und die Repressionen der Gestapo? Was bedeutete die Zwangsarbeit für die Betroffenen, die ohne Rücksicht auf ihr Alter, ihre Ausbildung, ihr Fachwissen, geschweige denn auf ihr Recht auf ein Privatleben und Selbstbestimmung, eingesetzt wurden? Wie ging der NS-Staat mit neugeborenen Kindern von Zwangsarbeiterinnen um? Vor welchen Problemen standen schließlich die ehemaligen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen nach der Befreiung? Diesen und weiteren Fragen möchte sich die Fortbildung widmen. Anhand von Praxisübungen soll dabei vermittelt werden, wie Dokumente über Zwangsarbeit aus dem ITS im Unterricht und in der Bildungsarbeit eingesetzt werden können. Einen Schwerpunkt dabei bildet auch die Auseinandersetzung mit lokalhistorischen Quellen zum Rhein-Main-Gebiet.

Eine Kooperation des Pädagogischen Zentrums Frankfurt mit dem ITS Bad Arolsen

LA-Angebots-Nr.: 01685809

Anmeldung und Auskunft
Pädagogisches Zentrum des Fritz Bauer Instituts
und des Jüdischen Museums Frankfurt
Gottfried Kößler
Seckbächer Gasse 14
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069-212 74237
Gottfried.Koessler(at)stadt-frankfurt.de
www.pz-ffm.de

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Dorothee Becker (Sekretariat)
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60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
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info(at)fritz-bauer-institut.de


 


Do 09
Juni 2016
12:30

Blickwinkel

7. Tagung: Kommunikation: Latenzen – Projektionen – Handlungsfelder

Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft

bis Freitag, 10. Juni 2016, 16:00 Uhr
Rathaus der Stadt Kassel
Obere Königsstr. 8
34117 Kassel

Tagungsreihe »Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft«
Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit – Migrationsgesellschaft, Konkurrenzen, Bildungsstrategien: Diese Stichworte prägen zunehmend die gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und mit ausgrenzenden Denk- sowie Deutungsmustern. Vielfach schwankt die Diskussion zwischen Eifer und Orientierungslosigkeit, zwischen eindeutigen Positionen und Differenziertheit.
Die Tagungsreihe »Blickwinkel« beleuchtet aktuelle Analysen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente. Dazu ermöglichen die VeranstalterInnen einen verstetigten Austausch und Vernetzung für Wissenschaft und pädagogische Praxis. Die Tagungsreihe »Blickwinkel« wurde 2011 (noch unter dem Titel »Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft«) initiiert und läuft bis 2016.

7. Tagung der Tagungsreihe
Die Ablehnung des Antisemitismus ist Staatsräson der Bundesrepublik Deutschland. Auch deshalb werden antisemitische Ressentiments und Vorurteile selten offen geäußert. Das heißt allerdings nicht, dass der Antisemitismus überwunden ist – weder in medialen, politischen und pädagogischen noch in privaten Diskursen. Vielmehr artikuliert sich Antisemitismus heute häufig in einer Form, die in der Forschung mit dem Konzept der »Kommunikationslatenz« beschrieben wird. »Gerüchte über Juden« erscheinen als vorhandene, aber sozial unerwünschte Einstellungen und Meinungen, die in der Gesellschaft kommuniziert werden.
Dabei wird die Kommunikation im Netz, in Internetforen und im Social Web immer wichtiger. Im Jahr 2014 war laut jugendschutz.net vor dem Hintergrund der gewaltsamen Auseinandersetzungen im Nahen Osten eine Zunahme antisemitischer Posts in Sozialen Netzwerken festzustellen. Die Neuen Medien fordern von der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus Strategien: Die Kommunikation erfolgt schneller und häufig anonym, der Ton ist oft besonders aggressiv, verletzend und manchmal sogar bedrohlich.
Vor diesem Hintergrund möchten wir den Austausch von Wissenschaft und Praxis aktiv fördern: Wie äußert sich Antisemitismus in der Alltagskommunikation, in der Gesellschaft und in der Bildung? Wie können Wissenschaftler*innen und Pädagog*innen mit Kommunikationslatenz umgehen? Wie hat sich die Artikulation antisemitischer Stereotype und Weltbilder im digitalen Zeitalter verändert – und was kann man dagegen tun? Die Tagung widmet sich der Frage, wie Antisemitismus heute kommuniziert wird, und setzt sich dabei auch mit dem Potential der »alten« und »neuen« Medien in der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit auseinander.

Veranstalter: Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main, Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«, Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, Pädagogisches Zentrum Frankfurt am Main

Anmeldung
Die TeilnehmerInnenzahl ist begrenzt! Ein Teilnahmebeitrag wird nicht erhoben. Die Veranstalter übernehmen die Unterkunftskosten für eine Übernachtung in Kassel bis zu einem begrenzten Kontingent. Anmeldeschluss ist der 23. Mai 2016.

Programm
... Tagungsprogramm (pdf-Datei, 698 kb)

Veranstalter der Tagungsreihe
Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main
Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«
Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin
Pädagogisches Zentrum Frankfurt am Main

Die bisherigen Tagungsthemen der »Blickwinkel«-Reihe
»Bildungsraum Lebenswelt«, Berlin, 26./27. Oktober 2011
»Bildungsansatz Alltagskultur«, Frankfurt am Main, 3./4. Mai 2012
»Bildungszugang Gender«, Köln, 29./30. Oktober 2012
»Kontext Nahostkonflikt«, Nürnberg, 9./10. September 2013
»Antisemitismus und Rassismus – Verflechtungen«, Jena, 22./23. September 2014
»Religion: Diskurse – Reflexionen – Bildungsansätze«, Kassel, 8./9. Juni 2015

Material und Berichte
www.stiftung-evz.de/blickwinkel

Kontakt
Bildungsstätte Anne Frank e.V.
Ricarda Wawra (Veranstaltungsmanagement)
Hansaallee 150
60320 Frankfurt/Main
Tel.: 069.56 000 235
rwawra(at)bs-anne-frank.de
www.bs-anne-frank.de

 


Mo 06
Juni 2016
18:15

Anatomie des Holocaust

Essays und Erinnerungen

Buchvorstellung zum 90. Geburtstag von Raul Hilberg

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 411

Zum 90. Geburtstag von Raul Hilberg –
Wiederentdeckte Texte und persönliche Essays.
Buchvorstellung durch die Herausgeber Walter H. Pehle und René Schlott
Moderation: Nicolas Berg

Raul Hilberg war der Erste, der verlässlich aus den Quellen rekonstruierte, wie unfassbar viele Juden in Europa während des Zweiten Weltkriegs ermordet wurden. Seitdem gilt er als Doyen der Holocaust-Forschung. Für diesen Band wurden zentrale, aber noch wenig bekannte Texte Hilbergs erstmals ins Deutsche übersetzt. Darin behandelt er bis heute kontroverse Themen wie die Motive, die zum Holocaust führten, oder die Rolle der Judenräte; er schildert aber auch seine bewegende Reise 1979 nach Auschwitz und erzählt, wie sein großes Werk Die Vernichtung der europäischen Juden entstand. Eine Mischung aus historischen und sehr persönlichen Texten, die uns den Forscher und Menschen Hilberg neu entdecken lassen.

Raul Hilberg wurde am 2. Juni 1926 in Wien geboren, 1939 musste er mit seinen Eltern über Kuba in die USA auswandern. Er gehörte zu den ersten Historikern, die mit den in die USA überführten deutschen Akten aus der NS-Zeit arbeiten konnten. Sein dreibändiges Werk Die Vernichtung der europäischen Juden (Fischer TB Band 24417) gehört zu den großen Meilensteinen der Holocaust-Forschung. Hilberg lehrte bis zu seiner Emeritierung 1991 Politikwissenschaften an der University of Vermont in Burlington. Er starb am 4. August 2007 in Williston, Vermont, USA.

Prof. Dr. Walter H. Pehle, Historiker und Verlagslektor, Begründer und bis 2011 Herausgeber der sogenannten »Schwarzen Reihe«: Die Zeit des Nationalsozialismus.
Dr. René Schlott, Historiker am Zentrum für Zeithistorische Studien in Potsdam, arbeitet derzeit an einer Biografie Raul Hilbergs.
Dr. Nicolas Berg, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig, war zuletzt Gastprofessor am Fritz Bauer Institut.

Raul Hilberg, Anatomie des Holocaust. Essays und Erinnerungen
Hrsg. von Walter H. Pehle und René Schlott
Aus dem Engl. von Petra Post und Andrea von Struve
Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag 2016, ca. 320 S., € 24,99
ISBN: 978-3-10-002505-0 (erscheint am 25. Mai 2016)

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Mo 23
Mai 2016
18:15

Die Rolle der Nebenklage im Münchner NSU-Prozess

Zur Gleichzeitigkeit politischer Aufklärung und Opfervertretung

Vortrag von Max Pichl, Frankfurt am Main:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 411

Der Münchner Strafprozess gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe und andere Angeklagte stellt eine Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland dar: Über 13 Jahre konnte eine rechtsterroristische Gruppierung unerkannt aus dem Untergrund heraus Morde, Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle begehen. Die Nebenklage im NSU-Prozess vertritt die Opfer und Angehörigen. Doch eine Beobachtung des Prozessgeschehens zeigt, dass sie zugleich ein Akteur der politischen Aufklärung ist und über den Strafprozess hinaus die gesamtgesellschaftlichen Fragestellungen des NSU-Komplexes zu thematisieren versucht.

Maximilian Pichl
hat Rechts- und Politikwissenschaften studiert. Er promoviert am Institut für Öffentliches Recht an der Goethe-Universität über den NSU-Komplex. Zugleich ist er juristischer Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation PRO ASYL e.V. und aktiv im Bundesarbeitskreis kritischer Juragruppen.

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So 22
Mai 2016
17:00

Son of Saul

Ein Film von László Nemes

Filmvorführung und Diskussion mit Andreas Kilian, Frankfurt am Main und Judith Keilbach, Utrecht

Kino Orfeo’s Erben
Hamburger Allee 45
Frankfurt am Main
Eintritt: € 7,–

Der Film spielt im Oktober 1944 in Auschwitz-Birkenau. Saul Ausländer ist ungarischer Jude und Mitglied des Sonderkommandos in diesem Konzentrations- und Vernichtungslager. In den Sonderkommandos wurden Häftlinge gezwungen, in den Gaskammern und in den Krematorien zu arbeiten. Saul meint, in einem der Toten seinen Sohn erkannt zu haben. Diesen einen Leichnam möchte er würdig bestatten und ist dafür auf der Suche nach einem Rabbiner, der Kaddisch sagen kann. Damit durchkreuzt Saul die Pläne des Sonderkommandos, das einen Aufstand vorbereitet. Im Anschluss an die Filmvorführung soll der Film aus historischer und medienwissenschaftlicher Sicht diskutiert werden.
Auszeichnungen (Auswahl): Oscar 2016 und Golden Globe Awards 2016, jeweils in der Kategorie »Bester fremdsprachiger Film«, Grand Prix der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2015

Andreas Kilian, geboren 1974, ist Historiker (M.A.) und forscht zur Geschichte der jüdischen Sonderkommandos in Auschwitz. Er ist Autor und Co-Autor von zahlreichen Veröffentlichungen dazu, darunter Zeugen aus der Todeszone: Das jüdische Sonderkommando in Auschwitz (mit Eric Friedler und Barbara Siebert), Lüneburg: zu Klampen Verlag, 2002. Er war wissenschaftlicher Berater der ARD-Dokumentation SKLAVEN DER GASKAMMER (von Eric Friedler).

Dr. Judith Keilbach ist Assistant Professor of Television Studies in the Media and Culture Studies Department of Utrecht University. Von 1991 bis 1996 studierte sie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Kunstgeschichte und Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. 2004 promovierte sie am Seminar für Filmwissenschaft der Freien Universität Berlin. Sie ist Autorin von Geschichtsbilder und Zeitzeugen. Zur Darstellung des Nationalsozialismus im bundesdeutschen Fernsehen, das 2008 im Lit Verlag erschienen ist. Für ihr gegenwärtiges Projekt »Televising the Eichmann trial« erhielt sie ein Leibniz Summer Fellowship  des Zentrums für Zeitgeschichtliche Studien Potsdam und das NIAS Fellowship des Netherlands Institute for Advanced Study.

Eine Kooperation mit dem Kino Orfeo’s Erben und der Claims Conference

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Sa 21
Mai 2016
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
www.wollheim-memorial.de



Fr 13
Mai 2016
14:00

»Nur die Spitze des Eisbergs«

Festakt zur Einweihung des Fritz-Bauer-Denkmals von Tamara Grcic

vor dem Oberlandesgericht Frankfurt
Zeil 42, Frankfurt am Main

Vor vier Jahren entstand auf Initiative des Fritz Bauer Instituts, angestoßen vom dessen damaligen Direktor Raphael Gross, die Idee für ein Denkmal, das an das Wirken des Generalstaatsanwalts Fritz Bauer und seine maßgebliche Rolle für das Zustandekommen des Auschwitz-Prozesses in Frankfurt am Main erinnern soll. Im Auftrag des Magistrats entwarf und realisierte die in Frankfurt lebende Künstlerin Tamara Grcic ein Kunstwerk für den öffentlichen Raum, das aus zwei miteinander korrespondierenden Teilen besteht: einem unbearbeiteten Naturstein und zwei großen Bronzetafeln mit Texten. Die kurzen Textfragmente sind Gedanken, Zitate, in denen sich das Denken und die Überzeugungen von Fritz Bauer abbilden. Mit der Einweihung findet das Denkmal seinen Platz vor dem Oberlandesgericht Frankfurt auf der Zeil und würdigt an Bauers Wirkungsstätte seinen Beitrag zur juristischen und gesellschaftlichen Aufarbeitung des Holocaust in Deutschland..

Es sprechen:
›  Dr. Roman Poseck, Präsident Oberlandesgericht Frankfurt am Main
›  Prof. Dr. Helmut Fünfsinn, hessischer Generalstaatsanwalt
›  Prof. Dr. Felix Semmelroth, Dezernent für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main
›  Prof. Dr. Raphael Gross, ehemaliger Direktor des Fritz Bauer Instituts
Die Künstlerin ist anwesend.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und dem Magistrat der Stadt Frankfurt am Main, Dezernat Kultur und Wissenschaft.

Kontakt
Kulturamt Frankfurt am Main
Brückenstr. 3–7, 60594 Frankfurt am Main
www.kultur-frankfurt.de
Kunst im öffentlichen Raum:
Fritz-Bauer-Denkmal (Nur die Spitze des Eisbergs)

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Di 10
Mai 2016
18:15

Die Judenverfolgung in Deutschland 1938 und die internationale Flüchtlingskonferenz von Evian

Vortrag von PD Dr. Susanne Heim, Berlin:

Sigmund-Freud-Institut
Myliusstr. 20
60323 Frankfurt am Main

Vortragsreihe »Grenzen, Flucht, Menschenrecht – Historische, psychoanalytische und sozialtheoretische Aspekte der Flüchtlingsdiskussion«
Die in die Europäische Union flüchtenden Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Regionen stellen die einzelnen Länder vor eine schwierige Situation. Wie soll das politische Handeln aussehen, wenn es einerseits um die Sicherung der Grundrechte, andererseits um die Zunahme von Ängsten und politische Verschiebungen geht? Aus historischer, psychoanalytischer und politikwissenschaftlicher Perspektive soll die aktuelle Debatte um das Asyl für Flüchtlinge diskutiert werden.

Weitere Vorträge der Reihe:
›  14. März 2016, Vortrag von Prof. Dr. Sonja Buckel, Kassel:
Krise des europäischen Grenzregimes
›  21. Juni 2016, Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Frankfurt am Main:
Psychoanalytische Überlegungen zum Projekt Step-by-Step in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Darmstadt

Im Juli 1938 berieten im französischen Evian die Delegierten aus 32 Staaten über die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem nationalsozialistischen Deutschland und dem seit kurzem »angeschlossenen« Österreich. Statt der erhofften internationalen Lösung war das Ergebnis der Konferenz jedoch eine Kettenreaktion der Abschottung: Kein Staat war bereit, die überwiegend jüdischen Flüchtlinge, die durch die Verfolgung mittellos geworden waren, in größerer Zahl aufzunehmen. Antisemitismus und die Rücksichtnahme auf den mächtigen NS-Staat spielten dabei gewiss eine Rolle. Hinter den Kulissen aber ging es wesentlich darum, wer für die Kosten der Ansiedlung und Integration der Flüchtlinge aufkommen würde. Der Triumph des nationalstaatlichen Egoismus hatte verheerende Folgen, zumal die Zahl der Flüchtlinge mit jedem deutschen Expansionsschritt wuchs.

Susanne Heim ist seit 2005 Projektleiterin der Edition »Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945« des Instituts für Zeitgeschichte, des Bundesarchivs und der Universität Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. Migrations- und Bevölkerungspolitik im 20. Jahrhundert. 2009 erschien ihr zusammen mit Hans-Ulrich Dillmann verfasstes Buch Fluchtpunkt Karibik. Jüdische Emigranten in der Dominikanischen Republik im Ch. Links Verlag, Berlin.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt und dem Sigmund-Freud-Institut – Forschungsinstitut für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, Frankfurt am Main und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

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