Veranstaltungen und Ausstellungen

Veranstaltungsarchiv

Mi 15
Juni 2016
9:00

Zwangsarbeit im Nationalsozialismus

Archivpädagogische Zugänge mit Dokumenten aus dem International Tracing Service (ITS), Bad Arolsen

Fortbildungstag

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Eisenhowersaal, Raum 1.314

Referenten
Dr. Akim Jah und Elisabeth Schwabauer (beide ITS, Bad Arolsen)
Veranstaltungsende gegen 17:00 Uhr

An diesem Fortbildungstag werden archivpädagogische Zugänge zum Thema »Zwangsarbeit im Nationalsozialismus« vorgestellt. Über 13 Millionen Menschen wurden während der Zeit des Nationalsozialismus aus den besetzten Staaten nach Deutschland verschleppt und mussten dort Zwangsarbeit leisten. Sie waren in großen Fabriken, aber auch in kleinen Unternehmen, in Handwerksbetrieben, Kommunen, bei Landwirten/Bauern, in Klöstern und Kirchen tätig und oft in Lagern von der deutschen Bevölkerung abgesondert sowie einer strengen staatlichen Reglementierung unterworfen. Wie sah diese Reglementierung aus? Wie die – auf rassistischer Basis beruhende – Überwachung und die Repressionen der Gestapo? Was bedeutete die Zwangsarbeit für die Betroffenen, die ohne Rücksicht auf ihr Alter, ihre Ausbildung, ihr Fachwissen, geschweige denn auf ihr Recht auf ein Privatleben und Selbstbestimmung, eingesetzt wurden? Wie ging der NS-Staat mit neugeborenen Kindern von Zwangsarbeiterinnen um? Vor welchen Problemen standen schließlich die ehemaligen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen nach der Befreiung? Diesen und weiteren Fragen möchte sich die Fortbildung widmen. Anhand von Praxisübungen soll dabei vermittelt werden, wie Dokumente über Zwangsarbeit aus dem ITS im Unterricht und in der Bildungsarbeit eingesetzt werden können. Einen Schwerpunkt dabei bildet auch die Auseinandersetzung mit lokalhistorischen Quellen zum Rhein-Main-Gebiet.

Eine Kooperation des Pädagogischen Zentrums Frankfurt mit dem ITS Bad Arolsen

LA-Angebots-Nr.: 01685809

Anmeldung und Auskunft
Pädagogisches Zentrum des Fritz Bauer Instituts
und des Jüdischen Museums Frankfurt
Gottfried Kößler
Seckbächer Gasse 14
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069-212 74237
Gottfried.Koessler(at)stadt-frankfurt.de
www.pz-ffm.de

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
info(at)fritz-bauer-institut.de


 


Do 09
Juni 2016
12:30

Blickwinkel

7. Tagung: Kommunikation: Latenzen – Projektionen – Handlungsfelder

Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft

bis Freitag, 10. Juni 2016, 16:00 Uhr
Rathaus der Stadt Kassel
Obere Königsstr. 8
34117 Kassel

Tagungsreihe »Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft«
Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit – Migrationsgesellschaft, Konkurrenzen, Bildungsstrategien: Diese Stichworte prägen zunehmend die gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und mit ausgrenzenden Denk- sowie Deutungsmustern. Vielfach schwankt die Diskussion zwischen Eifer und Orientierungslosigkeit, zwischen eindeutigen Positionen und Differenziertheit.
Die Tagungsreihe »Blickwinkel« beleuchtet aktuelle Analysen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente. Dazu ermöglichen die VeranstalterInnen einen verstetigten Austausch und Vernetzung für Wissenschaft und pädagogische Praxis. Die Tagungsreihe »Blickwinkel« wurde 2011 (noch unter dem Titel »Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft«) initiiert und läuft bis 2016.

7. Tagung der Tagungsreihe
Die Ablehnung des Antisemitismus ist Staatsräson der Bundesrepublik Deutschland. Auch deshalb werden antisemitische Ressentiments und Vorurteile selten offen geäußert. Das heißt allerdings nicht, dass der Antisemitismus überwunden ist – weder in medialen, politischen und pädagogischen noch in privaten Diskursen. Vielmehr artikuliert sich Antisemitismus heute häufig in einer Form, die in der Forschung mit dem Konzept der »Kommunikationslatenz« beschrieben wird. »Gerüchte über Juden« erscheinen als vorhandene, aber sozial unerwünschte Einstellungen und Meinungen, die in der Gesellschaft kommuniziert werden.
Dabei wird die Kommunikation im Netz, in Internetforen und im Social Web immer wichtiger. Im Jahr 2014 war laut jugendschutz.net vor dem Hintergrund der gewaltsamen Auseinandersetzungen im Nahen Osten eine Zunahme antisemitischer Posts in Sozialen Netzwerken festzustellen. Die Neuen Medien fordern von der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus Strategien: Die Kommunikation erfolgt schneller und häufig anonym, der Ton ist oft besonders aggressiv, verletzend und manchmal sogar bedrohlich.
Vor diesem Hintergrund möchten wir den Austausch von Wissenschaft und Praxis aktiv fördern: Wie äußert sich Antisemitismus in der Alltagskommunikation, in der Gesellschaft und in der Bildung? Wie können Wissenschaftler*innen und Pädagog*innen mit Kommunikationslatenz umgehen? Wie hat sich die Artikulation antisemitischer Stereotype und Weltbilder im digitalen Zeitalter verändert – und was kann man dagegen tun? Die Tagung widmet sich der Frage, wie Antisemitismus heute kommuniziert wird, und setzt sich dabei auch mit dem Potential der »alten« und »neuen« Medien in der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit auseinander.

Veranstalter: Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main, Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«, Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, Pädagogisches Zentrum Frankfurt am Main

Anmeldung
Die TeilnehmerInnenzahl ist begrenzt! Ein Teilnahmebeitrag wird nicht erhoben. Die Veranstalter übernehmen die Unterkunftskosten für eine Übernachtung in Kassel bis zu einem begrenzten Kontingent. Anmeldeschluss ist der 23. Mai 2016.

Programm
... Tagungsprogramm (pdf-Datei, 698 kb)

Veranstalter der Tagungsreihe
Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main
Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«
Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin
Pädagogisches Zentrum Frankfurt am Main

Die bisherigen Tagungsthemen der »Blickwinkel«-Reihe
»Bildungsraum Lebenswelt«, Berlin, 26./27. Oktober 2011
»Bildungsansatz Alltagskultur«, Frankfurt am Main, 3./4. Mai 2012
»Bildungszugang Gender«, Köln, 29./30. Oktober 2012
»Kontext Nahostkonflikt«, Nürnberg, 9./10. September 2013
»Antisemitismus und Rassismus – Verflechtungen«, Jena, 22./23. September 2014
»Religion: Diskurse – Reflexionen – Bildungsansätze«, Kassel, 8./9. Juni 2015

Material und Berichte
www.stiftung-evz.de/blickwinkel

Kontakt
Bildungsstätte Anne Frank e.V.
Ricarda Wawra (Veranstaltungsmanagement)
Hansaallee 150
60320 Frankfurt/Main
Tel.: 069.56 000 235
rwawra(at)bs-anne-frank.de
www.bs-anne-frank.de

 


Mo 06
Juni 2016
18:15

Anatomie des Holocaust

Essays und Erinnerungen

Buchvorstellung zum 90. Geburtstag von Raul Hilberg

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 411

Zum 90. Geburtstag von Raul Hilberg –
Wiederentdeckte Texte und persönliche Essays.
Buchvorstellung durch die Herausgeber Walter H. Pehle und René Schlott
Moderation: Nicolas Berg

Raul Hilberg war der Erste, der verlässlich aus den Quellen rekonstruierte, wie unfassbar viele Juden in Europa während des Zweiten Weltkriegs ermordet wurden. Seitdem gilt er als Doyen der Holocaust-Forschung. Für diesen Band wurden zentrale, aber noch wenig bekannte Texte Hilbergs erstmals ins Deutsche übersetzt. Darin behandelt er bis heute kontroverse Themen wie die Motive, die zum Holocaust führten, oder die Rolle der Judenräte; er schildert aber auch seine bewegende Reise 1979 nach Auschwitz und erzählt, wie sein großes Werk Die Vernichtung der europäischen Juden entstand. Eine Mischung aus historischen und sehr persönlichen Texten, die uns den Forscher und Menschen Hilberg neu entdecken lassen.

Raul Hilberg wurde am 2. Juni 1926 in Wien geboren, 1939 musste er mit seinen Eltern über Kuba in die USA auswandern. Er gehörte zu den ersten Historikern, die mit den in die USA überführten deutschen Akten aus der NS-Zeit arbeiten konnten. Sein dreibändiges Werk Die Vernichtung der europäischen Juden (Fischer TB Band 24417) gehört zu den großen Meilensteinen der Holocaust-Forschung. Hilberg lehrte bis zu seiner Emeritierung 1991 Politikwissenschaften an der University of Vermont in Burlington. Er starb am 4. August 2007 in Williston, Vermont, USA.

Prof. Dr. Walter H. Pehle, Historiker und Verlagslektor, Begründer und bis 2011 Herausgeber der sogenannten »Schwarzen Reihe«: Die Zeit des Nationalsozialismus.
Dr. René Schlott, Historiker am Zentrum für Zeithistorische Studien in Potsdam, arbeitet derzeit an einer Biografie Raul Hilbergs.
Dr. Nicolas Berg, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig, war zuletzt Gastprofessor am Fritz Bauer Institut.

Raul Hilberg, Anatomie des Holocaust. Essays und Erinnerungen
Hrsg. von Walter H. Pehle und René Schlott
Aus dem Engl. von Petra Post und Andrea von Struve
Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag 2016, ca. 320 S., € 24,99
ISBN: 978-3-10-002505-0 (erscheint am 25. Mai 2016)

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Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
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Mo 23
Mai 2016
18:15

Die Rolle der Nebenklage im Münchner NSU-Prozess

Zur Gleichzeitigkeit politischer Aufklärung und Opfervertretung

Vortrag von Max Pichl, Frankfurt am Main:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 411

Der Münchner Strafprozess gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe und andere Angeklagte stellt eine Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland dar: Über 13 Jahre konnte eine rechtsterroristische Gruppierung unerkannt aus dem Untergrund heraus Morde, Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle begehen. Die Nebenklage im NSU-Prozess vertritt die Opfer und Angehörigen. Doch eine Beobachtung des Prozessgeschehens zeigt, dass sie zugleich ein Akteur der politischen Aufklärung ist und über den Strafprozess hinaus die gesamtgesellschaftlichen Fragestellungen des NSU-Komplexes zu thematisieren versucht.

Maximilian Pichl
hat Rechts- und Politikwissenschaften studiert. Er promoviert am Institut für Öffentliches Recht an der Goethe-Universität über den NSU-Komplex. Zugleich ist er juristischer Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation PRO ASYL e.V. und aktiv im Bundesarbeitskreis kritischer Juragruppen.

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Norbert-Wollheim-Platz
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So 22
Mai 2016
17:00

Son of Saul

Ein Film von László Nemes

Filmvorführung und Diskussion mit Andreas Kilian, Frankfurt am Main und Judith Keilbach, Utrecht

Kino Orfeo’s Erben
Hamburger Allee 45
Frankfurt am Main
Eintritt: € 7,–

Der Film spielt im Oktober 1944 in Auschwitz-Birkenau. Saul Ausländer ist ungarischer Jude und Mitglied des Sonderkommandos in diesem Konzentrations- und Vernichtungslager. In den Sonderkommandos wurden Häftlinge gezwungen, in den Gaskammern und in den Krematorien zu arbeiten. Saul meint, in einem der Toten seinen Sohn erkannt zu haben. Diesen einen Leichnam möchte er würdig bestatten und ist dafür auf der Suche nach einem Rabbiner, der Kaddisch sagen kann. Damit durchkreuzt Saul die Pläne des Sonderkommandos, das einen Aufstand vorbereitet. Im Anschluss an die Filmvorführung soll der Film aus historischer und medienwissenschaftlicher Sicht diskutiert werden.
Auszeichnungen (Auswahl): Oscar 2016 und Golden Globe Awards 2016, jeweils in der Kategorie »Bester fremdsprachiger Film«, Grand Prix der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2015

Andreas Kilian, geboren 1974, ist Historiker (M.A.) und forscht zur Geschichte der jüdischen Sonderkommandos in Auschwitz. Er ist Autor und Co-Autor von zahlreichen Veröffentlichungen dazu, darunter Zeugen aus der Todeszone: Das jüdische Sonderkommando in Auschwitz (mit Eric Friedler und Barbara Siebert), Lüneburg: zu Klampen Verlag, 2002. Er war wissenschaftlicher Berater der ARD-Dokumentation SKLAVEN DER GASKAMMER (von Eric Friedler).

Dr. Judith Keilbach ist Assistant Professor of Television Studies in the Media and Culture Studies Department of Utrecht University. Von 1991 bis 1996 studierte sie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Kunstgeschichte und Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. 2004 promovierte sie am Seminar für Filmwissenschaft der Freien Universität Berlin. Sie ist Autorin von Geschichtsbilder und Zeitzeugen. Zur Darstellung des Nationalsozialismus im bundesdeutschen Fernsehen, das 2008 im Lit Verlag erschienen ist. Für ihr gegenwärtiges Projekt »Televising the Eichmann trial« erhielt sie ein Leibniz Summer Fellowship  des Zentrums für Zeitgeschichtliche Studien Potsdam und das NIAS Fellowship des Netherlands Institute for Advanced Study.

Eine Kooperation mit dem Kino Orfeo’s Erben und der Claims Conference

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Fritz Bauer Institut
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Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
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Sa 21
Mai 2016
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
www.wollheim-memorial.de



Fr 13
Mai 2016
14:00

»Nur die Spitze des Eisbergs«

Festakt zur Einweihung des Fritz-Bauer-Denkmals von Tamara Grcic

vor dem Oberlandesgericht Frankfurt
Zeil 42, Frankfurt am Main

Vor vier Jahren entstand auf Initiative des Fritz Bauer Instituts, angestoßen vom dessen damaligen Direktor Raphael Gross, die Idee für ein Denkmal, das an das Wirken des Generalstaatsanwalts Fritz Bauer und seine maßgebliche Rolle für das Zustandekommen des Auschwitz-Prozesses in Frankfurt am Main erinnern soll. Im Auftrag des Magistrats entwarf und realisierte die in Frankfurt lebende Künstlerin Tamara Grcic ein Kunstwerk für den öffentlichen Raum, das aus zwei miteinander korrespondierenden Teilen besteht: einem unbearbeiteten Naturstein und zwei großen Bronzetafeln mit Texten. Die kurzen Textfragmente sind Gedanken, Zitate, in denen sich das Denken und die Überzeugungen von Fritz Bauer abbilden. Mit der Einweihung findet das Denkmal seinen Platz vor dem Oberlandesgericht Frankfurt auf der Zeil und würdigt an Bauers Wirkungsstätte seinen Beitrag zur juristischen und gesellschaftlichen Aufarbeitung des Holocaust in Deutschland..

Es sprechen:
›  Dr. Roman Poseck, Präsident Oberlandesgericht Frankfurt am Main
›  Prof. Dr. Helmut Fünfsinn, hessischer Generalstaatsanwalt
›  Prof. Dr. Felix Semmelroth, Dezernent für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main
›  Prof. Dr. Raphael Gross, ehemaliger Direktor des Fritz Bauer Instituts
Die Künstlerin ist anwesend.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und dem Magistrat der Stadt Frankfurt am Main, Dezernat Kultur und Wissenschaft.

Kontakt
Kulturamt Frankfurt am Main
Brückenstr. 3–7, 60594 Frankfurt am Main
www.kultur-frankfurt.de
Kunst im öffentlichen Raum:
Fritz-Bauer-Denkmal (Nur die Spitze des Eisbergs)

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Di 10
Mai 2016
18:15

Die Judenverfolgung in Deutschland 1938 und die internationale Flüchtlingskonferenz von Evian

Vortrag von PD Dr. Susanne Heim, Berlin:

Sigmund-Freud-Institut
Myliusstr. 20
60323 Frankfurt am Main

Vortragsreihe »Grenzen, Flucht, Menschenrecht – Historische, psychoanalytische und sozialtheoretische Aspekte der Flüchtlingsdiskussion«
Die in die Europäische Union flüchtenden Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Regionen stellen die einzelnen Länder vor eine schwierige Situation. Wie soll das politische Handeln aussehen, wenn es einerseits um die Sicherung der Grundrechte, andererseits um die Zunahme von Ängsten und politische Verschiebungen geht? Aus historischer, psychoanalytischer und politikwissenschaftlicher Perspektive soll die aktuelle Debatte um das Asyl für Flüchtlinge diskutiert werden.

Weitere Vorträge der Reihe:
›  14. März 2016, Vortrag von Prof. Dr. Sonja Buckel, Kassel:
Krise des europäischen Grenzregimes
›  21. Juni 2016, Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Frankfurt am Main:
Psychoanalytische Überlegungen zum Projekt Step-by-Step in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Darmstadt

Im Juli 1938 berieten im französischen Evian die Delegierten aus 32 Staaten über die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem nationalsozialistischen Deutschland und dem seit kurzem »angeschlossenen« Österreich. Statt der erhofften internationalen Lösung war das Ergebnis der Konferenz jedoch eine Kettenreaktion der Abschottung: Kein Staat war bereit, die überwiegend jüdischen Flüchtlinge, die durch die Verfolgung mittellos geworden waren, in größerer Zahl aufzunehmen. Antisemitismus und die Rücksichtnahme auf den mächtigen NS-Staat spielten dabei gewiss eine Rolle. Hinter den Kulissen aber ging es wesentlich darum, wer für die Kosten der Ansiedlung und Integration der Flüchtlinge aufkommen würde. Der Triumph des nationalstaatlichen Egoismus hatte verheerende Folgen, zumal die Zahl der Flüchtlinge mit jedem deutschen Expansionsschritt wuchs.

Susanne Heim ist seit 2005 Projektleiterin der Edition »Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945« des Instituts für Zeitgeschichte, des Bundesarchivs und der Universität Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. Migrations- und Bevölkerungspolitik im 20. Jahrhundert. 2009 erschien ihr zusammen mit Hans-Ulrich Dillmann verfasstes Buch Fluchtpunkt Karibik. Jüdische Emigranten in der Dominikanischen Republik im Ch. Links Verlag, Berlin.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt und dem Sigmund-Freud-Institut – Forschungsinstitut für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, Frankfurt am Main und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
<link mail ein fenster zum versenden der>info@fritz-bauer-institut.de



Do 21
April 2016
19:00

Fritz Bauer- Der Staatsanwalt

NS-Verbrechen vor Gericht

Ausstellungseröffnung

NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
EL-DE-Haus
Appellhofplatz 23-25
50667 Köln

Grußworte
Dr. Werner Jung, Direktor des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln
Elfi Scho-Antwerpes, Bürdermeisterin der Stadt Köln
Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt am Main
Einführung in die Ausstellung
Dr. Monikla Boll, Kuratorin der Ausstellung:
Fritz Bauer. Ein Leben im Zeitalter der Extreme

Ausstellungszeitraum
Donnerstag, 21. April bis Sonntag, 21. August 2016
Zur Ausstellung findet ein umfangreiches Begleitprogramm statt.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag, 10:00–18:00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag, 11:00–18:00 Uhr
jeden 1. Donnerstag im Monat (außer Feiertag) bis 22:00 Uhr
Eintritt: € 4,50 / ermaßigt € 2,– / Schüler frei

Führungen
Dauer: 60 Minuten, Gruppengröße: max. 20
Kosten: € 75,– / ermäßigt: € 50,– / Schüler € 30,–
Wochenende/Feiertag: zzgl. € 10, Fremdsprache: zzgl. € 10 |
Info-Tel.: 0221.221-26331
Online-Buchung: www.nsdok.de
(Link: Besuch / Führungen)

Informationen zur Ausstellung
... Ausstellungsflyer Köln (pdf-Datei)

Fritz Bauer gehört zu den juristisch einflussreichsten jüdischen Remigranten im Nachkriegsdeutschland. Als hessischer Generalstaatsanwalt, der den Frankfurter Auschwitz-Prozess auf den Weg brachte, hat er bundesrepublikanische Geschichte geschrieben.
Die Ausstellung nimmt den Prozess, der sich 2013 zum fünfzigsten Mal jährte, zum Anlass, Fritz Bauer einem größeren Publikum vorzustellen.
Bauers Leben blieb nicht unberührt von den Verwerfungen des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung dokumentiert seine Lebensgeschichte im Spiegel der historischen Ereignisse, die ihn auch persönlich betrafen. Als Jude blieb Fritz Bauer vom Antisemitismus nicht verschont. Als Sozialdemokrat glaubte er dennoch an den Fortschritt, dann trieben ihn die Nationalsozialisten für 13 Jahre ins Exil. Als Generalstaatsanwalt hat er das überkommene Bild dieses Amtes revolutioniert. Nicht der Gehorsam der Bürger gegenüber dem Staat stand im Vordergrund. Bauer verstand sich stets als Vertreter der Menschenwürde vor allem auch gegen staatliche Gewalt – ein großer Schritt auf dem Weg der Demokratisierung in der frühen Bundesrepublik.

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck.
Sie wird gefördert durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, die Fazit-Stiftung sowie Christiane und Nicolaus Weickert.

Kuratoren der Ausstellung
Monika Boll (Fritz Bauer Institut),
Konzeption und Aufbau der Erstausstellung in Frankfurt
Erik Riedel (Jüdisches Museum Frankfurt am Main),
Betreuung der Wanderausstellung

Zur Ausstellung ist erschienen
Fritz Backhaus, Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.)
Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2014,
300 S., zahlr. Abb., € 29,90
ISBN: 978-3-5935-0105-5
Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 32
Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung.
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Des Weiteren ist erschienen
Fritz Bauer Institut (Hrsg.)
Fritz Bauer. Gespräche, Interviews und Reden aus den Fernseharchiven 1961‒1968
Redaktion: Bettina Schulte Strathaus
Absolut MEDIEN, Berlin 2014, Dokumente 4017
2 DVDs, 298 Min., s/w, € 19,90
ISBN: 978-3-8488-4017-5
Erstveröffentlichung historischer Fernsehaufnahmen Fritz Bauers.
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Kontakt
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln
Tel.: 0221.221-26332
Fax: 0221.221-25512
nsdok(at)stadt-koelm.de
www.nsdok.de

Kontakt
Manuela Ritzheim
Tel.: 069.798 322-33
Fax: 069.798 322-41
m.ritzheim(at)fritz-bauer-institut.de


Sa 16
April 2016
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
www.wollheim-memorial.de


So 20
März 2016
14:00

NS-Prozesse im zeitlichen Längsschnitt

Rolle der Zeugen und historische Forschung

Symposium

Veranstaltungsende gegen 17:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino am IG Farben-Haus, Raum 1.801

Podiumsdiskussion mit Beiträgen von Jochen August, Berlin/Oświęcim; Dr. Sara Berger, Rom; Dagi Knellessen, Leipzig; Dr. Claudia Kuretsidis-Haider, Wien; Dr. Katharina Stengel, Fritz Bauer Institut

Am Beispiel der Prozesse um die Konzentrations- und Vernichtungslager Sobibór, Auschwitz und Majdanek möchten wir untersuchen, in welcher Weise die Beweisaufnahme in den Verfahren, insbesondere durch Zeugen, sich auf den Beginn der historischen Forschung zu diesen Lagern ausgewirkt hat. Wie viel und welchen Einfluss hatten die Prozesse auf die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Lagern? Welche Rolle spielten die Zeugen in diesem Zusammenhang? Im historischen Längsschnitt von den 1950er bis in die 1980er Jahre sollen unterschiedliche Entwicklungen nachvollzogen werden.

› Jochen August: Das Zeugnis früherer Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz und seine Bedeutung für Forschung und Vermittlung
› Dr. Sara Berger: Die Rekonstruktion nach der Spurenverwischung: Die Belzec-, Sobibór- und Treblinka-Strafverfahren und ihr Beitrag zur historischen Forschung
› Dagi Knellessen: Zwischen den Zeiten, zwischen den Welten – DPs im Zeugenstand der ersten beiden Sobibór Prozesse 1949/50 in Frankfurt und Berlin
› Dr. Claudia Kuretsis-Haider: Der Düsseldorfer Majdanek-Prozess 19751981: Quellenlage und Zeugenbeweis, rechtshistorische Forschung, öffentliche Rezeption
› Dr. Katharina Stengel: Auschwitz-Überlebende als Zeugen in frühen NS-Prozessen

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
info(at)fritz-bauer-institut.de


Sa 19
März 2016
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
www.wollheim-memorial.de


Mo 14
März 2016
18:15

Krise des europäischen Grenzregimes

Vortrag von Prof. Dr. Sonja Buckel, Kassel:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino am IG Farben-Haus, Raum 1.801

Vortragsreihe »Grenzen, Flucht, Menschenrecht – Historische, psychoanalytische und sozialtheoretische Aspekte der Flüchtlingsdiskussion«
Die in die Europäische Union flüchtenden Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Regionen stellen die einzelnen Länder vor eine schwierige Situation. Wie soll das politische Handeln aussehen, wenn es einerseits um die Sicherung der Grundrechte, andererseits um die Zunahme von Ängsten und politische Verschiebungen geht? Aus historischer, psychoanalytischer und politikwissenschaftlicher Perspektive soll die aktuelle Debatte um das Asyl für Flüchtlinge diskutiert werden.

Weitere Vorträge der Reihe:
›  10. Mai 2016, PD Dr. Susanne Heim, Berlin:
Die Judenverfolgung in Deutschland 1938 und die internationale Flüchtlingskonferenz von Evian
›  21. Juni 2016, Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Frankfurt am Main:
Psychoanalytische Überlegungen zum Projekt Step-by-Step in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Darmstadt

Bis Ende der 1990er Jahre war die Asyl-, Migrations- und Grenzpolitik noch eine nationale Angelegenheit in Europa. Der sogenannte »Asylkompromiss« der BRD war eine der letzten großen nationalen Verfassungsänderungen auf diesem Gebiet. Doch mit der Abschaffung der Binnengrenzkontrollen durch das Schengener Übereinkommen standen die Regierungen vor der Aufgabe, den Schutz der gemeinsamen Außengrenzen und die Regelungen über Migration zu europäisieren. Die neuen Zuständigkeiten wurden 1999 im Vertrag von Amsterdam festgelegt. Der Implementationsprozess verlief allerdings schleppend: Einigungen kamen nur auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners zustande, Scheinlösungen wurden umgesetzt – fehlende europäische Solidarität war das Kennzeichen dieser Epoche. Zum wesentlichen Bestandteil der europäischen Migrationspolitik entwickelten sich zwei Ringe der Externalisierung, welche Europas Grenzen vor allem sichern sollten: einerseits die südlichen und östlichen Mitgliedsstaaten, andererseits die nordafrikanischen und osteuropäischen Anrainerstaaten. Mit der Externalisierung gelang es, menschenrechtswidrige postkoloniale Grenzpolitiken in ein Außerhalb europäischer Aufmerksamkeit zu verbannen. Nur ab und an irritierten die Toten im Mittelmeer oder in den elektronischen Grenzzäunen der spanischen Exklave Ceuta die europäische Normalität. Im Sommer der Migration 2015 brach dieses äußerst instabile Kartenhaus zusammen und die Widersprüche der Migrationspolitik wurden offensichtlich. Es ist nicht einmal mehr ausgeschlossen, dass die Europäische Integration an dieser Frage scheitern wird. Vor diesem Hintergrund finden massive Kämpfe um die Reorganisation des Grenzregimes statt, deren Ausgang mehr als ungewiss ist. Der Vortrag will die verschiedenen Stationen dieser Auseinandersetzungen beleuchten.

Sonja Buckel ist Professorin für Politische Theorie an der Universität Kassel und assoziierte Wissenschaftlerin des Instituts für Sozialforschung. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift Kritische Justiz. Veröffentlichungen zum Thema u. a.: »Welcome to Europe« – Die Grenzen des europäischen Migrationsrechts, Bielefeld: transcript 2013; Forschungsgruppe »Staatsprojekt Europa« (Hrsg.), Kämpfe um Migrationspolitik. Theorie, Methode und Analysen kritischer Europaforschung, Bielefeld: transcript 2014; Forschungsgruppe »Staatsprojekt Europa« (Hrsg.), Die EU in der Krise – Zwischen autoritärem Etatismus und europäischem Frühling, Münster: Westfälisches Dampfboot, 2012.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt und dem Sigmund-Freud-Institut – Forschungsinstitut für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, Frankfurt am Main.

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Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
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Sa 12
März 2016
15:00

Die Stimmung des Augenblicks

Angst, Hass, Hoffnung

Öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Heinz Bude, Kassel

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Veranstalter: Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
Öffentliche Veranstaltung im Anschluss an die Mitgliederversammlung des Fördervereins.

Der Vortrag von Prof. Dr. Heinz Bude hat drei Akzente:
1. Er beschäftigt sich mit Verbitterung in der Mitte der Gesellschaft bei rund 10 Prozent der Bevölkerung. Man fühlt sich unter seinen Möglichkeiten, wird von Abstiegsängsten geplagt, obwohl man alles »richtig« macht. Man sieht sich von Mächten beherrscht, die man nicht kontrollieren kann und die nicht kontrolliert werden. Ein stabiles Verbitterungsmilieu entwickelt sich und verharrt in heimlichem Groll.
2. Am Rand der Dienstleistungsgesellschaft bildet sich ein neues Proletariat von etwa 25 Prozent der Bevölkerung. Es sind Nichtwähler, Politik schreiben sie ab. Sie vermissen Anerkennung, fühlen sich nicht ausreichend bezahlt. In der Bundesrepublik gibt es zurzeit keinen autoritären Rebellen, der das heimatlose Unbehagen beider Teile der Gesellschaft bündelt. Hass jedoch wird mehr und mehr gesellschaftsfähig.
3. Dagegen steht eine Stimmung der Solidarität: »Wir können die Arme öffnen, weil wir uns stark genug in uns selber fühlen«.
Der Blick auf diese Figuration ist ein Blick auf Spaltung und Zusammenhalt einer herausgeforderten Gesellschaft und Politik.

Prof. Dr. phil. Heinz Bude, geboren 1954 in Wuppertal, ist einer der führenden zeitgenössischen deutschen Soziologen. Der Zeit gilt er als einer der »Stichwortgeber« öffentlicher Debatten. Promoviert hat er 1986 mit einer Arbeit über die Flakhelfer-Generation, 1994 habilitiert er sich mit einer Studie zur Entwicklung in der 1968er Generation. Von 1992 bis 2014 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung, wo er den Bereich »Die Gesellschaft der Bundesrepublik« leitete. Seit 2000 ist er Professor für Makrosoziologie am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist die Analyse von »Überflüssigen« und »Ausgeschlossen« in der von Ungleichheit, Statusunsicherheit und einem Unbehagen in der bürgerlichen Mitte bestimmten Gegenwartsgesellschaft. Seine Diagnosen zu Themen wie Armut und Exklusion, die Berliner Republik, die Rolle der Kirchen oder zum Bildungsstand finden ein großes Echo in der Öffentlichkeit und in den überregionalen deutschen Medien. Seine letzte Publikation Gesellschaft der Angst, setzt sich mit diesem Zustand und der Sozialpsychologie solcher Exklusion und Abstiegsängste auseinander.

Heinz Bude, Gesellschaft der Angst
Hamburg: Hamburger Edition, 2014, 168 S., € 16,–
ISBN 978-3-86854-284-4

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Sa 12
März 2016
12:30

Mitgliederversammlung des Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG-Farben Haus, Raum 311

Veranstalter: Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Der Vorstand des Fördervereins des Fritz Bauer Instituts lädt alle seine Mitglieder ein zur ordentlichen Mitgliederversammlung (gemäß § 7 der Satzung).

Tagesordnung
1. Eröffnung der Versammlung und Begrüßung durch die 1. Vorsitzende
2. Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und der Beschlussfähigkeit der Mitgliederversammlung
3. Genehmigung der Tagesordnung
4. Bericht der Vorstandsvorsitzenden über die Vereinsarbeit
5. Bericht des kommissarischen Direktors apl. Prof. Dr. Werner Konitzer
6. Bericht der Schatzmeisterin
7. Bericht der Kassenprüfer
8. Aussprache über die Berichte
9. Entlastung von Vorstand und Schatzmeisterin
10. Verschiedenes

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung laden wir Sie ein zum Vortrag von Prof. Dr. Heinz Bude: »Die Stimmung des Augenblicks: Angst, Hass, Hoffnung«. Vortrag beginnt um 15:00 Uhr (siehe separate Veranstaltungsankündigung).

Mit freundlichen Grüßen
Jutta Ebeling
(für den Vorstand)

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Fritz Bauer Institut
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Do 10
März 2016
19:30

Legalisierter Raub

Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933–1945

Ausstellungseröffnung

Landesmuseum Mainz, Forum
Große Bleiche 49
55116 Mainz

Zur Begrüßung spricht Doris Ahnen, Ministerin der Finanzen Rheinland-Pfalz.
Dr. Katharina Stengel, Fritz Bauer Institut, führt in das Thema der Ausstellung ein.
Helge Heynold liest aus Dokumenten zum Thema.
Musikalische Umrahmung: Nitzan Bartana, Violine, und Michal Beck, Violoncello, spielen das Duo für Violine und Violoncello von Erwin Schulhoff.

Ausstellungszeitraum und Ort
Donnerstag, 10. März bis Dienstag, 10. Mai 2016
im Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz
Kaiser-Friedrich-Str. 5, Mainz
und im Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
Ernst-Ludwig-Str. 3, Mainz

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag, 8.00–16.30 Uhr
Freitag, 8.00–14.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten:
Donnerstag, 17. März, 8.00–20.00 Uhr
Mittwoch, 27. April, 8.00–20.00 Uhr
Eintritt: frei
Gruppenführungen: € 60,– pro Gruppe

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm mit Lesungen, Filmvorführungen, Stadtrundgängen und Vorträgen begleitet.

Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm
... Ausstellungsflyer (pdf-Datei)

Kontakt
Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz
Iris Plöckes, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 06131.164142
iris.ploeckes@fm.rlp.de

Die Ausstellung »Legalisierter Raub« beschäftigt sich mit den Gesetzen und Verordnungen, die ab 1933 auf die Ausplünderung jüdischer Bürger zielten. Sie stellt die Beamten der Finanzbehörden vor, die die Gesetze in Kooperation mit weiteren Ämtern und Institutionen umsetzten, und sie erzählt von denen, die Opfer dieser Maßnahmen wurden. Sie zeigt, wie das »Deutsche Reich« durch die Reichsfluchtsteuer, zahlreiche Sonderabgaben und schließlich durch den vollständigen Vermögenseinzug sowohl an denen verdiente, die in die Emigration getrieben wurden, wie an jenen, die blieben, weil ihnen das Geld für die Auswanderung fehlte oder weil sie ihre Heimat trotz allem nicht verlassen wollten. Nach den Deportationen kam es überall zu öffentlich angekündigten Auktionen aus »jüdischem Besitz«: Tischwäsche, Möbel, Kinderspielzeug, Geschirr, Lebensmittel wechselten die Besitzer.

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Hessischen Rundfunks.
Mit Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen
und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Die regionale Präsentation der Ausstellung in Mainz steht unter der Schirmherrschaft von Doris Ahnen, Ministerin der Finanzen Rheinland-Pfalz.
Sie wird unterstützt von: Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e. V., Anni Eisler-Lehmann-Stiftung Mainz, CinéMayence, Deutsch-Israelischer Freundeskreis Ingelheim e. V., Dominikanerkonvent St. Bonifaz Mainz, Finanzamt Mainz-Mitte, Forum Anwaltsgeschichte e. V., Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V., Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Direktion Landesmuseum Mainz, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Mainz, Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., Kulturamt Stadt Mainz, Katholische Pfarrgemeinde St. Stephan Mainz, Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz, Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz, Stadtarchiv Mainz, Stadthistorisches Museum Mainz, Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V.

Informationen zur Ausstellung
... Website zur Ausstellung

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Fax: 069.798 322-41
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Mo 07
März 2016
18:15

Erinnern an einen Völkermord

Entschuldigung, Wiedergutmachung und Versöhnung zwischen Namibia und Deutschland

Vortrag von Prof. Dr. Reinhart Kößler, Freiburg:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 411

Während des Krieges (1903–1908) in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika verübte die kaiserliche Schutztruppe einen Völkermord an Ovaherero und Nama, dessen Folgen bis heute spürbar sind. Die Forderung der Opfergruppen nach einer offiziellen Entschuldigung durch Deutschland und nach entsprechender Entschädigung hat 2015 neue Aktualität erhalten durch den Entschluss des Auswärtigen Amtes, den Völkermord als solchen anzuerkennen und offizielle Verhandlungen mit Namibia einzuleiten.

Im Vortrag wird vor diesem Hintergrund zum einen auf die asymmetrische Erinnerungspraxis in Namibia einerseits und Deutschland andererseits eingegangen. Zum anderen soll die Problematik des Umgangs mit dem kolonialen Völkermord in den Zusammenhang deutscher Erinnerungs- und Wiedergutmachungspolitik nach dem Zweiten Weltkrieg gestellt werden.

Reinhart Kößler, geb. 1949, ist apl. Professor am Seminar für Wissenschaftliche Politik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie Visiting Professor and Research Associate am Institute for Reconciliation and Social Justice, The University of the Free State, Südafrika. Bis 2015 war er Direktor des Arnold-Bergstraesser-Instituts für kulturwissenschaftliche Forschung in Freiburg. Er ist Mitbegründer und langjähriges Redaktionsmitglied der Peripherie – Zeitschrift für Politik und Ökonomie in der Dritten Welt, sowie langjähriges Vorstandsmitglied der Informationsstelle Südliches Afrika (ISSA) e.V., Bonn.
Interessengebiete: Gesellschaftstheorie, Entwicklungstheorie, Institutionenpluralismus und Ethnizität, postkoloniale Erinnerungspolitik, Menschenrechte.
Neuere Buchveröffentlichungen: The Long Aftermath of War – Reconciliation and Transition in Namibia (hrsg. mit André du Pisani und William A. Lindeke, 2010); Gesellschaft bei Marx (mit Hanns Wienold, 2001/2013); Namibia and Germany. Negotiating the Past (2015).

Eine Kooperation mit dem Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung und dem Institut für Afrikanistik, beide Goethe-Universität Frankfurt am Main.

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Norbert-Wollheim-Platz 1
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Sa 20
Februar 2016
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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Tel.: 069.798 322-40
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www.wollheim-memorial.de


Mi 10
Februar 2016
18:15

Biologie, Psychologie und Soziales Netz

Schicksale der Eugenik oder die Geschichte eines französischen Zuchtwahlmodells

Vortrag von Prof. Dr. Paul-André Rosental, Paris:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Max-Horkheimer-Str. 4
Seminarhaus, Raum SH 1.109

Vortrag in englischer Sprache, schriftliche Zusammenfassung des Vortrags auf Deutsch, Diskussion auf Deutsch

Paul-André Rosentals neues Buch Destins de l’eugénisme (Paris 2016) beschäftigt sich mikrohistorisch mit dem Strassburger Zentrum für junge Paare, das von 1920 bis in die 1980er Jahre hinein eine Politik der Eugenik und Geburtenplanung entwarf. Dabei werden grundsätzliche Themen wie die Begegnung zwischen Wissenschaft und Ideologie sowie die Ansätze der Soziobiologie, Psychologie und Demographie über sechzig Jahre hinweg betrachtet. Die lange Zeitspanne gibt Einblick in die Entwicklung wissenschaftlicher Methoden und in Forschungsergebnisse in der Moderne, sowohl unter dem Einfluss einer totalitären Diktatur und als auch in der demokratischen Gesellschaft der Nachkriegszeit.

Prof. Dr. Paul-André Rosental
war Directeur d‘études an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS, Paris) und ist nun Professor und Forschungsdirektor am Institut des Sciences Politiques in Paris, gleichzeitig associate researcher am Institut National d’Études Démographiques (INED).

Eine Kooperation mit dem Institut franco-allemand de sciences historiques et sociales

IFRA/SHS
Deutsch-französisches Institut
für Geschichts- und Sozialwissenschaften

Goethe-Universität Frankfurt
IG-Farben Haus, Postfach 42
Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt am Main
Tel.: 069.79831-900, Fax: -910
<link>ifra@institutfrancais.de
<link http: www.ifra-frankfurt.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.ifra-frankfurt.de
<link https: frankfurt.institutfrancais.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>frankfurt.institutfrancais.de

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So 07
Februar 2016
11:00

..Dann bin ich ja ein Mörder!

Filmvorführung und Diskussion mit Prof. Dr. Walter Manoschek, Wien

Mal Seh’n Kino
dlerflychtstr. 6
Frankfurt am Main

Eine Kooperation mit dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Am 29. März 1945 erschossen drei Angehörige der Waffen-SS-Division »Wiking« mindestens 57 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter im burgenländischen Deutsch Schützen. Einer der mutmaßlichen Täter hieß Adolf Storms. 63 Jahre nach dem Massenmord gelang es Walter Manoschek, mit Storms und zwei weiteren beteiligten HJ-Führern zu sprechen. Er interviewte Storms insgesamt 15 Stunden vor laufender Kamera.

Der Dokumentarfilm … DANN BIN ICH JA EIN MÖRDER! lässt die Täter sowie die Überlebenden des Massakers von Deutsch Schützen zu Wort kommen. Die historische Rekonstruktion der Vorgänge hat Walter Manoschek zudem in einem Buch vorgelegt. Film und Buch geben Einblick in ein Geschehen, das Teil der »Endphaseverbrechen« des Nationalsozialismus war. Sie offenbaren Rechtfertigungsstrukturen und Sprachlosigkeit angesichts einer unfassbaren Tat.

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Sa 06
Februar 2016
10:00

Mord verjährt nicht

NS-Verbrechen vor Gerichten der Bundesrepublik

Studientag

Veranstaltungsende gegen 18:00 Uhr
Katholische Akademie Rabanus Maurus
Haus am Dom, Domplatz 3
Frankfurt am Main

Vorträge und Diskussionen mit Generalstaatsanwalt Prof. Dr. Helmut Fünfsinn, Frankfurt am Main, Prof. Dr. Cornelius Nestler, Köln, Werner Renz, Fritz Bauer Institut, Prof. Dr. Lucia Scherzberg, Saarbrücken, und dem Leitenden Oberstaatsanwalt a.D. Wolfram Wiesemann, Wiesbaden

Eine Kooperation mit der Katholischen Akademie Rabanus Maurus und der Katholischen Erwachsenenbildung Frankfurt am Main

Im Juli 2015 teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit, Anklage gegen einen ehemaligen Wachmann des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau erhoben zu haben. Der Prozessbeginn ist für 2016 in Hanau vor einer Jugendstrafkammer angesetzt. Möglich wird dieser Prozess durch eine veränderte Rechtspraxis in der Strafverfolgung von NS-Verbrechen. Dass 70 Jahre nach Kriegsende noch NS-Prozesse geführt werden müssen, weist darauf hin, dass die strafrechtliche Verfolgung der Verbrecher in der Vergangenheit unbefriedigend war. Neben der juristischen Strafverfolgung stellt sich auch die Frage von Gerechtigkeit, Schuld und Sühne. Welche Antworten fand und findet die Theologie angesichts der Taten?
Der Studientag beleuchtet die bundesweite Rechtsprechung seit den 1950er Jahren bis hin zu den neuesten Verfahren und die Schwierigkeiten und Widrigkeiten bei ihrer Umsetzung in juristischer, gesellschaftspolitischer und theologischer Hinsicht.

Programmablauf
› 10:00 Uhr: Begrüßung
› 10:15 Uhr: Fritz Bauer und das Scheitern der NS-Prozesse
   Werner Renz, Fritz Bauer Institut
› 11:15 Uhr: Kaffeepause
› 11:30 Uhr: Mörder unter uns. Fritz Bauers einsamer Kampf
   Dokumentarfilm von Peter Hartl (ZDF 2014)
› 12:30 Uhr: Mittagessen
› 14:00 Uhr: Strafverfolgung des Massenmordes Auschwitz – 1959 bis 2016
   Prof. Cornelius Nestler, Universität zu Köln
› 15:00 Uhr: Kaffeepause
› 15:30 Uhr: Schuld, Verantwortung und Sühne in theologischer Perspektive
   Prof. Dr. Lucia Scherzberg, Universität des Saarlandes
› 16:30 Uhr: Podiumsdiskussion
   Prof. Dr. Helmut Fünfsinn, Generalstaatsanwalt
   Prof. Dr. Cornelius Nestler, Universität zu Köln
   Wolfram Wiesemann, Leitender Oberstaatsanwalt a.D., Wiesbaden
   Prof. Dr. Lucia Scherzberg, Universität des Saarlandes
   Werner Renz, Fritz Bauer Institut
   Moderation: Dr. Kornelia Siedlaczek

Verbindliche schriftliche Anmeldung erforderlich bis 29. Januar 2016
unter der Anmelde-Nr. A160206DK an:

Katholische Akademie Rabanus Maurus
Domplatz 3
60311 Frankfurt am Main
Fax: 069.800 8718 412
hausamdom(at)bistum-limburg.de

Eine gesonderte Anmeldebestätigung erfolgt nicht.
Eintritt: € 19,– / ermäßigt € 10,–

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Mo 01
Februar 2016
18:15

Der Feind im »Weltanschauungskrieg« hinter Stacheldraht

Fotografien aus »Russenlagern« in Deutschland 1941/42

Vortrag von Dr. Jörg Osterloh, Frankfurt am Main

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino am IG Farben-Haus, Raum 1.811

Mehr als professionelle sind private Fotos für die historische Forschung auf einen erläuternden Text angewiesen. Eine ganz besondere Fotosammlung stellen die Aufnahmen aus dem Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlager 304 (IV H) Zeithain in Sachsen dar. Zeithain war eines jener zunächst speziell für sowjetische Kriegsgefangene eingerichteten Lager im Deutschen Reich. Bis zu 30.000 Menschen überlebten aufgrund der katastrophalen Lebensbedingungen, der menschenunwürdigen Behandlung wie auch des systematischen Mordens die Gefangenschaft in Zeithain nicht.
Der Fotograf der Bilderserie war ein Offizier der in Zeithain eingesetzten Wachmannschaften. Neben den zwischen Sommer 1941 und Frühjahr 1942 entstandenen Fotos umfasste sein Nachlass auch die Feldpost an die Familie, die seine (sich wandelnde) Einstellung gegenüber den Gefangenen widerspiegelt.

Dr. Jörg Osterloh, Studium der Geschichte und politischen Wissenschaft an der Universität Hannover, Promotion an der Technischen Universität Dresden, seit 2008 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut. Neueste Buchveröffentlichungen: Zus. mit Harald Wixforth (Hrsg.), Unternehmer und NS-Verbrechen. Wirtschaftseliten im »Dritten Reich« und in der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt am Main 2014; Zus. mit Wolf Gruner (Hrsg.): The Greater German Reich and the Jews. Nazi Persecution Policies in the Annexed Territories 1935–1945, New York, Oxford 2015.

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Mi 27
Januar 2016
20:00

»Aufgewachsen im DP-Lager Föhrenwald«

Ein Zeitzeuge berichtet

Vortrag von Majer Szanckower:

Altes Goethegymnasium
Saal der Musikschule
Hugenottenallee 82

Neu-Isenburg

Musik: Kretschmer-Casselmann-Duo
Gedenkveranstaltung anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktags
Veranstalter: Seminar-und Gedenkstätte Bertha-Pappenheim-Haus in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Neu-Isenburg, der Evangelisch-Reformierten Gemeinde Neu-Isenburg und der Jüdischen Volkshochschule Frankfurt am Main

Veranstaltung im Begleitprogramm der Ausstellung
»Ein Leben aufs neu – Das Robinson Album
DP-Lager: Juden auf deutschem Boden 1945–1948«
11. Januar bis 29. Februar 2016
Altes Goethegymnasium, Hugenottenallee 82, Neu-Isenburg

Die Geschichte von Majer Szanckowers Familie ist, wie die vieler europäischer Juden, geprägt von Flucht, Exil und Neuanfang. Seine Eltern kamen nach dem Krieg aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Zuflucht fanden sie in einem sogenannten Lager für »Displaced Persons«, die die Amerikaner im Nachkriegsdeutschland einrichteten. Majer Szanckower wurde 1947 in Berlin geboren, seine Kindheit verbrachte er  im DP-Lager Föhrenwald, wo er umgeben von jiddischer Sprache aufwuchs. 1957 kam er mit seiner Familie nach Frankfurt am Main wo er bis heute lebt und als Verwalter der jüdischen Friedhöfe arbeitet. In seinem Vortrag berichtet er über seine ersten Kindheitsjahre im DP-Lager Föhrenwald.

... <link internal-link internen link im aktuellen>Informationen zur Ausstellung

Kontakt
Seminar- und Gedenkstätte Bertha Pappenheim Haus
Gabriele Loepthien, Leitung
Magistrat der Stadt Neu-Isenburg
Hugenottenallee 53
63263 Neu-Isenburg
Tel.: 06102.241754
<link>pappenheim.haus@stadt-neu-isenburg.de



Mi 27
Januar 2016
19:00

Fritz Bauer. Der Staatsanwalt

NS-Verbrechen vor Gericht

Ausstellungseröffnung

Museum zur Geschichte von Christen und Juden
Schloss Großlaupheim
Claus-Graf-Stauffenberg-Str. 15
88471 Laupheim

Ausstellungseröffnung anlässlich des
Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus


Grußworte:
Rainer Kapellen, Oberbürgermeister der Stadt Laupheim
Fritz Backhaus, Stellvertretender Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt
Vortrag von Dr. Monika Boll, Kuratorin der Ausstellung:
»Fritz Bauer. Einführung in die Ausstellung«
Schülerinnen und Schüler der Laupheimer Schulen:
»Fritz Bauer und wir«
Danksagung:
Dr. Matthias Schönwald, Museum zur Geschichte von Christen und Juden
Musikalische Umrahmung durch Schülerinnen des Carl-Laemmle-Gymnasiums
Anschließend Stehempfang

Ausstellungszeitraum
Mittwoch, 27. Januar bis Montag, 28. März 2016

Öffnungszeiten
Samstag, Sonntag, Feiertag: 13:00–17:00 Uhr
Führungen für Gruppen nach Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten
Führungen im Museum bis 25 Personen: € 40,–
Audio-Guide: € 2,–
Eintritt: € 4,– / ermäßigt: € 3,– / Familien: € 7,–
Schüler und Jugendliche bis 18 Jahre frei
Gruppen ab 6 Personen: € 3,– / ermäßigt: € 2,–

Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm
... Ausstellungsflyer Laupheim (pdf-Datei)

Fritz Bauer gehört zu den juristisch einflussreichsten jüdischen Remigranten im Nachkriegsdeutschland. Als hessischer Generalstaatsanwalt, der den Frankfurter Auschwitz-Prozess auf den Weg brachte, hat er bundesrepublikanische Geschichte geschrieben.
Die Ausstellung nimmt den Prozess, der sich 2013 zum fünfzigsten Mal jährte, zum Anlass, Fritz Bauer einem größeren Publikum vorzustellen.
Bauers Leben blieb nicht unberührt von den Verwerfungen des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung dokumentiert seine Lebensgeschichte im Spiegel der historischen Ereignisse, die ihn auch persönlich betrafen. Als Jude blieb Fritz Bauer vom Antisemitismus nicht verschont. Als Sozialdemokrat glaubte er dennoch an den Fortschritt, dann trieben ihn die Nationalsozialisten für 13 Jahre ins Exil. Als Generalstaatsanwalt hat er das überkommene Bild dieses Amtes revolutioniert. Nicht der Gehorsam der Bürger gegenüber dem Staat stand im Vordergrund. Bauer verstand sich stets als Vertreter der Menschenwürde vor allem auch gegen staatliche Gewalt – ein großer Schritt auf dem Weg der Demokratisierung in der frühen Bundesrepublik.

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck.
Sie wird gefördert durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, die Fazit-Stiftung sowie Christiane und Nicolaus Weickert.

Kuratoren der Ausstellung
Monika Boll (Fritz Bauer Institut),
Konzeption und Aufbau der Erstausstellung in Frankfurt
Erik Riedel (Jüdisches Museum Frankfurt am Main),
Betreuung der Wanderausstellung

Zur Ausstellung ist erschienen
Fritz Backhaus, Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.)
Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2014,
300 S., zahlr. Abb., € 29,90
ISBN: 978-3-5935-0105-5
Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 32
Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung.
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Des Weiteren ist erschienen
Fritz Bauer Institut (Hrsg.)
Fritz Bauer. Gespräche, Interviews und Reden aus den Fernseharchiven 1961‒1968
Redaktion: Bettina Schulte Strathaus
Absolut MEDIEN, Berlin 2014, Dokumente 4017
2 DVDs, 298 Min., s/w, € 19,90
ISBN: 978-3-8488-4017-5
Erstveröffentlichung historischer Fernsehaufnahmen Fritz Bauers.
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Museum zur Geschichte von Christen und Juden
Schloss Großlaupheim,
Claus-Graf-Stauffenberg-Str. 15
88471 Laupheim
Tel.: 07392.968000
Fax: 07392.9680018
museum(at)laupheim.de
www.museum-laupheim.de

Kontakt
Manuela Ritzheim
Tel.: 069.798 322-33
Fax: 069.798 322-41
m.ritzheim(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 27
Januar 2016
18:30

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Gedenken in Worten und Gesten

Neuer Börneplatz
(Rückseite Museum Judengasse)

Eine Kooperation mit der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG), der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) und dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main

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Fritz Bauer Institut
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