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Irmtrud Wojak:
Fritz Bauer 1903–1968 Eine Biographie München: Verlag C. H. Beck, 2009, mit etwa 30 Abb., 640 S., € 34,– ISBN 978-3-406-58154-0 Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 23 Der Ankläger seiner Epoche Fritz Bauer ist eine der interessantesten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ihm ist es zu verdanken, dass die juristische Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Dritten Reichs nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Gang kam und bis zu den Epoche machenden Auschwitz-Prozessen geführt werden konnte. Es war Fritz Bauer, der Israel den entscheidenden Hinweis gab, wo sich Adolf Eichmann versteckt hielt. Fritz Bauer, 1903 in Stuttgart geboren, war ein promovierter Jurist aus „Freiheitssinn“. Aus einer jüdischen Familie stammend, trat er in den 20er Jahren der SPD bei, kam nach der „Machtergreifung“ ins KZ, konnte erst nach Dänemark, dann nach Schweden fliehen. Nach dem Krieg wirkte er zunächst als Generalstaatsanwalt in Braunschweig, dann in Hessen bis zu seinem überraschenden Tod 1968. Die Auseinandersetzung mit den Wurzeln nationalsozialistischen Handelns hielt Bauer für unumgänglich. In einem politischen Klima des Stillschweigens und Wegsehens betrieb Fritz Bauer Aufklärung, juristische Richtigstellung – etwa im Hinblick auf den deutschen Widerstand – und von Staats wegen Verfolgung der Nazi-Verbrechen. Eine längst fällige biographische Würdigung liegt nun erstmals mit diesem Buch vor. |
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Jirí Kosta, Jaroslava Milotová, Zlatica Zudová-Lešková (Hrsg.):
Tschechische und slowakische Juden im Widerstand 1938–1945 Aus dem Tschechischen von Marcela Euler Berlin: Metropol Verlag, 2008, 272 S., € 19,– ISBN 978-3-940938-15-2 Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 22 Über den Widerstand der europäischen Juden gegen die NS-Diktatur sind in den letzten Jahren wichtige Beiträge erschienen. Nur ganz sporadisch ist jedoch in der deutschen Literatur das Auflehnen tschechischer und slowakischer Juden gegen ihre Unterdrücker thematisiert worden. Der Grund hierfür ist nicht zuletzt in der Tatsache zu suchen, dass das kommunistische Regime in der ehemaligen CSSR die Rolle der Juden im Widerstand gegen die Okkupanten vertuscht und damit die Forschung behindert hat. Dieses Verschweigen, das einer verdeckten antisemitischen Haltung des Regimes entsprang, äußerte sich nicht nur in den öffentlich gemachten Zahlen der Widerstandskämpfer, sondern auch in der nicht ausgewiesenen Anzahl der ermordeten Jüdinnen und Juden. Erst in der jüngsten Vergangenheit hat sich die Vermutung bestätigt, dass der jüdische Anteil am Widerstand der tschechoslowakischen Bevölkerung bemerkenswert war. Der tschechische Historiker Pavel Skorpil ist der Frage nachgegangen, wie hoch die Zahl der jüdischen Todesopfer in Böhmen und Mähren unter der NS-Herrschaft insgesamt war und wie sich die Gesamtzahl im Einzelnen zusammensetzte. Seine Bilanz lautet: Die Gesamtzahl der umgebrachten tschechischen Juden (slowakische Juden sind in den Zahlen nicht inbegriffen) zwischen 1938 bis 1945 lag bei nahezu 80.000. Die 18 Beiträge des Bandes sind in ihrer tschechischen bzw. slowakischen Originalfassung erst nach der „samtenen Revolution" von 1989 veröffentlicht worden. Sie geben einen fundierten Überblick über die Strukturen und Einzelaktivitäten des tschechischen bzw. slowakischen Widerstandes gegen das NS-Regime. Die Hälfte der Aufsätze geht auf eine internationale wissenschaftliche Tagung in Prag im Jahr 2006 zurück. Die Ergebnisse sind erst kurz vor dem Erscheinen der deutschen Ausgabe in einem tschechischen Sammelband publiziert worden. Herausgabe und Übersetzung des Bandes wurden vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds gefördert. |
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Catrin Corell
Der Holocaust als Herausforderung für den Film Formen des filmischen Umgangs mit der Shoah seit 1945 Eine Wirkungstypologie Bielefeld: transcript – Verlag für Kommunikation, Kultur und soziale Praxis, 2008, ca. 550 S., kart., zahlr. Abb., ca. € 36,80 ISBN 978-3-89942-719-6 Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 20 Filme über den Holocaust führen nach wie vor zu kontroversen Diskussionen, insbesondere über die Art ihres Umgangs mit der Shoah. Abgesehen von wenigen Ausnahmen besteht die filmwissenschaftliche Literatur zum Thema Holocaust im Film jedoch aus Beiträgen zu einzelnen Filmen ohne übergreifende Fragestellung. Schwerpunkt dieser Studie ist daher eine Typologie, welche die Wirkung dieser Filme auf den Zuschauer analysiert – unter Berücksichtigung der besonderen Ästhetik und der damit einhergehenden spezifischen Wahrnehmungsangebote. Die analysierten Filme – darunter Nacht und Nebel, Schindlers Liste und Das Leben ist schön – stellen gleichzeitig einen Aufriss der filmischen Auseinandersetzung mit der Shoah seit 1945 dar. Catrin Corell (Dr. des. phil.) studierte Romanistik mit wirtschaftswissenschaftlicher Qualifikation (BWL) an der Universität Mannheim, lehrte dort romanistische Film- und Literaturwissenschaft und publizierte diverse Artikel im Bereich Film und TV. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist das europäische, insbesondere das französische Kino. Derzeit arbeitet sie in München bei der deutschen Tochter eines großen amerikanischen Film- und TV-Konzerns. |
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Letzte Änderung: 09. Juli 2010