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Fritz Backhaus, Dmitrij Belkin und Raphael Gross (Hrsg.):
Bild dir dein Volk! Axel Springer und die Juden Göttingen: Wallstein Verlag, 2012, 224 S., 64 überw. farb. Abb., € 19,90 ISBN: 978-3-8353-1081-0 Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 29 Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums, vom 15. März bis 29. Juli 2012 im Jüdischen Museum Frankfurt am Main »Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen; hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes« – dazu sind, laut Arbeitsvertrag, die Redakteurinnen und Redakteure des Axel Springer Verlags verpflichtet. Der einflussreichste Meinungsmacher der Nachkriegszeit und die Juden Es war der Verleger Axel Springer (1912–1985) selbst, der diese grundsätzliche Haltung Mitte der 1960er Jahre den Redaktionen seines Zeitungsimperiums vorgab. In Bild, Welt oder Hör zu setzte er eine proisraelische und projüdische Haltung durch – keine Selbstverständlichkeit in einem Verlag, in dem an führender Stelle auch ehemalige NS-Journalisten tätig waren. Was also bedeutete und bedeutet dieses Engagement? Werk und Person von Axel Springer sind – vor allem vor dem Hintergrund der emotional geführten Auseinandersetzungen um 1968 – höchst umstritten. Die politischen Konstellationen und öffentlichen Kontroversen, in denen sich Axel Springer (1912–1985) mit seiner medienpolitischen Macht positionierte, werden erstmals mit besonderem Augenmerk auf seine dezidiert projüdische und proisraelische Haltung in den Blick genommen: Welche Rolle spielte diese im Selbstverständnis von Axel Springer und in den Auseinandersetzungen mit seinen Kontrahenten? Welche Bedeutung kommt ihr im Kontext der deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte zu? Die Herausgeber gewannen Autorinnen und Autoren aus Deutschland und Israel dafür, sich mit dem Phänomen Axel Springer erstmals aus der Perspektive der deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte zu beschäftigen. Die Ausstellung und der Begleitband wurden gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, den Kulturfonds RheinMain, die Gerda Henkel Stiftung, die Herbert Quandt Stiftung und die Hessische Kulturstiftung. Beiträge von: Franziska Augstein, Frank Bajohr, Dmitrij Belkin, Juliane Berndt, Detlev Claussen, Karl Christian Führer, Anne Giebel, Monika Halbinger, Michael Jürgs, Elisa Klapheck, George Kohler, Amos Kollek, Werner Konitzer, Wolfgang Kraushaar, Gudrun Kruip, Cilly Kugelmann, Tim B. Müller, Christian Plöger, Avi Primor, Werner Renz, Esther Schapira, Michelle Schuhmacher, Verena Schulemann, Lu Seegers, Andrea Sinn, Jochen Staadt und Stefan Wolle. Interviews mit: Daniel Cohn-Bendit, Peter Tamm und Günter Wallraff. Fritz Backhaus ist stellvertretender Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt am Main. Dmitrij Belkin ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut und Kurator am Jüdischen Museum Frankfurt am Main. Raphael Gross ist Direktor des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main sowie des Leo Baeck Instituts London. |
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Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.):
»Ich staune, dass Sie in dieser Luft atmen können« Jüdische Intellektuelle in Deutschland nach 1945 Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch, 2013, ca. 400 S., € 14,99 ISBN 978-3-596-18909-0 Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 28 Schwieriger Neuanfang – die Situation jüdischer Intellektueller im Nachkriegsdeutschland Dieses Buch versammelt 14 Porträts jüdischer Geisteswissenschaftler und Künstler, die nach 1945 nach Deutschland zurückkehrten oder dort wieder publizistisch wirkten. Zu ihnen gehören die Schriftsteller Jean Améry, Arnold Zweig, Paul Celan und der Literaturwissenschaftler Peter Szondi, die Religionshistoriker Hans-Joachim Schoeps und Jacob Taubes, der Staatsrechtler Hans Kelsen, die Politologen Ernst Fraenkel und Hannah Arendt sowie die Philosophen/Soziologen Karl Löwith, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Ernst Bloch. Sie waren verjagt, sie hatten fliehen können – und kamen jetzt in ein Land, das sie nur selten willkommen hieß. Und das sich dennoch mit ihnen schmücken wollte, das sie brauchte bei der geistigen Erneuerung. Dieser Band schreibt ein spannendes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte im Spannungsfeld von Schuldverdrängung und -leugnung, Wiedergutmachung, Aufarbeitung und gesellschaftlicher Verunsicherung. Monika Boll, Dr. geb. 1961, studierte Philosophie, Soziologie und Publizistik in Berlin; Promotion mit einer Arbeit über die politische Theorie Hannah Arendts; für das Jüdische Museum Frankfurt kuratierte sie die Ausstellungen »Die Frankfurter Schule und Frankfurt. Eine Rückkehr nach Deutschland« (2009) und »Für Marcel Reich-Ranicki« (2010). Veröffentlichungen u.a.: Nachtprogramm. Intellektuelle Gründungsdebatten in der frühen Bundesrepublik (2004); Zur Kritik des naturalistischen Humanismus. Der Verfall des Politischen bei Hannah Arendt (1997). Raphael Gross, Prof. Dr. phil, geboren 1966 in Zürich, studierte Geschichte in Zürich, Berlin, Cambridge, Bielefeld, Jerusalem und Essen. Seit 2001 ist er Direktor des Leo Baeck Instituts in London und leitet seit Februar 2006 zudem das Jüdische Museum in Frankfurt am Main sowie seit April 2007 das Fritz Bauer Institut. Er ist Honorarprofessor im Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und Reader in History an der Queen Mary University of London. Veröffentlichungen u.a.: Anständig geblieben. Nationalsozialistische Moral (2010); Die Frankfurter Schule und Frankfurt. Eine Rückkehr nach Deutschland (hrsg. zus. m. Monika Boll, 2009) |
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Rolf Pohl, Joachim Perels (Hrsg.):
Normalität der NS-Täter? Eine kritische Auseinandersetzung Hannover: Offizin Verlag, 2011, 148 S., € 14,80 ISBN 978-3-930345-71-7 Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 27 Die weitverbreitete Ansicht, für die Massenverbrechen des Nationalsozialismus seien ganz »normale Täter« verantwortlich gewesen, wird von den Autoren dieses Bandes aus verschiedenen analytischen Perspektiven überprüft. Auf der Grundlage einer oftmals verdrängten gesellschaftskritischen Forschung wird der Frage nachgegangen, welche irrationalen Momente und psychischen Antriebskräfte mobilisiert wurden, um die Nazi-Täter zu ihren Verbrechen zu konditionieren. Wie konnten die Opfer zu entmenschlichten Objekten gemacht werden, die jede Tötungshemmung außer Kraft setzte? Psychischen Mechanismen von Allmachtspraktiken oder Schuldabwehr, die in mehreren Einzelbeiträgen beispielhaft behandelt werden, spielten hier eine wirkmächtige Rolle. Ebenso die NS-Ideologie, die auch nach 1945 fortlebte und die Verantwortung für Nazi-Verbrechen beiseite schob. Die vielfach verkannte Bedeutung der Zerstörung des Rechts der Millionen Getöteten, das im Hitler-Regime normativ weiter galt, wird detailliert herausgearbeit und die Kriminologie der NS-Täter ins Zentrum gerückt. Die historisch, psychoanalytisch und rechtstheoretisch fundierten Beiträge widerlegen die These von der »Normalität« der NS-Täter, die mit der unverstellten Wahrnehmung des Systems der Zerstörung der zivilisatorischen Normen durch die Nazi-Verbrecher unvereinbar ist. Ein Wort von Adorno, man müsse über den Nationalsozialismus so schreiben, dass man sich vor den Opfern nicht zu schämen brauche, ist die Leitschnur des Bands. Rolf Pohl: Kritik am Normalitätsbegriff der neueren Täterforschung Joachim Perels: Der Begriff der Normalität und die Zerstörung des Rechts durch NS-Täter Hans-Heinrich Nolte: Nazi-Mörder – »ganz normale Männer«? Axel von der Ohe: Kriminologie der NS-Täter – die halbvergessenen Forschungen von Herbert Jäger Nele Reuleaux: Die psychischen Antriebe von NS-Tätern. Zur Bedeutung des »malignen Narzissmus« Angela Moré: Die psychologische Bedeutung der Schuldabwehr von NS-Tätern und ihre Botschaft an die nachfolgende Generation Jan Lohl: Ganz normale Familien? Überlegungen zur Tradierung des Nationalsozialismus Hellmuth Freyberger, Harald Freyberger: Das Beispiel Heinrich Himmler |
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Raphael Gross:
Anständig geblieben. Nationalsozialistische Moral Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, 2010, 288 S., € 19,95 ISBN 978-3-10-028713-7 Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 26 und eine Publikation des Leo Baeck Institute London. Ehre, Treue, Schande und Kameradschaft: Raphael Gross stellt in diesem Buch erstmals eine moralhistorische Perspektive auf die NS-Geschichte vor. Er zeigt, dass erst ein System von gegenseitig eingeforderten moralischen Gefühlen und Tugenden die Begeisterung der deutschen Bevölkerung für die nationalsozialistische Volksgemeinschaft ermöglicht hat. Politische Reden, Schulbücher und ebenso der scheinbar apolitische Unterhaltungsbetrieb waren von dieser Moral geprägt. Raphael Gross zeigt in seiner wegweisenden Darstellung, dass diese von vielen getragene, verbrecherische NS-Moral nach der militärischen Niederlage 1945 nicht plötzlich verschwunden ist. Raphael Gross, Prof. Dr. phil, geboren 1966 in Zürich, studierte Geschichte in Zürich, Berlin, Cambridge, Bielefeld, Jerusalem und Essen. Seit 2001 ist er Direktor des Leo Baeck Instituts in London und leitet seit Februar 2006 zudem das Jüdische Museum in Frankfurt am Main sowie seit April 2007 das Fritz Bauer Institut. Er ist Honorarprofessor im Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und Reader in History an der Queen Mary University of London. |
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Joachim Perels (Hrsg.):
Auschwitz in der deutschen Geschichte Offizin-Verlag, Hannover, 2010, 258 S., € 19,80 ISBN 978-3930345724 Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 25 Wie konnte das Menschheitsverbrechen Auschwitz entstehen, wie wurde seine Realität durchlitten, worin bestanden die Folgen? Diese Fragen stellen sich die Autoren und Autorinnen dieses Bandes aus der Perspektive unterschiedlicher Wissenschaften. Das ermöglicht eine genauere, kritisch folgenreiche Wahrnehmung des Unfassbaren. Die Verfasser behandeln die Periode der Diskriminierung der Juden in Nazi-Deutschland, sichtbar gemacht an der judenfeindlichen Kirchenpolitik, an Maßnahmen der Verwaltung zur Zerstörung der ökonomischen Existenz der Juden, nähern sich der Realität von Auschwitz über Erfahrungen wie der von Ruth Klüger in weiter leben, analysieren den juristischen Umgang mit dem größten Verbrechen der deutschen Geschichte unter verschiedenen Aspekten, insbesondere in Untersuchungen zum Frankfurter Auschwitz-Prozess. Weiter widmet sich der Band literarischen und musikalischen Refl exionen über die Nazi-Verbrechen, wie etwa Peter Weiss’ Stück Die Ermittlung. Schließlich wird die Frage der Stellung zur Erbschaft des Nationalsozialismus in den Blick genommen: am Beispiel der Gedenkstätte Bergen-Belsen und der Virulenz des Antisemitismus. |
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Joachim Perels:
Recht und Autoritarismus Beiträge zur Theorie realer Demokratie Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden, 2009, 384 S, € 94,– ISBN 978-3-7890-8329-7 Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 24 Die Beiträge des Bandes sind dem Rechtsbegriff der Aufklärung, der in den modernen Verfassungen seinen Niederschlag gefunden hat, verpfl ichtet. Methodisch orientieren sich die Arbeiten an den juristischen Autoren der sozialdemokratischen Emigration in den Vereinigten Staaten während der NS-Diktatur. Die Verbindung einer normimmanenten und historisch-soziologischen Vorgehensweise ist auch für die Analyse rechtsstaatlichdemokratischer Systeme erhellend. Die exekutivstaatliche Beseitigung von Grundrechtspositionen ist die negative Folie der Studien. Die Exegese demokratisch konstituierter Normen steht im Vordergrund. Analysiert werden insbesondere die Garantie der Menschenwürde, die Bedeutung des Gleichheitssatzes, die Gewissensfreiheit, die Wissenschaftsfreiheit, die Bewahrung der Natur, die Prinzipien der Ahndung von NS-Verbrechen, der Umgang mit völkerrechtswidrigem Staatshandeln und Probleme einer Rechtslehre des aufrechten Gangs. Zugleich werden Fragen einer verfassungsrechtlich legitimierten Umgestaltung der privatwirtschaftlichen Ordnung, deren Krisenanfälligkeit vor aller Augen liegt, erörtert. Ohne das Denken und Handeln Einzelner bleibt Recht ein toter Buchstabe. Dies zeigen Porträts kritischer Rechtswissenschaftler der Weimarer Republik, der NS-Zeit und der Bundesrepublik – von Gustav Radbruch über Franz L. Neumann bis Fritz Bauer. In einer rechtsstaatlichen Demokratie haben sie eine Orientierungsfunktion. |
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Irmtrud Wojak:
Fritz Bauer 1903–1968 Eine Biographie München: Verlag C. H. Beck, 2009, mit etwa 30 Abb., 640 S., € 34,– ISBN 978-3-406-58154-0 Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 23 Der Ankläger seiner Epoche Fritz Bauer ist eine der interessantesten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ihm ist es zu verdanken, dass die juristische Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Dritten Reichs nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Gang kam und bis zu den Epoche machenden Auschwitz-Prozessen geführt werden konnte. Es war Fritz Bauer, der Israel den entscheidenden Hinweis gab, wo sich Adolf Eichmann versteckt hielt. Fritz Bauer, 1903 in Stuttgart geboren, war ein promovierter Jurist aus „Freiheitssinn“. Aus einer jüdischen Familie stammend, trat er in den 20er Jahren der SPD bei, kam nach der „Machtergreifung“ ins KZ, konnte erst nach Dänemark, dann nach Schweden fliehen. Nach dem Krieg wirkte er zunächst als Generalstaatsanwalt in Braunschweig, dann in Hessen bis zu seinem überraschenden Tod 1968. Die Auseinandersetzung mit den Wurzeln nationalsozialistischen Handelns hielt Bauer für unumgänglich. In einem politischen Klima des Stillschweigens und Wegsehens betrieb Fritz Bauer Aufklärung, juristische Richtigstellung – etwa im Hinblick auf den deutschen Widerstand – und von Staats wegen Verfolgung der Nazi-Verbrechen. Eine längst fällige biographische Würdigung liegt nun erstmals mit diesem Buch vor. |
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Jirí Kosta, Jaroslava Milotová, Zlatica Zudová-Lešková (Hrsg.):
Tschechische und slowakische Juden im Widerstand 1938–1945 Aus dem Tschechischen von Marcela Euler Berlin: Metropol Verlag, 2008, 272 S., € 19,– ISBN 978-3-940938-15-2 Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 22 Über den Widerstand der europäischen Juden gegen die NS-Diktatur sind in den letzten Jahren wichtige Beiträge erschienen. Nur ganz sporadisch ist jedoch in der deutschen Literatur das Auflehnen tschechischer und slowakischer Juden gegen ihre Unterdrücker thematisiert worden. Der Grund hierfür ist nicht zuletzt in der Tatsache zu suchen, dass das kommunistische Regime in der ehemaligen CSSR die Rolle der Juden im Widerstand gegen die Okkupanten vertuscht und damit die Forschung behindert hat. Dieses Verschweigen, das einer verdeckten antisemitischen Haltung des Regimes entsprang, äußerte sich nicht nur in den öffentlich gemachten Zahlen der Widerstandskämpfer, sondern auch in der nicht ausgewiesenen Anzahl der ermordeten Jüdinnen und Juden. Erst in der jüngsten Vergangenheit hat sich die Vermutung bestätigt, dass der jüdische Anteil am Widerstand der tschechoslowakischen Bevölkerung bemerkenswert war. Der tschechische Historiker Pavel Skorpil ist der Frage nachgegangen, wie hoch die Zahl der jüdischen Todesopfer in Böhmen und Mähren unter der NS-Herrschaft insgesamt war und wie sich die Gesamtzahl im Einzelnen zusammensetzte. Seine Bilanz lautet: Die Gesamtzahl der umgebrachten tschechischen Juden (slowakische Juden sind in den Zahlen nicht inbegriffen) zwischen 1938 bis 1945 lag bei nahezu 80.000. Die 18 Beiträge des Bandes sind in ihrer tschechischen bzw. slowakischen Originalfassung erst nach der „samtenen Revolution" von 1989 veröffentlicht worden. Sie geben einen fundierten Überblick über die Strukturen und Einzelaktivitäten des tschechischen bzw. slowakischen Widerstandes gegen das NS-Regime. Die Hälfte der Aufsätze geht auf eine internationale wissenschaftliche Tagung in Prag im Jahr 2006 zurück. Die Ergebnisse sind erst kurz vor dem Erscheinen der deutschen Ausgabe in einem tschechischen Sammelband publiziert worden. Herausgabe und Übersetzung des Bandes wurden vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds gefördert. |
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Barbara Thimm, Gottfried Kößler, Susanne Ulrich (Hrsg.)
Verunsichernde Orte Selbstverständnis und Weiterbildung in der Gedenkstättenpädagogik Frankfurt am Main: Brandes & Apsel Verlag, 2010, 208 S., € 19,90 ISBN 978-3-86099-630-0 Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 21 Mit Beiträgen von Monique Eckmann, Christian Geißler, Uta George, Verena Haug, Wolf Kaiser, Gottfried Kößler, Imke Scheurich, Barbara Thimm, Susanne Ulrich, Helmut Wetzel, Oliver von Wrochem Der zeitliche Abstand zum Nationalsozialismus ist inzwischen so groß, dass kaum mehr ein Jugendlicher, eine Jugendliche jemanden persönlich kennenlernt, der oder die die Zeit des Nationalsozialismus erlebt hat. Und die Veränderung der europäischen Gesellschaften zu Migrationsgesellschaften hat den Blick auf die Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts modifiziert. Zugleich hat sich der Stellenwert von Gedenkstätten in Deutschland und Österreich gewandelt, ein breiter gesellschaftlicher Konsens trägt sie inzwischen, auch wenn diese Errungenschaft sicher auch in Zukunft immer wieder neu eingefordert werden muss. Vielerorts werden Gedenkstätten institutionalisiert, was spezifische Auswirkungen auch auf die Arbeitsbedingungen von Mitarbeitenden hat. Wenn auch die Erwartungen an gedenkstättenpädagogische Arbeit immer von einem erzieherischen Anspruch geprägt waren, hat sich diese Entwicklung seit 1989 verstärkt, und in der Regel werden Demokratieförderung und Menschenrechtsbildung – häufig unhinterfragt – als Ziele von Gedenkstätten und ihrer pädagogischen Arbeit beschrieben. All diese Entwicklungen befördern den Eindruck, dass eine (Neu-)Verständigung über realistische Ziele und zeitgemäße Methoden überfällig ist. Diesem Prozess widmete sich das Bundesmodellprojekt »Gedenkstättenpädagogik und Gegenwartsbezug – Selbstverständigung und Konzeptentwicklung«. In einem mehrjährigen Arbeitsprozess haben Pädagog(inn)en aus zwölf KZ- und Euthanasie-Gedenkstätten sowie Jugendbildungsstätten mit gedenkstättenpädagogischem Schwerpunkt aus Deutschland, Österreich, Polen u.a. ein »Berufsbild Gedenkstättenpädagogik« entwickelt. Es steht im Mittelpunkt dieses Buches. Seine Schwerpunktsetzungen werden in theoretischen Beiträgen von Wissenschaftler(innen) und Praktiker(innen) ausgeführt. Der Praxisteil dient der Selbstreflexion. Dafür sind aus den in diesem Projekt neu für die Weiterbildung von Mitarbeiter(innen) an Gedenkstätten (und verwandten Einrichtungen) entwickelten Übungen diejenigen ausgewählt worden, die alleine oder im Team angewandt werden können. Im Zentrum stehen Fragen des eigenen Selbstverständnisses, des Umgangs mit Teilnehmenden und Gruppen sowie die Reflexion von Vermittlungsmedien. |
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Catrin Corell
Der Holocaust als Herausforderung für den Film Formen des filmischen Umgangs mit der Shoah seit 1945 Eine Wirkungstypologie Bielefeld: transcript – Verlag für Kommunikation, Kultur und soziale Praxis, 2008, ca. 550 S., kart., zahlr. Abb., ca. € 36,80 ISBN 978-3-89942-719-6 Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 20 Filme über den Holocaust führen nach wie vor zu kontroversen Diskussionen, insbesondere über die Art ihres Umgangs mit der Shoah. Abgesehen von wenigen Ausnahmen besteht die filmwissenschaftliche Literatur zum Thema Holocaust im Film jedoch aus Beiträgen zu einzelnen Filmen ohne übergreifende Fragestellung. Schwerpunkt dieser Studie ist daher eine Typologie, welche die Wirkung dieser Filme auf den Zuschauer analysiert – unter Berücksichtigung der besonderen Ästhetik und der damit einhergehenden spezifischen Wahrnehmungsangebote. Die analysierten Filme – darunter Nacht und Nebel, Schindlers Liste und Das Leben ist schön – stellen gleichzeitig einen Aufriss der filmischen Auseinandersetzung mit der Shoah seit 1945 dar. Catrin Corell (Dr. des. phil.) studierte Romanistik mit wirtschaftswissenschaftlicher Qualifikation (BWL) an der Universität Mannheim, lehrte dort romanistische Film- und Literaturwissenschaft und publizierte diverse Artikel im Bereich Film und TV. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist das europäische, insbesondere das französische Kino. Derzeit arbeitet sie in München bei der deutschen Tochter eines großen amerikanischen Film- und TV-Konzerns. |
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Letzte Änderung: 14. Januar 2013