Veranstaltungen und Ausstellungen

Veranstaltungsarchiv

Di 05
November 2013
18:00

Der Auschwitz-Prozess

Vorgeschichte und Ermittlungsarbeit

Vortrag von Werner Renz:

Oberlandesgericht Frankfurt am Main
Zeil 42
Sitzungstrakt

Veranstaltungsreihe: »50. Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses«
... <link fileadmin downloads _blank download herunterladen der datei>Programmflyer der Veranstaltungsreihe (pdf-Dartei)

Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung »Verstrickung der Justiz in das NS-System 1933–1945. Forschungsergebnisse für Hessen« (31. Oktober bis 9. Januar 2014 im Oberlandesgericht Frankfurt am Main). Der Vortrag stellt die Vorgeschichte des Auschwitz-Verfahrens dar. Ein Schwerpunkt liegt auf der Schilderung der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsarbeit und auf Frankfurter Justizjuristen, die in mittelbarer Form mit dem Auschwitz-Prozess zu tun hatten.

Werner Renz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut, zuständig für das Archiv und die Bibliothek, sowie Mitglied der Redaktion Einsicht – Bulletin des Fritz Bauer Instituts. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Geschichte der Frankfurter Auschwitz-Prozesse und die Geschichte des Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.
Zuletzt erschienen:
Raphael Gross, Werner Renz (Hrsg.), Der Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963–1965). Kommentierte Quellenedition,
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2013, 1.398 S., Edition in zwei Teilbänden, € 78,– Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 22
Werner Renz (Hrsg.): Interessen um Eichmann. Israelische Justiz, deutsche Strafverfolgung und alte Kameradschaften, Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2012, 332 S., € 34,90, Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 20

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Dorothee Becker
Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
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Mi 30
Oktober 2013
18:00

Verstrickung der Justiz in das NS-System 1933–1945

Forschungsergebnisse für Hessen

Ausstellungseröffnung:

Oberlandesgericht Frankfurt am Main
Zeil 42
Sitzungstrakt

Veranstaltungsreihe: »50. Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses«
... Programmflyer der Veranstaltungsreihe (pdf-Dartei)

Ausstellung vom 31. Oktober bis 9. Januar 2014
im Oberlandesgericht Frankfurt am Main.

Zwischen 1933 und 1945 wurden über 3.800 Frauen und Männer aus Hessen wegen politischer Delikte angeklagt. Zur rascheren Aburteilung von Widerstand und oppositionellem Verhalten richteten die NS-Machthaber Sondergerichte und den berüchtigten Volksgerichtshof ein. Insgesamt verhängten die zivilen Strafgerichte des Deutschen Reichs in dieser Zeit über 16.000 Todesurteile. Die Ausstellung »Verstrickung der Justiz in das NS-System« behandelt den gesamten Bereich der politischen NS-Strafjustiz, auch die Wehrmachtsjustiz, die Sondergerichtsbarkeit, den NS-Strafvollzug und die Zwangssterilisationen während der NS-Zeit. Sie wirft auch einen Blick auf die Zeit nach 1945, die Auschwitz-Prozesse und die justizpolitischen Entwicklungen der Aufhebung von NS-Urteilen nach 1989.
Eine Ausstellung des Studienzentrums der Finanzverwaltung und Justiz in Rotenburg a. d. Fulda.
Kurator: Dr. Wolfgang Form (Universität Marburg)
Mitarbeit u. a.: Prof. Dr. Werner Konitzer und Werner Renz (Fritz Bauer Institut).

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Mo 28
Oktober 2013
18:15

Eine Nacht im November 1938

Ein zeitgenössischer Bericht

Vortrag und Lesung mit Dr. Markus Roth und Prof. Dr. Sascha Feuchert:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Casino-Gebäude am IG-Farben Haus, Raum 1.801

European Leo Baeck Lecture Series 2013
Der Novemberpogrom 1938

Die Geschichte der Reichspogromnacht wurde bereits wenige Wochen nach dem 9. November 1938 von dem Journalisten Konrad Heiden aufgezeichnet. In Paris erreichten den Exilanten die ersten Augenzeugenberichte von den Ereignissen in Deutschland. Er erkannte sofort die Bedeutung der Eskalation der Gewalt und verfasste den Bericht, der 1939 in England unter dem Titel »The New Inquisition« erschien.
Diese frühe Gesamtdarstellung stützt sich auf Augenzeugenberichte von Juden und auf Zeitungsartikel der NS-Propaganda und der freien Welt. Heiden schildert diese Nacht und kommentiert die Rassenideologie mit bisweilen bissiger Ironie. 75 Jahre nach dem Ereignis liegt sein Bericht nun auch auf Deutsch vor.

Markus Roth ist promovierter Historiker und stellvertretender Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Universität Gießen. Er leitet im BMBF-Projekt »GeoBib« die Forschungen zu den frühen Texten der Holocaust- und Lagerliteratur. Sascha Feuchert ist Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur und Honorarprofessor an der Eastern Michigan University. Beide haben 2011 gemeinsam mit Robert Kellner, Erwin Leibfried und Jörg Riecke die Tagebücher von Friedrich Kellner Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne. Tagebücher 1939–1945 herausgegeben. Nun erschien von ihnen ebenfalls im Wallstein Verlag der Augenzeugenbericht von Konrad Heiden.

Konrad Heiden
Eine Nacht im November 1938. Ein zeitgenössischer Bericht
Hrsg. von Markus Roth, Sascha Feuchert und Christiane Weber
Göttingen: Wallstein Verlag, 2013, 192 S., 4 Abb., € 19,90

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Sa 19
Oktober 2013
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Céline Wendelgaß

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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www.wollheim-memorial.de



Mo 14
Oktober 2013
18:15

Der »Alptraum von Nürnberg«

der I.G. Farben-Prozess

Vortrag von Prof. Dr. Stephan H. Lindner:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Casino-Gebäude am IG-Farben Haus, Raum 1.801

Veranstaltungsreihe: »50. Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses«
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Im Sommer 1947 begann vor einem amerikanischen Militärgericht der Prozess gegen führende Manager der I.G. Farben. Ende Juli 1948 erging das Urteil der drei Richter, wobei einer vom Mehrheitsbeschluss abwich. Sämtliche 23 Manager wurden in den Anklagepunkten der Vorbereitung und Verschwörung zum Angriffskrieg freigesprochen, zehn wurden in allen Punkten von der Mehrheit der Richter freigesprochen. Aber 13 Manager wurden wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu Freiheitsstrafen zwischen 18 Monaten und 8 Jahren verurteilt.
In dem Vortrag von Prof. Dr. Stephan H. Lindner soll der Prozess dargelegt und analysiert werden, der wohl nicht nur von einem der amerikanischen Richter als »Nuremberg nightmare« wahrgenommen wurde.

Stephan H. Lindner ist Professor für Wirtschafts-, Sozial- und Technikgeschichte an der Universität der Bundeswehr München. Zu seinen Schwerpunkten gehört die Geschichte der chemischen und pharmazeutischen Industrie im 20. Jahrhundert. 2013 erschien von ihm ein Aufsatz zum I.G. Farben-Prozess in dem Sammelband »NMT. Die Nürnberger Militärtribunale zwischen Geschichte, Gerechtigkeit und Rechtschöpfung«, hrsg. von Kim C. Primel und Alexa Stiller in den Hamburger Editionen.

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Mo 07
Oktober 2013
13:00

Tonbandmitschnitt des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963–1965)

Online-Stellung:

www.auschwitz-prozess.de

Veranstaltungsreihe: »50. Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses«
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Der 50. Jahrestag des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses ist uns Anlass, ein einmaliges zeithistorisches Dokument einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen: der Mitschnitt der Zeugenvernehmungen in der »Strafsache gegen Mulka u.a.« vor dem Landgericht Frankfurt am Main. Die Tonbandaufnahmen wurden im Jahr 1989 vom Landgericht Frankfurt am Main dem Hessischen Hauptstaatsarchiv zur Verwahrung übereignet. Erstmals verwendet wurde der Mitschnitt 1993 in der dreiteiligen Dokumentation des Hessischen Rundfunks STRAFSACHE 4 KS 2/63. Die Aussagen von 318 Zeugen, darunter 181 Überlebende von Auschwitz, finden sich auf den Tonbändern. Durch Erlass des hessischen Justizministers vom September 1965 wurde die Sicherung und Verwahrung der Tonbandaufnahmen verfügt.
2004 veröffentlichte das Fritz Bauer Institut in Kooperation mit dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau, dem Hessischen Hauptstaatsarchiv und dem Deutschen Rundfunkarchiv die Transkription des 430-stündigen Mitschnitts sowie 100 Stunden O-Ton ausgewählter Vernehmungen. Nunmehr präsentieren das Fritz Bauer Institut und das Hessische Hauptstaatsarchiv die Website:
<link http: www.auschwitz-prozess.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.auschwitz-prozess.de

Der gesamte Audio-Mitschnitt samt den Transkriptionen in zwei Formaten (html- und pdf-Format) sind über die Website zugänglich. Zu hören sind die Stimmen der Opfer, die die Verbrechen von Auschwitz bezeugen. Zu hören sind die Ausflüchte der SS-Zeugen und die Einlassungen der Angeklagten, die alle Mitverantwortung an den Verbrechen leugnen. Der Mitschnitt vergegenwärtigt auf eindringliche Weise die Anstrengung des Frankfurter Schwurgerichts, in einem Strafprozess nach Recht und Gesetz die individuelle Schuld der Angeklagten festzustellen. Die durch die Strafprozessordnung vorgegebene »Erforschung der Wahrheit« (§ 244 StPO) erbrachte auch eine umfassende Aufklärung über die in Auschwitz begangenen Massenverbrechen.
Texte und Materialien zur Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, des Auschwitz-Prozesses sowie des Tonbandmitschnitts ermöglichen eine Kontextualisierung der Audioquelle. Zusätzliche Materialien bieten Orientierungs- und Informationshilfen.
Am Ende der Verfolgung und Ahndung der NS-Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland angelangt, ist die Audio-Quelle vom 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess ein außergewöhnliches Dokument von herausragender gesellschaftspolitischer und rechtshistorischer Bedeutung.

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Werner Renz
Fritz Bauer Institut
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Di 01
Oktober 2013
18:15

Ein Gespräch mit dem Biographen Ronen Steinke, München

Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Hörsaalzentrum, 3. Stock, Raum HZ 7
(auf den Veranstaltungsflyern ist fälschlicherweise Raum HZ 13 angegeben)

Veranstaltungsreihe: »50. Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses«
... Programmflyer der Veranstaltungsreihe (pdf-Dartei)

Vor bald genau 50 Jahren drang das Wort »Auschwitz« in deutsche Wohnzimmer. Gegen 22 ehemalige NS-Verbrecher wurde Anklage erhoben, in Frankfurt begann ein Mammutprozess. Ein Mann hatte diesen Prozess auf den Weg gebracht: Fritz Bauer, Generalstaatsanwalt in Hessen. Ein Sozialdemokrat jüdischer Herkunft, der 1936 gerade noch hatte fliehen können (zunächst nach Dänemark, dann nach Schweden), und der 1949 nach Deutschland zurückkehrte, um beim Aufbau eines demokratischen Justizwesen mitzuwirken. Bauer brachte die deutsche Nachkriegsgesellschaft zum Sprechen und trug maßgeblich dazu bei, dass Adolf Eichmann in Argentinien gefasst und vor ein israelisches Gericht gestellt werden konnte. Im restaurativen Klima der Adenauer Zeit wurde der Jurist damit zur Reizfigur, der seine Zunft erzürnte und von allen Seiten angefeindet wurde: »Wenn ich mein Büro verlasse, betrete ich feindliches Ausland«, so beschreibt er seine Lage.
»Eine der großen Gestalten, die dem unsäglichen Geist der NS-Zeit trotzten und widerstanden«, so Ralph Giordano über Fritz Bauer.
Vier Jahre nach der Fritz Bauer-Biographie von Irmtrud Wojak legt nun der Rechtswissenschaftler und SZ-Journalist Ronen Steinke eine neue biographische Annäherung an diese so lange unterschätzte Figur der Nachkriegsgeschichte vor. Mit zahlreichen neuen Recherchen vor allem zu Bauers bislang rätselhaft gebliebenen jungen Jahren, zu seiner jüdischen Identität und der juristischen Gedankenwelt, die ihn prägte, gelingt eine dichte, zugängliche neue Biographie. Der Autor hat am Fritz Bauer Institut geforscht. »Das leidenschaftliche Eintreten für eine im besten Sinne aufgeklärte Gesellschaft ist ein Leitmotiv dieser in vielem vorbildlichen Biographie«, schreibt Andreas Voßkuhle, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, in seinem Vorwort.

Ronen Steinke, Dr. jur., geboren 1983 in Erlangen, lebt derzeit in Münschen und arbeitet als Journalist in der Redaktion der Süddeutschen Zeitung. Zuvor studierte er Jura und Kriminologie, arbeitete in Anwaltskanzleien, einem Jugendgefängnis und zuletzt beim UN-Jugoslawientribunal in Den Haag. 2012 erschien seine Dissertation The Politics of International Criminal Justice. German Perspectives from Nuremberg to The Hague bei Richard Hart, Oxford.

Ronen Steinke, Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht
Mit einem Vorwort von Andreas Voßkuhle.
München: Piper Verlag, 2013, 352 S., 13 Abb. € 22,90
ISBN: 978-3-492-05590-1

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Sa 21
September 2013
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Céline Wendelgaß

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
www.wollheim-memorial.de



Do 19
September 2013
19:00

Lesung mit Ursula Krechel, Berlin

Landgericht

Foyer des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main
Zeil 42
Sitzungstrakt

Was muss einer fürchten, was darf einer hoffen, der als Jude 1947 aus dem Exil nach Deutschland zurückkehrt? Für Richard Kornitzer ist nichts mehr wie vorher, die kleine Familie zwischen dem Bodensee, Mainz und England versprengt, das, was früher Heimat war, fremder als das Exil in Havanna. Ursula Krechels Roman lässt Dokumentarisches und Fiktives ineinander übergehen. Sie ergründet die Atmosphäre der Zeit und bringt mit sprachlicher Behutsamkeit ihre Figuren zum Sprechen. Landgericht handelt von einer deutschen Familie und erzählt zugleich von den Gründungsjahren der Republik.

Eine Veranstaltung des Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. in Kooperation mit dem Oberlandesgericht Frankfurt.

Ursula Krechel ist Germanistin, Theaterwissenschaftlerin und Kunsthistorikerin und promovierte mit einer Arbeit über den Theaterkritiker Herbert Ihring. Seit 1972 arbeitet sie als freie Schriftstellerin. Für ihren Roman Landgericht wurde sie 2012 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

Ursula Krechel, Landgericht
Salzburg: Jung und Jung Verlag, 2012
496 S., € 29,90, ISBN: 978-3-99027-024-0

Eine Anmeldung zur Lesung ist erforderlich!

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Mo 09
September 2013
11:00

4. Tagung: Kontext Nahostkonflikt

Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft

bis Dienstag, 10. September 2013, 17:00 Uhr
Caritas-Pirckheimer-Haus
Königstr. 64
90402 Nürnberg

Die Tagungsreihe »Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft« beleuchtet aktuelle Analysen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente. Sie bietet ein Forum für Wissenschaft und pädagogische Praxis und Raum für Austausch und Vernetzung.

Die 4. Tagung hat das Thema »Kontext Nahostkonflikt«. Wie wird der Konflikt hier wahrgenommen? Welche Diskurse prägen das Bild? Welche Deutungsmuster sind virulent und wo verläuft die Grenze zwischen einer kritischen Bezugnahme auf die Geschehnisse im Nahen Osten und antisemitischer Instrumentalisierung des Konfliktes? Ziel der Tagung ist es, Anstöße zu geben für einen qualifizierten Umgang mit diesen pädagogischen Fragen.

Die bisherigen Tagungsthemen der Blickwinkel-Reihe
»Bildungsraum Lebenswelt«, Berlin, 26./27. Oktober 2011
»Bildungsansatz Alltagskultur«, Frankfurt am Main, 3./4. Mai 2012
»Bildungszugang Gender«, Köln, 29./30. Oktober 2012

Ein Kooperationsprojekt von
Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.)
Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«
Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin
Pädagogisches Zentrum Frankfurt am Main

Programm
... Tagungsprogramm (pdf-Datei)

Anmeldung
www.stiftung-evz.de/blickwinkel



Mo 09
September 2013
10:00

Neue Forschungen zu Geschichte und Wirkung des Holocaust

5. Interdisziplinäres Doktoranden-Seminar:

und Mittwoch, 11. September 2013
Evangeliche Akademie, Martin-Niemüller-Haus
Am Eichwaldsfeld 3
61389 Schmitten im Taunus

Geschlossene Veranstaltung.
Teilnahme nur nach vorheriger und bestätigter Anmeldung!

Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit der
Evangelischen Akademie in Hessen und Nassau e.V.

... Doktorandenseminar (Überblicksseite)

Kontakt
Dr. Jörg Osterloh
Fritz Bauer Institut
Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-35
Fax: 069.798 322-41
j.osterloh(at)fritz-bauer-institut.de



So 08
September 2013
10:00

Erlebt. Erzählt. Erfunden.

Jugendliteratur zu Nationalsozialismus und Holocaust für den Unterricht

Tagung:

bis Dienstag, 10. September 2013, 14:00 Uhr
Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalten beim Bund, Berlin

Eine gemeinsame Veranstaltung des Anne Frank Zentrums, der Bundeszentrale für politische Bildung (Fachbereich Didaktik/Fortbildung) sowie des Pädagogisches Zentrums des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main.

Kinder und Jugendliche kommen auf ganz unterschiedlichen Wegen mit den Themen Nationalsozialismus und Holocaust in Berührung: über ein Gespräch mit einem Erwachsenen, einen Film oder ein Foto, eine Website, eine Ausstellung oder über Bücher. Wenn Kinder und Jugendliche mehr über die Themen wissen wollen und dazu selbst recherchieren, oder wenn sie die Themen im Unterricht behandeln, werden sie mit ziemlicher Sicherheit auf Bücher zurückgreifen. Was werden sie finden? Welche Aspekte dieser Themen werden ihnen begegnen? Werden sie von Helferinnen und Helfern, Opfern, Täterinnen und Tätern und Zuschauern lesen? Welche Perspektive auf die Ereignisse lernen sie kennen? Spielt die Geschichte in Berlin, Warschau oder Tel Aviv – oder in allen drei Städten? Wie werden sie angesprochen? Ist die Geschichte autobiografisch, didaktisch konstruiert oder fiktiv? Sind die Protagonisten so alt wie die jugendlichen Leserinnen und Leser selbst? In welchem Zeitraum spielt die Erzählung/der Roman: vor, während oder nach dem Holocaust?

In unseren zahlreichen Begegnungen mit Lehrkräften stellen wir immer wieder fest, dass Bücher das Medium sind, auf das Lehrerinnen und Lehrer zurückgreifen, wenn sie zu den Themen Nationalsozialismus und Holocaust arbeiten. Dabei geht es ihnen nicht nur um die Vermittlung von historischem Wissen, sondern immer auch um Werteerziehung. Gleichzeitig stellen wir fest, dass die Arbeit mit Literatur sehr unzureichend fachdidaktisch begleitet und reflektiert wird und dass es an Kriterien fehlt, die Lehrkräfte dabei unterstützen, ein pädagogisch wertvolles von einem kontraproduktiven (weil Stereotype fördernden) Buch zu unterscheiden.

Die Tagung will einen interdisziplinären Beitrag zur Schließung dieser Lücke leisten und Lehrkräfte, Pädagogen und Fachdidaktiker zum Erfahrungsaustausch einladen. Dabei sollen unter anderem folgende Fragen behandelt werden: Welche Bücher und Medien eignen sich, um Ziele der historisch-politischen Bildung zu erreichen? Welche konkreten Ziele sind dies in Bezug auf Jugendliteratur? Wie kann der übliche Lektürekanon kritisch reflektiert werden und woher kommen neue Impulse? Was unterscheidet Jugendliteratur von Schullektüre? Was macht das Besondere der fiktionalen Erzählung aus, welche Rolle spielen Phantasie und Imagination für das historische Lernen? Welche Texte sind nicht als Jugendliteratur geschrieben und eignen sich trotzdem für die Arbeit mit Jugendlichen? Wie spiegelt sich der gesellschaftliche Umgang mit Geschichte und die Lebenswelt der Jugendlichen in den Büchern wider, die sie lesen? Welche Gattungen eignen sich besonders für welche Lernziele und Zielgruppen? Und: Welche Erfahrungen gibt es bereits in der Arbeit mit Kinder- und Jugendbüchern?

Fragen und Anmeldungen bitte an Gottfried Kößler, Pädagogisches Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main.

Kontakt
Pädagogisches Zentrum Frankfurt
Gottfried Kößler
Seckbächer Gasse 14
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069-212 49439
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Mo 02
September 2013
18:15

Theresienstadt. Eine Geschichte von Täuschung und Vernichtung

Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Benz, Berlin

Buchvorstellung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
IG Farben-Haus, Raum 411

Nirgendwo kam der Zynismus der Nationalsozialisten deutlicher zum Ausdruck als in Theresienstadt. Die Weltöffentlichkeit und die zur Deportation bestimmten Juden wurden planmäßig über den Zweck der Einrichtung getäuscht. Bis heute hält sich das Bild des privilegierten »Altersghettos«, in dem vor allem musiziert und gemalt wurde.
Wolfgang Benz zeichnet in seinem Buch ein Bild von Theresienstadt, das der Realität zwischen Hoffnung und Vernichtung, zwischen Illusion und Untergang nahe kommt.
Die Nationalsozialisten sind mit ihren Lügen über Theresienstadt nicht erfolglos geblieben: In der Literatur findet man immer wieder Hinweise darauf, dass hier die Lebensbedingungen besser waren als in anderen Lagern, dass die Kinder und Jugendlichen in den Genuss von Schulbildung gekommen seien, nirgendwo fehlt der Verweis auf das kulturelle Leben im Ghetto. Dies alles gab es, doch wird dabei ein entscheidender Teil der Wirklichkeit ausgeblendet. Denn Theresienstadt war in das Programm der »Endlösung« eingebunden und von Hunger, Elend und einer hohen Sterblichkeit geprägt. Das Ghetto war hoffnungslos überfüllt und immer wieder gingen Transporte in die Vernichtungslager im Osten. Insgesamt wurden 141.000 Juden, vor allem aus der Tschechoslowakei, Deutschland und Österreich, nach Theresienstadt deportiert, nur 23.000 von ihnen überlebten den Holocaust.

Wolfgang Benz ist Prof. em. der Technischen Universität Berlin; er leitete bis März 2011 das Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin.

Wolfgang Benz, Theresienstadt.
Eine Geschichte von Täuschung und Vernichtung

281 S., 46 Abb., € 24,95, ISBN 978-3-406-64549-5
München: C.H.BECK, 2013

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Sa 17
August 2013
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
www.wollheim-memorial.de



Sa 20
Juli 2013
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Céline Wendelgaß

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
www.wollheim-memorial.de



Mo 01
Juli 2013
18:15

Schuldabwehr durch Schuldumkehr

die Stigmatisierung der Sinti und Roma nach 1945

Vortrag von Dr. Karola Fings, Köln:

Goethe-Universität Frankfurt
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Casino-Gebäude am IG Farben-Haus, Raum 1.801

Einigen wenigen überlebenden Sinti und Roma stand nach der Befreiung die Vielzahl derjenigen gegenüber, die als Kriminalbeamte, städtische Angestellte, NSDAP- und SS-Angehörige, Mediziner, Psychologen, Journalisten, Richter oder Wissenschaftler auf die eine oder andere Weise an der nationalsozialistischen Zigeunerverfolgung und dem Völkermord beteiligt waren. Der Konsens, diese Minderheit weiter zu stigmatisieren, war daher denkbar breit und umso erfolgreicher, als es kaum Stimmen gab, die sich für sie einsetzten.
Im Vortrag werden die maßgeblichen Akteure des diskriminierenden und diffamierenden Diskurses und ihre Strategien vorgestellt. Die Zeitspanne, die er umfasst, beginnt nach 1945 und reicht bis in die 1970er und 1980er Jahre hinein, als mit einer verstärkten Artikulation von Betroffenen die Dominanz des Täterdiskurses zu bröckeln begann.

Karola Fings ist promovierte Historikerin und Germanistin. Seit 2003 ist sie stellvertretende Direktorin im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln. Im letzten Jahr erschien ihr gemeinsam mit Ulrich Friedrich Opfermann herausgegebenes Buch Zigeunerverfolgung im Rheinland und in Westfalen 1933–1945. Geschichte, Aufarbeitung und Erinnerung im Ferdinand Schöningh Verlag.

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Fr 28
Juni 2013
10:00

Hermann Brochs »Massenwahntheorie«

Tagung:

bis Samstag, 29. Juni 2013, 12:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
IG Farben-Haus, Raum 1.418 und Raum 311

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts und des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) Berlin. Organisiert von Birgit R. Erdle und Daniel Weidner.

Freitag, 28. Juni 2013 (Raum 1.418)

10:00 Uhr Daniel Weidner und Birgit R. Erdle: Begrüßung und Einführung
10:30 Uhr Endre Kiss (Budapest): Das Schlafwandeln und die Psychologie der Masse(n) (v.a. Massenwahntheorie I. 2 und II. 2)
11:30 Uhr Werner Konitzer (Frankfurt am Main): Massenpsychologie, Theorie der Gefühle und Moral: Zum Verhältnis von Moral und Theorie der Gefühle bei Freud, Broch und in der neueren analytischen Philosophie
12:30 Uhr Mittagspause
14:00 Uhr Doren Wohlleben (Augsburg): Brochs »theoretische Hypertrophie« (KW 12, 372) als politische und poetologische Kategorie in der »Massenwahntheorie« (v.a. Massenwahntheorie III. 3)
15:00 Uhr Daniel Weidner (Berlin): Kritik der Politischen Theologie. Religiöse Figurationen in »Das Irdisch-Absolute« (III. 4, v.a. S.458–459 und 468–473)
16:00 Uhr Kaffeepause
16:30 Uhr Lena Foljanty (Frankfurt am Main): Nachdenken über Recht nach 1945: Hermann Broch und die Rechtsphilosophie der Nachkriegszeit

Abendvortrag  (Raum 311)
19.30 Uhr Paul M. Lützeler (St.Louis): Massenwahn, Menschenrecht, Mystik: Dominante Themen im Gesamtwerk Hermann Brochs
Moderation: Daniel Weidner

Samstag, 29. Juni 2013 (Raum 1.418)
10:00 Uhr
Patrick Eiden-Offe (Duisburg-Essen): Phänomenologie des Verfolgers/Phänomenologie des Verfolgten: Brochs Theorie des Antisemitismus (v.a. S. 391–419)
11:00 Uhr Birgit R. Erdle (Jerusalem/London): Zur Figur der Panik. Schreibform und historische Erfahrung (v.a. S.11–42)
12:00 Uhr Schluss der Tagung

Von 1938, nach seiner Flucht aus Österreich, bis etwa 1948 arbeitete Hermann Broch im amerikanischen Exil an seinem Entwurf zu einer Theorie des Massenwahns. Ausgelöst durch die Schockerfahrung der Novemberpogrome in NS-Deutschland, beginnt Broch, über das Phänomen kollektiver Gewaltakte nachzudenken, zu denen er die Pogrome in Osteuropa ebenso zählt wie Lynchakte gegen Schwarze in den USA. »Unbegreiflich der Ratio, unbegreiflich jedem rationalen Denken«, schreibt Broch 1939, habe »plötzlich mit Lynchakten und Pogromen sich der Massenwahn auf das Harmlose gestürzt«, um »es zu vernichten. Was also ist hier geschehen? Was geschieht hier?« Das ist die Frage, die Brochs »Massenwahntheorie« umtreibt. Bezieht sich sein Entwurf zunächst auf die Gewaltakte der Pogrome, so ist er nach 1945 um die Gewalt in den Konzentrations- und Vernichtungslagern zentriert, die bei Broch nicht von der Tortur, sondern von der Versklavung her gedacht wird. In den Vordergrund rückt nun die Diskussion um Rechtsvorstellungen, nachdem das Naturrecht sich als, so Broch, potato mash erwiesen hat, auf das sich nichts mehr gründen lässt.

Die Tagung fragt nach dem Unabgegoltenen des Denkens in den Entwürfen, Plänen, Forschungsanträgen und Einzelstudien Brochs, die erst 1979, lange nach seinem Tod, aus dem Nachlass publiziert wurden. Die Denkanstrengung, von der die dort versammelten Texte zeugen, ist ein Versuch, die zeitgeschichtliche Erfahrung der Verfolgung zu bearbeiten, zieht aber zugleich weite Kreise. Auf höchst idiosynkratische Weise verbindet Broch dabei eine sozialpsychologische Theorie der Ansteckungen mit soziologischen Konzeptionen der Exklusion, die philosophische und anthropologische Grundlegung der Politik mit konkreten Handreichungen im Kampf gegen den Nationalsozialismus, theologische Spekulationen über Ethik und Menschenopfer mit ökonomischen Analysen der Weltwirtschaft. Dabei gerät er mehr als einmal in unheimliche Nähe zu seinem Gegenstand und schreckt auch vor prekären Schlagworten wie der Forderung nach einer »demokratischen Propaganda« und einer »totalitären Demokratie« nicht zurück.

In der Tagung soll nicht versucht werden, ein einheitliches, in sich geschlossenes Verstehenskonzept des zerklüfteten, inzwischen fast vergessenen Textkonvoluts zu erarbeiten, sondern im Gegenteil gerade dem Uneinheitlichen, dem Schrägen oder auch Erratischen des Buches nachzugehen. Dessen Sperrigkeit hat nicht nur mit der Entstehungsgeschichte und den mehrfachen, zeitlich verschobenen Anfängen der »Massenwahntheorie« zu tun, sondern auch mit der Verknüpfung von Wissensfiguren und Wissensfeldern, die Brochs epistemologisches Projekt auszeichnet.

Die Tagung möchte sich Brochs Text auf zwei Weisen nähern. Zum einen sollen konkrete Lektüren zu ausgewählten Textabschnitten vorgestellt werden, die Brochs Begriffe und Denkfiguren untersuchen. Zum anderen soll in übergreifenden Vorträgen der ideengeschichtliche Ort der »Massenwahntheorie« beleuchtet werden. Brochs immenses, quer durch die Fachdisziplinen reichendes Wissen – Philosophie, Physik, Psychologie und Psychoanalyse, Literatur- und Kunstgeschichte, um nur einige zu nennen – prägt auch diesen Text und wirft die Frage auf, ob und wie Brochs Denkstil gerade durch die Verknüpfung der Disziplinen und ihrer heterogenen Begriffe entsteht. Weitere Aspekte, um die es gehen soll, sind der Dialog mit Hannah Arendt und anderen exilierten Intellektuellen und das Verhältnis der »Massenwahntheorie« zu den literarischen Texten, an denen Broch in jenen Jahren arbeitete, wie etwa der Tod des Vergil oder Die Schuldlosen.

Paul Michael Lützeler ist als Germanist und Komparatist Professor in the Humanities an der Washington Universität in St. Louis. Er  ist Vorsitzender des Internationalen Arbeitskreises Hermann Broch und Präsident der Amerikanischen Freunde des Deutschen Literaturarchivs in Marbach. Er ist korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur und Mitglied der  Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie Mitglied der Strategiekommission des Wissenschaftsrats der Bundesrepublik Deutschland. Außerdem ist er Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Birgit R. Erdle ist seit 2010 Privatdozentin in den Fachgebieten Neuere deutsche Philologie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an verschiedenen Universitäten. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Gedächtnistheorie und Genderforschung, Epistemologie und Verfahren der memoria in der Literatur seit 1800, Korrespondenzen zwischen Literatur und Philosophie in der Moderne, Poetik des Sammelns, Kulturtheorie 1800/1900 und in der Nachgeschichte des Nationalsozialismus und der Shoah. Im WS 2011/2012 war sie Gastprofessorin am Fritz Bauer Institut.

Daniel Weidner ist Germanist und Komparatist und seit 2010 stellvertretender Direktor am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin. Er ist Leiter des Forschungsbereichs Religion/Repräsentation und des Forschungsprojekts Tragödie und Trauerspiel. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen u.a. zu dem Verhältnis des Sakralen zum Säkularen in der Literatur und zu Autoren wie Walter Benjamin und Gershom Scholem. Er ist Mitherausgeber der Weimarer Beiträge.

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Interview mir Daniel Weidner zur Broch-Tagung
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Mo 17
Juni 2013
18:15

»Wann endlich beginnt bei euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?«

Über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus

Diskussion mit Dr. Wolfgang Kraushaar und Dr. Gerd Koenen:

Goethe-Universität Frankfurt
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Casino-Gebäude am IG Farben-Haus, Raum 1.801

     Wolfgang Kraushaar
     »Wann endlich beginnt bei euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?«
     München 1970: über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus

     Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2013, 880 S., € 34,95
     ISBN-13: 978-3498034115

Moderation: Prof. Dr. Werner Konitzer, Fritz Bauer Institut

Eine der opferreichsten Terrorwellen in Mitteleuropa seit dem Zweiten Weltkrieg ist bis heute ungeklärt und inzwischen nahezu vergessen. Innerhalb von nur elf Tagen im Februar 1970 gab es vier Terroraktionen, die alle in München ausgeführt oder dort organisiert wurden: eine blutige, wenn auch gescheiterte Flugzeugentführung auf dem Flughafen Riem, einen Brandanschlag auf das israelitische Gemeindehaus und Paketbombenattentate auf zwei Verkehrsflugzeuge, von denen das eine notlanden konnte, während das andere abstürzte und alle an Bord in den Tod riss. Insgesamt fielen 55 Menschen dem Terror zum Opfer, der in erster Linie auf Israelis und Juden zielte. Wolfgang Kraushaar präsentiert Ergebnisse, die auch die 68er-Bewegung in neuem Licht erscheinen lassen, und diskutiert sie mit Gerd Koenen, selbst Buchautor zum deutschen Terrorismus der 1970er Jahre.

Wolfgang Kraushaar ist Politikwissenschaftler und seit 1987 am Hamburger Institut für Sozialforschung. Er gab unter anderem die Protestchronik heraus, in der die Geschichte der Protestbewegungen in der frühen Bundesrepublik dokumentiert wird. Seine Veröffentlichungen über antisemitische Strömungen in der 68er Bewegung, vor allem sein Buch Die Bombe im jüdischen Gemeindehaus, 2005 in den Hamburger Editionen erschienen, trugen zu einer kritischen Revision des Erinnerungsbildes an diese Bewegung maßgeblich bei.

Dr. Gerd Koenen ist Historiker und Politikwissenschaftler, wohnhaft in Frankfurt am Main. In den späten sechziger und siebziger Jahren war er Aktivist beim SDS, später Verlagslektor und Journalist. Für Lew Kopelew arbeitete er zeitweise als wissenschaftlicher Mitarbeiter. 2003 erschien von ihm bei Kiepenheuer und Witsch das historisch-biographische Buch Vesper, Enssling, Baader. Urszenen des deutschen Terrorismus, das später unter dem Titel Wer wenn nicht wir verfilmt wurde.

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Sa 15
Juni 2013
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: N.N.

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
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Mo 10
Juni 2013
18:15

Ehe und Homosexualität im bundesdeutschen Rechtssystem der 1950er Jahre:

Normen, Werte, Grundgesetz – und ein Film

Vortrag von Dr. Thomas Henne, Frankfurt am Main:

Goethe-Universität Frankfurt
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Casino-Gebäude am IG Farben-Haus, Raum 1.801

Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe
»Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit«


Termine
›  5. November 2012, Prof. Dr. Oliver Lepsius (Bayreuth/Chicago):
»Moral und Recht in den Anfängen des nationalsozialistischen Rechts«
›  26. November 2012, Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer (Wien):
»Zum Verhältnis von Moral und Recht im Nationalsozialismus«
›  3. Dezember 2012, Prof. Dr. Joachim Vogel (München):
»Einflüsse des Nationalsozialismus auf das Strafrecht und die Wahrnehmung dieser Einflüsse in der Rechtsgeschichte der Nachkriegszeit«
›  14. Januar 2013, Prof. Dr. Michael Schefczyk (Frankfurt an der Oder):
»Zum Verhältnis von Recht und Moral in Jaspers Schuldfrage«
›  21. Januar 2013, Prof. Dr. Werner Konitzer (Fritz Bauer Institut):
»Einfache Sittlichkeit. Otto Friedrich Bollnow und die Veränderung der Moral nach der Niederschlagung des NS-Regimes«
›  4. Februar 2013, Dr. Lena Foljanty (Frankfurt am Main):
»Zur Auseinandersetzung mit Naturrecht und Rechtspositivismus in der Rechtslehre der frühen Bundesrepublik«
›  10. Juni 2013, Dr. Thomas Henne (Frankfurt am Main):
»Ehe und Homosexualität im bundesdeutschen Rechtssystem der 1950er Jahre: Normen, Werte, Grundgesetz – und ein Film«

Nationalsozialistische Rechtstheorien hoben den Unterschied zwischen Moral bzw. Sittlichkeit und Recht so weit wie möglich auf. »Recht ist nach deutscher Auffassung nicht eine Sache willkürlichen Beliebens, auch nicht der äußeren Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit, sondern eine mit dem sittlichen und religiösen Leben der Gemeinschaft eng verbundene Lebensordnung, die den Einzelnen mit eigenem Geltungsanspruch gegenübertritt und sie innerlich bindet«, so schrieb der nationalsozialistische Rechtstheoretiker Karl Larenz 1934. Und in den »Nationalsozialistischen Leitsätzen für ein neues Strafrecht« von 1938 formulierte Hans Frank nur kurz und bündig: »Deutsches Rechtsgefühl und deutsches Sittlichkeitsempfinden sind eins.« Was bedeutet dieses Ideal der Einschmelzung des Unterschiedes von Sittlichkeit, Moral und Recht für die nationalsozialistische Rechtstheorie und Rechtspraxis? Was besagt sie auf der anderen Seite für eine Analyse nationalsozialistischer Vorstellungen von »Ethik« und »Moral«?
Mit der Niederschlagung des NS durch die Alliierten und der Einrichtung zweier deutscher Staaten waren die Rechtssysteme einer deutlichen Veränderung unterworfen. Dennoch transformierten sich Recht und Moral nur allmählich. Wie weit und in welcher Form bestimmte das Fortwirken nationalsozialistischer Moral noch die Rechtsauffassungen der frühen Bundesrepublik? Wie weit spielte die Vorstellung einer Identität beider noch in der Rechtsphilosophie und Staatsrechtslehre und der Moralphilosophie in Deutschland nach 1945 eine Rolle?
In der Vorlesungsreihe wird das Verhältnis von Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Zeit nach dem Nationalsozialismus alternierend von Rechtstheoretikern und Moralphilosophen dargestellt und analysiert.

Auf der »Suche nach dem verlorenen Recht« galten in den 1950er Jahren materiale Werteaufladungen des Rechts als Weg, um eine neue Rechtsordnung im Einklang von Recht und Moral zu errichten. Die neuen und zugleich alten Werteordnungen einer national-konservativen Professionselite sorgten für Konflikte vor allem im Familienrecht und bei der rechtlichen Behandlung von Homosexualität. Der Vortrag wird die zeitgenössische Rechtspraxis und -dogmatik zu diesen Fragen auch anhand der bis heute geltenden »Homosexuellen-Entscheidung« des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1957 analysieren – und zudem aufzeigen, wie dieses Urteil mit einem Film von Veit Harlan und der damaligen Frankfurter Universität zusammenhängt.

Thomas Henne ist Privatdozent für Zivilrecht und neuere Rechtsgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er ist Vorsitzender des Forums Justizgeschichte und Mitglied im Leitungsgremium des Internationalen Max-Planck-Forschungskollegs für vergleichende Rechtsgeschichte an der Goethe-Universität.

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Do 06
Juni 2013
18:15

Der Tod des Schtetls

Buchvorstellung mit Prof. Dr. Yehuda Bauer, Jerusalem:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

          Yehuda Bauer, Der Tod des Schtetls
          Aus dem Englischen von Klaus Binder. 364 S., € 24,95
          Berlin: Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, 2013

Das Schtetl war »eine kleine Civitas Dei«, wie Manès Sperber schrieb, ein untergegangenes Paradies, ein ausgelöschter Sehnsuchtsort. In den »Städtlein« Galiziens, Weißrusslands und der Ukraine lebten die Juden wie aus der Zeit gefallen: in bitterster Armut, größter Religiosität und in der Tradition der Vorfahren, aber ohne den Druck zur Assimilation wie im übrigen Europa. Pogrome bedrohten das Schtetl schon im 19. Jahrhundert, doch erst die Nazis vernichteten im Zweiten Weltkrieg die Schtetl und ihre Einwohner.
Yehuda Bauer, der große Erforscher der Shoah, erzählt ohne Verklärung von den Lebensumständen im Schtetl, von den sozialen Widersprüchen, den Schicksalen Einzelner. Anhand einer Reihe von Orten zeigt er die Umstände der Auslöschung nach dem Einmarsch der Deutschen auf. Er beschreibt die verzweifelten Rettungsversuche, die Flucht in die Wälder und den jüdischen Widerstand.

Yehuda Bauer ist Professor für Holocaust Studies am Avraham Harman Institute for Contemporary Jewry an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Er ist einer der bedeutendsten Holocaustforscher weltweit und hat diese wissenschaftliche Disziplin mit begründet. Er war Mitherausgeber der Zeitschrift Holocaust and Genocide Studies und Mitglied des Beirats der Encyclopedia of the Holocaust, die 1990 von Yad Vashem herausgegeben wurde. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Publikationen. Auf Deutsch erschien kürzlich im Jüdischen Verlag (bei Suhrkamp) Der Tod des Schtetls.

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Mo 27
Mai 2013
18:15

»Die Toten habe ich nicht befragt …«

Interviews mit Displaced Persons zum Holocaust

Buchvorstellung mit Hörbeispielen mit Prof. Dr. Werner Sollors, Dr. Julia Faisst und Dr. Andreas Barth:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Casino Gebäude am IG Farben-Haus, Raum 1.801

Eine Kooperation mit dem Institut für England- und Amerikastudien der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Schon 1946 nahm der in Litauen geborene Sprachpsychologe David P. Boder in ganz Europa mit einem hochmodernen Drahttongerät über 100 Gespräche mit Überlebenden in den Lagern der Displaced Persons auf. Viele, jedoch nicht alle Interviewpartner waren Juden. Sie erzählten von ihren Erlebnissen während der deutschen Besatzungszeit, von der Einrichtung der Ghettos, von Zwangsarbeit und vom Leben in den Konzentrationslagern.
Die Interviews wurden in verschiedenen Sprachen geführt. Acht davon sind nun in einem Band auf Deutsch erschienen. Sie stellen die frühesten Zeugenaussagen der Nachkriegszeit zum Holocaust und zur deutschen Vernichtungspolitik dar.

Werner Sollors ist Henry B. and Anne M. Cabot Professor für Englische Literatur und Professor für Afrikanische und Afrikanisch-Amerikanische Studien an der Harvard University, Cambridge/MA.
Dr. Julia Faisst ist akademische Rätin am Lehrstuhl für Amerikanistik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
Dr. Andreas Barth ist Geschäftsführender Gesellschafter und Verlagsleiter beim Universitätsverlag Winter in Heidelberg.

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Mi 22
Mai 2013
19:00

Tradition und Wandel im Judentum und Islam

Vortrag von Ufuk Topkara, Berlin:

Jüdisches Museum Frankfurt
Untermainkai 14/15
60311 Frankfurt am Main

Veranstaltung des Pädagogisches Zentrums
des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt

Die Moderne in Form der Aufklärung führte zur Herausbildung eines liberalen Zweigs innerhalb des Judentums, der sich kritisch mit den religiösen Traditionen und Bräuchen auseinandersetzte. Die vor allem im späten 19. Jahrhundert aufkommenden unterschiedlichen religiösen Strömungen im Judentum bestehen zum Teil bis heute fort.
Auch im Islam fand eine Auseinandersetzung mit der Moderne statt, die Ähnlichkeiten mit der Entwicklung im Judentum aufweist. Heute scheinen Fragen, die um die Rolle der Religion im modernen Leben kreisen, erneut Aktualität zu erlangen. Der Vortrag macht es sich zur Aufgabe, die zwischen Judentum und Islam vorliegenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Umgang mit ihren religiösen Traditionen herauszuarbeiten.

Ufuk Topkara hat Geschichtswissenschaften und Philosophie an der HU Berlin und an der Harvard University studiert und promoviert zum Verhältnis von Glaube und Vernunft im Islam an der Universität Paderborn. Er war Islam-Referent der Evangelischen Akademie Berlin, Mitglied des Jewish-Turkish Roundtables for Dialogue in Berlin und der Katholischen Akademie „Christentum und Islam“ und freier Mitarbeiter am Jüdischen Museum Berlin.

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Pädagogisches Zentrum FFM
Fritz Bauer Institut und Jüdisches Museum Frankfurt
Seckbächer Gasse 14
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069-212 74237
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Sa 18
Mai 2013
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
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Mo 13
Mai 2013
18:15

Im Schatten des Weltkriegs

Massengewalt der Ustaša gegen Serben, Juden und Roma in Kroatien 1941–1945

Buchvorstellung mit Dr. Alexander Korb, Jena:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Casino Gebäude am IG Farben-Haus, Raum 1.801

Im Schatten des Zweiten Weltkriegs versuchte die kroatische Ustaša-Bewegung, gewaltsam einen ethnisch homogenen Nationalstaat zu schaffen. Die Zerschlagung Jugoslawiens durch die Wehrmacht ermöglichte es der Ustaša, ein Terrorregime zu etablieren, das sich vornehmlich gegen Serben, Juden und Roma richtete. Damit entfesselte die Ustaša einen Bürgerkrieg, dem etwa 500.000 Menschen zum Opfer fielen.
Alexander Korb fragt in seinem Buch nach den Motiven, Interessen und Handlungsspielräumen der Ustaša, nach dem Verlauf des Gewalteinsatzes und nach dem Zusammenspiel von Bürgerkriegsdynamiken und Brutalisierung. Dabei tritt eine komplexe Spirale der Gewalt zutage, an der kroatische, serbische, deutsche und italienische Akteure beteiligt waren.

Dr. Alexander Korb,
ist Lecturer in Modern European History an der University of Leicester und amtierender Direktor des dortigen Stanley Burton Centre for Holocaust and Genocide Studies. Von Oktober 2012 bis September 2013 forscht er am Imre Kertész Kolleg an der Friedrich-Schiller-Universitat Jena.
Im Schatten des Weltkriegs geht auf seine Dissertation zurück, die er 2011 an der HU Berlin abschloss. Sie ist vielfach ausgezeichnet worden.

Alexander Korb   
Im Schatten des Weltkriegs. Massengewalt der Ustaša gegen Serben, Juden und Roma in Kroatien 1941–1945
Hamburg: Hamburger Edition, 2013, 510 S., 33 Abb., € 28,–
ISBN 978-3-86854-259-2

Auszeichnungen
Fraenkel Prize in Contemporary History der Wiener Library, London
Irma Rosenberg Förderpreis des Instituts für Zeitgeschichte, Wien
Andrej-Mitrović-Preis der Michael-Zikic-Stiftung, Bonn
Herbert-Steiner-Preis des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) und der International Conference of Labour and Social History (ITH)

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