Was muss einer fürchten, was darf einer hoffen, der als Jude 1947 aus dem Exil nach Deutschland zurückkehrt? Für Richard Kornitzer ist nichts mehr wie vorher, die kleine Familie zwischen dem Bodensee, Mainz und England versprengt, das, was früher Heimat war, fremder als das Exil in Havanna. Ursula Krechels Roman lässt Dokumentarisches und Fiktives ineinander übergehen. Sie ergründet die Atmosphäre der Zeit und bringt mit sprachlicher Behutsamkeit ihre Figuren zum Sprechen. Landgericht handelt von einer deutschen Familie und erzählt zugleich von den Gründungsjahren der Republik.
Eine Veranstaltung des Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. in Kooperation mit dem Oberlandesgericht Frankfurt.
Ursula Krechel ist Germanistin, Theaterwissenschaftlerin und Kunsthistorikerin und promovierte mit einer Arbeit über den Theaterkritiker Herbert Ihring. Seit 1972 arbeitet sie als freie Schriftstellerin. Für ihren Roman Landgericht wurde sie 2012 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.
Ursula Krechel, Landgericht
Salzburg: Jung und Jung Verlag, 2012
496 S., € 29,90, ISBN: 978-3-99027-024-0
Eine Anmeldung zur Lesung ist erforderlich!
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Dorothee Becker
Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
d.becker(at)fritz-bauer-institut.de
Die Tagungsreihe »Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft« beleuchtet aktuelle Analysen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente. Sie bietet ein Forum für Wissenschaft und pädagogische Praxis und Raum für Austausch und Vernetzung.
Die 4. Tagung hat das Thema »Kontext Nahostkonflikt«. Wie wird der Konflikt hier wahrgenommen? Welche Diskurse prägen das Bild? Welche Deutungsmuster sind virulent und wo verläuft die Grenze zwischen einer kritischen Bezugnahme auf die Geschehnisse im Nahen Osten und antisemitischer Instrumentalisierung des Konfliktes? Ziel der Tagung ist es, Anstöße zu geben für einen qualifizierten Umgang mit diesen pädagogischen Fragen.
Die bisherigen Tagungsthemen der Blickwinkel-Reihe
»Bildungsraum Lebenswelt«, Berlin, 26./27. Oktober 2011
»Bildungsansatz Alltagskultur«, Frankfurt am Main, 3./4. Mai 2012
»Bildungszugang Gender«, Köln, 29./30. Oktober 2012
Ein Kooperationsprojekt von
Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.)
Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«
Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin
Pädagogisches Zentrum Frankfurt am Main
Programm
... Tagungsprogramm (pdf-Datei)
Anmeldung
www.stiftung-evz.de/blickwinkel
Geschlossene Veranstaltung.
Teilnahme nur nach vorheriger und bestätigter Anmeldung!
Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit der
Evangelischen Akademie in Hessen und Nassau e.V.
... Doktorandenseminar (Überblicksseite)
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Dr. Jörg Osterloh
Fritz Bauer Institut
Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-35
Fax: 069.798 322-41
j.osterloh(at)fritz-bauer-institut.de
Eine gemeinsame Veranstaltung des Anne Frank Zentrums, der Bundeszentrale für politische Bildung (Fachbereich Didaktik/Fortbildung) sowie des Pädagogisches Zentrums des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main.
Kinder und Jugendliche kommen auf ganz unterschiedlichen Wegen mit den Themen Nationalsozialismus und Holocaust in Berührung: über ein Gespräch mit einem Erwachsenen, einen Film oder ein Foto, eine Website, eine Ausstellung oder über Bücher. Wenn Kinder und Jugendliche mehr über die Themen wissen wollen und dazu selbst recherchieren, oder wenn sie die Themen im Unterricht behandeln, werden sie mit ziemlicher Sicherheit auf Bücher zurückgreifen. Was werden sie finden? Welche Aspekte dieser Themen werden ihnen begegnen? Werden sie von Helferinnen und Helfern, Opfern, Täterinnen und Tätern und Zuschauern lesen? Welche Perspektive auf die Ereignisse lernen sie kennen? Spielt die Geschichte in Berlin, Warschau oder Tel Aviv – oder in allen drei Städten? Wie werden sie angesprochen? Ist die Geschichte autobiografisch, didaktisch konstruiert oder fiktiv? Sind die Protagonisten so alt wie die jugendlichen Leserinnen und Leser selbst? In welchem Zeitraum spielt die Erzählung/der Roman: vor, während oder nach dem Holocaust?
In unseren zahlreichen Begegnungen mit Lehrkräften stellen wir immer wieder fest, dass Bücher das Medium sind, auf das Lehrerinnen und Lehrer zurückgreifen, wenn sie zu den Themen Nationalsozialismus und Holocaust arbeiten. Dabei geht es ihnen nicht nur um die Vermittlung von historischem Wissen, sondern immer auch um Werteerziehung. Gleichzeitig stellen wir fest, dass die Arbeit mit Literatur sehr unzureichend fachdidaktisch begleitet und reflektiert wird und dass es an Kriterien fehlt, die Lehrkräfte dabei unterstützen, ein pädagogisch wertvolles von einem kontraproduktiven (weil Stereotype fördernden) Buch zu unterscheiden.
Die Tagung will einen interdisziplinären Beitrag zur Schließung dieser Lücke leisten und Lehrkräfte, Pädagogen und Fachdidaktiker zum Erfahrungsaustausch einladen. Dabei sollen unter anderem folgende Fragen behandelt werden: Welche Bücher und Medien eignen sich, um Ziele der historisch-politischen Bildung zu erreichen? Welche konkreten Ziele sind dies in Bezug auf Jugendliteratur? Wie kann der übliche Lektürekanon kritisch reflektiert werden und woher kommen neue Impulse? Was unterscheidet Jugendliteratur von Schullektüre? Was macht das Besondere der fiktionalen Erzählung aus, welche Rolle spielen Phantasie und Imagination für das historische Lernen? Welche Texte sind nicht als Jugendliteratur geschrieben und eignen sich trotzdem für die Arbeit mit Jugendlichen? Wie spiegelt sich der gesellschaftliche Umgang mit Geschichte und die Lebenswelt der Jugendlichen in den Büchern wider, die sie lesen? Welche Gattungen eignen sich besonders für welche Lernziele und Zielgruppen? Und: Welche Erfahrungen gibt es bereits in der Arbeit mit Kinder- und Jugendbüchern?
Fragen und Anmeldungen bitte an Gottfried Kößler, Pädagogisches Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main.
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Pädagogisches Zentrum Frankfurt
Gottfried Kößler
Seckbächer Gasse 14
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069-212 49439
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Nirgendwo kam der Zynismus der Nationalsozialisten deutlicher zum Ausdruck als in Theresienstadt. Die Weltöffentlichkeit und die zur Deportation bestimmten Juden wurden planmäßig über den Zweck der Einrichtung getäuscht. Bis heute hält sich das Bild des privilegierten »Altersghettos«, in dem vor allem musiziert und gemalt wurde.
Wolfgang Benz zeichnet in seinem Buch ein Bild von Theresienstadt, das der Realität zwischen Hoffnung und Vernichtung, zwischen Illusion und Untergang nahe kommt.
Die Nationalsozialisten sind mit ihren Lügen über Theresienstadt nicht erfolglos geblieben: In der Literatur findet man immer wieder Hinweise darauf, dass hier die Lebensbedingungen besser waren als in anderen Lagern, dass die Kinder und Jugendlichen in den Genuss von Schulbildung gekommen seien, nirgendwo fehlt der Verweis auf das kulturelle Leben im Ghetto. Dies alles gab es, doch wird dabei ein entscheidender Teil der Wirklichkeit ausgeblendet. Denn Theresienstadt war in das Programm der »Endlösung« eingebunden und von Hunger, Elend und einer hohen Sterblichkeit geprägt. Das Ghetto war hoffnungslos überfüllt und immer wieder gingen Transporte in die Vernichtungslager im Osten. Insgesamt wurden 141.000 Juden, vor allem aus der Tschechoslowakei, Deutschland und Österreich, nach Theresienstadt deportiert, nur 23.000 von ihnen überlebten den Holocaust.
Wolfgang Benz ist Prof. em. der Technischen Universität Berlin; er leitete bis März 2011 das Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin.
Wolfgang Benz, Theresienstadt.
Eine Geschichte von Täuschung und Vernichtung
281 S., 46 Abb., € 24,95, ISBN 978-3-406-64549-5
München: C.H.BECK, 2013
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Guide: Patrick Schwentke
Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
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Tel.: 069.798 322-40
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www.wollheim-memorial.de
Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Céline Wendelgaß
Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
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Einigen wenigen überlebenden Sinti und Roma stand nach der Befreiung die Vielzahl derjenigen gegenüber, die als Kriminalbeamte, städtische Angestellte, NSDAP- und SS-Angehörige, Mediziner, Psychologen, Journalisten, Richter oder Wissenschaftler auf die eine oder andere Weise an der nationalsozialistischen Zigeunerverfolgung und dem Völkermord beteiligt waren. Der Konsens, diese Minderheit weiter zu stigmatisieren, war daher denkbar breit und umso erfolgreicher, als es kaum Stimmen gab, die sich für sie einsetzten.
Im Vortrag werden die maßgeblichen Akteure des diskriminierenden und diffamierenden Diskurses und ihre Strategien vorgestellt. Die Zeitspanne, die er umfasst, beginnt nach 1945 und reicht bis in die 1970er und 1980er Jahre hinein, als mit einer verstärkten Artikulation von Betroffenen die Dominanz des Täterdiskurses zu bröckeln begann.
Karola Fings ist promovierte Historikerin und Germanistin. Seit 2003 ist sie stellvertretende Direktorin im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln. Im letzten Jahr erschien ihr gemeinsam mit Ulrich Friedrich Opfermann herausgegebenes Buch Zigeunerverfolgung im Rheinland und in Westfalen 1933–1945. Geschichte, Aufarbeitung und Erinnerung im Ferdinand Schöningh Verlag.
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Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts und des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) Berlin. Organisiert von Birgit R. Erdle und Daniel Weidner.
Freitag, 28. Juni 2013 (Raum 1.418)
10:00 Uhr Daniel Weidner und Birgit R. Erdle: Begrüßung und Einführung
10:30 Uhr Endre Kiss (Budapest): Das Schlafwandeln und die Psychologie der Masse(n) (v.a. Massenwahntheorie I. 2 und II. 2)
11:30 Uhr Werner Konitzer (Frankfurt am Main): Massenpsychologie, Theorie der Gefühle und Moral: Zum Verhältnis von Moral und Theorie der Gefühle bei Freud, Broch und in der neueren analytischen Philosophie
12:30 Uhr Mittagspause
14:00 Uhr Doren Wohlleben (Augsburg): Brochs »theoretische Hypertrophie« (KW 12, 372) als politische und poetologische Kategorie in der »Massenwahntheorie« (v.a. Massenwahntheorie III. 3)
15:00 Uhr Daniel Weidner (Berlin): Kritik der Politischen Theologie. Religiöse Figurationen in »Das Irdisch-Absolute« (III. 4, v.a. S.458–459 und 468–473)
16:00 Uhr Kaffeepause
16:30 Uhr Lena Foljanty (Frankfurt am Main): Nachdenken über Recht nach 1945: Hermann Broch und die Rechtsphilosophie der Nachkriegszeit
Abendvortrag (Raum 311)
19.30 Uhr Paul M. Lützeler (St.Louis): Massenwahn, Menschenrecht, Mystik: Dominante Themen im Gesamtwerk Hermann Brochs
Moderation: Daniel Weidner
Samstag, 29. Juni 2013 (Raum 1.418)
10:00 Uhr Patrick Eiden-Offe (Duisburg-Essen): Phänomenologie des Verfolgers/Phänomenologie des Verfolgten: Brochs Theorie des Antisemitismus (v.a. S. 391–419)
11:00 Uhr Birgit R. Erdle (Jerusalem/London): Zur Figur der Panik. Schreibform und historische Erfahrung (v.a. S.11–42)
12:00 Uhr Schluss der Tagung
Von 1938, nach seiner Flucht aus Österreich, bis etwa 1948 arbeitete Hermann Broch im amerikanischen Exil an seinem Entwurf zu einer Theorie des Massenwahns. Ausgelöst durch die Schockerfahrung der Novemberpogrome in NS-Deutschland, beginnt Broch, über das Phänomen kollektiver Gewaltakte nachzudenken, zu denen er die Pogrome in Osteuropa ebenso zählt wie Lynchakte gegen Schwarze in den USA. »Unbegreiflich der Ratio, unbegreiflich jedem rationalen Denken«, schreibt Broch 1939, habe »plötzlich mit Lynchakten und Pogromen sich der Massenwahn auf das Harmlose gestürzt«, um »es zu vernichten. Was also ist hier geschehen? Was geschieht hier?« Das ist die Frage, die Brochs »Massenwahntheorie« umtreibt. Bezieht sich sein Entwurf zunächst auf die Gewaltakte der Pogrome, so ist er nach 1945 um die Gewalt in den Konzentrations- und Vernichtungslagern zentriert, die bei Broch nicht von der Tortur, sondern von der Versklavung her gedacht wird. In den Vordergrund rückt nun die Diskussion um Rechtsvorstellungen, nachdem das Naturrecht sich als, so Broch, potato mash erwiesen hat, auf das sich nichts mehr gründen lässt.
Die Tagung fragt nach dem Unabgegoltenen des Denkens in den Entwürfen, Plänen, Forschungsanträgen und Einzelstudien Brochs, die erst 1979, lange nach seinem Tod, aus dem Nachlass publiziert wurden. Die Denkanstrengung, von der die dort versammelten Texte zeugen, ist ein Versuch, die zeitgeschichtliche Erfahrung der Verfolgung zu bearbeiten, zieht aber zugleich weite Kreise. Auf höchst idiosynkratische Weise verbindet Broch dabei eine sozialpsychologische Theorie der Ansteckungen mit soziologischen Konzeptionen der Exklusion, die philosophische und anthropologische Grundlegung der Politik mit konkreten Handreichungen im Kampf gegen den Nationalsozialismus, theologische Spekulationen über Ethik und Menschenopfer mit ökonomischen Analysen der Weltwirtschaft. Dabei gerät er mehr als einmal in unheimliche Nähe zu seinem Gegenstand und schreckt auch vor prekären Schlagworten wie der Forderung nach einer »demokratischen Propaganda« und einer »totalitären Demokratie« nicht zurück.
In der Tagung soll nicht versucht werden, ein einheitliches, in sich geschlossenes Verstehenskonzept des zerklüfteten, inzwischen fast vergessenen Textkonvoluts zu erarbeiten, sondern im Gegenteil gerade dem Uneinheitlichen, dem Schrägen oder auch Erratischen des Buches nachzugehen. Dessen Sperrigkeit hat nicht nur mit der Entstehungsgeschichte und den mehrfachen, zeitlich verschobenen Anfängen der »Massenwahntheorie« zu tun, sondern auch mit der Verknüpfung von Wissensfiguren und Wissensfeldern, die Brochs epistemologisches Projekt auszeichnet.
Die Tagung möchte sich Brochs Text auf zwei Weisen nähern. Zum einen sollen konkrete Lektüren zu ausgewählten Textabschnitten vorgestellt werden, die Brochs Begriffe und Denkfiguren untersuchen. Zum anderen soll in übergreifenden Vorträgen der ideengeschichtliche Ort der »Massenwahntheorie« beleuchtet werden. Brochs immenses, quer durch die Fachdisziplinen reichendes Wissen – Philosophie, Physik, Psychologie und Psychoanalyse, Literatur- und Kunstgeschichte, um nur einige zu nennen – prägt auch diesen Text und wirft die Frage auf, ob und wie Brochs Denkstil gerade durch die Verknüpfung der Disziplinen und ihrer heterogenen Begriffe entsteht. Weitere Aspekte, um die es gehen soll, sind der Dialog mit Hannah Arendt und anderen exilierten Intellektuellen und das Verhältnis der »Massenwahntheorie« zu den literarischen Texten, an denen Broch in jenen Jahren arbeitete, wie etwa der Tod des Vergil oder Die Schuldlosen.
Paul Michael Lützeler ist als Germanist und Komparatist Professor in the Humanities an der Washington Universität in St. Louis. Er ist Vorsitzender des Internationalen Arbeitskreises Hermann Broch und Präsident der Amerikanischen Freunde des Deutschen Literaturarchivs in Marbach. Er ist korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur und Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie Mitglied der Strategiekommission des Wissenschaftsrats der Bundesrepublik Deutschland. Außerdem ist er Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.
Birgit R. Erdle ist seit 2010 Privatdozentin in den Fachgebieten Neuere deutsche Philologie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an verschiedenen Universitäten. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Gedächtnistheorie und Genderforschung, Epistemologie und Verfahren der memoria in der Literatur seit 1800, Korrespondenzen zwischen Literatur und Philosophie in der Moderne, Poetik des Sammelns, Kulturtheorie 1800/1900 und in der Nachgeschichte des Nationalsozialismus und der Shoah. Im WS 2011/2012 war sie Gastprofessorin am Fritz Bauer Institut.
Daniel Weidner ist Germanist und Komparatist und seit 2010 stellvertretender Direktor am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin. Er ist Leiter des Forschungsbereichs Religion/Repräsentation und des Forschungsprojekts Tragödie und Trauerspiel. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen u.a. zu dem Verhältnis des Sakralen zum Säkularen in der Literatur und zu Autoren wie Walter Benjamin und Gershom Scholem. Er ist Mitherausgeber der Weimarer Beiträge.
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Interview mir Daniel Weidner zur Broch-Tagung
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Wolfgang Kraushaar
»Wann endlich beginnt bei euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?«
München 1970: über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2013, 880 S., € 34,95
ISBN-13: 978-3498034115
Moderation: Prof. Dr. Werner Konitzer, Fritz Bauer Institut
Eine der opferreichsten Terrorwellen in Mitteleuropa seit dem Zweiten Weltkrieg ist bis heute ungeklärt und inzwischen nahezu vergessen. Innerhalb von nur elf Tagen im Februar 1970 gab es vier Terroraktionen, die alle in München ausgeführt oder dort organisiert wurden: eine blutige, wenn auch gescheiterte Flugzeugentführung auf dem Flughafen Riem, einen Brandanschlag auf das israelitische Gemeindehaus und Paketbombenattentate auf zwei Verkehrsflugzeuge, von denen das eine notlanden konnte, während das andere abstürzte und alle an Bord in den Tod riss. Insgesamt fielen 55 Menschen dem Terror zum Opfer, der in erster Linie auf Israelis und Juden zielte. Wolfgang Kraushaar präsentiert Ergebnisse, die auch die 68er-Bewegung in neuem Licht erscheinen lassen, und diskutiert sie mit Gerd Koenen, selbst Buchautor zum deutschen Terrorismus der 1970er Jahre.
Wolfgang Kraushaar ist Politikwissenschaftler und seit 1987 am Hamburger Institut für Sozialforschung. Er gab unter anderem die Protestchronik heraus, in der die Geschichte der Protestbewegungen in der frühen Bundesrepublik dokumentiert wird. Seine Veröffentlichungen über antisemitische Strömungen in der 68er Bewegung, vor allem sein Buch Die Bombe im jüdischen Gemeindehaus, 2005 in den Hamburger Editionen erschienen, trugen zu einer kritischen Revision des Erinnerungsbildes an diese Bewegung maßgeblich bei.
Dr. Gerd Koenen ist Historiker und Politikwissenschaftler, wohnhaft in Frankfurt am Main. In den späten sechziger und siebziger Jahren war er Aktivist beim SDS, später Verlagslektor und Journalist. Für Lew Kopelew arbeitete er zeitweise als wissenschaftlicher Mitarbeiter. 2003 erschien von ihm bei Kiepenheuer und Witsch das historisch-biographische Buch Vesper, Enssling, Baader. Urszenen des deutschen Terrorismus, das später unter dem Titel Wer wenn nicht wir verfilmt wurde.
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Guide: N.N.
Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
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Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe
»Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit«
Termine
› 5. November 2012, Prof. Dr. Oliver Lepsius (Bayreuth/Chicago):
»Moral und Recht in den Anfängen des nationalsozialistischen Rechts«
› 26. November 2012, Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer (Wien):
»Zum Verhältnis von Moral und Recht im Nationalsozialismus«
› 3. Dezember 2012, Prof. Dr. Joachim Vogel (München):
»Einflüsse des Nationalsozialismus auf das Strafrecht und die Wahrnehmung dieser Einflüsse in der Rechtsgeschichte der Nachkriegszeit«
› 14. Januar 2013, Prof. Dr. Michael Schefczyk (Frankfurt an der Oder):
»Zum Verhältnis von Recht und Moral in Jaspers Schuldfrage«
› 21. Januar 2013, Prof. Dr. Werner Konitzer (Fritz Bauer Institut):
»Einfache Sittlichkeit. Otto Friedrich Bollnow und die Veränderung der Moral nach der Niederschlagung des NS-Regimes«
› 4. Februar 2013, Dr. Lena Foljanty (Frankfurt am Main):
»Zur Auseinandersetzung mit Naturrecht und Rechtspositivismus in der Rechtslehre der frühen Bundesrepublik«
› 10. Juni 2013, Dr. Thomas Henne (Frankfurt am Main):
»Ehe und Homosexualität im bundesdeutschen Rechtssystem der 1950er Jahre: Normen, Werte, Grundgesetz – und ein Film«
Nationalsozialistische Rechtstheorien hoben den Unterschied zwischen Moral bzw. Sittlichkeit und Recht so weit wie möglich auf. »Recht ist nach deutscher Auffassung nicht eine Sache willkürlichen Beliebens, auch nicht der äußeren Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit, sondern eine mit dem sittlichen und religiösen Leben der Gemeinschaft eng verbundene Lebensordnung, die den Einzelnen mit eigenem Geltungsanspruch gegenübertritt und sie innerlich bindet«, so schrieb der nationalsozialistische Rechtstheoretiker Karl Larenz 1934. Und in den »Nationalsozialistischen Leitsätzen für ein neues Strafrecht« von 1938 formulierte Hans Frank nur kurz und bündig: »Deutsches Rechtsgefühl und deutsches Sittlichkeitsempfinden sind eins.« Was bedeutet dieses Ideal der Einschmelzung des Unterschiedes von Sittlichkeit, Moral und Recht für die nationalsozialistische Rechtstheorie und Rechtspraxis? Was besagt sie auf der anderen Seite für eine Analyse nationalsozialistischer Vorstellungen von »Ethik« und »Moral«?
Mit der Niederschlagung des NS durch die Alliierten und der Einrichtung zweier deutscher Staaten waren die Rechtssysteme einer deutlichen Veränderung unterworfen. Dennoch transformierten sich Recht und Moral nur allmählich. Wie weit und in welcher Form bestimmte das Fortwirken nationalsozialistischer Moral noch die Rechtsauffassungen der frühen Bundesrepublik? Wie weit spielte die Vorstellung einer Identität beider noch in der Rechtsphilosophie und Staatsrechtslehre und der Moralphilosophie in Deutschland nach 1945 eine Rolle?
In der Vorlesungsreihe wird das Verhältnis von Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Zeit nach dem Nationalsozialismus alternierend von Rechtstheoretikern und Moralphilosophen dargestellt und analysiert.
Auf der »Suche nach dem verlorenen Recht« galten in den 1950er Jahren materiale Werteaufladungen des Rechts als Weg, um eine neue Rechtsordnung im Einklang von Recht und Moral zu errichten. Die neuen und zugleich alten Werteordnungen einer national-konservativen Professionselite sorgten für Konflikte vor allem im Familienrecht und bei der rechtlichen Behandlung von Homosexualität. Der Vortrag wird die zeitgenössische Rechtspraxis und -dogmatik zu diesen Fragen auch anhand der bis heute geltenden »Homosexuellen-Entscheidung« des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1957 analysieren – und zudem aufzeigen, wie dieses Urteil mit einem Film von Veit Harlan und der damaligen Frankfurter Universität zusammenhängt.
Thomas Henne ist Privatdozent für Zivilrecht und neuere Rechtsgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er ist Vorsitzender des Forums Justizgeschichte und Mitglied im Leitungsgremium des Internationalen Max-Planck-Forschungskollegs für vergleichende Rechtsgeschichte an der Goethe-Universität.
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Yehuda Bauer, Der Tod des Schtetls
Aus dem Englischen von Klaus Binder. 364 S., € 24,95
Berlin: Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, 2013
Das Schtetl war »eine kleine Civitas Dei«, wie Manès Sperber schrieb, ein untergegangenes Paradies, ein ausgelöschter Sehnsuchtsort. In den »Städtlein« Galiziens, Weißrusslands und der Ukraine lebten die Juden wie aus der Zeit gefallen: in bitterster Armut, größter Religiosität und in der Tradition der Vorfahren, aber ohne den Druck zur Assimilation wie im übrigen Europa. Pogrome bedrohten das Schtetl schon im 19. Jahrhundert, doch erst die Nazis vernichteten im Zweiten Weltkrieg die Schtetl und ihre Einwohner.
Yehuda Bauer, der große Erforscher der Shoah, erzählt ohne Verklärung von den Lebensumständen im Schtetl, von den sozialen Widersprüchen, den Schicksalen Einzelner. Anhand einer Reihe von Orten zeigt er die Umstände der Auslöschung nach dem Einmarsch der Deutschen auf. Er beschreibt die verzweifelten Rettungsversuche, die Flucht in die Wälder und den jüdischen Widerstand.
Yehuda Bauer ist Professor für Holocaust Studies am Avraham Harman Institute for Contemporary Jewry an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Er ist einer der bedeutendsten Holocaustforscher weltweit und hat diese wissenschaftliche Disziplin mit begründet. Er war Mitherausgeber der Zeitschrift Holocaust and Genocide Studies und Mitglied des Beirats der Encyclopedia of the Holocaust, die 1990 von Yad Vashem herausgegeben wurde. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Publikationen. Auf Deutsch erschien kürzlich im Jüdischen Verlag (bei Suhrkamp) Der Tod des Schtetls.
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Eine Kooperation mit dem Institut für England- und Amerikastudien der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Schon 1946 nahm der in Litauen geborene Sprachpsychologe David P. Boder in ganz Europa mit einem hochmodernen Drahttongerät über 100 Gespräche mit Überlebenden in den Lagern der Displaced Persons auf. Viele, jedoch nicht alle Interviewpartner waren Juden. Sie erzählten von ihren Erlebnissen während der deutschen Besatzungszeit, von der Einrichtung der Ghettos, von Zwangsarbeit und vom Leben in den Konzentrationslagern.
Die Interviews wurden in verschiedenen Sprachen geführt. Acht davon sind nun in einem Band auf Deutsch erschienen. Sie stellen die frühesten Zeugenaussagen der Nachkriegszeit zum Holocaust und zur deutschen Vernichtungspolitik dar.
Werner Sollors ist Henry B. and Anne M. Cabot Professor für Englische Literatur und Professor für Afrikanische und Afrikanisch-Amerikanische Studien an der Harvard University, Cambridge/MA.
Dr. Julia Faisst ist akademische Rätin am Lehrstuhl für Amerikanistik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
Dr. Andreas Barth ist Geschäftsführender Gesellschafter und Verlagsleiter beim Universitätsverlag Winter in Heidelberg.
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Veranstaltung des Pädagogisches Zentrums
des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt
Die Moderne in Form der Aufklärung führte zur Herausbildung eines liberalen Zweigs innerhalb des Judentums, der sich kritisch mit den religiösen Traditionen und Bräuchen auseinandersetzte. Die vor allem im späten 19. Jahrhundert aufkommenden unterschiedlichen religiösen Strömungen im Judentum bestehen zum Teil bis heute fort.
Auch im Islam fand eine Auseinandersetzung mit der Moderne statt, die Ähnlichkeiten mit der Entwicklung im Judentum aufweist. Heute scheinen Fragen, die um die Rolle der Religion im modernen Leben kreisen, erneut Aktualität zu erlangen. Der Vortrag macht es sich zur Aufgabe, die zwischen Judentum und Islam vorliegenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Umgang mit ihren religiösen Traditionen herauszuarbeiten.
Ufuk Topkara hat Geschichtswissenschaften und Philosophie an der HU Berlin und an der Harvard University studiert und promoviert zum Verhältnis von Glaube und Vernunft im Islam an der Universität Paderborn. Er war Islam-Referent der Evangelischen Akademie Berlin, Mitglied des Jewish-Turkish Roundtables for Dialogue in Berlin und der Katholischen Akademie „Christentum und Islam“ und freier Mitarbeiter am Jüdischen Museum Berlin.
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Pädagogisches Zentrum FFM
Fritz Bauer Institut und Jüdisches Museum Frankfurt
Seckbächer Gasse 14
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069-212 74237
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Im Schatten des Zweiten Weltkriegs versuchte die kroatische Ustaša-Bewegung, gewaltsam einen ethnisch homogenen Nationalstaat zu schaffen. Die Zerschlagung Jugoslawiens durch die Wehrmacht ermöglichte es der Ustaša, ein Terrorregime zu etablieren, das sich vornehmlich gegen Serben, Juden und Roma richtete. Damit entfesselte die Ustaša einen Bürgerkrieg, dem etwa 500.000 Menschen zum Opfer fielen.
Alexander Korb fragt in seinem Buch nach den Motiven, Interessen und Handlungsspielräumen der Ustaša, nach dem Verlauf des Gewalteinsatzes und nach dem Zusammenspiel von Bürgerkriegsdynamiken und Brutalisierung. Dabei tritt eine komplexe Spirale der Gewalt zutage, an der kroatische, serbische, deutsche und italienische Akteure beteiligt waren.
Dr. Alexander Korb, ist Lecturer in Modern European History an der University of Leicester und amtierender Direktor des dortigen Stanley Burton Centre for Holocaust and Genocide Studies. Von Oktober 2012 bis September 2013 forscht er am Imre Kertész Kolleg an der Friedrich-Schiller-Universitat Jena.
Im Schatten des Weltkriegs geht auf seine Dissertation zurück, die er 2011 an der HU Berlin abschloss. Sie ist vielfach ausgezeichnet worden.
Alexander Korb
Im Schatten des Weltkriegs. Massengewalt der Ustaša gegen Serben, Juden und Roma in Kroatien 1941–1945
Hamburg: Hamburger Edition, 2013, 510 S., 33 Abb., € 28,–
ISBN 978-3-86854-259-2
Auszeichnungen
Fraenkel Prize in Contemporary History der Wiener Library, London
Irma Rosenberg Förderpreis des Instituts für Zeitgeschichte, Wien
Andrej-Mitrović-Preis der Michael-Zikic-Stiftung, Bonn
Herbert-Steiner-Preis des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) und der International Conference of Labour and Social History (ITH)
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info@fritz-bauer-institut.de
Der Ignatz Bubis-Preis wird in diesem Jahr an das Fritz Bauer Institut vergeben. Die Laudatio im Plenarsaal der Frankfurter Paulskirche hält Prof. Dr. Dan Diner, Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig und Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem.
Mit der Verleihung des Ignatz Bubis-Preises für Verständigung ehrt die Stadt Frankfurt am Main das Lebenswerk und die Persönlichkeit von Ignatz Bubis, des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland. Die Verleihung ist darüber hinaus Ausdruck der Verpflichtung der Stadt Frankfurt am Main, für die von Ignatz Bubis verkörperten Werte einzutreten.
Die Stadt Frankfurt am Main verleiht den Ignatz Bubis-Preis für Verständigung seit 2001 alle drei Jahre an eine Persönlichkeit oder Organisation, deren öffentliches Wirken in hervorragender Weise im Sinne der von Ignatz Bubis vertretenen Werte gekennzeichnet ist. Der Preis besteht aus einer künstlerisch gestalteten Urkunde und ist mit 50.000 Euro dotiert. Bisherige Preisträger sind: Wolfgang Thierse, Präsident des Deutschen Bundestages (2001); Prof. Dr. Franz Kamphaus, Bischof von Limburg (2004); Dr. Walter Wallmann, Oberbürgermeister a. D. (2007); Trude Simonsohn, Holocaust-Überlebende und Sozialarbeiterin (2010).
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Fritz Bauer Institut
Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
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Kooperationsveranstaltung des Fritz Bauer Instituts mit dem Instytut Polski Düsseldorf (Polnisches Institut Düsseldorf) und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Marek Edelman, Die Liebe im Ghetto
Aufgeschrieben und mit einem Vorwort von Paula Sawicka
Aus dem Polnischen von Joanna Manc
176 S., € 18,95, ISBN: 978-3-89561-418-7
Schöffling & Co., Frankfurt am Main, 2013
Über Marek Edelman wird meistens im Zusammenhang mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto gesprochen. Zweifellos war dies eine Zeit, die sein Leben prägte. In seinen Erinnerungen berichtete der Neunzigjährige jedoch über alle Stationen seines Lebens, die auch seine Opposition gegen die kommunistischen Machthaber in Polen und sein Engagement für Solidarność einschlossen. Mit knapp achtzig Jahren verwandte er sich für humanitäre Hilfe auf dem Balkan. 2008 erzählte er seine Lebensgeschichte Paula Sawicka, einer Mitarbeiterin, mit der ihn eine enge Freundschaft verband. Sie war es, die sie schließlich aufschrieb.
Sascha Feuchert ist Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen und Honorarprofessor für »German Literature« an der Eastern Michigan University (USA). Er ist Autor und Herausgeber wichtigter Publikationen.
Paula Sawicka ist Psychologin und Bürgerrechtsaktivistin. 1989 unterstützte sie die Gewerkschaft Solidarność. Sie ist Buchautorin und Übersetzerin.
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Kooperationsveranstaltung des Fritz Bauer Instituts mit dem Instytut Polski Düsseldorf (Polnisches Institut Düsseldorf) und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Marek Edelman, Die Liebe im Ghetto
Aufgeschrieben und mit einem Vorwort von Paula Sawicka
Aus dem Polnischen von Joanna Manc
176 S., € 18,95, ISBN: 978-3-89561-418-7
Schöffling & Co., Frankfurt am Main, 2013
Über Marek Edelman wird meistens im Zusammenhang mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto gesprochen. Zweifellos war dies eine Zeit, die sein Leben prägte. In seinen Erinnerungen berichtete der Neunzigjährige jedoch über alle Stationen seines Lebens, die auch seine Opposition gegen die kommunistischen Machthaber in Polen und sein Engagement für Solidarność einschlossen. Mit knapp achtzig Jahren verwandte er sich für humanitäre Hilfe auf dem Balkan. 2008 erzählte er seine Lebensgeschichte Paula Sawicka, einer Mitarbeiterin, mit der ihn eine enge Freundschaft verband. Sie war es, die sie schließlich aufschrieb.
Sascha Feuchert ist Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen und Honorarprofessor für »German Literature« an der Eastern Michigan University (USA). Er ist Autor und Herausgeber wichtigter Publikationen.
Paula Sawicka ist Psychologin und Bürgerrechtsaktivistin. 1989 unterstützte sie die Gewerkschaft Solidarność. Sie ist Buchautorin und Übersetzerin.
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Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Patrick Schwentke
Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
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Die Mehrheit der jüdischen Flüchtlinge, die als »Letzte der Überlebenden« des osteuropäischen Judentums in den DP-Lagern der alliierten Besatzungsmächte zusammenkamen, überlebten, weil sie durch die Sowjets in Zwangsarbeitslager im Inneren der Sowjetunion deportiert worden waren und so den Nazis entkamen. Später flohen viele weiter nach Zentralasien. Ironischerweise ermöglichte es die stalinistische Sowjetunion, dass zwei Drittel der überlebenden polnischen Juden durch diese unfreiwillige Flucht gerettet wurden. Unterstützung erhielten sie durch die amerikanische jüdische Hilfsorganisation Joint. Der Vortrag integriert diese weithin unbekannten Zusammenhänge in unser Verständnis der Shoah. Er untersucht, in welcher Weise diese »asiatische Erfahrung« die Definitionen und Selbstdefinitionen der Überlebenden von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis heute beeinflusst hat, und wirft zudem Fragen auf nach gegenwärtigen Problemen von Grenzüberquerungen, erzwungener Emigration und Zuwanderung.
Atina Grossmann ist Professorin für Moderne Deutsche und Europäische Geschichte sowie Geschlechtergeschichte an der Cooper Union for the Advancement of Science and Art, New York. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Gender Studies sowie in der deutsch-jüdischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Ihr 2007 im Princeton University Press erschienenes Buch Jews, Germans, and Allies: Close Encounters in Occupied Germany, 1945–1949 wurde mehrfach ausgezeichnet und ist unter dem Titel Juden, Deutsche und Alliierte. Begegnungen im besetzten Deutschland 1945–1949 im Wallstein Verlag erschienen.
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Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Céline Wendelgaß
Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
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Laudatio: Dr. h.c. Charlotte Knobloch,
Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.
Im Jahr 2013 erhält das Fritz Bauer Institut gemeinsam mit der Schriftstellerin Mirjam Pressler die Buber-Rosenzweig-Medaille vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaft für Deutsch-Jüdische Zusammenarbeit.
In der Begründung hieß es, das Institut trage konstruktive Anregungen zur Entwicklung eines kritischen Geschichtsbewusstseins in die deutsche Gesellschaft hinein und verfolge eine entschiedene Einmischung in den gesellschaftlichen Diskurs und ein dezidiertes Eintreten für eine differenzierte Gedächtniskultur.
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Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
Deutscher Koordinierungsrat e.V.
Otto-Weiß-Straße 2
61231 Bad Nauheim
Tel.: 06032.9111-0
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Vortrag im Rahmen der Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille 2013. Eröffnungsveranstaltung der Woche der Brüderlichkeit in Kassel.
Im Jahr 2013 erhält das Fritz Bauer Institut gemeinsam mit der Schriftstellerin Mirjam Pressler die Buber-Rosenzweig-Medaille vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaft für Deutsch-Jüdische Zusammenarbeit.
In der Begründung hieß es, das Institut trage konstruktive Anregungen zur Entwicklung eines kritischen Geschichtsbewusstseins in die deutsche Gesellschaft hinein und verfolge eine entschiedene Einmischung in den gesellschaftlichen Diskurs und ein dezidiertes Eintreten für eine differenzierte Gedächtniskultur.
In seinem Vortrag wird Raphael Gross sich sowohl mit dem »Entscheidungsjahr
1938« als auch seiner Rezeption in der deutschen Nachkriegsgesellschaft beschäftigen.
Raphael Gross, Prof. Dr. phil., geboren 1966 in Zürich, studierte Geschichte in Zürich, Berlin, Cambridge, Bielefeld, Jerusalem und Essen. Seit 2001 ist er Direktor des Leo Baeck Instituts in London und leitet seit Februar 2006 zudem das Jüdische Museum in Frankfurt am Main sowie seit April 2007 das Fritz Bauer Institut. Er ist Honorarprofessor im Fachbereich Geschichte der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und Reader im Fachbereich Geschichte an der Queen Mary, University of London.
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Ausgaben des Programmhefts
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