Gremien und Kooperationspartner

European Holocaust Research Infrastructure (EHRI)

Das Fritz Bauer Institut ist seit 2026 Mitglied im Konsortium von EHRI-DE, dem deutschen Knoten der European Holocaust Research Infrastructure-ERIC. Weitere Partner in EHRI-DE sind das Bundesarchiv, die Arolsen Archives – International Center on Nazi Persecution, das Deutsche Exil Archiv 1933–1945 und das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO). EHRI-DE wird koordiniert vom Zentrum für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte in München.

In der vierjährigen Aufbauphase von EHRI-DE widmet sich das Konsortium der nachhaltigen Anbindung an EHRI-ERIC, dem organischen Ausbau des Netzwerks in Deutschland und darüber hinaus der Vernetzung von Archivmetadaten und Personendaten, der Etablierung von Vermittlungsformaten sowie der Wissenschaftskommunikation.
 

EHRI-ERIC

Im Mittelpunkt der European Holocaust Research Infrastructure-ERIC steht die Vernetzung und Förderung der transnationalen Holocaust-Forschung, -Dokumentation und -Vermittlung. Die größte Herausforderung in diesem Zusammenhang ist die Fragmentierung von Quellen und Fachwissen über Institutionen, Länder und Kontinente hinweg. EHRI-ERIC überwindet diese Fragmentierung, indem es Quellen und Wissen sowie Institutionen und Menschen miteinander verbindet.

EHRI wurde am 26. Januar 2025 im Warschauer POLIN-Museum als 30. European Research Infrastructure Consortium (ERIC) ins Leben gerufen. Zu den elf Gründungsstaaten dieser verstetigten europäischen Infrastruktur zählen neben Deutschland und Österreich auch Israel, Großbritannien, Belgien, Polen, Tschechien, die Niederlande, Rumänien, die Slowakei und Kroatien. Den jeweiligen Mitgliedsländern, welche die Grundfinanzierung von EHRI-ERIC leisten, gliedern sich entsprechende nationale Knoten („National Nodes“) an, die sich aus den führenden Institutionen aus dem Bereich der Holocaust-Forschung, -Dokumentation und -Vermittlung zusammensetzen. Die zentrale Koordination des europäischen Konsortiums obliegt einem Central Hub, der am Institute for War, Holocaust, and Genocide Studies (NIOD) in Amsterdam angesiedelt ist.
 

Recherche-, Arbeits- und Trainingsangebote

  • Das EHRI-Portal bietet Zugang zu Informationen über Archivmaterial zum Holocaust in Institutionen in und außerhalb von Europa.  
  • Das Conny Kristel Fellowship-Programm erlaubt mehrwöchige Forschungsaufenthalte an einem oder mehreren EHRI-Partnerinstitutionen, auch am Fritz Bauer Institut. Informationen zu aktuellen Ausschreibungen und den Bewerbungsmodalitäten finden sich auf der Programm-Seite
  • Der EHRI-Document Blog bietet die niedrigschwellige Möglichkeit, einem größeren Publikum Arbeitsthesen, Werkstattberichte, Quellenfunde oder Datensätze zu präsentieren.  
  • Die EHRI-Seminare wenden sich primär, aber nicht ausschließlich, an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer früheren Karrierephase. Die meist einwöchigen Veranstaltungen bieten einen Überblick über methodologische Entwicklungen im Feld der Holocaust-Studien, Austausch mit Expertinnen und Experten, Möglichkeiten das eigene Projekt zu präsentieren sowie Einblicke in lokale Erinnerungskulturen. 
  • Der Massive Open Online Course (MOOC) »The Holocaust through the Perspective of Primary Sources« bietet videobasierte Lerneinheiten zur Quellenkunde der Geschichte des Holocaust für verschiedene Zielgruppen, wie Studierende, Lehrkräfte oder Forschende. 

Fritz Bauer Institut

Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main

+49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


European Holocaust Research Infrastructure in Deutschland

Dr. des. Johannes Meerwald

Wissenschaftlicher
Projektkoordinator EHRI-DE