Veranstaltungen und Ausstellungen

Veranstaltungsarchiv

Do 02
Mai 2013
15:00

an das Fritz Bauer Institut

Verleihung des Ignatz Bubis-Preises für Verständigung 2013

Paulskirche, Plenarsaal
Paulsplatz 11
Frankfurt am Main

Der Ignatz Bubis-Preis wird in diesem Jahr an das Fritz Bauer Institut vergeben. Die Laudatio im Plenarsaal der Frankfurter Paulskirche hält Prof. Dr. Dan Diner, Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig und Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem.

Mit der Verleihung des Ignatz Bubis-Preises für Verständigung ehrt die Stadt Frankfurt am Main das Lebenswerk und die Persönlichkeit von Ignatz Bubis, des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland. Die Verleihung ist darüber hinaus Ausdruck der Verpflichtung der Stadt Frankfurt am Main, für die von Ignatz Bubis verkörperten Werte einzutreten.

Die Stadt Frankfurt am Main verleiht den Ignatz Bubis-Preis für Verständigung seit 2001 alle drei Jahre an eine Persönlichkeit oder Organisation, deren öffentliches Wirken in hervorragender Weise im Sinne der von Ignatz Bubis vertretenen Werte gekennzeichnet ist. Der Preis besteht aus einer künstlerisch gestalteten Urkunde und ist mit 50.000 Euro dotiert. Bisherige Preisträger sind: Wolfgang Thierse, Präsident des Deutschen Bundestages (2001); Prof. Dr. Franz Kamphaus, Bischof von Limburg (2004); Dr. Walter Wallmann, Oberbürgermeister a. D. (2007); Trude Simonsohn, Holocaust-Überlebende und Sozialarbeiterin (2010).

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
<link mail ein fenster zum versenden der>info@fritz-bauer-institut.de



Mo 29
April 2013
18:15

Die Liebe im Ghetto

Erinnerungen von Marek Edelman

Buchvorstellung mit Paula Sawicka und Sascha Feuchert:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
IG Farben-Haus, Nebengebäude, Raum NG 701

Kooperationsveranstaltung des Fritz Bauer Instituts mit dem Instytut Polski Düsseldorf (Polnisches Institut Düsseldorf) und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen.

      Marek Edelman, Die Liebe im Ghetto
      Aufgeschrieben und mit einem Vorwort von Paula Sawicka
      Aus dem Polnischen von Joanna Manc
      176 S., € 18,95, ISBN: 978-3-89561-418-7
      Schöffling & Co., Frankfurt am Main, 2013

Über Marek Edelman wird meistens im Zusammenhang mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto gesprochen. Zweifellos war dies eine Zeit, die sein Leben prägte. In seinen Erinnerungen berichtete der Neunzigjährige jedoch über alle Stationen seines Lebens, die auch seine Opposition gegen die kommunistischen Machthaber in Polen und sein Engagement für Solidarność einschlossen. Mit knapp achtzig Jahren verwandte er sich für humanitäre Hilfe auf dem Balkan. 2008 erzählte er seine Lebensgeschichte Paula Sawicka, einer Mitarbeiterin, mit der ihn eine enge Freundschaft verband. Sie war es, die sie schließlich aufschrieb.

Sascha Feuchert ist Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen und Honorarprofessor für »German Literature« an der Eastern Michigan University (USA). Er ist Autor und Herausgeber wichtigter Publikationen.

Paula Sawicka ist Psychologin und Bürgerrechtsaktivistin. 1989 unterstützte sie die Gewerkschaft Solidarność.  Sie ist Buchautorin und Übersetzerin.

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info(at)fritz-bauer-institut.de



Mo 22
April 2013
18:15

Die Liebe im Ghetto

Erinnerungen von Marek Edelman

Buchvorstellung mit Paula Sawicka und Sascha Feuchert:

Wegen streikbedingtem Flugausfall muss die Veranstaltung leider ausfallen.
Sie wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Kooperationsveranstaltung des Fritz Bauer Instituts mit dem Instytut Polski Düsseldorf (Polnisches Institut Düsseldorf) und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen.

      Marek Edelman, Die Liebe im Ghetto
      Aufgeschrieben und mit einem Vorwort von Paula Sawicka
      Aus dem Polnischen von Joanna Manc
      176 S., € 18,95, ISBN: 978-3-89561-418-7
      Schöffling & Co., Frankfurt am Main, 2013

Über Marek Edelman wird meistens im Zusammenhang mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto gesprochen. Zweifellos war dies eine Zeit, die sein Leben prägte. In seinen Erinnerungen berichtete der Neunzigjährige jedoch über alle Stationen seines Lebens, die auch seine Opposition gegen die kommunistischen Machthaber in Polen und sein Engagement für Solidarność einschlossen. Mit knapp achtzig Jahren verwandte er sich für humanitäre Hilfe auf dem Balkan. 2008 erzählte er seine Lebensgeschichte Paula Sawicka, einer Mitarbeiterin, mit der ihn eine enge Freundschaft verband. Sie war es, die sie schließlich aufschrieb.

Sascha Feuchert ist Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen und Honorarprofessor für »German Literature« an der Eastern Michigan University (USA). Er ist Autor und Herausgeber wichtigter Publikationen.

Paula Sawicka
ist Psychologin und Bürgerrechtsaktivistin. 1989 unterstützte sie die Gewerkschaft Solidarność.  Sie ist Buchautorin und Übersetzerin.

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Sa 20
April 2013
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
<link mail ein fenster zum versenden der>info@fritz-bauer-institut.de
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Mi 20
März 2013
18:15

Eine neue Landkarte der Rettung und Befreiung von

jüdischen Flüchtlingen im Zweiten Weltkrieg

Vortrag von Prof. Dr. Atina Grossmann, New York:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Die Mehrheit der jüdischen Flüchtlinge, die als »Letzte der Überlebenden« des osteuropäischen Judentums in den DP-Lagern der alliierten Besatzungsmächte zusammenkamen, überlebten, weil sie durch die Sowjets in Zwangsarbeitslager im Inneren der Sowjetunion deportiert worden waren und so den Nazis entkamen. Später flohen viele weiter nach Zentralasien. Ironischerweise ermöglichte es die stalinistische Sowjetunion, dass zwei Drittel der überlebenden polnischen Juden durch diese unfreiwillige Flucht gerettet wurden. Unterstützung erhielten sie durch die amerikanische jüdische Hilfsorganisation Joint. Der Vortrag integriert diese weithin unbekannten Zusammenhänge in unser Verständnis der Shoah. Er untersucht, in welcher Weise diese »asiatische Erfahrung« die Definitionen und Selbstdefinitionen der Überlebenden von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis heute beeinflusst hat, und wirft zudem Fragen auf nach gegenwärtigen Problemen von Grenzüberquerungen, erzwungener Emigration und Zuwanderung.

Atina Grossmann
ist Professorin für Moderne Deutsche und Europäische Geschichte sowie Geschlechtergeschichte an der Cooper Union for the Advancement of Science and Art, New York. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Gender Studies sowie in der deutsch-jüdischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Ihr 2007 im Princeton University Press erschienenes Buch Jews, Germans, and Allies: Close Encounters in Occupied Germany, 1945–1949 wurde mehrfach ausgezeichnet und ist unter dem Titel Juden, Deutsche und Alliierte. Begegnungen im besetzten Deutschland 1945–1949 im Wallstein Verlag erschienen.

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Sa 16
März 2013
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Céline Wendelgaß

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
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So 03
März 2013
11:30

Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an das Fritz Bauer Institut

und an die Schriftstellerin Mirjam Pressler

Zentrale Eröffnungsfeier der Woche der Brüderlichkeit 2013:

Staatstheater Kassel
Friedrichsplatz 15
34117 Kassel

Laudatio: Dr. h.c. Charlotte Knobloch,
Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Im Jahr 2013 erhält das Fritz Bauer Institut gemeinsam mit der Schriftstellerin Mirjam Pressler die Buber-Rosenzweig-Medaille vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaft für Deutsch-Jüdische Zusammenarbeit.
In der Begründung hieß es, das Institut trage konstruktive Anregungen zur Entwicklung eines kritischen Geschichtsbewusstseins in die deutsche Gesellschaft hinein und verfolge eine entschiedene Einmischung in den gesellschaftlichen Diskurs und ein dezidiertes Eintreten für eine differenzierte Gedächtniskultur.

Kontakt
Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
Deutscher Koordinierungsrat e.V.
Otto-Weiß-Straße 2
61231 Bad Nauheim
Tel.: 06032.9111-0
<link mail ein fenster zum versenden der>info@deutscher-koordinierungsrat.de
<link http: www.deutscher-koordinierungsrat.de dkr-home-br-medaille2013 _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.deutscher-koordinierungsrat.de/dkr-home-BR-Medaille2013



Sa 02
März 2013
15:00

Das Jahr 1938 und die Auseinandersetzung mit der Shoah in Deutschland

Vortrag von Prof. Dr. Raphael Gross:

Bürgersaal im Rathaus der Stadt Kassel

Vortrag im Rahmen der Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille 2013. Eröffnungsveranstaltung der Woche der Brüderlichkeit in Kassel.

Im Jahr 2013 erhält das Fritz Bauer Institut gemeinsam mit der Schriftstellerin Mirjam Pressler die Buber-Rosenzweig-Medaille vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaft für Deutsch-Jüdische Zusammenarbeit.
In der Begründung hieß es, das Institut trage konstruktive Anregungen zur Entwicklung eines kritischen Geschichtsbewusstseins in die deutsche Gesellschaft hinein und verfolge eine entschiedene Einmischung in den gesellschaftlichen Diskurs und ein dezidiertes Eintreten für eine differenzierte Gedächtniskultur.
In seinem Vortrag wird Raphael Gross sich sowohl mit dem »Entscheidungsjahr
1938« als auch seiner Rezeption in der deutschen Nachkriegsgesellschaft beschäftigen.

Raphael Gross,
Prof. Dr. phil., geboren 1966 in Zürich, studierte Geschichte in Zürich, Berlin, Cambridge, Bielefeld, Jerusalem und Essen. Seit 2001 ist er Direktor des Leo Baeck Instituts in London und leitet seit Februar 2006 zudem das Jüdische Museum in Frankfurt am Main sowie seit April 2007 das Fritz Bauer Institut. Er ist Honorarprofessor im Fachbereich Geschichte der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und Reader im Fachbereich Geschichte an der Queen Mary, University of London.

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Sa 16
Februar 2013
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
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Mo 04
Februar 2013
18:15

Zur Auseinandersetzung mit Naturrecht und Rechtspositivismus in der Rechtslehre der frühen Bundesrepublik

Vortrag von Dr. Lena Foljanty (Frankfurt am Main):

Goethe-Universität Frankfurt
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Casino-Gebäude am IG Farben-Haus, Raum 1.801

Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe
»Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit«


Termine
›  5. November 2012, Prof. Dr. Oliver Lepsius (Bayreuth/Chicago):
»Moral und Recht in den Anfängen des nationalsozialistischen Rechts«
›  26. November 2012, Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer (Wien):
»Zum Verhältnis von Moral und Recht im Nationalsozialismus«
›  3. Dezember 2012, Prof. Dr. Joachim Vogel (München):
»Einflüsse des Nationalsozialismus auf das Strafrecht und die Wahrnehmung dieser Einflüsse in der Rechtsgeschichte der Nachkriegszeit«
›  14. Januar 2013, Prof. Dr. Michael Schefczyk (Frankfurt an der Oder):
»Zum Verhältnis von Recht und Moral in Jaspers Schuldfrage«
›  21. Januar 2013, Prof. Dr. Werner Konitzer (Fritz Bauer Institut):
»Einfache Sittlichkeit. Otto Friedrich Bollnow und die Veränderung der Moral nach der Niederschlagung des NS-Regimes«
›  4. Februar 2013, Dr. Lena Foljanty (Frankfurt am Main):
»Zur Auseinandersetzung mit Naturrecht und Rechtspositivismus in der Rechtslehre der frühen Bundesrepublik«

Nationalsozialistische Rechtstheorien hoben den Unterschied zwischen Moral bzw. Sittlichkeit und Recht so weit wie möglich auf. »Recht ist nach deutscher Auffassung nicht eine Sache willkürlichen Beliebens, auch nicht der äußeren Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit, sondern eine mit dem sittlichen und religiösen Leben der Gemeinschaft eng verbundene Lebensordnung, die den Einzelnen mit eigenem Geltungsanspruch gegenübertritt und sie innerlich bindet«, so schrieb der nationalsozialistische Rechtstheoretiker Karl Larenz 1934. Und in den »Nationalsozialistischen Leitsätzen für ein neues Strafrecht« von 1938 formulierte Hans Frank nur kurz und bündig: »Deutsches Rechtsgefühl und deutsches Sittlichkeitsempfinden sind eins.« Was bedeutet dieses Ideal der Einschmelzung des Unterschiedes von Sittlichkeit, Moral und Recht für die nationalsozialistische Rechtstheorie und Rechtspraxis? Was besagt sie auf der anderen Seite für eine Analyse nationalsozialistischer Vorstellungen von »Ethik« und »Moral«?
Mit der Niederschlagung des NS durch die Alliierten und der Einrichtung zweier deutscher Staaten waren die Rechtssysteme einer deutlichen Veränderung unterworfen. Dennoch transformierten sich Recht und Moral nur allmählich. Wie weit und in welcher Form bestimmte das Fortwirken nationalsozialistischer Moral noch die Rechtsauffassungen der frühen Bundesrepublik? Wie weit spielte die Vorstellung einer Identität beider noch in der Rechtsphilosophie und Staatsrechtslehre und der Moralphilosophie in Deutschland nach 1945 eine Rolle?
In der Vorlesungsreihe wird das Verhältnis von Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Zeit nach dem Nationalsozialismus alternierend von Rechtstheoretikern und Moralphilosophen dargestellt und analysiert.

Der Nationalsozialismus war kaum vorbei, als Juristen begannen, sich der Grundlagen ihres Faches zu vergewissern. Dem »Positivismus« wurde die Schuld für die Verstrickung der eigenen Profession in den Nationalsozialismus gegeben, im Naturrecht die Chance gesehen, die Schatten der Vergangenheit hinter sich zu lassen. Lena Foljanty rekonstruiert die Naturrechtsbesinnung der ersten Nachkriegsjahre in ihrem zeithistorischen Kontext. Sie zeigt, wie sie für Juristen einen Rahmen darstellte, in welchem sie sich über ihr professionelles Selbstverständnis und ihre Rolle in der zukünftigen Gesellschaft verständigen konnten. Die Naturrechtsbesinnung entpuppt sich als Schlüssel für die rasche Rekonsolidierung des Faches. Es wird deutlich, dass in ihr Grundlagen gelegt wurden, die das bundesrepublikanische Rechtsdenken noch in den nächsten Jahrzehnten prägen sollten.

Dr. Lena Foljanty
ist Juristin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main. Ihre Dissertation Recht oder Gesetz. Juristische Identität und Autorität in den Naturrechtsdebatten der Nachkriegszeit erscheint im Februar 2013 im Mohr Siebeck Verlag in Tübingen.

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So 03
Februar 2013
15:00

Braune Mörder. Ein Blick in den Abgrund des Versagens.

Die NSU und der gewalttätige Rechtsextremismus – nostra culpa.

Vortrag von Prof. Dr. Heribert Prantl, München:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
IG Farben-Haus, EG, Raum 311

Der alltägliche gewalttätige Rassismus in Deutschland ist nicht zu einem großen Thema geworden. Bürger, die sich Neonazis entgegenstellen, erhalten nach wie vor wenig Hilfe. Die Morde der NSU haben keine neue Sensibilität bei den Behörden geweckt. Es gibt keine Anweisungen, gegen braune Gewalt mit aller Energie vorzugehen, auch keine neuen Prioritäten in der Politik der inneren Sicherheit. Ebenso fehlen Indizien für neue Verve, neue Tatkraft, neue Courage im Kampf gegen den Rechtsextremismus. Man tut so, als seien die NSU-Morde eine Sache – und die alltäglichen Gewalttätigkeiten gegen Ausländer eine ganz andere.

Prof. Dr. Heribert Prantl
, geboren 1953 in Nittenau/Oberpfalz. Studium der Philosophie, der Geschichte und der Rechtswissenschaften. Von 1981 bis Ende 1987 Richter an verschiedenen bayerischen Amts- und Landgerichten sowie Staatsanwalt. Ab 1988 politischer Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und seit 1995 Ressortchef Innenpolitik und Mitglied der Chefredaktion.

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Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
Manuela Ritzheim
Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-39
Fax: 069.798 322-41
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So 03
Februar 2013
13:00

des Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Mitgliederversammlung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
IG Farben-Haus, EG, Raum 311

Auf der Tagesordnung der Mitgliederversammlung steht u.a. die Neuwahl des Vorstandes und des Vertreters/der Vertreterin des Fördervereins im Stiftungsrat des Fritz Bauer Instituts.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung findet um 15.00 Uhr am gleichen Ort der Vortrag von Prof. Dr. Heribert Prantl, »Braune Mörder. Ein Blick in den Abgrund des Versagens. Die NSU und der gewalttätige Rechtsextremismus – nostra culpa« statt.

Ich hoffe, Sie zur Mitgliederversammlung und zum Vortrag zahlreich begrüßen zu dürfen.
Brigitte Tilmann (für den Vorstand)

Der Vorstand des Fördervereins

Brigitte Tilmann, Präsidentin des Oberlandesgerichtes a. D. (Vorsitzende), Gundi Mohr (stellv. Vorsitzende und Schatzmeisterin), Dr. Diether Hoffmann (Schriftführer), Prof. Dr. Eike Hennig, Dr. Rachel Heuberger, Herbert Mai, Klaus Schilling, David Schnell (Beisitzer)

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Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
Manuela Ritzheim
Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-39
Fax: 069.798 322-41
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Do 31
Januar 2013
19:30

Unter Vorbehalt?

Vom Umgang mit NS-Filmpropaganda

Vortrag und Diskussion:

Jugendbegegnungsstätte Anne Frank
Hansaallee 150
Frankfurt am Main

Eine Kooperationsveranstaltung der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank e.V. mit dem Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt.
Der Eintritt ist frei!

Die Produktion von Spielfilmen war in der NS-Zeit ein wichtiges Anliegen der Kulturpolitik. Heute werden diese Filme als »Container« der NS-Ideologie betrachtet. Sie sind »unter Vorbehalt« für pädagogische Zwecke zugelassen. Aber ist es tatsächlich so, dass diese Spielfilme sich eignen, um den Nationalsozialismus besser zu verstehen?
In dieser Veranstaltung wollen wir überlegen, ob eine filmhistorische Perspektive geeignet ist, pädagogischen Potentiale und Schwierigkeiten bei der Nutzung dieser Quellen zu bestimmen. Sind diese Filme bzw. Sequenzen daraus geeignet, über die Besonderheit des NS-Antisemitismus und Rassismus oder der nationalsozialistischen Kriegstreiberei etwas zu lernen? Und vor allem: Wie kann dieses Lernen organisiert werden.

Ernst Szebedits
(Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung) stellt Überlieferung, Archivierung und juristische Fragen im Zusammenhang der »unter Vorbehalt« zugänglichen NS-Propagandafilme dar.
Horst Walther (Medienpädagoge und Leiter des Instituts für Kino und Filmkultur) stellt pädagogische Konzepte zur Nutzung der »Vorbehaltsfilme« vor und berichtet aus der Praxis.
Gottfried Kößler (Lehrer und stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts) moderiert.

Kontakt
PÄDAGOGISCHES ZENTRUM FFM    
Seckbächer Gasse 14
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069.212-74237
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Jugendbegegnungsstätte Anne Frank e.V.    
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
Tel.: 069.56000-20
Fax: 069.56000-250
<link mail ein fenster zum versenden der>info@jbs-anne-frank.de
<link http: www.jbs-anne-frank.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.jbs-anne-frank.de



Mo 28
Januar 2013
12:00

Terror und Traum

Die nationalsozialistische Volksgemeinschaft

Vortrag von Prof. Dr. Norbert Frei

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
IG Farben-Haus, Raum 1.314 (Eisenhower-Raum)

Gemeinsame Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts und des Präsidiums der Goethe-Universität Frankfurt zum Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus

Kaum eine Diskussion über die Geschichte des »Dritten Reiches« kommt heutzutage ohne den Hinweis auf die »Volksgemeinschaft« aus. Noch vor einem Jahrzehnt hingegen galt der Begriff, obgleich in der NS-Zeit stark präsent und gebraucht, vielen Historikern und Zeitgenossen als bloße Propagandaformel. Der Vortrag erörtert die Geschichte des Begriffs, seine Bedeutung für eine erfahrungsgeschichtlich gehaltvolle Historiographie der NS-Zeit, aber auch seine analytischen Grenzen. Gefragt werden soll schließlich nach den Gründen und den Begleiterscheinung der gegenwärtigen Konjunktur der »Volksgemeinschafts«-Forschung.

Prof. Dr. Norbert Frei ist Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Veröffentlichungen u.a.: Der Führerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945, München 1987 (erw. Neuausgabe 2013); Vergangenheitspolitik. Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit, München 1996 (Taschenbuch-Neuausgabe 2012); 1945 und wir. Das Dritte Reich im Bewußtsein der Deutschen, München 2005 (Taschenbuch 2009); 1968. Jugendrevolte und globaler Protest, München 2008; (mit R. Ahrens, J. Osterloh, T. Schanetzky) Flick. Der Konzern, die Familie, die Macht, München 2009 (Taschenbuch 2011); (mit E. Conze, P. Hayes, M. Zimmermann): Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. München 2010 (Taschenbuch 2012).

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Mo 21
Januar 2013
18:15

Einfache Sittlichkeit

Otto Friedrich Bollnow und die Veränderung der Moral nach der Niederschlagung des NS-Regimes

Vortrag von Prof. Dr. Werner Konitzer (Fritz Bauer Institut):

Goethe-Universität Frankfurt
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Casino-Gebäude am IG Farben-Haus, Raum 1.801

Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe
»Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit«


Termine
›  5. November 2012, Prof. Dr. Oliver Lepsius (Bayreuth/Chicago):
»Moral und Recht in den Anfängen des nationalsozialistischen Rechts«
›  26. November 2012, Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer (Wien):
»Zum Verhältnis von Moral und Recht im Nationalsozialismus«
›  3. Dezember 2012, Prof. Dr. Joachim Vogel (München):
»Einflüsse des Nationalsozialismus auf das Strafrecht und die Wahrnehmung dieser Einflüsse in der Rechtsgeschichte der Nachkriegszeit«
›  14. Januar 2013, Prof. Dr. Michael Schefczyk (Frankfurt an der Oder):
»Zum Verhältnis von Recht und Moral in Jaspers Schuldfrage«
›  21. Januar 2013, Prof. Dr. Werner Konitzer (Fritz Bauer Institut):
»Einfache Sittlichkeit. Otto Friedrich Bollnow und die Veränderung der Moral nach der Niederschlagung des NS-Regimes«
›  4. Februar 2013, Dr. Lena Foljanty (Frankfurt am Main):
»Zur Auseinandersetzung mit Naturrecht und Rechtspositivismus in der Staatsrechtslehre der frühen Bundesrepublik«

Nationalsozialistische Rechtstheorien hoben den Unterschied zwischen Moral bzw. Sittlichkeit und Recht so weit wie möglich auf. »Recht ist nach deutscher Auffassung nicht eine Sache willkürlichen Beliebens, auch nicht der äußeren Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit, sondern eine mit dem sittlichen und religiösen Leben der Gemeinschaft eng verbundene Lebensordnung, die den Einzelnen mit eigenem Geltungsanspruch gegenübertritt und sie innerlich bindet«, so schrieb der nationalsozialistische Rechtstheoretiker Karl Larenz 1934. Und in den »Nationalsozialistischen Leitsätzen für ein neues Strafrecht« von 1938 formulierte Hans Frank nur kurz und bündig: »Deutsches Rechtsgefühl und deutsches Sittlichkeitsempfinden sind eins.« Was bedeutet dieses Ideal der Einschmelzung des Unterschiedes von Sittlichkeit, Moral und Recht für die nationalsozialistische Rechtstheorie und Rechtspraxis? Was besagt sie auf der anderen Seite für eine Analyse nationalsozialistischer Vorstellungen von »Ethik« und »Moral«?
Mit der Niederschlagung des NS durch die Alliierten und der Einrichtung zweier deutscher Staaten waren die Rechtssysteme einer deutlichen Veränderung unterworfen. Dennoch transformierten sich Recht und Moral nur allmählich. Wie weit und in welcher Form bestimmte das Fortwirken nationalsozialistischer Moral noch die Rechtsauffassungen der frühen Bundesrepublik? Wie weit spielte die Vorstellung einer Identität beider noch in der Rechtsphilosophie und Staatsrechtslehre und der Moralphilosophie in Deutschland nach 1945 eine Rolle?
In der Vorlesungsreihe wird das Verhältnis von Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Zeit nach dem Nationalsozialismus alternierend von Rechtstheoretikern und Moralphilosophen dargestellt und analysiert.

Werner Konitzer,
stellv. Direktor des Fritz Bauer Instituts und apl. Prof. für Philosophie an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), promovierte und habilitierte zu Problemen der Sprach- und Medienphilosophie. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Berliner Humboldt-Universität und am Hamburger Institut für Sozialforschung. Seit Mitte der 90er Jahre arbeitet er schwerpunktmäßig zum Themenbereich Nationalsozialismus und Moral.

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Sa 19
Januar 2013
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: N.N.

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
<link mail ein fenster zum versenden der>info@fritz-bauer-institut.de
<link http: www.wollheim-memorial.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.wollheim-memorial.de



Mo 14
Januar 2013
18:15

Zum Verhältnis von Recht und Moral in Jaspers Schuldfrage

Vortrag von Prof. Dr. Michael Schefczyk (Lüneburg):

Goethe-Universität Frankfurt
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Casino-Gebäude am IG Farben-Haus, Raum 1.801

Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe
»Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit«


Termine
›  5. November 2012, Prof. Dr. Oliver Lepsius (Bayreuth/Chicago):
»Moral und Recht in den Anfängen des nationalsozialistischen Rechts«
›  26. November 2012, Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer (Wien):
»Zum Verhältnis von Moral und Recht im Nationalsozialismus«
›  3. Dezember 2012, Prof. Dr. Joachim Vogel (München):
»Einflüsse des Nationalsozialismus auf das Strafrecht und die Wahrnehmung dieser Einflüsse in der Rechtsgeschichte der Nachkriegszeit«
›  14. Januar 2013, Prof. Dr. Michael Schefczyk (Frankfurt an der Oder):
»Zum Verhältnis von Recht und Moral in Jaspers Schuldfrage«
›  21. Januar 2013, Prof. Dr. Werner Konitzer (Fritz Bauer Institut):
»Einfache Sittlichkeit. Otto Friedrich Bollnow und die Veränderung der Moral nach der Niederschlagung des NS-Regimes«
›  4. Februar 2013, Dr. Lena Foljanty (Frankfurt am Main):
»Zur Auseinandersetzung mit Naturrecht und Rechtspositivismus in der Staatsrechtslehre der frühen Bundesrepublik«

Nationalsozialistische Rechtstheorien hoben den Unterschied zwischen Moral bzw. Sittlichkeit und Recht so weit wie möglich auf. »Recht ist nach deutscher Auffassung nicht eine Sache willkürlichen Beliebens, auch nicht der äußeren Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit, sondern eine mit dem sittlichen und religiösen Leben der Gemeinschaft eng verbundene Lebensordnung, die den Einzelnen mit eigenem Geltungsanspruch gegenübertritt und sie innerlich bindet«, so schrieb der nationalsozialistische Rechtstheoretiker Karl Larenz 1934. Und in den »Nationalsozialistischen Leitsätzen für ein neues Strafrecht« von 1938 formulierte Hans Frank nur kurz und bündig: »Deutsches Rechtsgefühl und deutsches Sittlichkeitsempfinden sind eins.« Was bedeutet dieses Ideal der Einschmelzung des Unterschiedes von Sittlichkeit, Moral und Recht für die nationalsozialistische Rechtstheorie und Rechtspraxis? Was besagt sie auf der anderen Seite für eine Analyse nationalsozialistischer Vorstellungen von »Ethik« und »Moral«?
Mit der Niederschlagung des NS durch die Alliierten und der Einrichtung zweier deutscher Staaten waren die Rechtssysteme einer deutlichen Veränderung unterworfen. Dennoch transformierten sich Recht und Moral nur allmählich. Wie weit und in welcher Form bestimmte das Fortwirken nationalsozialistischer Moral noch die Rechtsauffassungen der frühen Bundesrepublik? Wie weit spielte die Vorstellung einer Identität beider noch in der Rechtsphilosophie und Staatsrechtslehre und der Moralphilosophie in Deutschland nach 1945 eine Rolle?
In der Vorlesungsreihe wird das Verhältnis von Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Zeit nach dem Nationalsozialismus alternierend von Rechtstheoretikern und Moralphilosophen dargestellt und analysiert.

Michael Schefczyk
ist Professor für Praktische Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg. Seine Habilitationsschrift Verantwortung für historisches Unrecht ist die erste systematische Untersuchung der Frage nach der Verantwortung für historisches Unrecht seit dem Erscheinen von Karl Jaspers Die Schuldfrage. Mit den Mitteln der modernen philosophischen Analyse untersucht Michael Schefczyk in diesem Buch Gründe und Grenzen moralischer Verantwortung in Bezug auf historische Verbrechen.

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Sa 15
Dezember 2012
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Céline Wendelgaß

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
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Mo 10
Dezember 2012
18:15

Kontexte transzendieren

Ernst Tugendhats Universalismus

Der Vortrag von Martin Bauer (Hamburg) fällt leider aus!

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend

European Leo Baeck Lecture Series 2012: »Jews and Justice«
Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Fritz Bauer Instituts, des Jüdischen Museums Frankfurt am Main und des Leo Baeck Institute London
In diesem Jahr ist das Thema der Leo Baeck Lecture Series »Jews and Justice«. Die Reihe beinhaltet Vorträge über deutsche Rechtstheoretiker, Schriftsteller und über den Zusammenhang von Recht und Religion. Es sollen verschiedene Konzepte von Gerechtigkeit und Recht diskutiert werden, ihre Beziehungen zu realen politischen und historischen Verhältnissen und mögliche rechtliche und politische Konflikte, die daraus hervorgingen.

Ernst Tugendhat wurde am 8. März 1930 im tschechischen Brünn als Sohn jüdischer Eltern geboren. Seine Familie emigrierte 1938 in die Schweiz und 1941 nach Venezuela. Von 1946 bis 1949 studierte er an der Stanford University (USA) Klassische Philologie. Daran schloss sich 1949 ein Philosophie-Studium in Freiburg (Heidegger) an. 1956 Promotion, Thema seiner Dissertation waren die metaphysischen Grundbegriffe des Aristoteles. 1966 Habilitation in Tübingen mit einer Arbeit über den »Wahrheitsbegriff bei Husserl und Heidegger« (Berlin 1967). In der Zeit von 1966 bis 1975 war er ordentlicher Professor für Philosophie an der Universität Heidelberg. Daran schloss sich eine Tätigkeit am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg an. Anschließend war er von 1980 bis 1992 Philosophieprofessor an der FU Berlin. Gastprofessuren in Santiago de Chile, Konstanz, Prag, Gioânia (Brasilien) und Porto Alegre folgten. Im Jahr 1999 wurde er von der Universität Tübingen zum Honorarprofessor ernannt. Am 9. Mai 2005 erhielt Ernst Tugendhat die Ehrendoktorwürde der Universidad Autónoma Madrid. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der sprachanalytischen Philosophie in Deutschland.
Ernst Tugendhat vertritt eine »Moral der universellen Achtung«. Sie kommt in dem Imperativ »Instrumentalisiere niemanden!« zum Ausdruck. Der Philosoph beansprucht, damit die für unser moralisches Bewusstsein maßgebliche Konzeption des Guten identifiziert zu haben. Zu den Voraussetzungen dieses Moralbewusstseins gehört eine Vorstellung davon, was es heißt, das gute Mitglied einer moralischen Gemeinschaft zu sein. Dass wir überhaupt Mitglied einer solchen Gemeinschaft sein, d. h. moralisch urteilen wollen, lässt sich aber nicht begründen, sondern nur motivieren. Letztlich fundiert ein Akt der Selbstbestimmung diese Mitgliedschaft. Er zeigt, dass Menschen eigene Perspektiven im Lichte von Gründen dezentrieren können. Deshalb leben sie als vernünftige Tiere nicht bloß in Situationen und Kontexten, sondern in einer Welt. Sie ist der Schauplatz ihres moralischen Handelns.

Martin Bauer studierte Philosophie sowie vergleichende Literatur- und Religionswissenschaft in Berlin und Paris. Nach verschiedenen Verlagstätigkeiten, zuletzt als Cheflektor des Fischer Taschenbuch Verlages und Herausgeber der Neuen Rundschau, ist er seit 2002 Redakteur der Zeitschrift Mittelweg 36 des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Zudem ist er Redaktionsmitglied der Zeitschrift für Ideengeschichte.

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Mo 03
Dezember 2012
18:15

Einflüsse des Nationalsozialismus auf das Strafrecht und die Wahrnehmung dieser Einflüsse in der Rechtsgeschichte der Nachkriegszeit

Vortrag von Prof. Dr. Joachim Vogel (München):

Goethe-Universität Frankfurt
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Casino-Gebäude am IG Farben-Haus, Raum 1.811

Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe
»Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit«


Termine
›  5. November 2012, Prof. Dr. Oliver Lepsius (Bayreuth/Chicago):
»Moral und Recht in den Anfängen des nationalsozialistischen Rechts«
›  26. November 2012, Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer (Wien):
»Zum Verhältnis von Moral und Recht im Nationalsozialismus«
›  3. Dezember 2012, Prof. Dr. Joachim Vogel (München):
»Einflüsse des Nationalsozialismus auf das Strafrecht und die Wahrnehmung dieser Einflüsse in der Rechtsgeschichte der Nachkriegszeit«
›  14. Januar 2013, Prof. Dr. Michael Schefczyk (Frankfurt an der Oder):
»Zum Verhältnis von Recht und Moral in Jaspers Schuldfrage«
›  21. Januar 2013, Prof. Dr. Werner Konitzer (Fritz Bauer Institut):
»Einfache Sittlichkeit. Otto Fritz Bollnow und die Veränderung der Moral nach der Niederschlagung des NS-Regimes«
›  4. Februar 2013, Dr. Lena Foljanty (Frankfurt am Main):
»Zur Auseinandersetzung mit Naturrecht und Rechtspositivismus in der Staatsrechtslehre der frühen Bundesrepublik«

Prof. Dr. Joachim Vogel i
st Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Wirtschaftsstrafrecht an der Ludwig Maximilian Universität München und Richter am OLG Stuttgart. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Wirtschaftsstrafrecht und in der Europäisierung des Straf- und Strafprozessrechts. Darüber hinaus hat er sich mit rechtsgeschichtlichen Themen befasst. Vogel ist Mitherausgeber der JuristenZeitung. 2004 erschien sein Buch Einflüsse des Nationalsozialismus auf das Strafrecht im Berliner Wissenschaftsverlag.

Nationalsozialistische Rechtstheorien hoben den Unterschied zwischen Moral bzw. Sittlichkeit und Recht so weit wie möglich auf. »Recht ist nach deutscher Auffassung nicht eine Sache willkürlichen Beliebens, auch nicht der äußeren Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit, sondern eine mit dem sittlichen und religiösen Leben der Gemeinschaft eng verbundene Lebensordnung, die den Einzelnen mit eigenem Geltungsanspruch gegenübertritt und sie innerlich bindet«, so schrieb der nationalsozialistische Rechtstheoretiker Karl Larenz 1934. Und in den »Nationalsozialistischen Leitsätzen für ein neues Strafrecht« von 1938 formulierte Hans Frank nur kurz und bündig: »Deutsches Rechtsgefühl und deutsches Sittlichkeitsempfinden sind eins.« Was bedeutet dieses Ideal der Einschmelzung des Unterschiedes von Sittlichkeit, Moral und Recht für die nationalsozialistische Rechtstheorie und Rechtspraxis? Was besagt sie auf der anderen Seite für eine Analyse nationalsozialistischer Vorstellungen von »Ethik« und »Moral«?
Mit der Niederschlagung des NS durch die Alliierten und der Einrichtung zweier deutscher Staaten waren die Rechtssysteme einer deutlichen Veränderung unterworfen. Dennoch transformierten sich Recht und Moral nur allmählich. Wie weit und in welcher Form bestimmte das Fortwirken nationalsozialistischer Moral noch die Rechtsauffassungen der frühen Bundesrepublik? Wie weit spielte die Vorstellung einer Identität beider noch in der Rechtsphilosophie und Staatsrechtslehre und der Moralphilosophie in Deutschland nach 1945 eine Rolle?
In der Vorlesungsreihe wird das Verhältnis von Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Zeit nach dem Nationalsozialismus alternierend von Rechtstheoretikern und Moralphilosophen dargestellt und analysiert.

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So 02
Dezember 2012
11:00

Norbert Frei, Dan Diner und Raphael Gross im Gespräch mit Saul Friedländer

Saul Friedländer zum 80. Geburtstag:

Kammerspiel Frankfurt am Main
Neue Mainzer Str. 17
Eintritt: 8 Euro

Saul Friedländer gehört zu den bedeutendsten Holocaustforschern der Gegenwart. Anlässlich seines 80. Geburtstags werden drei mit ihm seit vielen Jahren verbundene Historiker mit ihm über seine Biographie, seine Methode der Geschichtsschreibung und sein Werk diskutieren.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Jena Centers Geschichte des 20. Jahrhunderts, des Simon-Dubnow-Instituts, des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt mit Unterstützung des C.H. Beck Verlags und des Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V.

Anmeldung
Jüdisches Museum Frankfurt
Christine Wern
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Mo 26
November 2012
18:15

Zum Verhältnis von Moral und Recht im Nationalsozialismus

Vortrag von Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer (Wien):

Goethe-Universität Frankfurt
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Casino-Gebäude am IG Farben-Haus, Raum 1.801

Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe
»Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit«


Termine
›  5. November 2012, Prof. Dr. Oliver Lepsius (Bayreuth/Chicago):
»Moral und Recht in den Anfängen des nationalsozialistischen Rechts«
›  26. November 2012, Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer (Wien):
»Zum Verhältnis von Moral und Recht im Nationalsozialismus«
›  3. Dezember 2012, Prof. Dr. Joachim Vogel (München):
»Einflüsse des Nationalsozialismus auf das Strafrecht und die Wahrnehmung dieser Einflüsse in der Rechtsgeschichte der Nachkriegszeit«
›  14. Januar 2013, Prof. Dr. Michael Schefczyk (Frankfurt an der Oder):
»Zum Verhältnis von Recht und Moral in Jaspers Schuldfrage«
›  21. Januar 2013, Prof. Dr. Werner Konitzer (Fritz Bauer Institut):
»Einfache Sittlichkeit. Otto Fritz Bollnow und die Veränderung der Moral nach der Niederschlagung des NS-Regimes«
›  4. Februar 2013, Dr. Lena Foljanty (Frankfurt am Main):
»Zur Auseinandersetzung mit Naturrecht und Rechtspositivismus in der Staatsrechtslehre der frühen Bundesrepublik«

Nationalsozialistische Rechtstheorien hoben den Unterschied zwischen Moral bzw. Sittlichkeit und Recht so weit wie möglich auf. »Recht ist nach deutscher Auffassung nicht eine Sache willkürlichen Beliebens, auch nicht der äußeren Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit, sondern eine mit dem sittlichen und religiösen Leben der Gemeinschaft eng verbundene Lebensordnung, die den Einzelnen mit eigenem Geltungsanspruch gegenübertritt und sie innerlich bindet«, so schrieb der nationalsozialistische Rechtstheoretiker Karl Larenz 1934. Und in den »Nationalsozialistischen Leitsätzen für ein neues Strafrecht« von 1938 formulierte Hans Frank nur kurz und bündig: »Deutsches Rechtsgefühl und deutsches Sittlichkeitsempfinden sind eins.« Was bedeutet dieses Ideal der Einschmelzung des Unterschiedes von Sittlichkeit, Moral und Recht für die nationalsozialistische Rechtstheorie und Rechtspraxis? Was besagt sie auf der anderen Seite für eine Analyse nationalsozialistischer Vorstellungen von »Ethik« und »Moral«?
Mit der Niederschlagung des NS durch die Alliierten und der Einrichtung zweier deutscher Staaten waren die Rechtssysteme einer deutlichen Veränderung unterworfen. Dennoch transformierten sich Recht und Moral nur allmählich. Wie weit und in welcher Form bestimmte das Fortwirken nationalsozialistischer Moral noch die Rechtsauffassungen der frühen Bundesrepublik? Wie weit spielte die Vorstellung einer Identität beider noch in der Rechtsphilosophie und Staatsrechtslehre und der Moralphilosophie in Deutschland nach 1945 eine Rolle?
In der Vorlesungsreihe wird das Verhältnis von Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Zeit nach dem Nationalsozialismus alternierend von Rechtstheoretikern und Moralphilosophen dargestellt und analysiert.

Herlinde Pauer-Studer
ist Professorin ist Professorin für Philosphie an der Universität Wien. Sie leitet das ERC-Advanced Research Project »Distortions of Normativity«. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Moralphilosophie David Humes, neuerdings auch bei dem Thema »Nationalsozialismus und Moral«. 2011 erschien bereits in 2. Auflage ihr Standardwerk Einführung in die Ethik im Ullstein Taschenbuch Verlag, im Herbst 2012 wird ihr neuester Aufsatz Law and Morality under Evil Conditions: The SS-judge Konrad Morgen in der Zeitschrift Jurisprudence veröffentlicht.

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Do 22
November 2012
10:00

Deportationen

Fortbildung für Lehrkräfte und Pädagogen:

Ehemaliges Polizeigefängnis Klapperfeld
Klapperfeldstr. 5
Frankfurt am Main
Veranstaltungsende gegen 17:00 Uhr

Veranstaltung in Zusammenarbeit zwischen dem International Tracing Service (ITS), der Initiative »faites votre jeu« und dem Pädagogischen Zentrum Frankfurt am Main.

Es werden drei pädagogische Zugänge zum Thema »Deportationen« vorgestellt: Der Workshop der Initiative »faites votre jeu« zeigt am Beispiel des Polizeigefängnisses Klapperfeld Aspekte des NS-Terrors auf und geht anhand von Einzelbiografien auf Haft und Deportation ein. So entsteht ein Überblick über die Verfolgung verschiedener Gruppen zwischen 1933 und 1945. Der Workshop des ITS veranschaulicht anhand des Beispiels von Deportationen aus dem Raum Düsseldorf die Bürokratie und die Akteure auf deutscher Seite in der Planung und im Ablauf der Deportationen.

Der Workshop des Pädagogischen Zentrums erschließt ausgehend von Fotodokumenten der Deportation aus Hanau vom 30. Mai 1942 zum einen die Situation der Deportation inmitten des Alltags der »Volksgemeinschaft«. Zum anderen eröffnet die Analyse der Fotos Zugang zu den Biografien der Deportierten.

Leitung
Mirja Keller, Initiative »faites votre jeu«
Gottfried Kößler, Pädagogisches Zentrum Frankfurt
Dr. Susanne Urban, International Tracing Service (ITS)

Kontakt
Pädagogisches Zentrum FFM
Seckbächer Gasse 14
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069.212-74237
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Sa 17
November 2012
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Céline Wendelgaß

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
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Mo 05
November 2012
18:15

Moral und Recht in den Anfängen des nationalsozialistischen Rechts

Vortrag von Prof. Dr. Oliver Lepsius (Bayreuth/Chicago):

Goethe-Universität Frankfurt
Campus Westend
Grüneburgplatz 1
Casino-Gebäude am IG Farben-Haus, Raum 1.801

Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe
»Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit«


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›  5. November 2012, Prof. Dr. Oliver Lepsius (Bayreuth/Chicago):
»Moral und Recht in den Anfängen des nationalsozialistischen Rechts«
›  26. November 2012, Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer (Wien):
»Zum Verhältnis von Moral und Recht im Nationalsozialismus«
›  3. Dezember 2012, Prof. Dr. Joachim Vogel (München):
»Einflüsse des Nationalsozialismus auf das Strafrecht und die Wahrnehmung dieser Einflüsse in der Rechtsgeschichte der Nachkriegszeit«
›  14. Januar 2013, Prof. Dr. Michael Schefczyk (Frankfurt an der Oder):
»Zum Verhältnis von Recht und Moral in Jaspers Schuldfrage«
›  21. Januar 2013, Prof. Dr. Werner Konitzer (Fritz Bauer Institut):
»Einfache Sittlichkeit. Otto Fritz Bollnow und die Veränderung der Moral nach der Niederschlagung des NS-Regimes«
›  4. Februar 2013, Dr. Lena Foljanty (Frankfurt am Main):
»Zur Auseinandersetzung mit Naturrecht und Rechtspositivismus in der Staatsrechtslehre der frühen Bundesrepublik«

Nationalsozialistische Rechtstheorien hoben den Unterschied zwischen Moral bzw. Sittlichkeit und Recht so weit wie möglich auf. »Recht ist nach deutscher Auffassung nicht eine Sache willkürlichen Beliebens, auch nicht der äußeren Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit, sondern eine mit dem sittlichen und religiösen Leben der Gemeinschaft eng verbundene Lebensordnung, die den Einzelnen mit eigenem Geltungsanspruch gegenübertritt und sie innerlich bindet«, so schrieb der nationalsozialistische Rechtstheoretiker Karl Larenz 1934. Und in den »Nationalsozialistischen Leitsätzen für ein neues Strafrecht« von 1938 formulierte Hans Frank nur kurz und bündig: »Deutsches Rechtsgefühl und deutsches Sittlichkeitsempfinden sind eins.« Was bedeutet dieses Ideal der Einschmelzung des Unterschiedes von Sittlichkeit, Moral und Recht für die nationalsozialistische Rechtstheorie und Rechtspraxis? Was besagt sie auf der anderen Seite für eine Analyse nationalsozialistischer Vorstellungen von »Ethik« und »Moral«?
Mit der Niederschlagung des NS durch die Alliierten und der Einrichtung zweier deutscher Staaten waren die Rechtssysteme einer deutlichen Veränderung unterworfen. Dennoch transformierten sich Recht und Moral nur allmählich. Wie weit und in welcher Form bestimmte das Fortwirken nationalsozialistischer Moral noch die Rechtsauffassungen der frühen Bundesrepublik? Wie weit spielte die Vorstellung einer Identität beider noch in der Rechtsphilosophie und Staatsrechtslehre und der Moralphilosophie in Deutschland nach 1945 eine Rolle?
In der Vorlesungsreihe wird das Verhältnis von Recht und Moral im Nationalsozialismus und in der Zeit nach dem Nationalsozialismus alternierend von Rechtstheoretikern und Moralphilosophen dargestellt und analysiert.

Prof. Dr. Oliver Lepsius,
LL.M., geb. 1964, Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Bonn und München sowie an der University of Chicago (LL.M. 1993). Promotion und Habilitation an der Juristischen Fakultät der Universität München, Venia Legendi für die Fächer Öffentliches Recht, ausländisches Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie. 2001 Professor für Öffentliches Recht an der Universität Heidelberg, seit 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Allgemeine und Vergleichende Staatslehre an der Universität Bayreuth.

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