Zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
Eine gemeinsame Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts mit der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG), der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) und dem Jüdischen Museum Frankfurt.
Jüdische Stifterinnen und Stifter und jüdische Gelehrte haben die junge Universität Frankfurt am Main seit der Zeit ihrer Gründung 1914 in erheblichem Maße geprägt – in der Religionswissenschaft, der Orientalistik und Soziologie, ebenso wie in den Wirtschaftswissenschaften, der Medizin und allen Bereichen der Naturwissenschaften. Der Ausschluss und die Vertreibung jüdischer WissenschaftlerInnen zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus bereiteten dieser in der akademischen Kultur in Deutschland vor und nach dem Ersten Weltkrieg einzigartigen Konstellation ein Ende. Christian Wiese, Inhaber der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität, geht dieser Geschichte am Beispiel paradigmatischer Einzelfiguren nach und reflektiert über die tiefe Zäsur, die das Jahr 1933 für die Frankfurter Universitätsgeschichte und die jüdische Geschichte in Frankfurt markiert.
Prof. Dr. Christian Wiese studierte Evangelische Theologie an den Universitäten Tübingen und Bonn, sowie Judaistik an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. 1997 promovierte er an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Im Anschluss forschte er am Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen. 1999 wurde er Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Judaistik an der Universität Erfurt und ging 2003 als Visiting Professor nach Kanada, 2004 in die USA und 2005 an das Trinity College, Dublin. An der Universität Erfurt wurde er 2006 für Religionswissenschaft und Judaistik habilitiert und zum Privatdozenten ernannt. Von 2007 bis 2010 war er Direktor des Centre for German-Jewish Studies und Professor für jüdische Geschichte an der University of Sussex. Seit Oktober 2010 ist er Inhaber der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
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Dorothee Becker
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Zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
Eine gemeinsame Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts
mit dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
Trude Simonsohn kam als 21-Jährige in das Konzentrationslager Theresienstadt. Ihre Erinnerung an den Alltag im Ghetto, die Sorge um ihre Mutter, ihre politischen Aktivitäten, ihre Arbeit mit Kindern und ihre Begegnung mit Berthold Simonsohn ist noch sehr lebendig. In dem Gespräch wird sie schildern, wie sie das Ghetto Theresienstadt und das Konzentrationslager Auschwitz überlebt hat, bis sie in einem Außenlager des Konzentrationslagers Groß-Rosen 1945 befreit wurde.
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Zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
Eine gemeinsame Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts
mit dem Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
In der »Reichskristallnacht« fand zum ersten Mal seit der nationalsozialistischen Machtübernahme ein öffentlicher, vom Staat geförderter Terrorakt statt. Er bildete eine Eskalation der bis dahin unvollständigen Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung und sollte die Macht- und Rechtlosigkeit der Juden ihnen und der allgemeinen Bevölkerung veranschaulichen. Wie dieser Terrorakt in die Logik des Regimes passte und wie er im Inland und Ausland wahrgenommen wurde, bilden die Themen des Vortrags.
Prof. em. Dr. Peter Pulzer ist Historiker und Politikwissenschaftler. Er wurde 1929 in Wien geboren und floh 1939 mit seiner Familie nach Großbritannien. Pulzer promovierte 1960 an der University of Cambridge und war bis zu seiner Emeritierung Glad-stone Professor of Government an der University of Oxford und Fellow am All Souls College. Er ist Vorsitzender des Leo Baeck Institute, London.
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Begleitveranstaltung zur Ausstellung
1938: Kunst, Künstler, Politik
Lotte Laserstein gehört zu den großen Wiederentdeckungen der letzten Jahre. Ihr selbstbewusster Blick auf die Frauen der zwanziger Jahre, ihre gleichermaßen sachliche wie sinnliche Malerei, ihr virtuoses Spiel mit traditionellen und modernen Bildformeln und nicht zuletzt ihr seismographisches Gespür für die politische Situation begründen heute ihren Ruf als große Realistin der Weimarer Republik. Ihre Vertreibung aus Deutschland – von den Nationalsozialisten durchaus intendiert – kam einer Vertreibung aus der Kunstgeschichte gleich.
Auch im schwedischen Exil blieb Laserstein der realistischen Malweise und ihrem favorisierten Thema, dem Menschen, verbunden. Unter den psychisch und materiell belastenden Bedingungen gelang es ihr jedoch nicht, in gleicher Intensität und Qualität an ihren Erfolg vor 1937 in Berlin wieder anzuschließen.
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Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Patrick Schwentke
Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
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Begleitveranstaltung zur Ausstellung
1938: Kunst, Künstler, Politik
Podiumsdiskussion mit Dr. Julia Voss, Kuratorin der Ausstellung und leitende Redakteurin beim Kunstressort der FAZ; Dr. Christian Fuhrmeister, Projektreferent in der Forschungsabteilung des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München; Dr. Andreas Hüneke, Mitarbeiter der Forschungsstelle »Entartete Kunst« am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin; Prof. Dr. Wolfgang Ruppert, Arbeitsstelle für kulturgeschichtliche Studien, Universität der Künste Berlin.
Moderation: Dr. Eva Atlan, Kuratorin der Ausstellung, Jüdisches Museum Frankfurt
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Nach dem Mauerfall reist Jutta Ditfurth in die DDR und sieht sich mit den Widersprüchen ihrer adligen Herkunft konfrontiert. Sie folgt den Spuren ihres schillernden Urgroßonkels Börries Freiherr von Münchhausen, einem Balladendichter, der ein Freund der Juden zu sein schien – doch dann findet sie einen Brief…
Hinter dem Mythos des 20. Juli 1944 verbirgt sich der besondere Antisemitismus des deutschen Adels im 19. und 20. Jahrhundert. Juden galten in adligen Kreisen oft als »Fremdrassige«, die die adlige »Blutreinheit« bedrohten. Auf den Schlössern und Rittergütern hatten Juden bis 1945 nichts verloren. Sie trugen vermeintlich Schuld an Revolutionen, an Kriegsniederlagen, am Sturz der Monarchie und an der Errichtung der Weimarer Republik. Der Hass auf die Juden wurde schließlich »von allen moralischen Skrupeln befreit«.
Jutta Ditfurth erzählt die bewegte Geschichte von Börries Freiherr von Münchhausen. Sein engster Freund war um 1900 der Künstler Ephraim Moses Lilien – bis Münchhausen zum glühenden Antisemiten wurde.
Jutta Ditfurth, Soziologin und Publizistin, lebt in Frankfurt am Main und ist für die Wählervereinigung <link http: www.oekolinx-arl.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>ÖkoLinX-Antirassistische Liste Stadtverordnete im Römer. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher, darunter der Roman Die Himmelsstürmerin über die ungewöhnliche Geschichte ihrer Urgroßmutter Freiin Gertrud Elisabeth von Beust. 2013 erschien bei Hofmann und Campe ihr Buch Der Baron, die Juden und die Nazis.
Jutta Ditfurth, Der Baron, die Juden und die Nazis.
Reise in eine Familiengeschichte
Hamburg: Hoffmann & Campe, 2013, 400 S., 21,99 Euro
ISBN 978-3-455-50273-2
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Guide: Céline Wendelgaß
Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
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European Leo Baeck Lecture Series 2013
Der Novemberpogrom 1938
Vortrag in englischer Sprache!
This lecture will firstly explore why the »Kindertransport« came into existence: was it a particular and unusual response to the Jewish plight in 1938 or more part of a pattern of British immigration procedures since 1918? It then analyses patterns of memory concerning this movement and why we have come to remember and represent the »Kindertransport« so intensely, especially in relation to other migrant and refugee movements to Britain. It will analyse especially the notion of the »Kinder« »journey« and how it has been constructed to make it part of the classic refugee narrative. It will consider the stories that tend »not« to be remembered within »Kindertransport« journeys. Finally, it will suggest ways forward to make the history and memory of the »Kindertransport« more inclusive and self-reflexive.
Tony Kushner ist Professor für Geschichte und Direktor des Parkes Institute for the Study of Jewish/non-Jewish relations an der Universität von Southampton. Sein Forschungsinteresse richtet sich auf die moderne jüdische Geschichte Großbritanniens, die Geschichte der Migration sowie die Geschichte des Rassismus und des Antisemitismus. Er ist Autor von acht Monographien, u.a. Remembering Refugees: Then and Now (Manchester University Press, 2006) und Anglo-Jewry since 1066: Place, Locality and Memory (Manchester University Press, 2009) Sein jüngstes Buch The Battle of Britishness: Migrant Journeys since 1685 erschien 2012 ebenfalls bei Manchester University Press.
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European Leo Baeck Lecture Series 2013
Der Novemberpogrom 1938
und Begleitprogramm zur Ausstellung
1938: Kunst – Künstler – Politik
Während des Zweiten Weltkriegs ermordeten das NS-Regime und seine Kollaborateure etwa sechs Millionen Juden in Europa. Verglichen damit war der »Reichskristallnacht«-Pogrom von November 1938 ein Verbrechen von verhältnismäßig begrenztem Ausmaß. Trotzdem nimmt der Pogrom, sowohl unter Deutschen als auch unter Juden, zu Recht eine Sonderstellung in der kollektiven Erinnerung an den Holocaust ein. Der Vortrag wird die Geschichte des Pogroms im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Judenpolitik erklären und seine Bedeutung als Zivilisationsbruch erläutern.
Alan E. Steinweis ist Professor für Geschichte und Miller Distinguished Professor für Holocaust-Studien an der Universität von Vermont. Im Sommersemester 2011 war er Gastprofessor zur Erforschung des Holocaust und der deutsch-jüdischen Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. 2011 erschien im Reclam Verlag die deutsche Übersetzung seines Buches Kristallnacht 1938.
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Dorothee Becker
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Der Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. und der Hessische Rundfunk laden ein zur Preview der Dokumentation »Auschwitz vor Gericht«, die Rolf Bickel und Dietrich Wagner aus Anlass des 50. Jahrestages der Eröffnung des Frankfurter Auschwitzprozesses zusammengestellt haben.
Noch einmal werden die erschütternden Aussagen der Zeugen zu hören sein, die in Tondbandaufzeichnungen festgehalten wurden. Bickel und Wagner besuchten einige der Zeugen später in ihrer Heimat, so dass die Filmzuschauer auch die Gesichter kennenlernen. Den Autoren gelingt ein sehr dichtes Bild des Prozesses, bei dem sich 23 Männer, die alle zum Personal des Vernichtungslagers Auschwitz gehört hatten, wegen Mordes verantworten mussten. 360 Zeugen wurden gehört, an 183 Tagen wurde verhandelt. Wie dieser Prozess das System des Völkermordes in Auschwitz entlarvte und welch ungeheure Anstrengung es für die Überlebenden war, im Angesicht der Täter ihre Aussagen zu machen, das ist in der Dokumentation festgehalten.
Im Anschluss an die Filmvorführung besteht Gelegenheit mit den Autoren des Films, mit dem Staatsanwalt Gerhard Wiese sowie dem Vertreter der Nebenklage Christian Raabe zu diskutieren.
Der Eintritt ist kostenlos.
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Sabine Mieder
Hessischer Rundfunk
Redaktion FS Politik und Gesellschaft
Tel.: 069.155 3656
Ausstellung im Jüdischen Museum Frankfurt am Main
Donnerstag, 28. November 2013 bis Sonntag, 23. Februar 2014
Öffnungszeiten: Di. bis So., 10.00–17.00 Uhr; Mi., 10.00–20.00 Uhr; Mo. geschlossen
Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Jüdischen Museum Frankfurt.
Unterstützt von der Kulturstiftung des Bundes, dem Kulturfonds RheinMain, der Ernst von Siemens Kunststiftung und eXperimente – eine Kulturinitiative der Aventis Foundation.
Das Jahr 1938 war ein Schicksalsjahr in der jüdischen Geschichte. Durch den »Anschluss« Österreichs im März und die Besetzung des Sudetenlandes durch deutsche Truppen im Oktober fielen große jüdische Bevölkerungen unter die nationalsozialistische antisemitische Herrschaft. Die Pogrome im November 1938 trafen ganz unmittelbar fast alle in Deutschland und Österreich lebenden Juden und Jüdinnen. Was ihnen an Brutalität angetan wurde, geschah in aller Öffentlichkeit. Es beteiligten sich so viele Menschen daran, dass die deutsche Gesellschaft von nun an eine andere war.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit einem bislang wenig beachteten Aspekt der katastrophalen Entwicklung, dessen Folgen weit über das Jahr 1938 und auch über das Jahr 1945 hinaus reichten. Sie beschränkt sich dabei bewusst auf einen kulturellen und gesellschaftlichen Bereich, der durch seine Objekte eindrucksvoll präsentierbar ist: den Kunstbetrieb. Wer dort zum Opfer und wer zum Täter wurde, zeigt diese Ausstellung. Die Besonderheit der Schau besteht darin, dass alle Akteure dem Kunstbetrieb entstammen. Was 1938 geschah, schlug sich in den Lebensläufen von Künstlern, Sammlern, Händlern, Kritikern und Museumsangestellten nieder. Nach dem »Anschluss« wurden in Wien etwa zahllose jüdische Sammlungen von den Nationalsozialisten geplündert. Der bekannte jüdische Kunsthändler Hugo Helbing wurde im November bei den Pogromen so schwer verletzt, dass er kurz darauf starb. Wer von den Gewalttaten dabei profitierte, lässt sich im Kunstsystem besonders deutlich aufzeigen.
Die Ausstellung versammelt die Werke von verfolgten Künstlern wie Lotte Laserstein, Elfriede Lohse-Wächtler oder Jankel Adler. Gezeigt werden auch Arbeiten von NS-Künstlern wie etwa Werner Peiner oder Edmund Steppes. Korrigiert werden soll die gängige Vorstellung, im Zentrum der nationalsozialistischen Kunstpolitik hätte die Verfolgung der Avantgarde gestanden. Das Ziel war, restlos zu kontrollieren, wer am Kunstbetrieb teilnimmt. Über die Teilnahme entschieden vor allem rassepolitischen Kriterien. Die vollständige »Arisierung« des Kunstbetriebs wurde 1938 durchgesetzt – mit Folgen bis weit in die Nachkriegszeit hinein. Mit dieser Ausstellung soll auch gerade diese nach 1945 anhaltende »Vertreibung« jüdischer Künstler, Kunsthändler, Kritiker und Museumsfachleute aus dem deutschen Kunstbetrieb aufmerksam gemacht werden. Viele von den 1938 verfolgten jüdischen Künstlern wurden auch nach 1945 nicht mehr in Deutschland gesammelt oder sonst stärker rezipiert. Zur Vertiefung dient ein Begleitband, in dem neue Forschungen von Historikern, Kunsthistorikern und Journalisten präsentiert werden.
Kuratorinnen: Dr. Julia Voss (Konzept und Idee), Dr. Eva Atlan
Gestaltung der Ausstellungsarchitektur: Studio Tobias Rehberger
Ausstellungskatalog
Raphael Gross, Julia Voss, Eva Atlan (Hrsg.): 1938. Kunst – Künstler – Politik
Göttingen: Wallstein Verlag, 2013, 340 S., 103, z.T. farb. Abb., € 24,90
ISBN: 978-3-8353-1412-2.
Der Begleitband zur Ausstellung dokumentiert u. a. Werke von verfolgten Künstlern und stellt sie anderen Künstlern und Kunstschaffenden gegenüber, die vom Nationalsozialismus gefördert wurden.
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Jüdisches Museum Frankfurt
Untermainkai 14/15
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069.212-35000
Fax: 069.212-30705
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Veranstaltungsreihe: »50. Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses«
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Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem DGB-Stadtverband Frankfurt am Main.
Viele Jahre mussten vergehen, bis eine deutsche Staatsanwaltschaft nach dem Krieg erstmals umfassende Ermittlungen gegen die Verbrechen einleitete, die im Vernichtungslager Auschwitz begangen worden waren. Es sollte der größte Strafprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte werden. Im Winter 1963 begann vor den Augen der Weltöffentlichkeit der erste Auschwitz-Prozess, die größte und wichtigste juristische Aufarbeitung des Holocaust. Devin O. Pendas erzählt auf Basis umfangreicher Quellen die Geschichte dieses Verfahrens, das die Öffentlichkeit spaltete und bei dem nicht nur 22 NS-Täter, sondern auch die deutsche Vergangenheit vor Gericht standen.
Devin O. Pendas ist Professor für Geschichte am Boston College. Seine Forschungsschwerpunkte sind deutsche Geschichte, Rechtsgeschichte und die Geschichte von Kriegen und Völkermord. In zahlreichen Publikationen hat er sich mit den Prozessen gegen NS-Täter und der juristischen Aufarbeitung von Massenverbrechen auseinandergesetzt.
Devin O. Pendas, Der Auschwitz-Prozess. Völkermord vor Gericht
(Originaltitel: The Frankfurt Auschwitz Trial, 1963-1965: Genocide, History, and the Limits of the Law, Cambridge University Press 2013)
München: Siedler Verlag, 2013, aus dem Engl. von Klaus Binder, 432 S., mit Abb., € 24,99
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»Fritz Bauer Lecture« im Rahmen der Veranstaltungsreihe:
»50. Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses«
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Ein Festvortrag im Rahmen des 50. Jahrestags des Frankfurter Auschwitz-Prozesses auf Einladung des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt am Main und des Fritz Bauer Instituts.
Der ursprünglich für diesen Termin vorgesehene Vortrag von Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Winfried Hassemer (Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts a.D.), »Das weinende Volk – 50 Jahre Auschwitz-Prozess«, muss krankheitsbedingt leider entfallen.
Kann ein Strafprozess die Antwort auf Auschwitz sein? Verfügt der moderne Rechtsstaat über Strafmittel, die diesem Unrecht und dieser Schuld gerecht werden? Ist er nicht faktisch gezwungen, nur ein paar Schuldige herauszugreifen und den Rest unbehelligt zu lassen? Ist das alles also nur symbolisches, täuschendes Strafrecht, das so tut als ob – eher schädlich als hilfreich? Was könnte man denjenigen Staaten raten, die sich jetzt aufmachen, auf Verbrechen vor einem früheren Systemwechsel auch mit Mitteln des Rechts zu antworten?
Norbert Frei ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts. Er ist Autor zahlreicher Werke zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert, darunter Der Führerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945 (Neuausgabe 2013) und Vergangenheitspolitik. Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit (Neuausgabe 2012).
Geschlossene Veranstaltung nur für geladene Gäste.
Teilnahmewünsche bitte anmelden bis zum 7. Oktober 2013 bei:
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Guide: Patrick Schwentke
Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
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Veranstaltungsreihe: »50. Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses«
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Mit Prof. Dr. Cornelius Nestler (Universität Köln), Amtsrichter i. R. Thomas Walther, Dr. Annette Weinke (Schiller-Universität Jena), Moderation: Sabine Mieder (Hessischer Rundfunk).
Eine Veranstaltung des Fördervereins Fritz Bauer Institut e. V.
68 Jahre nach der Ermordung von 1,1 Millionen Juden im deutschen Vernichtungslager Auschwitz sollen die wenigen noch lebenden Wachmänner strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden – eine Folge des im Jahr 2011 ergangenen Urteils gegen den Wachmann John Demjanjuk aus dem Todeslager Sobibór. Das Münchner Gericht wertete seine Taten als Beihilfe zum Mord, obwohl ihm keine Einzeltat nachgewiesen wurde. Diese Rechtsauffassung wurde bereits 1965 auf Weisung Fritz Bauers im Auschwitz-Prozess (1963–1965) von der Staatsanwaltschaft vertreten.
In der Veranstaltung wird unter rechtspolitischen und gesellschaftspolitischen Aspekten der Frage nachgegangen: Warum erst jetzt – warum jetzt noch?
Prof. Dr. Cornelius Nestler ist Ordinarius für Strafrecht an der Universität zu Köln und war in dem Strafprozess gegen John Demjanjuk Vertreter von Nebenklägern.
Thomas Walther ist Amtsrichter i. R. und war zwischen 2006 und 2008 an die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Verfolgung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg abgeordnet.
Dr. Annette Weinke ist wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Friedrich Schiller Universität Jena.
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Veranstaltungsreihe: »50. Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses«
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Präsentation der zweibändigen Publikation Der Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963–1965). Kommentierte Quellenedition, herausgegeben von Raphael Gross und Werner Renz
Grußworte: Jörg-Uwe Hahn, Justizminister des Landes Hessen
und Prof. Dr. Raphael Gross, Direktor des Fritz Bauer Instituts
Im Anschluss an die Buchpräsentation der Vortrag von
Prof. em. Dr. Joachim Rückert: Auschwitz – ein Prozess im Buch
Ein singulärer Prozess, ein Prozess im Buch, ein Erinnerungsort der deutschen Geschichte und der Weltgeschichte, die moderne Justiz als Akteur der Zeitgeschichte, als Justiz im Grundrechtestaat und Rechtsstaat, ein Prozess als Leidensort und Bühne – diese und weitere Stichworte zur Wiederkehr werden gemeinsam zu bedenken sein.
Raphael Gross, Werner Renz (Hrsg.)
Der Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963–1965). Kommentierte Quellenedition
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2013
1.398 S., Edition in zwei Teilbänden, € 78,–
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Bd. 22
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Veranstaltungsreihe: »50. Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses«
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Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung »Verstrickung der Justiz in das NS-System 1933–1945. Forschungsergebnisse für Hessen« (31. Oktober bis 9. Januar 2014 im Oberlandesgericht Frankfurt am Main). Der Vortrag stellt die Vorgeschichte des Auschwitz-Verfahrens dar. Ein Schwerpunkt liegt auf der Schilderung der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsarbeit und auf Frankfurter Justizjuristen, die in mittelbarer Form mit dem Auschwitz-Prozess zu tun hatten.
Werner Renz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut, zuständig für das Archiv und die Bibliothek, sowie Mitglied der Redaktion Einsicht – Bulletin des Fritz Bauer Instituts. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Geschichte der Frankfurter Auschwitz-Prozesse und die Geschichte des Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.
Zuletzt erschienen:
Raphael Gross, Werner Renz (Hrsg.), Der Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963–1965). Kommentierte Quellenedition,
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2013, 1.398 S., Edition in zwei Teilbänden, € 78,– Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 22
Werner Renz (Hrsg.): Interessen um Eichmann. Israelische Justiz, deutsche Strafverfolgung und alte Kameradschaften, Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2012, 332 S., € 34,90, Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 20
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Veranstaltungsreihe: »50. Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses«
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Ausstellung vom 31. Oktober bis 9. Januar 2014
im Oberlandesgericht Frankfurt am Main.
Zwischen 1933 und 1945 wurden über 3.800 Frauen und Männer aus Hessen wegen politischer Delikte angeklagt. Zur rascheren Aburteilung von Widerstand und oppositionellem Verhalten richteten die NS-Machthaber Sondergerichte und den berüchtigten Volksgerichtshof ein. Insgesamt verhängten die zivilen Strafgerichte des Deutschen Reichs in dieser Zeit über 16.000 Todesurteile. Die Ausstellung »Verstrickung der Justiz in das NS-System« behandelt den gesamten Bereich der politischen NS-Strafjustiz, auch die Wehrmachtsjustiz, die Sondergerichtsbarkeit, den NS-Strafvollzug und die Zwangssterilisationen während der NS-Zeit. Sie wirft auch einen Blick auf die Zeit nach 1945, die Auschwitz-Prozesse und die justizpolitischen Entwicklungen der Aufhebung von NS-Urteilen nach 1989.
Eine Ausstellung des Studienzentrums der Finanzverwaltung und Justiz in Rotenburg a. d. Fulda.
Kurator: Dr. Wolfgang Form (Universität Marburg)
Mitarbeit u. a.: Prof. Dr. Werner Konitzer und Werner Renz (Fritz Bauer Institut).
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European Leo Baeck Lecture Series 2013
Der Novemberpogrom 1938
Die Geschichte der Reichspogromnacht wurde bereits wenige Wochen nach dem 9. November 1938 von dem Journalisten Konrad Heiden aufgezeichnet. In Paris erreichten den Exilanten die ersten Augenzeugenberichte von den Ereignissen in Deutschland. Er erkannte sofort die Bedeutung der Eskalation der Gewalt und verfasste den Bericht, der 1939 in England unter dem Titel »The New Inquisition« erschien.
Diese frühe Gesamtdarstellung stützt sich auf Augenzeugenberichte von Juden und auf Zeitungsartikel der NS-Propaganda und der freien Welt. Heiden schildert diese Nacht und kommentiert die Rassenideologie mit bisweilen bissiger Ironie. 75 Jahre nach dem Ereignis liegt sein Bericht nun auch auf Deutsch vor.
Markus Roth ist promovierter Historiker und stellvertretender Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Universität Gießen. Er leitet im BMBF-Projekt »GeoBib« die Forschungen zu den frühen Texten der Holocaust- und Lagerliteratur. Sascha Feuchert ist Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur und Honorarprofessor an der Eastern Michigan University. Beide haben 2011 gemeinsam mit Robert Kellner, Erwin Leibfried und Jörg Riecke die Tagebücher von Friedrich Kellner Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne. Tagebücher 1939–1945 herausgegeben. Nun erschien von ihnen ebenfalls im Wallstein Verlag der Augenzeugenbericht von Konrad Heiden.
Konrad Heiden
Eine Nacht im November 1938. Ein zeitgenössischer Bericht
Hrsg. von Markus Roth, Sascha Feuchert und Christiane Weber
Göttingen: Wallstein Verlag, 2013, 192 S., 4 Abb., € 19,90
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Veranstaltungsreihe: »50. Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses«
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Im Sommer 1947 begann vor einem amerikanischen Militärgericht der Prozess gegen führende Manager der I.G. Farben. Ende Juli 1948 erging das Urteil der drei Richter, wobei einer vom Mehrheitsbeschluss abwich. Sämtliche 23 Manager wurden in den Anklagepunkten der Vorbereitung und Verschwörung zum Angriffskrieg freigesprochen, zehn wurden in allen Punkten von der Mehrheit der Richter freigesprochen. Aber 13 Manager wurden wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu Freiheitsstrafen zwischen 18 Monaten und 8 Jahren verurteilt.
In dem Vortrag von Prof. Dr. Stephan H. Lindner soll der Prozess dargelegt und analysiert werden, der wohl nicht nur von einem der amerikanischen Richter als »Nuremberg nightmare« wahrgenommen wurde.
Stephan H. Lindner ist Professor für Wirtschafts-, Sozial- und Technikgeschichte an der Universität der Bundeswehr München. Zu seinen Schwerpunkten gehört die Geschichte der chemischen und pharmazeutischen Industrie im 20. Jahrhundert. 2013 erschien von ihm ein Aufsatz zum I.G. Farben-Prozess in dem Sammelband »NMT. Die Nürnberger Militärtribunale zwischen Geschichte, Gerechtigkeit und Rechtschöpfung«, hrsg. von Kim C. Primel und Alexa Stiller in den Hamburger Editionen.
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Dorothee Becker
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Veranstaltungsreihe: »50. Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses«
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Der 50. Jahrestag des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses ist uns Anlass, ein einmaliges zeithistorisches Dokument einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen: der Mitschnitt der Zeugenvernehmungen in der »Strafsache gegen Mulka u.a.« vor dem Landgericht Frankfurt am Main. Die Tonbandaufnahmen wurden im Jahr 1989 vom Landgericht Frankfurt am Main dem Hessischen Hauptstaatsarchiv zur Verwahrung übereignet. Erstmals verwendet wurde der Mitschnitt 1993 in der dreiteiligen Dokumentation des Hessischen Rundfunks STRAFSACHE 4 KS 2/63. Die Aussagen von 318 Zeugen, darunter 181 Überlebende von Auschwitz, finden sich auf den Tonbändern. Durch Erlass des hessischen Justizministers vom September 1965 wurde die Sicherung und Verwahrung der Tonbandaufnahmen verfügt.
2004 veröffentlichte das Fritz Bauer Institut in Kooperation mit dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau, dem Hessischen Hauptstaatsarchiv und dem Deutschen Rundfunkarchiv die Transkription des 430-stündigen Mitschnitts sowie 100 Stunden O-Ton ausgewählter Vernehmungen. Nunmehr präsentieren das Fritz Bauer Institut und das Hessische Hauptstaatsarchiv die Website:
<link http: www.auschwitz-prozess.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.auschwitz-prozess.de
Der gesamte Audio-Mitschnitt samt den Transkriptionen in zwei Formaten (html- und pdf-Format) sind über die Website zugänglich. Zu hören sind die Stimmen der Opfer, die die Verbrechen von Auschwitz bezeugen. Zu hören sind die Ausflüchte der SS-Zeugen und die Einlassungen der Angeklagten, die alle Mitverantwortung an den Verbrechen leugnen. Der Mitschnitt vergegenwärtigt auf eindringliche Weise die Anstrengung des Frankfurter Schwurgerichts, in einem Strafprozess nach Recht und Gesetz die individuelle Schuld der Angeklagten festzustellen. Die durch die Strafprozessordnung vorgegebene »Erforschung der Wahrheit« (§ 244 StPO) erbrachte auch eine umfassende Aufklärung über die in Auschwitz begangenen Massenverbrechen.
Texte und Materialien zur Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, des Auschwitz-Prozesses sowie des Tonbandmitschnitts ermöglichen eine Kontextualisierung der Audioquelle. Zusätzliche Materialien bieten Orientierungs- und Informationshilfen.
Am Ende der Verfolgung und Ahndung der NS-Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland angelangt, ist die Audio-Quelle vom 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess ein außergewöhnliches Dokument von herausragender gesellschaftspolitischer und rechtshistorischer Bedeutung.
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Werner Renz
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Veranstaltungsreihe: »50. Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses«
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Vor bald genau 50 Jahren drang das Wort »Auschwitz« in deutsche Wohnzimmer. Gegen 22 ehemalige NS-Verbrecher wurde Anklage erhoben, in Frankfurt begann ein Mammutprozess. Ein Mann hatte diesen Prozess auf den Weg gebracht: Fritz Bauer, Generalstaatsanwalt in Hessen. Ein Sozialdemokrat jüdischer Herkunft, der 1936 gerade noch hatte fliehen können (zunächst nach Dänemark, dann nach Schweden), und der 1949 nach Deutschland zurückkehrte, um beim Aufbau eines demokratischen Justizwesen mitzuwirken. Bauer brachte die deutsche Nachkriegsgesellschaft zum Sprechen und trug maßgeblich dazu bei, dass Adolf Eichmann in Argentinien gefasst und vor ein israelisches Gericht gestellt werden konnte. Im restaurativen Klima der Adenauer Zeit wurde der Jurist damit zur Reizfigur, der seine Zunft erzürnte und von allen Seiten angefeindet wurde: »Wenn ich mein Büro verlasse, betrete ich feindliches Ausland«, so beschreibt er seine Lage.
»Eine der großen Gestalten, die dem unsäglichen Geist der NS-Zeit trotzten und widerstanden«, so Ralph Giordano über Fritz Bauer.
Vier Jahre nach der Fritz Bauer-Biographie von Irmtrud Wojak legt nun der Rechtswissenschaftler und SZ-Journalist Ronen Steinke eine neue biographische Annäherung an diese so lange unterschätzte Figur der Nachkriegsgeschichte vor. Mit zahlreichen neuen Recherchen vor allem zu Bauers bislang rätselhaft gebliebenen jungen Jahren, zu seiner jüdischen Identität und der juristischen Gedankenwelt, die ihn prägte, gelingt eine dichte, zugängliche neue Biographie. Der Autor hat am Fritz Bauer Institut geforscht. »Das leidenschaftliche Eintreten für eine im besten Sinne aufgeklärte Gesellschaft ist ein Leitmotiv dieser in vielem vorbildlichen Biographie«, schreibt Andreas Voßkuhle, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, in seinem Vorwort.
Ronen Steinke, Dr. jur., geboren 1983 in Erlangen, lebt derzeit in Münschen und arbeitet als Journalist in der Redaktion der Süddeutschen Zeitung. Zuvor studierte er Jura und Kriminologie, arbeitete in Anwaltskanzleien, einem Jugendgefängnis und zuletzt beim UN-Jugoslawientribunal in Den Haag. 2012 erschien seine Dissertation The Politics of International Criminal Justice. German Perspectives from Nuremberg to The Hague bei Richard Hart, Oxford.
Ronen Steinke, Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht
Mit einem Vorwort von Andreas Voßkuhle.
München: Piper Verlag, 2013, 352 S., 13 Abb. € 22,90
ISBN: 978-3-492-05590-1
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Dorothee Becker
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Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Céline Wendelgaß
Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
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www.wollheim-memorial.de
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