Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
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Leo Baeck Lecture Series 2012: »Jews and Justice«
Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Fritz Bauer Instituts, des Jüdischen Museums Frankfurt am Main und des Leo Baeck Institute London
In diesem Jahr ist das Thema der Leo Baeck Lecture Series »Jews and Justice«. Die Reihe beinhaltet Vorträge über deutsche Rechtstheoretiker, Schriftsteller und über den Zusammenhang von Recht und Religion. Es sollen verschiedene Konzepte von Gerechtigkeit und Recht diskutiert werden, ihre Beziehungen zu realen politischen und historischen Verhältnissen und mögliche rechtliche und politische Konflikte, die daraus hervorgingen.
Ernst Tugendhat wurde am 8. März 1930 im tschechischen Brünn als Sohn jüdischer Eltern geboren. Seine Familie emigrierte 1938 in die Schweiz und 1941 nach Venezuela. Von 1946 bis 1949 studierte er an der Stanford University (USA) Klassische Philologie. Daran schloss sich 1949 ein Philosophie-Studium in Freiburg (Heidegger) an. 1956 Promotion, Thema seiner Dissertation waren die metaphysischen Grundbegriffe des Aristoteles. 1966 Habilitation in Tübingen mit einer Arbeit über den »Wahrheitsbegriff bei Husserl und Heidegger« (Berlin 1967). In der Zeit von 1966 bis 1975 war er ordentlicher Professor für Philosophie an der Universität Heidelberg. Daran schloss sich eine Tätigkeit am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg an. Anschließend war er von 1980 bis 1992 Philosophieprofessor an der FU Berlin. Gastprofessuren in Santiago de Chile, Konstanz, Prag, Gioânia (Brasilien) und Porto Alegre folgten. Im Jahr 1999 wurde er von der Universität Tübingen zum Honorarprofessor ernannt. Am 9. Mai 2005 erhielt Ernst Tugendhat die Ehrendoktorwürde der Universidad Autónoma Madrid. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der sprachanalytischen Philosophie in Deutschland.
Ernst Tugendhat vertritt eine »Moral der universellen Achtung«. Sie kommt in dem Imperativ »Instrumentalisiere niemanden!« zum Ausdruck. Der Philosoph beansprucht, damit die für unser moralisches Bewusstsein maßgebliche Konzeption des Guten identifiziert zu haben. Zu den Voraussetzungen dieses Moralbewusstseins gehört eine Vorstellung davon, was es heißt, das gute Mitglied einer moralischen Gemeinschaft zu sein. Dass wir überhaupt Mitglied einer solchen Gemeinschaft sein, d. h. moralisch urteilen wollen, lässt sich aber nicht begründen, sondern nur motivieren. Letztlich fundiert ein Akt der Selbstbestimmung diese Mitgliedschaft. Er zeigt, dass Menschen eigene Perspektiven im Lichte von Gründen dezentrieren können. Deshalb leben sie als vernünftige Tiere nicht bloß in Situationen und Kontexten, sondern in einer Welt. Sie ist der Schauplatz ihres moralischen Handelns.
Martin Bauer studierte Philosophie sowie vergleichende Literatur- und Religionswissenschaft in Berlin und Paris. Nach verschiedenen Verlagstätigkeiten, zuletzt als Cheflektor des Fischer Taschenbuch Verlages und Herausgeber der Neuen Rundschau, ist er seit 2002 Redakteur der Zeitschrift Mittelweg 36 des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Zudem ist er Redaktionsmitglied der Zeitschrift für Ideengeschichte.
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Ausstellungseröffnung
Montag, 16. Juli 2012, 11:00 Uhr
Öffnungszeiten
Mo. bis Do., 8:00–16:00 Uhr und Fr., 8:00–13:00 Uhr
Eintritt frei
Veranstalter
Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig und Generalstaatsanwaltschaft Braunschweig, mit Unterstützung der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz
Kuratorin
Dr. Claudia Fröhlich, Leibniz Universität Hannover
Ausstellungsgestaltung
BERGZWO communication + concepts, Berlin
»Ein Unrechtsstaat, der täglich zehntausende Morde begeht, berechtigt jedermann zur Notwehr … Ich stelle deswegen den Satz auf: ein Unrechtsstaat – im Gegensatz zum heutigen Rechtsstaat – … wie das Dritte Reich ist überhaupt nicht hochverratsfähig.«
Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer
Otto Ernst Remer, Mitglied des Vorstands der rechtsextremen Sozialistischen Reichspartei (SRP), bezeichnete im Frühjahr 1951 öffentlich im niedersächsischen Wahlkampf die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 als Hoch- und Landesverräter. Bundesinnenminister Robert Lehr stellte daraufhin Strafantrag in Braunschweig. Nachdem der zuständige Staatsanwalt die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens zunächst abgelehnt hatte, übernahm Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer das Verfahren persönlich und erhob Anklage.
Mit der Verurteilung erkannte das Landgericht Braunschweig den Widerstand vom 20. Juli 1944 als rechtmäßig an und befreite ihn damit vom Stigma des Verrats. Das Braunschweiger Verfahren bildet die normative Grundlage für die positive Wahrnehmung des Widerstandes gegen den NS-Staat in der Bundesrepublik. Der »Remer-Prozess« vor 60 Jahren gilt heute als eines der wichtigsten juristischen Verfahren mit politischem Hintergrund in der Geschichte der frühen Bundesrepublik.
... <link fileadmin downloads ausstellung_der-prozess-um-den-20-juli.pdf _blank download herunterladen der datei>Einladungsflyer (pdf-Datei)
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Generalstaatsanwaltschaft
Landgericht Braunschweig
Münzstraße 17, 38100 Braunschweig
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Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Guide: Céline Wendelgaß
Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
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In Kooperation mit dem Forschungsverbund SED-Staat, Freie Universität Berlin
Begleitprogramm zur Ausstellung im <link http: www.juedischesmuseum.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>Jüdischen Museum Frankfurt am Main,
Bild dir dein Volk! Axel Springer und die Juden, 15. März bis 29. Juli 2012.
Der fünfteilige Spielfilm »Ich, Axel Caesar Springer« (1968, 602 min) war mit seinen Produktionskosten von über 7 Millionen DDR-Mark eine der aufwendigsten Produktionen des DDR-Fernsehens. Die Drehbücher stammten von SED-Propagandisten und Stasi-Experten, die Schauspieler gehörten zur ersten Garde des DDR-Fernsehens. In dem Fünfteiler wurde der Springer Verlag als eine von ehemaligen Nazis gesteuerte und aus Mitteln des SS-Schatzes finanzierte Manipulationsmaschine dargestellt. Der IV. Teil des Propagandafilms führt Springers Engagement für Israel auf ein Komplott zwischen ehemaligen SS-Leuten und der Hagana zurück.
Kontakt:
Fritz Bauer Institut
Dmitrij Belkin
Grüneburgplatz 1
D-60323 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69.798 322-60
Telefax: +49 (0)69.798 322-41
E-Mail: <link mail ein fenster zum versenden der>d.belkin@fritz-bauer-institut.de
Die internationalen Konferenz »Politisierung der Wissenschaft.
Jüdische, völkische und andere Wissenschaftler an der Universität Frankfurt«
findet vom 27. bis 30. Juni in der Goethe-Universität Frankfurt am Main statt.
Veranstalter
Historisches Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main (Prof. Dr. Dr. h.c. Johannes Fried, Prof. Dr. Moritz Epple, Janus Gudian M.A.) und Fritz Bauer Institut (Prof. Dr. Raphael Gross)
S. E. Botschafter a. D. Avraham »Avi« Primor, ist Direktor des trialateralen Zentrums für Europäische Studien, ein israelisch-palästinensisch-jordanisches Kooperationsprojekt, an der israelischen Privatuniversirät IDC Herzliya in der Nähe von Tel Aviv. Von 1993 bis 1999 war er israelischer Botschafter in Deutschland.
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Janus Gudian
Historisches Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Tel.: 069.798-32426
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Veranstalter
Historisches Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main (Prof. Dr. Dr. h.c. Johannes Fried, Prof. Dr. Moritz Epple, Janus Gudian M.A.) und Fritz Bauer Institut (Prof. Dr. Raphael Gross)
Das Verhältnis von jüdischen Wissenschaftlern und ihren Gegenspielern, etwa deutsch-völkischen Gelehrten in Weimar oder Nutznießern der jüdischen Entlassungen von 1933/34, steht im Fokus dieser Tagung. Inwieweit nahmen politische Überzeugungen Einfluss auf das wissenschaftliche Arbeiten, wie wirkten sich diese unterschiedlichen Vorstellungen auf das Verhältnis der Wissenschaftler zueinander aus und welche neuen, richtungsweisenden Forschungsfragen entstanden in dieser Konstellation? Untersucht werden soll das disparate politische und wissenschaftliche »Miteinander«, das sich gerade in der Frankfurter Universität verdichtete. Wäre etwa Karl Mannheims Auffassung vom Werterelativismus ohne diese spezifische Situation formuliert worden?
Öffentlicher Festvortrag zur Konferenz
Mittwoch, 27. Juni 2012, 18.00 Uhr
Casino-Gebäude am IG Farben-Haus, Raum 823 (Festsaal)
S. E. Botschafter a. D. Avi Primor, Israel
Konferenzprogramm
Eröffnungsvortrag: Prof. Dr. Steven E. Aschheim, Israel
Außerdem sprechen: Prof. Dr. Mitchell Ash zu Max Wertheimer, Prof. Dr. Peter C. Caldwell zu Ernst Forsthoff, Prof. Dr. David Dyzenhaus zu Hermann Heller, Prof. Dr. David Kettler zu Karl Mannheim, Prof. Dr. Emanuel Faye zu Ernst Krieck, Prof. Dr. Jeffrey Herf (Abschlussvortrag), Prof. Dr. Dieter Hoffmann zu Friedrich Dessauer, Prof. Dr. Martin Jay zu Max Horkheimer, Dr. Carsten Kretschmann zu Walter Platzhoff, Prof. Dr. Heinz D. Kurz zu Franz Oppenheimer, Prof. Dr. Robert Lerner zu Ernst Kantorowicz, Prof. Dr. Volker R. Remmert zu Ludwig Bieberbach, Dr. Alexander von Schwerin zu Boris Rajewsky, Prof. Dr. John Stillwell zu Max Wilhelm Dehn, Prof. Dr. Shulamit Volkov zur jüdischen Perspektive, Prof. Dr. Sheila Weiss zu Otmar Freiherr von Verschuer, Prof. Dr. Michael Zank zu Martin Buber, Prof. Dr. Moshe Zimmermann zur völkischen Perspektive.
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Janus Gudian
Historisches Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main
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Leo Baeck Lecture Series 2012: »Jews and Justice«
Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Fritz Bauer Instituts, des Jüdischen Museums Frankfurt am Main und des Leo Baeck Institute London
In diesem Jahr ist das Thema der Leo Baeck Lecture Series »Jews and Justice«. Die Reihe beinhaltet Vorträge über deutsche Rechtstheoretiker, Schriftsteller und über den Zusammenhang von Recht und Religion. Es sollen verschiedene Konzepte von Gerechtigkeit und Recht diskutiert werden, ihre Beziehungen zu realen politischen und historischen Verhältnissen und mögliche rechtliche und politische Konflikte, die daraus hervorgingen.
Die Frage des Gesetzes durchzieht Kafkas gesamtes Werk, doch die Bedeutung des Begriffs bleibt dunkel. Die Schwierigkeit oder gar Unmöglichkeit, zu bestimmen, ob das Gesetz bei Kafka im juridischen, religiösen, literarischen oder ontologischen Sinn verstanden werden soll, eröffnet tiefgreifende Einsichten in die Beziehung zwischen diesen Bereichen. Bedeutende Denker der Moderne – von Gershom Scholem, Walter Benjamin, Theodor W. Adorno und Hannah Arendt bis Jacques Derrida und Giorgio Agamben – beziehen sich auf Kafkas Schreiben über das Gesetz in ihren Überlegungen zu Fragen der Gerechtigkeit. Beachtenswert ist dabei vor allem das Verhältnis von Gesetz und Narration, das mit jüdischen Auffassungen der Interaktion von Halacha und Aggadah korrelieren kann.
Vivian Liska ist Professorin für Neuere Deutsche Literatur und Direktorin des Instituts für Jüdische Studien an der Universität Antwerpen. 2009 veröffentlichte sie die Monografie When Kafka Says We. Uncommon Communities in German Jewish Literature, Indiana University Press, 2011 auf Deutsch unter dem Titel Fremde Gemeinschaft. Deutsch-jüdische Literatur der Moderne im Wallstein Verlag erschienen. Zurzeit arbeitet sie an einem Buch über die jüdische Tradition im modernen Denken und über Kafka in der Philosophie des 20. und 21. Jahrhunderts.
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Begleitprogramm zur Ausstellung im<link http: www.juedischesmuseum.de _blank external-link-new-window externen link in neuem> Jüdischen Museum Frankfurt am Main,
Bild dir dein Volk! Axel Springer und die Juden, 15. März bis 29. Juli 2012.
Veranstaltung der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums Frankfurt e. V.
Die Journalistin Ulrike Holler im Gespräch mit Günter Wallraff über sein Leben als Enthüllungsjournalist, seine Auseinandersetzung mit der Bild-Zeitung, seine Sicht auf Axel Springer und die Juden und seine Arbeit heute.
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Dr. Dmitrij Belkin
Grüneburgplatz 1
D-60323 Frankfurt am Main
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Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
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Im Jahr 1933 beginnt die Autorin und Journalistin Charlotte Beradt, Aufzeichnungen von Träumen im Nationalsozialismus zu sammeln. Ihre Traumsammlung verklammert zwei Zeiten: die dreißiger Jahre, in der die Sammlung entsteht, und die sechziger Jahre, in der sie unter dem Titel Das Dritte Reich des Traums veröffentlicht wird – als Rücksendung an ihren Ursprungsort, von den USA aus, wohin Beradt die Notate verschickt hatte, bevor ihr selbst 1939 die Flucht aus Berlin nach New York glückte. Der Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, wie Beradt die Träume liest, und geht den Spuren des Dialogs mit dem Denken Hannah Arendts nach, mit der Beradt eine langjährige Freundschaft verband.
PD Dr. Birgit Erdle ist Literaturwissenschaftlerin und lehrt als Privatdozentin an der Technischen Universität Berlin. Sie hatte Vertretungs- und Gastprofessuren an den Universitäten Wien, Berlin und Atlanta inne und war Lehrbeauftragte des Leo Baeck Institute London an der University of Sussex. Schwerpunkte ihrer Forschung liegen im Bereich deutsch-jüdischer Literatur- und Ideengeschichte, der Literatur- und Wissenschaftsgeschichte des Traumas, der Kulturtheorie 1800/1900, der Bezüge von Materialität, Gedächtnis und Wissen, und der Nachgeschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust.
Im WS 2011/12 und im SoSe 2012 ist Birgit Erdle <link internal-link internen link im aktuellen>Gastprofessorin zur Erforschung des Holocaust und der deutsch-jüdischen Geschichte am Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main. Ihre Habilitationsschrift Literarische Epistemologie der Zeit. Lektüren zu Kant, Kleist, Heine und Kafka wird 2012 im Wilhelm Fink Verlag in München erscheinen.
Veranstaltet vom Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik und dem Fritz Bauer Institut. Mit freundlicher Unterstützung der Dr. Bodo Sponholz-Stiftung.
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Anne Frank zu Ehren
Am 12. Juni 2012 wäre Anne Frank 83 Jahre alt geworden.
Als sie ermordet wurde, war sie 15 Jahre alt.
Aus Anlass des Geburtstags von Anne Frank liest Lutz van Dijk aus seinem Buch Verdammt starke Liebe. Es ist die Lebensgeschichte von Stefan K., der 16 Jahre alt ist, als er sich während des Krieges in den wenig älteren Willi verliebt. Eine unmögliche Liebe: nicht nur, dass es sich um zwei Männer handelt, sie sind auch politische Feinde. Ein polnischer Junge, der sich in einen deutsch-österreichischen Soldaten verliebt, der jener Armee angehört, die sein Heimatland besetzt. Über Monate können sie ihre Liebe geheim halten, doch dann wird ihnen ein Liebesbrief zum Verhängnis. Die Verfolgung von Homosexuellen in der NS-Zeit, aber auch die Unbedingtheit einer Liebe sind Thema dieses Buches.
Lutz van Dijk hat in einigen Jugendbüchern Biografien von Menschen erzählt, die in der NS-Zeit jung waren. Die persönlichen Geschichten zeigen Fragen auf, öffnen Horizonte, die für die Gegenwart relevant sind: die Suche nach dem eigenen Weg, die Auseinandersetzung mit Ausgrenzung und Rassismus, mit Ressentiments bis hin zur Verfolgung. Als Ko-Direktor der Stiftung HOKISA, die sich für von AIDS betroffene Kinder einsetzt, arbeitet und lebt Lutz van Dijk in Kapstadt, Südafrika.
Eine Kooperation der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank e.V. mit dem Historischen Museum Frankfurt und dem Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt.
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Jugendbegegnungsstätte Anne Frank e.V.
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
Tel.: 069.56000-20
Fax: 069.56000-250
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Vortrag in englischer Sprache
Leo Baeck Lecture Series 2012: »Jews and Justice«
Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Fritz Bauer Instituts, des Jüdischen Museums Frankfurt am Main und des Leo Baeck Institute London
In diesem Jahr ist das Thema der Leo Baeck Lecture Series »Jews and Justice«. Die Reihe beinhaltet Vorträge über deutsche Rechtstheoretiker, Schriftsteller und über den Zusammenhang von Recht und Religion. Es sollen verschiedene Konzepte von Gerechtigkeit und Recht diskutiert werden, ihre Beziehungen zu realen politischen und historischen Verhältnissen und mögliche rechtliche und politische Konflikte, die daraus hervorgingen.
In 1941 the German Jewish lawyer Ernst Fraenkel published his classic account of Nazism, The Dual State: A Contribution to the Theory of Dictatorship. While other politically engaged socialist lawyers fled Nazi Germany in 1933, Fraenkel got out only in September 1938. Fraenkel’s activities from 1933 through 1938 raise questions about the possibilities of scholarly inquiry under Nazi rule and more. While many Jewish lawyers lost their law licenses or struggled to maintain their legal practices, Fraenkel continued to represent clients in political trials. How could he accomplish what he did and still survive? How did his circumstances frame the nature of his thought? The talk will explore Fraenkel’s rare brew of practical activism and theoretical analysis, which tested the boundaries of anti-Nazi defiance.
Prof. Dr. Douglas G. Morris is a legal historian and practicing criminal defense attorney in New York. He is author of Justice Imperiled: The Anti-Nazi Lawyer Max Hirschberg in Weimar Germany, University of Michigan Press, 2005. He received several prizes, e.g. in 1998 the Thurgood Marshall Award from the Association of the Bar of the City of New York for serving »as pro bono counsel to a human being under a sentence of death«.
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Begleitprogramm zur Ausstellung im Jüdischen Museum Frankfurt am Main,
Bild dir dein Volk! Axel Springer und die Juden, 15. März bis 29. Juli 2012.
Das Ausstellungsprojekt ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Fritz Bauer Institut und dem Jüdischen Museum Frankfurt.
Der Vortrag beschäftigt sich mit dem Beitrag der Bild-Zeitung zu den juden- und israelfreundlichen Projekten des Verlegers Axel Springer und zeigt, dass diese Boulevardzeitung trotz ihres zweifelhaften Rufs gerade in den 1960er Jahren Themen aus der deutsch-jüdischen Vergangenheit auf eine Art und Weise präsentiert hat, die den Klischees vom »Revolverblatt« durchaus widerspricht bzw. diese revidiert.
Karl Christian Führer ist außerplanmäßiger Professor am Historischen Seminar der Universität Hamburg. Seine Veröffentlichungen behandeln u.a. die Geschichte der Sozialpolitik, die Medien- und Kulturgeschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. 2008 erschien im Dölling und Galitz Verlag Hamburg die Studie Medienmetropole Hamburg. Mediale Öffentlichkeiten 1930–1960.
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Dr. Dmitrij Belkin
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Telefon: +49 (0)69.798 322-60
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E-Mail: d.belkin(at)fritz-bauer-institut.de
Begleitprogramm zur Ausstellung im<link http: www.juedischesmuseum.de _blank external-link-new-window externen link in neuem> Jüdischen Museum Frankfurt am Main,
Bild dir dein Volk! Axel Springer und die Juden, 15. März bis 29. Juli 2012.
Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Fritz Bauer Institut und dem Jüdischen Museum Frankfurt.
Der Wiederaufbau der deutschen Presse nach 1945 wurde von den Alliierten überwacht. Dabei wurde eine Entnazifizierung der Medien angestrebt. Lizenzen sollen nur an Journalisten ohne NS-Vergangenheit vergeben werden. In den meisten Verlagen besteht das Personal indes aus Journalisten, die in der Propagandapresse des »Dritten Reiches« aktiv waren oder eine SS-Vergangenheit hatten. Auch im Axel Springer Verlag kommt es innerhalb des engen Beraterkreises um den Verleger zu einem Nebeneinander von ehemaligen Nationalsozialisten und zurückgekehrten Juden, darunter Ernst Cramer. Der Vortrag von Dr. Gudrun Kruip geht diesem Phänomen aus der Perspektive der jüdischen Remigranten nach.
Dr. Gudrun Kruip, geb. 1963, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus in Stuttgart. U.A. ist sie Verfasserin einer Monographie zur Geschickte und Ideologie des AS Verlags: Das »Welt«-»Bild« des Axel Springer Verlags. Journalismus zwischen westlichen Werten und deutschen Denktraditionen, Oldenbourg Verlag, München 1999.
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Dr. Dmitrij Belkin
Grüneburgplatz 1
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Telefon: +49 (0)69.798 322-60
Telefax: +49 (0)69.798 322-41
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Zugang über den Universitäts-Parkplatz Fürstenberger Straße
Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
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Fritz Bauer Institut
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Ausstellung des Fritz Bauer Instituts,
präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Hofgeismar.
Samstag, 12. Mai bis Montag, 13. August 2012
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs fanden jüdische Überlebende der NS-Terrorherrschaft im Nachkriegsdeutschland Zuflucht in sogenannten Displaced Persons (DP) Camps. Die Fotoausstellung porträtiert das täglliche Leben und die Arbeit der Selbstverwaltung in dem Lager für jüdische Displaced Persons in Frankfurt-Zeisheim. Der Fotograf Ephraim Robinson lebte selbst als DP in diesem Lager und hielt eindrücklich fest, wie die Menschen ihre Belange in die eigenen Hände nahmen, den Alltag gestalteten, ein »Leben aufs neu« wagten. Als Ephraim Robinson 1958 in den USA verstarb, hinterließ er nicht nur viele hunderte Aufnahmen, sondern auch ein Album, das die Geschichte der jüdischen DPs in exemplarischer Weise erzählt.
... <link internal-link internen link im aktuellen>Informationen zur Ausstellung
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Stadtmuseum Hofgeismar
Petriplatz 2
34369 Hofgeismar
Tel: 05671.4791
Veranstalter
Institut für Zeitgeschichte (Universität Wien), Gesellschaft für politische Aufklärung (Innsbruck und Wien) und Fritz Bauer Institut (Frankfurt am Main); in Kooperation mit der Österreichischen HochschülerInnenschaft (Universität Wien); mit finanzieller Unterstützung der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien und der Kulturabteilung der Stadt Wien.
Konzeption und Organisation
Sybille Steinbacher, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien
Tagungsprogramm (11:00 bis 19:00 Uhr)
Hermann Langbein setzte Maßstäbe: als Überlebender des NS-Terrors, als gesellschaftskritisch intervenierender Historiker und als Akteur in den hitzigen erinnerungspolitischen Konflikten der Nachkriegsjahrzehnte in Österreich und Deutschland. Er überlebte Dachau, Auschwitz und Neuengamme und hatte in den Konzentrationslagern zur Kerngruppe des Widerstands gehört. Nach Kriegsende war der ehemalige Spanienkämpfer Funktionär der KPÖ. Als Generalsekretär des Internationalen Auschwitz-Komitees und später als Sekretär des Comité International des Camps, der Organisation der ehemaligen Häftlinge der nationalsozialistischen Lager, kämpfte er für die Rechte der Überlebenden. Zu einer Zeit, als kaum jemand sich für ihr Leid interessierte und viele Opfergruppen in Vergessenheit gerieten, schrieb Langbein Bücher über seine Erfahrungen in den Terrorstätten des Dritten Reiches. Mit Verve setzte er sich für die Entschädigung der Verfolgten, für die Strafverfolgung von NS-Verbrechern und für die gesellschaftliche sowie (rechts-)politische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus ein. Dabei hatte er sich als Kommunist in der politisch brisanten Atmosphäre des Kalten Krieges stets gegen Angriffe zu wehren.
Dass der Auschwitz-Prozess in Frankfurt am Main 1963 zustande kam, ist wesentlich auf ihn zurückzuführen. Maßgeblich trug er auch dazu bei, dass das gesellschaftliche Bewusstsein für die Verbrechen des Dritten Reiches unter Deutschen wie Österreichern allmählich wuchs und vor allem junge Leute Sensibilität dafür entwickelten. Dafür spielten seine Bücher eine wichtige Rolle, die eine große Öffentlichkeit erreichten und bis heute Standardwerke sind.
Langbein, von der Gedenkstätte Yad Vashem 1967 als »Gerechter unter den Völkern« geehrt, war in den siebziger Jahren einer der Initiatoren, die Überlebende der NS-Zeit als Zeitzeugen in die österreichischen Schulen holten. Gegen die Auschwitz-Leugnung ging er leidenschaftlich vor, bis an sein Lebensende engagierte er sich für die kritische Aufklärung und die politische Bildung junger Leute; er starb mit 83 Jahren im Oktober 1995 in seiner Geburtsstadt Wien.
Hermann Langbein würde im Mai 100 Jahre alt werden. Ziel der Tagung, die zu seinen Ehren aus diesem Anlass veranstaltet wird, ist es, ein Porträt von Langbeins Wirken zu zeichnen, seine Lebensleistung zu würdigen und über die politischen und gesellschaftlichen Widerstände nachzudenken, gegen die er anzukämpfen hatte.
Anmeldung
Emanuel Althuber
Institut für Zeitgeschichte
Universität Wien, Spitalgasse 2-4, 1090 Wien
<link mail ein fenster zum versenden der>sekretariat.steinbacher.zeitgeschichte@univie.ac.at
Vortrag in englischer Sprache
Leo Baeck Lecture Series 2012: »Jews and Justice«
Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Fritz Bauer Instituts, des Jüdischen Museums Frankfurt am Main und des Leo Baeck Institute London
In diesem Jahr ist das Thema der Leo Baeck Lecture Series »Jews and Justice«. Die Reihe beinhaltet Vorträge über deutsche Rechtstheoretiker, Schriftsteller und über den Zusammenhang von Recht und Religion. Es sollen verschiedene Konzepte von Gerechtigkeit und Recht diskutiert werden, ihre Beziehungen zu realen politischen und historischen Verhältnissen und mögliche rechtliche und politische Konflikte, die daraus hervorgingen.
Hermann Cohen, a 19th and early 20th German Idealist philosopher, founded one of the most important schools of Neokantianism. He was also one of the most important modern Jewish thinkers. His special emphasis on the conceptual importance of law and ethical ideals in systematic philosophy is also reflected in the role he assigns them in his Jewish writings, especially in his masterwork The Religion of Reason: Out of the Sources of Judaism. Known as a leading representative of ethical monotheism, Cohen still has much to say to us about how moral vision informs law.
Prof. Dr. Tsvi Blanchard ist orthodoxer Rabbinerund war Professor für Philosophie und Direktor der Ida Crown Jewish Academy in Chicago. Er ist Direktor für Organisationsentwicklung am National Jewish Center for Learning and Leadership (CLAL) und Gastprofessor für jüdisches Recht an der Humboldt Universität Berlin. Gegenwärtig arbeitet Blanchard an rechtswissenschaftlichen und philosophischen Themen in pluralistischen Rechtssystemen – vor allem dem talmudischen Rechtssystem.
Zu seinen Veröffentlichungen zählt der Aufsatz »Law and Redemptive Narrative: Genesis as a Cultural Resource in the 21st Century« (Hebraic Political Studies) sowie ein Kapitel in Why Study Talmud in the 21st Century, Lexington Books 2009. Zudem ist er Co-Autor von Embracing life, facing death: A Jewish Guide to Palliative Care.
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Vortrag in englischer Sprache
Kantorowicz-Lecture in Political Manguage 2012
Veranstalter: Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit dem Fritz Bauer Institut
From Origen and Ambrose, Luther and Shakespeare, Karl Marx and Joseph Goebbels: these and many other thinkers have characterized certain types of political regimes as »Jewish«. What cultural logics made the vocabulary of Judaizing such an enduring way of criticizing politics? This lecture will begin by exploring – through an early Christian, a medieval, and a modern example – how »Judaism« became a meaningful critique of political representation. It will conclude by asking what the durability of this critique can teach us about how we approach the history of ideas and of concepts.
David Nirenberg ist Professor für Mediaval History and Social Thought an der Universität von Chicago.
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Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften
an der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Tel: 069.798-32114
Fax: 069.798-32115
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Ab August 2012 präsentieren das Jüdisches Museum Frankfurt und das Fritz Bauer Institut ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen und Filmen.
Die Ausstellung erzählt in 15 Themeninseln von Paaren, die Hilfe erhielten oder einander beistanden. Sie beleuchtet die Dimensionen solidarischen Verhaltens mit verfolgten Juden: von Freundschaften über riskante Fluchthilfen bis hin zu Rettungswiderstand im Schatten der Massenmorde. Dazu gehören Beispiele geglückter Hilfen wie auch das tragische Scheitern.
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juedischesmuseum.de/museumjudengasse.html
Begleitprogramm zur Ausstellung im<link http: www.juedischesmuseum.de _blank external-link-new-window externen link in neuem> Jüdischen Museum Frankfurt am Main,
Bild dir dein Volk! Axel Springer und die Juden, 15. März bis 29. Juli 2012.
Das Verhältnis zwischen der alten Bundesrepublik und Israel war in der Nachkriegszeit primär durch die Shoah-Erinnerung kodiert. Im restaurativen Klima der Adenauer-Ära der 1950er Jahre manifestierte sich das vornehmlich in der Materialisierung der Sühne durch die Wiedergutmachungsabkommen von 1952. Die 1960er Jahre zeichneten sich durch eine zunehmende Hinterfragung der jüngsten deutschen Vergangenheit aus. Diese wurde durch die linken Intellektuellen zum Topos erhoben. Zugleich zeichnete sich aber auch die Gesinnung dieser Intelligenz durch eine kritische Einstellung zu Israels Politik nach 1967. Axel Springers mediale Praxis stand im Schnittpunkt dieser Koordinaten: Zum einen eine vorbehaltlose Solidarität mit Israel, zum anderen eine damit einhergehende Attacke ebendieser kritischen Intelligenz. Die politische Kultur der BRD wurde weitgehend von diesen Spannungsfeldern geprägt.
Prof. Dr. Moshe Zuckermann ist Soziologe und Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv.
Kontakt:
Fritz Bauer Institut
Dr. Dmitrij Belkin
Grüneburgplatz 1
D-60323 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69.798 322-60
Telefax: +49 (0)69.798 322-41
E-Mail: <link mail ein fenster zum versenden der>d.belkin@fritz-bauer-institut.de
Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit – Migrationsgesellschaft, Konkurrenzen, Bildungsstrategien: Diese Stichworte prägen zunehmend die gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und mit ausgrenzenden Denk- und Deutungsmustern. Vielfach schwankt die Diskussion zwischen Eifer und Orientierungslosigkeit, zwischen eindeutigen Positionen und Differenziertheit.
Antisemitismus ist kein Randgruppen- oder Minderheitenphänomen, sondern funktioniert herkunfts- und schichtenübergreifend. Gleichzeitig bringt die Migrationsgesellschaft mit ihren vielfältigen Identitäts- und Geschichtsbezügen neue Spannungsfelder mit sich. Soweit herrscht Einigkeit – in der Wissenschaft wie in der Bildungspraxis. Wie sich diese Spannungsfelder jedoch konkret gestalten und wo und wie Pädagogik sinnvoll ansetzen kann, wird kontrovers diskutiert.
Die Tagungsreihe »Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft« beleuchtet aktuelle Analysen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente.
Drei thematisch fokussierte Veranstaltungen in Berlin, Frankfurt am Main und Köln bieten ein Forum für Wissenschaft und pädagogische Praxis.
Nachdem die erste Tagung dieser Reihe den »Bildungsraum Lebenswelt« im Fokus hatte, steht jetzt die Frage nach alltagskulturellen Aspekten im Mittelpunkt. Im engen Austausch von Wissenschaft und Bildungspraxis werden wir Schnittstellen von Alltagskulturen und Antisemitismus analysieren und die Potenziale präventiv-pädagogischer Konzepte diskutieren: Was bedeutet Alltagskultur in der Migrationsgesellschaft? Ist Antisemitismus ein prägender Bestandteil? Welche Rolle spielen dabei Medien, Sport, Musik, Geschichtsbezüge und Erinnerungskulturen? Und wie können pädagogische Zugänge aussehen, die unterschiedliche Lebensrealitäten wahr- und ernstnehmen?
Ein Kooperationsprojekt von
Anne Goldenbogen, Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.);
Dr. Martin Salm, Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«;
Dr. Juliane Wetzel, Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin;
Dr. Meron Mendel, Jugendbegegnungsstätte Anne Frank e.V.;
Gottfried Kößler, <link http: www.pz-ffm.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>Pädagogisches Zentrum Frankfurt am Main;
in Zusammenarbeit mit dem Jugendbildungswerk der Stadt Frankfurt am Main
Anmeldeschluss: 15. April 2012
Ein Teilnahmebeitrag wird nicht erhoben. Ein Reisekostenzuschuss kann gewährt werden. Ein begrenztes bezuschusstes Zimmerkontingent ist vorhanden (Übernachtungskosten pro Nacht: EZ € 35,– / DZ € 15,–).
... <link fileadmin downloads _blank download herunterladen der datei>Tagungsprogramm (pdf-Datei)
Anmeldung
Jugendbegegnungsstätte Anne Frank e.V.
Tami Ensinger
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
Tel.: 069.5600020
<link mail ein fenster zum versenden der>TEnsinger@jbs-anne-frank.de
<link http: www.jbs-anne-frank.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.jbs-anne-frank.de
Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin gehört zu den Büchern, die einen anderen Blick auf die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts eröffnen. Für die Jahre 1930 bis 1945 erzählt Timothy Snyder die Massenverbrechen der Sowjetunion und Nazi-Deutschlands, die in dem Territorium zwischen den beiden Regimen – den »Bloodlands« – über 14 Millionen Opfer gekostet haben. Er fragt in neuer Weise nach den Zusammenhängen, Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Hitlers Nationalsozialismus und Stalins Sowjetsystem. Snyder provoziert damit unser Nachdenken über dieses grausamste Kapitel europäischer Geschichte im 20. Jahrhundert.
Timothy Snyder lehrt osteuropäische Geschichte an der Yale University.
Timothy Snyder: Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin
München: C.H.Beck, 2012, 523 S., € 29,95
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Der Vortrag nimmt u. a. drei Romane zum Getto Łódź in den Blick: den kürzlich bei Klett-Cotta erschienenen Roman von Steve Sem-Sandberg Die Elenden von Łódź, das ebenfalls 2011 im Schöffling Verlag herausgegebene Buch Die Fliegenfängerfabrik von Andrzej Bart und den bereits 1983 bei Hoffmann & Campe veröffentlichten Roman Der Judenkönig von Leslie Epstein. Er fragt danach, was Fiktionen im Hinblick auf die Vergangenheit zu leisten vermögen – und das vor dem Hintergrund einer großen und bedeutenden Zeugnisliteratur, wie sie gerade für das Getto Łódź vorliegt.
Sascha Feuchert ist Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Universität Gießen und Honorarprofessor an der Eastern Michigan University. Er ist u. a. Mitherausgeber der fünfbändigen Edition Die Chronik des Gettos Lodz/Litzmannstadt (2007) und der Tagebücher Friedrich Kellners, die 2011 unter dem Titel »Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne« Tagebücher 1939–1945 im Wallstein Verlag erschienen sind. Feuchert ist Mitglied des deutschen P.E.N.-Zentrums.
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