Veranstaltungen und Ausstellungen

Veranstaltungsarchiv

Sa 28
Oktober 2017
14:00

Kolonialismus und Nationalsozialismus

Der Holocaust im Spannungsfeld von Kontinuitäten und Diskontinuitäten der deutschen Geschichte

Vortrag von Prof. Dr. Sybille Steinbacher:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 411

Stand der Holocaust, der oft als einzigartig eingestuft wird, in einer historischen Kontinuitätslinie? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Vortrags, der sich mit einem geschichtswissenschaftlichen Interpretationsansatz befasst, wonach der europäische Kolonialismus ein Vorläufer der NS-Ideologie war und ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt bestand. Das Für und Wider dieser Deutung wird diskutiert.

Prof. Dr. Sybille Steinbacher hat zum 1. Mai 2017 die Direktion des Fritz Bauer Instituts übernommen und ist Inhaberin des neu geschaffenen Lehrstuhls zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Im Anschluss an den Vortrag findet eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Fördervereins des Fritz Bauer Instituts statt (siehe separate Ankündigung).

Veranstalter: Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Kontakt
Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
Manuela Ritzheim
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-39
verein(at)fritz-bauer-institut.de

 


Do 26
Oktober 2017
18:15

Zur Arbeit der Forschungsstelle NS-Pädagogik

Öffentliche Veranstaltung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon
Die Führung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

› Micha Brumlik und MitarbeiterInnen der Forschungsstelle: Zur Arbeit der Forschungsstelle NS-Pädagogik
› Buchvorstellung: Z. Ece Kaya, Kolonialpädagogische Schriften in der NS-Zeit. Zur Geschichte des deutschen Kolonialrassismus in der deutschen Erziehungswissenschaft, Weinheim: Beltz Verlag, 2017
› Buchvorstellung: Micha Brumlik und Benjamin Ortmeyer (Hrsg.), Max Träger – kein Vorbild. Person, Funktion und Handeln im NS-Lehrerbund und die Geschichte der GEW. Mit Beiträgen u.a. von Bernhard Nette/Stefan Romey, Sven Lehmann, Z. Ece Kaya, Aktive der GEW Studis/Junge GEW Hamburg, Weinheim: Beltz Verlag, 2017
› Ausblick

Im Januar 2012 wurde das dreijährige Lern- und Forschungsprojektes der Hans-Böckler-Stiftung
»Theorie und Praxis der Erziehungswissenschaften im Nationalsozialismus« an der Goethe-Universität Frankfurt abgeschlossen. Seit Februar 2012 läuft das von der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) genehmigte Projekt »Rassismus und Antisemitismus in erziehungs-wissenschaftlichen und pädagogischen Zeitschriften 1933–1944/45«. In diesem Kontext wurde im Januar 2012 am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaften die »Forschungsstelle NS-Pädagogik« unter der Leitung von Micha Brumlik und Benjamin Ortmeyer in Zusammenarbeit mit dem Fritz Bauer Institut gegründet.
Die »Forschungsstelle NS-Pädagogik« hat es sich zum Ziel gesetzt, die Verbindung von Forschung und Lehre zu fördern und eine zentrale Sammlung bisheriger Studien und Materialien zum Thema »Erziehungswissenschaft und Pädagogik in der NS-Zeit« aufzubauen. Ausgangspunkt der Arbeit ist die These, dass das Wissen über die NS-Zeit zur Allgemeinbildung gehört und dieses Wissen und die Auseinandersetzung über die NS-Pädagogik fester Bestandteil der Vorbereitung auf den Lehrberuf werden sollen.

Eine Veranstaltung der Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Mit Unterstützung des Fritz Bauer Instituts, des ASTA der Goethe-Universität, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen und des Verlags Beltz Juventa.

Kontakt
Forschungsstelle NS-Pädagogik
apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer
Goethe-Universität Frankfurtz am Main
Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft
Campus Bockenheim / Juridicum, Raum 511
Senckenberganlage 31–33
60325 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798-22091
BOrtmeyer(at)t-online.de
www.uni-frankfurt.de/48927181/Ortmeyer
http://forschungsstelle.wordpress.com

 


Mi 25
Oktober 2017
18:15

Presentation of the Holocaust at the Museum of the Second World War in Gdańsk

Lecture in English by Prof. Dr. Paweł Machcewicz, Warschau:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Vortragsreihe: »Holocaust in europäischen Museen«

Most museums dealing with the time of the Second World War focus either on the military history or exclusively on the extermination of Jews. The Museum of the Second World War in Gdańsk is one of the first attempts to present the overall narrative of all crucial events of the war with the special emphasis on the genocide and terror suffered by civilians. The extermination of the Jews is presented there alongside the fate of other categories of victims. Such a perspective enables to grasp the evolution of the Nazi genocidal policy and to understand how its various elements influenced each other. The current Polish government has criticized the Museum for being »not Polish enough«, »too European« and focusing on the fate of civilians instead of the Polish military history. It also announced the intention to change the exhibition.

Paweł Machcewicz was dismissed from his position as Museum's director two weeks after its opening. Today he is professor at the Polish Academy of Sciences.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Deutschen Polen-Institut, Darmstadt

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de

 


Sa 21
Oktober 2017
15:00

IG Farben-Haus und Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Do 19
Oktober 2017
19:30

Fritz Bauer – Gespräche, Interviews und Reden 1961–1968

Eine Film-Collage mit historischen Fernsehaufnahmen

Wissen, Gespräch, Kultur:

Jüdisches Museum Westfalen
Julius-Ambrunn-Str. 1
46282 Dorsten

Eine Veranstaltung im Begleitprogramm der Ausstellung
Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht
Moderation: Norbert Reichling

Fritz Bauers Name ist eng verbunden mit der Aufarbeitung der NS-Verbrechen und dem Frankfurter Auschwitz-Prozess. Andere Facetten seiner Arbeit sind unbekannter: Er kämpfte auch für eine Humanisierung von Strafrecht und Strafvollzug, äußerte sich über Wirtschaftskriminalität, Geschichtsleugnung, Widerstandsrecht und kulturelle Freiheit. Eine Auswahl von Filmausschnitten bietet einen neuen Zugang zur Person Fritz Bauer und zu seinem Leben als Jurist, jüdischer Intellektueller, Remigrant und Sozialdemokrat.

Fritz Bauer Institut (Hrsg.)
Redaktion: Bettina Schulte Strathaus
Fritz Bauer. Gespräche, Interviews und Reden
aus den Fernseharchiven 1961‒1968

Absolut MEDIEN, Berlin 2014, Dokumente 4017
2 DVDs, 298 Min., PAL, s/w, 4:3, mono, € 19,90
mit 28-seitigem Booklet und umfangreichem DVD-ROM Teil
ISBN: 978-3-8488-4017-5
https://absolutmedien.de/film/4017

Ausstellungszeitraum
Sonntag, 15. Oktober 2017 bis Sonntag 25. Februar 2018
Jüdisches Museum Westfalen, Julius-Ambrunn-Str. 1, 46282 Dorsten
Weitere Ausstellungsorte sind in Vorbereitung.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag, 10.00–12.30 Uhr und 14.00–17.00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage, 14.00–17.00 Uhr
Montags geschlossen
Das Museum ist vom 23. Dezember 2016 bis einschließlich 1. Januar 2017 geschlossen.

Begleitband zur Ausstellung
Fritz Backhaus, Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.)
Fritz Bauer. Der Staatsanwalt.  NS-Verbrechen vor Gericht
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2014,
300 S., zahlr. Abb., € 29,90, ISBN: 978-3-5935-0105-5
Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 32

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Institutes und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck.
Sie wird gefördert durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, die Fazit-Stiftung sowie Christiane und Nicolaus Weickert.
Die Ausstellungspräsentation in Dorsten wird realisiert in Kooperation mit dem Verein für jüdische Geschichte und Religion e.V., Jüdisches Museum Westfalen. Mit freundlicher Unterstützung der Rothschild Foundation Hanadiv Europe und der Ursula Lachnit-Fixson Stiftung.

Weitere Informationen zur Ausstellung
www.fritz-bauer-institut.de/fritz-bauer-ausstellung.html

Kontakt
Jüdisches Museum Westfalen
Julius-Ambrunn-Str. 1, 46282 Dorsten
Tel.: 02362.45279, Fax: 45386
info(at)jmw-dorsten.de
www.jmw-dorsten.de

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Unuiversität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
info(at)fritz-bauer-institut.de

 


Mi 18
Oktober 2017
10:00

Raul Hilberg und die Holocaust-Historiographie

Eine Tagung aus Anlass seines 10. Todestags

Tagung:

bis Freitag, 20. Oktober 2017, 13:00 Uhr
Friedrich-Ebert-Stiftung
Hiroshimastr. 28, Haus 2
10785 Berlin

Eine Tagung des Zentrums für Zeithistorische Forschung, Potsdam, in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut, der Friedrich-Ebert-Stiftung, Referat Public History, Bonn, dem Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts, der S. Fischer Stiftung Berlin, The Carolyn and Leonard Miller Center for Holocaust Studies, University of Vermont, The Jack, Joseph and Morton Mandel Center for Advanced Holocaust Studies, Washington, DC, dem Touro College Berlin und dem Zentrum für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte, München/Berlin

Mit: Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Frankfurt am Main, Prof. Dr. Frank Bajohr, München, Prof. Dr. Norbert Frei, Jena, Dr. Jürgen Matthäus, Washington, Prof. Dr. Saul Friedländer, Los Angeles, Dr. Andrea Löw, München, Prof. Dr. Ulrich Herbert, Freiburg, Prof. em. Dr. Christopher Browning, Chapel Hill, Prof. Dr. Alan Steinweis, Burlington, Prof. Dr. Peter Klein, Berlin, Dr. Christoph Dieckmann, Frankfurt am Main, Dr. Walter Pehle, Dreieich und andere

Raul Hilberg, von 1956 bis 1991 Professor für Politikwissenschaft an der Universität von Vermont, war einer der ersten Wissenschaftler weltweit, die sich kurz nach dem Kriegsende mit dem nationalsozialistischen Genozid an den Juden Europas beschäftigten. Die 1961 von ihm unter dem Titel The Destruction of the European Jews vorgelegte Gesamtdarstellung des Verfolgungs- und Mordprozesses gilt als Meilenstein der Holocaustforschung. Sein späteres Werk Perpetrators, Victims, Bystanders, erschienen 1992, konstituierte zudem eine bis heute diskutierte stilbildende Trias aus Tätern, Opfern und Zuschauern des Holocaust.
Angesichts der Bedeutung von Raul Hilberg ist es überraschend, dass sich die Forschung bislang nur sporadisch mit seinem Leben, seinem Werk und dessen Wirkung befasst hat. Die Tagung soll dies ändern, indem sie nicht nur Stationen seines Lebenswegs vom akademischen Außenseiter zum weltweit anerkannten Doyen der Holocaustforschung, sondern auch seine akademischen und persönlichen Netzwerke sowie die Rezeptionsgeschichte seiner Bücher beleuchtet.

Ziel der Tagung ist es, die Auseinandersetzungen um Hilbergs Thesen in einer Debattengeschichte zu analysieren und sie mit seinen 1996 zuerst bei S. Fischer erschienenen Lebenserinnerungen Unerbetene Erinnerung zu kontrastieren. Gefragt wird darüber hinaus nach der Genese und den Grenzen seines Werks und nach den Impulsen, die er der Holocaustforschung gab und gibt. Von Hilberg ausgehend, werden sich die Beiträge auch den Perspektiven der Holocaustforschung widmen.

Tagungsprogramm
› <link http: zzf-potsdam.de sites default files veranstaltung hilberg_konferenz_programm_18.-20.10.2017.pdf _blank external-link-new-window externen link in neuem>Raul Hilberg und die Holocaust-Historiographie (pdf-Datei)

Konzeption und Anmeldung
Dr. René Schlott
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
Am Neuen Markt 1, 14467 Potsdam
Tel.: 0331.74510-174
<link>schlott@zzf-pdm.de
<link https: zzf-potsdam.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>zzf-potsdam.de



Mo 16
Oktober 2017
18:15

Warum? Eine Geschichte des Holocaust

Vortrag von Prof. Dr. Peter Hayes, Evanston:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Der Campus Verlag schreibt auf dem Klappentext des Buches: Warum geschah der Holocaust, die Ermordung von Millionen jüdischer Menschen während des Nationalsozialismus? Peter Hayes stellt diese Frage ins Zentrum seines neuen Buches. Er spannt den Bogen von den Ursprüngen des Antisemitismus bis hin zur Bestrafung von NS-Verbrechern nach 1945. So gelingt ihm ein kluger und präziser Überblick über die Vernichtung der europäischen Juden. Ein eindrucksvolles Werk, an dem man künftig nicht vorbeikommen wird.

Peter Hayes
ist emeritierter Professor für Geschichte, Deutsch und Holocaust-Studien an der Northwestern University in Illinois.

Peter Hayes, Warum? Eine Geschichte des Holocaust
Aus dem Englischen von Ursel Schäfer
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2017
EAN 9783593507453, 445 S., € 29,95

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
<link>info@fritz-bauer-institut.de



Mo 16
Oktober 2017
10:00

Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht

Mit Dirk Frenking (Hamm) u.a.

Fortbildung im Rahmen der Ausstellung:

Die Veranstaltung endet gegen 17:00 Uhr
Jüdisches Museum Westfalen
Julius-Ambrunn-Str. 1
46282 Dorsten

Teilnahmegebühr
€ 10,– (mit Imbiss)

Fritz Bauer hat den Frankfurter Auschwitz-Prozess auf den Weg gebracht. Er wollte nicht nur einzelne Straftäterinnen und Straftäter vor Gericht stellen, sondern die Aufklärung über den NS-Unrechtsstaat fördern. Bauer selbst wurde im NS-Staat als Sozialdemokrat und Jude ausgegrenzt und verfolgt. Er rettete sich in die Emigration und wurde nach seiner Rückkehr zu einem der bedeutendsten und juristisch einflussreichsten jüdischen Remigranten. Schutz vor staatlicher Gewalt, die NS-Staatsverbrechen und die Rehabilitation der Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 wurden zu wichtigen Anliegen.
Wie können diese Themen in Unterricht und außerschulischer Bildung aufgegriffen werden? Unsere Fortbildung bietet dazu Basis-Informationen, Anregungen und Austausch.

Veranstalter

Jüdisches Museum Westfalen
in Zusammenarbeit mit der GEE/Pädagogische Akademie

Ausstellungszeitraum

Sonntag, 15. Oktober 2017 bis Sonntag 25. Februar 2018
Jüdisches Museum Westfalen, Julius-Ambrunn-Str. 1, 46282 Dorsten
Weitere Ausstellungsorte sind in Vorbereitung.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag, 10.00–12.30 Uhr und 14.00–17.00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage, 14.00–17.00 Uhr
Montags geschlossen
Das Museum ist vom 23. Dezember 2016 bis einschließlich 1. Januar 2017 geschlossen.

Begleitband zur Ausstellung
Fritz Backhaus, Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.)
Fritz Bauer. Der Staatsanwalt.  NS-Verbrechen vor Gericht
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2014,
300 S., zahlr. Abb., € 29,90, ISBN: 978-3-5935-0105-5
<link internal-link internen link im aktuellen>Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 32

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Institutes und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck.
Sie wird gefördert durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, die Fazit-Stiftung sowie Christiane und Nicolaus Weickert.
Die Ausstellungspräsentation in Dorsten wird realisiert in Kooperation mit dem Verein für jüdische Geschichte und Religion e.V., Jüdisches Museum Westfalen. Mit freundlicher Unterstützung der Rothschild Foundation Hanadiv Europe und der Ursula Lachnit-Fixson Stiftung.

Weitere Informationen zur Ausstellung

<link http: www.fritz-bauer-institut.de fritz-bauer-ausstellung.html _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.fritz-bauer-institut.de/fritz-bauer-ausstellung.html

Kontakt
Jüdisches Museum Westfalen
Julius-Ambrunn-Str. 1, 46282 Dorsten
Tel.: 02362.45279, Fax: 45386
<link>info@jmw-dorsten.de
<link http: www.jmw-dorsten.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.jmw-dorsten.de

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Unuiversität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
<link mail ein fenster zum versenden der>info@fritz-bauer-institut.de



So 15
Oktober 2017
11:00

Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht

Mit einer Einführung von Werner Renz (Frankfurt am Main)

Eröffnung der Wanderausstellung:

Jüdisches Museum Westfalen
Julius-Ambrunn-Str. 1
46282 Dorsten

Fritz Bauer hat als Generalstaatsanwalt in Braunschweig und in Hessen, der den Frankfurter Auschwitz-Prozess auf den Weg brachte, bundesrepublikanische Geschichte geschrieben. Die Ausstellung dokumentiert seine Lebensgeschichte im Spiegel der historischen Ereignisse. Als Jude und Homosexueller blieb Fritz Bauer von Ausgrenzung und Verfolgung nicht verschont. Als Sozialdemokrat glaubte er dennoch an den Fortschritt, dann trieben ihn die Nationalsozialisten in die Emigration. Als Jurist und Strafrechtsreformer trat für ihn an die Stelle der Staatsräson um jeden Preis der Schutz der Würde des Einzelnen, gerade auch gegen staatliche Gewalt – ein großer Schritt auf dem Weg zur Demokratie.

Werner Renz
war seit der Gründung des Fritz Bauer Instituts im Jahr 1995 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts und Leiter des Archivs und der Bibliothek. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten Fritz Bauer, die Frankfurter Auschwitz-Prozesse und die Geschichte des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau hat er zahlreiche Publikationen veröffentlicht.

Ausstellungszeitraum

Sonntag, 15. Oktober 2017 bis Sonntag 25. Februar 2018
Jüdisches Museum Westfalen, Julius-Ambrunn-Str. 1, 46282 Dorsten
Weitere Ausstellungsorte sind in Vorbereitung.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag, 10.00–12.30 Uhr und 14.00–17.00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage, 14.00–17.00 Uhr
Montags geschlossen
Das Museum ist vom 23. Dezember 2016 bis einschließlich 1. Januar 2017 geschlossen.

Begleitband zur Ausstellung
Fritz Backhaus, Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.)
Fritz Bauer. Der Staatsanwalt.  NS-Verbrechen vor Gericht
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2014,
300 S., zahlr. Abb., € 29,90, ISBN: 978-3-5935-0105-5
<link internal-link internen link im aktuellen>Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 32

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Institutes und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck.
Sie wird gefördert durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, die Fazit-Stiftung sowie Christiane und Nicolaus Weickert.
Die Ausstellungspräsentation in Dorsten wird realisiert in Kooperation mit dem Verein für jüdische Geschichte und Religion e.V., Jüdisches Museum Westfalen. Mit freundlicher Unterstützung der Rothschild Foundation Hanadiv Europe und der Ursula Lachnit-Fixson Stiftung.

Weitere Informationen zur Ausstellung

<link http: www.fritz-bauer-institut.de fritz-bauer-ausstellung.html _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.fritz-bauer-institut.de/fritz-bauer-ausstellung.html

Kontakt
Jüdisches Museum Westfalen
Julius-Ambrunn-Str. 1, 46282 Dorsten
Tel.: 02362.45279, Fax: 45386
<link>info@jmw-dorsten.de
<link http: www.jmw-dorsten.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.jmw-dorsten.de

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Unuiversität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
<link mail ein fenster zum versenden der>info@fritz-bauer-institut.de



Sa 16
September 2017
15:00

IG Farben-Haus und Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
<link http: www.wollheim-memorial.de>www.wollheim-memorial.de

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
<link mail ein fenster zum versenden der>info@fritz-bauer-institut.de



Mi 13
September 2017
16:30

Authentischer und lebendiger?

Zeitgenössische Aufzeichnungen aus dem »Dritten Reich« – Grenzen und Potenziale

Vortrag von Dr. Markus Roth, Gießen:

Tagungshaus der Evangelischen Akademie Frankfurt
Römerberg 9
Frankfurt am Main

Moderation: Dr. Thorsten Latzel, Direktor der Evangelische Akademie Frankfurt und Dr. Jörg Osterloh, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts

Tagebücher, Selbstzeugnisse und zeitgenössische Aufzeichnungen von Verfolgten, Zuschauern und NS-Tätern haben in den letzten Jahren auf dem Buchmarkt und in der Forschung einen Boom erlebt. Nachdem die Fachwissenschaft sie lange als besonders kritisch zu bewertende Quellen angesehen hat, verspricht man sich heute in der Darstellung des NS-Regimes viel von ihnen. Mit ihrer Hilfe könne man, so die verbreitete Meinung und Hoffnung, näher an das historische Geschehen heranrücken. Der Blick des Zeitgenossen sei authentischer und frischer als der des Zeitzeugen. Markus Roth, der selbst solche Texte ediert hat, geht in seinem Vortrag dem Potenzial und den Grenzen dieser Quellengattung anhand unterschiedlicher Beispiele nach.

Markus Roth
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und stellvertretender Leiter der Arbeitsstelle für Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen.

› <link fileadmin downloads _blank download herunterladen der datei>Veranstaltungsflyer (pdf-Datei)

Anmeldung
Ihre Anmeldung bis 11. September erleichtert uns die organisatorische Planung:
Evangelische Akademie Frankfurt
Karin Weintz
Tel.: 069.1741526-11
<link>weintz@evangelische-akademie.de
<link http: www.evangelische-akademie.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.evangelische-akademie.de
Der Eintritt ist frei.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
<link>info@fritz-bauer-institut.de



Mo 04
September 2017
18:15

Unbewältigte Vergangenheit

Die »Arisierung« jüdischer Immobilien durch die Stadt Frankfurt am Beispiel der Villa Kennedy

Vortrag von Dieter Wesp, Frankfurt am Main:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Eine Veranstaltung des <link internal-link internen link im aktuellen>Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V.

Am Beispiel des Hotels »Villa Kennedy« zeigt Dieter Wesp, wie die »Arisierung« jüdischer Immobilien durch die Stadt Frankfurt vonstattenging und welche Rolle die städtischen Akteure dabei spielten. Die Rüstungsforschung in diesem Gebäude, die nur symbolische Entschädigung der früheren Eigentümer und die lukrative Privatisierung des Anwesens sind bis heute kaum bekannt. Das ehemalige Wohnhaus der Familie Beit von Speyer ist nur eine von 170 Immobilien, die die Stadt Frankfurt in ihren Besitz brachte. Dieser Komplex ist bis heute nicht systematisch erforscht worden. Der reich bebilderte Vortrag verfolgt die wechselvolle Geschichte des Hauses und deckt die Lücken in der Stadtgeschichte auf.

Dieter Wesp ist Stadthistoriker und Mitglied des Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
<link mail ein fenster zum versenden der>



So 20
August 2017
13:30

Der Börneplatz-Konflikt 1987 revisited – 30 Jahre danach

Symposium mit Prof. Dr. Micha Brumlik, Joseph Cronin, Dr. Tobias Freimüller, Nikolaus Hirsch und Cilly Kugelmann:

Veranstaltungsende gegen 19.00 Uhr
Museum Judengasse, Battonnstraße 47
Frankfurt am Main
Eintritt frei

Symposium des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt

Die archäologischen Funde am Frankfurter Börneplatz lösten 1987 eine Auseinandersetzung aus, in der erstmals in der Bundesrepublik heftig darum gestritten wurde, wie nach dem Holocaust mit Zeugnissen jüdischer Geschichte umzugehen sei. Es ging um die Deutung der Ruinen des ersten jüdischen Ghettos in Europa: Waren sie eher Zeugnisse eines Schutzraumes für die Juden oder ihrer Ausgrenzung? Sollte – nach dem Höhepunkt des Historikerstreits – Geschichte im Museum »entsorgt« werden? Führte ein direkter Weg von den frühneuzeitlichen zu den nationalsozialistischen Ghettos?
Nach dem Streit um das Fassbinder-Stück »Der Müll, die Stadt und der Tod« zwei Jahre zuvor wurde im Börneplatz-Konflikt aber auch die Frage virulent, ob sich im Umgang mit den archäologischen Funden antisemitische Ressentiments zeigten.
Die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde reagierten unterschiedlich auf die Debatte. Viele der älteren, die aus Osteuropa stammten, konnten sich mit der alten Frankfurter Gemeinde nicht so sehr identifizieren, dass sie für den Erhalt der Reste der Judengasse eintreten wollten. Für jüngere ermöglichte der Konflikt dagegen die Entdeckung einer bis dahin vergessenen Vergangenheit. Wieder andere sahen im Einsatz für den Erhalt der Ruinen eine problematische Identifizierung mit der deutschen und der Frankfurter Geschichte, die sie nicht teilen konnten.
Das Symposium wird neue Perspektiven auf diese Fragen eröffnen und den Börneplatz-Konflikt historisch kontextualisieren. Es wird von einer ganztägigen Aktion im Museum Judengasse begleitet, die die Erinnerungen an das Geschehen einsammeln und für zukünftige Generationen bewahren will.

Aufruf: Teilen Sie Ihre Erinnerungen!
Haben Sie persönliche Erinnerungen an den des Börneplatz-Konflikt oder gar Fotos, Dokumente, Transparente und Flyer von damals? Ihre Geschichte ist die Vorgeschichte des Jüdischen Museums! Die Museumskuratorinnen und Kuratoren sowie der ARD-Hörfunkjournalist Jochanan Shelliem werden den ganzen Tag vor Ort sein, um sich mit Ihnen zu unterhalten, Ihre materiellen Erinnerungen einzusammeln und Ihre Geschichten aufzuzeichnen.

Programm
› 13.30 Uhr, Begrüßung:
Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main
Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts
Einführung: Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt
› 14.00 Uhr, Vortrag von Dr. Tobias Freimüller:
Renationalisierung des Geschichtsbildes? Wie hängt der Börneplatz-Konflikt mit dem Historikerstreit und der Gründung des Deutschen Historischen Museums zusammen?
Dr. Tobias Freimüller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts.
› 14.45 Uhr, Vortrag von Cilly Kugelmann:
»Offene Wunde« oder »Museum«: Wird Geschichte durch Musealisierung »entsorgt«?
Cilly Kugelmann war bis Januar 2017 Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin.
› 15.30 Uhr, Kaffeepause
› 16.00 Uhr, Vortrag von Joseph Cronin:
Die jüdische Gemeinde bezieht Stellung: Was unterscheidet Fassbinderstreit und Börneplatz-Konflikt?
Joseph Cronin ist PhD candidate an der Queen Mary University of London und am Leo Baeck Institute in London.
› 16.45 Uhr, Vortrag von Prof. Dr. Nikolaus Hirsch:
Vom Frankfurter Ghetto zum Holocaust: Ein Denkmal als Geschichtsdeutung?
Prof. Dr. Nikolaus Hirsch ist Kurator und Architekt und war bis 2013 Rektor an der Städelschule Frankfurt am Main.
› 17.30 Uhr, Im Gespräch:
Prof. Dr. Salomon Korn und Prof. Dr. Micha Brumlik; Moderation: Fritz Backhaus
Prof. Dr. Salomon Korn ist Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main.
Prof. Dr. Micha Brumlik ist Senior Advisor am Zentrum für Jüdische Studien in Berlin/Brandenburg.
Fritz Backhaus ist stellvertretender Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt.

Veranstaltungsprogramm
› <link fileadmin downloads _top download herunterladen der datei>Programmflyer (pdf-Datei)

Kontakt
Museum Judengasse
Battonnstr. 47
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069.212-70790
<link http: www.museumjudengasse.de>www.museumjudengasse.de

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
<link>info@fritz-bauer-institut.de



Sa 19
August 2017
15:00

IG Farben-Haus und Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
<link http: www.wollheim-memorial.de>www.wollheim-memorial.de

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
<link mail ein fenster zum versenden der>info@fritz-bauer-institut.de



Sa 19
August 2017
14:00

Die Grauen Busse

Zum Gedenken an die Opfer der »Euthanasie«-Verbrechen im Nationalsozialismus

Ankunft des mobilen Denkmals

Rathenauplatz
Frankfurt am Main

Eröffnung durch Stadtrat Stefan Majer und Stadträtin Dr. Ina Hartwig,
in Anwesenheit der Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz.

Denkmalsinstallation vom 19. August 2017 bis Mai 2018

mit umfangreichem Begleitprogramm

Das mobile »Denkmal der Grauen Busse« ist ein Mahnmal in Bewegung. Nach Berlin, Köln, München und 16 weiterer Städte wird es vom 19. August 2017 bis in den Mai 2018 auf dem Frankfurter Rathenauplatz zu sehen sein, im Gedanken an die Opfer der sogenannten »Euthanasie – Aktion T4«. Mit einer umfangreichen Veranstaltungsreihe über die medizin-historischen Ereignisse und die nationalsozialistische Ideologie von »unwertem« Leben wird an den organisierten Massenmord erinnert. Neben drei ergänzenden Ausstellungen werden Exkursionen, Workshops, Führungen, Theater- und Filmvorführungen, Vorträge, Lesungen und Diskussionsveranstaltungen die Ausstellung begleiten.
Weitere Informationen zum mobilen Denkmal und zum Begleitprogramm:
http://die-grauen-busse-frankfurt.de

Das »Denkmal der Grauen Busse« wurde 2005 von den Künstlern Horst Hoheisel und Andreas Knitz initiiert und entworfen. Mit dem in Originalgröße aus Beton gegossenen Bus erinnern die Künstler nicht nur an die Opfer, sondern sie suchen mit der Nachbildung des Tatwerkzeugs auch die Auseinandersetzung mit den Tätern. Mit grauer Tarnfarbe gestrichene ehemalige Postbusse brachten psychisch kranke oder geistig behinderte Kinder und Erwachsene zwischen 1940 und 1941 zu sechs Tötungsanstalten in Deutschland, in denen sie ermordet wurden. Eine davon war Hadamar in Mittelhessen.
Weitere Informationen auf der Website des mobilen Denkmals:
www.dasdenkmaldergrauenbusse.de

Veranstalter
Amt für multikulturelle Angelegenheiten Frankfurt am Main | Dezernat Kultur und Wissenschaft Stadt Frankfurt am Main | Dezernat Personal & Gesundheit Stadt Frankfurt am Main | Fritz Bauer Institut zur Geschichte und Wirkung des Holocaust | Gesundheitsamt Frankfurt am Main | Haus am Dom, Katholische Akademie Rabanus Maurus | Institut für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster Frankfurt am Main | Kulturamt Frankfurt am Main | Psychiatriewoche Frankfurt am Main | Stadtbücherei Frankfurt am Main

Förderer und Kooperationspartner
ABG Frankfurt Holding | Amt für Straßenbau und Erschließung Frankfurt am Main | Atelier Goldstein | Evangelische Akademie Frankfurt | Evangelische Kirche Frankfurt am Main | FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH | Filmforum Höchst | Feuerwehr Frankfurt am Main | Förderverein Roma e.V. | Frankfurter Werkgemeinschaft e.V. | Gegen Vergessen für Demokratie e.V. | Historische Straßenbahn der Stadt Frankfurt am Main | Staatliches Schulamt Frankfurt am Main | Straßenverkehrsamt Frankfurt am Main | VGF Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main | Volkshochschule Frankfurt am Main | Zentrum für Psychische Gesundheit

Dazu ist erschienen
Thomas Müller, Paul-Otto Schmidt-Michel, Franz Schwarzbauer (Hrsg.):
Vergangen? Spurensuche und  Erinnerungsarbeit – Das Denkmal der Grauen Busse
Zwiefalten, Verlag Psychiatrie und Geschichte, 2017, 276 S., € 15,90
ISBN 978-3-931200-25-1
www.forschung-bw.de/VersFHist/VerlagPsychGesch/buecher/GrauerBus_2017_Inhalt.pdf

Kontakt
Stadt Frankfurt am Main
Gesundheitsamt
Breite Gasse 28
60313 Frankfurt am Main
www.gesundheitsamt.stadt-frankfurt.de



Mi 26
Juli 2017
18:15

Anti-Judaism Past and Present

Vortrag von Prof. David Nirenberg:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Theodor-W.-Adorno-Platz
Hörsaalzentrum, Raum HZ 8

Veranstalter: Martin Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut, dem Graduiertenkolleg »Theologie als Wissenschaft« und dem LOEWE-Forschungsschwerpunkt »Religiöse Positionierung«

Anti-Judaismus gilt als eine irrationale Abweichung vom westlichen Denkweg hin zu Freiheit, Toleranz und Fortschritt. David Nirenberg hat in seinem Buch Anti-Judaismus: Eine andere Geschichte des westlichen Denkens (2015) demgegenüber anhand zahlreicher – oft erschreckender – Belege von der Antike bis heute gezeigt, dass die Distanzierung vom Judentum zum Kern des westlichen Denkens und Weltbilds gehört. Für die frühen Christen und Muslime waren die Juden Feinde der von Jesus oder Mohammed verkündeten Wahrheit. Spanische Inquisitoren strebten ebenso wie protestantische Reformatoren danach, ein heimliches Judentum aufzudecken und zu zerstören, von dem sie die Christenheit bedroht sahen. Die Aufklärung räumte mit diesem Feindbild keineswegs auf. Voltaire bekämpfte in Gestalt der Juden den Aberglauben, Kant die selbstverschuldete Unmündigkeit und Marx das Privateigentum. Die Gegner mit Juden zu identifizieren hat auch ohne reale Juden funktioniert. Aber immer wieder waren Juden (und nicht nur sie) reale Opfer eines Anti-Judaismus, der die Geschichte des Westens wie ein roter Faden durchzieht.

Prof. David Nirenberg ist seit 2006 Professor für Mittelalterliche Geschichte an der University of Chicago und gehört dem Committee on Social Thought an. Nirenberg arbeitet zur Geschichte religiöser Traditionen in Europa und schreibt regelmäßig für The Nation, The New Republic und London Review of Books. 2016 wurde er zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt, 2017 wurde ihm der Historikerpreis der Stadt Münster verliehen. Zu seinen zahlreichen Publikationen zählen Bücher wie Communities of Violence: Persecution of Minorities in the Middle Ages (Princeton 1996); Wie jüdisch war das Spanien des Mittelalters? Die Perspektive der Literatur (Trier 2005); Judaismus als Politischer Begriff. Historische Geisteswissenschaften (Göttingen 2013); »Jüdisch« als politisches Konzept: Eine Kritik der politischen Theologie (Göttingen 2013); Neighboring Faiths: Christianity, Islam, and Judaism in the Middle Ages and Today (Chicago  2014); Aesthetic Theology and its Enemies: Judaism in Christian Painting, Poetry, and Politics (Waltham, MA 2015).

Kontakt
Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie
Dr. Grażyna Jurewicz
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fachbereich 06, IG Farben-Haus
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 32032 
<link>Jurewicz@em.uni-frankfurt.de



Mi 19
Juli 2017
18:15

Fritz Bauer – Sein Leben, sein Denken, sein Wirken

Vortrag von Dr. Hans-Ulrich Wagner, Hamburg: Fritz Bauer und das Radio. Zum Kontext der jetzt ediert

Einführung von Dr. David Johst, Berlin, mit Hörbeispielen aus der CD:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Theodor-W.-Adorno-Platz 1
Hörsaalzentrum, Raum HZ 13

Bis in die 1960er Jahre gehörte das Radio zu den wichtigsten Informationsquellen. Fritz Bauer nutzte dieses Medium in vielfältiger Weise. Er stellte sich nicht nur als Gesprächspartner zur Verfügung, sondern konzipierte selbst Sendungen und wirkte in einigen Fällen sogar als Redakteur mit. Nur sehr wenige dieser Rundfunkbeiträge sind bisher überhaupt bekannt, viele kaum zugänglich. Aus insgesamt 30 recherchierten Features wurden 14 ausgewählt und (zum Teil ausschnittweise) in einem Hörbuch zusammengestellt. Sie decken Themen ab wie die juristische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen und Bauers Vorstellung von einem modernen Strafrecht, zudem liefern sie Beiträge zu seiner Biographie und seinen persönlichen Erfahrungen.
Die an diesem Abend der Öffentlichkeit vorgestellte CD-Edition Fritz Bauer – Sein Leben, sein Denken, sein Wirken versammelt 14 von insgesamt 30 nachweisbaren Sendungen, in denen Fritz Bauer das akustische Medium nutzte. Das Referat schildert den Kontext dieser Hörfunk-Aufnahmen und fragt nach der Rolle, die das Radio in der Medienlandschaft der jungen Bundesrepublik Deutschland im Übergang von den 1950er zu den 1960er Jahren spielte: Wie nutzte Fritz Bauer den Hörfunk und welche zusätzliche Ebene des Wirkens von Fritz Bauer erschließt sich, wenn man das akustische Medium einbezieht?

Dr. David Johst
ist freier wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut.

Dr. Hans-Ulrich Wagner
ist Senior Researcher am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg und Leiter der Forschungsstelle Mediengeschichte an der Universität Hamburg.

David Johst (Hrsg.)
im Auftrag des Fritz Bauer Instituts
Fritz Bauer Sein Leben, sein Denken, sein Wirken
Tondokumente mit Originaltönen von Fritz Bauer,
kommentiert und eingeleitet von Burghart Klaußner.
Berlin: Der Audio Verlag, 2017
4 CDs, 306 Min., mit umfangreichem Booklet, € 19,99
ISBN: 978-3-86231-994-7

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
<link>info@fritz-bauer-institut.de



Sa 15
Juli 2017
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
<link http: www.wollheim-memorial.de>www.wollheim-memorial.de

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
<link mail ein fenster zum versenden der>info@fritz-bauer-institut.de



Mi 12
Juli 2017
18:15

»Weil ich nun mal ein Gerechtigkeitsfanatiker bin«

Der Fall des SS-Richters Konrad Morgen

Vortrag von Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer, Wien:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Im Oktober 1943 sprach Heinrich Himmler vom »moralischen Recht«, das Volk der Juden »umzubringen«. »Wir haben aber nicht das Recht«, fuhr er fort, »uns auch nur mit einem Pelz, einer Uhr, mit einer Mark oder mit einer Zigarette oder sonst etwas zu bereichern«. Tatsächlich hatte Himmler 1939 eine SS-Gerichtsbarkeit geschaffen, die über die »Moral« und die Einhaltung des »Ehrenkodex« der Organisation wachen sollte.
Ein solcher SS-Richter war Konrad Morgen (1909–1982). Er ermittelte gegen hochrangige Nationalsozialisten, unter anderem gegen Adolf Eichmann, dem er vorwarf, Juwelen unterschlagen zu haben. Sich selbst bezeichnete Morgen als »Gerechtigkeitsfanatiker«. Die Biographie dieses ambivalenten Charakters ist zugleich eine Studie in moralischer Komplexität und verdeutlicht die strukturelle Pervertierung von Recht und Moral im »Dritten Reich«.

Herlinde Pauer-Studer i
st Professorin für Praktische Philosophie an der Universität Wien.

Herlinde Pauer-Studer, J. David Velleman
»Weil ich nun mal ein Gerechtigkeitsfanatiker bin«
Der Fall des SS-Richters Konrad Morgen

Berlin: Suhrkamp Verlag, 2017, 349 S., € 26,–
ISBN: 978-3-518-42599-2

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
<link>info@fritz-bauer-institut.de



Mi 05
Juli 2017
18:15

Orte der Shoah in Polen

Gedenkstätten zwischen Mahnmal und Museum

Buchvorstellung mit Dr. Jörg Ganzenmüller und Dr. Raphael Utz, beide Jena:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Eine Vielzahl von polnischen Gedenkstätten erinnert an die Ermordung der europäischen Juden während der deutschen Besatzung. Ausgewählte Orte werden in diesem Band vorgestellt und diskutiert: Chełmno, Bełżec, Sobibór, Treblinka, Majdanek, Płaszów und Auschwitz repräsentieren verschiedene Phasen, Formen und Bedingungen der Shoah und haben zudem eine individuelle Nachgeschichte.
Der Band, der aus einer Exkursion mit Studierenden hervorging, vermittelt einen Überblick über die Geschichte dieser Gedenkstätten und untersucht die Wechselbeziehung zwischen den historischen Ereignissen und der Gestaltung der Orte von 1943 bis heute. Ergänzt wird die Auseinandersetzung mit ihnen durch übergreifende Texte, die unter anderem nach der Rolle der Fotografie in Ausstellungen, der Problematik des sprachlichen Umgangs mit der Shoah und der Würde von Opfern und Besuchern in den Gestaltungskonzepten fragen.

PD Dr. Jörg Ganzenmüller ist Osteuropahistoriker und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Ettersberg in Weimar. Er lehrt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Dr. Raphael Utz
ist Osteuropahistoriker und Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Imre Kertész Kollegs  »Europas Osten im 20. Jahrhundert« an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Jörg Ganzenmüller und Raphael Utz (Hrsg.)
Orte der Shoah in Polen.
Gedenkstätten zwischen Mahnmal und Museum

Köln: Böhlau Verlag, 2016, 358 S., 43 s/w-Abb., € 35,–
ISBN: 978-3-412-50316-1

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
<link>info@fritz-bauer-institut.de



Mi 28
Juni 2017
18:15

»Der magische Geruch(ssinn) des Wilden«

Kolonialismus und Legalismus in der Entstehung der modernen Welt

Vortrag von Devin O. Pendas, Ph.D., Boston/Frankfurt am Main

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Theodor-W.-Adorno-Platz 1
Hörsaalzentrum, Raum HZ 10

Veranstaltung im Rahmen der Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung

Die moderne Welt wurde in mehr als einer Hinsicht von »großen Mächten« geschaffen – durch den Imperialismus im 19., den Kalten Krieg und die amerikanische Hegemonie im 20. Jahrhundert. Es ist auffallend, wie sehr sich diese Machtbeziehungen im internationalen Recht niedergeschlagen haben, insbesondere in Regeln, die dafür gedacht waren, Kriege und Massengewalt zu regulieren und zu limitieren. Was sind die intellektuellen und politischen Ursprünge für die Anstrengungen, Massengewalt durch internationales Recht zu regulieren? Warum haben machtvolle Staaten sich dafür eingesetzt, den Gebrauch ihrer eigenen Kraft einzuschränken? Wie sahen diese Beschränkungen aus? Haben die Regularien dieses Legalismus tatsächlich die Gewalt begrenzen können, oder legitimieren sie vielmehr bestimmte Formen von Gewalt, um andere einzudämmen? Die Antworten auf diese Fragen sind komplex und erlauben es nicht, eine einfache Geschichte von moralischem Fortschritt und zynischem Machtmissbrauch zu erzählen. Der Vortrag wird diese Variablen umreißen und versuchen, die Verbreitung des internationalen Rechts im 19. und 20. Jahrhundert zu erklären. Dabei soll auch die Analyse der unterschiedlichen Weltordnungen in den letzten 200 Jahren in den Blick genommen werden.

Devin O. Pendas, Ph.D. ist Associate Professor für Geschichte am Department of History, Boston College, Chestnut Hill, Massachusetts in den USA. Seine Forschungsschwerpunkte sind deutsche Geschichte, Rechtsgeschichte und die Geschichte von Kriegen und Völkermord. In zahlreichen Publikationen hat er sich mit den Prozessen gegen NS-Täter und der juristischen Aufarbeitung von Massenverbrechen auseinandergesetzt.
Im Sommersemester 2017 hat Pendas die Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung am Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main inne.

Veröffentlichung
Devin O. Pendas, Der Auschwitz-Prozess: Völkermord vor Gericht
Aus dem Englischen von Klaus Binder (Original: The Frankfurt Auschwitz Trial, 1963–1965: Genocide, History, and the Limits of the Law, Cambridge University Press, 2006), München: Siedler Verlag, 2013

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


 


Mi 21
Juni 2017
18:15

Der Prozess – ein Film von Eberhard Fechner

Eine Darstellung des Majdanek-Verfahrens in Düsseldorf

Filmausschnitte und Diskussion

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Einführung von Lisa Eiling, Gießen
Kommentar von Dr. Katharina Stengel, Frankfurt am Main/Leipzig

Das Verfahren gegen Personal des Konzentrationslagers Maj-danek wurde von 1975 bis 1981 vor dem Landgericht Düsseldorf durchgeführt. Es gilt als das längste Strafverfahren in der Justizgeschichte der BRD. Aus 70 Interviews mit Richtern und Angeklagten, Opfern und Zeugen, aus Dokumentarfilmen und Fotos, Prozessberichten und Akten stellte Eberhard Fechner eine dreiteilige, circa 270-minütige Dokumentation zusammen. Mehr als acht Jahre arbeitete er an dem Film, der 1984 im NDR ausgestrahlt wurde. Danach verschwand das Werk in den Archiven. Erst 2016 erschien bei absolut MEDIEN eine DVD-Edition.

Lisa Eiling ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe »Geschichte und Theorie des globalen Kapitalismus« an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Dr. Katharina Stengel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


 


Mo 19
Juni 2017
18:00

Vom Recht auf Widerstand

Ein Widerspruch von Bundesrichter Prof. Dr. Thomas Fischer:

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2
01099 Dresden

Begleitveranstaltung zur Ausstellung
»Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht«
Eine Veranstaltung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr – Forum Museum in Kooperation mit der Wochenzeitung DIE ZEIT
Moderation: Martin Machowecz (Redakteur ZEIT im Osten)

Zunehmend fordern rechtspopulistische Kräfte wie Mitglieder der AfD und Mitmarschierer von Pegida ein Widerstandsrecht gegen »die Herrschenden«. Sie beziehen sich ausgesprochen oder unausgesprochen auf das Urteil in einem Prozess aus dem Jahre 1952, dem sogenannten Remer-Prozess. In dessen Begründung wurden die Hitler-Attentäter des 20. Juli 1944 posthum als Widerstandskämpfer gegen einen Unrechtsstaat rehabilitiert.

Prof. Dr. Thomas Fischer, Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof und bekannt für seine scharfsinnigen Rechtskolumnen, beleuchtet in seinem Widerspruch die scheinbaren Parallelen zwischen Rechtspopulisten und Hitlerattentätern, zwischen Diktatur und Großer Koalition. Anschließend stellt er sich den Fragen und Anmerkungen des Publikums.

»Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht«
Eine Ausstellung des Fritz Bauer Institutes und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main. Die Ausstellungspräsentation in Dresden wird realisiert in Kooperation mit dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr, dem Münchner-Platz-Komitee e.V. und der Gedenkstätte Münchner Platz Dresden.

Ausstellungszeitraum

Freitag, 10. März bis Dienstag, 27. Juni 2017
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden
Eintritt frei

Öffnungszeiten
Montag: 10.00–21.00 Uhr
Dienstag und Donnerstag bis Sonntag: 10.00–18.00 Uhr
Mittwoch: geschlossen

Anmeldung zu Gruppenführungen
Claudia Rose
<link>mhmfuehrungen@bundeswehr.org

Begleitband zur Ausstellung

Fritz Backhaus, Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.)
Fritz Bauer. Der Staatsanwalt.  NS-Verbrechen vor Gericht
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2014,
300 S., zahlr. Abb., € 29,90, ISBN: 978-3-5935-0105-5
<link internal-link internen link im aktuellen>Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 32

Weitere Informationen zur Ausstellung
<link http: www.fritz-bauer-institut.de fritz-bauer-ausstellung.html _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.fritz-bauer-institut.de/fritz-bauer-ausstellung.html

Kontakt
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2
01099 Dresden
Tel.: 0351.82328-03, Fax: -05
<link>mhmeingang@bundeswehr.org
<link https: www.mhmbw.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.mhmbw.de



Mo 19
Juni 2017
12:00

8. Tagung der Reihe »Blickwinkel

Rechtspopulismus und Judenfeindschaft, Kontinuitäten – Brüche – Herausforderungen

Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft«

bis Dienstag, 20. Juni 2017, 16:00 Uhr
Evangelische Akademie Frankfurt
Römerberg 9, Frankfurt am Main






Tagungsreihe »Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft«
Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit – Migrationsgesellschaft, Konkurrenzen, Bildungsstrategien: Diese Stichworte prägen zunehmend die gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und mit ausgrenzenden Denk- sowie Deutungsmustern. Vielfach schwankt die Diskussion zwischen Eifer und Orientierungslosigkeit, zwischen eindeutigen Positionen und Differenziertheit.
Die Tagungsreihe »Blickwinkel« beleuchtet aktuelle Analysen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente. Dazu ermöglichen die VeranstalterInnen einen verstetigten Austausch und Vernetzung für Wissenschaft und pädagogische Praxis. Die Tagungsreihe »Blickwinkel« wurde 2011 (noch unter dem Titel »Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft«) initiiert und läuft bis 2019.

Die achte Blickwinkel-Tagung
Die Zunahme von Rechtspopulismus und Nationalchauvinismus in Deutschland, Europa und den USA stellt die antisemitismuskritische Bildungsarbeit vor neue Herausforderungen. Das Wüten gegen eine imaginierte »Überfremdung« des eigenen »Volkes« durch Migranten verdeckt das antisemitische Ressentiment, das sich über Umwege Ausdruck verschafft. So ist in der Rede von der »Lügenpresse« das Stereotyp jüdisch kontrollierter Medien und in der »Kritik der Zinsgeldknechtschaft« das antisemitische Bild des jüdischen Wucherers unschwer zu erkennen. Die Vorstellung einer orchestrierten Einwanderung von Flüchtlingen schließt zudem an das alte Phantasma an, die Juden würden den Nationalstaat untergraben.
Die Bilder, derer man sich bedient, verraten ihre antisemitische Abkunft nicht offen, sondern  bringen verkappt  die Sorge um den Verlust »völkischer und nationaler Selbstbestimmung« zum Ausdruck – eine Angst, die mit der Wahl Trumps international Anerkennung zu finden droht und den Begriff »völkisch« salonfähig machen will. Nicht selten wird dabei in vorauseilender Schuldabwehr die Nähe zu Juden bemüht, wobei der historische Antijudaismus jedoch ignoriert wird.
Die Tagung widmet sich der Frage, wie antisemitismuskritische Bildung auf das Erstarken rechtspopulistischer Einstellungen in der »Mitte der Gesellschaft« reagieren kann. Dazu laden wir Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, Pädagogen und Pädagoginnen, Akteure und Akteurinnen aus Stadtteilarbeit, Mediation, Beratung und Bildungsarbeit herzlich ein.

Anmeldeschluss: Dienstag, 23. Mai 2017
Anmeldung unter: www.bs-anne-frank.de/blickwinkel

Tagungsprogramm 2017
Tagungsflyer (pdf-Datei)
Tagungsflyer in Einzelseiten (pdf-Datei)

Veranstalter
Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main
Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«
Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin
Pädagogisches Zentrum Frankfurt am Main
mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt

Die bisherigen Tagungsthemen der »Blickwinkel«-Reihe
»Bildungsraum Lebenswelt«, Berlin, 26./27. Oktober 2011
»Bildungsansatz Alltagskultur«, Frankfurt am Main, 3./4. Mai 2012
»Bildungszugang Gender«, Köln, 29./30. Oktober 2012
»Kontext Nahostkonflikt«, Nürnberg, 9./10. September 2013
»Antisemitismus und Rassismus – Verflechtungen«, Jena, 22./23. September 2014
»Religion: Diskurse – Reflexionen – Bildungsansätze«, Kassel, 8./9. Juni 2015
»Kommunikation: Latenzen – Projektionen – Handlungsfelder«, Kassel, 9./10. Juni 2016

Material und Berichte
www.bs-anne-frank.de/projekte/tagungsreihe-blickwinkel
www.stiftung-evz.de/blickwinkel

Kontakt/Anmeldung
Bildungsstätte Anne Frank e.V.
Céline Wendelgaß (Veranstaltungsmanagement)
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
Tel.: 069.56 000 233
cwendelgass(at)bs-anne-frank.de
www.bs-anne-frank.de



Sa 17
Juni 2017
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
<link http: www.wollheim-memorial.de>www.wollheim-memorial.de

Kontakt
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
<link mail ein fenster zum versenden der>info@fritz-bauer-institut.de