Veranstaltungen & Ausstellungen

Donnerstag, 27. Juni - 14:00 Uhr bis Samstag, 29. Juni 2019 - 13:15 Uhr

Der nationalsozialistische Krankenmord in Europa

Internationale Tagung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Donnerstag: IG Farben-Haus, Nebengebäude, Raum 1.741a
Freitag: Casino, Raum 1.801
Samstag: Casino, Raum 1.811

Mit Gerrit Hohendorf, Florian Schwanninger, Michal V. Šimůnek, Cecile aan de Stegge, Robert Parzer u. a.

Dem Mordprogramm, das die Nationalsozialisten »Euthanasie« nannten, fielen zwischen 1939 und 1945 nach derzeitigem Kenntnisstand rund 300.000 Menschen zum Opfer: psychisch Kranke und geistig Behinderte, Männer, Frauen und Kinder. Der Krankenmord fand nicht nur in Deutschland statt, sondern war auch Teil der deutschen Kriegsführung in den überfallenen Ländern Europas. Während in Österreich, im Sudetenland und im Protektorat Böhmen und Mähren ebenso wie im »Altreich« in den Krankenanstalten gemordet wurde, kamen in den eingegliederten polnischen Gebieten auch mobile Gaswagen zum Einsatz; im Generalgouvernement, im Baltikum, in der Ukraine und anderswo in der besetzten Sowjetunion wurden die Kranken überwiegend von den Einsatzkommandos des Sicherheitsdienstes und der SS erschossen, vergast oder auf andere Weise ermordet. In Polen belief sich die Zahl der Getöteten auf schätzungsweise mindestens 17.000 Menschen, ebenso in der Sowjetunion, dort dürfte die tatsächliche Zahl jedoch noch deutlich höher liegen. Über das Schicksal der Anstaltsinsassen in den besetzten Gebieten in Westeuropa – vor allem in Belgien, den Niederlanden und in Frankreich – ist bis heute wenig bekannt.

Ziel der internationalen Tagung, die das Fritz Bauer Institut veranstaltet und dabei mit der Gedenkstätte Hadamar kooperiert, ist es, die Dimension des nationalsozialistischen Krankenmordes in Europa zu erschließen. Wer waren die Verantwortlichen? Unter welchen Umständen lebten die Kranken und welche Rolle spielte die Mangelwirtschaft im Krieg für ihre Lebensbedingungen? Welche Beziehungen bestanden zwischen Besatzungsregime und einheimischen Gesundheitsverwaltungen? Wie gingen die Krankentötungen vonstatten? Was lässt sich über die Reaktionen der Zivilbevölkerungen sagen? Und in welchem Bezug stand die Ermordung von Psychiatriepatienten und Heimbewohnern zum Massenmord an den Juden? Es geht darum, Antworten auf diese Fragen zu finden und auch Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Mordpolitik in Ost- und Westeuropa, in den annektierten und besetzten Gebieten herauszuarbeiten.

Der nationalsozialistische Krankenmord in Europa

Tagungsprogramm (pdf-Datei)

Im Rahmen der Tagung findet ein öffentlicher Vortrag von Walter H. Pehle statt:
Ernst Klee (1942–2013)
Ein Pionier der medizinischen Zeitgeschichte

Freitag, 28. Juni 2019, 17:30 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Casino, Raum 1.801

Internationale Tagung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit der Gedenkstätte Hadamar.
Wir danken Frau Dr. Dorothee Freudenberg für die Finanzierung dieser Tagung.

Barrierefreiheit

Alle Räume, in denen die Tagung stattfindet, sind barrierefrei zu erreichen. Falls Sie eine Auffahrtgenehmigung für den Campus Westend benötigen, um nah an das Veranstaltungsgebäude herfahren zu können, wenden Sie sich bitte an Frau Hannah Hecker:
sekretariat.steinbacher(at)fritz-bauer-institut.de

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


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