21. April bis 14. Juli 2020
dienstags, 12:00–14:00 Uhr, SH 0.101
Aufgrund der Corona-Pandemie kann die Excursion zum Sweminar leider nicht stattfinden.
Im Zuge der nationalsozialistischen Patientenmorde fielen 1940 und 1941 mehr als 70.000 Menschen der »Aktion T4« zum Opfer. Nach dem offiziellen Stopp der »Euthanasie« im August 1941 wurden große Teile des »T4«-Personals sowie die Mordmethode der Gaskammern weiter genutzt, um die systematische Ermordung der Juden in Europa zu betreiben. Unter dem Tarnnamen »Aktion Reinhardt« wurden etwa zwei Millionen Menschen in den Lagern Belzec, Sobibor und Treblinka ermordet, die meisten waren Juden aus dem besetzten Polen. Das Seminar geht den Verbindungslinien zwischen Kranken- und Judenmord nach und behandelt insbesondere die Geschichte der Mordpraxis, der Täter und der Tatorte.
Verbunden mit dem Seminar ist eine Exkursion in die Region Lublin zu den Stätten der Vernichtungslager der »Aktion Reinhardt« vom 18. bis 24. Juli 2020. Für die Exkursion wird ein Unkostenbeitrag von 180 Euro erhoben. Die Anmeldung für Seminar und Exkursion ist ab dem 17. Februar über OLAT möglich: https://olat-ce.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/RepositoryEntry/7866482690/CourseNode/100025364324575?17. Eine Warteliste ist eingerichtet.
21. April bis 14. Juli 2020
dienstags, 18:00–20:00 Uhr, IG 454
Im Forschungskolloquium werden laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Studien zur Geschichte und Wirkung des Holocaust vorgestellt und diskutiert. Es richtet sich an fortgeschrittene Studierende der Geschichte, an Examenskandidaten und -kandidatinnen, Promovierende, Habilitierende und wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Fachbereich Geschichte.
Aufgrund der Corona-Pandemie kann die Veranstaltungsreihe nicht als Präsenzveranstaltung, sondern nur online per Zoom stattfinden.
Dienstag, 7. Juli 2020
Dr. Katharina Rauschenberger (Frankfurt am Main)
Friedrich Karl Kaul und das Formieren einer sozialistischen Biographie
Mittwoch, 8. Juli 2020
Robert Steiner B.A. (Frankfurt am Main)
Generalbezirk Shitomir – ein Fallbeispiel des regionalen Holocaust
Donnerstag, 9. Juli 2020
Mayya Chernobylskaya B.A. (Frankfurt am Main)
Die Rolle der ukrainischen Polizeiformationen während der Shoah.
Wahrnehmungen und Narrative in Zeitzeugnissen der USC Shoah Foundation
Dienstag, 14. Juli 2020
Lisa Schrimpf B.A. (Frankfurt am Main)
»Polizeibeamte! Vergeßt nicht...«
Widerständiges und resistentes Verhalten Frankfurter Polizeibeamter im Nationalsozialismus
22. April bis 15. Juli 2020
mittwochs, 16:00–18:00 Uhr, IG 0.454
Michael Hauck Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung
Kaum ein Aspekt der Geschichte des Nationalsozialismus ist in der jüngsten Vergangenheit so kontrovers diskutiert worden wie die Frage nach den »braunen Wurzeln« der Ökologie-Bewegung in Deutschland. Gerade auf der völkischen Rechten gab es in der Weimarer Zeit industriefeindliche Strömungen und etwa Forderungen nach einer Re-Agrarisierung Deutschlands. Diese wurden aber nach 1933 nur bedingt umgesetzt. In welchem Zusammenhang standen schließlich die NS-Agrarpolitik und eine neue Natur- und Tierschutzgesetzgebung oder der Autobahnbau und eine moderne Landschaftsplanung? Die NS-Autarkie- und Rüstungspolitik hatte tiefgreifende Folgen für die deutsche Rohstoff-Wirtschaft – wie etwa eine massive Ausweitung der Herstellung chemischer Produkte aus den Werken der IG Farbenindustrie. In der Übung werden diese auf den ersten Blick widersprüchlichen Entwicklungen anhand von Texten und Quellen näher untersucht. Des Weiteren sollen Kontinuitäten von Akteuren und Institutionen in der Nachkriegszeit und ihre Folgen für spätere Ökologie-Diskussionen diskutiert werden.
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Anmeldung über OLAT:
https://olat-ce.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/RepositoryEntry/8166375430/CourseNode/93668888129596
23. April bis 16. Juli 2020
donnerstags, 10:00–12:00 Uhr, SH 3.106
Michael Hauck Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung
Objekte stehen in KZ-Gedenkstätten und Ausstellungen über die nationalsozialistischen Verbrechen bis heute als dingliche Zeugen, als »Merkbilder«, ja materielle Beweise für die politische Verfolgung, den Holocaust und die Politik der »Endlösung«. In einer Erinnerungskultur, in der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die persönlich Zeugnis ablegen können, immer weniger werden, erfüllen die Ansammlungen von »authentischen« Relikten und die »Erinnerungsorte« selbst eine immer bedeutendere Brückenfunktion zwischen Vergangenheit und Gegenwart. In dieser Übung werden einerseits zentrale Texte zur »Geschichte der Dinge« und zur Methodik des Spurenlesens in der materiellen Kultur des Nationalsozialismus vorgestellt. Andererseits soll anhand ausgewählter Objekte nachverfolgt werden, welche Bedeutung sie im Kontext von Politik, Wissenschaft und Alltagshandeln hatten und wie über »Dinge« unter dem NS-Regime auf sehr spezifische Weise Herrschaft vermittelt wurde. Auch ihre Rolle für die Erinnerungspolitik wird thematisiert.
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Anmeldung über OLAT:
https://olat-ce.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/RepositoryEntry/8166375427/CourseNode/93668888129596
24. April bis 17. Juli 2020
freitags, 9:00–12:00 Uhr, IG 457
Das Proseminar befasst sich mit der Herausbildung des Systems der Konzentrationslager im Nationalsozialismus. Allgemeine Entwicklungen sollen anhand des spezifischen Beispiels des Konzentrationslagers Ravensbrück in Brandenburg erörtert werden, dem größten Frauen-Konzentrationslager auf deutschem Gebiet zur Zeit des Nationalsozialismus. Von der Errichtung 1939 bis zur Befreiung sind etwa 120.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer und 1.200 weibliche Jugendliche als Häftlinge registriert worden. Zehntausende Menschen wurden dort ermordet, starben an Unterernährung, Krankheiten oder durch medizinische Experimente.
Das Proseminar beleuchtet die Geschichte des Konzentrationslagers und fragt nach dessen Stellung im gesamten Lagersystem, nach den verschiedenen Häftlingskategorien, nach der Rolle der Funktionshäftlinge, nach Zwangsarbeit im Lager und den Aufseherinnen ebenso wie nach der Gedenk- und Erinnerungspolitik und der juristischen Aufarbeitung der Verbrechen.
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