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Freitag, 20. Dezember 2019

Auschwitz vor Gericht – »Meine Lebensaufgabe«

Gerhard Wiese im Gespräch

Heute vor 56 Jahren begann der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess. Der Prozess sollte zeigen, was Auschwitz war. Für Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese eine Lebensaufgabe. Er ist der letzte noch lebende Ankläger des größten Prozesses in der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Das Gespräch führten Katarzyna Domagala-Pereira und Bartosz Dudek.
Deutsche Welle, 6. Dezember 2019, 4:53 min.

Das Gespräch im Podcast

Auschwitz vor Gericht – »Meine Lebensaufgabe«

Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese

(geb. am 26. August 1928) ist ein deutscher Jurist. Er war Ankläger im ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965. Am 14. November 2017 wurde ihm von Bundesjustizminister Heiko Maas das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Die Übergabe erfolgte im ehemaligen Arbeitszimmer von Fritz Bauer im Frankfurter Landgericht. Damit wurden Wieses berufliches Wirken im Justizdienst als auch sein ehrenamtliches Engagement in der Erinnerungskultur gewürdigt.

Der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess

Der Auschwitz-Prozess wurde am 20. Dezember 1963 im Plenarsaal der Stadtverordnetenversammlung im Frankfurter Rathaus (Römer) eröffnet. Ende März 1964 zog das Gericht in das neuerbaute Bürgerhaus Gallus um, in dem die Hauptverhandlung bis zum 20. August 1965 fortgesetzt wurde. Initiator des Prozesses war der hessische Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer, Vorsitzender Richter war Landgerichtsdirektor Hans Karl Hofmeyer. Angeklagt waren 23 Mitglieder der Lagermannschaft im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Im Verlauf der Beweisaufnahme, die von Februar 1964 bis Mai 1965 dauerte, wurden 360 Zeugen vernommen. Darunter waren 211 Auschwitz-Überlebende und 54 vormalige Angehörige der Auschwitzer SS. Sechs der Angeklagten wurden als Mörder zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt, ein Angeklagter (zur Tatzeit unter 21 Jahren) als Mörder zu zehn Jahren Jugendstrafe. Zehn Angeklagte wurden als Gehilfen eingestuft und erhielten Zuchthausstrafen zwischen dreieinviertel und vierzehn Jahren. Drei Angeklagte wurden mangels Beweise freigesprochen.

Weitere Informationen

Der Frankfurter Auschwitz-Prozess

Gerhard Wiese im Gespräch

Gerhard Wiese im Gespräch Auschwitz vor Gericht – »Meine Lebensaufgabe« Deutsche Welle, 6. Dezember 2019


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