Ausstellungszeitraum
Mittwoch, 16. Mai bis Sonntag, 14. Oktober 2018
Abschlusspräsentation der Wanderausstellung
des Fritz Bauer Instituts und des Hessischen Rundfunks.
Mit Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.
Die Ausstellung »Legalisierter Raub« ist seit ihrer Eröffnung in der Goldhalle des Hessischen Rundfunks am 28. Mai 2002 sehr erfolgreich durch Hessen und darüber hinaus gewandert. Das Ausstellungsteam hatte für jeden Ausstellungsort neue regionale Vitrinen erarbeitet, die sich mit der Geschichte des legalisierten Raubes vor Ort beschäftigten.
Nach 16 Jahren Wanderschaft und 29 Ausstellungsstationen kehrt die Ausstellung nach Frankfurt zurück, wo sie – erweitert um neue lokale Forschungsergebnisse – im Historischen Museum abschließend präsentiert werden wird.
Aktzuelle Publikation zur Ausstellung:
Bettina Leder, Christoph Schneider, Katharina Stengel
Ausgeplündert und verwaltet
Geschichten vom legalisierten Raub an Juden in Hessen
Berlin: Hentrich & Hentrich, 528 S., 390 Abb., Hardcover, € 29,90
ISBN: 978-3-95565-261-6
Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 36
Weitere Informationen zur Ausstellung
www.fritz-bauer-institut.de/legalisierter-raub.html
www.hr.de/legalisierter-raub
www.historisches-museum-frankfurt.de
Gekauft, gesammelt, geraubt?
Vom Weg der Dinge ins Museum
Ergänzende Ausstellungen zur Provenienzforschung in vier Frankfurter Museen.
Die Ausstellung »Legalisierter Raub« nehmen vier Frankfurter Museen zum Anlass, nach den Spuren des »legalisierten Raubs« in ihren Sammlungen zu suchen: Historisches Museum Frankfurt, Jüdisches Museum Frankfurt/Museum Judengasse, Museum für Angewandte Kunst, Weltkulturen Museum.
Eine Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk, dem Historischen Museum Frankfurt, dem Jüdischen Museum Frankfurt, dem Museum für Angewandte Kunst und dem Weltkulturen Museum; unter der Schirmherrschaft von Dr. Thomas Schäfer, Hessischer Minister der Finanzen
Kontakt
Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1, 60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069.212-35599
info.historisches-museum(at)stadt-frankfurt.de
https://historisches-museum-frankfurt.de
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Der von Fritz Bauer maßgeblich initiierte Frankfurter Auschwitz-Prozess war das erste westdeutsche Großverfahren gegen zunächst 22, dann 20 Angeklagte, das sich mit den Verbrechen in Auschwitz befasste. Nach Bauers Ansicht ging es bei der Aufarbeitung vor Gericht darum, einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit der NS-Zeit zu leisten. Er verstand, dass jenseits des Dokumentenmaterials die tatsächlichen Verhältnisse in Auschwitz nur durch die Aussage von Zeugen erfasst werden könnten. Fritz Bauer wollte die Deutschen mit diesem Prozess aufrütteln. 1964 schrieb er in einem Text mit dem Titel »Nach den Wurzeln des Bösen fragen«: »Ich glaube nicht, daß Aufklärung allein genügt. Die Aufstellung eherner Tafeln: ›Du sollst‹, ›Du sollst nicht‹ reicht nicht aus. Gebote und Verbote, die gehalten werden sollen, verlangen einen Urgrund des Fühlens, den zu schaffen allen staatlichen Gewalten, allen sozialen Gruppen, allen Fakultäten aufgegeben ist. Dieser Urgrund des Fühlens wird hoffentlich aufgewühlt, wenn etwa im Auschwitz-Prozeß die Überlebenden kommen und Zeugnis ablegen.«
Überlebende aus Polen, der Sowjetunion, Israel und Deutschland sagten in diesem Prozess aus. Ihre Stimmen, die Vernehmungen vor Gericht, das Agieren von Richtern, Staatsanwaltschaft, Nebenklagevertretern, Verteidigern und Dolmetschern sind in Aktenform und auf Tonbändern verfügbar. Mit ca. 430 Stunden Tonaufnahmen und den umfangreichen Verfahrensakten der Staatsanwaltschaft in 456 Einzelbänden auf über 50.000 Seiten verfügt das Hessische Hauptstaatsarchiv über einen einzigartigen Fundus an Quellen für die Erforschung des Holocaust, aber auch für den Ablauf im Gerichtssaal. Mehr als 50 Jahre nach dem Prozess sind die Tonbänder und Verfahrensakten längst als Quellen in die historische Forschung eingegangen. Was können wir aus diesem Material lernen? Wie hat es unsere Sicht auf das Geschehen in Auschwitz geformt? Welche Absichten der Prozessbeteiligten lassen sich aus den Quellen ableiten? Welche Fragen muss die Geschichtswissenschaft an das Material stellen? Diese und andere Themen werden auf der Tagung behandelt.
Es sprechen: Dr. Johann Zilien, Wiesbaden, Johannes Beermann, Frankfurt am Main, Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Frankfurt am Main, Prof. Dr. Devin O. Pendas, Boston, und Prof. Dr. Peter Davies, Edinburgh.
Mit Hörbeispielen aus den Tonbandmitschnitten.
Teilnahme nur nach bestätigter Anmeldung!
Anmeldung unter: pressestelle(at)hla.hessen.de
Eine Kooperation mit dem Hessischen Landesarchiv
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Am 30. Oktober 2017 entschied die UNESCO, dass die Akten und Tonbandmitschnitte aus dem ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963–1965) in das internationale Register »Memory of the World« aufgenommen werden. Die feierliche Verleihung der Urkunde wird in einem Festakt begangen.
Teilnahme nur nach bestätigter Anmeldung!
Anmeldung unter: pressestelle(at)hla.hessen.de
Eine Kooperation mit dem Hessischen Landesarchiv
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Nicht erst anlässlich der Resolution des Bundestages 2016 zum Völkermord an den Armeniern sind die beiden Genozide in Deutsch-Südwestafrika und im Osmanischen Reich als umstrittene Themen historischer Erinnerung verstärkt in die öffentliche Debatte gekommen. Die Herero und Armenier waren im jeweiligen historischen Kontext auch nicht die einzigen Opfergruppen, sondern stehen nur herausgehoben für die Opfer von Vernichtungsstrategien im frühen 20. Jahrhundert. Die Vorträge präsentieren die Fakten und thematisieren die Probleme des Gedenkens und der historischen Verantwortung. Im Plenum wird auch die Frage nach dem pädagogischen Umgang mit dem Thema zur Sprache kommen.
Programm
Begrüßung
Vortrag mit Diskussion:
Prof. Dr. Henning Melber, Uppsala/Pretoria, »Völkermord in Deutsch-Südwestafrika aus heutiger Sicht«
Vortrag mit Diskussion:
Prof. Dr. Ulrich Sieg, Marburg: »Der Völkermord an den Armeniern«
Nach der Mittagspause: Workshops des Pädagogischen Zentrums des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt
Gottfried Kößler: »Das Wollheim-Memorial – Zwangsarbeit bei der IG Farben«
Sophie Schmidt: »Erinnerungsstätte Großmarkthalle – die Deportationen der Frankfurter Jüdinnen und Juden«
Infoblatt (pdf-Datei)
› Veranstaltungsflyer
Eine Kooperation mit dem Verband Hessischer Geschichtslehrerinnen und -lehrer
www.geschichtslehrerverbandhessen.de/html/veranstaltungen.html#5.5.2018
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»AntiAnti – Museum Goes School« ist ein kulturelles Bildungsprogramm des Jüdischen Museums Frankfurt zur antisemitismuskritischen Extremismusprävention an berufsbildenden Schulen. Es ist dank der Förderung von Vonovia langfristig angelegt. Benno Hafeneger wird das Projekt bildungspolitisch kontextualisieren, einen praktischen Einblick in die konkrete Bildungsarbeit gibt die Projektleiterin Türkân Kanbıçak. Das Gespräch widmet sich unter anderem der Erziehung zur Selbstreflexion.
Dr. Mirjam Wenzel
ist Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt am Main.
Prof. Dr. Benno Hafeneger
ist Jugend- und Extremismusforscher und war bis zu seiner Emeritierung Professor für Erziehungswissenschaften an der Philipps-Universität in Marburg.
Dr. Türkân Kanbıçak
ist Lehrerin und Mitarbeiterin am Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt.
Eine Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt
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Prof. Dr. Sybille Steinbacher hat 2017 die Leitung des Fritz Bauer Instituts übernommen und ist Inhaberin des neu geschaffenen Lehrstuhls zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sybille Steinbacher studierte in München Neuere und Neueste Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Politikwissenschaft. Sie wurde an der Ruhr-Universität Bochum promoviert und habilitierte sich an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sie war Stipendiatin am Institut für Zeitgeschichte München und am Deutschen Historischen Institut in Warschau. Sie arbeitete am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte von Prof. Dr. Norbert Frei an der Ruhr-Universität Bochum und später an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Für die Unabhängige Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Hauses Bertelsmann im Dritten Reich war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Als Lynen-Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung ging sie für ein Jahr an die Harvard University. Im Sommersemester 2010 hatte sie die Gastprofessur des Fritz Bauer Instituts zur interdisziplinären Holocaustforschung an der Goethe-Universität inne. Auf Einladung des United States Holocaust Memorial Museum in Washington D.C. war sie 2012/13 Ina Levine Invitational Scholar am dortigen Mandel Center for Advanced Holocaust Studies. Von 2010 bis 2017 war sie Universitätsprofessorin für Zeitgeschichte/Vergleichende Diktatur-, Gewalt- und Genozidforschung an der Universität Wien.
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Je näher man hinschaut, desto dringlicher stellt sich die grundlegende Frage, mit welchen Begriffen und Kategorien die Genese der NS-»Euthanasie« erschlossen und diskutiert werden kann. Im Anschluss an ältere und jüngere Erklärungsansätze formuliert Simon Duckheim die These, dass das Ineinander von ökonomischen und biologistischen Motiven dafür von entscheidender Bedeutung war. Dieses Ineinander wird als Ausdruck des dialektischen Verhältnisses von Naturbeherrschung und Naturverfallenheit interpretiert, wie es Adorno und Horkheimer in der Dialektik der Aufklärung entfaltet haben.
Dr. Simon Duckheim ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für die Geschichte der Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Eine Kooperation mit der Wanderausstellung »erfasst, verfolgt, vernichtet«
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Was ist Antisemitismus, was ist antisemitisch? Nimmt der Judenhass zu oder ab, oder bleibt er auf ewig gleich, ein 2.000 Jahre alter Virus, wie die Auschwitz-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch bei ihrer Rede im Deutschen Bundestag aus Anlass des Holocaust-Gedenktags 2018 sagte?
Über diese Fragen debattiert und streitet man sich in der Wissenschaft, der Politik und in der Öffentlichkeit – mit durchaus gravierenden Folgen für die Bildungsarbeit, die Rechtsprechung und last but not least das gesellschaftliche Klima in unserem Land.
Im Gespräch mit Sybille Steinbacher werden Petra Pau und Stefanie Schüler-Springorum die Ergebnisse des Berichts des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus des Bundestages vorstellen, mögliche Konsequenzen diskutieren und zu aktuellen politischen Entwicklungen in Deutschland Stellung nehmen.
Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum ist Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin.
Petra Pau ist Bundestagsabgeordnete für Die Linke und
Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags in Berlin.
Eine Kooperation mit dem
Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
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Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Patrick Schwentke
Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
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Der Mediziner und Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich beobachtete im Auftrag der westdeutschen Ärztekammern 1946/47 den Nürnberger Ärzteprozess. Der Streit um die drei Prozessdokumentationen, die Mitscherlich anschließend vorlegte, illustriert beispielhaft, mit welchen Problemen die Aufarbeitung der NS-Medizinverbrechen in der frühen Bundesrepublik konfrontiert war.
Dr. Tobias Freimüller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und stellvertretender Direktor am Fritz Bauer Institut.
Eine Kooperation mit der Veranstaltungsreihe
zum »Denkmal der Grauen Busse«
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Tel.: 069.798 322-40
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Veranstalter: Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
Der Vorstand des Fördervereins des Fritz Bauer Instituts lädt alle seine Mitglieder ein zur ordentlichen Mitgliederversammlung (gemäß § 7 der Satzung).
Jutta Ebeling
Vorsitzende des Fördervereins
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Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
Manuela Ritzheim
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-39
verein(at)fritz-bauer-institut.de
Fritz Bauer Lecture
Am Ende des 19. Jahrhunderts zählte man nicht Deutschland zu den Hochburgen des Antisemitismus, sondern eher Russland oder sogar Frankreich. Wie kam es, dass sich dies innerhalb von nicht einmal 35 Jahren so sehr veränderte, dass mit den Nationalsozialisten die judenfeindlichste Partei des Kontinents in Deutschland an die Macht gelangte? Und wie kam es, dass dann so viele, vielleicht die Mehrheit der Deutschen, offenbar überzeugt waren, die Juden seien ihr Unglück? Im Vortrag wird die Zeit zwischen 1900 und 1938 daraufhin untersucht und auch gefragt, warum Linke und Liberale in Deutschland Bedeutung und Dynamik des Antisemitismus so ostentativ unterschätzten.
Prof. Dr. Ulrich Herbert ist Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau und Träger des Leibniz-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Unter der Schirmherrschaft von Peter Feldmann,
Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main
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Fritz Bauer Institut
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60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Ausstellungseröffnung
Grußwort: Kathrin Hoyer (Beigeordnete für Umwelt, Kultur und Sport der Landeshauptstadt Erfurt)
Einführung in die Ausstellung: Gottfried Kößler (Fritz Bauer Institut), PD Dr. Annegret Schüle (Oberkuratorin Neuere und Zeitgeschichte, Geschichtsmuseen Erfurt)
Ausstellungszeitraum
Samstag, 24. März bis Dienstag, 31. Juli 2018
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10:00–18:00 Uhr
Veranstalter in Erfurt
Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne
Kontakt
Erinnerungsort Topf & Söhne
Dr. Annegret Schüle, Leiterin
Sorbenweg 7, 99099 Erfurt
Tel.: 0361.655-1681
topfundsoehne(at)erfurt.de
› Ausstellungsstation Erfurt
Der Chemiekonzern I.G. Farben ließ ab 1941 in unmittelbarer Nähe zu dem Konzentrationslager Auschwitz die größte chemische Fabrik Osteuropas bauen. Sie sollte zugleich ein Baustein der »Germanisierung« der Region werden. Neben deutschen Fachkräften setzte das Unternehmen auf der riesigen Baustelle Tausende von Häftlingen aus dem KZ Auschwitz, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus ganz Europa ein. Für die zunehmende Zahl von KZ-Häftlingen errichteten der Konzern und die SS 1942 das firmeneigene KZ Buna-Monowitz. Tausende Menschen kamen durch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu Tode oder wurden in den Gaskammern in Auschwitz-Birkenau ermordet, wenn sie nicht mehr arbeitsfähig waren.
Die Ausstellung zeichnet die Entstehung, den Alltag und die Auflösung des KZ Buna-Monowitz nach. Historische Fotografien dokumentieren die Perspektive der SS und der I.G. Farben auf der Baustelle und im Lageralltag. Sie wurden angefertigt anlässlich eines Besuches des Reichsführers der SS, Heinrich Himmler, am 17. und 18. Juli 1942. Die Fotografin werden kontrastiert mit autobiographischen Texten von Überlebenden, darunter Primo Levi, Eli Wiesel, Jean Améry und Paul Steinberg, sowie den Aussagen von Überlebenden in den Nachkriegsprozessen. Informationen zu den Gerichtsverfahren in der Nachkriegszeit und den Bemühungen der Überlebenden um Entschädigung nach 1945 beschließen die Ausstellung.
Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts
Die Neugestaltung der Ausstellung wurde erstellt von:
Funkelbach. Büro für Architektur und Grafik, Leipzig
Weitere Informationen zur Ausstellung
www.fritz-bauer-institut.de/ig-farben.html
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Norbert-Wollheim-Platz 1
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Tel.: 069.798 322-40
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Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Patrick Schwentke
Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
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Tel.: 069.798 322-40
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Fritz Bauer hat als Generalstaatsanwalt in Braunschweig und in Hessen, der den Frankfurter Auschwitz-Prozess auf den Weg brachte, bundesrepublikanische Geschichte geschrieben. Die Ausstellung dokumentiert seine Lebensgeschichte im Spiegel der historischen Ereignisse. Als Jude und Homosexueller blieb Fritz Bauer von Ausgrenzung und Verfolgung nicht verschont. Als Sozialdemokrat glaubte er dennoch an den Fortschritt, dann trieben ihn die Nationalsozialisten in die Emigration. Als Jurist und Strafrechtsreformer trat für ihn an die Stelle der Staatsräson um jeden Preis der Schutz der Würde des Einzelnen, gerade auch gegen staatliche Gewalt – ein großer Schritt auf dem Weg zur Demokratie.
Ausstellungszeitraum
Donnerstag, 15. März bis Sonntag, 3. Juni 2018
Eintritt frei
Führungen
Sonntags, 18. März, 15. April, 13. Mai und 3. Juni 2018, jeweils 15:00 Uhr
3 Euro / ermäßigt 2 Euro
Begleitband zur Ausstellung
Fritz Backhaus, Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.)
Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2014,
300 S., zahlr. Abb., € 29,90, ISBN: 978-3-5935-0105-5
Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 32
Eine Ausstellung des Fritz Bauer Institutes und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten a.D. Joachim Gauck.
Sie wird gefördert durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, die Fazit-Stiftung sowie Christiane und Nicolaus Weickert.
Weitere Informationen zur Ausstellung
www.fritz-bauer-institut.de/fritz-bauer-ausstellung.html
Kontakt
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Bayernstr. 110
90478 Nürnberg
https://museen.nuernberg.de/dokuzentrum
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Fritz Bauer Institut
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Norbert-Wollheim-Platz 1
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»Wir sind das Volk!« Das ist ein mächtiger und anspruchsvoller Satz, vor allem in einer Demokratie, in der das Volk herrscht. »Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus« heißt es im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Doch: Wer ist das Volk? Die wahlberechtigten Staatsbürgerinnen und Staatsbürger? Die Demonstranten gegen die Diktatur in Leipzig im Oktober 1989? Die orangefarbenen Massen auf dem Maidan in Kiew, die 2013/14 erfolgreich die Neuwahl des Präsidenten erzwangen? In der langen Geschichte des Volkes wurde stets darum gestritten, wer zu ihm gehörte und wer nicht. Was geschieht aber, wie Sebastian Haffner1933 fragte, wenn das Volk die Demokratie nicht mehr will? Der Vortrag lotet die Ambivalenzen und Abgründe des politischen Konzepts des Volkes aus sowie die rassistisch-antisemitische Radikalisierung in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Auf dieser Grundlage hinterfragt er die populistischen Äußerungen der AfD, die sich lauthals auf das Volk beruft. Die kulturell definierte Ausgrenzung von Minderheiten bei der AfD birgt die Gefahr radikaler Exklusion aus dem »Volk«. Doch auch das Beharren darauf, dass das Volk demos und nicht ethnos sei, gelangt über die tückische Imagination eines einheitlichen Volkes nicht hinaus. Wäre es nicht stattdessen vielmehr an der Zeit, Hannah Arendts Gedanken aufzugreifen und nicht das Volk, sondern den Menschen und sein Recht, Rechte zu haben, in den Mittelpunkt unseres demokratischen Denkens zu stellen?
Michael Wildt ist Professor für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit einem Schwerpunkt in der Zeit des Nationalsozialismus am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin.
Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts
mit dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
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Prof. Dr. Sybille Steinbacher: »Fritz Bauer und der Auschwitz-Prozess«
Prof. Dr. Sybille Steinbacher ist Direktorin des Fritz Bauer Instituts und Inhaberin des Lehrstuhls zur Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Joachim Hennig: »Die Bestrafung von NS-Juristen einschließlich der Personalpolitik in Rheinland-Pfalz«
Joachim Hennig ist Stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. und war von 1977 bis 2013 Richter im Dienst des Landes Rheinland-Pfalz.
Die Veranstaltung bildet den Auftakt zum Schwerpunkt »1968« der Landeszentrale für politische Bildung. 50 Jahre 1968 sind für die Landeszentrale für politische Bildung Anlass, mit einem Programmschwerpunkt »1968« und einer Vielzahl von Veranstaltungen von Februar bis Mai zu informieren und zu reflektieren. Bei den Protesten von 1968 und davor ging es in Deutschland auch um die unzureichende Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte. Die Ohrfeige von Beate Klarsfeld an Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger im Jahr 1968 war sicherlich ein sichtbares, wenn auch umstrittenes (deutsch-französisches) Symbol der Anklage von Seiten auch der 68er.
Die Auschwitz-Prozesse hatten 1963 bis 1965 mit dem ersten großen Prozess in Frankfurt begonnen. Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer hatte zuvor beim Bundesgerichtshof erreichen können, das Landgericht Frankfurt am Main als Ort für den Auschwitz-Prozess zu bestimmen. Bis zum Jahr 1968 wurden anschließend drei Auschwitzprozesse durchgeführt, 1965 bis 1966 sowie 1967/1968. Weitere folgten.
Anmeldung zur Veranstaltung per E-Mail:
anmeldung(at)politische-bildung-rlp.de
oder auf der Website Landeszentrale:
https://politische-bildung-rlp.de/veranstaltungen.html
Programmflyer zum Schwerpunkt »1968«
Programmflyer (pdf-Datei)
Veranstaltet von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland Pfalz in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut.
Kontakt
Landeszentrale für politische Bildung RLP
Bernhard Kukatzki/Rainer Ullrich
Tel.: 06131.162977
rainer.ullrich(at)politische-bildung-rlp.de
https://politische-bildung-rlp.de
Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Patrick Schwentke
Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.
Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
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1953 errang der Auschwitz-Überlebende Norbert Wollheim vor dem Frankfurter Landgericht einen Anspruch auf Entschädigung für seine im Buna-Werk der IG Farben in Auschwitz-Monowitz geleistete Zwangsarbeit. Auf der Grundlage des Urteils verhandelte die Jewish Claims Conference in den späten 1950er und in den 1960er Jahren Vereinbarungen mit deutschen Industrieunternehmen über Entschädigungszahlungen an ehemalige Sklavenarbeiter, unter anderem mit der IG Farben, mit Siemens, Krupp und der AEG. Unter aktiver Mitwirkung von Norbert Wollheim und des Frankfurters Siegmund Freund wurden Entschädigungszahlungen an mehrere Zehntausend jüdische Überlebende verteilt. Sie ebneten den Weg für die Errichtung der Bundestiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« im Jahr 2000, die mehr als 1,6 Millionen Zwangsarbeiter entschädigte.
Rüdiger Mahlo ist Repräsentant der Conference on Jewish Material Claims Against Germany in Frankfurt am Main.
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Veranstalter: Fritz Bauer Institut und Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
Im Jahr 1947 erstellte die Stadt Frankfurt am Main eine Übersicht über das von ihr in der Zeit des Nationalsozialismus »arisierte« Wohneigentum. Erarbeitet wurde sie von Adolf Miersch, der bereits in der Weimarer Zeit Dienststellenleiter der Abteilung Wohnungsbauförderung und Obermagistratsrat im Liegenschaftsamt war und diese Funktion auch im »Dritten Reich« behielt. Im September 1945 wurde Miersch, der sich am Aufkauf von Wohnungen aus jüdischem Besitz selbst beteiligt hatte, zum hauptamtlichen Beigeordneten (Stadtrat) ernannt und war seitdem Dezernent für das Tiefbauamt, ab 1954 auch für das Hochbauamt.
Auf der »Miersch-Liste«, die zu Zwecken der Restitution gedacht war, sind ca. 170 Liegenschaften genannt, die von der Stadt im Rahmen der »Arisierung« übernommen wurden, also der ideologisch motivierten und rigoros umgesetzten systematischen Enteignung und Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung. Die Liste ist Ausgangspunkt eines vom Fritz Bauer Institut und vom Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. veranstalteten Workshops zur Erforschung der »Arisierung« von Wohneigentum in Frankfurt am Main im Nationalsozialismus. Was lässt sich über Zuständigkeiten und Abläufe im städtischen Vorgehen sagen, welche Akteure der Stadtverwaltung standen im Vordergrund, in welchem Umfang wurde »arisiert« und worin lagen gegebenenfalls Besonderheiten, die Frankfurt von anderen Städten unterscheiden? Untersucht wurde der Immobilienraub jüngst von Dieter Wesp, der der Geschichte der Villa Kennedy nachging, einem um die Wende zum 20. Jahrhundert erbauten Wohnhaus einer jüdischen Bankiersfamilie, das die Stadt in der NS-Zeit in ihren Besitz brachte, im Jahr 2000 für eine zweistellige Millionensumme verkaufte und das heute ein Luxus-Hotel ist.
Am Workshop nehmen ausgewiesene Expertinnen und Experten der NS-Geschichte teil, die sich zu einer Reihe von Großstädten mit dem Thema »Arisierung« intensiv beschäftigt haben und mit Publikationen dazu hervorgetreten sind: Prof. Dr. Christiane Kuller (Universität Erfurt) hat zu München gearbeitet, Prof. Dr. Frank Bajohr (Zentrum für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte, München/Berlin) zu Hamburg, Beate Schreiber (Berlin) zu Berlin und Dr. Christiane Fritsche (Wetzlar) zu Mannheim. Dieter Wesp, der in Frankfurt auf die »Miersch-Liste« gestoßen ist, nimmt ebenfalls teil, eingeladen ist auch Doris Eizenhöfer (Hanau), die an einer Dissertation zum Immobilienraub in Frankfurt am Main arbeitet. Auch das Institut für Stadtgeschichte Frankfurt ist angefragt. Ziel des Workshops ist es, anhand der verschiedenen kommunalen Beispiele, zu denen Impulsvorträge gehalten werden, den Forschungsstand zu diskutieren und zu überlegen, wie in Bezug auf Frankfurt die Quellensituation einzuschätzen ist und welche weiterführenden, neuen Fragestellungen sich gegebenenfalls entwickeln lassen. Der Workshop endet mit einer öffentlichen Diskussion, in der die Ergebnisse vorgestellt werden und die Gelegenheit bietet, darüber nachzudenken, wie die Stadt Frankfurt heute mit ihrer Rolle als Akteur und Profiteur der »Arisierung« umgehen sollte.
Workshop-Programm
11:00–11:15 Uhr
Begrüßung: Jutta Ebeling (Förderverein), Prof. Dr. Sybille Steinbacher (Fritz Bauer Institut)
11:15–11:35 Uhr
Prof. Dr. Christiane Kuller (Erfurt): Das Beispiel München
11.35–11:55 Uhr
Prof. Dr. Frank Bajohr (München): Das Beispiel Hamburg
11:55–12:15 Uhr
Beate Schreiber (Berlin): Das Beispiel Berlin
12:15–12:35 Uhr
Dr. Christiane Fritsche (Wetzlar): Das Beispiel Mannheim
12:35–12:55 Uhr
Dieter Wesp (Frankfurt am Main): Das Beispiel Frankfurt am Main
13:00–13:30 Uhr
Weitere Aspekte und Diskussion der Ergebnisse
13:30–14:00 Uhr
Pause
14:00–15:00 Uhr
Öffentliche Podiumsdiskussion
Teilnahme am Workshop nur nach bestätigter Anmeldung per E-Mail.
Für die öffentliche Diskussion (ab 14:00 Uhr) ist keine Anmeldung erforderlich.
Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
sekretariat.steinbacher(at)fritz-bauer-institut.de
Rahmenprogramm: Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
Warum ist die Beschäftigung mit der »Erziehung hin zu Auschwitz« und mit einer »Erziehung nach Auschwitz« keinesfalls ein »Spezialthema«? Wie können durchaus ganz konkret die NS-Verbrechen, die NS-Ideologie, die NS-Pädagogik und der Umgang mit dem NS nach 1945 als grundlegende Vorbereitung auf den Lehrberuf im Rahmen der universitären Lehre vermittelt werden? Antworten versucht diese Vorlesung zu geben sowie einem kompakten Überblick über die zweisemestrige Vorlesungsreihe: »Beschäftigung mit der NS-Zeit als Vorbereitung auf den Lehrberuf« zu den Themen »NS-Verbrechen und Widerstand«, »NS-Ideologie und Judenfeindschaft im Alltag«, »NS-Pädagogik und demokratisch-emanzipatorische Pädagogik«, »Pädagogik nach der NS-Zeit und heute«.
Die Veranstaltung ist gewidmet Trude Simonsohn und Siegmund Freund sowie dem Gedenken an Irmgard Heydorn, Valentin Senger, Dr. Karl Brozik und Herbert Rickie Adler.
Forschungsstelle NS-Pädagogik
Die Forschungsstelle NS-Pädagogik wurde im Januar 2012 am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaften der Goethe Universität Frankfurt am Main unter der Leitung von Prof. Dr. Micha Brumlik und apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer sowie in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut gegründet. Dies ist die letzte Vorlesung von apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer vor seinem Eintritt in den Ruhestand.
Eine Veranstaltung der Forschungsstelle NS-Pädagogik und dem AStA der Goethe-Universität Frankfurt.
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apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer
Forschungsstelle NS-Pädagogik
Goethe-Universität Frankfurt – Campus Bockenheim
Juridicum, Raum 511, 5. Stock
Senckenberganlage 31-33
60325 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798-22091
BOrtmeyer(at)t-online.de
https://forschungsstelle.wordpress.com
Primo Levi, Chemiker aus Italien, gehört zu den bekanntesten Überlebenden und legte zeitlebens Zeugnis ab von seiner Zeit in Auschwitz-Monowitz. Er begann damit unmittelbar nach seiner Befreiung, sei es in offiziellen Berichten für die Alliierten oder in seinem großen Erinnerungswerk Ist das ein Mensch?, in kleineren Schriften und Essays sowie im Roman. Markus Roth beschäftigt sich in seinem Vortrag mit dem Zeugen Levi und seinem Zeugnis vor allem anhand kleinerer, erst jüngst auf Deutsch publizierter Texte.
Markus Roth ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und stellvertretender Leiter an der Arbeitsstelle für Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen.
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Georg M. Hafner (Hessischer Rundfunk) im Gespräch mit der Autorin Monika Held
Musikalisches Konzept: Gregor Praml
Monika Held nimmt mich mit an einen Ort, den ich ohne sie nicht betreten würde.
Beschützt von ihr, wage ich diese Reise
Margarete Mitscherlich, 2012 in ihrem Nachwort zum Roman
Der Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963–1965, dessen Tondokumente und Akten Ende November letzten Jahres in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen wurden, bildet den Ausgangspunkt des Romans von Monika Held: Der Schrecken verliert sich vor Ort.
Erinnern ist eine ungeheure Last und doch ein Teil des Überlebens. Wie aber weitergeben, was sich nicht vergessen lässt? Davon handelt die Geschichte, von der wir an diesem Abend hören werden. Erzählt wird eine einzigartige Liebesgeschichte über dem Abgrund der Erinnerungen und Traumata aus dem Lager. Eine Reise in die Vergangenheit, hin zu den Toten, an den Ort des Traumas, an dem sich die Überlebenden wieder und wieder begegnen (müssen). Ihr Überleben dort war nicht vorgesehen. Ihre Rückkehr dorthin: eine Rückkehr nach Hause? Der Roman basiert auf einer wahren Geschichte. O-Töne aus ihren Interviews werden die Lesung ergänzen.
Monika Held lebt in Frankfurt am Main. Als Journalistin hat sie viele Gespräche mit Überlebenden des Holocaust geführt. Für ihre publizistische Arbeit über das Kriegsrecht in Polen und die Hilfstransporte zu den Überlebenden von Auschwitz hat sie die Dankbarkeitsmedaille des Europäischen Zentrums der Solidarität (Europejskie Centrum Solidarności) verliehen bekommen.
Monika Held: Der Schrecken verliert sich vor Ort
Köln: Eichborn Verlag, 2013, 270 S., Hardcover,
ISBN: 978-3-8479-0529-5, € 19,99
Köln: Bastei Lübbe, 2018, 271 S., Taschenbuch,
ISBN: 978-3-404-17626-7, € 11,–
Auch als E-Book,
ISBN: 978-3-8387-2535-2, € 15,99
Eine Veranstaltung anlässlich des Internationalen Gedenktags zur Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 1945 sowie ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 der europäischen Kommission unter dem Motto »Sharing Heritage«.
Veranstalter:
Die Fabrik – Kulturwerk Frankfurt und Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
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Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-39
verein(at)fritz-bauer-institut.de
www.fritz-bauer-institut.de/verein.html
Ausstellungszeitraum
Donnerstag, 26. Januar bis Freitag, 16. Februar 2018
Die Ausstellungseröffnung sowie eine Führung durch die Kuratorin
Dr. Nassrin Sadeghi finden statt im Anschluss an den Vortrag von
Dr. Stefan Hördler, Nordhausen: Zwangsarbeit unter der NS-Herrschaft
(siehe separate Veranstaltungsankündigung)
Eine Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
Der Chemiekonzern I.G. Farben ließ ab 1941 in unmittelbarer Nähe zu dem Konzentrationslager Auschwitz die größte chemische Fabrik Osteuropas bauen. Sie sollte zugleich ein Baustein der »Germanisierung« der Region werden. Neben deutschen Fachkräften setzte das Unternehmen auf der riesigen Baustelle Tausende von Häftlingen aus dem KZ Auschwitz, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus ganz Europa ein. Für die zunehmende Zahl von KZ-Häftlingen errichteten der Konzern und die SS 1942 das firmeneigene KZ Buna-Monowitz. Tausende Menschen kamen durch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu Tode oder wurden in den Gaskammern in Auschwitz-Birkenau ermordet, wenn sie nicht mehr arbeitsfähig waren.
Die Ausstellung zeichnet die Entstehung, den Alltag und die Auflösung des KZ Buna-Monowitz nach. Historische Fotografien dokumentieren die Perspektive der SS und der I.G. Farben auf der Baustelle und im Lageralltag. Sie wurden angefertigt anlässlich eines Besuches des Reichsführers der SS, Heinrich Himmler, am 17. und 18. Juli 1942. Die Fotografin werden kontrastiert mit autobiographischen Texten von Überlebenden, darunter Primo Levi, Eli Wiesel, Jean Améry und Paul Steinberg, sowie den Aussagen von Überlebenden in den Nachkriegsprozessen. Informationen zu den Gerichtsverfahren in der Nachkriegszeit und den Bemühungen der Überlebenden um Entschädigung nach 1945 beschließen die Ausstellung.
Die Neugestaltung der Ausstellung wurde erstellt von: Funkelbach. Büro für Architektur und Grafik, Leipzig.
Weitere Informationen zur Ausstellung
www.fritz-bauer-institut.de/ig-farben.html
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Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Im Anschluss an den Vortrag von Dr. Stefan Hördler findet gegen 14:00 Uhr die Eröffnung der Ausstellung Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz. Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus statt, sowie eine Führung durch die Kuratorin Dr. Nassrin Sadeghi (siehe separate Veranstaltungsankündigung).
Bis zu 20 Millionen Menschen aus ganz Europa mussten Zwangsarbeit im Deutschen Reich oder in den besetzten Ländern leisten. Tausende KZ-Häftlinge und andere Gruppen waren schon in der Vorkriegszeit zur Zwangsarbeit in den Lagern, in Kommunen und Privatbetrieben eingesetzt worden.
In öffentlichen Diskussionen fungiert der Begriff der NS-Zwangsarbeit allgemein als Sammelbegriff für unfreie Arbeit im Nationalsozialismus. Die formalen Rahmenbedingungen, nach denen Menschen zur Arbeit gezwungen wurden, waren jedoch sehr unterschiedlich. Auch das Ausmaß des Zwangs und die Lebensbedingungen konnten stark variieren.
Der Vortrag geht den zentralen Fragen nach den Voraussetzungen, Strukturen und Akteuren von Zwangsarbeit sowie den verschiedenen Gruppen und dem Alltag der Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen im Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 nach. Darüber hinaus stehen Aspekte der Entschädigung und Debatten nach 1945 um die Anerkennung der NS-Zwangsarbeit als Unrecht im Fokus. Räumlich wird die europäische Dimension der NS-Zwangsarbeit in den Blick genommen. Im Zentrum des Vortrags steht daher die transnationale Verflechtungsgeschichte der Zwangsarbeit unter der NS-Herrschaft als europäische Erfahrung und elementarer Teil eines europäischen Gedächtnisses.
Stefan Hördler ist Historiker und Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.
Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt am Main und dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften.
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Ausgaben des Programmhefts
(pdf-Datei) seit April 2018
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› Oktober bis Februar 2025/26
› April bis Juli 2025
› Oktober bis Februar 2024/25
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› Oktober bis Februar 2023/24
› April bis Juli 2023
› Oktober bis Februar 2022/23
› April bis September 2022
› Oktober bis Februar 2021/22
› Juni bis Juli 2021
› April bis Mai 2021
› Januar bis Februar 2021
› Oktober bis November 2020
› März bis Juli 2020
› Oktober bis Februar 2019/20
› April bis Juli 2019
› Oktober bis Februar 2018/19
› April bis Juli 2018