Events & Exhibitions

Upcoming Events

Wed 27
March 2019
17:30

Feierstunde aus Anlass der Neubenennung des Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn-Saals

Mit einem Vortrag von Dr. Markus Roth

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.811

Vortrag von Dr. Markus Roth:

Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Zur Würdigung von Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn

Trude Simonsohn ist Überlebende des Holocaust und für die Goethe-Universität eine wichtige Zeitzeugin für das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Irmgard Heydorn war NS-Widerstandskämpferin. Sie setzte sich Zeit ihres Lebens gegen das Vergessen der Verbrechen der Nationalsozialisten ein. Beide verband eine lebenslange Freundschaft.

Nach der feierlichen Enthüllung des Raumschildes wird der Historiker Dr. Markus Roth (Arbeitsstelle Holocaustliteratur, Justus-Liebig-Universität Gießen) einen Vortrag zur Würdigung von Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn halten.

Eine Kooperation des Präsidiums der Goethe-Universität Frankfurt am Main mit dem Fritz Bauer Institut.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mon 08 - Tue 09
April 2019

Juridical Testimonies after 1945 –

Expectations, Contexts and Comparisons

Workshop

Simon Dubnow-Institut
Goldschmidtstr. 28
04103 Leipzig

Workshop des Leibniz-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut

Das Bezeugen des Holocaust und die Strafverfolgung der Täter waren nach 1945 eng miteinander verbunden. Viele Überlebende, die Zeugnis ablegten, taten das ganz selbstverständlich auch im Hinblick auf eine Verfolgung der Täter. Das Beklagen der Toten und die Anklage der Verbrechen gingen ineinander über, ebenso das Verlangen nach Gerechtigkeit, Wahrheit und gelegentlich nach Rache.
Später fielen die Sphären der Strafverfolgung und der Zeugenschaft des Holocaust zunehmend auseinander. Die juristische Zeugenschaft der Überlebenden wurde eine kontroverse Angelegenheit, gekennzeichnet von widersprüchlichen Erwartungen und Anforderungen. Bundesdeutsche Strafjuristen und ein Teil der Öffentlichkeit bestanden mit Verweis auf rechtstaatliche Grundsätze darauf, die Prozesse gegen die (Mit-)Täter des staatlich organisierten Massenmords als ganz normale Strafprozesse zu führen. Aus dieser Perspektive waren die Überlebenden mit ihren tiefen Verletzungen zweifelhafte Zeugen, zu voreingenommen und emotional. Die Glaubwürdigkeit der Zeugen wurde nicht zuletzt daran bemessen, ob sich bei ihnen Zeichen von Hass oder Rachegefühlen zeigten.
Die ehemaligen KZ-Häftlinge und Holocaust-Überlebenden nutzten die Prozesse weiterhin, um in den Formen, die ihnen das Strafrecht zubilligte, öffentlich ihr Wissen über die Verbrechen kundzutun. Ihre Motive und Anliegen waren vielfältig; ihre Möglichkeiten, sich vor Gericht verständlich zu machen, variierten. Die juristische Zeugenschaft des Holocaust war ein transnationales Phänomen; die Herkunft aus verschiedenen, nicht selten wechselnden Erinnerungsgemeinschaften und die Sprachen, die im Zeugenstand gesprochen wurden, bestimmten den Gehalt und die Rezeption der Aussagen wesentlich mit. Der Workshop wird aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen und mit Blick auf verschiedene Zeiträume und Länder die juristische Zeugenschaft der Holocaust-Überlebenden diskutieren.

Programm (pdf-Datei)

Anmeldung bis 29. März 2019

Kontakt

Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow
Dagi Knellessen / Katharina Stengel
Goldschmidtstr. 28
04103 Leipzig
+49 (0)341 21735-755
antwort(at)dubnow.de
http://www.dubnow.de


Wed 17
April 2019
18:15

Mörderische Zwangsarbeit.

Das KZ-Außenlager Katzbach bei den Adlerwerken in Frankfurt am Main

Vortrag von Dr. Andrea Rudorff

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG-Farben Haus, Raum 311

In zahlreichen deutschen Rüstungsunternehmen waren im letzten Kriegsjahr KZ-Häftlinge zur Zwangsarbeit eingesetzt – so auch in den Frankfurter Adlerwerken. Nur selten jedoch war die Sterblichkeit so hoch wie hier: Über ein Drittel der nach Frankfurt verschleppten Menschen starb binnen weniger Wochen und Monate aufgrund von Unterernährung, katastrophalen Lebensbedingungen und Gewalt. Vorgestellt werden die Ergebnisse einer von der Stadt Frankfurt in Auftrag gegebenen Studie, die Grundlage für die Schaffung eines Gedenkortes sein wird.

Dr. Andrea Rudorff

ist wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Fritz Bauer Institut.
 
Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Kulturdezernat der Stadt Frankfurt am Main

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 24
April 2019
18:15

Die SA. Eine neue Geschichte von Hitlers Braunhemden

Vortrag von Prof. Dr. Daniel Siemens

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG-Farben Haus, Raum 311

Daniel Siemens nimmt die verschiedenen Entwicklungsstufen der SA in den Blick: vom paramilitärischen Wehrverband der Weimarer Jahre, der nach seiner Neukonstituierung 1925/26 wieder erstarkte und dem Nationalsozialismus zur Macht verhalf, über Konflikte und Krisen im Zuge der »Machtergreifung« bis zur abermaligen Neuausrichtung nach der Ermordung führender SA-Mitglieder 1934. Tatsächlich suchte sich die SA, die eine ganze Generation von Heranwachsenden prägte, ab Mitte der 1930er Jahre neue Aufgaben, die sie vor allem in der Peripherie des »Dritten Reiches«, den »Anschlussgebieten« Österreich, Sudeten- und Memelland, fand. Ihre Führer waren zudem eng in die Organisation des Holocaust in Südosteuropa eingebunden.

Prof. Dr. Daniel Siemens

ist Professor für Europäische Geschichte an der University of Newcastle. Seine Habilitationsschrift erschien 2017 unter dem Titel Stormtroopers: A New History of Hitler’s Brownshirts (dt. Sturmabteilung. Die Geschichte der SA, 2019).

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Thu 25
April 2019
19:00

XXII. Frankfurter Stadtgespräch:

Das Verbrechen des Holocaust verjährt nicht.
Die Aufgaben von Historie und Justiz

PD Dr. Boris Burghardt und RA Günther Feld im Gespräch mit Prof. Dr. Sybille Steinbacher

Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1, Römerberg

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

Moderation: Rebecca C. Schmidt, Geschäftsführerin des Exzellenzclusters »Die Herausbildung normativer Ordnungen«

»Dadurch war aber der Gerichtshof überfordert, der nur zu einem einzigen Zweck zusammentritt, nämlich dem, Recht zu sprechen«, so Hannah Arendt, Beobachterin des Eichmann-Prozesses, den sie mit einer großen »Anzahl von Aufgaben« und einer ganzen »Reihe politischer Nebenabsichten« kon-frontiert sah. Seit dem Jerusalemer Prozess des Jahres 1961 und den wenig später beginnenden Frankfurter Auschwitz-Prozessen, initiiert von Fritz Bauer, wird immer wieder über die Rolle der Justiz bei der Aufarbeitung des Holocaust diskutiert. Soll sie die einzelnen Verbrechen aufklären und die Täter schuldig sprechen, oder soll sie auch den Opfern eine Stimme geben und zur historischen Erforschung der Gründe, Ursachen und Folgen dieses Menschheitsverbrechens beitragen? Schon bald werden die letzten mutmaßlichen Täter gestorben sein – wie auch die Überlebenden der Opfergeneration. Was bringt es, Greise vor Gericht zu stellen? Welche Aufgaben hat die Geschichtswissenschaft im Unterschied zur Justiz? Wie sollten sich beide zu den jüngsten Relativierungsversuchen und der Gefahr eines wachsenden Antisemitismus verhalten? Darüber diskutiert Sybille Steinbacher mit dem Rechtswissenschaftler Boris Burghardt von der HU Berlin, der die strafrechtliche Aufarbeitung von Unrechtsregimen erforscht, und Günther Feld, der zunächst als Staatsanwalt und dann als Vertreter der Nebenklage an vielen NS-Verfahren beteiligt war.

PD Dr. Boris Burghardt

ist Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für deutsches und internationales Strafrecht, Strafprozessrecht und Juristische Zeitgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Sommersemester 2019 hat er die Michael Hauck Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung am Fritz Bauer Institut inne.

Oberstaatsanwalt a.D. Günther Feld

war von 1978 bis 2011 Staatsanwalt in Köln und langjähriger Leiter der Abteilung für NS-Verbrechen. Er führte etwa 30 Verfahren gegen SS-Angehörige. Heute arbeitet er als Rechtsanwalt und vertritt Holocaust-Überlebende und deren Angehörige als Nebenkläger in den letzten Auschwitz-Prozessen.

Prof. Dr. Sybille Steinbacher

ist Direktorin des Fritz Bauer Instituts, Inhaberin des Lehrstuhls zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust und Principal Investigator des Exzellenzclusters »Die Herausbildung normativer Ordnungen« an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Veranstalter

Exzellenzcluster »Die Herausbildung normativer Ordnungen« in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Frankfurt

Veranstaltungsflyer (jpg-Datei)

Kontakt

Exzellenzcluster
»Die Herausbildung normativer Ordnungen«
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Max-Horkheimer-Str. 2
60323 Frankfurt am Main
+49 (0)69 798-31401
office@normativeorders.net
https://www.normativeorders.net/frankfurter-stadtgespraech


Wed 08
May 2019
18:15

Die Rettung der Geschichte.

Hilfe für Juden im »Dritten Reich« aus unterschiedlichen zeitlichen Blickwinkeln

Vortrag von Prof. Dr. Mark Roseman

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG-Farben Haus, Raum 311

Der Vortrag zeigt am Beispiel des »Bund. Gemeinschaft für sozialistisches Leben«, wie sehr unsere Vorstellung von der »Rettung« von Juden ein Nachkriegsprodukt ist, geprägt vom Bedürfnis, ein vereinfachtes Bild des rechtschaffenen Individuums zu feiern. Dieses Bild hat auch die Aussagen der Helfer selbst gefärbt, die oft erst viele Jahre danach über ihre Taten berichtet haben. Anhand von Tagebüchern und anderen zeitgenössischen Quellen wird eine Welt aufgedeckt, die vielfach nicht zu unserer gängigen Vorstellung passt, und zudem gezeigt, wie schwer es den Akteuren fiel, ihre Erlebnisse in der Nachkriegszeit zu bewerten.

Prof. Dr. Mark Roseman

ist Distinguished Professor am Pat M Glazer Chair für Jüdische Studien sowie Professor für Geschichte und Germanistische Studien am Department of History der Indiana University Bloomington. 2000 erschien sein grundlegendes Buch The Past in Hiding. Memory and Survival in Nazi Germany.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de