Events and Exhibitions

Upcoming Events

Wed 22
July 2026
0:00

Veranstaltungspause des Fritz Bauer Instituts

Während der vorlesungsfreien Zeit der Goethe-Universität finden keine öffentlichen Vortragsveranstaltungen statt.

Das Veranstaltungsprogramm des Fritz Bauer Instituts pausiert in der vorlesungsfreien Zeit der Goethe-Universität. Ab Oktober finden wieder regelmäßig Vortragsveranstaltungen auf dem Campus Westend statt.

Die öffentliche Führungen zum Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus werden auch in den Semesterferien an jedem 3. Samstag im Monat angeboten.

Unser neues Programmheft mit Veranstaltungsankündigungen von Oktober 2026 bis Februar 2027 ist in Vorbereitung. Es wird Ende September verschickt. Sie können das Programmheft mit diesem Formular kostenfrei bestellen:
Infosendungen des Fritz Bauer Instituts

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Sat 19
September 2026
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Wollheim-Pavillon

Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Das am 2. November 2008 feierlich eröffnete Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, welche die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 14
October 2026
18:15

Schmerzhaftes Erbe.

Spurensuche einer Tochter und Enkeltochter

Vortrag von apl. Prof. Dr. Natali Stegmann

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Aus der Perspektive eines Patchworkkinds gibt Natali Stegmann Einblicke in ihre familiengeschichtlichen Recherchen. Die Eltern ihrer Mutter waren gut situierte Familienmenschen mit einem umfangreichen, wenn auch lückenhaften Nachlass, die in ihrer Jugend das NS-Regime aus tiefer Überzeugung mitgetragen haben. Die Eltern ihres Vaters waren Arbeiter und haben kaum etwas hinterlassen. Ihre Großeltern hat sie nie kennengelernt. Der Vortrag führt die familiäre Binnenperspektive und fachliche Betrachtung zusammen. Besonderes Augenmerk gilt der Erschließung von und dem Umgang mit Überlieferungen.

apl. Prof. Dr. Natali Stegmann 

ist Osteuropahistorikerin und arbeitet an der Universität Regensburg. Ihr Aufsatz »Nationalsozialistische Identifikation und abgeschnürte Trauer. Ein Rechercheessay über meine Großmutter und die Familie als Ort der Volksgemeinschaft« erschien 2025 in dem von Johannes Spohr, unter Mitarbeit von Claudia Krieg herausgegebenen Sammelband Present Past. Wie Nachfahren ihre NS-Familiengeschichte erforschen im Berliner Metropol Verlag.

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Sat 17
October 2026
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Wollheim-Pavillon

Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Das am 2. November 2008 feierlich eröffnete Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, welche die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mon 19
October 2026
18:00

Die Deportation der Frankfurter Juden.

Opfer, Täter, Erinnerung

Vortrag von Fritz Backhaus

Paulskirche
Paulsplatz 11, Frankfurt am Main

Gedenktag der Stadt Frankfurt am Main aus Anlass der ersten Massendeportation am 19. Oktober 1941

Musikalische Umrahmung mit Auszügen aus Que sais-je? (op. 68), Amit Dolberg – Klavier, Amos Elkana – Komposition, Elektronik

Am 19. Oktober 1941 standen ab 6 Uhr morgens SA-Leute und Polizisten vor der Tür von mehr als 1.100 Jüdinnen und Juden. Sie forderten sie auf, innerhalb von zwei Stunden zum Abtransport bereitzustehen. Der Vortrag beschreibt den Ablauf dieser ersten Deportation, versucht die Perspektive der Betroffenen zu erfassen, geht den Tätern sowie den Reaktionen der Zuschauer und Nachbarn nach. Er skizziert zudem die weiteren Deportationen aus Frankfurt bis 1945 und fragt nach dem Umgang mit der Erinnerung an dieses Verbrechen in der Nachkriegszeit.

Fritz Backhaus 

ist Direktor der Sammlungen und stellvertretender Präsident des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Bis 2017 war er stellvertretender Direktor am Jüdischen Museum Frankfurt. Dort war er unter anderem an der Vorbereitung der Erinnerungsstätte an der Frankfurter Großmarkthalle beteiligt.

Amit Dolberg ist Pianist und künstlerischer Leiter des Meitar Ensembles. Amos Elkana ist Komponist. Que sais-je? (op. 68, 2023) ist das musikalische Portrait seines Vaters, Yehuda Elkana, Überlebender von Auschwitz und später Wissenschaftshistoriker an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Ursprünglich komponiert für Flöte, Klarinette, Fagott, Klavier, Violine, Cello und Elektronik wird das Stück in einer Fassung für Klavier und Elektronik dem Anlass angepasst. Beide Musiker wurden mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet.

Anmeldung

Interessierte können sich bis 15. Oktober 2026 unter dem Link protokoll.ffm.de für die Gedenkstunde am 19. Oktober anmelden und erhalten bei Vorlage eines Ausweises Zugang zur Veranstaltung. Einlass in die Paulskirche ab 17:15 Uhr.

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit dem Dezernat für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main 

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 21
October 2026
18:15

Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik

Vortrag von Dr. Maik Tändler

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Zwei Jahrzehnte nach seinem Tod gilt Armin Mohler noch immer als Vordenker der Neuen Rechten in Deutschland. Der 1920 in der Schweiz geborene Publizist inszenierte sich nach 1945 als Erbwahrer jenes in der Weimarer Republik grassierenden Radikalnationalismus, den er unter dem Begriff der »Konservativen Revolution« in die Bundesrepublik hinüberzuretten versuchte. Der Vortrag rekonstruiert die Geschichte der rechtsintellektuellen Netzwerke um Mohler unter den Bedingungen einer sich schnell wandelnden politischen Öffentlichkeit bis zur Herausbildung einer Neuen Rechten seit den 1970er Jahren.

Dr. Maik Tändler 

ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin. Zuvor war er am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig. 2025 erschien im Wallstein Verlag sein Buch Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 28
October 2026
18:15

Ökonomie der Angst.

Die Rückkehr des nervösen Zeitalters

Vortrag von Prof. i.R. DDr. Oliver Rathkolb

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Radikalisierung, Autoritarismus, Kriegstreiberei, Xenophobie und Kontrollverlust: Der Vortrag geht den Ursachen dieser Phänomene der Gegenwart nach und macht sie an der »ersten und zweiten Turboglobalisierung« fest. Politische Umwälzungen, ökonomische Krisen und technologische Innovationen überforderten im Vorfeld des Ersten Weltkriegs –ähnlich wie auch heute die nationalen Gesellschaften und ihre politischen Eliten – und riefen die Raubritter der Wirtschaft auf den Plan. Irrationale Fehlentscheidungen in der Politik, die Polarisierung der Bevölkerung und das Gefühl der Marginalisierung des Einzelnen weckten damals wie heute eine Sehnsucht nach einfachen, oft gewaltvollen Lösungen für komplexe Probleme.

Prof. i.R. DDr. Oliver Rathkolb

war bis 2024 Professor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien und bis 2022 dessen Vorstand. 2025 erschien sein Buch Ökonomie der Angst. Die Rückkehr des nervösen Zeitalters im Wiener Molden Verlag. Es wurde in Österreich Sieger in der Wahl des Publikums für das Wissenschaftsbuch im Bereich Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften des Jahrs 2026.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 04
November 2026
18:15

Die Deutsche Reichsbank und die NS-Massenverbrechen in Ostmittel- und Osteuropa 1939–1945

Vortrag von Dr. Ingo Loose

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Im besetzten Ostmitteleuropa, in Polen ebenso wie in der Sowjetunion, war die Reichsbank verantwortlich für die währungspolitische Beherrschung und Ausbeutung. Die NS-Währungspolitik führte zu einer ruinösen Verarmung der Bevölkerung und kam einem Plündern der gesamten Volkswirtschaft gleich. Eine inflationäre Notenemission diente dabei vor allem der Finanzierung von Wehrmacht, Polizei und SS. Darüber hinaus hatte die Währungspolitik auch erhebliche Auswirkungen auf die nationalsozialistische Judenverfolgung und den Holocaust. Ob Finanzierung der Ghettos, Einsatz von Zwangsarbeitern, »Verwertung« des Eigentums der Bevölkerung: Vieles lief über Konten der Reichsbank, deren Beamte über alle Aspekte der Verbrechen bestens informiert waren.

Dr. Ingo Loose 

ist seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin und Lehrbeauftragter an der Universität Potsdam.  Im Herbst 2026 erschien im Wallstein Verlag sein Buch Die Reichsbank im nationalsozialistischen Eroberungskrieg. Ausbeutung, Kriegsfinanzierung und Raub im besetzten Polen 1939–1945.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 11
November 2026
18:15

Auschwitz vor polnischen Gerichten.

Ermittlungen, Urteile, Wirkungen

Vortrag von Dr. Andrea Rudorff

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.811

Nach dem Krieg wurden in Polen über 700 Personen wegen ihrer Tätigkeit in Auschwitz vor Gericht gestellt. Der Vortrag nimmt die Prozesse sowie ihre Vor- und Nachgeschichten in den Blick und bettet die polnische Strafverfolgung in den internationalen Umgang mit Kriegsverbrechern nach 1945 ein. Er behandelt die Bedingungen der Auslieferungen aus den Besatzungszonen sowie die schwierige Beweis- und Zeugensuche in der angespannten Situation im Nachkriegspolen. Ein spezielles Augenmerk gilt der Reaktion der deutschen Gesellschaft auf die polnische Strafverfolgung.

Dr. Andrea Rudorff 

war zwischen 2018 und 2026 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fritz Bauer Institut. 2021 veröffentlichte sie ihre Monografie Katzbach – das KZ in der Stadt. Zwangsarbeit in den Adlerwerken Frankfurt am Main 1944/45, im Herbst 2026 dann ihre Studie Auschwitz vor polnischen Gerichten: Ermittlungen, Urteile, Wirkungen, beide Bücher sind im Wallstein Verlag erschienen.

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit dem Dorothee Freudenberg-Fonds

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 18
November 2026
18:15

Bürgersinn und Nationalsozialismus.

Die Polytechnische Gesellschaft und ihre Mitglieder 1929–1966

Vortrag von János Varga M.A.

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Seit 1816 fördert die Polytechnische Gesellschaft Bildung, Wissenschaft und Kultur in Frankfurt am Main. Was geschah mit dieser altehrwürdigen, ursprünglich liberal und demokratisch geprägten Institution und ihren Mitgliedern während der nationalsozialistischen Diktatur? Was bedeuteten Bürgersinn und Wohltätigkeit im Kontext der »Volksgemeinschaft«? János Varga untersucht systematisch die Lebenswege jüdischer und nichtjüdischer Polytechniker und bietet damit Einblicke in das Verhältnis von Teilen des wirtschaftlich und intellektuell einflussreichen Frankfurter Bürgertums zum NS-Regime.

János Varga M.A.

studierte Journalismus sowie Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts in Magdeburg und Jena. Seine 2025 eingereichte Dissertation befasst sich mit der Geschichte der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus in der Bundesrepublik Deutschland. Er arbeitet seit 2019 als freier Mitarbeiter an der Gedenkstätte Buchenwald und war 2025/26 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut. Sein Buch Bürgersinn und Nationalsozialismus. Die Polytechnische Gesellschaft in Frankfurt am Main und ihre Mitglieder 1929–1966 erschien im Herbst 2026 im Wallstein Verlag.

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit der Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt am Main
 

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Sat 21
November 2026
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Wollheim-Pavillon

Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Das am 2. November 2008 feierlich eröffnete Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, welche die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mon 23
November 2026
18:15

Das Verbot des Vereins Al-Aqsa e.V.

Das Bundesinnenministerium und die Auseinandersetzung mit Islamismus und Antisemitismus 2002–2005

Vortrag von Prof. em. Dr. Jeffrey C. Herf

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 823

Nach den Enthüllungen über die Rolle der Hamburger Terrorzelle bei den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde vom Deutschen Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das ein Verbot von Organisationen ermöglichte, die Terrorakte mit religiösen Argumenten rechtfertigten und damit gegen Artikel 9 Absatz 2 des Grundgesetzes verstießen. Im Juli 2002 wurde der Verein Al-Aqsa e.V. verboten mit der Begründung, er unterstütze »unter dem Deckmantel humanitärer Vereinsziele« Gewalt und Terror im Nahen Osten. Auf der Basis kürzlich freigegebener Akten werden im Vortrag die Bemühungen des Bundesinnenministeriums thematisiert, das verfassungsrechtliche Argument mit der Politik einer »geistig-politischen Auseinandersetzung mit dem Islamismus« zu verbinden.

Prof. em. Dr. Jeffrey C. Herf 

ist Distinguished University Professor des Department of History der Universität von Maryland. In seinen Publikationen setzt er sich mit der Erinnerungspolitik in beiden deutschen Staaten und der Geschichte des Antisemitismus auseinander. 2024 erschien von ihm auf Deutsch Drei Gesichter des Antisemitismus: rechts, links und islamistisch im Verlag Hentrich & Hentrich.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 25
November 2026
18:15

Jenseits der Staatsräson.

Erinnerung, Antisemitismus und Nahostkonflikt in Deutschland

Vortrag von Prof. Dr. Jacob Eder

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 823

Seit Jahren nehmen antisemitische Einstellungen in Deutschland zu, während zugleich das Wissen über die NS-Zeit abnimmt. Die Terrorattacken der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel und der Krieg in Gaza wiederum haben Polarisierung, vor allem aber auch Sprachlosigkeit erzeugt. Der Vortrag fokussiert auf die Erinnerungskultur in Deutschland, die in festen Ritualen verläuft und die demografische und kulturelle Veränderung der Gesellschaft kaum im Blick hat. Es geht um die Frage, wie sich Erinnerungspolitik verändern muss, um der historischen Verantwortung auch in Zukunft gerecht zu werden.

Prof. Dr. Jacob Eder 

ist Historiker an der Barenboim-Said Akademie in Berlin. Er wurde mit einer mehrfach ausgezeichneten Arbeit über das Verhältnis von bundesrepublikanischer und US-amerikanischer Holocaust-Erinnerung an der University of Pennsylvania promoviert, die 2020 unter dem Titel Holocaust-Angst im Wallstein Verlag erschien. Sein Buch Jenseits der Staatsräson. Erinnerung, Antisemitismus und der Nahostkonflikt in Deutschland kam im Sommer 2026 im Droemer Verlag heraus.

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 02
December 2026
18:15

Der Anwalt als Impulsgeber.

Konrad Redeker (1923–2013) im Spiegel seiner Zeit

Vortrag von Dr. Patrick Hoferer

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Konrad Redeker prägte als Anwalt, Publizist und rechtspolitischer Impulsgeber die alte Bundesrepublik wie kaum ein anderer seines Berufsstands. Der Vortrag zeigt, wie Redeker eher zufällig auf die lange geleugnete Verstrickung der vermeintlich »sauberen« Justiz in die NS-Verbrechen stieß und zu einem entschiedenen Verfechter ihrer kritischen Aufarbeitung wurde. Zugleich eröffnet er den Blick auf Persönlichkeit, Zeitumstände und Selbstverständnis eines außergewöhnlichen Anwalts, der den Rechtsstaat der jungen Bundesrepublik beruflich, berufspolitisch und moralisch mitgestaltete.

Dr. Patrick Hoferer 

studierte Geschichtswissenschaften, Rechtswissenschaften und Internationale Beziehungen an den Universitäten Tübingen, Bonn und St. Andrews (Schottland/UK). Seine Dissertation Der Anwalt als Impulsgeber. Konrad Redeker (1923–2013) im Spiegel seiner Zeit erschien 2026 in der Schriftenreihe des Bayerischen Anwaltverbands. Nach einer ersten beruflichen Station bei einer Anwaltssozietät in Bonn ist er in der Privatwirtschaft tätig.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 09
December 2026
18:15

Der Prozess gegen Karl Hermann Frank.

Die Aufarbeitung des National-sozialismus in den Tonaufnahmen des Tschechoslowakischen Rundfunks

Vortrag von Dr. Vojtěch Kyncl

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Im März 1946 begann in Prag einer der bedeutendsten Nachkriegsprozesse: Der Prozess gegen Karl Hermann Frank, den führenden Vertreter des nationalsozialistischen Regimes im Protektorat Böhmen und Mähren, der mit einem Todesurteil und einer öffentlichen Hinrichtung endete, war nicht nur die Bestrafung eines Kriegsverbrechers, sondern auch ein Symbol für die Aufarbeitung des Besatzungsterrors und der Verantwortung dafür. Der Vortrag bietet Gelegenheit, neu entdeckte Tonaufnahmen des Tschechoslowakischen Rundfunks aus dem Jahr 1946 zu hören und einen Eindruck von der Atmosphäre des Prozesses zu gewinnen.

Dr. Vojtěch Kyncl

ist Historiker an der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik. Er publiziert unter anderem zur tschechisch-deutsch-jüdischen Beziehungsgeschichte im Zweiten Weltkrieg und beriet den Tschechischen Rundfunk, der seit 2022 die Aufnahmen aus dem Prozess gegen Hermann Frank restauriert und sie 2026 in einer fünfteiligen Serie mit dem Titel KAT K.H. Frank – Der Prozess gegen den Schreibtischmörder online verfügbar gemacht hat.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 16
December 2026
18:15

Das Leben festhalten.

Deutsch-jüdische Privatfotografie in den 1930er Jahren

Vortrag von Dr. Robert Mueller-Stahl

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Zuhause, am Strand, beim Sport, selbst auf der Flucht und nach der Ankunft im Exil: Nach 1933 hielten Jüdinnen und Juden ihren Alltag mit der Kamera fest und bewahrten ihre Fotos oft in selbst gestalteten Alben auf. Die herausgestellte Leichtigkeit und die Normalität auf den Bildern stehen quer zum Wissen über die Anfeindung und Entrechtung, die die Abgebildeten als Juden erfuhren. Eben darin liegt ihre Bedeutung. Anhand von rund hundert größtenteils unbekannten Sammlungen argumentiert Robert Mueller-Stahl, dass die private Fotografie für Jüdinnen und Juden zu einem Medium der Selbstbestimmung wurde.

Dr. Robert Mueller-Stahl 

ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Domäne Dahlem und assoziierter Historiker am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Auf der Basis seiner 2026 im Wallstein Verlag erschienenen Dissertation Das Leben festhalten. Deutsch-jüdische Privatfotografie in den 1930er Jahren kuratierte er zwei Ausstellungen, die bis März 2025 im Schöneberg Museum Berlin zu sehen waren.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Sat 19
December 2026
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Wollheim-Pavillon

Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Das am 2. November 2008 feierlich eröffnete Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, welche die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 13
January 2027
18:15

Das letzte Ghetto.

Eine Alltagsgeschichte von Theresienstadt

Vortrag von PD Dr. Anna Hájková

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Zur Ehrung von Trude Simonsohn, die am 6. Januar 2022 in Frankfurt am Main verstorben ist. Sie hat Theresienstadt und Auschwitz überlebt.

Während des Holocaust bildete sich in der Häftlingsgesellschaft von Theresienstadt eine eigene soziale Hierarchie heraus. Dabei entschieden kleine Unterschiede zwischen den Häftlingen – ihr Alter, ihre Herkunft oder ihre frühere Arbeit – über Leben und Tod. In den dreieinhalb Jahren des Bestehens des Lagers schufen die Häftlinge ihre eigene Kultur und ihre eigenen Gewohnheiten, schlossen sich zusammen, verliebten sich und gründeten neue Familien. Auf der Grundlage umfangreicher Archivrecherchen legt Anna Hájková eine analytische, transnationale Kultur-, Sozial-, Geschlechter- und Organisationsgeschichte Theresienstadts vor und bietet damit neue Einsichten in die Geschichte des Holocaust.

PD Dr. Anna Hájková

ist außerordentliche Professorin an der University of Warwick und Co-Direktorin des Warwick Centre for Global Jewish Studies. Ihr Buch Das letzte Ghetto. Eine Alltagsgeschichte von Theresienstadt kam  2026 im transcript-Verlag heraus. Für ihr 2021 auf Englisch und 2024 im Wallstein Verlag auf Deutsch erschienenes Buch Menschen ohne Geschichte sind Staub erhielt sie den 75. National Jewish Book Award in der Kategorie Holocaust. 

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Sat 16
January 2027
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Wollheim-Pavillon

Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Das am 2. November 2008 feierlich eröffnete Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, welche die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 20
January 2027
18:15

Missachtete Menschenrechte.

Opferverbände und die Legitimation eugenischer Gewalt

Vortrag von Dr. Ulrika Mientus

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.811

Zwangssterilisierte und »Euthanasie«-Geschädigte forderten jahrzehntelang Anerkennung als NS-Verfolgte, die der Bundestag erst im Januar 2025 gewährte. Mit Fokus auf die ersten Opferverbände und auf verfolgte Gehörlose beleuchtet der Vortrag die westdeutsche Entschädigungsdebatte, dekonstruiert hegemoniale Deutungsmuster, zeigt Handlungsspielräume und macht die verweigerte Anerkennung als wiederholt getroffene, keineswegs alternativlose Entscheidung sichtbar. Die Nachgeschichte der eugenischen Verbrechen verweist dabei nicht nur auf deren Aufarbeitung, sondern auch auf die Demokratie- und Menschenrechtsgeschichte.

Dr. Ulrika Mientus 

ist Historikerin und Politikwissenschaftlerin. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt »Opferverbände und Anerkennungsdynamiken in Westdeutschland 1945–1975« an der Universität Marburg. Ihr Buch Opferverbände und die Legitimation eugenischer Gewalt in der frühen Bundesrepublik kam Anfang 2026 im Campus-Verlag heraus.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 27
January 2027
12:00

Den Holocaust erforschen.

Raul Hilberg und die Geschichtsschreibung der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik

HYBRID — Vortrag von PD Dr. René Schlott

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1
PA-Gebäude, Lobby (Erdgeschoss)

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Hybridveranstaltung

Livestream auf YouTube: youtu.be/7GDluehdddk

Der Politikwissenschaftler Raul Hilberg (1926–2007) gilt als beharrlichster Pionier der Holocaustforschung – und als einer der großen Außenseiter seines Fachs. Mit seinem monumentalen Werk The Destruction of the European Jews (Die Vernichtung der europäischen Juden) veröffentlichte er 1961 die erste umfassende Analyse der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Jahrzehntelang wurde seine Forschung ignoriert oder abgelehnt, ehe sie zum Fundament der internationalen Holocaust-Historiografie wurde. Der Vortrag porträtiert den jüdischen Aufklärer und Wissenschaftler.

PD Dr. René Schlott

ist Historiker und Publizist. Er war bis 2022 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung. 2026 wurde er an der TU Berlin mit der Biografie zu Raul Hilberg habilitiert.
René Schlott, Raul Hilberg. Den Holocaust erforschen. Eine Biografie, erschienen 2026 im Vergangenheitsverlag, Berlin.

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit dem Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 03
February 2027
18:15

Immobilien-»Arisierung« in Frankfurt am Main.

Die Geschichte von Raub und Restitution

Vortrag von Dr. Mirjam Schnorr

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

In der NS-Enteignungspolitik spielten Immobilien eine eher nachgeordnete Rolle. In Frankfurt am Main befand sich ein wesentlicher Teil jüdischen Vermögens in privaten und gewerblichen Liegenschaften. Die Geschichte des Raubs dieser Immobilien wird hier zum ersten Mal systematisch untersucht. Der Vortrag stellt verschiedene Phasen ins Zentrum: die schleichende »Arisierung« nach 1933, den Höhepunkt der Enteignungen 1938/39 sowie ihr Ende mit den Deportationen ab 1941. Zugleich werden der für die Überlebenden belastende Prozess der Rückerstattung nach 1945 und die Rolle der Frankfurter Stadtverwaltung mit dem Bauamt als zentralem Akteur beleuchtet.

Dr. Mirjam Schnorr 

war zwischen 1921 und 2025 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fritz Bauer Institut. Ihre Studie Immobilien-»Arisierung« in Frankfurt am Main. Die Geschichte von Raub und Restitution wurde im Herbst 2026 als Band 16 der Reihe »Studien zur Geschichte und Wirkung des Holocaust« im Wallstein Verlag veröffentlicht. Ihre Promotion Prostituierte und Zuhälter im »Dritten Reich«. Zwischen Alltag, Maßregelung und »Ausmerze« erschien im Frühjahr 2026 im Jan Thorbecke Verlag.

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit dem Kulturdezernat der Stadt Frankfurt am Main

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Wed 10
February 2027
18:15

Wiedersehen nach der Shoah.

Nachbarschaft im Landkreis Marburg 1941‒1954

Vortrag von Dr. des. Anna Junge

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.811

Wie begegneten sich jüdische Überlebende und ihre ehemaligen Nachbarinnen und Nachbarn im Dorf nach 1945? Nur wenige deutsche Jüdinnen und Juden überlebten die NS-Verfolgung im besetzten Europa. Anders als in der Stadt lebten Zurückgekehrte auf dem Land oftmals allein unter Nichtjüdinnen und Nichtjuden. Der ländliche Raum ist von der Forschung bislang vernachlässigt worden. Dabei zeigt gerade der Nahbereich der Dorfgemeinschaft eindrücklich, wie Verfolgte, Profiteurinnen und Profiteure sowie Verfolger ab 1945 unter den neuen Verhältnissen miteinander weiterlebten. Mit zahlreichen Ego-Dokumenten und ständigem Perspektivwechsel geht es im Vortrag um die deutsch-jüdische Sozialgeschichte.

Dr. des. Anna Junge 

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Holocaust-Studien des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin. Sie studierte Rechtswissenschaften, Holocaust Studies und Jewish Studies in Hamburg, Berlin und Budapest und promovierte 2025 in Geschichte am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Ihr Buch Wiedersehen nach der Shoah. Nachbarschaft im Landkreis Marburg 1941‒1954 erschien im Herbst 2026 im Wallstein Verlag, Göttingen.

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Sat 20
February 2027
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Wollheim-Pavillon

Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Das am 2. November 2008 feierlich eröffnete Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, welche die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

Kontakt

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de



Veranstaltungsprogramm

April bis Juli 2026
Programmheft (pdf-Datei)