Knowledge Transfer

Verunsichernde Orte

Weiterbildungsangebot

Reflexion pädagogischer Praxis an Erinnerungsorten für feste und freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lehrkräfte sowie andere im Bereich der historisch-politischen Bildung Tätige.

Verunsichernde Orte

Das Weiterbildungsangebot »Verunsichernde Orte« bietet die Möglichkeit, zentrale Fragen der Praxis historisch-politischer Bildung an Gedenkstätten und anderen Bildungseinrichtungen zu diskutieren und mit Hilfe von Übungen zu reflektieren. Dabei stehen pädagogische Aspekte der Vermittlungstätigkeit im Vordergrund: Das eigene Selbst- und Rollenverständnis, der Kontakt zu Teilnehmenden und Gruppen sowie der Umgang mit Vermittlungsmedien.

Über 70 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus ist die Gedenkstättenpädagogik ein Arbeitsfeld, das sich etabliert hat. Die Professionalisierung und der Abschied von den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen lenken die Aufmerksamkeit auf die vielfältigen pädagogischen und psychologischen Fragen, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an diesen Institutionen bei ihrer Arbeit zu berücksichtigen haben und die bisher nicht zusammengefasst worden sind.
Da das Wissen, das durch NS-Gedenkstätten vermittelt wird, tief verunsichernd ist, braucht pädagogische Vermittlung an diesen Orten Orientierung – für Besuchende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Gedenkstätten gleichermaßen. Um den verschiedenen Funktionen von Gedenkstätten im Spannungsfeld zwischen Wissensvermittlung und Gedenken gerecht zu werden, ist eine ständige Reflexion über realistische Ziele und zeitgemäße Methoden nötig.

»Verunsichernde Orte« wurde vom Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main, dem Max Mannheimer Studienzentrum/Internationales Jugendgästehaus Dachau und dem Centrum Angewandte Politikforschung an der LMU München entwickelt. An der Erarbeitung waren pädagogische Fachkräfte aus zwölf Gedenkstätten an NS-Verbrechensorten beteiligt.

Themen

  • Selbst- und Rollenverständnis
  • Umgang mit Teilnehmenden
  • Umgang mit Vermittlungsmedien
  • Neutralität und Positionierung
  • Inklusion
  • weitere Schwerpunkte, die spezifisch für eine Institution vereinbart werden

Seminarangebot

Die Weiterbildungen werden spezifisch für den Bedarf der anfragenden Einrichtung, eines Teams etc. geplant. Die konkreten Seminarabläufe werden im engen Kontakt mit dem Auftraggeber bzw. der Auftraggeberin entwickelt.
Dabei sind verschiedene Formate von Wochenendveranstaltungen bis zu mehrteiligen Fortbildungsreihen möglich. Ein Seminar sollte allerdings mindestens 1,5 Tage dauern, von 2 Trainern bzw. Trainerinnen geleitet werden sowie mind. 8 und max. 15 Teilnehmende erreichen.

Gemeinsame Planung

Ein Vorgespräch betrifft, u.a. folgende Fragen:

  • An welchem Ort und mit welchem Vermittlungsauftrag arbeiten Sie?
  • Für welche Personen oder Personengruppen soll die Weiterbildung geplant werden? Welche Inhalte und welche Fähigkeiten sollen weitergebildet werden?
  • Wie ist der institutionelle Rahmen Ihrer Einrichtung? Welche Hierarchien sollten beachtet werden?
  • Welcher zeitliche Umfang ist gewünscht und realisierbar?

Kosten

Die Honorar-, Reise- und ggf. Unterkunftskosten für die Trainer/innen müssen von der anfragenden Einrichtung aufgebracht werden. Die Tagessätze liegen in der Regel bei € 650,– (ggf. zuzügl. USt), wenn zwei Trainerinnen oder Trainer das Seminar gemeinsam leiten. Sollte in Ausnahmefällen nur eine Trainerin oder ein Trainer die Leitung übernehmen, erhöht sich das Honorar in der Regel auf € 700,– (ggf. zuzügl. USt). Für einen halben Tag liegt das Honorar in der Regel bei € 350,– je Trainerin oder Trainer. Das Honorar beinhaltet in der Regel auch die Vorgespräche, die Seminarvorbereitung sowie den Koordinierungsaufwand.

Trainerinnen und Trainer

Für die Seminarleitung stehen Trainerinnen und Trainer mit unterschiedlichen Kompetenzen zur Verfügung. Sie bringen Erfahrungen in der historisch-politischen Bildung, in verschiedenen Demokratie- und Toleranzförderprogrammen, im Feld Antidiskriminierungspädagogik, dem Konzept »Einfache Sprache« etc. mit.

  • Mehmet Can (Lehrer an einer Gemeinschaftsschule in Berlin-Neukölln)
  • Kerstin Engelhardt (Historikerin und Beraterin / Socius Organisationsberatung, Berlin)
  • Christian Geißler (Sonderpädagoge an einer Grundschule in Berlin-Neukölln)
  • Franziska Göpner (Leiterin des Bereichs Wanderausstellungen im Anne-Frank-Zentrum, Berlin)
  • Brita Heinrichs (Leiterin der Vermittlung an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme)
  • Verena Haug (Erziehungswissenschaftlerin. Arbeitet wissenschaftlich, konzeptionell, pädagogisch und publizistisch in der historisch-politischen Bildung)
  • Gottfried Kößler (Bis 2019 stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts)
  • Holger Obbarius (Leiter der Bildungsabteilung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora)
  • Sophie Schmidt (abgeordnete Lehrerin am Jüdischen Museum Frankfurt am Main)
  • Barbara Thimm (Beraterin des Zivilen Friedensdienstes (GIZ) am Tuol Sleng Genocide Museum, Phnom Penh, Kambodscha)

Kontakt

Gottfried Kößler

Bitte vereinbaren Sie einen Telefontermin:
g.koessler(at)fritz-bauer-institut.de


Publikation

Texte zur theoretischen Einordnung und Vorschläge für die selbständige Weiterbildung finden Sie in:

Barbara Thimm/Gottfried Kößler/Susanne Ulrich (Hrsg.):
Verunsichernde Orte
Selbstverständnis und Weiterbildung in der Gedenkstättenpädagogik

Mit Beiträgen von Monique Eckmann, Christian Geißler, Uta George, Verena Haug, Wolf Kaiser, Gottfried Kößler, Imke Scheurich, Silvia Simbeck, Barbara Thimm, Susanne Ulrich, Oliver von Wrochem, Florian Wenzel, Helmut Wetzel
Frankfurt am Main:
Brandes & Apsel, 2010
208 S., € 19,90
ISBN 9783860996300
Auch als E-Book erhältlich
zur Verlagsseite