In der NS-Enteignungspolitik spielten Immobilien eine eher nachgeordnete Rolle. In Frankfurt am Main befand sich ein wesentlicher Teil jüdischen Vermögens in privaten und gewerblichen Liegenschaften. Die Geschichte des Raubs dieser Immobilien wird hier zum ersten Mal systematisch untersucht. Der Vortrag stellt verschiedene Phasen ins Zentrum: die schleichende »Arisierung« nach 1933, den Höhepunkt der Enteignungen 1938/39 sowie ihr Ende mit den Deportationen ab 1941. Zugleich werden der für die Überlebenden belastende Prozess der Rückerstattung nach 1945 und die Rolle der Frankfurter Stadtverwaltung mit dem Bauamt als zentralem Akteur beleuchtet.
Dr. Mirjam Schnorr
war zwischen 1921 und 2025 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fritz Bauer Institut. Ihre Studie Immobilien-»Arisierung« in Frankfurt am Main. Die Geschichte von Raub und Restitution wurde im Herbst 2026 als Band 16 der Reihe »Studien zur Geschichte und Wirkung des Holocaust« im Wallstein Verlag veröffentlicht. Ihre Promotion Prostituierte und Zuhälter im »Dritten Reich«. Zwischen Alltag, Maßregelung und »Ausmerze« erschien im Frühjahr 2026 im Jan Thorbecke Verlag.
Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit dem Kulturdezernat der Stadt Frankfurt am Main
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