Im März 1946 begann in Prag einer der bedeutendsten Nachkriegsprozesse: Der Prozess gegen Karl Hermann Frank, den führenden Vertreter des nationalsozialistischen Regimes im Protektorat Böhmen und Mähren, der mit einem Todesurteil und einer öffentlichen Hinrichtung endete, war nicht nur die Bestrafung eines Kriegsverbrechers, sondern auch ein Symbol für die Aufarbeitung des Besatzungsterrors und der Verantwortung dafür. Der Vortrag bietet Gelegenheit, neu entdeckte Tonaufnahmen des Tschechoslowakischen Rundfunks aus dem Jahr 1946 zu hören und einen Eindruck von der Atmosphäre des Prozesses zu gewinnen.
Dr. Vojtěch Kyncl
ist Historiker an der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik. Er publiziert unter anderem zur tschechisch-deutsch-jüdischen Beziehungsgeschichte im Zweiten Weltkrieg und beriet den Tschechischen Rundfunk, der seit 2022 die Aufnahmen aus dem Prozess gegen Hermann Frank restauriert und sie 2026 in einer fünfteiligen Serie mit dem Titel KAT K.H. Frank – Der Prozess gegen den Schreibtischmörder online verfügbar gemacht hat.
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