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Mon 06
March 2017
18:15

Die »Arisierung der toten Juden«

Einverleibung und Externalisierung des Holocaust in der tschechischen Erinnerungskultur seit 1945

Vortrag von Dr. Peter Hallama, Paris

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Die Zahl der 360.000 »tschechoslowakischen Bürger«, der »Patrioten«, die ihr Leben im nationalen Befreiungskampf gelassen hätten, wird seit den 1950er Jahren regelmäßig bedient. Sie ist ein Ausdruck jener nationalistischen Sichtweise, in welcher die jüdischen Opfer des Holocaust (als Tschechen) einverleibt werden und der Holocaust (als deutsch-jüdisches Thema) aus der tschechischen Nationalgeschichte externalisiert wird. Der tschechische Exil-Historiker Erich Kulka kritisierte sie als »Arisierung der toten Juden«.
Diese beiden kennzeichnenden Aspekte der tschechischen Erinnerungskultur und ihre Kontinuitäten von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart sollen im Vortrag nicht nur anhand von Opferstatistiken analysiert, sondern auch anhand der Musealisierung der Vergangenheit anschaulich gemacht werden, allen voran anhand der Darstellung von Zweitem Weltkrieg und Holocaust in Theresienstadt, dem Erinnerungsort des jüdischen und tschechischen Leidens.

Dr. Peter Hallama ist derzeit an der Ecole des hautes études en sciences sociales (EHESS) in Paris tätig. Sein aktuelles Projekt trägt den Titel »Sozialistische Vaterschaft. Revolutionäre Zukunftsvorstellungen und familiärer Alltag in Ostmitteleuropa«. 2015 erschien bei Vandenhoeck & Ruprecht seine Dissertation Nationale Helden und jüdische Opfer. Tschechische Repräsentationen des Holocaust.

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Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
info(at)fritz-bauer-institut.de


 


Mon 27
February 2017
18:15

Vom Rand in die Mitte

Entwicklungen und Herausforderungen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit

Dr. Serhat Karakayali, Berlin

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 411

Vortragsreihe »Grenzen, Flucht, Menschenrecht – Historische, psychoanalytische und sozialtheoretische Aspekte der Flüchtlingsdiskussion«

Die in die Europäische Union flüchtenden Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Regionen stellen die einzelnen Länder vor eine schwierige Situation. Wie soll das politische Handeln aussehen, wenn es einerseits um die Sicherung der Grundrechte, andererseits um die Zunahme von Ängsten und politische Verschiebungen geht? Aus historischer, psychoanalytischer und politikwissenschaftlicher Perspektive soll die aktuelle Debatte um das Asyl für Flüchtlinge diskutiert werden.

Alle Vorträge der Reihe:
›  14. März 2016, Vortrag von Prof. Dr. Sonja Buckel, Kassel:
Krise des europäischen Grenzregimes
›  10. Mai 2016, PD Dr. Susanne Heim, Berlin:
Die Judenverfolgung in Deutschland 1938 und die internationale Flüchtlingskonferenz von Evian
›  21. Juni 2016, Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Frankfurt am Main:
Psychoanalytische Überlegungen zum Projekt Step-by-Step in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Darmstadt
›  21. November 2016, Prof. Dr. Claus Leggewie, Essen:
Anti-Europäer – Breivik, Dugin, al-Suri & Co.
›  12. Dezember 2016, Dr. Gilad Ben-Nun, Leipzig:
The UN 1951 Refugee Convention. Between Nation-State Sovereignty and the Non-Refoulement Principle
›  27. Februar 2017, Dr. Serhat Karakayali, Berlin:
Vom Rand in die Mitte. Entwicklungen und Herausforderungen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit

Der Vortrag stellt Untersuchungen unter zwei Gruppen von Freiwilligen in der Flüchtlingshilfe vor. Individuell agierende Freiwillige und Vertreter von Hilfsorganisationen wurden über ihre alltägliche Praxis online befragt. Erste Ergebnisse zeigen beispielsweise, wie der Anteil von Frauen in diesem Feld ist und wie die Zunahme von Hilfsangeboten in ländlichen Gebieten einzuschätzen ist. Die Studie liefert Erkenntnisse über den permanenten Wandel in den Bedingungen des Untersuchungsfeldes. Eine der zentralen Fragen der Untersuchung ist, ob sich die Freiwilligen als politische Akteure sehen? Ergänzt diese Arbeit das Handeln von Behörden oder widerspricht sie ihm?

Dr. Serhat Karakayali ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung »Wissenschaftliche Grundfragen« und Post-Doc am Lehrbereich Diversity and Social Conflict der Humboldt Universität Berlin. Er leitet verschiedene Forschungsprojekte, u.a. zum Thema ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen, zur Integration von Flüchtlingen in der EU und zum Engagement von Gewerkschaftsmitgliedern mit Migrationshintergrund. Sein aktuelles Forschungsprojekt lautet »Vom Gastarbeiter zum Unternehmer. Transformation von Integrationspolitiken am Beispiel der Förderung migrantischen Unternehmertums«. Zuletzt erschienen von ihm gemeinsam mit Olaf J. Kleist die Ergebnisse einer explorativen Umfrage vom November/Dezember 2016 mit dem Titel Strukturen und Motive der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit (EFA) in Deutschland 2. Forschungsbericht. Zurzeit arbeitet er an dem E-Book Project: Witnessing the Transition. Refugees, Asylum-Seekers and Migrants in Transnational Perspective. Seine Dissertation Gespenster der Migration: zur Genealogie illegaler Migration in der Bundesrepublik Deutschland erschien 2008 im Transkript Verlag.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt und dem Sigmund-Freud-Institut – Forschungsinstitut für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, Frankfurt am Main und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

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Thu 23
February 2017
20:30

Wider die Sittenwächter

Fritz Bauers Kritik am überkommenen Sexualstrafrecht der 1950er und 1960er Jahre

Vortrag und Diskussion mit Werner Renz

Buchladen Land in Sicht
Rotteckstr. 13
60316 Frankfurt am Main
Kostenbeitrag: VVK € 8,– / AK € 9,–

Fritz Bauer ist durch Dokumentar- und Spielfilme in den letzten Jahren als Verfolger nationalsozialistischer Verbrecher einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden. Das Bild vom »Nazi-Jäger« Bauer ist aber sehr einseitig. Seine Hauptaufgabe als Justizjurist sah Bauer in der Reform des Strafrechts und des Strafvollzugs. Bereits Anfang der 1950er Jahre trat er als Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht Braunschweig für die Abschaffung des § 175 Strafgesetzbuch ein. Die Liberalisierung und somit Humanisierung des Strafrechts, insbesondere des Sexualstrafrechts war ihm ein wichtiges Anliegen.
In seinem Vortrag »Wider die Sittenwächter« legt Werner Renz Bauers Auffassungen dar und geht auch auf Bauers Biografie ein. Bauer wurde 1936 im dänischen Exil von der Fremdenpolizei vorgeladen und verhört. Den Polizeiberichten zufolge war Bauer bei sexuellen Kontakten mit Männern beobachtet worden. Renz diskutiert den Quellenwert der Polizeiberichte und stellt auch Bauers Freundschaft zu Thomas Harlan dar. Bauer, der von sich sagte, er existiere nur »am Rande des Lebens«, sah in Harlan, dem rebellischen Sohn des Nazi-Regisseurs Veit Harlan, ein herausragendes Beispiel und Vorbild für den angemessenen Umgang mit der NS-Vergangenheit.

Werner Renz war von 1995 bis 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut und Leiter des Archivs und der Bibliothek. Seit April 2016 ist er freier Mitarbeiter. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Frankfurter Auschwitz-Prozesse und zu Fritz Bauer.
› Werner Renz: Fritz Bauer und das Versagen der Justiz. Nazi-Prozesse und ihre »Tragödie«. Hamburg: Europäische Verlagsanstalt, 2015, 200 S., € 18,–, EAN 978-3-86393-068-4
› Werner Renz (Hrsg.): »Von Gott und der Welt verlassen«. Fritz Bauers Briefe an Thomas Harlan. Mit Einführungen und Anmerkungen von Werner Renz und Jean-Pierre Stephan. Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2015, 300 S., € 29,90, EAN 978-3-593-50468-1, Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 25

Kontakt
Buchladen Land in Sicht
Rotteckstr. 13, 60316 Frankfurt am Main
Tel.: 069.443095, Fax: 069.4909266
landinsicht(at)online.de
www.landinsicht.eu


 


Mon 20
February 2017
18:15

Geteilte Erinnerung

Der Holocaust in der ungarischen Museums- und Denkmalkultur

Vortrag von Dr. Regina Fritz, Bern/Wien

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

2014 jährten sich die Besatzung Ungarns durch deutsche Truppen und der Beginn der Deportation ungarischer Juden zum 70. Mal. Finanziert durch beträchtliche staatliche Mittel, erinnerten politische und wissenschaftliche Akteur*innen, jüdische Organisationen, zivilgesellschaftliche Gruppen und Privatpersonen an die Ermordung von über einer halben Million ungarischer Jüdinnen und Juden. Im Laufe des Gedenkjahres trat eine Vielzahl geschichtspolitischer Konflikte in Erscheinung, deren inhaltliche Kernpunkte seit 1989/90 (und teilweise sogar seit 1945) sukzessive formuliert wurden.
Der Vortrag zeichnet die stark polarisierten Deutungskämpfe um den Holocaust in Ungarn am Beispiel der Museums- und Denkmalkultur nach. Wie haben sich innen-, aber auch außenpolitische Interessen und Notwendigkeiten auf die kulturelle Repräsentation des Holocaust ausgewirkt? Und wie ist die zunehmende Intervention zivilgesellschaftlicher Gruppen in die öffentliche Erinnerungslandschaft zu bewerten?

Dr. Regina Fritz ist Assistentin für Neueste und Osteuropäische Geschichte am Historischen Institut der Universität Bern. Im Rahmen des Editionsprojektes »Judenverfolgung 1933–1945« des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin erarbeitet sie den Band 15 zu Ungarn 1938–1945. 2012 erschien im Wallstein Verlag ihre Promotion Nach Krieg und Judenmord. Ungarns Geschichtspolitik seit 1944.

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Fritz Bauer Institut
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Sat 18
February 2017
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

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Norbert-Wollheim-Platz 1
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Fri 17
February 2017
14:00

»Was gibt es da noch zu sehen?!«

Konzepte und Methoden zur Erschließung von Orten zur NS-Geschichte

Fortbildung für Pädagogische Fachkräfte

bis Sonntag, 19. Februar 2017, 12:30 Uhr
Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar
Jenaer Str. 2/4
99425 Weimar

Das Seminar wird aus Mitteln des Fritz Bauer Institutes gefördert.

In der Fortbildung reflektieren die Teilnehmenden gemeinsam ihre pädagogische Arbeit zum Nationalsozialismus und lernen Methoden zur Erarbeitung der Geschichte kennen. Sie befassen sich mit den beiden pädagogischen Konzepten »Konfrontationen – Bausteine für die pädagogische Arbeit« und »Verunsichernde Orte – Weiterbildung Gedenkstättenpädagogik«, die auf unterschiedliche Weise die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus inhaltlich und methodisch anregen. Die Teilnehmenden erproben ausgewählte Übungen aus den Konzepten und beschäftigen sich dabei mit der eigenen Motivation, Zielsetzung und Ergebniserwartung für die Durchführung von Gedenkstättenbesuchen mit Schulklassen und/oder Gruppen der außerschulischen Bildung.
Das Angebot richtet sich an Gedenkstättenmitarbeiter*innen, schulische Lehrkräfte unterschiedlicher Fachrichtungen und an außerschulische Multiplikator*innen, die Besuchergruppen betreuen bzw. mit Gruppen NS-Gedenkstätten besuchen.

Vorgestellte pädagogische Konzepte
› Konfrontationen – Bausteine für die pädagogische Annäherung an Geschichte und Wirkung des Holocaust
dazu: Konfrontationen, Heft 1 bis 6, Publikationsreihe des Fritz Bauer Instituts, Frankfurt am Main: Eigenverlag, 2000–2003
www.fritz-bauer-institut.de/konfrontationen.html
› Verunsichernde Orte – Weiterbildung Gedenkstättenpädagogik
dazu: Barbara Thimm, Gottfried Kößler, Susanne Ulrich (Hrsg.), Verunsichernde Orte. Selbstverständnis und Weiterbildung in der Gedenkstättenpädagogik, Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 21, Frankfurt am Main: Brandes & Apsel Verlag, 2010
Website: www.verunsichernde-orte.de

Seminarprogramm
› Freitag, 17. Februar
Stadtführung »Weimar im NS«, anschließend: Stadtrallyes – Erprobung von Selbstführungsformaten für Jugendliche und junge Erwachsene
› Samstag, 18. Februar
Vorstellung und Erprobung von Erarbeitungsmethoden aus dem Konzept »Verunsichernde Orte« zu Geschichtsbildern, Motivationen und Heterogenität/Inklusion
› Sonntag, 19. Februar
Vorstellung und Erprobung von Erarbeitungsmethoden aus dem Konzept »Konfrontationen«: z.B. Filmanalyse, Perspektivisches Schreiben, Arbeit mit Fotografien

Seminarleitung
Kerstin Engelhardt (Koordinatorin/Trainerin »Verunsichernde Orte«, Historikerin und Coach)
Christian Geißler (Trainer »Verunsichernde Orte« und »Konfrontationen«, Sonderpädagoge)

Kosten
€ 225,–/ermäßigt € 165,– (inkl. Übernachtung, Vollpension und Seminargebühr), € 165,–/ermäßigt € 115,– (ohne Übernachtung)

Anmeldung
per E-Mail, Post oder Fax bis zum 3. Februar 2017 an die Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar

Veranstaltungsflyer
»Was gibt es da noch zu sehen?!« (pdf-Datei, 202 kb)

Kontakt
Stiftung »Europäische Jugendbildungs-
und Jugendbegegnungsstätte Weimar«
Manuel Vogel
Bildungsreferent Historisch-Politische Bildung
Jenaer Str. 2/4, 99425 Weimar
Tel.: 03643.827-104, Fax: -452
vogel(at)ejbweimar.de
www.ejbweimar.de
www.facebook.com/ejbweimar


 


Wed 15
February 2017
18:00

Holocaust und digitale Vermittlung

Websites machen Tondokumente und Interviews zugänglich

Bildungsstätte Anne Frank
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main

Präsentation von Websites
mit Gottfried Kößler, Pädagogisches Zentrum Frankfurt
und Adrian Oeser, Frankfurt am Main


Seit Jahren wissen wir, dass die Chancen für eine Begegnung mit Überlebenden des Holocaust dahinschwinden. Wir nehmen Abschied von einer Generation. Dank der technischen Entwicklung der Neuen Medien bleiben viele Erzählungen und Bilder als Dokumente erhalten. Wie kann diese Überlieferung pädagogisch fruchtbar genutzt werden? Wie können die Erzählungen von Zeitzeugen des Nationalsozialismus medial vermittelt werden? Und wie spricht man dabei junge Menschen an?

Gottfried Kößler: Keine Begegnungen, aber Zeugnisse von Überlebenden. Websites mit Zeitzeugen-Erzählungen
Nach einer Einführung in den Stand der Forschung zum Thema Erinnerung und Zeugenschaft werden die wichtigsten Websites, die Tondokumente und Interviews zur NS-Geschichte zugänglich machen, vorgestellt.

Adrian Oeser: Filmprojekt »Eine Ausnahme«
Das Online-Projekt www.eine-ausnahme.de macht die Berichte der Widerständlerin Irmgard Heydorn und der Holocaust-Überlebenden Trude Simonsohn mithilfe der Möglichkeiten des Internet in einer Form zugänglich, dass Schülerinnen und Schüler als aktive Betrachter anspricht und zum Nach- und Weiterdenken anregt.

Im Anschluss ist das Publikum zum Gespräch eingeladen.
Diese Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, also nicht nur an Pädagogen, der Eintritt ist frei.

Gottfried Kößler ist stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts. Er ist Lehrer für Geschichte, Deutsch und Politik für Gymnasien und Berufliche Schulen und abgeordnet an das Pädagogische Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt. Er ist (Co-)Autor und Mitherausgeber zahlreicher Publikationen, u.a. 2015 Gedenkstättenpädagogik. Kontext, Theorie und Praxis der Bildungsarbeit zu NS-Verbrechen im Metropol Verlag.

Adrian Oeser ist Filmemacher und Soziologe aus Frankfurt am Main. Als Schüler drehte er über Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn den Dokumentarfilm EINE AUSNAHME und entwickelte ab 2013 das gleichnamige crossmediale Web-Projekt.

Eine Veranstaltung der Bildungsstätte Anne Frank und des Pädagogisches Zentrums des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt, in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Frankfurt am Main e.V. im Rahmenprogramm der »Woche der Brüderlichkeit 2017«.

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Mon 13
February 2017
18:15

Was heißt denn hier »Armutszuwanderung«?

Ressentiments in der Freizügigkeitsdebatte

Vortrag von Markus End, Berlin:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

In den letzten Jahren wurde in den deutschen Medien, in Politik und Öffentlichkeit eine gesellschaftliche Debatte über die Folgen einer sogenannten Armutszuwanderung ausgefochten, die zahlreiche antiziganistische Elemente aufweist. Wütende »Anwohner« berichten über »Müll«, »Lärm« und »Kriminalität«; der Städtetag, Polizeidienststellen und Migrationsbeauftragte warnen vor einer »Gefährdung des sozialen Friedens«; Arbeitslosengeld und Kindergeldzahlungen von EU-Zuwanderern werden unter die Lupe genommen. All dies nährt das rassistische Fremdbild vom »Zigeuner«.
Der Vortrag setzt sich kritisch mit dieser Debatte um die »Armutseinwanderung« auseinander. Einen besonderen Schwerpunkt stellt dabei die mediale Berichterstattung dar. Anhand verschiedener Beispiele wird die Konstruktion des Narrativs »Armutszuwanderung« nachvollzogen und kritisiert, um zum Schluss auf die politischen Konsequenzen und möglichen Gefahren der Debatte einzugehen.

Markus End ist Doktorand an der Universität Bielefeld und Vorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung. Er arbeitet derzeit als freier wissenschaftlicher Autor und Referent und ist u.a. für zahlreiche Selbstorganisationen von Sinti und Roma tätig.2014 erschien sein Buch Antiziganismus in der deutschen Öffentlichkeit: Strategien und Mechanismen medialer Kommunikation als Studie für das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg.

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Mon 06
February 2017
18:15

Eine Suche nach »dem Anderen«

Der mehrheitsgesellschaftliche Blick auf Sinti und Roma

Vortrag von Dr. Karola Fings, Köln

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 411

Das populäre »Zigeunerbild« speist sich aus seit Jahrhunderten tradierten Zuschreibungen. Diese eingeübte und bis heute überaus konsensfähige Vorurteilsstruktur der Mehrheitsgesellschaft führt dazu, dass vielen Angehörigen der Minderheit eine gesellschaftliche Teilhabe versagt wird und überall in Europa rassistische und gewalttätige Angriffe drohen oder stattfinden.
Der Vortrag untersucht in einem historischen Längsschnitt die Ursachen für die Herausbildung der stereotypen Bilder und kontrastiert sie mit der vielfältigen Lebenswelt der Betroffenen. Aufgezeigt wird dabei auch, wie mittelalterliche und frühneuzeitliche Zuschreibungen von »Fremdheit«, »Bettelei« und »Nichtsesshaftigkeit« bis in die Gegenwart hinein wirkungsmächtig blieben.

Karola Fings ist stellvertretende Direktorin des NS-Dokumentationszentrums im EL-DE-Haus und Lehrbeauftrage am Historischen Seminar der Universität Köln. Zuletzt erschien von ihr im C.H.Beck Verlag Sinti und Roma. Geschichte einer Minderheit, München 2016

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Sun 05
February 2017
16:00

Legalisierter Raub

Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933–1945

Ausstellungseröffnung

Museumszentrum Lorsch
Nibelungenstr. 35
Lorsch

› Grußworte: Christian Schönung, Bürgermeister der Stadt Lorsch;
Christian Engelhardt, Landrat im Kreis Bergstraße;
Dr. Thomas Wurzel, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen
› Dr. Katharina Stengel, Fritz Bauer Institut, führt in das Thema der Ausstellung ein
› Helge Heynold, Hessischer Rundfunk, liest aus Dokumenten zum Thema
› Birgit Grüner (Klavier) spielt ausgewählte Werke des Komponisten Walter Braunfels (1882–1954), der im Nationalsozialismus als sogenannter »Mischling« galt. 1933 verlor er seinen Posten als Direktor der neu gegründeten Hochschule für Musik in Köln. Seine Werke wurden verboten und erst in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wiederentdeckt.

Ausstellungszeitraum
Montag, 6. Februar bis Sonntag, 14. Mai 2017
im Museumszentrum Lorsch

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag, 10.00–17.00 Uhr
Eintritt: frei

Gruppenführungen
€ 50,– pro Gruppe

Begleitprogramm (pdf-Datei)

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Hessischen Rundfunks.
Mit Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.
Lokaler Veranstalter: Heimat- und Kulturverein Lorsch unter der Schirmherrschaft von Christian Engelhardt, Landrat im Kreis Bergstraße

Weitere Informationen zur Ausstellung:
www.fritz-bauer-institut.de/legalisierter-raub.html

Kontakt
Renate Pratz
Nibelungenstr. 41
64653 Lorsch
Tel.: 06251.70799-28
Fax: 06251.7079915
r.pratz(at)geo-naturpark.de
www.kulturverein-lorsch.de

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Norbert-Wollheim-Platz 1
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Thu 02
February 2017
18:15

Von Frankfurt am Main nach Entebbe

Vom Antiimperialismus zur

Vortrag von Jeffrey Herf (University of Maryland/USA)

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Theodor-W.-Adorno-Platz 1
Hörsaalzentrum, HZ 8

Einführung: Prof. Dr. Christoph Cornelißen

Dem Vortrag liegt das aktuelle Buch des US-amerikanischen Historikers zugrunde:
Jeffrey Herf, Undeclared Wars with Israel. East Germany and the West German
Far Left 1967–1989
(New York, 2016)

Jeffrey Herf ist Distinguished Professor am Department of History der University of Maryland (USA). Zu seinen Spezialgebieten gehören die Geistes- und Kulturgeschichte im Europa des 20. Jahrhunderts, die Geschichte des Kalten Krieges und Probleme des modernen Antisemitismus. 2007 war er Fellow an der American Academy in Berlin. Neben zahlreichen Fachpublikationen schreibt Jeffrey Herf u.a. auch für Die Zeit, The New Republic, Partisan Review und The Times of Israel.

Veranstaltet vom Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt, der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie und dem Fritz Bauer Institut.

... Veranstaltumngsflyer (pdf-Datei)

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Fri 27
January 2017
12:00

Stille Helden und heimliche Profiteure

Erfahrungen von untergetauchten Juden mit ihren Helfern 1941–1945

Vortrag von Prof. Dr. Susanna Schrafstetter, Burlington:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Theodor-W.-Adorno-Platz 1
Lobby des PA-Gebäudes
(Präsidium und Administration, Erdgeschoss)

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
Rahmenprogramm an der Goethe-Universität Frankfurt, 20. bis 27. Januar 2017
Das komplette Programm, gemeinsam veranstaltet vom Fritz Bauer Institut, dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, dem Pädagogischen Zentrum Frankfurt, dem ASTA der Goethe-Universität und dem Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt am Main finden Sie hier:
<link http: www.fritz-bauer-institut.de fileadmin downloads>www.fritz-bauer-institut.de/fileadmin/downloads/2017-01-27_Gedenktag.pdf

Zwischen 1941 und 1945 flüchteten etwa 10.000 bis 15.000 Juden in Deutschland vor den Deportationen und tauchten unter. Sie waren dabei auf die Unterstützung von nichtjüdischen Verwandten, Freunden, Bekannten oder fremden Menschen angewiesen. Erst in den letzten Jahren erfuhren die heute häufig als »stille Helden« bezeichneten Helfer Anerkennung. Vergleichsweise wenig beachtet blieben ihre Motive. Nicht selten wurden flüchtende Juden Opfer von Dieben, Schwindlern und Erpressern, die sie oft sogar denunzierten.
Der Vortrag analysiert die gesamte Bandbreite dieser Begegnungen: von uneigennütziger Hilfe über die häufig komplexen und schwierigen Beziehungen zwischen versteckt lebenden Personen und ihren Helfern bis hin zu jenen Menschen, die sich gezielt an flüchtigen Juden bereicherten. Auch der Umgang mit der Erinnerung an die »stillen Helden« wird thematisiert.

Prof. Dr. Susanna Schrafstetter
ist Associate Professor of History und Mitarbeiterin am Center for Holocaust Studies der Universität von Vermont, USA. Im Jahre 2017 ist sie Senior Research Fellow am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) in Mainz.

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Wed 25
January 2017
18:15

Die ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte 1933–1945

Herrenmenschentum, Rassismus und Judenfeindschaft des Nationalsozialistischen Lehrerbundes

Vortrag von apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer, Frankfurt am Main

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Im Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) waren 97 Prozent der Pädagoginnen und Pädagogen organisiert. Ein Drittel davon waren NSDAP-Mitglieder. Dennoch hält sich die Verharmlosung des NSLB auch in der Erziehungswissenschaft immer noch hartnäckig. Die vorliegende Studie weist anhand der Analyse des Zentralorgans des Lehrerbundes nach, dass der NSLB keine harmlose Berufsorganisation war, sondern seit 1933 einen festen Bestandteil des verbrecherischen NS-Systems bildete, das dessen Hetze, Rassismus und Judenfeindschaft zur Vorbereitung und als Begleitung der realen Mordprogramme durchaus benötigte.

Benjamin Ortmeyer ist apl. Professor am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität. Er leitet die gemeinsam mit Prof. Dr. Micha Brumlik gegründete Forschungsstelle NS-Pädagogik. In seiner Forschung hat er sich intensiv mit der Analyse erziehungswissenschaftlicher Zeitschriften zwischen 1933 und 1945 befasst. 2016 erschien von ihm die dreiteilige Reihe NS-Ideologie im Wissenschaftsjargon im Protagoras Academicus Verlag in Frankfurt am Main.
https://forschungsstelle.wordpress.com

Saskia Müller, Benjamin Ortmeyer:
Die ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte 1933–1945.
Herrenmenschentum, Rassismus und Judenfeindschaft des Nationalsozialistischen Lehrerbundes. Eine dokumentarische Analyse des Zentralorgans des NSLB

Weinheim: Beltz Juventa, 2016, 206 S., € 19,95
ISBN:978-3-7799-3414-1

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Mon 23
January 2017
17:15

Vom Rand in die Mitte

Entwicklungen und Herausforderungen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit

Dr. Serhat Karakayali, Berlin

Die Veranstaltung muss leider verschoben werden
Sie wird am Montag
27. Februar 2017 nachgeholt

Vortragsreihe »Grenzen, Flucht, Menschenrecht – Historische, psychoanalytische und sozialtheoretische Aspekte der Flüchtlingsdiskussion«

Die in die Europäische Union flüchtenden Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Regionen stellen die einzelnen Länder vor eine schwierige Situation. Wie soll das politische Handeln aussehen, wenn es einerseits um die Sicherung der Grundrechte, andererseits um die Zunahme von Ängsten und politische Verschiebungen geht? Aus historischer, psychoanalytischer und politikwissenschaftlicher Perspektive soll die aktuelle Debatte um das Asyl für Flüchtlinge diskutiert werden.

Alle Vorträge der Reihe:
›  14. März 2016, Vortrag von Prof. Dr. Sonja Buckel, Kassel:
Krise des europäischen Grenzregimes
›  10. Mai 2016, PD Dr. Susanne Heim, Berlin:
Die Judenverfolgung in Deutschland 1938 und die internationale Flüchtlingskonferenz von Evian
›  21. Juni 2016, Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Frankfurt am Main:
Psychoanalytische Überlegungen zum Projekt Step-by-Step in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Darmstadt
›  21. November 2016, Prof. Dr. Claus Leggewie, Essen:
Anti-Europäer – Breivik, Dugin, al-Suri & Co.
›  12. Dezember 2016, Dr. Gilad Ben-Nun, Leipzig:
The UN 1951 Refugee Convention. Between Nation-State Sovereignty and the Non-Refoulement Principle
›  27. Februar 2017, Dr. Serhat Karakayali, Berlin:
Vom Rand in die Mitte. Entwicklungen und Herausforderungen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit

Der Vortrag stellt Untersuchungen unter zwei Gruppen von Freiwilligen in der Flüchtlingshilfe vor. Individuell agierende Freiwillige und Vertreter von Hilfsorganisationen wurden über ihre alltägliche Praxis online befragt. Erste Ergebnisse zeigen beispielsweise, wie der Anteil von Frauen in diesem Feld ist und wie die Zunahme von Hilfsangeboten in ländlichen Gebieten einzuschätzen ist. Die Studie liefert Erkenntnisse über den permanenten Wandel in den Bedingungen des Untersuchungsfeldes. Eine der zentralen Fragen der Untersuchung ist, ob sich die Freiwilligen als politische Akteure sehen? Ergänzt diese Arbeit das Handeln von Behörden oder widerspricht sie ihm?

Serhat Karakayali ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung »Wissenschaftliche Grundfragen« und Post-Doc am Lehrbereich Diversity and Social Conflict der Humboldt Universität Berlin. Er leitet verschiedene Forschungsprojekte, u.a. zum Thema ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen, zur Integration von Flüchtlingen in der EU und zum Engagement von Gewerkschaftsmitgliedern mit Migrationshintergrund. Er arbeitet zur Zeit an dem E-Book Project: Witnessing the Transition. Refugees, Asylum-Seekers and Migrants in Transnational Perspective. Seine Dissertation Gespenster der Migration: zur Genealogie illegaler Migration in der Bundesrepublik Deutschland erschien 2008 im Transkript Verlag.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt und dem Sigmund-Freud-Institut – Forschungsinstitut für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, Frankfurt am Main und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
info(at)fritz-bauer-institut.de


 


Sat 21
January 2017
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

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Fri 20
January 2017
15:00

Nebel im August

ein Roman über Euthanasie

Lesung und Gespräch mit Robert Domes, Irsee

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Deutschland 1933: Ernst Lossa stammt aus einer Familie von Jenischen, »Zigeunern«, wie man damals sagte. Er gilt als schwieriges Kind, wird von Heim zu Heim geschoben, bis er schließlich in die psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren eingewiesen wird. Hier nimmt sein Leben die letzte, schreckliche Wendung: In der Nacht zum 9. August 1944 bekommt er die Todesspritze verabreicht. Ernst Lossa wird – obgleich geistig völlig gesund – mit dem Stempel »asozialer Psychopath« als »unwertes Leben« aus dem Weg geräumt.
Der Journalist Robert Domes erzählt aus der Perspektive des Jungen mit beeindruckender Intensität. Er macht die Denkstrukturen des nationalsozialistischen Regimes sichtbar und berichtet von der damit einhergehenden Ideologie der Euthanasie.
In der Veranstaltung werden Möglichkeiten und Chancen des Einsatzes von Roman und Film in der Schule erwogen. Die Veranstaltung ist als Lehrerfortbildung akkreditiert.

Robert Domes ist Journalist, Berater in der Journalistenausbildung und Autor. Nebel im August. Die Lebensgeschichte des Ernst Lossa ist sein erster Roman und erschien 2008 im cbt Verlag. Die gleichnamige Verfilmung von Kai Wessel wurde 2016 mit dem Bayerischen Filmpreis und dem Friedenspreis des Deutschen Films ausgezeichnet.

Eine Kooperation des Pädagogischen Zentrums Frankfurt mit der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung e.V. und der Professur für Didaktik der Sozialwissenschaften

Robert Domes
Nebel im August. Die Lebensgeschichte des Ernst Lossa
München: cbt Verlag, 2008, 352 S., € 7,95
ISBN: 978-3-570-30475-4

Website des gleichnamigen Films von Kai Wessel:
www.nebelimaugust.de

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Mon 16
January 2017
18:15

Die Akte Rosenburg

Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Vergangenheit

Vortrag von Prof. Dr. Manfred Görtemaker, Potsdam:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 411

Als das Bundesministerium der Justiz 1949 seine Arbeit aufnahm, kam es zu ganz erheblichen personellen und politischen Verflechtungen mit dem »Dritten Reich«. Dass Juristen, die eine stark belastete NS-Vergangenheit hatten, in der Behörde Dienst taten, wurde nicht als problematisch empfunden. Das grundlegende Werk Die Akte Rosenburg zeigt, wer alles im Ministerium unterkam und welchen Einfluss das auf die Rechtspraxis hatte – nicht zuletzt bei der Strafverfolgung von NS-Tätern.
Die »Rosenburg« in Bonn war von der Gründung der Bundesrepublik bis 1973 der Sitz des Bundesministeriums der Justiz. 2012 setzte das Ministerium eine Unabhängige Wissenschaftliche Kommission ein, die den Umgang der Behörde mit der NS-Vergangenheit in den Anfangsjahren der Bundesrepublik erforschen sollte. Zu diesem Zweck erhielt die Kommission uneingeschränkten Aktenzugang. Dieses Buch präsentiert ihre Ergebnisse. Zum »Geist der Rosenburg«, so zeigt die Studie, trugen maßgeblich Beamte und Mitarbeiter bei, die zuvor im Reichsjustizministerium, bei Sondergerichten und als Wehrrichter tätig gewesen waren. Ihre Karrieren vor und nach 1945 zeichnet die Kommission ebenso nach wie die Belastungen, die dies für das Ministerium und den Inhalt seiner Politik darstellte. So wird unter anderem gezeigt, welche zentrale Rolle das Ministerium spielte, als 1968 Zehntausende von Strafverfahren gegen NS-Täter eingestellt wurden.

Prof. Dr. Manfred Görtemaker ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam. Seit 2012 leitete er gemeinsam mit Prof. Dr. Christoph Safferling die Unabhängige Wissenschaftliche Kommission beim Bundesministerium der Justiz zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Zuvor war er u.a. Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Memorium Nürnberger Prozesse.

Eine Kooperation mit dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

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Sat 17
December 2016
15:00

Norbert Wollheim Memorial

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

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Mon 12
December 2016
18:15

The UN 1951 Refugee Convention

Between Nation-State Sovereignty and the Non-Refoulement Principle

Lecture in English by Dr. Gilad Ben-Nun, Leipzig:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.811

Vortragsreihe »Grenzen, Flucht, Menschenrecht – Historische, psychoanalytische und sozialtheoretische Aspekte der Flüchtlingsdiskussion«

Die in die Europäische Union flüchtenden Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Regionen stellen die einzelnen Länder vor eine schwierige Situation. Wie soll das politische Handeln aussehen, wenn es einerseits um die Sicherung der Grundrechte, andererseits um die Zunahme von Ängsten und politische Verschiebungen geht? Aus historischer, psychoanalytischer und politikwissenschaftlicher Perspektive soll die aktuelle Debatte um das Asyl für Flüchtlinge diskutiert werden.

Alle Vorträge der Reihe:
›  14. März 2016, Vortrag von Prof. Dr. Sonja Buckel, Kassel:
Krise des europäischen Grenzregimes
›  10. Mai 2016, PD Dr. Susanne Heim, Berlin:
Die Judenverfolgung in Deutschland 1938 und die internationale Flüchtlingskonferenz von Evian
›  21. Juni 2016, Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Frankfurt am Main:
Psychoanalytische Überlegungen zum Projekt Step-by-Step in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Darmstadt
›  21. November 2016, Prof. Dr. Claus Leggewie, Essen:
Anti-Europäer – Breivik, Dugin, al-Suri & Co.
›  12. Dezember 2016, Dr. Gilad Ben-Nun, Leipzig:
The UN 1951 Refugee Convention. Between Nation-State Sovereignty and the Non-Refoulement Principle
›  23. Januar 2017, Dr. Serhat Karakayali, Berlin:
Vom Rand in die Mitte. Entwicklungen und Herausforderungen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit

Since its adoption, none of the 1951 Refugee Convention’s principles has been so vehemently contested and debated as its Article 33 – also known as the Non-Refoulement Principle. This simple stipulation of not returning a refugee back into the hands of his tormentors has been subject to deeply conflicting interpretations by supreme courts, national legislators, and popular public opinion. Fundamentally, all these debates revolve around one single question: Did the drafters of the 1951 Refugee Convention intrinsically intend for Non-Refoulement to override nation-state sovereignty – in favour of this normative bedrock for universal refugee protection?
In his talk at the Fritz Bauer Institute Dr. Ben-Nun will be presenting research results from his new book Asylum in Israel: Refugees and the history of Migration Law (London: I. B. Tauris, 2016) and from his forthcoming publication The Fourth Geneva Convention: The History of International Humanitarian law (London: I. B. Tauris, 2018).

Dr. Gilad Ben-Nun is an EU Commission Marie Curie Individual Fellow at the Law Faculty of Verona University – department for Public International Law, and an Associate Senior Researcher at Leipzig University's Centre for Area Studies. Between 2012 and 2015 he taught Global Studies and refugee and migration history both at Leipzig University and at the Institute for Peace and Security Studies of the University of Addis Ababa – Ethiopia. He holds a PhD from the Leipzig university with undergraduate degrees from the Hebrew University in Jerusalem. Between 2001 and 2008 he served in the UN, as a FORD Foundation Middle east research fellow, and then as a senior program officer for the United Nations development Program (UNDP).

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt und dem Sigmund-Freud-Institut – Forschungsinstitut für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, Frankfurt am Main und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

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Mon 05
December 2016
18:15

Dr. Hans-Joachim Hahn, Zürich/Graz, Dr. Klaus Holz, Berlin

Wo steht die Antisemitismusforschung?

Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Samuel Salzborn, Göttingen, Dr. Marcus Funck, Berlin

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 411

Eine Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main

Die Anschläge in Frankreich, die Zunahme fremdenfeindlicher Übergriffe in Deutschland und die Äußerungen von Vertretern der AfD oder Sprechern bei Pegida-Demonstrationen haben deutlich gemacht, dass es in Europa nach wie vor einen virulenten, möglicherweise auch ansteigenden Antisemitismus gibt. Diese Situation stellt nicht nur eine Herausforderung für Politik, Medien und Zivilgesellschaft, sondern auch und vor allem für die Antisemitismusforschung dar. Worin bestehen heute ihre Aufgaben? Wie sollte ihr Verhältnis zu anderen Wissenschaften und zur Zivilgesellschaft gestaltet werden? Was gilt es zu vermeiden? Und welche Perspektiven sollten in den Blick genommen werden?

Samuel Salzborn ist Professor für Grundlagen der Sozialwissenschaften am Institut für Politikwissenschaft der Georg-August-Universität Göttingen.
Markus Funck ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Antisemitismusforschung und Koordinator des Studiengangs »Interdisziplinäre Antisemitismusforschung«.
Hans-Joachim Hahn ist Literaturwissenschaftler und Mitherausgeber des Buches »Beschreibungsversuche der Judenfeindschaft«.
Klaus Holz ist Generalsekretär der Evangelischen Akademien in Deutschland und Mitglied des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus des Deutschen Bundestags.

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Thu 01
December 2016
18:15

Die NS-Vertreibung der jüdischen Gelehrten

Die Politik der Deutschen Forschungsgemeinschaft und die Reaktionen der Betroffenen

Vortrag von PD Dr. Karin Orth, Freiburg:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.802

In ihrem Vortrag analysiert Karin Orth den Umgang der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), einer der wichtigsten Akteurinnen des wissenschaftlichen Feldes, mit jüdischen Gelehrten und fragt nach den Folgen für die Betroffenen. Welche Maßnahmen, die zwischen 1920 und dem Beginn der 1960er Jahre von der DFG getroffen wurden, hatten Auswirkungen auf jüdische bzw. als »nichtarisch« oder »jüdisch versippt« bezeichnete Wissenschaftler? Anhand von Biographien der Betroffenen zeigt sie das gesamte Panorama der individuellen Verfolgungserfahrungen und wiederkehrenden Erfahrungsmuster auf: Widerstand und Suizid, Exil in der Türkei oder Flucht in die USA, Deportation und Shoah, Überleben in NS-Deutschland. Und nicht zuletzt geht es um die Frage: Wer kehrte nach Kriegsende zur DFG zurück, und wie verhielt sie sich gegenüber den NS-Verfolgten? Diese Einzelfallstudien erlauben allgemeine Rückschlüsse auf die NS- und die Nachkriegszeit.

PD Dr. Karin Orth, geb. 1963 in Frankfurt am Main, 1983–1990 Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Politologie und Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und an der Freien Universität Berlin. Seit 1997 akademische Mitarbeiterin der Universität Freiburg. Von 2001–2007 war sie wissenschaftliche Koordinatorin der Forschungsgruppe zur »Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1920–1970)«, aus der ihre Habilitation hervorging. 2007–2009 war sie Geschäftsführerin der Internationalen Graduiertenakademie an der Universität Freiburg sowie 2012/13 Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS). Habilitation 2015. Aktuelles Forschungsvorhaben: »Die im Nationalsozialismus vertriebenen DFG-Gremienmitglieder. Biografische Porträts.«
http://herbert.geschichte.uni-freiburg.de/mitarbeiter/orth_karin

Karin Orth, Die NS-Vertreibung der jüdischen Gelehrten. Die Politik der Deutschen Forschungsgemeinschaft und die Reaktionen der Betroffenen
Göttingen: Wallstein Verlag, 2016, 480 S., € 44,00
ISBN: 978-3-8353-1863-2

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Mon 28
November 2016
18:15

Frontdienst in Auschwitz

Das Höcker-Album. Auschwitz durch die Linse der SS

Vortrag mit Buchpräsentation von Dr. Stefan Hördler, Nordhausen:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Massenmord war in Auschwitz Alltagsroutine ganz normaler Männer und Frauen. Nach getaner Arbeit weit hinter der lebensgefährlichen Front suchten sie in ihrer Freizeit Entspannung und Erholung. Einer von ihnen war SS-Obersturmführer Karl Höcker (1911–2000), Adjutant des letzten Kommandanten von Auschwitz, Richard Baer (1911–1963). Er beschenkte sich zur Erinnerung an seine Dienstzeit (Mai 1944–Januar 1945) mit einem Foto-Album. Es zeigt die Akteure der Massenvernichtung im Sommer 1944 (»Ungarn-Aktion«) aus kameradschaftlicher Nähe. Sie erfreuten sich ihres Lebens und waren stolz auf ihr Tun, für das sie militärische Ehren erfuhren, leisteten sie doch, so Himmler, in Auschwitz heldenhaften Frontdienst. Dieses Album wurde 1945 von einem Angehörigen des amerikanischen Militärnachrichtendienstes CIC in Frankfurt am Main entdeckt und bis 2007 privat verwahrt.
Dr. Stefan Hördler, ein vorzüglicher Kenner der Geschichte von Auschwitz, fragt nach dem analytischen Wert des Albums als Schlüsselquelle zum Auschwitzer Mordpersonal.

Dr. Stefan Hördler ist Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Zu seinen zahlreichen Publikationen zählen u.a. Ordnung und Inferno. Das KZ-System im letzten Kriegsjahr, die 2015 im Wallstein Verlag erschien. Im selben Jahr gab er zusammen mit Volkhard Knigge u.a. den Begleitband zur Ausstellung Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, ebenfalls Wallstein Verlag, heraus, 2013 den Sammelband Der SA-Terror als Herrschaftssicherung. »Köpenicker Blutwoche« und öffentliche Gewalt im Nationalsozialismus (Metropol Verlag, Berlin).

Christophe Busch, Stefan Hördler, Robert Jan van Pelt, (Hrsg.)
Das Höcker-Album. Auschwitz durch die Linse der SS
Darmstadt: Verlag Philipp von Zabern, 2016, 340 S., 49,95
ISBN: 9783805349581

Zur Vorbereitung auf die Veranstaltung empfiehlt es sich, den Dokumentarfilm THE AUSCHWITZ ALBUM anzusehen.
https://youtu.be/X2pT1dbGs2A

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
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Thu 24
November 2016
20:00

Reaktionen der Bevölkerung auf »Euthanasie« und Holocaust

Vortrag von Frank Bajohr, München:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Eine gemeinsame Veranstaltung der
Gedenkstätte Hadamar und des Fritz Bauer Instituts

Prof. Dr. Frank Bajohr
ist der Wissenschaftliche Leiter des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte in München.
Er hat zahlreiche Studien zur Geschichte des Holocaust, des Antisemitismus und der NS-Zeit verfasst und herausgegeben, darunter: Der Holocaust. Ergebnisse und neue Fragen der Forschung (Hrsg., mit Andrea Löw, 2015); Volksgemeinschaft. Neue Forschungen zur Gesellschaft des Nationalsozialismus (Hrsg., mit Michael Wildt, 2009) sowie Der Holocaust als offenes Geheimnis. Die Deutschen, die NS-Führung und die Alliierten (mit Dieter Pohl, 2006).

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Thu 24
November 2016
13:00

Von der Euthanasie zum Holocaust

Parallelität oder Kausalität?

Tagung:

bis Samstag, 26. November 2016, 13:00 Uhr
in der Goethe-Universität Frankfurt am Main
und in der Gedenkstätte Hadamar

Eine gemeinsame Veranstaltung der
Gedenkstätte Hadamar und des Fritz Bauer Instituts


Organisation
Jörg Osterloh, Fritz Bauer Institut
Jan Erik Schulte, Gedenkstätte Hadamar

Die Beziehungen zwischen den NS-Krankenmordaktionen im Reich sowie in den besetzten Gebieten und der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden sind sowohl vielfältig wie auch bis heute umstritten. Die »Euthanasie«-Aktion T4 begann zeitlich vor dem systematischen Judenmord. Personal aus den Zentren des Krankenmordes wurde bei der Ermordung der polnischen Juden eingesetzt. Die Mordmethode, Gas, scheint Verbindungen geradezu anzubieten. Eine Reihe von Fragen schließen sich an: Wie stark waren oder gab es kausale Zusammenhänge? Wie sind die personellen Verflechtungen zu bewerten? Erwuchsen beide Mordaktionen aus verwandten ideologischen Wurzeln? Welche Rolle spielten Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten bei der Umsetzung der Mordprogramme? Ziele der Tagung sind, die gesellschaftlichen und staatlichen Grundlagen für die Ermordung kranker Menschen vor dem Hintergrund des Genozids an den Juden und dabei zugleich die Beziehungen zwischen zwei umfassenden NS-Mordprogrammen präziser zu bestimmen.

Donnerstag, 24. November 2016
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.801
13:00 Uhr
Begrüßung und Einführung

›  Jörg Osterloh (Fritz Bauer Institut)
›  Jan Erik Schulte (Gedenkstätte Hadamar)
13:30–15:45 Uhr
1. Sektion: Gesellschaftliche und ideelle Grundlagen

Moderation: Florian Schmaltz (Berlin)
›  Thomas Etzemüller (Oldenburg): Mordbrenner oder Sozialingenieure? Eine alternative Deutung der »ambivalenten Moderne«
›  Michael Schwartz (München): Biopolitik und »Euthanasie« im internationalen Kontext
›  Volker Roelcke (Gießen): Biopolitische Ideen als Voraussetzung für die »Euthanasie« bis 1938/39
16:15–17:45 Uhr
2. Sektion: Nationalsozialistische Politik

Moderation: Jan Erik Schulte (Gedenkstätte Hadamar)
›  Wolf Gruner (Los Angeles): Judenverfolgung und Judenpolitik bis Kriegsbeginn
›  Uwe Kaminsky (Bochum): Sterilisation und »Euthanasie« – Marginalisierung und Notstandsdenken
20:00–21:45 Uhr
Öffentlicher Abendvortrag

Moderation: Jörg Osterloh (Fritz Bauer Institut)
›  Frank Bajohr (München): Reaktionen der Bevölkerung auf »Euthanasie« und Holocaust

Freitag, 25. November 2016
Gedenkstätte Hadamar, Mönchberg 8, 65589 Hadamar
www.gedenkstaette-hadamar.de
10:00–12:00 Uhr
Rundgang Gedenkstätte Hadamar
13:00–15:15 Uhr
3. Sektion: Übergänge zwischen »Euthanasie« und Holocaust

Moderation: Markus Roth (Gießen)
›  Monica Kingreen (Pädagogisches Zentrum Frankfurt): Verschleppung und Ermordung jüdischer Kranker 1940/41: Das Beispiel Hessens
›  Enno Schwanke (Köln): Die »Musterheilanstalt« Tiegenhof – Jüdische Patientinnen und Patienten als erste Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie« in Polen
›  Astrid Ley (Oranienburg): Vom Krankenmord zum Genozid. Die »Aktion 14f13« in den Konzentrationslagern
15:45–18:00 Uhr
4. Sektion: Transfer von Personal und Technologie?
Moderation: Wolf Gruner (Los Angeles)
›  Hagen Markwardt (Pirna): Von Auschwitz nach Sonnenstein. Die »Sonderbehandlung 14f13« und die »Effizienz« des NS-Krankenmords
›  Sara Berger (Rom): »Das Umbringen war schon ihr Beruf«. Das Personal der »Aktion T4« in den Vernichtungslagern der »Aktion Reinhardt«
›  Jan Erik Schulte (Gedenkstätte Hadamar): Kein einfacher Nexus: Auschwitz, die »Aktion Reinhardt« und die NS-Krankenmorde

Samstag, 26. November 2016
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 311
9:00–12:00 Uhr
5. Sektion: Justizielle Ahndung und gesellschaftliche Reaktionen

Moderation: Ulrike Weckel (Gießen)
›  Paul Weindling (Oxford): »Euthanasie«-Verbrechen vor den Nürnberger Tribunalen
›  Edith Raim (Wien): Die Ahndung von »Euthanasie«- und Holocaustverbrechen durch die Justiz in Westdeutschland seit 1945
›  Hagen Markwardt (Pirna): Der Dresdner »Euthanasie«-Prozess 1947
›  Katharina Rauschenberger (Fritz Bauer Institut): Die Rolle des Ostberliner Rechtsanwalts Friedrich Karl Kaul in westdeutschen »Euthanasie«-Prozessen
12:00–13:00 Uhr
Abschlussdiskussion und Ende der Tagung

Veranstaltungsprogramm als pdf-Datei
Von der Euthanasie zum Holocaust

Anmeldung
Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung; diese wird in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Bitte genaue Angabe, an welchen Tagen die Teilnahme erwünscht ist.
Anmeldeschluss: 7. November 2016
Anmeldung an: d.becker(at)fritz-bauer-institut.de

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Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
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Mon 21
November 2016
18:15

Anti-Europäer

Breivik, Dugin, al-Suri &amp; Co.

Vortrag von Prof. Dr. Claus Leggewie, Gießen/Essen:

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 411

Die Veranstaltung ersetzt den ursprünglich für den 31. Oktober 2016 angekündigten Veranstaltungstermin der Vortragsreihe »Grenzen, Flucht, Menschenrecht – Historische, psychoanalytische und sozialtheoretische Aspekte der Flüchtlingsdiskussion«

Die in die Europäische Union flüchtenden Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Regionen stellen die einzelnen Länder vor eine schwierige Situation. Wie soll das politische Handeln aussehen, wenn es einerseits um die Sicherung der Grundrechte, andererseits um die Zunahme von Ängsten und politische Verschiebungen geht? Aus historischer, psychoanalytischer und politikwissenschaftlicher Perspektive soll die aktuelle Debatte um das Asyl für Flüchtlinge diskutiert werden.

Alle Vorträge der Reihe:
›  14. März 2016, Vortrag von Prof. Dr. Sonja Buckel, Kassel:
Krise des europäischen Grenzregimes
›  10. Mai 2016, PD Dr. Susanne Heim, Berlin:
Die Judenverfolgung in Deutschland 1938 und die internationale Flüchtlingskonferenz von Evian
›  21. Juni 2016, Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Frankfurt am Main:
Psychoanalytische Überlegungen zum Projekt Step-by-Step in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Darmstadt
›  21. November 2016, Prof. Dr. Claus Leggewie, Essen:
Anti-Europäer – Breivik, Dugin, al-Suri & Co.
›  12. Dezember 2016, Dr. Gilad Ben-Nun, Leipzig:
The UN 1951 Refugee Convention. Between Nation-State Sovereignty and the Non-Refoulement Principle
›  23. Januar 2017, Dr. Serhat Karakayali, Berlin:
Vom Rand in die Mitte. Entwicklungen und Herausforderungen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit

Man könnte die selbsternannten Erben der Konservativen Revolution belächeln, würden sie es bei verbalem Radikalismus belassen und ohne Resonanz bleiben. Wären sie jedoch auch nur teilweise erfolgreich, stünde am Ende ein radikal anderes, autoritäres, fundamentalistisches Europa – statt kulturellem Pluralismus weiße Suprematie, statt Religionsfreiheit Gottesstaat, statt Demokratie Autokratie, statt Gleichberechtigung Patriarchat, statt Individualität Unterwerfung.
Claus Leggewie versteht sein aktuelles Buch Anti-Europäer. Breivik, Dugin, al-Suri & Co. als ein Stück Gegnerforschung. Er analysiert die Schriften dreier extremer Nationalisten unterschiedlicher Art, deren Gemeinsamkeit jedoch in ihrem Hass auf einen kulturellen Pluralismus und ihre Begeisterung für einen völkisch-autoritären Nationalismus zu sehen ist.

Prof. Dr. Claus Leggewie ist Professor für Politikwissenschaften in Gießen und Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Mitherausgeber der Blätter für deutsche und internationale Politik. Seine beiden zuletzt erschienenen Monographien sind Mut statt Wut. Aufbruch in eine neue Demokratie, (Hamburg: Edition Körber-Stiftung, 2011) und Der Kampf um die europäische Erinnerung. Ein Schlachtfeld wird besichtigt (gemeinsam mit Anne Lang, München: C.H.Beck Verlag, 2011).

Claus Leggewie
Anti-Europäer. Breivik, Dugin, al-Suri & Co.
Berlin: Suhrkamp Verlag, 2016
Kartoniert, 176 S., € 15,–
ISBN 9783518071458

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt und dem Sigmund-Freud-Institut – Forschungsinstitut für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, Frankfurt am Main und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

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