Für den 17. November 2025 hatte das Neusser Auktionshaus Felzmann unter dem Titel »Das System des Terrors, Volume II, 1933–1945« die Versteigerung hunderter Häftlingsbriefe aus deutschen Konzentrationslagern, Schriftstücken aus verschiedenen Verfolgungskontexten sowie Täterdokumenten geplant. Dagegen legte das Fritz Bauer Institut am 10. November 2025 in einer Pressemitteilung Protest ein. Mehrere Gedenkstätten, Forschungseinrichtungen sowie das Internationale Auschwitz Komitee nahmen die Initiative auf und sprachen sich ebenfalls gegen einen kommerziellen Handel mit Dokumenten der NS-Verfolgung und des Holocaust aus. Die Auktion löste ein internationales Presseecho aus, in dessen Folge sich sowohl der polnische als auch der deutsche Außenminister und die nordrhein-westfälische Staatskanzlei mit der Angelegenheit beschäftigten. Die Auktion wurde daraufhin am 16. November 2025 abgesagt. Unklar blieb zunächst, was mit den Dokumenten in der Folge geschehen würde.
Wie der WDR nun berichtet, hat das Land Nordrhein-Westfalen die Unterlagen mit Hilfe privater Spenden vom Auktionshaus Felzmann angekauft und am 30. Januar 2026 der Stiftung Auschwitz-Birkenau übergeben. Öffentliche Gelder seien hierfür nicht verausgabt worden. Ein Teil der Dokumente wurde offenbar bereits vorher an eine Stiftung übergeben, die in Haifa ein Holocaust-Museum unterhält. Das Fritz Bauer Institut begrüßt diese Entwicklung.
Für weitere Informationen siehe Website des WDR:
› Nach abgesagter Auktion in Neuss: 428 Holocaust-Zeugnisse in Warschau