Veranstaltungen & Ausstellungen

Veranstaltungsarchiv

Sa 17
August 2019
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: N.N.

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

Kontakt

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
+49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Sa 20
Juli 2019
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Thomas Siurkus

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

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Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
+49 (0)69 798 322-40
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Mi 10
Juli 2019
18:15

Die neuen Imperien der Gewalt.

Deutschland, Japan und Italien 1931–1945

Vortrag von Prof. Dr. Dieter Pohl

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz
Hörsaalzentrum, Raum HZ 14

Der Holocaust ist nicht verständlich ohne die gewalttätige Expansion des nationalsozialistischen Deutschlands in Europa. Sie steht im Kontext der Zerstörung des internationalen Systems durch Japan, Italien und Deutschland seit 1931. Im Vortrag sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Vorgehen der drei »Achsenmächte« beleuchtet werden, sowohl in der imperialen Politik als auch bei der Massengewalt, die dabei ausgeübt wurde. Dies führt zur Frage danach, was neu war am Imperialismus dieser drei Mächte in den 1930er und 1940er Jahren. Zugleich wird der Zusammenhang zwischen kontinentaler Expansion und radikaler Vernichtungspolitik analysiert.

Prof. Dr. Dieter Pohl

ist Professor für Zeitgeschichte und stellvertretender Vorstand des Instituts für Geschichte an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

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Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
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Di 09
Juli 2019
16:00

Die andere Frankfurter Schule:

Karl Mannheim und die Frankfurter Soziologie der 1930er Jahre

Vortrag von Prof. Dr. Natan Sznaider

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG-Farben Haus, Raum 1.414

Karl Mannheim gilt zu Recht als einer der wichtigsten Begründer der Weimarer Wissenssoziologie. Sein neues soziologisches Programm stellte er in seiner Zeit in Frankfurt zwischen 1930 und 1933 vor. Sein Leben und seine Karriere waren auch Teil der Krise der europäischen Moderne vor dem Aufstieg des Nationalsozialismus. Mannheim war ein ungarischer Jude, der sowohl aus Ungarn als auch aus Deutschland emigrieren musste. Dieser Vortrag möchte der Frage nachgehen, ob es eine jüdisch kosmopolitische Perspektive für Europa gibt. Und wenn ja, ist diese Perspektive religiös, ethnisch oder politisch? Gibt es so etwas wie ein jüdisches Europa oder ein Europa der Juden? Kann man überhaupt von jüdischen Stimmen oder einer jüdischen Epistemologie sprechen, ohne das Denken auf Herkunft und Geburt zu beschränken? Das sind beileibe keine Randfragen, sondern Schlüsselfragen, die das Tor zu den Rätseln und Unbegreifbarkeiten im Gedächtnisraum Europa aufschließen: Gibt es eine jüdische Nation ohne Territorium, die verstreut und über Grenzen hinweg in Europa lebt(e)? Waren die europäischen Juden gleichzeitig assimiliert, orthodox, jüdisch und nicht-jüdisch? Und ist es gerade dieses Nicht-Dazugehören, das auf die ontologische Bosheit des antisemitischen Bewusstseins und die Entschiedenheit des antisemitischen Staates traf? Ich werde diesem Problem näher nachgehen, indem ich mir einige Aspekte der Schriften des Soziologen Karl Mannheim und seines Kreises jüdischer Studenten und Studentinnen in Frankfurt ansehen werde. Dort hatte er einen Lehrstuhl für Soziologie inne, bevor er von den Nazis vertrieben wurde. Mannheim wurde vorgeworfen, die typisch jüdische Heimatlosigkeit des entfremdeten Geistes zu formulieren, ja sogar Soziologie als jüdische Wissenschaft zu verunglimpfen.

Natan Sznaider

1954 in Mannheim als Kind aus Polen stammender staatenloser Überlebender der Shoah geboren, ging 1974 nach Israel und studierte an der Universität von Tel Aviv Soziologie, Psychologie und Geschichte. Er lehrt heute als Professor für Soziologie am Academic College of Tel Aviv-Yaffo und ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen. Sein Buch, Gesellschaften in Israel: Eine Einführung in zehn Bildern, wurde 2017 im Jüdischen Verlag im Suhrkamp Verlag veröffentlicht. Anfang Februar ist der gemeinsam mit Christian Heilbronn und Doron Rabinovici herausgegebene Band, Neuer Antisemitismus? Fortsetzung einer globalen Debatte, in der Edition Suhrkamp erschienen.
 
Eine Kooperationsveranstaltung der Frankfurt Memory Studies Platform (eine Initiative des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main) und des Fritz Bauer Instituts.

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Mi 03
Juli 2019
18:15

Die Spätverfolgung von NS-Verbrechen durch die deutsche Strafjustiz

Vortrag von PD Dr. Boris Burghardt

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 454

Mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs finden in Deutschland noch immer Strafverfahren gegen Beteiligte an den NS-Verbrechen statt. Nie zuvor hat es Prozesse gegeben mit einer größeren zeitlichen Distanz zwischen den vorgeworfenen Taten und ihrer strafrechtlichen Ahndung. Der Vortrag beleuchtet die Spätverfolgung von NS-Verbrechen durch die deutsche Justiz aus verschiedenen Perspektiven. Konnte sie neue strafjuristische oder vergangenheitspolitische Akzente setzen? War sie überhaupt legitim? Oder steht am Ende die Erkenntnis, dass es zwar Vergangenheit gibt, die nicht vergeht, dass justizielle Tätigkeit aber einen Horizont haben sollte, der nicht allein durch die Lebenszeit der Tatbeteiligten bestimmt wird?

PD Dr. Boris Burghardt

ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für deutsches und internationales Strafrecht, Strafprozessrecht und Juristische Zeitgeschichte der Humboldt Universität zu Berlin.

Im Sommersemester 2019 ist PD Dr. Boris Burghardt Inhaber der Michael Hauck Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung am Fritz Bauer Institut.

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Fr 28
Juni 2019
17:30

Ernst Klee (1942–2013)

Ein Pionier der medizinischen Zeitgeschichte

Vortrag von Prof. Dr. Walter H. Pehle

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.801

Keynote zur internationalen Tagung:
Der nationalsozialistische Krankenmord in Europa
27. bis 29. Juni 2019, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Tagungsprogramm (pdf-Datei)

Mit einem bebilderten Vortrag soll an einen »produktiven Außenseiter« der Zeitgeschichtsforschung erinnert werden, der mehr als 20 Bücher mit einer Gesamtauflage von rund einer halben Million Exemplaren vorgelegt hat. In den 1970er und 1980er Jahren galt Klees Engagement der Behinderten-Bewegung. Seit Beginn der 1980er Jahre befasste er sich mit der Zeit des Nationalsozialismus. Daraus ist ein umfangreiches publizistisches Œuvre mit richtungweisenden Arbeiten hervorgegangen. Täter und Opfer wurden darin namentlich genannt. Die (Fach-)Presse und einige wenige Medizinhistoriker erkannten die Bedeutung von Klees Arbeit, während die professionelle Geschichtswissenschaft dazu lange schwieg. Klee hat allein gearbeitet, ohne institutionelle und ohne finanzielle Unterstützung. Der Ausnahme-Autor verdient unser aller Anerkennung.

Prof. Dr. Walter H. Pehle

ist Verlagslektor und Honorarprofessor an der Universität Innsbruck. Über zwanzig Jahre lang war er Herausgeber der Buchreihe Die Zeit des Nationalsozialismus (»Schwarze Reihe«) im S. Fischer Verlag in Frankfurt. Walter Pehle wohnt in Dreieich-Buchschlag.

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Norbert-Wollheim-Platz 1
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Do 27
Juni 2019
18:15

BITTE BEACHTEN: DIE VERANSTALTUNG FÄLLT KRANKHEITSBEDINGT LEIDER AUS.

Judenhass im Internet. Antisemitismus als kulturelle Konstante und kollektiver Gefühlswert

Vortrag von Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel

Goethe-Universität Frankfurt am Main

Weltweit nimmt die Verbreitung von Antisemitismen über das Internet drastisch zu. Dabei zeigt sich, dass uralte judenfeindliche Stereotype sich mit aktuellen Konzeptualisierungen verbinden. Anhand zahlreicher Beispiele wird erörtert, dass sich zwar oberflächlich kommunikative Prozesse im digitalen Zeitalter verändern, der alte kollektive Hass gegenüber Juden jedoch ungebrochen die semantische Grundlage bildet. Antisemitismus ist nicht bloß ein Vorurteilssystem, sondern auch ein auf Phantasmen basierendes Weltdeutungssystem, das über Sprachgebrauchsmuster ständig reproduziert wird und, ungeachtet der Erfahrung des Holocaust, im kollektiven Bewusstsein lebendig bleibt.

Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel

ist Antisemitismusforscherin am Institut für Sprache und Kommunikation der TU Berlin. Voraussichtlich im Juni 2019 erscheint ihr Buch Judenhass im Internet.

Monika Schwarz-Friesel
Judenhass im Internet
Antisemitismus als kulturelle Konstante und kollektives Gefühl
Berlin, Leipzig: Hentrich & Hentrich, 2019
144 S., 10 Abb., € 17,90
ISBN: 978-3-95565-325-5

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums Frankfurt sowie dem Förderverein des Fritz Bauer Instituts e.V.

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Do 27 - Sa 29
Juni 2019

Der nationalsozialistische Krankenmord in Europa

Internationale Tagung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Donnerstag: IG Farben-Haus, Nebengebäude, Raum 1.741a
Freitag: Casino, Raum 1.801
Samstag: Casino, Raum 1.811

Mit Gerrit Hohendorf, Florian Schwanninger, Michal V. Šimůnek, Cecile aan de Stegge, Robert Parzer u. a.

Dem Mordprogramm, das die Nationalsozialisten »Euthanasie« nannten, fielen zwischen 1939 und 1945 nach derzeitigem Kenntnisstand rund 300.000 Menschen zum Opfer: psychisch Kranke und geistig Behinderte, Männer, Frauen und Kinder. Der Krankenmord fand nicht nur in Deutschland statt, sondern war auch Teil der deutschen Kriegsführung in den überfallenen Ländern Europas. Während in Österreich, im Sudetenland und im Protektorat Böhmen und Mähren ebenso wie im »Altreich« in den Krankenanstalten gemordet wurde, kamen in den eingegliederten polnischen Gebieten auch mobile Gaswagen zum Einsatz; im Generalgouvernement, im Baltikum, in der Ukraine und anderswo in der besetzten Sowjetunion wurden die Kranken überwiegend von den Einsatzkommandos des Sicherheitsdienstes und der SS erschossen, vergast oder auf andere Weise ermordet. In Polen belief sich die Zahl der Getöteten auf schätzungsweise mindestens 17.000 Menschen, ebenso in der Sowjetunion, dort dürfte die tatsächliche Zahl jedoch noch deutlich höher liegen. Über das Schicksal der Anstaltsinsassen in den besetzten Gebieten in Westeuropa – vor allem in Belgien, den Niederlanden und in Frankreich – ist bis heute wenig bekannt.

Ziel der internationalen Tagung, die das Fritz Bauer Institut veranstaltet und dabei mit der Gedenkstätte Hadamar kooperiert, ist es, die Dimension des nationalsozialistischen Krankenmordes in Europa zu erschließen. Wer waren die Verantwortlichen? Unter welchen Umständen lebten die Kranken und welche Rolle spielte die Mangelwirtschaft im Krieg für ihre Lebensbedingungen? Welche Beziehungen bestanden zwischen Besatzungsregime und einheimischen Gesundheitsverwaltungen? Wie gingen die Krankentötungen vonstatten? Was lässt sich über die Reaktionen der Zivilbevölkerungen sagen? Und in welchem Bezug stand die Ermordung von Psychiatriepatienten und Heimbewohnern zum Massenmord an den Juden? Es geht darum, Antworten auf diese Fragen zu finden und auch Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Mordpolitik in Ost- und Westeuropa, in den annektierten und besetzten Gebieten herauszuarbeiten.

Der nationalsozialistische Krankenmord in Europa

Tagungsprogramm (pdf-Datei)

Im Rahmen der Tagung findet ein öffentlicher Vortrag von Walter H. Pehle statt:
Ernst Klee (1942–2013)
Ein Pionier der medizinischen Zeitgeschichte

Freitag, 28. Juni 2019, 17:30 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Casino, Raum 1.801

Internationale Tagung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit der Gedenkstätte Hadamar.
Wir danken Frau Dr. Dorothee Freudenberg für die Finanzierung dieser Tagung.

Barrierefreiheit

Alle Räume, in denen die Tagung stattfindet, sind barrierefrei zu erreichen. Falls Sie eine Auffahrtgenehmigung für den Campus Westend benötigen, um nah an das Veranstaltungsgebäude herfahren zu können, wenden Sie sich bitte an Frau Hannah Hecker:
sekretariat.steinbacher(at)fritz-bauer-institut.de

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Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi 26
Juni 2019
18:15

Fritz Bauer Lecture:

Anatomy of a Genocide. Lessons of Studying Mass Murder on the Local Level

Lecture by Prof. Dr. Omer Bartov in English

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz
Hörsaalzentrum, Raum HZ 14

For more than four hundred years, the Eastern European border town of Buczacz – today part of Ukraine – was home to a highly diverse citizenry. It was here that Poles, Ukrainians, and Jews all lived side by side in relative harmony. Then came World War II, and three years later the entire Jewish population had been murdered by German and Ukrainian police, while Ukrainian nationalists eradicated Polish residents. In his talk, Omer Bartov will explain how ethnic cleansing doesn’t occur as is so often portrayed in popular history, with the quick ascent of a vitriolic political leader and the unleashing of military might. It begins in seeming peace, slowly and often unnoticed, the culmination of pent-up slights and grudges and indignities. The perpetrators aren’t just sociopathic soldiers. They are neighbors and friends and family.

Prof. Dr. Omer Bartov

is John P. Birkel and Distinguished Professor of European History at the Brown University in Providence, Rhode Island. He is the author of Anatomy of a Genocide: The Life and Death of a Town Called Buczacz.

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Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mo 17 - Di 18
Juni 2019

»Blickwinkel«-Tagung 2019:

Die Rückseite der Nation – Nationalismus und Antisemitismus

10. Tagung der Reihe »Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft«

GLS Campus
Kastanienallee 82
10435 Berlin

Im Jahr 2010 hat die Sarrazin-Debatte eine Wende eingeleitet. Schien der »Nationalstolz« während der Fußballweltmeisterschaft 2006 noch positiv besetzt, so zeigte er seitdem wieder sein wahres Gesicht. Das Eigene und das Fremde kamen wieder stärker zum Tragen. Der positiv konnotierte Patriotismus schlug an vielen Stellen um in aggressiven Nationalismus, dem nicht nur Rassismus, sondern auch Antisemitismus immanent ist. Jüdinnen und Juden passen nicht in die Logik des Nationalismus. Sie gelten als die »Dritten der Nation«, als außerhalb der binären Weltsicht vom Eigenem und dem Fremden stehend. Sie verkörpern Ambivalenzen, Konflikte und Widersprüche und damit scheinbar alles, was die nationale Einheit gefährden könnte. Ethnischer Nationalismus durch Rückbesinnung auf nationale Mythen und die Entwertung anderer Nationalitäten, ethnischer Gruppen und gesellschaftlicher Minderheiten findet sich in allen Teilen der Gesellschaft, auch bei jenen, die aus aller Welt kommend in Deutschland zu Hause sind.
Die Tagung will deshalb sowohl den »autochthonen« deutschen als auch den ethnischen Nationalismus von »Migrant*innen« vor der Folie eines antisemitismuskritischen Ansatzes reflektieren. Was hat nationales Bewusstsein heute mit antijüdischen Ressentiments zu tun? Was ist das Problematische am Nationalismus und bestehen Unterschiede zum Patriotismus? Kann Nationalismus ohne die Ausgrenzung von Minderheiten funktionieren? Welche pädagogischen Konzepte eignen sich zum Umgang mit Nationalismus?

Tagungsprogramm 2019

Tagungsflyer (pdf-Datei)

Veranstalter

Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main
In Kooperation mit
Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«
Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin
Pädagogisches Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt
Gefördert vom
Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!«

Tagungsreihe »Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft«, 2011–2019

Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit – Migrationsgesellschaft, Konkurrenzen, Bildungsstrategien: Diese Stichworte prägen zunehmend die gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und mit ausgrenzenden Denk- und Deutungsmustern. Vielfach schwankt die Diskussion zwischen Eifer und Orientierungslosigkeit, zwischen eindeutigen Positionen und Differenziertheit. Die Tagungsreihe beleuchtet aktuelle Analysen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente. Die Veranstaltungsreihe lädt zum Austausch und zur Vernetzung von Wissenschaft und pädagogischer Praxis ein.

Die bisherigen Tagungen der »Blickwinkel«-Reihe
  • Berlin, 26./27. Oktober 2011: »Bildungsraum Lebenswelt«
  • Frankfurt am Main, 3./4. Mai 2012: »Bildungsansatz Alltagskultur«
  • Köln, 29./30. Oktober 2012: »Bildungszugang Gender«
  • Nürnberg, 9./10. September 2013: »Kontext Nahostkonflikt«
  • Jena, 22./23. September 2014: »Antisemitismus und Rassismus – Verflechtungen«
  • Kassel, 8./9. Juni 2015: »Religion: Diskurse – Reflexionen – Bildungsansätze«
  • Kassel, 9./10. Juni 2016: »Kommunikation: Latenzen – Projektionen – Handlungsfelder«
  • Frankfurt am Main, 19./20. Juni 2017: »Rechtspopulismus und Judenfeindschaft. Kontinuitäten – Brüche – Herausforderungen«
  • Hannover, 18./19. Juni 2018: »Radikal Antisemitisch! Bildungsansätze – Prävention – Intervention«
  • Berlin, 17./18. Juni 2019: »Die Rückseite der Nation – Nationalismus und Antisemitismus«
Anmeldung und Information

Anmeldeschluss: Freitag, 17. Mai 2019
Die Veranstalter übernehmen die Unterkunftskosten für eine Übernachtung in Berlin. Reisekostenzuschüsse können leider nicht angeboten werden.
Tagungsort: GLS Campus Berlin
Weitere Informationen, Material und Berichte:
www.bs-anne-frank.de/blickwinkel

Kontakt

Bildungsstätte Anne Frank e.V.
Siraad Wiedenroth
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
Tel.: 069.56 000 253
swiedenroth(at)bs-anne-frank.de
www.bs-anne-frank.de

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