Fritz Bauer Institut

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Veranstaltungen Januar 2019

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Vortrag von Prof. Dr. Christian Wiese:
»Tragt ihn mit Stolz, den gelben Fleck!«
Robert Weltschs Deutung des Zionismus im Angesicht von Nationalsozialismus und Shoah

Mittwoch, 16. Januar 2019, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main,
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1,
Casino-Gebäude, Raum 1.812
Im April 1933 veröffentlichte der zionistische Journalist Robert Weltsch in der Jüdischen Rundschau angesichts des vom Nazi-Regime verordneten Boykotts jüdischer Geschäfte und der sich zuspitzenden Diskriminierungspolitik seine berühmt gewordene Artikelserie »Tragt ihn mit Stolz, den gelben Fleck!«. Weltsch, der aus den Kreisen des Prager Kulturzionismus stammte, forderte darin die jüdische Minderheit in Deutschland auf, sich selbstbewusst zu ihrer eigenständigen ethnischen und kulturellen Identität zu bekennen, von den Nazis jedoch eine Anerkennung ihrer Minderheitenrechte zu erwirken. Zehn Jahre später, angesichts der nun mörderischen Verfolgung der Juden Europas, bedauerte er den Bezug auf den »gelben Fleck« zutiefst.
Im Vortrag wird gefragt, welche Intentionen Weltsch 1933 bewegten und wie er zu dieser Zeit das Verhältnis von Zionismus und Nationalsozialismus interpretierte. Skizziert wird ferner der weitere politische Denkweg Weltschs, der vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zwischen der Einsicht in die zunehmende Bedrohung der deutschen Juden und seiner Skepsis gegenüber einer raschen jüdischen Immigration nach Palästina schwankte. 1939 emigrierte Weltsch nach Palästina.

Prof. Dr. Christian Wiese
ist Lehrstuhlinhaber der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

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Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de

Öffentliche Führung:
Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Samstag, 19. Januar 2019, 15:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon
Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Thomas Siurkus

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

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An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
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Filmvorführung und Gespräch mit Felix Kuballa:
GESUCHT WIRD … JOSEF MENGELE
Dokumentarfilm, WDR 1985

Mittwoch, 23. Januar 2019, 20:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main,
Campus Bockenheim, Pupille – Kino in der Uni,
Studierendenhaus, Mertonstr. 26–28
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

In der Dokumentarfilmreihe »Gesucht wird …« produzierte der WDR-Fernsehjournalist und Filmemacher Felix Kuballa 1985 einen Film über Josef Mengele. Mengele war zwischen 1943 und 1945 Lagerarzt im Konzentrationslager Auschwitz und dort an Selektionen beteiligt. Mit den Inhaftierten und vorzugsweise mit Zwillingspaaren führte er grausame medizinische Versuche durch. Seine Lebensgeschichte in der Zeit nach 1945, die er unbehelligt erst in Argentinien, später in Paraguay und Brasilien verbrachte, ist das Thema dieses Films.
 
Felix Kuballa
arbeitete viele Jahre beim WDR und wurde mehrfach mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Er lebt in Köln.

Eine Kooperation mit Pupille e.V. – Kino in der Uni und dem AStA der Goethe-Universität Frankfurt am Main

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Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
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Vortrag von Prof. Dr. Norbert Frei:
»Niemand will Nazi gewesen sein«
Überlegungen zur Nachgeschichte des »Dritten Reiches«

Donnerstag, 24. Januar 2019, 18:30 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main,
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1,
Casino-Gebäude, Raum 1.801
»Ihr werdet überhaupt keine Nazis finden, keiner will Nazi gewesen sein, die müsst ihr erst suchen.« Mit dieser Prophezeiung hatte Hellmuth Freiherr von Rauschenplat im März 1945 im Marinehafen von Dover alliierte Soldaten verabschiedet, die demnächst in Deutschland Teil der Besatzungsverwaltung werden sollten. Der adlige Antifaschist und spätere Remigrant sollte recht behalten: Schon in ihren ersten Begegnungen mit den Besatzern ging die große Mehrheit der Deutschen auf Abstand zu Hitler und dem verflossenen Regime, und noch vor Gründung der beiden deutschen Staaten war aus dieser pauschalen Distanzierung in Ost und West, wenngleich auf unterschiedliche Weise, die neue Staatsraison geworden. Der Vortrag versucht, die Nachgeschichte des Nationalsozialismus ausgehend von den beiden deutschen Wegen der Transformation der vormaligen Volksgenossen zu entwickeln.

Prof. Dr. Norbert Frei ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts.

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Norbert-Wollheim-Platz 1
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Masterclass mit Prof. Dr. Norbert Frei:
Die Deutschen und die NS-Vergangenheit seit 1945
Verweigerung, Engagement und Ermüdung im »Erinnerungsdienst«

Freitag, 25. Januar 2019, 09:00 Uhr
Veranstaltungsende: 13:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main,
Campus Westend, Max-Horkheimer-Str. 4,
Seminarhaus, Raum SH 5.107
Voraussetzung für die Teilnahme an der Masterclass ist die Lektüre zweier kurzer, noch unveröffentlichter Essays von Norbert Frei, die zusammengenommen eine knappe, vor allem diskursgeschichtlich angelegte Chronik des Umgangs der Deutschen mit der NS-Vergangenheit seit 1945 bilden.

Zur Vorbereitung und Strukturierung des Gesprächs sind alle Teilnehmenden gebeten, ihre Gedanken, Fragen und Diskussionswünsche zu den beiden Texten im Umfang von insgesamt maximal drei Seiten niederzuschreiben und bis zum 18. Januar 2019 per Mail einzuschicken. Die entsprechenden Texte erhalten Sie nach der Anmeldung.

Eine Teilnahme ist nur mit Einladung möglich.

Prof. Dr. Norbert Frei ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts.

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Ausstellungseröffnung mit einem
Vortrag von Dr. Petra Rentrop-Koch:
Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung

Freitag, 25. Januar 2019, 17:00 Uhr
Institut für Stadtgeschichte,
Münzgasse 9, Frankfurt am Main
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

25 Jahre nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Belarus und Deutschland erarbeitete das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund gemeinsam mit seiner Partnerorganisation in Minsk und der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« eine Ausstellung, in der die zwischen 1942 und 1943 von den Deutschen begangenen Gewaltverbrechen in Malyj Trostenez dokumentiert werden. Die Wanderausstellung wurde nach ihrer Premiere in Minsk in vielen deutschen Städten gezeigt, aus denen Juden nach Minsk deportiert worden waren. Auch aus Frankfurt gab es Transporte nach Minsk. Ein kleiner lokaler Schwerpunkt geht auf einige Opfer aus Frankfurt ein.
Die Ausstellung ist vom 26. Januar bis zum 17. März 2019 im Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main zu sehen.

Malyj Trostenez bei Minsk in Weißrussland war während der deutschen Besatzung ein Schauplatz nationalsozialistischer Massenverbrechen. Im Wald nahe der zum Arbeitslager umfunktionierten örtlichen Kolchose wurden Zehntausende von Menschen erschossen oder in Gaswagen erstickt. Juden aus dem »Großdeutschen Reich« sowie aus Minsk und Umgebung waren die Hauptopfergruppe. Während des Partisanenkriegs wurden dort auch nichtjüdische Einheimische ermordet. Die Gesamtopferzahl wird heute auf mindestens 60.000 Menschen geschätzt. Der Vortrag skizziert die Geschichte von Malyj Trostenez und verortet sie im Kontext des Holocaust und des Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion. Außerdem widmet er sich den unterschiedlichen Opfergruppen und ihren Überlebenschancen.

Dr. Petra Rentrop-Koch
hat ihre Dissertation zum Thema verfasst und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin.

Anmeldung

Bitte beachten Sie, dass bei der Ausstellungseröffnung nur eine begrenzte Zahl von Sitzplätzen zur Verfügung gestellt werden kann. Um Anmeldung bis Montag, 14. Januar 2019 wird gebeten. Bitte per E-Mail an das Institut für Stadtgeschichte:
info.amt47(at)stadt-frankfurt.de

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung

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Eröffnung der Wanderausstellung
»Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz.
Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus«
mit einem Vortrag von Prof. Dr. Sybille Steinbacher:
Auschwitz. Eine Stadt und ihr Lager

Sonntag, 27. Januar 2019, 11:00 Uhr
Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Hansastr. 3, 44137 Dortmund
Prof. Dr. Sybille Steinbacher ist Direktorin des Fritz Bauer Instituts und Inhaberin des Lehrstuhls für die Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Ausstellungszeitraum:
Sonntag, 27. Januar bis Sonntag, 7. April 2019
Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Hansastr. 3, 44137 Dortmund

Öffnungszeiten
Di., Mi., Fr. und So.: 10:00–17:00 Uhr
Do.: 10:00–20:00 Uhr, Sa.: 12:00–17:00 Uhr
Der Eintritt für die Ausstellung ist frei.
Für die öffentlichen Führungen ist eine Gebühr von 3 Euro pro Person fällig.

Informationen zur Ausstellung

Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Tel.: 0231.5026028
info.mkk(at)stadtdo.de
www.mkk.dortmund.de
Nordstadtblogger – Nachrichten aus Dortmund

Anmeldung für Schulkassen und Gruppen
Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
Tel. 0231.5025002
Di. bis So. 10:00–17:00 Uhr

Der Chemiekonzern IG Farben ließ ab 1941 in unmittelbarer Nähe zum Konzentrationslager Auschwitz eine chemische Fabrik zur Produktion von Buna errichten, einem für die Kriegswirtschaft wichtigen synthetischen Kautschuk. Neben deutschen Fachkräften setzte das Unternehmen auf der riesigen Baustelle tausende von Häftlingen aus dem KZ Auschwitz, außerdem Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus ganz Europa ein. Mit der SS arbeiteten die IG-Farben-Manager eng zusammen. Für die ständig steigende Zahl von KZ-Häftlingen errichteten sie 1942 gemeinsam mit der SS das firmeneigene Konzentrationslager Buna-Monowitz. Tausende Häftlinge kamen durch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen auf der Baustelle zu Tode oder wurden in den Gaskammern in Auschwitz-Birkenau ermordet, sobald sie nicht mehr arbeitsfähig waren. Im Durchschnitt lebte nur noch etwa drei Monate lang, wer zur Zwangsarbeit nach Buna-Monowitz abkommandiert worden war.

Die Ausstellung zeichnet Entstehung, Alltag und Auflösung des KZ Buna-Monowitz nach. Historische Fotografien, die anlässlich eines Besuches von Heinrich Himmler, dem Reichsführer SS, am 17. und 18. Juli 1942 gemacht wurden, dokumentieren die Perspektive von SS und IG Farben. Sie werden kontrastiert mit autobiographischen Texten von überlebenden Häftlingen, darunter Primo Levi, Jean Améry und Elie Wiesel, sowie Aussagen von Überlebene in den Nachkriegsprozessen. Informationen zu den Gerichtsverfahren und den Bemühungen der Überlebenden um Entschädigung nach 1945 ergänzen die Ausstellung, die als Wanderausstellung konzipiert ist und zum Verleih zur Verfügung steht.

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts
Die Präsentation der Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund sowie der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Verbindung mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Ausstellung und Begleitprogramm werden gefördert von Borussia Dortmund und Evonik.

Reader zur Vorbereitung auf die Ausstellung
Materialienmappe Buna-Monowitz (pdf-Datei, 3.063 kb)

Norbert-Wollheim-Memorial

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna-Monowitz
www.wollheim-memorial.de

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Filmvorführung mit Dr. Klaus Stanjek:
KLÄNGE DES VERSCHWEIGENS
Ein detektivischer Musikfilm über Wilhelm Heckmann, 2012

Sonntag, 27. Januar 2019, 16:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main,
Campus Bockenheim, Pupille – Kino in der Uni,
Studierendenhaus, Mertonstr. 26–28
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Wilhelm Heckmann war Konzertsänger und Pianist mit einem breiten Repertoire an Arien, Chansons und romantischen Liedern. Von 1923 bis in die 1960er Jahre trat er in Deutschland und in der Schweiz auf. Auch während der NS-Zeit wurde seine Musik geschätzt. Seine bisexuelle Orientierung wurde ihm jedoch zum Verhängnis. 1937 wurde er ins KZ Dachau deportiert, später ins KZ Mauthausen. Trotz der extrem harten Umstände durch langjährige Arbeit im Steinbruch und Bunkerhaft überlebte er bis zur Befreiung. Als Mitglied des Gefangenenorchesters wurde er als Funktionshäftling behandelt und später zu leichteren Aufgaben herangezogen. Seine Familie hat den Grund für seine Haft nie thematisiert, bis nach seinem Tod sein Neffe, Klaus Stanjek, auf seine Geschichte stieß.

Dr. Klaus Stanjek
ist Dokumentarfilmregisseur und Hochschullehrer. Er lebt in Babelsberg bei Berlin.

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Filmvorführung mit Carmen Eckhardt:
VIKTORS KOPF
Vom Umgang mit einem NS-Unrechtsurteil, 2016

Sonntag, 27. Januar 2019, 19:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main,
Campus Bockenheim, Pupille – Kino in der Uni,
Studierendenhaus, Mertonstr. 26–28
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Die Filmemacherin Carmen Eckhardt begann siebzig Jahre nach der Ermordung ihres Urgroßvaters mit der Spurensuche: Georg Viktor Kunz, geboren 1884 als unehelicher Sohn des Barons Georg von Oertzen, engagierte sich erst in der Sozialistischen Arbeiterjugend, dann beim Spartakusaufstand 1919 in Berlin und avancierte zum Minister in der Rheinischen Republik Autonome Pfalz. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten suchte ihn die Gestapo. Im Jahr 1943 wurde er von Roland Freisler, Präsident des Volksgerichtshofs, zum Tode verurteilt und für »immer ehrlos« erklärt. In Stuttgart wurde das Urteil mit dem Fallbeil vollstreckt. Seine Urenkelin kämpfte darum, Kunz zu rehabilitieren. Aber das 1998 vom Bundestag verabschiedete NS-Aufhebungsgesetz hebt NS-Urteile pauschal auf und macht die juristische Würdigung von Einzelschicksalen unmöglich.

Carmen Eckhardt
ist Produzentin und Regisseurin von SeeMoreFilm. Sie lebt in Köln.

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Vorlesung zum Holocaust-Gedenktag
Prof. Dr. Sybille Steinbacher:
Der Todesmarsch an die Bernsteinküste
Die Geschehnisse von Palmnicken im Januar 1945

Montag, 28. Januar 2019, 12:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main,
Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1,
Gebäude Präsidium und Administration, Lobby
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Begrüßung: Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt

Etwa zur selben Zeit, als die Rote Armee am 27. Januar 1945 Auschwitz befreite, trieb in Ostpreußen ein SS-Mordkommando Tausende Menschen, fast ausschließlich jüdische Frauen, an die Bernsteinküste bei Palmnicken. Eines der größten Massaker in der Zeit der Todesmärsche begann: Die Frauen wurden ins Meer gescheucht, erschossen und erschlagen. Was in Palmnicken geschah, ist bis heute wenig bekannt. Im Vortrag wird beleuchtet, was sich über die deutsche Zivilbevölkerung und die lokalen Amtsträger in der Zeit der Todesmärsche sagen lässt. Die Palette der Verhaltensweisen war breit: Mitleid und Hilfe, aber auch Feindseligkeit, Abscheu und Angst wurde den Frauen in Palmnicken entgegengebracht. Das Geschehen zeigt: Mit der Befreiung von Auschwitz endete der Massenmord nicht.

Im Anschluss an den Vortrag Umtrunk und Imbis.

Sybille Steinbacher ist Professorin für die Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Goethe-Universität und Direktorin des Fritz Bauer Instituts.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

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Vortrag von Prof. Dr. Samuel Salzborn:
Umgang in der Demokratie mit der völkischen Rechten

Mittwoch, 30. Januar 2019, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main,
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1,
IG Farben-Haus, Raum 311
Die völkische Rebellion der antidemokratischen Rechten war erfolgreich, wobei dieser Erfolg auf neurechte Medien- und Öffentlichkeitsstrategien zurückgeht, die denen der sogenannten Konservativen Revolution und deren Kampf gegen die Weimarer Demokratie entlehnt sind. Zu lange und zu oft wurde bisher ignoriert, dass es solche Strategien gibt, die – würde man sich mit ihnen befassen – leicht zu konterkarieren wären. Statt den Fokus hierauf zu richten, werden ganz im Gegenteil stets dieselben Fehler im Umgang mit der völkischen Rechten wiederholt, was ihnen weiter in die Hände spielt. Der Vortrag benennt wesentliche rechte Strategien und zeigt, welche Fehler im demokratischen Umgang mit ihnen gemacht werden.

Prof. Dr. Samuel Salzborn
ist zurzeit Gastprofessor für Antisemitismusforschung am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin.

Eine Kooperation mit dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.


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Letzte Änderung: 21. Juni 2011

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