Fritz Bauer Institut

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Veranstaltungen Juli 2018

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Gedenkakt aus Anlass des 50. Todestages Fritz Bauers
Sonntag, 01. Juli 2018, 11:30 Uhr
Plenarsaal der Paulskirche,
Paulsplatz 11, Frankfurt am Main
Teilnahme nur auf Einladung und nach bestätigter Anmeldung.

Am 1. Juli jährt sich der Todestag Fritz Bauers zum 50. Mal. Bauer starb in der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 1968 in seiner Wohnung in Frankfurt am Main. Aus diesem Anlass richtet das Fritz Bauer Institut einen Gedenkakt in der Frankfurter Paulskirche aus, bei dem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Grußwort sprechen wird.

Fritz Bauer war von 1956 bis zu seinem Tod 1968 hessischer Generalstaatsanwalt und hat in dieser Funktion die juristische Aufarbeitung der NS Verbrechen zu seinem wichtigsten Anliegen gemacht. So wurden in Hessen viele Verfahren eingeleitet, darunter der wegen seines Umfangs und seiner öffentlichen Bedeutung herausragende erste Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963–1965). Fritz Bauers Wirkung auf die Entwicklung der Nachkriegsjustiz beschränkte sich freilich nicht auf Hessen. Seine Aktivitäten und seine Rechtsauffassungen wurden vielmehr in der gesamten Bundesrepublik Deutschland wie auch in der DDR stark wahrgenommen. In Frankfurt am Main traf er auf ein politisches und intellektuelles Klima, das ihm viele Möglichkeiten bot, seine rechts- und gesellschaftspolitisch bedeutsamen Vorhaben umzusetzen.

Programm
Begrüßung: Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts
Grußwort: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Grußwort: Staatsminister und stellvertretender Ministerpräsident Tarek Al-Wazir
Grußwort: Oberbürgermeister Peter Feldmann
Vortrag: Prof. Dr. Norbert Frei, Wann wird ein Held zum Helden? Fritz Bauer in der Geschichte der Bundesrepublik
Musikalische Gestaltung: Mitglieder des Ensemble Modern und der Jungen Deutschen Philharmonie
Anschließend: Empfang

Prof. Dr. Norbert Frei ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Die Veranstaltung wird gefördert durch das Bankhaus Metzler, die Holger Koppe-Stiftung, den Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. und die Dialogistiker GmbH.

Programm (pdf-Datei)

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de

Fritz Bauer und die 68er. Verbindendes und Trennendes
Tagung aus Anlass des 50. Todestages von Fritz Bauer

Montag, 02. Juli 2018, 10:00 Uhr
bis Dienstag, 03. Juli 2018, 15:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Nina-Rubinstein-Weg 1, Casino, Raum 823
In seinen Schriften und seiner juristischen Arbeit hat sich Fritz Bauer mit vielen Themen beschäftigt, die auch in der Studentenbewegung von 1968 eine große Rolle spielten. Ähnlich wie manche Sprecher der Studenten sah auch Bauer die dringendste Aufgabe der politischen Arbeit darin, zu einer Humanisierung und Demokratisierung der Gesellschaft beizutragen, damit Deutschland die Gewaltstrukturen der NS-Zeit hinter sich lassen könne. Doch gehörte der 1903 geborene Bauer der Väter-Generation der protestierenden Studenten an. Nicht nur trennten ihn andere Vorbilder von ihnen, sondern auch andere Umgangsformen und schließlich auch andere Vorstellungen, was mit politischer Einmischung zu erreichen sein sollte.

Ausgehend von den Schriften Fritz Bauers, die aus Anlass seines 50. Todestags 2018 in einer umfassenden Edition des Fritz Bauer Instituts erstmals kompiliert erscheinen werden, geht die Tagung der Frage nach, in welcher Weise die von Bauer thematisierten Rechtsbereiche und -probleme im Rahmen einer allgemeinen Reformdynamik zu sehen sind. Traf er mit seinen Schriften den Nerv der Zeit, half er, einen Reformbedarf in Justiz, Justizvollzug und Strafrecht zu definieren und einen Veränderungsprozess in Gang zu setzen? Inwieweit wiesen seine Themen Schnittstellen mit den Protagonisten der Studentenbewegung auf? Die Tagung möchte das Denken Fritz Bauers in den politisch-gesellschaftlichen Kontext setzen und den Fokus auf die Zeitumstände richten. Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Debatten soll seine Rolle für die Reform und Liberalisierung der Justiz ausgelotet und seine Nähe beziehungsweise Distanz zu den Ideen der Studentenbewegung bestimmt werden. In diesem Zusammenhang wird auch nach der Bedeutung der Studentenbewegung für die Reformen in Justiz, Justizvollzug und Strafrecht zu fragen sein.

Die 1960er Jahre waren die fruchtbarsten in Bauers juristischem und politischem Schaffen. Nachdem in den Anfangsjahren der Bundesrepublik die Verbrechen des Nationalsozialismus angesichts einer umfassenden ökonomischen und sozialen Aufbruchsstimmung kaum Gehör erhalten hatten, fanden nun etliche Verfahren wegen nationalsozialistischer Gewaltverbrechen statt, und auch die historische Forschung kam in Fahrt. Die Tagung, die interdisziplinär angelegt ist und Historiker, Juristen und Erziehungswissenschaftler zusammenbringt, beschäftigt sich auch mit der Rezeption von Bauers Denken und fragt danach, warum die Würdigung seiner Leistung und seiner Werke erst in den 1990er Jahren begann.

Mit freundlicher Unterstützung der Holger Koppe-Stiftung

Montag, 2. Juli, 10.00–10.30 Uhr
Grußworte
› Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität
› Jutta Ebeling, Vorsitzende des Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V.
10.30–12.30 Uhr
I. Konfrontation mit den NS-Verbrechen

Moderation: Sybille Steinbacher (Frankfurt am Main)
› Boris Burghardt (Berlin): Strafverfahren als Mittel der Volkspädagogik?
Fritz Bauers Vorstellungen von der Funktion der NS-Prozesse
› Annette Weinke (Jena): Eine andere Form der politischen Justiz?
NS-Prozesse, Braunbuch-Kampagnen und die Moralpolitik der 68er
14.00–16.00 Uhr
II. Demokratisierung durch Recht
Moderation: Jörg Osterloh (Frankfurt am Main)
› David Johst (Halle/Berlin): Ungehorsam als politische Tugend?
Widerstand im Denken Fritz Bauers
› Jörg Requate (Kassel): Demokratisierung der Justiz – Demokratisierung durch Justiz? Rechtsdenken, Justiz und Gesellschaft in den 1960er Jahren
16.30–18.30 Uhr
III. Strafrecht und Gesellschaft

Moderation: Katharina Rauschenberger (Frankfurt am Main)
› Kirstin Drenkhahn (Berlin): Fritz Bauers Argumentation zur Strafrechtsreform.
Überlegungen im Lichte der Punishment & Society-Forschung
› Sascha Ziemann (Frankfurt am Main): Strafrecht für die neue Gesellschaft.
Fritz Bauer und die Strafrechtsreform

Dienstag, 3. Juli, 10.00–12.00 Uhr
IV. Auseinandersetzung mit Autoritäten

Moderation: Tobias Freimüller (Frankfurt am Main)
› Gottfried Kößler (Frankfurt am Main): Widerstand als moralische Orientierung.
Fritz Bauer und die historisch-politische Bildung
› Christiane Thompson (Frankfurt am Main): Rebellion gegen Autoritäten?
Zur Autonomie in der »Erziehung nach Auschwitz«
12.30–14.30 Uhr
V. Sexualstrafrechtsreform und Sittlichkeitspostulat

Moderation: Stefanie Fischer (Frankfurt am Main / Potsdam)
› Werner Renz (Frankfurt am Main): Wider die Kriminalisierung von Sexualität.
Fritz Bauers Kritik des repressiven Sexualstrafrechts
› Michael Schwartz (Berlin): Sexualstrafrecht und Sittlichkeit.
Gesellschaftliche Kontroversen und Reformdebatten der 1950er und 1960er Jahre
14.30–15.00 Uhr
Tagungskommentar

› Michael Stolleis (Frankfurt am Main)

Tagungsprogramm
Fritz Bauer und die 68er. Verbindendes und Trennendes (pdf-Datei)

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dr. Katharina Rauschenberger
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-26
info(at)fritz-bauer-institut.de

Erinnern! Wozu?
Ernst Grube – Jude und Kommunist.
Ernst Grube spricht mit der Filmemacherin und Historikerin Jutta Neupert, beide München, über sein Leben

Mittwoch, 11. Juli 2018, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Theodor-W.-Adorno-Platz 5, Hörsaalzentrum, Raum HZ 9
Ernst Grube ist einer der letzten Zeitzeugen der Shoah und erfährt jetzt endlich breite öffentliche Aufmerksamkeit. Dabei hat er seit seiner Rückkehr aus dem KZ Theresienstadt, also seit seinem zwölften Lebensjahr, nicht aufgehört, die Verbrechen des NS-Regimes zu benennen. Grube, heute 85 Jahre alt, wurde 2017 mit dem Georg-Elser-Preis der Stadt München ausgezeichnet. Er positioniert sich seit seiner Jugend politisch links und war jahrzehntelang in der Gewerkschaft IG Bau-Steine-Erden aktiv. Als Kommunist wurde er im Adenauer-Staat zweimal ins Gefängnis gesperrt. Und wegen seines Engagements in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes geriet er vor wenigen Jahren ins Visier des bayerischen Verfassungsschutzes, der ihn 2012 in seinem Bericht aufführt, weil er »entsprechend der Linie der DKP jede Abgrenzung gegenüber linksextremistischen Antifaschisten« ablehne. Ernst Grube nennt das eine »Unverschämtheit« und tritt bis heute gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus auf, auch ist er als Zeitzeuge im stetigen Gespräch mit Schulklassen.

Eine Kooperation mit dem AStA der Goethe-Universität

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An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
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Öffentliche Führung:
Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Samstag, 21. Juli 2018, 15:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon
Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Patrick Schwentke

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

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Tel.: 069.798 322-40
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auf dem Campus Westend der
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Sekretariat: Raum 5.316, Q3, 5. OG
Anfahrt: IG Farben-Haus

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Letzte Änderung: 21. Juni 2011

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