Fritz Bauer Institut

Startseite

Aktuell

Wanderausstellung:
Fritz Bauer. Der Staatsanwalt
NS-Verbrechen vor Gericht


Donnerstag, 15. März bis Sonntag, 3. Juni 2018
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Bayernstr. 110, 90478 Nürnberg
Eintritt frei

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts
und des Jüdischen Museums Frankfurt


mehr
weniger

Wanderausstellung:
Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz
Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus


Samstag, 24. März bis Dienstag, 31. Juli 2018
Dienstag bis Sonntag, 10:00–18:00 Uhr
Erinnerungsort Topf & Söhne
Sorbenweg 7, 99099 Erfurt
Tel.: 0361.655-1681
topfundsoehne(at)erfurt.de
Ausstellungsstation Erfurt

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts


mehr
weniger




Unsere nächsten Veranstaltungen

Vortrag von Dr. Simon Duckheim, Gießen
Die Bedeutung von Ökonomie
und Biologismus für die Genese der NS-»Euthanasie«
Mittwoch, 25. April 2018, 18:15 Uhr

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.812

mehr
weniger

Öffentliche Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Sybille Steinbacher,
Professorin für Geschichte und Wirkung des Holocaust:
»In ganz Europa wird die Judenfrage Schritt für Schritt, aber beharrlich geregelt. In Griechenland ist diesbezüglich noch nichts Entscheidendes geschehen.«
Zur Dimension des Massenmords an den europäischen Juden im Zweiten Weltkrieg
Mittwoch, 02. Mai 2018, 12:15 Uhr

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.801

mehr
weniger

Buch- und Projektvorstellung:
AntiAnti – Museum Goes School
Mit Prof. Dr. Benno Hafeneger, Marburg, Dr. Türkân Kanbıçak
und Dr. Mirjam Wenzel, beide Frankfurt am Main
Mittwoch, 02. Mai 2018, 18:15 Uhr

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.812

mehr
weniger

Fortbildung für Lehrkräfte:
Schwierige Erinnerung: Frühe Völkermorde des 20. Jahrhunderts
Deutsch-Südwestafrika (Herero) und Osmanisches Reich (Armenier)
Samstag, 05. Mai 2018, 09:45 Uhr

Veranstaltungsschluss gegen 15:30 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Max-Horkheimer-Str. 4, Seminarhaus, Raum SH 5.104

mehr
weniger

Festakt zur Verleihung der Urkunde »Memory of the World«:
Strafverfolgung – Gedenken – Forschung
Die Akten und Tonbänder des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses
Mittwoch, 16. Mai 2018, 11:00 Uhr

Hessisches Landesarchiv, Abt. Hessisches Hauptstaatsarchiv,
Mosbacher Str. 55, Wiesbaden

mehr
weniger

Tagung:
»Memory of the World«
Die Dokumente des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses als historische Quelle
Mittwoch, 16. Mai 2018, 14:00 Uhr

Tagungsende gegen 17:00 Uhr
Hessisches Landesarchiv, Abt. Hessisches Hauptstaatsarchiv
Mosbacher Str. 55, Wiesbaden

mehr
weniger

Ausstellungseröffnung:
Legalisierter Raub.
Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933–1945
Mittwoch, 16. Mai 2018, 18:00 Uhr

Historisches Museum Frankfurt,
Sonnemannsaal, Saalhof 1, Frankfurt am Main

mehr
weniger

Öffentliche Führung:
Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus
Samstag, 19. Mai 2018, 15:00 Uhr

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

mehr
weniger

Vortrag von Christoph Schneider, Frankfurt am Main:
Diener des Rechts und der Vernichtung
Mittwoch, 23. Mai 2018, 18:15 Uhr

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.812

mehr
weniger

Weitere Veranstaltungen
im Kalender des Fritz Bauer Instituts
... mehr


Lehrveranstaltungen


Das Fritz Bauer Institut bietet regelmäßig Lehrveranstaltungen am Historischen Seminar und am Seminar Didaktik der Geschichte an.

Weitere Informationen
zu den Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2018
... mehr



Ausstellungen



Fritz Bauer. Der Staatsanwalt
NS-Verbrechen vor Gericht

Donnerstag, 15. März bis Sonntag, 3. Juni 2018
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Bayernstr. 110, 90478 Nürnberg
... mehr

Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz
Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus
Samstag, 24. März bis Dienstag, 31. Juli 2018
Erinnerungsort Topf & Söhne
Sorbenweg 7, 99099 Erfurt
... mehr

Legalisierter Raub
Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933–1945

Mittwoch, 16. Mai bis Sonntag, 14. Oktober 2018
Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1, 60311 Frankfurt am Main
... mehr

Weitere Ausstellungsangebote
Wanderausstellungen des Fritz Bauer Instituts
... mehr



Nachrichten

Dr. Stefanie Fischer

Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung
im Sommersemester 2018

mehr
weniger

Im Sommersemester 2018 wird Dr. Stefanie Fischer als Gastprofessorin für interdisziplinäre Holocaustforschung am Fritz Bauer Institut forschen und lehren. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Neuere Geschichte/deutsch-jüdische Geschichte der Universität Potsdam und am dort ansässigen Selma Stern Zentrum für jüdische Studien Berlin-Brandenburg. 2016 war Stefanie Fischer Visiting Research Associate und 2017 Adjunct Assistant Professor an der University of Notre Dame in Indiana/USA, 2014 war sie als Dorset Fellow an der University of Oxford, UK und als Visiting Buber Fellow an der Hebrew University, Jerusalem, Israel.
Für ihre Dissertationsschrift Ökonomisches Vertrauen und antisemitische Gewalt: Jüdische Viehhändler in Mittelfranken 1919–1939 erhielt Stefanie Fischer den Fraenkel-Prize in Contemporary History 2012 der Wiener Library in London sowie den Irma Rosenberg Prize/Wiener Preis zur Erforschung der Geschichte des Nationalsozialismus. Ihr aktuelles Forschungsprojekt befasst sich mit der Geschichte der jüdischen Friedhöfe in der frühen Bundesrepublik und untersucht, wie sich die Verfolgung und Ermordung der Juden auf die sozialen Beziehungen nach Kriegsende auswirkten. Zu beiden Forschungsfeldern bietet Stefanie Fischer jeweils eine Übung am Historischen Seminar an.


Fritz Bauer-Hörbuch ausgezeichnet

Deutscher Hörbuchpreis 2018
in der Kategorie »Bestes Sachhörbuch«

mehr
weniger

Fritz Bauer
Sein Leben, sein Denken, sein Wirken
Herausgegeben von David Johst
im Auftrag des Fritz Bauer Instituts.
Tondokumente mit Originaltönen von Fritz Bauer,
kommentiert und eingeleitet von Burghart Klaußner.
Berlin: Der Audio Verlag, 2017, 4 CDs, 306 Min.,
mit umfangreichem Booklet, € 19,99
ISBN: 978-3-86231-994-7
Veröffentlicht mit Unterstützung der
Friedrich-Ebert-Stiftung und der Gerda Henkel Stiftung.


Als »Bestes Sachhörbuch« zeichnet die Jury des Deutschen Hörbuchpreises die vom Fritz Bauer Institut in Auftrag gegebene Dokumentation Fritz Bauer. Sein Leben, sein Denken, sein Wirken (Der Audio Verlag) aus. In dieser Kategorie werden Produktionen ausgezeichnet, deren inhaltlicher Schwerpunkt bei der Informations- und Wissensvermittlung liegt. Dem Preisträger David Johst, der akribisch die von Fritz Bauer überlieferten Tondokumente zusammengetragen und sie mit informativen Zwischentexten verbunden hat, ist nach Meinung der Juroren eine »große editorische Leistung« geglückt. Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer ist als Initiator der Auschwitz-Prozesse bekannt geworden. Ebenso engagiert setzte er sich für eine Reform des Strafrechts und des Strafvollzugs ein. Aktiv nutzte er für Vorträge, Gespräche und eigene Sendungen das Medium Radio, um seine Ideen und Ansichten zu verbreiten. Unter Einbindung zahlreicher Archivquellen lässt das Hörbuch Fritz Bauers Person und Biografie lebendig werden.

Begründung der Preisträgerjury
»Eine große editorische Leistung, die David Johst hier geglückt ist. Akribisch hat er sämtliche Tondokumente zusammengetragen, die von Fritz Bauer überliefert sind. Hinzu kommt die schlüssige Montage der Originaltöne und der informativen Teile – letztere klar und angemessen nüchtern von Burghart Klaußner vorgetragen. So wird dem Hörer die spannende Person Fritz Bauer zugänglich gemacht und dessen gesellschaftlicher Auftrag und große Bedeutung – auch für unsere heutige Zeit – glasklar.«

Begründung der Nominierungsjury

»Ein Verdienst der Herausgeber ist es, Reden, Interviews und andere Hördokumente Fritz Bauers einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dadurch, dass die Zwischentexte und die von ihm selbst gesprochenen Passagen für sich stehen, wirken sie umso intensiver und vermitteln ein lebendigeres Bild des Menschen Fritz Bauer, als eine Biografie es könnte. Der Hörer lernt ihn nicht nur als Initiator der Auschwitz-Prozesse, sondern auch als Rechtsphilosophen und -reformer sowie als Zeitzeugen kennen.«

Dr. David Johst, geboren 1977 in Ost-Berlin, studierte Geschichte und Journalistik in Halle und Leipzig und promovierte im Fach Geschichte zum Thema Begrenzung des Rechtsgehorsams: Die Debatte um Widerstand und Widerstandsrecht in Westdeutschland von 1945 bis 1968. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Als freier Journalist arbeitet er u.a. für das Magazin mare, die Wochenzeitung DIE ZEIT und die Jüdische Allgemeine. David Johst ist Mitherausgeber der gesammelten Schriften Fritz Bauers, die noch in diesem Jahr in der Wissenschaftlichen Reihe des Fritz Bauer Instituts erscheinen werden.

Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises 2018
Am 6. März 2018 findet die festliche Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises im Klaus-von-Bismarck-Saal des WDR Funkhauses in Köln statt. Sie eröffnet das Literaturfestival Lit.COLOGNE. Verliehen wird der Deutsche Hörbuchpreis in sieben Kategorien.
Neben Götz Alsmann als Moderator haben Yvonne Catterfeld als musikalischer Stargast und die Komikerin und Schauspielerin Cordula Stratmann ihr Kommen angesagt.
Die Preisverleihung wird live gesendet in WDR 5, hr2, NDR Kultur, SWR2 und Antenne Saar. 3sat zeigt eine Aufzeichnung am Sonntag, 11. März 2018, ab 10:05 Uhr.

Kontakt
Deutscher Hörbuchpreis e.V.
Henrike Wenschkewitz
Projektleitung DHP 2018
Ludwigstr. 11
50667 Köln
Tel.: 0221.20352127
hoerbuchpreis(at)wdr-mediagroup.com   
www.deutscher-hoerbuchpreis.de


Michael Hauck
22. April 1927 – 18. Januar 2018

In ehrender Erinnerung

mehr
weniger

Am 22. April 1927 wurde Michael Hauck in Frankfurt am Main geboren. Er entstammte einer alteingesessenen Frankfurter Bankiersfamilie und war 38 Jahre persönlich haftender Gesellschafter der Privatbank Georg Hauck & Sohn (heute Hauck & Aufhäuser Privatbankiers), deren Ehrenvorsitzender er war.
Hauck war Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, des Hessischen Verdienstordens und der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main. Mit seinem mäzenatischen Wirken hat er die Stadt Frankfurt am Main und insbesondere auch die Goethe-Universität viele Jahre lang unterstützt.
So ermöglichte er gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Oliver Puhl durch eine großzügige Förderung die Wiederaufnahme der »Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung« zum Wintersemester 2015/16 für zunächst fünf Jahre. Die Gastprofessur ist am Fritz Bauer Institut angesiedelt und wird für jeweils ein Semester an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einem Schwerpunkt in der sozial-, geistes- oder humanwissenschaftlichen Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust vergeben. Mit ihrer Unterstützung der Gastprofessur verfolgen die Förderer ihr Anliegen, die Holocaustforschung an der Frankfurter Universität noch stärker zu institutionalisieren.
Neben seinem vielfältigen Wirken war Michael Hauck auch publizistisch aktiv. Im letzten Jahr ist sein Buch Frankfurter Allerlei. Erlebtes und Erlerntes aus neun Jahrzehnten im Droste Verlag (Düsseldorf) erschienen.
Am 18. Januar 2018 ist Michael Hauck im Alter von 90 Jahren in Frankfurt am Main gestorben.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts und der Vorstand des Fördervereins Fritz Bauer Institut werden ihn in ehrender Erinnerung behalten.

Die Trauerfeier für Michael Hauck findet statt am Freitag, dem 26. Januar 2018, um 10:30 Uhr in der Trauerhalle des Frankfurter Hauptfriedhofs, Eckenheimer Landstraße 194.


Wolfgang Leopold Lauinger, sel. A.

In ehrender Erinnerung

mehr
weniger

Wolfgang Lauinger war ein Zeitzeuge, der im Nationalsozialismus als Mitglied einer Gruppe Frankfurter Swingjugendlicher, als Homosexueller und »Halbjude« verfolgt wurde. Auch nach der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus war für ihn die Verfolgung nicht zu Ende: 1950 wurde er wegen eines vermuteten Verstoßes gegen den §175 erneut inhaftiert. Am 20. Dezember 2017 ist Wolfgang Lauinger im Alter von 99 Jahren in Frankfurt am Main gestorben.

Abb.: Wolfgang Lauinger (im Sessel) im Eisenhower-Saal der Goethe-Universität Frankfurt am Main am 10. Juli 2017, dahinter von links: Finanzminister a.D. Karl Starzacher, Dr. Bettina Leder, Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff, Direktorin des Fritz Bauer Instituts Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Staatsminister Dr. Thomas Schäfer
Foto: Gottfried Kößler
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Gewitzter Kämpfer

Nachruf von Pitt von Bebenburg
Frankfurter Rundschau, 21. Dezember 2017
www.fr.de/frankfurt/nachruf-gewitzter-kaempfer-a-1412661

Bettina Leder
Lauingers. Eine Familiengeschichte aus Deutschland
Jüdische Memoiren, Bd. 26
288 S., 42 Abb., € 24,90, Berlin: Hentrich & Hentrich, 2015
https://www.hentrichhentrich.de/buch-lauingers.html


Ehrung für Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese

Verdienstkreuzes am Bande des
Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

mehr
weniger

Für seine außerordentlichen Verdienste um die Gerechtigkeit und die deutsche Justiz hat Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese am 14. November 2017 das Bundesverdienstkreuz am Bande von Heiko Maas, Bundesministers der Justiz und für Verbraucherschutz, überreicht bekommen. Die Feierstunde zur Preisübergabe fand statt im Fritz-Bauer-Saal des Landgerichts Frankfurt, dem ehemaligen Dienstzimmer von Fritz Bauer.

Gerhard Wiese (geboren 1928) hat als junger Staatsanwalt unter der Leitung von Generalstaatsanwalt Fritz Bauer die Anklage im »Auschwitz-Prozess« vertreten, der von 1963 bis 1965 vor dem Landgericht Frankfurt am Main stattfand. Wiese hat die Anklageschriften mitformuliert und die Plädoyers gegen einige der brutalsten Täter gehalten. Er hat mitgeholfen, das größte Menschheitsverbrechen der Geschichte vor Gericht zu bringen, Täter zur Verantwortung zu ziehen und den Opfern ein wenig Genugtuung zu verschaffen.
Die Ankläger im »Auschwitz-Prozess« mussten sich großen Widerständen entgegenstellen – aus den Reihen der Justiz selbst aber auch aus der Öffentlichkeit. Denn der Prozess führte allen erstmals den organisierten Völkermord an den Juden Europas vor Augen – oder wie Gerhard Wiese selbst sagte: »Keiner konnte mehr kommen und sagen: Es hat keine Gaskammer gegeben.« Wiese hat sich darüber hinaus in weiteren Prozessen als Staatsanwalt für die Ahndung der NS-Verbrechen eingesetzt. Und auch heute engagiert er sich trotz seines hohen Alters als Zeitzeuge, insbesondere für Schulklassen und Studierende.

In seiner Rede zur Übergabe des Bundesverdienstkreuzes am Bande konzertierte Bundesminister Maas: »Auschwitz ist das Synonym für das größtmögliche Unrecht, das Menschen anderen Menschen angetan haben. Aber die Prozesse in Frankfurt zeigten auch, was Justiz zu leisten vermag, wenn sie den Willen hat, der Gerechtigkeit zu dienen.« Es sei daher wichtig, »jene zu ehren, die sich früher als andere und oft gegen große Widerstände für die richtige Sache engagiert haben. Einer, der das getan hat, war Gerhard Wiese.« … »Ich bin Ihnen für Ihr heutiges Engagement genauso dankbar wie für Ihre Leistungen in der Justiz«, so Maas. »Es ist wichtig, das Wissen um das Unrecht an die junge Generation weiterzugeben. Natürlich wiederholt sich Geschichte nicht. Aber nichts ist unumstößlich, und manches, was uns heute so selbstverständlich scheint, kann schon morgen in Gefahr geraten. Das Wissen um das Unrecht der Vergangenheit schärft unsere Sensibilität, wenn heute Menschenwürde und rechtsstaatliche Prinzipien in Frage gestellt werden. Deshalb ist Engagement so wichtig – oder wie Fritz Bauer einmal sagte: ›Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber jeder kann etwas dafür tun, damit sie nicht zur Hölle wird.‹«

Artikel des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz
zur Übergabe des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik an Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese.
www.bmjv.de/SharedDocs/Artikel/DE/2017/111417_Bundesverdienstkreuz_Wiese.html

Rede von Bundesminister Heiko Maas

www.bmjv.de/SharedDocs/Reden/DE/2017/111417_Verdienstorden_Wiese.html 

Abbildung oben

Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese (links) im Gespräch mit Oberstaatsanwalt a.D. Johannes Warlo, ehemaliger Mitarbeiter der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main unter Fritz Bauer. Eröffnung des Fritz-Bauer-Saals im Landgericht Frankfurt am Main, am 17. Mai 2017.
Foto: Werner Lott


Werner Renz, Rede zur Eröffnung der Ausstellung
»Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht«

Sonntag, 15. Oktober 2017
Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten

mehr
weniger

Rede zur Eröffnung der Ausstellung
Eine Einführung von Werner Renz (pdf-Datei)

Werner Renz war seit der Gründung des Fritz Bauer Instituts im Jahr 1995 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts und Leiter des Archivs und der Bibliothek. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten Fritz Bauer, die Frankfurter Auschwitz-Prozesse und die Geschichte des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau hat er zahlreiche Publikationen veröffentlicht.

Foto: Werner Renz
im Archiv des Fritz Bauer Instituts


Fritz Bauer. Der Staatsanwalt
NS-Verbrechen vor Gericht
Eine Ausstellung des Fritz Bauer Institutes
und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main
 
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck.
Sie wird gefördert durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, die Fazit-Stiftung sowie Christiane und Nicolaus Weickert.
Die Ausstellungspräsentation in Dorsten wird realisiert in Kooperation mit dem Verein für jüdische Geschichte und Religion e.V., Jüdisches Museum Westfalen. Mit freundlicher Unterstützung der
Rothschild Foundation Hanadiv Europe und der Ursula Lachnit-Fixson Stiftung.
Die Wanderausstellung war bereits in Frankfurt am Main, Heidelberg, Köln und Dresden zu sehen. Weitere Ausstellungsstationen sind in Vorbereitung.

Ausstellungszeitraum

Sonntag, 15. Oktober 2017 bis Sonntag 25. Februar 2018
Jüdisches Museum Westfalen, Julius-Ambrunn-Str. 1, 46282 Dorsten

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag, 10.00–12.30 Uhr und 14.00–17.00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage, 14.00–17.00 Uhr
Montags geschlossen
Das Museum ist vom 23. Dezember 2016 bis einschließlich 1. Januar 2017 geschlossen.

Begleitband zur Ausstellung
Fritz Backhaus, Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.)
Fritz Bauer. Der Staatsanwalt.  NS-Verbrechen vor Gericht
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2014, 300 S., zahlr. Abb., € 29,90
ISBN: 978-3-5935-0105-5, Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 32

Weitere Informationen

www.fritz-bauer-institut.de/fritz-bauer-ausstellung.html


Zum UNESCO-Weltdokumentenerbe ernannt:

Verfahrensakten und Tonbandaufnahmen
des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963–1965)

mehr
weniger

Pressemeldung des
Hessischen Wissenschaftsministeriums:
https://wissenschaft.hessen.de/print/38898

Hessisches Landesarchiv:

Der 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses
als Weltdokumentenerbe

www.auschwitz-trial-frankfurt.hessen.de

Hessenschau vom 30.11.2017:
Akten zu Auschwitz-Prozess sind Weltdokumentenerbe

www.hessenschau.de/gesellschaft/akten-zu-auschwitz-prozess-sind-weltdokumentenerbe,auschwitz-akten-kulturerbe-100.html

Abbildung links:
Fritz Bauer, 1963, Foto: Schindler-Foto-Report

Das von der UNESCO-Generaldirektion berufene internationale Komitee hat mit seiner Entscheidung vom 30. November 2017 der Aufnahme der Prozessakten und Tonbandaufnahmen des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963–1965) in die Liste »UNESCO-Weltdokumentenerbe« zugestimmt.
Kriterien für die Ausnahme sind u.a. die weltweite Bedeutung der Unterlagen, ihre Unersetzlichkeit und ihre Einzigartigkeit. Der Auschwitz-Prozess wurde wesentlich von Fritz Bauer initiiert, der von 1956 bis zu seinem Tod 1968 Generalstaatsanwalt in Hessen war. Die Akten des Auschwitz-Prozesses liegen im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden.
Der Tonbandmitschnitt des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses, unter anderem mit den Zeugenaussagen von Überlebenden, blieb erhalten und wurde vom Fritz Bauer Institut publiziert und online zugänglich gemacht.

Fritz Bauer Institut und Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau (Hrsg.):
Der Auschwitz-Prozess.
Tonbandmitschnitte, Protokolle und Dokumente

DVD-ROM, Berlin: Directmedia Verlag, 2004
Die Digitale Bibliothek 101, ca. 80.000 S., ISBN 3-89853-501-0
Infoblatt [pdf/677 kb]
Eine Neuauflage der DVD ist für € 19,90 (zzgl. Versand) zu beziehen über:
www.versand-as.de/shop/Software-DigiBib-mehr/Digitale-Bibliothek/Zenoorg/Der-Auschwitz-Prozess-2-verbesserte-Auflage--2002.html

Tonbandmitschnitt des
1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses

Zeugenvernehmungen in der »Strafsache gegen Mulka u.a.«
vor dem Landgericht Frankfurt am Main, 1963–1965
(Die Audio-files der Website sind nicht mit allen Browsern kompatibel!)
www.auschwitz-prozess.de

Auszeichnung für Siegmund Freund

Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main

mehr
weniger

Am Freitag, 22. September 2017, hat der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main beschlossen, den Holocaust-Überlebenden Siegmund Freund für sein langjähriges soziales Engagement die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt zu verleihen. Der am 28. Juni 1920 geborene Freund setzt sich trotz seines inzwischen hohen Alters noch immer für das Gedenken an die Ermordeten sowie die Würdigung und Entschädigung der noch lebenden Holocaust-Opfer ein.
Freund unterstützt seit Gründung des Fritz Bauer Instituts im Jahr 1995 die Erinnerungsarbeit des Instituts und ist zudem langjähriges Mitglied im Rat der Überlebenden des Fritz Bauer Instituts. Auch am Zustandekommen des 2008 eröffneten Norbert-Wohlheim-Memorials auf dem früheren IG Farben-Gelände – dem heutigen Uni-Campus Westend der Goethe-Universität – war Freund maßgeblich beteiligt.
»Es ist mir eine große Freude, der Empfehlung der Frankfurter Ehrenbürgerin Trude Simonsohn zu folgen und Siegmund Freund mit der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt auszeichnen zu dürfen«, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann. »Siegmund Freund ist einer der letzten lebenden Zeitzeugen, die den Vernichtungswahnsinn des Nazi-Terrors am eigenen Leib erlebt und überlebt haben. In seiner Erinnerungsarbeit hat er sich nicht von Zorn und Hass leiten lassen, sondern stets Aufklärung und Versöhnung in den Vordergrund gestellt«, würdigt Feldmann Freunds Lebensleistung.

Ehrenplakette der Stadt Frankfurt
Laut Ehrungsordnung der Stadt Frankfurt am Main erhält die Ehrenplakette, wer sich auf kommunalpolitischem, kulturellem, wirtschaftlichem, sozialem oder städtebaulichem Gebiet um die Stadt verdient gemacht und durch sein Wirken dazu beigetragen hat, das Ansehen der Stadt zu mehren. Jedes Jahr werden vom Magistrat der Stadt Frankfurt nur bis zu fünf Persönlichkeiten benannt, die für ihr großartiges Engagement für die Stadtgesellschaft mit der Ehrenplakette ausgezeichnet werden – im laufenden Jahr unter anderem die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi. 2018 sollen neben Siegmund Freund auch Bruder Paulus Terwitte (Kapuzinermönch vom Kapuzinerkloster Liebfrauen), Gabriele Eick (von 1990 bis 1994 Vorsitzende der Geschäftsführung der Frankfurter Wirtschaftsförderung) sowie Nader Maleki (Präsident des International Bankers Forum), die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt erhalten.

Kontakt

Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main
Amt für Informations- und Kommunikationstechnik
Zanderstr. 7, 60327 Frankfurt am Main
www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=8650

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Abbildung: Siegmund Freund, März 2011, Foto: Werner Lott


Monica Kingreen

10. Januar 1952 2. September 2017

mehr
weniger

In ehrendem Gedenken
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts und des Pädagogischen Zentrums (Fritz Bauer Institut und Jüdisches Museum Frankfurt am Main).

Wir trauern um unsere langjährige und geschätzte Kollegin Monica Kingreen, die am 2. September 2017 nach schwerer Krankheit im engsten Familienkreis friedlich gestorben ist. Auch nach ihrem Eintritt in den Ruhestand im August 2015 war sie uns weiterhin als freie Mitarbeiterin und kompetente Ansprechpartnerin verbunden. Wir werden sie vermissen.

Monica Kingreen
wurde am 10. Januar 1952 in Lüdenscheid geboren. Seit 1983 lebte sie in Windecken im Main-Kinzig-Kreis. Die Diplom-Pädagogin wurde 2003 vom Hessischen Kultusministerium an das Fritz Bauer Institut abgeordnet und erhielt einen Lehrauftrag am Seminar für Didaktik der Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt. Seit 2009 war sie für das Pädagogische Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt tätig, das die pädagogischen Abteilungen von Museum und Institut in sich vereinigt.
Monica Kingreens Interesse galt vor allem der Lokal- und Regionalgeschichte der Juden und ihrer Verfolgung und Ermordung im Nationalsozialismus. In ihren Rechercheprojekten ist sie den Schicksalen jüdischer Familien »vor Ort« nachgegangen und hat Besuchsprogramme ehemaliger jüdischer Bürger organisiert. Neben ihrer eigenen Forschung hat sie zahlreiche Projekte der Spurensuche zu jüdischem Leben vor und während der NS-Zeit mit ihrer umfangreichen Expertise unterstützt.
Zu ihren Veröffentlichungen zählen Buchpublikationen und wissenschaftliche Aufsätze in Periodika, Sammelbänden und Nachschlagewerken. Bereits 1994 erschien ihre Studie Jüdisches Landleben in Windecken, Ostheim und Heldenbergen und 1999 in der Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts das von ihr herausgegebene Buch »Nach der Kristallnacht«. Jüdisches Leben und antijüdische Politik in Frankfurt am Main 1938–1945. In der Reihe Pädagogische Materialien des Fritz Bauer Instituts veröffentlichte sie 2004 den Band Der Auschwitz-Prozess 1964–1965. Geschichte, Bedeutung und Wirkung.
Kingreen sammelte Bilder, Briefe und Dokumente aus dem jüdischen Alltagsleben vor dem Holocaust und recherchierte die Geschichte hinter den Dokumenten. Aus diesen Materialien konzipierte sie das Internet-Portal »Vor dem Holocaust – Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen«, auf dem über 5.000 Aufnahmen aus etwa 300 hessischen Dörfern und Städten veröffentlicht sind.
In Anerkennung für ihre besonderen Verdienste im Bereich der zeitgeschichtlichen Forschung und der Erinnerungskultur erhielt Monica Kingreen 2012 den Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises. Sie war Trägerin der Charlotte-Petersen-Medaille 2011, die alle zwei Jahre von der Stadt Dillenburg für Verdienste um die Verständigung zwischen den Menschen verliehen wird.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Trauerfeier für Monica Kingreen
Freitag, 8. September 2017, 16.00 Uhr
Sophia-Kirche der Christengemeinschaft, Frauenlobstr. 2, Frankfurt am Main.
Statt Blumen und Kränze bittet die Familie um eine Spende an »Ärzte ohne Grenzen«.
Kennwort: »Im Gedenken an Monica Kingreen«
IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00


Werner Schneider-Quindeau

23. Oktober 1949 – 24. August 2017

mehr
weniger

In ehrendem Gedenken
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
des Fritz Bauer Instituts
und der Vorstand des
Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V.

Werner Schneider-Quindeau ist am Donnerstag, dem 24. August 2017 im Alter von 67 Jahren unerwartet gestorben. Er war einer der Initiatoren zur Gründung des Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V. und von 1993 bis 1999 dessen erster Vorsitzender. Der Förderverein hat wesentlich zur Gründung des Fritz Bauer Instituts beigetragen, vertritt das Institut im Stiftungsrat und unterstützt es bis heute in seiner Arbeit.

Werner Schneider-Quindeau wurde 1949 in Gönnern im hessischen Hinterland geboren. Von 1968 bis 1974 studierte er an der Kirchlichen Hochschule Bethel sowie an den Universitäten Bielefeld und Göttingen Theologie und Philosophie. Von 1975 bis 1982 war er wissenschaftlicher Assistent für Systematische Theologie an der Universität Göttingen. Seine erste Pfarrstelle  als evangelischer Gemeindepfarrer übernahm er 1984 im südhessischen Walldorf. Seit 1987 war Schneider-Quindeau Vorsitzender der »Jury der Evangelischen Filmarbeit«, die regelmäßig den »Film des Monats« kürt, von 1999 bis 2003 auch Filmbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Als Leiter des Theologischen Konvikts in Frankfurt von 1989 bis 2000 führte Schneider-Quindeau Gemeinde-, Diakonie-, Industrie- und Sozialpraktika in die Ausbildung der Theologiestudenten ein. Von 2007 bis 2014 wirkte er als Stadtkirchenpfarrer in der evangelisch-lutherischen Sankt Katharinen Gemeinde in Frankfurt am Main.

Trauerfeier für Werner Schneider-Quindeau:
Donnerstag, 31. August 2017, 18:00 Uhr
St. Katharinenkirche, An der Hauptwache 1, Frankfurt am Main
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Traueranzeige für Werner Schneider-Quindeau:
Fritz Bauer Institut und Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V.
Frankfurter Allgemeine Zeitung und Frankfurter Rundschau, 31. August 2017
› Trauernzeige
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Abb.: Werner Schneider-Quindeau
Quelle: Evangelischer Regionalverband Frankfurt am Main


Workshopbericht:
Einführung in das Visual History Archive (VHA)

Goethe-Universität Frankfurt am Main

mehr
weniger

Am 14. Juni 2017 gab Wolf Gruner im Rahmen eines vom Fritz Bauer Institut ausgerichteten zweistündigen Workshops eine Einführung in das Visual History Archive (VHA). Dieses ist eine Online-Plattform, die Zugang zu den Oral-History-Beständen der USC Shoah Foundation. The Institute for Visual History and Education bietet. Die von Steven Spielberg ins Leben gerufene USC Shoah Foundation erstellte zwischen 1994 und 2000 eine Sammlung von Interviews mit Überlebenden und Zeugen des Holocaust, aber auch anderen Verfolgten des NS-Regimes wie etwa Sinti und Roma, Homosexuellen, Zeuginnen und Zeugen Jehovas oder auch Überlebenden der Krankenmordaktionen, die die umfangreichste ihrer Art ist. Inzwischen ergänzen Interviewsammlungen zu anderen Genoziden wie etwa dem Völkermord an den Armeniern 1915–1923, dem Nanjing-Massaker 1937/38 und dem Völkermord in Ruanda 1994 den Bestand.
Das Archiv beinhaltet rund 54.000 lebensgeschichtliche Interviews mit einer durchschnittlichen Dauer von etwa zwei Stunden, die in 62 Ländern und 41 Sprachen aufgezeichnet worden sind. Die insgesamt circa 115.000 Stunden Filmmaterial von Holocaustüberlebenden sind minutengenau verschlagwortet worden: Die etwa 65.000 vergebenen Indexbegriffe, 1,8 Millionen erfassten Namen und detailliert verzeichneten Länder, Regionen und Orte ermöglichen eine zielgerichtete Suche in der Datenbank. Seit 2006 befindet sich das Archiv an der University of Southern California, Los Angeles (USA), die 2014 das USC Shoah Foundation Center for Advanced Genocide Research eingerichtet hat. Weltweit bieten etwa 50 ausgewählte Institutionen in Kooperation mit der USC Shoah Foundation einen Vollzugang zu dem Archiv an. Als zweite Einrichtung in Deutschland verfügt die Universitätsbibliothek der Goethe-Universität Frankfurt seit 2017 über einen solchen Vollzugang für Mitarbeiter und Studierende.
Wolf Gruner erläuterte den rund 30 Anwesenden – nicht nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts, sondern auch der Goethe-Universität Frankfurt und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Justus-Liebig-Universität Gießen – den Aufbau des Archivs und die Recherchemöglichkeiten hierin.

Wolf Gruner, Dr. phil.,
ist seit 2008 Shapell-Guerin Chair in Jewish Studies and Professor of History an der University of Southern California, Los Angeles (USA) und seit 2014 Gründungsdirektor des USC Shoah Foundation Center for Advanced Genocide Research.

Einen eingeschränkten Zugang zu etwa 1.800 lebensgeschichtlichen Interviews erhält jeder Interessierte über folgenden Link: http://vhaonline.usc.edu/login

Abb.: Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts, bei der Vorstellung von Wolf Gruner. (Foto: Markus Roth, Arbeitsstelle Holocaustliteratur)


Sybille Steinbacher als bundesweit erste Inhaberin
eines Lehrstuhls für Holocaust-Forschung vorgestellt

Goethe-Universität Frankfurt am Main

mehr
weniger

Prof. Dr. Sybille Steinbacher hat zum 1. Mai ihren Dienst als Direktorin des Fritz Bauer Instituts angetreten. Damit verbunden ist der neue Lehrstuhl für die Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Goethe-Universität Frankfurt.
Von 2010 bis 2017 war Steinbacher Universitätsprofessorin für Zeitgeschichte – Vergleichende Diktatur-, Gewalt- und Genozidforschung an der Universität Wien.

Goethe-Universität Frankfurt am Main – Pressestelle
› Pressemeldung vom 17. Mai 2017

Prof. Dr. Sybille Steinbacher:
Biografie, Publikationsliste, Forschungsschwerpunkte

www.fritz-bauer-institut.de/direktion.html

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
sekretariat.steinbacher(at)fritz-bauer-institut.de


Weitere Nachrichten
finden Sie auf der Seite »Fritz Bauer Institut/Nachrichten«.
... mehr
AA

Homepage Jüdisches Museum   Homepage Museum Judengasse   Homepage Pädagogisches Zentrum
Veranstaltungskalender
April 2018 zurück weiter
M D M D F S S
  01
02 03 04 05 06 07 08
09 10
11
12 13
14
15
16 17
18
19 20
21
22
23
25
26 27 28 29
30  

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität
Frankfurt am Main


Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69.798 322-40
E-Mail: info(at)fritz-bauer-institut.de

Kontakt
Anfragen an das Institut
Mitarbeiter und Arbeitsbereiche

Besuchen Sie uns auch auf facebook!
www.facebook.com/fritz.bauer.institut

Fördern Sie mit uns das
Nachdenken über den Holocaust

Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

So finden Sie uns
Das Fritz Bauer Institut hat seinen Sitz
im 5. Stock des IG Farben-Hauses
auf dem Campus Westend der
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Sekretariat: Raum 5.316, Q3, 5. OG
Lageplan Campus Westend (pdf-Datei)
Anfahrt: IG Farben-Haus

Informationsangebote
Das Institut verschickt zweimal jährlich ein gedrucktes Programmheft mit einer Veranstaltungsvorschau. Im Frühjahr erscheint der Jahresbericht des Instituts und im Herbst »Einsicht«, das umfangreiche Bulletin des Fritz Bauer Instituts. Diese  Publikationen können kostenlos bezogen werden. Zudem informiert das Institut mit einem E-Mail Versand über seine Veranstaltungen. Wenn Sie eines oder mehrere der genannten Informationsangebote beziehen möchten, so vermerken Sie dies bitte im Kontaktformular.

Assoziierte Websites
Websites des Fritz Bauer Instituts
und mit Beteiligung des Instituts
... mehr


Aktuelle Publikationen

Einsicht 18
Bulletin des Fritz Bauer Instituts
Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500
Einsicht
Programmvorschau
Veranstaltungen April bis Juli 2018
Programmheft (pdf-Datei)
Jörg Osterloh, Katharina Rauschenberger (Hrsg.)
Der Holocaust. Neue Studien zu Tathergängen, Reaktionen und Aufarbeitungen
Jahrbuch 2017
Das »Großdeutsche Reich« und die Juden.
Jörg Osterloh,
Kim Wünschmann (Hrsg.)

»… der schrankenlosesten Willkür ausgeliefert« Häftlinge der frühen Konzentrationslager 1933–1936/37
Wissenschaftliche Reihe, Band 31
Das »Großdeutsche Reich« und die Juden.
Hannah Arendt
Wie ich einmal ohne Dich leben soll, mag ich mir nicht vorstellen. Briefwechsel mit den Freundinnen Charlotte Beradt, Rose Feitelson, Hilde Fränkel, Anne Weil und Helen Wolff
Schriftenreihe, Band 35
Das »Großdeutsche Reich« und die Juden.
Fritz Bauer
Sein Leben, sein Denken, sein Wirken
Hrsg. von David Johst
im Auftrag des Fritz Bauer Instituts

Elektronische Medien, 4 CDs

© Fritz Bauer Institut – Frankfurt am Main
Stiftung des bürgerlichen Rechts
Haftungsausschluss | Impressum | Datenschutz | Sitemap
Letzte Änderung: 08. März 2018

Seite empfehlen