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Fritz Backhaus, Dmitrij Belkin, Raphael Gross (Hrsg.)

Bild dir dein Volk!

Axel Springer und die Juden

Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums, vom 15. März bis 29. Juli 2012 im Jüdischen Museum Frankfurt am Main

»Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen; hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes« – dazu sind, laut Arbeitsvertrag, die Redakteurinnen und Redakteure des Axel Springer Verlags verpflichtet.

Der einflussreichste Meinungsmacher der Nachkriegszeit und die Juden

Es war der Verleger Axel Springer (1912–1985) selbst, der diese grundsätzliche Haltung Mitte der 1960er Jahre den Redaktionen seines Zeitungsimperiums vorgab. In Bild, Welt oder Hör zu setzte er eine proisraelische und projüdische Haltung durch – keine Selbstverständlichkeit in einem Verlag, in dem an führender Stelle auch ehemalige NS-Journalisten tätig waren.
Was also bedeutete und bedeutet dieses Engagement? Werk und Person von Axel Springer sind – vor allem vor dem Hintergrund der emotional geführten Auseinandersetzungen um 1968 – höchst umstritten.
Die politischen Konstellationen und öffentlichen Kontroversen, in denen sich Axel Springer (1912–1985) mit seiner medienpolitischen Macht positionierte, werden erstmals mit besonderem Augenmerk auf seine dezidiert projüdische und proisraelische Haltung in den Blick genommen:

Welche Rolle spielte diese im Selbstverständnis von Axel Springer und in den Auseinandersetzungen mit seinen Kontrahenten? Welche Bedeutung kommt ihr im Kontext der deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte zu?
Die Herausgeber gewannen Autorinnen und Autoren aus Deutschland und Israel dafür, sich mit dem Phänomen Axel Springer erstmals aus der Perspektive der deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte zu beschäftigen.
Die Ausstellung und der Begleitband wurden gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, den Kulturfonds RheinMain, die Gerda Henkel Stiftung, die Herbert Quandt Stiftung und die Hessische Kulturstiftung.

Beiträge von:

Franziska Augstein, Frank Bajohr, Dmitrij Belkin, Juliane Berndt, Detlev Claussen, Karl Christian Führer, Anne Giebel, Monika Halbinger, Michael Jürgs, Elisa Klapheck, George Kohler, Amos Kollek, Werner Konitzer, Wolfgang Kraushaar, Gudrun Kruip, Cilly Kugelmann, Tim B. Müller, Christian Plöger, Avi Primor, Werner Renz, Esther Schapira, Michelle Schuhmacher, Verena Schulemann, Lu Seegers, Andrea Sinn, Jochen Staadt und Stefan Wolle.

Interviews mit:

Daniel Cohn-Bendit, Peter Tamm und Günter Wallraff.

Fritz Backhaus ist stellvertretender Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt am Main.

Dmitrij Belkin ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut und Kurator am Jüdischen Museum Frankfurt am Main.

Raphael Gross ist Direktor des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main sowie des Leo Baeck Instituts London.

Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts,, Band 29
Göttingen: Wallstein Verlag, 2012
224 Seiten, 64 überw. farb. Abb.
ISBN: 978-3-8353-1081-0
19,90 €