Fritz Bauer Institut

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Dr. Stefanie Fischer

Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung
im Sommersemester 2018

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Im Sommersemester 2018 wird Dr. Stefanie Fischer als Gastprofessorin für interdisziplinäre Holocaustforschung am Fritz Bauer Institut forschen und lehren. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Neuere Geschichte/deutsch-jüdische Geschichte der Universität Potsdam und am dort ansässigen Selma Stern Zentrum für jüdische Studien Berlin-Brandenburg. 2016 war Stefanie Fischer Visiting Research Associate und 2017 Adjunct Assistant Professor an der University of Notre Dame in Indiana/USA, 2014 war sie als Dorset Fellow an der University of Oxford, UK und als Visiting Buber Fellow an der Hebrew University, Jerusalem, Israel.
Für ihre Dissertationsschrift Ökonomisches Vertrauen und antisemitische Gewalt: Jüdische Viehhändler in Mittelfranken 1919–1939 erhielt Stefanie Fischer den Fraenkel-Prize in Contemporary History 2012 der Wiener Library in London sowie den Irma Rosenberg Prize/Wiener Preis zur Erforschung der Geschichte des Nationalsozialismus. Ihr aktuelles Forschungsprojekt befasst sich mit der Geschichte der jüdischen Friedhöfe in der frühen Bundesrepublik und untersucht, wie sich die Verfolgung und Ermordung der Juden auf die sozialen Beziehungen nach Kriegsende auswirkten. Zu beiden Forschungsfeldern bietet Stefanie Fischer jeweils eine Übung am Historischen Seminar an.


Fritz Bauer-Hörbuch ausgezeichnet

Deutscher Hörbuchpreis 2018
in der Kategorie »Bestes Sachhörbuch«

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Fritz Bauer
Sein Leben, sein Denken, sein Wirken
Herausgegeben von David Johst
im Auftrag des Fritz Bauer Instituts.
Tondokumente mit Originaltönen von Fritz Bauer,
kommentiert und eingeleitet von Burghart Klaußner.
Berlin: Der Audio Verlag, 2017, 4 CDs, 306 Min.,
mit umfangreichem Booklet, € 19,99
ISBN: 978-3-86231-994-7
Veröffentlicht mit Unterstützung der
Friedrich-Ebert-Stiftung und der Gerda Henkel Stiftung.


Als »Bestes Sachhörbuch« zeichnet die Jury des Deutschen Hörbuchpreises die vom Fritz Bauer Institut in Auftrag gegebene Dokumentation Fritz Bauer. Sein Leben, sein Denken, sein Wirken (Der Audio Verlag) aus. In dieser Kategorie werden Produktionen ausgezeichnet, deren inhaltlicher Schwerpunkt bei der Informations- und Wissensvermittlung liegt. Dem Preisträger David Johst, der akribisch die von Fritz Bauer überlieferten Tondokumente zusammengetragen und sie mit informativen Zwischentexten verbunden hat, ist nach Meinung der Juroren eine »große editorische Leistung« geglückt. Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer ist als Initiator der Auschwitz-Prozesse bekannt geworden. Ebenso engagiert setzte er sich für eine Reform des Strafrechts und des Strafvollzugs ein. Aktiv nutzte er für Vorträge, Gespräche und eigene Sendungen das Medium Radio, um seine Ideen und Ansichten zu verbreiten. Unter Einbindung zahlreicher Archivquellen lässt das Hörbuch Fritz Bauers Person und Biografie lebendig werden.

Begründung der Preisträgerjury
»Eine große editorische Leistung, die David Johst hier geglückt ist. Akribisch hat er sämtliche Tondokumente zusammengetragen, die von Fritz Bauer überliefert sind. Hinzu kommt die schlüssige Montage der Originaltöne und der informativen Teile – letztere klar und angemessen nüchtern von Burghart Klaußner vorgetragen. So wird dem Hörer die spannende Person Fritz Bauer zugänglich gemacht und dessen gesellschaftlicher Auftrag und große Bedeutung – auch für unsere heutige Zeit – glasklar.«

Begründung der Nominierungsjury

»Ein Verdienst der Herausgeber ist es, Reden, Interviews und andere Hördokumente Fritz Bauers einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dadurch, dass die Zwischentexte und die von ihm selbst gesprochenen Passagen für sich stehen, wirken sie umso intensiver und vermitteln ein lebendigeres Bild des Menschen Fritz Bauer, als eine Biografie es könnte. Der Hörer lernt ihn nicht nur als Initiator der Auschwitz-Prozesse, sondern auch als Rechtsphilosophen und -reformer sowie als Zeitzeugen kennen.«

Dr. David Johst, geboren 1977 in Ost-Berlin, studierte Geschichte und Journalistik in Halle und Leipzig und promovierte im Fach Geschichte zum Thema Begrenzung des Rechtsgehorsams: Die Debatte um Widerstand und Widerstandsrecht in Westdeutschland von 1945 bis 1968. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Als freier Journalist arbeitet er u.a. für das Magazin mare, die Wochenzeitung DIE ZEIT und die Jüdische Allgemeine. David Johst ist Mitherausgeber der gesammelten Schriften Fritz Bauers, die noch in diesem Jahr in der Wissenschaftlichen Reihe des Fritz Bauer Instituts erscheinen werden.

Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises 2018
Am 6. März 2018 findet die festliche Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises im Klaus-von-Bismarck-Saal des WDR Funkhauses in Köln statt. Sie eröffnet das Literaturfestival Lit.COLOGNE. Verliehen wird der Deutsche Hörbuchpreis in sieben Kategorien.
Neben Götz Alsmann als Moderator haben Yvonne Catterfeld als musikalischer Stargast und die Komikerin und Schauspielerin Cordula Stratmann ihr Kommen angesagt.
Die Preisverleihung wird live gesendet in WDR 5, hr2, NDR Kultur, SWR2 und Antenne Saar. 3sat zeigt eine Aufzeichnung am Sonntag, 11. März 2018, ab 10:05 Uhr.

Kontakt
Deutscher Hörbuchpreis e.V.
Henrike Wenschkewitz
Projektleitung DHP 2018
Ludwigstr. 11
50667 Köln
Tel.: 0221.20352127
hoerbuchpreis(at)wdr-mediagroup.com   
www.deutscher-hoerbuchpreis.de


Michael Hauck
22. April 1927 – 18. Januar 2018

In ehrender Erinnerung

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Am 22. April 1927 wurde Michael Hauck in Frankfurt am Main geboren. Er entstammte einer alteingesessenen Frankfurter Bankiersfamilie und war 38 Jahre persönlich haftender Gesellschafter der Privatbank Georg Hauck & Sohn (heute Hauck & Aufhäuser Privatbankiers), deren Ehrenvorsitzender er war.
Hauck war Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, des Hessischen Verdienstordens und der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main. Mit seinem mäzenatischen Wirken hat er die Stadt Frankfurt am Main und insbesondere auch die Goethe-Universität viele Jahre lang unterstützt.
So ermöglichte er gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Oliver Puhl durch eine großzügige Förderung die Wiederaufnahme der »Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung« zum Wintersemester 2015/16 für zunächst fünf Jahre. Die Gastprofessur ist am Fritz Bauer Institut angesiedelt und wird für jeweils ein Semester an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einem Schwerpunkt in der sozial-, geistes- oder humanwissenschaftlichen Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust vergeben. Mit ihrer Unterstützung der Gastprofessur verfolgen die Förderer ihr Anliegen, die Holocaustforschung an der Frankfurter Universität noch stärker zu institutionalisieren.
Neben seinem vielfältigen Wirken war Michael Hauck auch publizistisch aktiv. Im letzten Jahr ist sein Buch Frankfurter Allerlei. Erlebtes und Erlerntes aus neun Jahrzehnten im Droste Verlag (Düsseldorf) erschienen.
Am 18. Januar 2018 ist Michael Hauck im Alter von 90 Jahren in Frankfurt am Main gestorben.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts und der Vorstand des Fördervereins Fritz Bauer Institut werden ihn in ehrender Erinnerung behalten.

Die Trauerfeier für Michael Hauck findet statt am Freitag, dem 26. Januar 2018, um 10:30 Uhr in der Trauerhalle des Frankfurter Hauptfriedhofs, Eckenheimer Landstraße 194.


Stellenausschreibung:
Forschungsprojekt zur Geschichte des Rechtsradikalismus in Deutschland

Wissenschaftliche/r Mitarbeiterin/Mitarbeiter
(E13, TV-GU, 70%-Teilzeit)

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Am Lehrstuhl zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust der Goethe-Universität Frankfurt am Main ist zum 1. März 2018 die Stelle einer/eines

Wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Mitarbeiters
(E13, TV-GU, 70%-Teilzeit)


zunächst für die Dauer von drei Jahren zu besetzen.

Aufgaben:
In Zusammenarbeit mit dem Fritz Bauer Institut ist ein Forschungsprojekt zur Geschichte des Rechtsradikalismus in Deutschland geplant. Der zeitliche Rahmen reicht von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Ziel ist es, nach den Zusammenhängen zwischen den Konjunkturen des Rechtsradikalismus und der Massenmigration zu fragen und zu eruieren, ob und inwiefern Verbindungen zur NS-Ideologie, ihrer Sprache und ihren Feindbildern bestanden. Die Möglichkeit zur akademischen Weiterqualifizierung ist gegeben. Der Dienstort ist Frankfurt am Main. Die genaue Vergütungseinstufung erfolgt gemäß der Qualifikationsstufe des Bewerbers/der Bewerberin.

Einstellungsvoraussetzungen:
Erwartet werden ein sehr guter wissenschaftlicher Hochschulabschluss im Fach Neuere und Neueste Geschichte bzw. Zeitgeschichte (MA, Magister, Staatsexamen) mit einem Schwerpunkt in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts sowie Erfahrung in der Archivrecherche. Die Promotion ist erwünscht.

Auskunft erteilt:
Frau Manuela Ritzheim, Leiterin des Verwaltungs- und Projektmanagements des Fritz Bauer Instituts, Telefon: 069.798 322-33, E-Mail: m.ritzheim@fritz-bauer-institut.de

Ihre Bewerbung mit Lebenslauf, Hochschulzeugnissen, Publikationsverzeichnis, einem Motivationsschreiben und einer (maximal zwei Seiten umfassenden) Ideenskizze für das Forschungsprojekt zur Geschichte des Rechtsradikalismus richten Sie bitte per Post (nicht per Email) bis zum 30. Januar 2018 an die Direktorin des Fritz Bauer Instituts, Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Goethe-Universität Frankfurt am Main/Campus Westend, Fritz Bauer Institut, IG Farben-Haus, Raum 5.315, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main. Bitte senden Sie Kopien Ihrer Zeugnisse ein, da keine Rücksendung Ihrer Unterlagen erfolgen wird.


Wolfgang Leopold Lauinger, sel. A.

In ehrender Erinnerung

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Wolfgang Lauinger war ein Zeitzeuge, der im Nationalsozialismus als Mitglied einer Gruppe Frankfurter Swingjugendlicher, als Homosexueller und »Halbjude« verfolgt wurde. Auch nach der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus war für ihn die Verfolgung nicht zu Ende: 1950 wurde er wegen eines vermuteten Verstoßes gegen den §175 erneut inhaftiert. Am 20. Dezember 2017 ist Wolfgang Lauinger im Alter von 99 Jahren in Frankfurt am Main gestorben.

Abb.: Wolfgang Lauinger (im Sessel) im Eisenhower-Saal der Goethe-Universität Frankfurt am Main am 10. Juli 2017, dahinter von links: Finanzminister a.D. Karl Starzacher, Dr. Bettina Leder, Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff, Direktorin des Fritz Bauer Instituts Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Staatsminister Dr. Thomas Schäfer
Foto: Gottfried Kößler
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Gewitzter Kämpfer

Nachruf von Pitt von Bebenburg
Frankfurter Rundschau, 21. Dezember 2017
www.fr.de/frankfurt/nachruf-gewitzter-kaempfer-a-1412661

Bettina Leder
Lauingers. Eine Familiengeschichte aus Deutschland
Jüdische Memoiren, Bd. 26
288 S., 42 Abb., € 24,90, Berlin: Hentrich & Hentrich, 2015
https://www.hentrichhentrich.de/buch-lauingers.html


Ehrung für Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese

Verdienstkreuzes am Bande des
Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

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Für seine außerordentlichen Verdienste um die Gerechtigkeit und die deutsche Justiz hat Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese am 14. November 2017 das Bundesverdienstkreuz am Bande von Heiko Maas, Bundesministers der Justiz und für Verbraucherschutz, überreicht bekommen. Die Feierstunde zur Preisübergabe fand statt im Fritz-Bauer-Saal des Landgerichts Frankfurt, dem ehemaligen Dienstzimmer von Fritz Bauer.

Gerhard Wiese (geboren 1928) hat als junger Staatsanwalt unter der Leitung von Generalstaatsanwalt Fritz Bauer die Anklage im »Auschwitz-Prozess« vertreten, der von 1963 bis 1965 vor dem Landgericht Frankfurt am Main stattfand. Wiese hat die Anklageschriften mitformuliert und die Plädoyers gegen einige der brutalsten Täter gehalten. Er hat mitgeholfen, das größte Menschheitsverbrechen der Geschichte vor Gericht zu bringen, Täter zur Verantwortung zu ziehen und den Opfern ein wenig Genugtuung zu verschaffen.
Die Ankläger im »Auschwitz-Prozess« mussten sich großen Widerständen entgegenstellen – aus den Reihen der Justiz selbst aber auch aus der Öffentlichkeit. Denn der Prozess führte allen erstmals den organisierten Völkermord an den Juden Europas vor Augen – oder wie Gerhard Wiese selbst sagte: »Keiner konnte mehr kommen und sagen: Es hat keine Gaskammer gegeben.« Wiese hat sich darüber hinaus in weiteren Prozessen als Staatsanwalt für die Ahndung der NS-Verbrechen eingesetzt. Und auch heute engagiert er sich trotz seines hohen Alters als Zeitzeuge, insbesondere für Schulklassen und Studierende.

In seiner Rede zur Übergabe des Bundesverdienstkreuzes am Bande konzertierte Bundesminister Maas: »Auschwitz ist das Synonym für das größtmögliche Unrecht, das Menschen anderen Menschen angetan haben. Aber die Prozesse in Frankfurt zeigten auch, was Justiz zu leisten vermag, wenn sie den Willen hat, der Gerechtigkeit zu dienen.« Es sei daher wichtig, »jene zu ehren, die sich früher als andere und oft gegen große Widerstände für die richtige Sache engagiert haben. Einer, der das getan hat, war Gerhard Wiese.« … »Ich bin Ihnen für Ihr heutiges Engagement genauso dankbar wie für Ihre Leistungen in der Justiz«, so Maas. »Es ist wichtig, das Wissen um das Unrecht an die junge Generation weiterzugeben. Natürlich wiederholt sich Geschichte nicht. Aber nichts ist unumstößlich, und manches, was uns heute so selbstverständlich scheint, kann schon morgen in Gefahr geraten. Das Wissen um das Unrecht der Vergangenheit schärft unsere Sensibilität, wenn heute Menschenwürde und rechtsstaatliche Prinzipien in Frage gestellt werden. Deshalb ist Engagement so wichtig – oder wie Fritz Bauer einmal sagte: ›Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber jeder kann etwas dafür tun, damit sie nicht zur Hölle wird.‹«

Artikel des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz
zur Übergabe des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik an Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese.
www.bmjv.de/SharedDocs/Artikel/DE/2017/111417_Bundesverdienstkreuz_Wiese.html

Rede von Bundesminister Heiko Maas

www.bmjv.de/SharedDocs/Reden/DE/2017/111417_Verdienstorden_Wiese.html 

Abbildung oben

Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese (links) im Gespräch mit Oberstaatsanwalt a.D. Johannes Warlo, ehemaliger Mitarbeiter der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main unter Fritz Bauer. Eröffnung des Fritz-Bauer-Saals im Landgericht Frankfurt am Main, am 17. Mai 2017.
Foto: Werner Lott


Werner Renz, Rede zur Eröffnung der Ausstellung
»Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht«

Sonntag, 15. Oktober 2017
Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten

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Rede zur Eröffnung der Ausstellung
Eine Einführung von Werner Renz (pdf-Datei)

Werner Renz war seit der Gründung des Fritz Bauer Instituts im Jahr 1995 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts und Leiter des Archivs und der Bibliothek. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten Fritz Bauer, die Frankfurter Auschwitz-Prozesse und die Geschichte des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau hat er zahlreiche Publikationen veröffentlicht.

Foto: Werner Renz
im Archiv des Fritz Bauer Instituts


Fritz Bauer. Der Staatsanwalt
NS-Verbrechen vor Gericht
Eine Ausstellung des Fritz Bauer Institutes
und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main
 
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck.
Sie wird gefördert durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, die Fazit-Stiftung sowie Christiane und Nicolaus Weickert.
Die Ausstellungspräsentation in Dorsten wird realisiert in Kooperation mit dem Verein für jüdische Geschichte und Religion e.V., Jüdisches Museum Westfalen. Mit freundlicher Unterstützung der
Rothschild Foundation Hanadiv Europe und der Ursula Lachnit-Fixson Stiftung.
Die Wanderausstellung war bereits in Frankfurt am Main, Heidelberg, Köln und Dresden zu sehen. Weitere Ausstellungsstationen sind in Vorbereitung.

Ausstellungszeitraum

Sonntag, 15. Oktober 2017 bis Sonntag 25. Februar 2018
Jüdisches Museum Westfalen, Julius-Ambrunn-Str. 1, 46282 Dorsten

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag, 10.00–12.30 Uhr und 14.00–17.00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage, 14.00–17.00 Uhr
Montags geschlossen
Das Museum ist vom 23. Dezember 2016 bis einschließlich 1. Januar 2017 geschlossen.

Begleitband zur Ausstellung
Fritz Backhaus, Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.)
Fritz Bauer. Der Staatsanwalt.  NS-Verbrechen vor Gericht
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2014, 300 S., zahlr. Abb., € 29,90
ISBN: 978-3-5935-0105-5, Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 32

Weitere Informationen

www.fritz-bauer-institut.de/fritz-bauer-ausstellung.html


Ehrung für Fritz-Bauer-Preisträger Dieter Schenk:
Ernennung zum Doktor honoris causa der Universität Łódź

Vorlesungstext zur Verleihung der Ehrendoktorwürde

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Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie am 12. Juni 2017 wurde dem in Schenklengsfeld lebenden Autor und Publizisten Dieter Schenk vom Universitäts-Rektor Prof. Dr. Antoni Rozalski die Ehrendoktorwürde der polnische Universität Łódź verliehen. Der Senat der Universität hatte die Verleihung der akademische Auszeichnung eines Doktors honoris causa beschlossen, um die zwanzigjährige wissenschaftliche Tätigkeit Schenks als Honorarprofessor an der Łódźer Universität zu würdigen.
Dieter Schenk hält im Lehrstuhl für Strafrecht regelmäßig Vorlesungen auf den Gebieten »Geschichte des Nationalsozialismus«, »Nazi-Verbrechen und strafrechtliche Verantwortung der Täter«, »Wirtschaftskriminalität« sowie »Menschenechte und Polizei«. Die in den Lehrveranstaltungen behandelten Probleme der Rechtsbeugung und des Justizmordes, wie des sogenannten Befehlsnotstandes und des Völkermords, gehören zu den Prüfungsanforderungen für Jura-Studenten im 4. Semester.
Die in polnischer Sprache erschienenen Fachbücher von Dieter Schenk, zum Beispiel über Gauleiter Albert Forster oder Generalgouverneur Hans Frank, finden in Polen große Beachtung. Sein Buch über die Ermordung der Lemberger Professoren und den Holocaust in Ost-Galizien wurde vom polnischen Rundfunk und Fernsehen zum »Historischen Buch des Jahres 2012« ernannt. Schenks Veröffentlichungen analysieren das Unrecht totalitärer Staaten; seine dreiteilige Vorlesungsreihe über Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer unterstreicht die Prinzipien des Rechtsstaats.
Die Łódźer Universität begrüßt, dass Dieter Schenk auch in Zukunft seine Lehrtätigkeit fortsetzen wird.

Dieter Schenk,
geboren 1937 in Frankfurt am Main, ist ein deutscher Kriminalist, Historiker und Schriftsteller. Seit 1990 ist er als freier Publizist tätig.
Von 1963 bis 1971 arbeitete Schenk im Hessischen Landeskriminalamt Wiesbaden. Von 1971 bis 1972 studierte er an der Polizeiführungsakademie. Von 1973 bis 1979 leitete er die Kriminalpolizei im Polizeipräsidium Gießen. Anschließend wirkte er von 1980 bis 1988 als Kriminaldirektor in der Stabsstelle Interpol des Bundeskriminalamtes Wiesbaden.
1989 verließ er das BKA und wurde 1992 Gründungsmitglied der Koordinationsgruppe Polizei bei Amnesty International. Bis 2001 war Schenk Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten. Seit 1993 forscht Schenk auf dem Gebiet des Nationalsozialismus. Seit 1998 ist er Honorarprofessor der Universität Łódź in Polen.
www.dieter-schenk.info

Dieter Schenk: Nationalsozialistischer Völkermord an der polnischen Intelligenz – persönliche Eindrücke und Erfahrungen in zwanzig Forscherjahren
Vorlesung anlässlich des Festaktes zur Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Łódź am 12. Juni 2017
›  Vorlesungstext (pdf-Datei)

Auszeichnungen:
› 1997: St. Adalbertus-Medaille der Stadt Danzig
› 1998: Medaille 1000 Jahre Stadt Danzig
› 1998: Bundesverdienstkreuz am Bande
› 2000: Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen
› 2002: Ehrenbürgerschaft der Stadt Danzig
› 2003: Fritz-Bauer-Preis der Humanistischen Union
› 2012: Kustos des Nationalen Gedenkens, Preis des Instituts des Nationalen Gedenkens (IPN) Warschau
› 2017: Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Łódź/Polen

Kontakt:
Uniwersytet Łódzki
Wydział Prawa i Administracji
A: ul. Kopcińskiego 8/12, 90-232 Łódź 
90-232 Łódź, Polen
www.wpia.uni.lodz.pl

Abb: Dieter Schenk, 2003, Foto: Werner Lott


Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung

Ausschreibung zum Sommersemester 2018

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Das Historische Seminar am Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main schreibt gemeinsam mit dem Fritz Bauer Institut, Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, zum Sommersemester 2018 (April bis Juli bzw. September 2018) die Position eines/einer Gastprofessors/in bzw. Gastwissenschaftlers/in für ein Semester (4 bis 6 Monate) aus.
... Ausschreibung Gastprofessur (pdf-Datei)

Zur Gastprofessur am Fritz Bauer Institut
Mit dem Wintersemester 2015/16 wurde am Fritz Bauer Institut die Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung für zunächst fünf Jahre neu geschaffen. Ermöglicht wurde dies durch die großzügige Förderung von Michael Hauck und seinem Schwiegersohn Oliver Puhl. Mit ihrem bürgerschaftlichen Engagement wollen sie darauf hinwirken, dass die Erforschung des Holocaust und seiner Wirkung bis heute als Forschungsschwerpunkt an der Frankfurter Goethe-Universität nachhaltig gestärkt wird.
Dazu die Vorsitzende des Fördervereins und des Stiftungsrats des Fritz Bauer Instituts, Jutta Ebeling: »Ich danke den beiden Förderern sehr für ihre Initiative. Das 1995 gegründete Fritz Bauer Institut hat auf dem Gebiet der Holocaustforschung in Deutschland Pionierarbeit geleistet – immer schon unterstützt durch internationale Gastwissenschaftler. Das hat das internationale Renommee des Instituts entscheidend gefördert. Es ist sehr gut, dass dieser fruchtbare wissenschaftliche Austausch nun für fünf Jahre gewährleistet ist.«

Informationen zur Gastprofessur und ihren Inhabern seit Sommersemester 2001

... Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung

Kontakt:
Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798-32233


Zum UNESCO-Weltdokumentenerbe ernannt:

Verfahrensakten und Tonbandaufnahmen
des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963–1965)

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Pressemeldung des
Hessischen Wissenschaftsministeriums:
https://wissenschaft.hessen.de/print/38898

Hessisches Landesarchiv:

Der 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses
als Weltdokumentenerbe

www.auschwitz-trial-frankfurt.hessen.de

Hessenschau vom 30.11.2017:
Akten zu Auschwitz-Prozess sind Weltdokumentenerbe

www.hessenschau.de/gesellschaft/akten-zu-auschwitz-prozess-sind-weltdokumentenerbe,auschwitz-akten-kulturerbe-100.html

Abbildung links:
Fritz Bauer, 1963, Foto: Schindler-Foto-Report

Das von der UNESCO-Generaldirektion berufene internationale Komitee hat mit seiner Entscheidung vom 30. November 2017 der Aufnahme der Prozessakten und Tonbandaufnahmen des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963–1965) in die Liste »UNESCO-Weltdokumentenerbe« zugestimmt.
Kriterien für die Ausnahme sind u.a. die weltweite Bedeutung der Unterlagen, ihre Unersetzlichkeit und ihre Einzigartigkeit. Der Auschwitz-Prozess wurde wesentlich von Fritz Bauer initiiert, der von 1956 bis zu seinem Tod 1968 Generalstaatsanwalt in Hessen war. Die Akten des Auschwitz-Prozesses liegen im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden.
Der Tonbandmitschnitt des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses, unter anderem mit den Zeugenaussagen von Überlebenden, blieb erhalten und wurde vom Fritz Bauer Institut publiziert und online zugänglich gemacht.

Fritz Bauer Institut und Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau (Hrsg.):
Der Auschwitz-Prozess.
Tonbandmitschnitte, Protokolle und Dokumente

DVD-ROM, Berlin: Directmedia Verlag, 2004
Die Digitale Bibliothek 101, ca. 80.000 S., ISBN 3-89853-501-0
Infoblatt [pdf/677 kb]
Eine Neuauflage der DVD ist für € 19,90 (zzgl. Versand) zu beziehen über:
www.versand-as.de/shop/Software-DigiBib-mehr/Digitale-Bibliothek/Zenoorg/Der-Auschwitz-Prozess-2-verbesserte-Auflage--2002.html

Tonbandmitschnitt des
1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses

Zeugenvernehmungen in der »Strafsache gegen Mulka u.a.«
vor dem Landgericht Frankfurt am Main, 1963–1965
(Die Audio-files der Website sind nicht mit allen Browsern kompatibel!)
www.auschwitz-prozess.de


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Telefon: +49 (0)69.798 322-40
E-Mail: info(at)fritz-bauer-institut.de

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Anfahrt: IG Farben-Haus

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Einsicht 18
Bulletin des Fritz Bauer Instituts
Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500.
Einsicht

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Letzte Änderung: 01. September 2011

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