Das Institut

Montag, 4. September 2017

Monica Kingreen

10. Januar 1952 - 2. September 2017

In ehrendem Gedenken
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts und des Pädagogischen Zentrums (Fritz Bauer Institut und Jüdisches Museum Frankfurt am Main).

Wir trauern um unsere langjährige und geschätzte Kollegin Monica Kingreen, die am 2. September 2017 nach schwerer Krankheit im engsten Familienkreis friedlich gestorben ist. Auch nach ihrem Eintritt in den Ruhestand im August 2015 war sie uns weiterhin als freie Mitarbeiterin und kompetente Ansprechpartnerin verbunden. Wir werden sie vermissen.

Monica Kingreen wurde am 10. Januar 1952 in Lüdenscheid geboren. Seit 1983 lebte sie in Windecken im Main-Kinzig-Kreis. Die Diplom-Pädagogin wurde 2003 vom Hessischen Kultusministerium an das Fritz Bauer Institut abgeordnet und erhielt einen Lehrauftrag am Seminar für Didaktik der Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt. Seit 2009 war sie für das Pädagogische Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt tätig, das die pädagogischen Abteilungen von Museum und Institut in sich vereinigt.
Monica Kingreens Interesse galt vor allem der Lokal- und Regionalgeschichte der Juden und ihrer Verfolgung und Ermordung im Nationalsozialismus. In ihren Rechercheprojekten ist sie den Schicksalen jüdischer Familien »vor Ort« nachgegangen und hat Besuchsprogramme ehemaliger jüdischer Bürger organisiert. Neben ihrer eigenen Forschung hat sie zahlreiche Projekte der Spurensuche zu jüdischem Leben vor und während der NS-Zeit mit ihrer umfangreichen Expertise unterstützt.
Zu ihren Veröffentlichungen zählen Buchpublikationen und wissenschaftliche Aufsätze in Periodika, Sammelbänden und Nachschlagewerken. Bereits 1994 erschien ihre Studie Jüdisches Landleben in Windecken, Ostheim und Heldenbergen und 1999 in der Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts das von ihr herausgegebene Buch »Nach der Kristallnacht«. Jüdisches Leben und antijüdische Politik in Frankfurt am Main 1938–1945. In der Reihe Pädagogische Materialien des Fritz Bauer Instituts veröffentlichte sie 2004 den Band Der Auschwitz-Prozess 1964–1965. Geschichte, Bedeutung und Wirkung.
Kingreen sammelte Bilder, Briefe und Dokumente aus dem jüdischen Alltagsleben vor dem Holocaust und recherchierte die Geschichte hinter den Dokumenten. Aus diesen Materialien konzipierte sie das Internet-Portal »Vor dem Holocaust – Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen«, auf dem über 5.000 Aufnahmen aus etwa 300 hessischen Dörfern und Städten veröffentlicht sind.
In Anerkennung für ihre besonderen Verdienste im Bereich der zeitgeschichtlichen Forschung und der Erinnerungskultur erhielt Monica Kingreen 2012 den Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises. Sie war Trägerin der Charlotte-Petersen-Medaille 2011, die alle zwei Jahre von der Stadt Dillenburg für Verdienste um die Verständigung zwischen den Menschen verliehen wird.
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Trauerfeier für Monica Kingreen
Freitag, 8. September 2017, 16.00 Uhr
Sophia-Kirche der Christengemeinschaft, Frauenlobstr. 2, Frankfurt am Main.
Statt Blumen und Kränze bittet die Familie um eine Spende an »Ärzte ohne Grenzen«.
Kennwort: »Im Gedenken an Monica Kingreen«
IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00

Monica Kingreen

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