Forschung & Lehre

Das Frankfurter Schullandheim Wegscheide und sein Gründer August Jaspert (Vorstudie)

Bearbeiter: Maximilian Aigner M.A.

Förderung: Stadt Frankfurt am Main

Mehrere Generationen von Frankfurter Schülerinnen und Schülern kennen das Schullandheim »Wegscheide« bei Bad Orb als Ort für Ferienfreizeiten und Klassenfahrten. Weniger ist jedoch über die wechselvolle Geschichte der Institution bekannt: Bereits vor Inbetriebnahme des Schullandheims im Jahr 1920 diente das Gelände im Spessart als Militärstützpunkt, ab 1939 nutzte die Wehrmacht es als Kriegsgefangenenlager, vor der Rückkehr von Schulklassen wurden die Bauten zwischen 1945 und 1954 als Flüchtlingsunterkunft verwendet.

Im Zentrum des Forschungsprojekts steht vor allem die Geschichte der Wegscheide während des Nationalsozialismus. Drei Themenkomplexe sind dabei von besonderer Bedeutung: Erstens soll das Agieren der Wegscheide-Leitung gegenüber Institutionen des NS-Staats – und hier insbesondere die Umwandlung von einer GmbH in eine Stiftung im Jahr 1938 – rekonstruiert werden. Zweitens geht es um die politische Verortung und mögliche NS‑Belastung des Wegscheide-Gründers August Jaspert, eines noch heute angesehenen Frankfurter Pädagogen. Drittens sollen auch die Erziehungspraktiken, die während der NS-Zeit auf der Wegscheide zur Anwendung kamen, in den Blick genommen werden. Hierbei ist auch nach Kontinuitäten und Brüchen in Bezug zu den pädagogischen Konzepten zu fragen, die Jaspert und seine Mitstreiter bereits vor 1933 vertraten. Ziel der Vorstudie ist es, erste Erkenntnisse zu diesen Zusammenhängen zu gewinnen und konzeptionelle Überlegungen für eine Publikation anzustellen.