Forschung & Lehre

Rüstungsforschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main in der NS-Zeit

Bearbeiter: Jason Pollhammer M.A.

Förderung: Johanna Quandt-Stiftung und Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung

Welchen Beitrag leisteten Naturwissenschaftler der Universität Frankfurt für die Aufrüstungs- und Kriegsbemühungen des »Dritten Reiches«? Diese Frage steht im Zentrum eines Forschungsprojekts, das die Frankfurter Naturwissenschaften in ihrem institutionellen, personellen und wissenschaftlichen Kontext analysiert. Untersucht werden vor allem Verknüpfungen mit Militär, Politik und Industrie. Um die Geschichte der Universität Frankfurt, nicht wie bislang geschehen, vor allem als Institutionengeschichte, sondern als Vernetzungs- und Beziehungsgeschichte verstehen zu können, wird nach den »Ressourcen« (Mitchell Ash) gefragt, über die die Frankfurter Forscher verfügten und die sie mit Vertretern der Politik, des Militärs und der Industrie austauschten.

Diese Fragen stellen sich für die Geschichte der Universität Frankfurt in besonderer Weise. Als Stiftungsuniversität wurde die Hochschule durch private Mittel mitfinanziert – eine enge Beziehung zur Industrie sowie zur Stadt waren kennzeichnend. Was waren die Charakteristika des Stiftungsmodells und wie veränderten sie sich in der NS-Zeit? Welche Bedeutung hatten sie für die naturwissenschaftliche Forschung? Erleichterte das Stiftungsmodell die Durchführung von Rüstungsprojekten an der Hochschule? Kann gar von »gestifteter Rüstungsforschung« gesprochen werden?