Forschung & Lehre

Die Ausschaltung der Juden aus dem Kulturleben im »Dritten Reich« 

Bearbeiter: Dr. Jörg Osterloh

Gegenstand des Forschungsprojekts ist die Ausschaltung der Juden aus dem Kulturleben im nationalsozialistischen Deutschland. Dabei werden vor dem Hintergrund der Entwicklung des »modernen« Antisemitismus seit dem späten 19. Jahrhundert die kulturpolitischen Zielsetzungen der NSDAP sowohl nach ihrer Gründung 1920 als auch die kulturpolitischen Forderungen der Partei nach deren Wiedergründung 1925 analysiert, die immer wieder mit Ausschreitungen einhergingen. Einen thematischen Schwerpunkt bildet der Vergleich der Entwicklung einerseits in den Ländern mit NSDAP-Regierungsbeteiligung (etwa in Thüringen und Oldenburg) und andererseits in den übrigen Ländern (insbesondere in Preußen).

Weiterhin werden die »revolutionären« Eingriffe in das Kulturleben untersucht, die Entlassungen und Vertreibungen von jüdischen Künstlern sowie die ersten gesetzgeberischen Maßnahmen gegen Juden nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Daneben geht es um die Gründung der zentralen kulturpolitischen Institutionen des NS-Staates (Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Reichskulturkammer). Schließlich wird die systematische Ausschaltung aller »Nichtarier« und »jüdisch Versippten« aus der Reichskulturkammer ab 1935 betrachtet. Voraussetzung hierfür war zunächst deren aufwändige Erfassung in den Einzelkammern der Reichskulturkammer. Abschließend gilt der Blick der Entwicklung von den Novemberpogromen bis zum Ende des NS-Regimes.