The Institute

Wednesday, 2. January 2019

Fritz Bauer. Kleine Schriften
Band 1: 1921–1961, Band 2: 1962–1969

Lena Foljanty, David Johst (Hrsg.)

Fritz Bauer ist als der Staatsanwalt in die Geschichte der Bundesrepublik eingegangen, der den Auschwitz-Prozess initiiert und in einer Vielzahl weiterer Fälle die Verfolgung von NS-Verbrechen in die Wege geleitet hat. In Büchern, Aufsätzen, Zeitungsartikeln, Interviews und Reden in Hörfunk und Fernsehen reflektierte er die gesellschaftliche und politische Lage der Bundesrepublik in der Nachkriegszeit. Daneben formulierte er ein kriminalpolitisches Programm, in dem er Ziel und Zweck des Strafrechts grundlegend infrage stellte. Bauer hat in diesen Schriften oft Positionen bezogen, die für seine Zeit ungewöhnlich waren; zugleich zeigen sie, wie eng er dem Denken seiner Zeit verbunden war. Sie gewähren Einsicht in Diskussionen der frühen Bundesrepublik und führen eindrucksvoll vor Augen, wie sich Bauer als Jurist, Remigrant, jüdischer Intellektueller und Sozialdemokrat einmischte und Gehör verschaffte. So eröffnen seine »Kleinen Schriften« aus heute meist unzugänglichen Zeitungen und Zeitschriften, den Blick auf die Brüche in Bauers Biografie, auf Exil und Remigration als Schlüsselerfahrungen.

Dr. Lena Foljanty ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main.

Dr. David Johst ist als freier Wissenschaftler und Journalist tätig. Für das von ihm im Auftrag des Fritz Bauer Instituts herausgegebene Hörbuch Fritz Bauer. Sein Leben, sein Denken, sein Wirken (Berlin: Der Audio Verlag, 2017) erhielt er 2018 den Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie »Bestes Sachhörbuch«.

Herausgegeben im Auftrag des Fritz Bauer Instituts
von Lena Foljanty und David Johst
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2018,
1.853 S. in zwei Teilbänden, Hardcover gebunden, € 78,–
EAN 9783593508597
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 32
Auch als E-Book erhältlich


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