Fritz Bauer Institut

Wissenschaftliche Reihe

Wissenschaftliche Reihe



Seit Frühjahr 1996 gibt das Fritz Bauer Institut eine Wissenschaftliche Reihe heraus, in der Sammelbände und Monographien zu verschiedenen Aspekten der Geschichte und Wirkungsgeschichte des Holocaust veröffentlicht werden.


Katharina Stengel:
Hermann Langbein.
Ein Auschwitz-Überlebender in den erinnerungspolitischen Konflikten der Nachkriegszeit

Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2012,
641 S., gebunden, € 34,90
EAN 9783593397887
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 21

Das Leben Hermann Langbeins (1912–1995) war ein Leben in Extremen: Aufgewachsen in Wien, trat er 1933 der Kommunistischen Partei bei, nahm nach dem »Anschluss« Österreichs am Spanischen Bürgerkrieg teil und wurde 1941 von Frankreich nach Deutschland ausgeliefert. Er überlebte – im Widerstand engagiert – die Konzentrationslager Dachau und Auschwitz.

1954 wurde er Generalsekretär des Internationalen Auschwitz Komitees, das gegen große Widerstände versuchte, in der bundesdeutschen und österreichischen Gesellschaft eine Wahrnehmung der Verbrechen von Auschwitz durchzusetzen. Er engagierte sich für die Strafverfolgung der Täter, die Entschädigung der Opfer, die Erforschung der Lagergeschichte. Mit zunehmender Distanz zur Kommunistischen Partei geriet er zwischen die Fronten des Kalten Kriegs. Hermann Langbein trug maßgeblich zum Zustandekommen des Frankfurter Auschwitz-Prozesses bei und bezeugte seine Erinnerungen in Büchern wie »Menschen in Auschwitz«. Anhand bisher unausgewerteter Quellen zeichnet Katharina Stengel das Leben dieses Auschwitz-Überlebenden als politischem Akteur der Nachkriegszeit nach.

Katharina Stengel
, Studium der Mittleren und Neuen Geschichte, der Soziologie und Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, derzeit Doktorandin der Fritz Thyssen Stiftung am Fritz Bauer Institut.


Werner Renz (Hrsg.):
Interessen um Eichmann.
Israelische Justiz, deutsche Strafverfolgung und alte Kameradschaften

Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2012, 332 S., € 34,90
EAN 9783593397504
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 20

Der Prozess gegen Adolf Eichmann 1961 vor dem Jerusalemer Bezirksgericht leitete fünfzehn Jahre nach dem Ende des »Dritten Reichs« die Ära der Zeugenschaft der Opfer ein. Dem Angeklagten Eichmann in seinem Glaskasten traten die Überlebenden des Holocaust gegenüber und bezeugten vor aller Welt die präzedenzlosen Verbrechen der Deutschen. In Bonn löste der Prozess Sorgen und Befürchtungen aus – die Adenauer-Regierung schickte zur Beobachtung des Verfahrens eine Delegation nach Israel. Die Autorinnen und Autoren beleuchten den Eichmann-Prozess in seinem zeithistorischen Kontext. Sie belegen erstmals die Teilfinanzierung der Verteidigung Eichmanns durch altnazistische Kreise und zeigen darüber hinaus aufgrund bisher unausgewerteter Quellen die Verflechtungen des Prozesses mit der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte.

Werner Renz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts.


Ronny Loewy, Katharina Rauschenberger (Hrsg.):
»Der Letzte der Ungerechten«
Der
»Judenälteste« Benjamin Murmelstein in Filmen 1942–1975
Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York, 2011, 208 S., 30 Abb., € 24,90
EAN 9783593394916
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 19

Claude Lanzmann zeichnete für sein epochales Werk »Shoah« ein langes Gespräch mit dem Wiener Rabbiner Benjamin Murmelstein (1905–1989) auf, das er jedoch nicht in den Film aufnahm. Im Zentrum stand Murmelsteins ambivalente Rolle als hochrangiger Funktionär der von Adolf Eichmann kontrollierten Israelitischen Kultusgemeinde Wien in der NS-Zeit und als »Judenältester« des Ghettos Theresienstadt. Anhand von Lanzmanns Filmmaterial, zwei NS-Filmen von 1942/1944 sowie einem tschechischen Spielfilm von 1962 über Theresienstadt beleuchtet der Band die Darstellung und das Selbstbild Murmelsteins.
Darüber hinaus kommt Benjamin Murmelstein selbst zu Wort: In einem Auszug aus dem Lanzmann-Interview und einer Stellungnahme beschreibt er seine eigene Perspektive.

Ronny Loewy war Mitarbeiter am Deutschen Filminstitut, Frankfurt am Main. Er war Initiator und Leiter des Projekts »Cinematographie des Holocaust« am Fritz Bauer Institut. Unser Kollege und Freund Ronny Loewy ist am 9. August 2012 gestorben.
Dr. Katharina Rauschenberger, ist Programmkoordinatorin des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main.


Micha Brumlik, Karol Sauerland (Hrsg.):
Umdeuten, verschweigen, erinnern
Die späte Aufarbeitung des Holocaust in Osteuropa

Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York, 2010, 257 S., € 29,90
EAN 9783593392714
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 18

In Ost- und Mitteleuropa wurde der Holocaust lange aus der eigenen Geschichte verdrängt. Mit Ende des Kalten Krieges öffneten sich jedoch die bis dahin verschlossenen Archive. Damit ließ sich nicht länger leugnen, dass die Massenvernichtung der Juden ein wesentlicher Bestandteil nicht nur der deutschen Geschichte, sondern auch der vieler europäischer Staaten ist. Der Band zeigt, wie unter anderem in Polen, Rumänien und Litauen, aber auch in Ostdeutschland nach 1989 die Vergangenheit im Dritten Reich aufgearbeitet wurde. Dabei wird klar, dass die Erinnerungsarbeit vielfach noch in den Anfängen steckt.
Die Aufsätze für diesen Sammelband sind entstanden aus Beiträgen zur internationalen Konferenz „Die Nachgeschichte des Holocaust in Ost- und Mitteleuropa", 25. und 26. Juni 2004 in Frankfurt am Main, veranstaltet vom Fritz Bauer Institut in Zusammenarbeit mit der Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, konzipiert vom Inhaber der Gastprofessur (Wintersemester 2003/04, Sommersemester 2004), Prof. Dr. Karol Sauerland

Micha Brumlik ist Professor am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Universität Frankfurt.
Karol Sauerland lehrt deutsche Literatur und Ästhetik an den Universitäten von Warschau und Thorn.


Wolf Gruner, Jörg Osterloh (Hrsg.):
Das Großdeutsche Reich und die Juden.
Nationalsozialistische Verfolgung in den
angegliederten Gebieten
Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York, 2010, 438 S., € 39,90
EAN 978-3-59339168-7
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 17

Der Band beleuchtet erstmals systematisch die antijüdische Politik in den vom NS-Staat zwischen 1935 und 1940 „angegliederten“ Gebieten. Dazu zählten unter anderen die Saar, Österreich und das Memelgebiet wie auch Danzig-Westpreußen oder Luxemburg. Die Autoren untersuchen die Verfolgung in diesen Gebieten und ihre Auswirkungen auf die jüdische Bevölkerung: Welche Institutionen waren zu welchem Zeitpunkt für welche Maßnahmen verantwortlich? Wie verhielt sich die einheimische deutsche und nichtdeutsche Bevölkerung? Wie beeinflusste nicht zuletzt die Verfolgungspolitik die Bildung der von den Nationalsozialisten propagierten „Volksgemeinschaft“? Anstelle gleicher, von Berlin angeordneter Maßnahmen zeigen die Beiträge eigenständige Entwicklungen in den „angegliederten“ Gebieten, die oftmals auf die antijüdische Politik im Reich zurückwirkten.

Dr. Wolf Gruner hält den Shapell-Guerin Chair in Jewish Studies und ist Professor für Geschichte an der University of Southern California in Los Angeles, USA.
Dr. Jörg Osterloh ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main.


Christoph Jahr:
Antisemitismus vor Gericht
Debatten über die juristische Ahndung judenfeindlicher Agitation in Deutschland (1879–1960)

Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York, 2011, 476 S., € 39,90
EAN 978-3-593-39058-1
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 16

Die immer neu aufflammende Diskussion, wie Rechtsextremismus zu bekämpfen sei, hat lange Tradition. Christoph Jahr untersucht, wie zwischen 1879 und 1960 antisemitische Diffamierungen geahndet wurden. Welche Reaktionen löste die jeweilige Ahndung in der Gesellschaft aus? Erkennbar wird, dass antisemitische Agitation mal als Straftat wahrgenommen wurde, mal lediglich moralische Empörung nach sich zog. Im Nationalsozialismus war antisemitische Agitation sogar das normativ erwünschte Verhalten. Christoph Jahr beleuchtet außerdem, inwieweit es notwendig bzw. erwünscht schien, die angefeindete Bevölkerungsgruppe vor Angriffen zu schützen, und wenn ja, warum und mit welchen Mitteln das geschehen sollte.

PD Dr. Christoph Jahr, geb. 1963, ist derzeit Inhaber einer Lehrdozentur zur europäischen und deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts am Historischen Seminar der Universität Heidelberg.
Publikationen: Gewöhnliche Soldaten. Desertion und Deserteure im deutschen und britischen Heer 1914–1918, Göttingen 1998; Die Berliner Universität in der NS-Zeit, Stuttgart 2005 (Mitherausgeber).


Katharina Stengel (Hrsg.):
Vor der Vernichtung.
Die staatliche Enteignung der Juden im Nationalsozialismus

Frankfurt am Main/New York: Campus Verlag, 2007, 336 S., € 24,90
ISBN: 3-593-38371-3, EAN 978-3-593-38371-2
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 15









Thomas Horstmann, Heike Litzinger (Hrsg.):
An den Grenzen des Rechts
Gespräche mit Juristen über die Verfolgung von NS-Verbrechen

Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 2006, 233 S., € 19,90
ISBN 3-593-38014-5
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 14









Claudia Fröhlich:
Wider die Tabuisierung des Ungehorsams
Fritz Bauers Widerstandsbegriff und die Aufarbeitung von NS-Verbrechen

Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 2005, 430 S., € 39,90
ISBN 3-593-37874-4
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 13









Dariuš Zifonun:
Gedenken und Identität
Der deutsche Erinnerungsdiskurs

Campus Verlag, Frankfurt am Main, New York 2004, 262 S., € 32,90
ISBN 3-593-37618-0
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 12








Wolfgang Meseth, Frank-Olaf Radtke, Matthias Proske:
Schule und Nationalsozialismus
Anspruch und Grenzen des Geschichtsunterrichts

Campus Verlag, Frankfurt am Main, New York 2004, 327 S., € 37,90
ISBN 3-593-37617-2
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 11








Susanne Meinl, Jutta Zwilling:
Legalisierter Raub
Die Ausplünderung der Juden im Nationalsozialismus durch die Reichsfinanzverwaltung in Hessen

Campus Verlag, Frankfurt am Main, New York 2004, Hardcover, Fadenbindung, 748 S., € 44,90
ISBN 3-593-37612-1
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 10






Andrea Löw, Kerstin Robusch, Stefanie Walter (Hrsg.):
Deutsche – Juden – Polen.
Geschichte einer wechselvollen Beziehung im 20. Jahrhundert.

Festschrift für Hubert Schneider
Mit Unterstützung des Vereins zur Förderung der Erforschung der Geschichte der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung e.V., der Ernst Ludwig Chambré-Stiftung zu Lich, des Kulturbüros der Stadt Bochum und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dortmund e.V.
Campus Verlag, Frankfurt am Main, New York 2004, 276 S., € 34,90
ISBN 3-593-37515-X
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 9



Peter Krause:
Der Eichmann-Prozess in der deutschen Presse
Campus Verlag, Frankfurt am Main, New York 2002, 328 S., € 34,90
ISBN 3-593-37001-8
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 8









Irmtrud Wojak:
Über Eichmanns Memoiren
Ein kritischer Essay

Campus Verlag, Frankfurt am Main, New York 2001, fester Einband, 280 S., 16 Abb., € 25,50
ISBN 3-593-36381-X
Wissenschaftliche Reihe, Sonderband








Joachim Perels:
Das juristische Erbe des „Dritten Reiches"
Beschädigungen der demokratischen Rechtsordnung

Campus Verlag, Frankfurt am Main, New York 1999, 228 S., € 21,50
ISBN 3-593-36318-6
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 7









Stephan Braese, Holger Gehle, Doron Kiesel, Hanno Loewy (Hrsg.):
Deutsche Nachkriegsliteratur und der Holocaust

Campus Verlag, Frankfurt am Main, New York 1998, 417 S., € 24,90
ISBN 3-593-36092-6
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 6










Fritz Bauer:
Die Humanität der Rechtsordnung
Ausgewählte Schriften

Hg. von Joachim Perels und Irmtrud Wojak
Campus Verlag, Frankfurt am Main, New York 1998, 443 S., € 24,90
ISBN 3-593-35841-7
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 5








Detlef Hoffmann (Hrsg.):
Das Gedächtnis der Dinge
KZ-Relikte und KZ-Denkmäler 1945–
1995
Campus Verlag, Frankfurt am Main, New York 1998, Großformat, 352 S., ca. 400 Abb., € 51,–
ISBN 3-593-35445-4
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 4


Hanno Loewy, Bernhard Moltmann (Hrsg.):
Erlebnis – Gedächtnis – Sinn.
Authentische und konstruierte Erinnerung

Campus Verlag, Frankfurt am Main, New York 1996, 300 S., € 24,90
ISBN 3-593-35444-6
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 3


Jacqueline Giere (Hrsg.):
Die gesellschaftliche Konstruktion des Zigeuners.
Zur Genese eines Vorurteils
Hrsg. in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesverband Deutscher Sinti und Roma
Campus Verlag, Frankfurt am Main, New York 1996, 162 S., € 19,90
ISBN 3-593-35443-8
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 2


Hanno Loewy, Bettina Winter (Hrsg.):
NS-„Euthanasie vor Gericht.
Fritz Bauer und die Grenzen juristischer Bewältigung
Campus Verlag, Frankfurt am Main, New York 1996, 199 S., € 19,90
ISBN 3-593-35442-X
Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 1
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Letzte Änderung: 21. Mai 2013

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