Fritz Bauer Institut

Vor der Auslöschung… Fotografien gefunden in Auschwitz

Vor der Auslöschung...

Fotografien gefunden in Auschwitz


Gemeinsames Forschungsprojekt, Ausstellung und Publikation
des Fritz Bauer Instituts und des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau.

Im Archiv des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau befinden sich rund 2.400 Privatfotografien, die aus dem Besitz  von Menschen stammen, die in dem Vernichtungslager ermordet wurden. Sie gehörten vermutlich Menschen, die im selben Transport nach Auschwitz deportiert und dort sofort ihres persönlichen Eigentums beraubt wurden. Nur durch Zufall entgingen die Fotografien der Zerstörung. Sie überdauerten  in einem Reisekoffer, bis sie  nach der Befreiung entdeckt wurden.

Unter den Bildern befinden sich Aufnahmen von Berufsfotografen, aber auch Schnappschüsse, die zumeist Angehörige der jüdischen Mittelschicht abbilden, bei Hochzeiten oder Familientreffen ebenso wie in alltäglichen Szenen. Sie stellen die wertvollsten persönlichen Erinnerungsstücke dar, die von in Auschwitz ermordeten Menschen geblieben sind. Den heute Lebenden zeigen sie eine Welt, die durch den Holocaust unwiederbringlich zerstört wurde – die Welt der europäischen Juden.

Die Herkunft der Bilder und das Schicksal der auf ihnen abgebildeten Menschen wurden vom Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau in Zusammenarbeit mit dem Fritz Bauer Institut im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts recherchiert (Leitung am Fritz Bauer Institut: Dr. Hanno Loewy). Durch die Bereitschaft vieler Überlebender, ihre schmerzhaften Erinnerungen an die Vernichtung der jüdischen Lebenswelt von Zaglembie wachzurufen, konnten mehr als 600 der auf den Fotos abgebildeten Menschen identifiziert werden. Deren Namen können wir heute wieder mit ihren Bildern in Verbindung bringen. Doch viele Namen und Schicksale bleiben im Dunkeln.

Das Gedenkbuch „Vor der Auslöschung“ präsentiert die Fotos und die Forschungsergebnisse. Parallel dazu entstand im ehemaligen „Sauna-Gebäude“, das 1944 zur Aufnahme neuer Häftlinge in Birkenau diente, eine Dauerausstellung des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau, in der vor allem diese Fotografien gezeigt werden. Die Ausstellung auf dem Gelände des größten Vernichtungslagers erinnert an mehr als eine Millionen Menschen, zumeist Juden aus verschiedenen Ländern Europas, die in Auschwitz-Birkenau umgebracht wurden.

Das Gedenkbuch und die Ausstellung sind dem Andenken an die Ermordeten gewidmet, an jene Menschen, die zumeist niemals „Häftling“ wurden, die von der Rampe direkt in den Tod gingen. Sie zeigen das Verbrechen nicht aus der Perspektive der Täter, zeigen nicht die Instrumente des Mordens, deren Überreste in Auschwitz-Birkenau zu besichtigen sind, sondern Fragmente individueller Lebensgeschichten. Sie zeigen Fragmente einer jüdischen Lebenswelt in Polen zwischen Moderne und Tradition, Assimilation und Selbstbehauptung, die in Birkenau ausgelöscht wurde.

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Letzte Änderung: 04. Oktober 2010

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