Ringvorlesung
Sommersemester 2009

Ringvorlesung und Hauptseminar

Deutsch-jüdische Ideengeschichte in der Nachkriegszeit

Deutschland ist mal wieder das Land der Zukunft
und es ist kräftiger, lebensfroher und böser als je.
Max Horkheimer am 12. Juni 1948 

Diese Ringvorlesung, die von einem gleichnamigen Hauptseminar begleitet wird, soll sich mit einem wichtigen Teil der intellectual history der deutschen Nachkriegsgeschichte auseinandersetzen. Der Fokus besteht dabei auf den historisch-biographischen wie auch intellektuellen Begegnungen zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Intellektuellen in der deutschen Nachkriegszeit. Es geht dabei zum einen um die Situation der Rückkehrer, wie etwa Max Horkheimer, Ernst Fraenkel, Helmuth Plessner, Hans-Joachim Schoeps oder Ernst Bloch. Dann auch um Juden, die aus anderen Teilen Europas durch den Nationalsozialismus vertrieben worden waren und nach dem Krieg sich in Deutschland niedergelassen haben, wie Jacob Taubes oder Peter Szondi. Da Hannah Arendt eine besonders große Bedeutung für die Nachkriegsdebatten gespielt hat und immer noch spielt, wird auch ihr eine Sitzung gewidmet, obschon sie ganz dezidiert nicht zurückgekommen ist. Eine ähnlich große Rolle wie Arendt für die politische Philosophie hat Paul Celan für die Nachkriegslyrik gespielt – auch ihm werden wir eine Sitzung widmen.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Fritz Bauer Institut, dem Jüdischen Museum Frankfurt, dem Historischen Seminar und dem Institut für Philosophie der Goethe-Universität. Sie wird finanziert durch die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und das Bundesministerium für Bildung und Forschung und ist Bestandteil des Verbundprojektes „Kommunikationsräume des Europäischen“ (www.kommunikationsraeume.eu), dem neben dem Fritz Bauer Institut und dem Jüdischen Museum Frankfurt auch das Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und das Simon-Dubnow-Institut, Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung Uni Leipzig angehören.

  Veranstaltungsflyer  pdf-Datei [31 kByte]


Ringvorlesung

15. April bis 1. Juli 2009, jeweils Mittwoch
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, IG Farben-Haus, Nebengebäude, Raum 1.741a

Mittwoch, 15. April, 18.00–20.00 Uhr
Vortrag von Henning Tegtmeyer, Leipzig:
Ernst Bloch – Philosophie der Hoffnung

Mittwoch, 29. April, 18.00–20.00 Uhr
Vortrag von Tilman Allert, Frankfurt am Main:
Mit anderen Augen – Helmuth Plessner 

Mittwoch, 6. Mai, 18.00–20.00 Uhr
Vortrag von Jerry Muller, Washington:
Merchant of Ideas: Jacob Taubes between New York, Jerusalem, Berlin and Paris

Mittwoch, 13. Mai, 18.00–20.00 Uhr
Vortrag von Michael Brenner, München:
Jüdische Ideengeschichte zwischen Exil und Heimkehr: Hans-Joachim Schoeps, Bernhard Brilling und Heinz Mosche Graupe 
 
Aufsatz von Michael Brenner: Vergessene Historiker  pdf-Datei [1.591 kByte]

Mittwoch, 27. Mai, 18.00–20.00 Uhr
Vortrag von Andreas Isenschmid, Berlin:
Peter Szondi – ein jüdischer Schriftgelehrter?
 
Texte von Peter Szondi  pdf-Datei [14.719 kByte]

Mittwoch, 10. Juni, 18.00–20.00 Uhr
Vortrag von Monika Boll, Düsseldorf:
„Moral predigen ist der falsche Ansatz“ – Max Horkheimers Rückkehr nach Frankfurt
 

Mittwoch, 17. Juni, 18.00–20.00 Uhr
Vortrag von Joel Golb, Berlin:
Paul Celan und Nachkriegsdeutschland 
 
Zwei Gedichte von Paul Celan  pdf-Datei [8 kByte]

Mittwoch, 24. Juni 2009, 18.00– 20.00 Uhr
Vortrag von Liliane Weissberg, Philadelphia:
Karl Löwith reflektiert über sein Leben in Deutschland 

Mittwoch, 1. Juli 2009, 18.00–20.00 Uhr
Vortrag von Elisabeth Gallas, Leipzig:
„Sich der Wirklichkeit stellen und entgegenstellen“ – Hannah Arendt nach dem Zivilisationsbruch


Hauptseminar

16. April bis 2. Juli 2009, jeweils Donnerstag, 10.00–12.00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 4.401

Prof. Dr. Raphael Gross
und die jeweiligen Referenten der Vorlesung vom Vortag:
Deutsch-jüdische Ideengeschichte in der Nachkriegszeit
 

Begleitend zur Ringvorlesung wird dieses Hauptseminar durchgeführt.
Es vertieft die Beschäftigung jeweils mit der Person, die tags zuvor Thema der Vorlesung gewesen ist.
Die Referenten der Vorlesung leiten dieses Seminar gemeinsam mit Prof. Dr. Raphael Gross.

 

E-Mail  |  ► TOP   Startseite/Home