Lehrveranstaltungen
Wintersemester 2009/10

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zur Geschichte und Wirkung des Holocaust

Johann Wolfgang Goethe-Universität
Frankfurt am Main

»Zucht und Ordnung«  – zur Ethik im NS

PD Dr. Werner Konitzer
Proseminar, 14. Oktober 2009 bis 10. Februar 2010
Mittwochs, 10.00–12.00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
IG Farben-Haus, Raum 4.401
Institution: Fritz Bauer Institut und Institut für Philosophie
Sprechstunde: Montags, 14.0015.00 Uhr, Raum 5.318

 

In einer genauen und eingehenden  Lektüre eines einzigen Textes (Georg Usadel,  Zucht und Ordnung, Grundlagen einer nationalsozialistischen Ethik) sollen wesentliche Grundzüge der nationalsozialistischen Ideologie (Rassismus, Idee der Züchtung, Vorstellung des Volkes als einer homogenen Einheit, Vorstellungen von »Führertum« und »Dienen«, Idee der Kameradschaft) – als praktische Einstellungen analysiert werden.  Methodisch leitend soll dabei die Frage sein: wie weit lässt sich nationalsozialistische Ideologie mit den Mitteln praktischer Philosophie interpretieren und darstellen? Wie unterscheiden sich die Begriffe »Kameradschaft«, »Dienst«, »Ehre« usw. von dem traditionellen, »harmlosen“ Gebrauch in der klassischen Ethik? Schließlich: Kann man hier von Ethik oder Moral sprechen? Umgekehrt: Wie stellen sich die zentralen Begriffe des NS dar, wenn man sie als ethische Begriffe interpretiert? Und was bedeutet eine solche Analyse für unsere heutige Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus?

 

 

Selbstzeugnisse als Quellen für die Geschichte des »Dritten Reiches«

 

Dr. Jörg Osterloh
Übung, 20. Oktober 2009 bis 9. Februar 2010
Dienstags, 10.00–12.00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
IG Farben-Haus, Raum 3.501
Institution: Fritz Bauer Institut und Historisches Seminar

 

Der »Zeitzeuge« prägt zunehmend das Geschichtsbild in den Massenmedien, vermittelt er den Zuschauern, Hörern und Lesern doch das Bild »erlebter Geschichte«. Selbstzeugnisse – also vor allem Autobiographien, Tagebücher und Interviews – sind freilich auch wichtige Quellen für Historiker. In der Lehrveranstaltung soll anhand von Selbstzeugnissen aus der und über die Zeit des »Dritten Reiches« der kritische Umgang mit dieser Quellengattung geübt werden. Unter anderem soll der Blick den Tagebüchern des Dresdner Romanisten Victor Klemperer, des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt Ernst von Weizsäcker und des Chefpropagandisten des NS-Regimes Joseph Goebbels gelten. Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft, eine Quelle im Rahmen eines Referats zu interpretieren und eine kurze schriftliche Ausarbeitung hierzu zu verfassen. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Anmeldungen ausschließlich per Mail an: j.osterloh@fritz-bauer-institut.de

 

Einführende Literatur
Dagmar Günther: »›And now for something completely different‹. Prolegomena zur Autobiographie als Quelle der Geschichtswissenschaft«, in: Historische Zeitschrift, 272 (2001), S. 25–61; Volker Depkat: Autobiographie und die soziale Konstruktion von Wirklichkeit, in: Geschichte und Gesellschaft, 29 (2003), S. 441–476.

 

 

Jüdisches Leben und Verfolgung in der NS-Zeit
als zwei unterschiedliche Themen im Unterricht der Grundschule

 

Monica Kingreen
Seminar, 22. Oktober 2009 bis 11. Februar 2010
Donnerstags, 14.00–16.00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
IG Farben-Haus, Raum 3.401
Institution: Fritz Bauer Institut und Seminar für Didaktik der Geschichte

 

In diesem Seminar werden die Möglichkeiten und Grenzen ausgelotet, mit älteren Grundschulkindern jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart sowie die Verfolgung der Juden in der NS-Zeit zu thematisieren. Einschlägige hilfreiche Kinderbücher werden vorgestellt und kritisch betrachtet. Mehrere Exkursionen zu Stätten Frankfurter jüdischen Lebens heute und in der Vergangenheit sind vorgesehen ebenso wie die Begegnung mit einem Zeitzeugen. (Bitte hier etwas mehr Zeit einplanen). Ein Kinderstadtführer zum früheren Jüdischen Leben in einer hessischen Kleinstadt, der auch die Einschnitte für die jüdischen Familien durch die NS-Verfolgung beschreibt, wird vorgestellt. Weitere Möglichkeiten der Annäherung für ältere Grundschulkinder an diese Themen, wie beispielsweise das Gedenkprojekt »Stolpersteine«, werden kritisch reflektiert. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf 30 Personen. Persönliche Voranmeldung ist erforderlich. Leistungsnachweis: Präsentation im Seminar und Hausarbeit.

 

 

Arbeitsfeld Museum – Die Inszenierung jüdischer Geschichte

 

Dr. Martin Liepach und Dr. Katharina Rauschenberger
Übung, Einführungsveranstaltung: 9. November, 16.00 bis 18.00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Casino Gebäude am IG Farben-Haus, Raum 1.802
Blockseminar: 14./15. November und 28./29. November 2009
im Jüdischen Museum Frankfurt, Untermainkai 14/1

Institution: Fritz Bauer Institut und Historisches Seminar

 

Die Übung ist an Magister- und Lehramtsstudenten gerichtet. Für Magisterstudenten liefert sie einen Einblick in ein mögliches späteres Berufsfeld. Fragen der musealen Kommunikation werden in der Veranstaltung thematisiert. Dabei stehen Präsentationen von Objekten, ihre Auswahl und ihre Einbettung in ein Narrativ im Mittelpunkt der Betrachtung und führen zu Fragen der Geschichtshermeneutik im Allgemeinen. Es wird darum gehen, verschiedene Objektgruppen kennen zu lernen, die Mehrdimensionalität von Objekten zu erfassen und sich die Perspektiven zu vergegenwärtigen, die durch die Präsentation im Museum eingenommen werden. Lehramtsstudenten erwerben im Rahmen der Veranstaltung Methodenkompetenz im Umgang mit außerschulischen Lernorten. Die angehenden Lehrer erfahren, wie der außerschulische Lernort Museum in einen handlungsorientierten Unterricht integriert werden kann und welche Rolle dabei Vermittlungsstrategien und Sinnerfahrung spielen. Exemplarisch wird an ausgewählten, für den Geschichtsunterricht relevanten Stationen der jüdischen Geschichte der schülergemäße Zugang erarbeitet. Leistungsnachweis: Präsentation im Seminar und Hausarbeit. 



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