Fritz Bauer Institut

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Veranstaltungen August 2017

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Öffentliche Führung:
IG Farben-Haus und Norbert Wollheim Memorial

Samstag, 19. August 2017, 15:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main – Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1, Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon
Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Symposium mit Prof. Dr. Micha Brumlik, Joseph Cronin,
Dr. Tobias Freimüller, Nikolaus Hirsch und Cilly Kugelmann:
Der Börneplatz-Konflikt 1987 revisited – 30 Jahre danach

Sonntag, 20. August 2017, 13:30 Uhr
Veranstaltungsende gegen 19.00 Uhr
Museum Judengasse, Battonnstraße 47, Frankfurt am Main
Eintritt frei
Symposium des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt

Die archäologischen Funde am Frankfurter Börneplatz lösten 1987 eine Auseinandersetzung aus, in der erstmals in der Bundesrepublik heftig darum gestritten wurde, wie nach dem Holocaust mit Zeugnissen jüdischer Geschichte umzugehen sei. Es ging um die Deutung der Ruinen des ersten jüdischen Ghettos in Europa: Waren sie eher Zeugnisse eines Schutzraumes für die Juden oder ihrer Ausgrenzung? Sollte – nach dem Höhepunkt des Historikerstreits – Geschichte im Museum »entsorgt« werden? Führte ein direkter Weg von den frühneuzeitlichen zu den nationalsozialistischen Ghettos?
Nach dem Streit um das Fassbinder-Stück »Der Müll, die Stadt und der Tod« zwei Jahre zuvor wurde im Börneplatz-Konflikt aber auch die Frage virulent, ob sich im Umgang mit den archäologischen Funden antisemitische Ressentiments zeigten.
Die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde reagierten unterschiedlich auf die Debatte. Viele der älteren, die aus Osteuropa stammten, konnten sich mit der alten Frankfurter Gemeinde nicht so sehr identifizieren, dass sie für den Erhalt der Reste der Judengasse eintreten wollten. Für jüngere ermöglichte der Konflikt dagegen die Entdeckung einer bis dahin vergessenen Vergangenheit. Wieder andere sahen im Einsatz für den Erhalt der Ruinen eine problematische Identifizierung mit der deutschen und der Frankfurter Geschichte, die sie nicht teilen konnten.
Das Symposium wird neue Perspektiven auf diese Fragen eröffnen und den Börneplatz-Konflikt historisch kontextualisieren. Es wird von einer ganztägigen Aktion im Museum Judengasse begleitet, die die Erinnerungen an das Geschehen einsammeln und für zukünftige Generationen bewahren will.

Aufruf: Teilen Sie Ihre Erinnerungen!
Haben Sie persönliche Erinnerungen an den des Börneplatz-Konflikt oder gar Fotos, Dokumente, Transparente und Flyer von damals? Ihre Geschichte ist die Vorgeschichte des Jüdischen Museums! Die Museumskuratorinnen und Kuratoren sowie der ARD-Hörfunkjournalist Jochanan Shelliem werden den ganzen Tag vor Ort sein, um sich mit Ihnen zu unterhalten, Ihre materiellen Erinnerungen einzusammeln und Ihre Geschichten aufzuzeichnen.

Programm
› 13.30 Uhr, Begrüßung:
Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main
Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts
Einführung: Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt
› 14.00 Uhr, Vortrag von Dr. Tobias Freimüller:
Renationalisierung des Geschichtsbildes? Wie hängt der Börneplatz-Konflikt mit dem Historikerstreit und der Gründung des Deutschen Historischen Museums zusammen?
Dr. Tobias Freimüller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts.
› 14.45 Uhr, Vortrag von Cilly Kugelmann:
»Offene Wunde« oder »Museum«: Wird Geschichte durch Musealisierung »entsorgt«?
Cilly Kugelmann war bis Januar 2017 Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin.
› 15.30 Uhr, Kaffeepause
› 16.00 Uhr, Vortrag von Joseph Cronin:
Die jüdische Gemeinde bezieht Stellung: Was unterscheidet Fassbinderstreit und Börneplatz-Konflikt?
Joseph Cronin ist PhD candidate an der Queen Mary University of London und am Leo Baeck Institute in London.
› 16.45 Uhr, Vortrag von Prof. Dr. Nikolaus Hirsch:
Vom Frankfurter Ghetto zum Holocaust: Ein Denkmal als Geschichtsdeutung?
Prof. Dr. Nikolaus Hirsch ist Kurator und Architekt und war bis 2013 Rektor an der Städelschule Frankfurt am Main.
› 17.30 Uhr, Im Gespräch:
Prof. Dr. Salomon Korn und Prof. Dr. Micha Brumlik; Moderation: Fritz Backhaus
Prof. Dr. Salomon Korn ist Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main.
Prof. Dr. Micha Brumlik ist Senior Advisor am Zentrum für Jüdische Studien in Berlin/Brandenburg.
Fritz Backhaus ist stellvertretender Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt.

Veranstaltungsprogramm
Programmflyer (pdf-Datei)

Kontakt
Museum Judengasse
Battonnstr. 47
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069.212-70790
www.museumjudengasse.de

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An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
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Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500.
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Letzte Änderung: 21. Juni 2011

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