Fritz Bauer Institut

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Veranstaltungen Februar 2017

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Vortrag von Jeffrey Herf (University of Maryland/USA):
Von Frankfurt am Main nach Entebbe. Vom Antiimperialismus zur »Holocaust-Umkehrung« in der westdeutschen radikalen Linken, 1967–1976

Donnerstag, 02. Februar 2017, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, Hörsaalzentrum, HZ 8
Einführung: Prof. Dr. Christoph Cornelißen

Dem Vortrag liegt das aktuelle Buch des US-amerikanischen Historikers zugrunde:
Jeffrey Herf, Undeclared Wars with Israel. East Germany and the West German
Far Left 1967–1989
(New York, 2016)

Jeffrey Herf
ist Distinguished Professor am Department of History der University of Maryland (USA). Zu seinen Spezialgebieten gehören die Geistes- und Kulturgeschichte im Europa des 20. Jahrhunderts, die Geschichte des Kalten Krieges und Probleme des modernen Antisemitismus. 2007 war er Fellow an der American Academy in Berlin. Neben zahlreichen Fachpublikationen schreibt Jeffrey Herf u.a. auch für Die Zeit, The New Republic, Partisan Review und The Times of Israel.

Veranstaltet vom Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt, der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie und dem Fritz Bauer Institut.

... Veranstaltumngsflyer (pdf-Datei)

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Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
info(at)fritz-bauer-institut.de
Ausstellungseröffnung:
Legalisierter Raub – Der Fiskus und die
Ausplünderung der Juden in Hessen 1933–1945

Sonntag, 05. Februar 2017, 16:00 Uhr
Museumszentrum Lorsch, Nibelungenstr. 35, Lorsch
› Grußworte: Christian Schönung, Bürgermeister der Stadt Lorsch;
Christian Engelhardt, Landrat im Kreis Bergstraße;
Dr. Thomas Wurzel, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen
› Dr. Katharina Stengel, Fritz Bauer Institut, führt in das Thema der Ausstellung ein
› Helge Heynold, Hessischer Rundfunk, liest aus Dokumenten zum Thema
› Birgit Grüner (Klavier) spielt ausgewählte Werke des Komponisten Walter Braunfels (1882–1954), der im Nationalsozialismus als sogenannter »Mischling« galt. 1933 verlor er seinen Posten als Direktor der neu gegründeten Hochschule für Musik in Köln. Seine Werke wurden verboten und erst in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wiederentdeckt.

Ausstellungszeitraum
Montag, 6. Februar bis Sonntag, 14. Mai 2017
im Museumszentrum Lorsch

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag, 10.00–17.00 Uhr
Eintritt: frei

Gruppenführungen

€ 50,– pro Gruppe

Begleitprogramm (pdf-Datei)
www.fritz-bauer-institut.de/fileadmin/user_upload/uploadsFBI/Legalisierter_Raub/LR_Lorsch-Begleitprogramm.pdf

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Hessischen Rundfunks.
Mit Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.
Lokaler Veranstalter: Heimat- und Kulturverein Lorsch unter der Schirmherrschaft von Christian Engelhardt, Landrat im Kreis Bergstraße

Weitere Informationen zur Ausstellung:
www.fritz-bauer-institut.de/legalisierter-raub.html

Kontakt

Renate Pratz
Nibelungenstr. 41
64653 Lorsch
Tel.: 06251.70799-28
Fax: 06251.7079915
r.pratz(at)geo-naturpark.de
www.kulturverein-lorsch.de

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Vortrag von Dr. Karola Fings, Köln:
Eine Suche nach »dem Anderen«.
Der mehrheitsgesellschaftliche Blick auf Sinti und Roma

Montag, 06. Februar 2017, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 411
Das populäre »Zigeunerbild« speist sich aus seit Jahrhunderten tradierten Zuschreibungen. Diese eingeübte und bis heute überaus konsensfähige Vorurteilsstruktur der Mehrheitsgesellschaft führt dazu, dass vielen Angehörigen der Minderheit eine gesellschaftliche Teilhabe versagt wird und überall in Europa rassistische und gewalttätige Angriffe drohen oder stattfinden.
Der Vortrag untersucht in einem historischen Längsschnitt die Ursachen für die Herausbildung der stereotypen Bilder und kontrastiert sie mit der vielfältigen Lebenswelt der Betroffenen. Aufgezeigt wird dabei auch, wie mittelalterliche und frühneuzeitliche Zuschreibungen von »Fremdheit«, »Bettelei« und »Nichtsesshaftigkeit« bis in die Gegenwart hinein wirkungsmächtig blieben.

Karola Fings ist stellvertretende Direktorin des NS-Dokumentationszentrums im EL-DE-Haus und Lehrbeauftrage am Historischen Seminar der Universität Köln. Zuletzt erschien von ihr im C.H.Beck Verlag Sinti und Roma. Geschichte einer Minderheit, München 2016

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Vortrag von Markus End, Berlin:
Was heißt denn hier »Armutszuwanderung«?
Ressentiments in der Freizügigkeitsdebatte

Montag, 13. Februar 2017, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 311
In den letzten Jahren wurde in den deutschen Medien, in Politik und Öffentlichkeit eine gesellschaftliche Debatte über die Folgen einer sogenannten Armutszuwanderung ausgefochten, die zahlreiche antiziganistische Elemente aufweist. Wütende »Anwohner« berichten über »Müll«, »Lärm« und »Kriminalität«; der Städtetag, Polizeidienststellen und Migrationsbeauftragte warnen vor einer »Gefährdung des sozialen Friedens«; Arbeitslosengeld und Kindergeldzahlungen von EU-Zuwanderern werden unter die Lupe genommen. All dies nährt das rassistische Fremdbild vom »Zigeuner«.
Der Vortrag setzt sich kritisch mit dieser Debatte um die »Armutseinwanderung« auseinander. Einen besonderen Schwerpunkt stellt dabei die mediale Berichterstattung dar. Anhand verschiedener Beispiele wird die Konstruktion des Narrativs »Armutszuwanderung« nachvollzogen und kritisiert, um zum Schluss auf die politischen Konsequenzen und möglichen Gefahren der Debatte einzugehen.

Markus End ist Doktorand an der Universität Bielefeld und Vorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung. Er arbeitet derzeit als freier wissenschaftlicher Autor und Referent und ist u.a. für zahlreiche Selbstorganisationen von Sinti und Roma tätig.2014 erschien sein Buch Antiziganismus in der deutschen Öffentlichkeit: Strategien und Mechanismen medialer Kommunikation als Studie für das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg.

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Holocaust und digitale Vermittlung.
Websites machen Tondokumente und Interviews zugänglich

Mittwoch, 15. Februar 2017, 18:00 Uhr
Bildungsstätte Anne Frank
Hansaallee 150, 60320 Frankfurt am Main
Präsentation von Websites
mit Gottfried Kößler, Pädagogisches Zentrum Frankfurt
und Adrian Oeser, Frankfurt am Main


Seit Jahren wissen wir, dass die Chancen für eine Begegnung mit Überlebenden des Holocaust dahinschwinden. Wir nehmen Abschied von einer Generation. Dank der technischen Entwicklung der Neuen Medien bleiben viele Erzählungen und Bilder als Dokumente erhalten. Wie kann diese Überlieferung pädagogisch fruchtbar genutzt werden? Wie können die Erzählungen von Zeitzeugen des Nationalsozialismus medial vermittelt werden? Und wie spricht man dabei junge Menschen an?

Gottfried Kößler: Keine Begegnungen, aber Zeugnisse von Überlebenden. Websites mit Zeitzeugen-Erzählungen
Nach einer Einführung in den Stand der Forschung zum Thema Erinnerung und Zeugenschaft werden die wichtigsten Websites, die Tondokumente und Interviews zur NS-Geschichte zugänglich machen, vorgestellt.

Adrian Oeser: Filmprojekt »Eine Ausnahme«
Das Online-Projekt www.eine-ausnahme.de macht die Berichte der Widerständlerin Irmgard Heydorn und der Holocaust-Überlebenden Trude Simonsohn mithilfe der Möglichkeiten des Internet in einer Form zugänglich, dass Schülerinnen und Schüler als aktive Betrachter anspricht und zum Nach- und Weiterdenken anregt.

Im Anschluss ist das Publikum zum Gespräch eingeladen.
Diese Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, also nicht nur an Pädagogen, der Eintritt ist frei.

Gottfried Kößler ist stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts. Er ist Lehrer für Geschichte, Deutsch und Politik für Gymnasien und Berufliche Schulen und abgeordnet an das Pädagogische Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt. Er ist (Co-)Autor und Mitherausgeber zahlreicher Publikationen, u.a. 2015 Gedenkstättenpädagogik. Kontext, Theorie und Praxis der Bildungsarbeit zu NS-Verbrechen im Metropol Verlag.

Adrian Oeser ist Filmemacher und Soziologe aus Frankfurt am Main. Als Schüler drehte er über Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn den Dokumentarfilm EINE AUSNAHME und entwickelte ab 2013 das gleichnamige crossmediale Web-Projekt.

Eine Veranstaltung der Bildungsstätte Anne Frank und des Pädagogisches Zentrums des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt, in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Frankfurt am Main e.V. im Rahmenprogramm der »Woche der Brüderlichkeit 2017«.

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Fortbildung für Pädagogische Fachkräfte:
»Was gibt es da noch zu sehen?!«
Konzepte und Methoden zur Erschließung von Orten zur NS-Geschichte

Freitag, 17. Februar 2017, 14:00 Uhr
bis Sonntag, 19. Februar 2017, 12:30 Uhr
Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar
Jenaer Str. 2/4, 99425 Weimar
Das Seminar wird aus Mitteln des Fritz Bauer Institutes gefördert.

In der Fortbildung reflektieren die Teilnehmenden gemeinsam ihre pädagogische Arbeit zum Nationalsozialismus und lernen Methoden zur Erarbeitung der Geschichte kennen. Sie befassen sich mit den beiden pädagogischen Konzepten »Konfrontationen – Bausteine für die pädagogische Arbeit« und »Verunsichernde Orte – Weiterbildung Gedenkstättenpädagogik«, die auf unterschiedliche Weise die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus inhaltlich und methodisch anregen. Die Teilnehmenden erproben ausgewählte Übungen aus den Konzepten und beschäftigen sich dabei mit der eigenen Motivation, Zielsetzung und Ergebniserwartung für die Durchführung von Gedenkstättenbesuchen mit Schulklassen und/oder Gruppen der außerschulischen Bildung.
Das Angebot richtet sich an Gedenkstättenmitarbeiter*innen, schulische Lehrkräfte unterschiedlicher Fachrichtungen und an außerschulische Multiplikator*innen, die Besuchergruppen betreuen bzw. mit Gruppen NS-Gedenkstätten besuchen.

Vorgestellte pädagogische Konzepte
› Konfrontationen – Bausteine für die pädagogische Annäherung an Geschichte und Wirkung des Holocaust
dazu: Konfrontationen, Heft 1 bis 6, Publikationsreihe des Fritz Bauer Instituts, Frankfurt am Main: Eigenverlag, 2000–2003
www.fritz-bauer-institut.de/konfrontationen.html
› Verunsichernde Orte – Weiterbildung Gedenkstättenpädagogik
dazu: Barbara Thimm, Gottfried Kößler, Susanne Ulrich (Hrsg.), Verunsichernde Orte. Selbstverständnis und Weiterbildung in der Gedenkstättenpädagogik, Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 21, Frankfurt am Main: Brandes & Apsel Verlag, 2010
Website: www.verunsichernde-orte.de

Seminarprogramm
› Freitag, 17. Februar
Stadtführung »Weimar im NS«, anschließend: Stadtrallyes – Erprobung von Selbstführungsformaten für Jugendliche und junge Erwachsene
› Samstag, 18. Februar
Vorstellung und Erprobung von Erarbeitungsmethoden aus dem Konzept »Verunsichernde Orte« zu Geschichtsbildern, Motivationen und Heterogenität/Inklusion
› Sonntag, 19. Februar
Vorstellung und Erprobung von Erarbeitungsmethoden aus dem Konzept »Konfrontationen«: z.B. Filmanalyse, Perspektivisches Schreiben, Arbeit mit Fotografien

Seminarleitung
Kerstin Engelhardt (Koordinatorin/Trainerin »Verunsichernde Orte«, Historikerin und Coach)
Christian Geißler (Trainer »Verunsichernde Orte« und »Konfrontationen«, Sonderpädagoge)

Kosten
€ 225,–/ermäßigt € 165,– (inkl. Übernachtung, Vollpension und Seminargebühr), € 165,–/ermäßigt € 115,– (ohne Übernachtung)

Anmeldung
per E-Mail, Post oder Fax bis zum 3. Februar 2017 an die Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar

Veranstaltungsflyer
»Was gibt es da noch zu sehen?!« (pdf-Datei, 202 kb)

Kontakt
Stiftung »Europäische Jugendbildungs-
und Jugendbegegnungsstätte Weimar«
Manuel Vogel
Bildungsreferent Historisch-Politische Bildung
Jenaer Str. 2/4, 99425 Weimar
Tel.: 03643.827-104, Fax: -452
vogel(at)ejbweimar.de
www.ejbweimar.de
www.facebook.com/ejbweimar
Öffentliche Führung:
Norbert Wollheim Memorial

Samstag, 18. Februar 2017, 15:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main – Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1, Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon
Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

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Norbert-Wollheim-Platz 1
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Vortrag von Dr. Regina Fritz, Bern/Wien:
Geteilte Erinnerung.
Der Holocaust in der ungarischen Museums- und Denkmalkultur

Montag, 20. Februar 2017, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 311
2014 jährten sich die Besatzung Ungarns durch deutsche Truppen und der Beginn der Deportation ungarischer Juden zum 70. Mal. Finanziert durch beträchtliche staatliche Mittel, erinnerten politische und wissenschaftliche Akteur*innen, jüdische Organisationen, zivilgesellschaftliche Gruppen und Privatpersonen an die Ermordung von über einer halben Million ungarischer Jüdinnen und Juden. Im Laufe des Gedenkjahres trat eine Vielzahl geschichtspolitischer Konflikte in Erscheinung, deren inhaltliche Kernpunkte seit 1989/90 (und teilweise sogar seit 1945) sukzessive formuliert wurden.
Der Vortrag zeichnet die stark polarisierten Deutungskämpfe um den Holocaust in Ungarn am Beispiel der Museums- und Denkmalkultur nach. Wie haben sich innen-, aber auch außenpolitische Interessen und Notwendigkeiten auf die kulturelle Repräsentation des Holocaust ausgewirkt? Und wie ist die zunehmende Intervention zivilgesellschaftlicher Gruppen in die öffentliche Erinnerungslandschaft zu bewerten?

Dr. Regina Fritz ist Assistentin für Neueste und Osteuropäische Geschichte am Historischen Institut der Universität Bern. Im Rahmen des Editionsprojektes »Judenverfolgung 1933–1945« des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin erarbeitet sie den Band 15 zu Ungarn 1938–1945. 2012 erschien im Wallstein Verlag ihre Promotion Nach Krieg und Judenmord. Ungarns Geschichtspolitik seit 1944.

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Fax: 069.798 322-41
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Vortrag und Diskussion mit Werner Renz:
Wider die Sittenwächter: Fritz Bauers Kritik am überkommenen Sexualstrafrecht der 1950er und 1960er Jahre

Donnerstag, 23. Februar 2017, 20:30 Uhr
Buchladen Land in Sicht
Rotteckstr. 13, 60316 Frankfurt am Main
Kostenbeitrag: VVK € 8,– / AK € 9,–
Fritz Bauer ist durch Dokumentar- und Spielfilme in den letzten Jahren als Verfolger nationalsozialistischer Verbrecher einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden. Das Bild vom »Nazi-Jäger« Bauer ist aber sehr einseitig. Seine Hauptaufgabe als Justizjurist sah Bauer in der Reform des Strafrechts und des Strafvollzugs. Bereits Anfang der 1950er Jahre trat er als Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht Braunschweig für die Abschaffung des § 175 Strafgesetzbuch ein. Die Liberalisierung und somit Humanisierung des Strafrechts, insbesondere des Sexualstrafrechts war ihm ein wichtiges Anliegen.
In seinem Vortrag »Wider die Sittenwächter« legt Werner Renz Bauers Auffassungen dar und geht auch auf Bauers Biografie ein. Bauer wurde 1936 im dänischen Exil von der Fremdenpolizei vorgeladen und verhört. Den Polizeiberichten zufolge war Bauer bei sexuellen Kontakten mit Männern beobachtet worden. Renz diskutiert den Quellenwert der Polizeiberichte und stellt auch Bauers Freundschaft zu Thomas Harlan dar. Bauer, der von sich sagte, er existiere nur »am Rande des Lebens«, sah in Harlan, dem rebellischen Sohn des Nazi-Regisseurs Veit Harlan, ein herausragendes Beispiel und Vorbild für den angemessenen Umgang mit der NS-Vergangenheit.

Werner Renz war von 1995 bis 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut und Leiter des Archivs und der Bibliothek. Seit April 2016 ist er freier Mitarbeiter. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Frankfurter Auschwitz-Prozesse und zu Fritz Bauer.
› Werner Renz: Fritz Bauer und das Versagen der Justiz. Nazi-Prozesse und ihre »Tragödie«. Hamburg: Europäische Verlagsanstalt, 2015, 200 S., € 18,–, EAN 978-3-86393-068-4
› Werner Renz (Hrsg.): »Von Gott und der Welt verlassen«. Fritz Bauers Briefe an Thomas Harlan. Mit Einführungen und Anmerkungen von Werner Renz und Jean-Pierre Stephan. Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2015, 300 S., € 29,90, EAN 978-3-593-50468-1, Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 25

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Buchladen Land in Sicht
Rotteckstr. 13, 60316 Frankfurt am Main
Tel.: 069.443095, Fax: 069.4909266
landinsicht(at)online.de
www.landinsicht.eu
Dr. Serhat Karakayali, Berlin:
Vom Rand in die Mitte.
Entwicklungen und Herausforderungen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit

Montag, 27. Februar 2017, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 411
Vortragsreihe »Grenzen, Flucht, Menschenrecht – Historische, psychoanalytische und sozialtheoretische Aspekte der Flüchtlingsdiskussion«

Die in die Europäische Union flüchtenden Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Regionen stellen die einzelnen Länder vor eine schwierige Situation. Wie soll das politische Handeln aussehen, wenn es einerseits um die Sicherung der Grundrechte, andererseits um die Zunahme von Ängsten und politische Verschiebungen geht? Aus historischer, psychoanalytischer und politikwissenschaftlicher Perspektive soll die aktuelle Debatte um das Asyl für Flüchtlinge diskutiert werden.

Alle Vorträge der Reihe:
›  14. März 2016, Vortrag von Prof. Dr. Sonja Buckel, Kassel:
Krise des europäischen Grenzregimes
›  10. Mai 2016, PD Dr. Susanne Heim, Berlin:
Die Judenverfolgung in Deutschland 1938 und die internationale Flüchtlingskonferenz von Evian
›  21. Juni 2016, Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Frankfurt am Main:
Psychoanalytische Überlegungen zum Projekt Step-by-Step in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Darmstadt
›  21. November 2016, Prof. Dr. Claus Leggewie, Essen:
Anti-Europäer – Breivik, Dugin, al-Suri & Co.
›  12. Dezember 2016, Dr. Gilad Ben-Nun, Leipzig:
The UN 1951 Refugee Convention. Between Nation-State Sovereignty and the Non-Refoulement Principle
›  27. Februar 2017, Dr. Serhat Karakayali, Berlin:
Vom Rand in die Mitte. Entwicklungen und Herausforderungen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit


Der Vortrag stellt Untersuchungen unter zwei Gruppen von Freiwilligen in der Flüchtlingshilfe vor. Individuell agierende Freiwillige und Vertreter von Hilfsorganisationen wurden über ihre alltägliche Praxis online befragt. Erste Ergebnisse zeigen beispielsweise, wie der Anteil von Frauen in diesem Feld ist und wie die Zunahme von Hilfsangeboten in ländlichen Gebieten einzuschätzen ist. Die Studie liefert Erkenntnisse über den permanenten Wandel in den Bedingungen des Untersuchungsfeldes. Eine der zentralen Fragen der Untersuchung ist, ob sich die Freiwilligen als politische Akteure sehen? Ergänzt diese Arbeit das Handeln von Behörden oder widerspricht sie ihm?

Dr. Serhat Karakayali ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung »Wissenschaftliche Grundfragen« und Post-Doc am Lehrbereich Diversity and Social Conflict der Humboldt Universität Berlin. Er leitet verschiedene Forschungsprojekte, u.a. zum Thema ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen, zur Integration von Flüchtlingen in der EU und zum Engagement von Gewerkschaftsmitgliedern mit Migrationshintergrund. Sein aktuelles Forschungsprojekt lautet »Vom Gastarbeiter zum Unternehmer. Transformation von Integrationspolitiken am Beispiel der Förderung migrantischen Unternehmertums«. Zuletzt erschienen von ihm gemeinsam mit Olaf J. Kleist die Ergebnisse einer explorativen Umfrage vom November/Dezember 2016 mit dem Titel Strukturen und Motive der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit (EFA) in Deutschland 2. Forschungsbericht. Zurzeit arbeitet er an dem E-Book Project: Witnessing the Transition. Refugees, Asylum-Seekers and Migrants in Transnational Perspective. Seine Dissertation Gespenster der Migration: zur Genealogie illegaler Migration in der Bundesrepublik Deutschland erschien 2008 im Transkript Verlag.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt und dem Sigmund-Freud-Institut – Forschungsinstitut für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, Frankfurt am Main und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

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Letzte Änderung: 21. Juni 2011

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