Fritz Bauer Institut

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Ankunft des mobilen Denkmals:
DIE GRAUEN BUSSE
Zum Gedenken an die Opfer der »Euthanasie«-Verbrechen im Nationalsozialismus

Samstag, 19. August 2017, 14:00 Uhr
Rathenauplatz, Frankfurt am Main
Eröffnung durch Stadtrat Stefan Majer und Stadträtin Dr. Ina Hartwig,
in Anwesenheit der Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz.

Denkmalsinstallation vom 19. August 2017 bis Mai 2018

mit umfangreichem Begleitprogramm

Das mobile »Denkmal der Grauen Busse« ist ein Mahnmal in Bewegung. Nach Berlin, Köln, München und 16 weiterer Städte wird es vom 19. August 2017 bis in den Mai 2018 auf dem Frankfurter Rathenauplatz zu sehen sein, im Gedanken an die Opfer der sogenannten »Euthanasie – Aktion T4«. Mit einer umfangreichen Veranstaltungsreihe über die medizin-historischen Ereignisse und die nationalsozialistische Ideologie von »unwertem« Leben wird an den organisierten Massenmord erinnert. Neben drei ergänzenden Ausstellungen werden Exkursionen, Workshops, Führungen, Theater- und Filmvorführungen, Vorträge, Lesungen und Diskussionsveranstaltungen die Ausstellung begleiten.
Weitere Informationen zum mobilen Denkmal und zum Begleitprogramm:
http://die-grauen-busse-frankfurt.de

Das »Denkmal der Grauen Busse« wurde 2005 von den Künstlern Horst Hoheisel und Andreas Knitz initiiert und entworfen. Mit dem in Originalgröße aus Beton gegossenen Bus erinnern die Künstler nicht nur an die Opfer, sondern sie suchen mit der Nachbildung des Tatwerkzeugs auch die Auseinandersetzung mit den Tätern. Mit grauer Tarnfarbe gestrichene ehemalige Postbusse brachten psychisch kranke oder geistig behinderte Kinder und Erwachsene zwischen 1940 und 1941 zu sechs Tötungsanstalten in Deutschland, in denen sie ermordet wurden. Eine davon war Hadamar in Mittelhessen.
Weitere Informationen auf der Website des mobilen Denkmals:
www.dasdenkmaldergrauenbusse.de

Veranstalter

Amt für multikulturelle Angelegenheiten Frankfurt am Main | Dezernat Kultur und Wissenschaft Stadt Frankfurt am Main | Dezernat Personal & Gesundheit Stadt Frankfurt am Main | Fritz Bauer Institut zur Geschichte und Wirkung des Holocaust | Gesundheitsamt Frankfurt am Main | Haus am Dom, Katholische Akademie Rabanus Maurus | Institut für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster Frankfurt am Main | Kulturamt Frankfurt am Main | Psychiatriewoche Frankfurt am Main | Stadtbücherei Frankfurt am Main

Förderer und Kooperationspartner
ABG Frankfurt Holding | Amt für Straßenbau und Erschließung Frankfurt am Main | Atelier Goldstein | Evangelische Akademie Frankfurt | Evangelische Kirche Frankfurt am Main | FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH | Filmforum Höchst | Feuerwehr Frankfurt am Main | Förderverein Roma e.V. | Frankfurter Werkgemeinschaft e.V. | Gegen Vergessen für Demokratie e.V. | Historische Straßenbahn der Stadt Frankfurt am Main | Staatliches Schulamt Frankfurt am Main | Straßenverkehrsamt Frankfurt am Main | VGF Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main | Volkshochschule Frankfurt am Main | Zentrum für Psychische Gesundheit

Dazu ist erschienen
Thomas Müller, Paul-Otto Schmidt-Michel, Franz Schwarzbauer (Hrsg.):
Vergangen? Spurensuche und  Erinnerungsarbeit – Das Denkmal der Grauen Busse
Zwiefalten, Verlag Psychiatrie und Geschichte, 2017, 276 S., € 15,90
ISBN 978-3-931200-25-1
www.forschung-bw.de/VersFHist/VerlagPsychGesch/buecher/GrauerBus_2017_Inhalt.pdf

Kontakt
Stadt Frankfurt am Main
Gesundheitsamt
Breite Gasse 28
60313 Frankfurt am Main
www.gesundheitsamt.stadt-frankfurt.de
Öffentliche Führung:
IG Farben-Haus und Norbert Wollheim Memorial

Samstag, 19. August 2017, 15:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main – Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1, Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon
Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Symposium mit Prof. Dr. Micha Brumlik, Joseph Cronin,
Dr. Tobias Freimüller, Nikolaus Hirsch und Cilly Kugelmann:
Der Börneplatz-Konflikt 1987 revisited – 30 Jahre danach

Sonntag, 20. August 2017, 13:30 Uhr
Veranstaltungsende gegen 19.00 Uhr
Museum Judengasse, Battonnstraße 47, Frankfurt am Main
Eintritt frei
Symposium des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt

Die archäologischen Funde am Frankfurter Börneplatz lösten 1987 eine Auseinandersetzung aus, in der erstmals in der Bundesrepublik heftig darum gestritten wurde, wie nach dem Holocaust mit Zeugnissen jüdischer Geschichte umzugehen sei. Es ging um die Deutung der Ruinen des ersten jüdischen Ghettos in Europa: Waren sie eher Zeugnisse eines Schutzraumes für die Juden oder ihrer Ausgrenzung? Sollte – nach dem Höhepunkt des Historikerstreits – Geschichte im Museum »entsorgt« werden? Führte ein direkter Weg von den frühneuzeitlichen zu den nationalsozialistischen Ghettos?
Nach dem Streit um das Fassbinder-Stück »Der Müll, die Stadt und der Tod« zwei Jahre zuvor wurde im Börneplatz-Konflikt aber auch die Frage virulent, ob sich im Umgang mit den archäologischen Funden antisemitische Ressentiments zeigten.
Die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde reagierten unterschiedlich auf die Debatte. Viele der älteren, die aus Osteuropa stammten, konnten sich mit der alten Frankfurter Gemeinde nicht so sehr identifizieren, dass sie für den Erhalt der Reste der Judengasse eintreten wollten. Für jüngere ermöglichte der Konflikt dagegen die Entdeckung einer bis dahin vergessenen Vergangenheit. Wieder andere sahen im Einsatz für den Erhalt der Ruinen eine problematische Identifizierung mit der deutschen und der Frankfurter Geschichte, die sie nicht teilen konnten.
Das Symposium wird neue Perspektiven auf diese Fragen eröffnen und den Börneplatz-Konflikt historisch kontextualisieren. Es wird von einer ganztägigen Aktion im Museum Judengasse begleitet, die die Erinnerungen an das Geschehen einsammeln und für zukünftige Generationen bewahren will.

Aufruf: Teilen Sie Ihre Erinnerungen!
Haben Sie persönliche Erinnerungen an den des Börneplatz-Konflikt oder gar Fotos, Dokumente, Transparente und Flyer von damals? Ihre Geschichte ist die Vorgeschichte des Jüdischen Museums! Die Museumskuratorinnen und Kuratoren sowie der ARD-Hörfunkjournalist Jochanan Shelliem werden den ganzen Tag vor Ort sein, um sich mit Ihnen zu unterhalten, Ihre materiellen Erinnerungen einzusammeln und Ihre Geschichten aufzuzeichnen.

Programm
› 13.30 Uhr, Begrüßung:
Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main
Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts
Einführung: Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt
› 14.00 Uhr, Vortrag von Dr. Tobias Freimüller:
Renationalisierung des Geschichtsbildes? Wie hängt der Börneplatz-Konflikt mit dem Historikerstreit und der Gründung des Deutschen Historischen Museums zusammen?
Dr. Tobias Freimüller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts.
› 14.45 Uhr, Vortrag von Cilly Kugelmann:
»Offene Wunde« oder »Museum«: Wird Geschichte durch Musealisierung »entsorgt«?
Cilly Kugelmann war bis Januar 2017 Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin.
› 15.30 Uhr, Kaffeepause
› 16.00 Uhr, Vortrag von Joseph Cronin:
Die jüdische Gemeinde bezieht Stellung: Was unterscheidet Fassbinderstreit und Börneplatz-Konflikt?
Joseph Cronin ist PhD candidate an der Queen Mary University of London und am Leo Baeck Institute in London.
› 16.45 Uhr, Vortrag von Prof. Dr. Nikolaus Hirsch:
Vom Frankfurter Ghetto zum Holocaust: Ein Denkmal als Geschichtsdeutung?
Prof. Dr. Nikolaus Hirsch ist Kurator und Architekt und war bis 2013 Rektor an der Städelschule Frankfurt am Main.
› 17.30 Uhr, Im Gespräch:
Prof. Dr. Salomon Korn und Prof. Dr. Micha Brumlik; Moderation: Fritz Backhaus
Prof. Dr. Salomon Korn ist Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main.
Prof. Dr. Micha Brumlik ist Senior Advisor am Zentrum für Jüdische Studien in Berlin/Brandenburg.
Fritz Backhaus ist stellvertretender Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt.

Veranstaltungsprogramm
Programmflyer (pdf-Datei)

Kontakt
Museum Judengasse
Battonnstr. 47
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069.212-70790
www.museumjudengasse.de

Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
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Anfahrt: IG Farben-Haus

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Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500.
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Letzte Änderung: 21. Juni 2011

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