Fritz Bauer Institut

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Veranstaltungen Juni 2017

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Gedenk- und Lerntag:
Anne-Frank-Tag für Menschenrechte
»Wie herrlich ist es, dass niemand eine Minute zu warten braucht,
um damit zu beginnen, die Welt langsam zu ändern!«

Montag, 12. Juni 2017, 09:00 Uhr
bis 19:00 Uhr, verschiedene Orte, Frankfurt am Main
Am 12. Juni 1929 wurde Anne Frank in Frankfurt geboren. Heute – mehr als 70 Jahre, nachdem sie von den Nazis ermordet wurde – gilt sie als die berühmteste Frankfurterin. Aber was kann das eigentlich bedeuten?
Die Geschichte von Anne Frank ermöglicht allen Generationen einen Zugang zur Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Holocaust – sie lässt sich zugleich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, Problemen und Fragen auf besondere Weise verknüpfen.
An der Ausgestaltung des Tages arbeiten unter der Federführung des Bildungsdezernats der Stadt Frankfurt am Main und der Bildungsstätte Anne Frank das Amt für multikulturelle Angelegenheiten, das Kulturamt, das Jüdische Museum Frankfurt, das Pädagogische Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums, der Rat der Religionen, der Frankfurter Jugendring, die DGB-Jugend, christliche Kirchen und die Jüdische Gemeinde Frankfurt zusammen.
Neben der Aufführung der Monooper »Das Tagebuch der Anne Frank« von Grigori Frid und einer Podiumsdiskussion mit dem Titel »Anne Frank: Ikone, Inspiration – Mittel zum Zweck?« wird es weitere Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Frankfurt geben.

Nähere Informationen
Pädagogisches Zentrum Frankfurt
Seckbächer Gasse 14
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069.212 74237
pz-ffm(at)stadt-frankfurt.de
www.pz-ffm.de
Prof. Dr. Wolf Gruner, Los Angeles:
Einführung in das Visual History Archive (VHA)

Mittwoch, 14. Juni 2017, 14:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Theodor-W.-Adorno-Platz 6, PEG-Gebäude,
Raum: 1.G 078 (PC-Poolraum)
Das Visual History Archive ist eine Online- Plattform, die Zugang zu den Oral-History- Beständen der »USC Shoah Foundation. The Institute for Visual History and Education« bietet. Die von der USC Shoah Foundation zwischen 1994 und 2000 erstellte Sammlung von Interviews mit Überlebenden und Zeugen des Holocaust ist die umfangreichste ihrer Art. Sie beinhaltet 52.000 Interviews, die in 56 Ländern und 32 Sprachen aufgezeichnet wurden. Inzwischen wird dieser Bestand durch Interviewsammlungen zu anderen Genoziden (Nanjing Massaker 1937/38, Völkermord in Ruanda 1994) ergänzt.
Der Workshop gibt eine Einführung in die an der Goethe-Universität neu zugängliche Datenbank. Er richtet sich an Studierende und Lehrende der Goethe-Universität. Teilnehmende sind gebeten, sich für die Nutzung der Datenbank registrieren zu lassen. Registrierungen nimmt Frau Dorothee Becker entgegen: sekretariat.steinbacher(at)fritz-bauer-institut.de

Wolf Gruner, Dr. phil., ist Professor für Geschichte an der University of Southern California, Los Angeles, Shapell-Guerin Chair in Jewish Studies und Gründungsdirektor des USC Shoah Foundation Center for Advanced Genocide Research.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Vortrag von Prof. Dr. Wolf Gruner, Los Angeles:
Die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren.
Lokale Initiativen, zentrale Entscheidungen, jüdische Antworten 1939–1945

Mittwoch, 14. Juni 2017, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 311
Von den über 118.000 im März 1939 in Böhmen und Mähren lebenden Juden konnten bis Oktober 1941 nur etwa 25.000 flüchten. Seit der Errichtung des Protektorats radikalisierten tschechische und deutsche Behörden die antijüdische Politik. Sie beraubten die Juden ihres Eigentums, ghettoisierten sie, zogen sie zur Zwangsarbeit heran und deportierten sie nach Theresienstadt, bevor viele von dort in die Vernichtungslager verschleppt wurden. Rund 80.000 tschechische Juden fielen dem Holocaust zum Opfer. Diese Politik wurde nicht allein von Berlin aus gesteuert, sondern oft auch von der tschechischen Regierung oder lokalen Behörden vorangetrieben. Anhand bislang unbekannter Wochenberichte der Jüdischen Gemeinde Prag an Adolf Eichmann können die Auswirkungen auf das Leben der jüdischen Bevölkerung detailliert nachgezeichnet werden.

Wolf Gruner ist Professor für Geschichte an der University of Southern California, Los Angeles, Shapell-Guerin Chair in Jewish Studies und Gründungsdirektor des USC Shoah Foundation Center for Advanced Genocide Research.

Wolf Gruner
Die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren.
Lokale Initiativen, zentrale Entscheidungen, jüdische Antworten 1939–1945
Göttingen: Wallstein Verlag 2016, 431 S., 23 Abb., € 34,90
ISBN: 978-3-8353-1910-3

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Vortrag und Gespräch mit
Dr. Boris Böhm, Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein
und Dr. Gerald Hacke, Gedenkstätte Münchner Platz Dresden:
Recht und Gerechtigkeit? 70 Jahre Dresdner Euthanasie-Prozess

Donnerstag, 15. Juni 2017, 19:00 Uhr
Gedenkstätte Münchner Platz Dresden
Münchner Platz 3, 01187 Dresden
Begleitveranstaltung zur Ausstellung
»Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht«
Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Münchner Platz Dresden und der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein.

Ärzte und Pfleger ermordeten in den Jahren 1940/41 fast 14.000 geistig oder körperlich behinderte sowie psychisch kranke Menschen in der ehemaligen Heilanstalt Pirna-Sonnenstein in einer Gaskammer. Auch danach starben Tausende Patientinnen und Patienten durch Nahrungsentzug und überdosierte Medikamente in verschiedenen sächsischen Pflegeeinrichtungen.
Vor 70 Jahren, am 16. Juni 1947, begann vor dem Landgericht Dresden der sogenannte »Euthanasie«-Prozess. Er war das größte Verfahren seiner Art in Ostdeutschland. Auch durch eine umfangreiche Beweisaufnahme ragt der Prozess heraus.
Hagen Markwardt (Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein) stellt Vorgeschichte, Planung und Durchführung der Krankenmorde vor. Dr. Gerald Hacke (Gedenkstätte Münchner Platz Dresden) ordnet das Verfahren vor dem Dresdner Landgericht in den historischen Kontext der ostdeutschen Nachkriegszeit ein. Anschließend diskutieren beide, moderiert von Dr. Justus Ulbricht (Dresdner Geschichtsverein), wie der Dresdner »Euthanasie«-Prozess aus heutiger Sicht zu bewerten ist.

»Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht«
Eine Ausstellung des Fritz Bauer Institutes und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main. Die Ausstellungspräsentation in Dresden wird realisiert in Kooperation mit dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr, dem Münchner-Platz-Komitee e.V. und der Gedenkstätte Münchner Platz Dresden.

Ausstellungszeitraum

Freitag, 10. März bis Dienstag, 27. Juni 2017
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden
Eintritt frei

Öffnungszeiten
Montag: 10.00–21.00 Uhr
Dienstag und Donnerstag bis Sonntag: 10.00–18.00 Uhr
Mittwoch: geschlossen

Anmeldung zu Gruppenführungen
Claudia Rose
mhmfuehrungen(at)bundeswehr.org

Begleitband zur Ausstellung

Fritz Backhaus, Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.)
Fritz Bauer. Der Staatsanwalt.  NS-Verbrechen vor Gericht
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2014,
300 S., zahlr. Abb., € 29,90, ISBN: 978-3-5935-0105-5
Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 32

Weitere Informationen zur Ausstellung
www.fritz-bauer-institut.de/fritz-bauer-ausstellung.html

Kontakt
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2
01099 Dresden
Tel.: 0351.82328-03, Fax: -05
mhmeingang(at)bundeswehr.org
https://www.mhmbw.de
Öffentliche Führung:
Norbert Wollheim Memorial

Samstag, 17. Juni 2017, 15:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main – Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1, Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon
Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

Kontakt
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
8. Tagung der Reihe »Blickwinkel.
Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft«:
Rechtspopulismus und Judenfeindschaft
Kontinuitäten – Brüche – Herausforderungen

Montag, 19. Juni 2017, 12:00 Uhr
bis Dienstag, 20. Juni 2017, 16:00 Uhr
Evangelische Akademie Frankfurt
Römerberg 9, Frankfurt am Main





Tagungsreihe »Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft«

Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit – Migrationsgesellschaft, Konkurrenzen, Bildungsstrategien: Diese Stichworte prägen zunehmend die gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und mit ausgrenzenden Denk- sowie Deutungsmustern. Vielfach schwankt die Diskussion zwischen Eifer und Orientierungslosigkeit, zwischen eindeutigen Positionen und Differenziertheit.
Die Tagungsreihe »Blickwinkel« beleuchtet aktuelle Analysen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente. Dazu ermöglichen die VeranstalterInnen einen verstetigten Austausch und Vernetzung für Wissenschaft und pädagogische Praxis. Die Tagungsreihe »Blickwinkel« wurde 2011 (noch unter dem Titel »Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft«) initiiert und läuft bis 2019.

Die achte Blickwinkel-Tagung
Die Zunahme von Rechtspopulismus und Nationalchauvinismus in Deutschland, Europa und den USA stellt die antisemitismuskritische Bildungsarbeit vor neue Herausforderungen. Das Wüten gegen eine imaginierte »Überfremdung« des eigenen »Volkes« durch Migranten verdeckt das antisemitische Ressentiment, das sich über Umwege Ausdruck verschafft. So ist in der Rede von der »Lügenpresse« das Stereotyp jüdisch kontrollierter Medien und in der »Kritik der Zinsgeldknechtschaft« das antisemitische Bild des jüdischen Wucherers unschwer zu erkennen. Die Vorstellung einer orchestrierten Einwanderung von Flüchtlingen schließt zudem an das alte Phantasma an, die Juden würden den Nationalstaat untergraben.
Die Bilder, derer man sich bedient, verraten ihre antisemitische Abkunft nicht offen, sondern  bringen verkappt  die Sorge um den Verlust »völkischer und nationaler Selbstbestimmung« zum Ausdruck – eine Angst, die mit der Wahl Trumps international Anerkennung zu finden droht und den Begriff »völkisch« salonfähig machen will. Nicht selten wird dabei in vorauseilender Schuldabwehr die Nähe zu Juden bemüht, wobei der historische Antijudaismus jedoch ignoriert wird.
Die Tagung widmet sich der Frage, wie antisemitismuskritische Bildung auf das Erstarken rechtspopulistischer Einstellungen in der »Mitte der Gesellschaft« reagieren kann. Dazu laden wir Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, Pädagogen und Pädagoginnen, Akteure und Akteurinnen aus Stadtteilarbeit, Mediation, Beratung und Bildungsarbeit herzlich ein.

Anmeldeschluss: Dienstag, 23. Mai 2017
Anmeldung unter: www.bs-anne-frank.de/blickwinkel

Tagungsprogramm 2017
Tagungsflyer (pdf-Datei)
Tagungsflyer in Einzelseiten (pdf-Datei)

Veranstalter
Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main
Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«
Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin
Pädagogisches Zentrum Frankfurt am Main
mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt

Die bisherigen Tagungsthemen der »Blickwinkel«-Reihe

»Bildungsraum Lebenswelt«, Berlin, 26./27. Oktober 2011
»Bildungsansatz Alltagskultur«, Frankfurt am Main, 3./4. Mai 2012
»Bildungszugang Gender«, Köln, 29./30. Oktober 2012
»Kontext Nahostkonflikt«, Nürnberg, 9./10. September 2013
»Antisemitismus und Rassismus – Verflechtungen«, Jena, 22./23. September 2014
»Religion: Diskurse – Reflexionen – Bildungsansätze«, Kassel, 8./9. Juni 2015
»Kommunikation: Latenzen – Projektionen – Handlungsfelder«, Kassel, 9./10. Juni 2016

Material und Berichte
www.bs-anne-frank.de/projekte/tagungsreihe-blickwinkel
www.stiftung-evz.de/blickwinkel

Kontakt/Anmeldung
Bildungsstätte Anne Frank e.V.
Céline Wendelgaß (Veranstaltungsmanagement)
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
Tel.: 069.56 000 233
cwendelgass(at)bs-anne-frank.de
www.bs-anne-frank.de
Ein Widerspruch von Bundesrichter Prof. Dr. Thomas Fischer:
Vom Recht auf Widerstand

Montag, 19. Juni 2017, 18:00 Uhr
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden
Begleitveranstaltung zur Ausstellung
»Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht«
Eine Veranstaltung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr – Forum Museum in Kooperation mit der Wochenzeitung DIE ZEIT
Moderation: Martin Machowecz (Redakteur ZEIT im Osten)

Zunehmend fordern rechtspopulistische Kräfte wie Mitglieder der AfD und Mitmarschierer von Pegida ein Widerstandsrecht gegen »die Herrschenden«. Sie beziehen sich ausgesprochen oder unausgesprochen auf das Urteil in einem Prozess aus dem Jahre 1952, dem sogenannten Remer-Prozess. In dessen Begründung wurden die Hitler-Attentäter des 20. Juli 1944 posthum als Widerstandskämpfer gegen einen Unrechtsstaat rehabilitiert.

Prof. Dr. Thomas Fischer, Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof und bekannt für seine scharfsinnigen Rechtskolumnen, beleuchtet in seinem Widerspruch die scheinbaren Parallelen zwischen Rechtspopulisten und Hitlerattentätern, zwischen Diktatur und Großer Koalition. Anschließend stellt er sich den Fragen und Anmerkungen des Publikums.

»Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht«
Eine Ausstellung des Fritz Bauer Institutes und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main. Die Ausstellungspräsentation in Dresden wird realisiert in Kooperation mit dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr, dem Münchner-Platz-Komitee e.V. und der Gedenkstätte Münchner Platz Dresden.

Ausstellungszeitraum

Freitag, 10. März bis Dienstag, 27. Juni 2017
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden
Eintritt frei

Öffnungszeiten
Montag: 10.00–21.00 Uhr
Dienstag und Donnerstag bis Sonntag: 10.00–18.00 Uhr
Mittwoch: geschlossen

Anmeldung zu Gruppenführungen
Claudia Rose
mhmfuehrungen(at)bundeswehr.org

Begleitband zur Ausstellung

Fritz Backhaus, Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.)
Fritz Bauer. Der Staatsanwalt.  NS-Verbrechen vor Gericht
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2014,
300 S., zahlr. Abb., € 29,90, ISBN: 978-3-5935-0105-5
Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 32

Weitere Informationen zur Ausstellung
www.fritz-bauer-institut.de/fritz-bauer-ausstellung.html

Kontakt
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2
01099 Dresden
Tel.: 0351.82328-03, Fax: -05
mhmeingang(at)bundeswehr.org
https://www.mhmbw.de
Filmausschnitte und Diskussion:
DER PROZESS – ein Film von Eberhard Fechner
Eine Darstellung des Majdanek-Verfahrens in Düsseldorf

Mittwoch, 21. Juni 2017, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 311
Einführung von Lisa Eiling, Gießen
Kommentar von Dr. Katharina Stengel, Frankfurt am Main/Leipzig

Das Verfahren gegen Personal des Konzentrationslagers Maj-danek wurde von 1975 bis 1981 vor dem Landgericht Düsseldorf durchgeführt. Es gilt als das längste Strafverfahren in der Justizgeschichte der BRD. Aus 70 Interviews mit Richtern und Angeklagten, Opfern und Zeugen, aus Dokumentarfilmen und Fotos, Prozessberichten und Akten stellte Eberhard Fechner eine dreiteilige, circa 270-minütige Dokumentation zusammen. Mehr als acht Jahre arbeitete er an dem Film, der 1984 im NDR ausgestrahlt wurde. Danach verschwand das Werk in den Archiven. Erst 2016 erschien bei absolut MEDIEN eine DVD-Edition.

Lisa Eiling ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe »Geschichte und Theorie des globalen Kapitalismus« an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Dr. Katharina Stengel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Vortrag von Devin O. Pendas, Ph.D., Boston/Frankfurt am Main
»Der magische Geruch(ssinn) des Wilden«:
Kolonialismus und Legalismus in der Entstehung der modernen Welt

Mittwoch, 28. Juni 2017, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, Hörsaalzentrum, Raum HZ 10
Veranstaltung im Rahmen der Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung

Die moderne Welt wurde in mehr als einer Hinsicht von »großen Mächten« geschaffen – durch den Imperialismus im 19., den Kalten Krieg und die amerikanische Hegemonie im 20. Jahrhundert. Es ist auffallend, wie sehr sich diese Machtbeziehungen im internationalen Recht niedergeschlagen haben, insbesondere in Regeln, die dafür gedacht waren, Kriege und Massengewalt zu regulieren und zu limitieren. Was sind die intellektuellen und politischen Ursprünge für die Anstrengungen, Massengewalt durch internationales Recht zu regulieren? Warum haben machtvolle Staaten sich dafür eingesetzt, den Gebrauch ihrer eigenen Kraft einzuschränken? Wie sahen diese Beschränkungen aus? Haben die Regularien dieses Legalismus tatsächlich die Gewalt begrenzen können, oder legitimieren sie vielmehr bestimmte Formen von Gewalt, um andere einzudämmen? Die Antworten auf diese Fragen sind komplex und erlauben es nicht, eine einfache Geschichte von moralischem Fortschritt und zynischem Machtmissbrauch zu erzählen. Der Vortrag wird diese Variablen umreißen und versuchen, die Verbreitung des internationalen Rechts im 19. und 20. Jahrhundert zu erklären. Dabei soll auch die Analyse der unterschiedlichen Weltordnungen in den letzten 200 Jahren in den Blick genommen werden.

Devin O. Pendas, Ph.D. ist Associate Professor für Geschichte am Department of History, Boston College, Chestnut Hill, Massachusetts in den USA. Seine Forschungsschwerpunkte sind deutsche Geschichte, Rechtsgeschichte und die Geschichte von Kriegen und Völkermord. In zahlreichen Publikationen hat er sich mit den Prozessen gegen NS-Täter und der juristischen Aufarbeitung von Massenverbrechen auseinandergesetzt.
Im Sommersemester 2017 hat Pendas die Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung am Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main inne.

Veröffentlichung
Devin O. Pendas, Der Auschwitz-Prozess: Völkermord vor Gericht
Aus dem Englischen von Klaus Binder (Original: The Frankfurt Auschwitz Trial, 1963–1965: Genocide, History, and the Limits of the Law, Cambridge University Press, 2006), München: Siedler Verlag, 2013

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Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
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Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500.
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Letzte Änderung: 21. Juni 2011

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