Fritz Bauer Institut

Veranstaltungen

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Veranstaltungen Januar 2018

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Vortrag von Prof. Dr. Sascha Feuchert, Gießen
Holocaustliteratur und Literaturwissenschaft.
Zur Geschichte einer schwierigen Beziehung

Mittwoch, 17. Januar 2018, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 311
Seit gut 30 Jahren gibt es einen ausgeprägten literaturwissenschaftlichen Diskurs zur Holocaustliteratur. Angestoßen wurde er bezeichnenderweise unter anderem wesentlich von Überlebenden wie Susan Cernyak-Spatz, wobei auf Seiten der Autoren dieser Zeugnisliteratur auch große Skepsis herrschte: Würde, so eine Befürchtung, eine »literaturwissenschaftliche Zurichtung« nicht den Wahrheitsanspruch dieser Literatur notwendig dekonstruieren? Der Vortrag beleuchtet Meilensteine dieser schwierigen Beziehungsgeschichte und versucht, die gegenwärtige Situation zu skizzieren.

Sascha Feuchert
ist Professor für Neuere deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur und ihre Didaktik am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts
mit dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.


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An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
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Öffentliche Führung:
Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Samstag, 20. Januar 2018, 15:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon
Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Die Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt.
Sie ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Guide: Patrick Schwentke

Das Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna/Monowitz. Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.
Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

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Editionsprojekt:
»Judenverfolgung 1933–1945«
Ein Schriftdenkmal für die ermordeten europäischen Juden

Mittwoch, 24. Januar 2018, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.812
Eine Präsentation von Band 13 Slowakei, Rumänien, Bulgarien 1939–1945
durch zwei der Bearbeiterinnen:
Babara Hutzelmann, München und Souzana Hazan, Berlin
Kommentar von Prof. Dr. Joachim von Puttkamer, Jena

Die Slowakei, Rumänien und Bulgarien waren während des Zweiten Weltkriegs Verbündete Deutschlands. Die autoritären Regime in den drei Ländern sympathisierten mit der nationalsozialistischen Judenpolitik, erließen selbst antisemitische Gesetze und kooperierten schließlich auch bei der Ermordung der Juden mit den Deutschen: Die Slowakei und Bulgarien lieferten Juden an die Deutschen aus und ließen sie in die Vernichtungslager deportieren; die rumänische Führung verfolgte in den annektierten und besetzten Gebieten eine eigene Politik, der Hunderttausende Juden zum Opfer fielen. Der Band dokumentiert mit über 350 Quellen – aus der Sicht der Opfer, der Täter und der Zuschauer – den weitgehenden Konsens, mit dem der NS-Staat bei seiner Vernichtungspolitik rechnen konnte.

Editionsprojekt: Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945, 16 Bände, hrsg. v. Bundesarchiv / Institut für Zeitgeschichte / Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Freiburg, Oldenbourg: De Gruyter Verlag, 2011–2018
www.edition-judenverfolgung.de

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Zeitgeschichte, München/Berlin, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und dem De Gruyter Verlag


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Ausstellungseröffnung:
Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz
Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus

Donnerstag, 25. Januar 2018, 11:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, PA-Gebäude (Präsidium der Administration),
Lobby (Erdgeschoss)
Ausstellungszeitraum
Donnerstag, 25. Januar bis Sonntag, 18. Februar 2018

Der Chemiekonzern I.G. Farben ließ ab 1941 in unmittelbarer Nähe zu dem Konzentrationslager Auschwitz die größte chemische Fabrik Osteuropas bauen. Sie sollte zugleich ein Baustein der »Germanisierung« der Region werden. Neben deutschen Fachkräften setzte das Unternehmen auf der riesigen Baustelle Tausende von Häftlingen aus dem KZ Auschwitz, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus ganz Europa ein. Für die zunehmende Zahl von KZ-Häftlingen errichteten der Konzern und die SS 1942 das firmeneigene KZ Buna-Monowitz. Tausende Menschen kamen durch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu Tode oder wurden in den Gaskammern in Auschwitz-Birkenau ermordet, wenn sie nicht mehr arbeitsfähig waren.
Die Ausstellung zeichnet die Entstehung, den Alltag und die Auflösung des KZ Buna-Monowitz nach. Historische Fotografien dokumentieren die Perspektive der SS und der I.G. Farben auf der Baustelle und im Lageralltag. Sie wurden angefertigt anlässlich eines Besuches des Reichsführers der SS, Heinrich Himmler, am 17. und 18. Juli 1942. Die Fotografin werden kontrastiert mit autobiographischen Texten von Überlebenden, darunter Primo Levi, Eli Wiesel, Jean Améry und Paul Steinberg, sowie den Aussagen von Überlebenden in den Nachkriegsprozessen. Informationen zu den Gerichtsverfahren in der Nachkriegszeit und den Bemühungen der Überlebenden um Entschädigung nach 1945 beschließen die Ausstellung.
Die Neugestaltung der Ausstellung wurde erstellt von: Funkelbach. Büro für Architektur und Grafik, Leipzig.

Weitere Informationen zur Ausstellung
www.fritz-bauer-institut.de/ig-farben.html

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Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
Vortrag von Dr. Stefan Hördler, Nordhausen:
Zwangsarbeit unter der NS-Herrschaft

Freitag, 26. Januar 2018, 12:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, PA-Gebäude (Präsidium der Administration),
Lobby (Erdgeschoss)
Bis zu 20 Millionen Menschen aus ganz Europa mussten Zwangsarbeit im Deutschen Reich oder in den besetzten Ländern leisten. Tausende KZ-Häftlinge und andere Gruppen waren schon in der Vorkriegszeit zur Zwangsarbeit in den Lagern, in Kommunen und Privatbetrieben eingesetzt worden.
In öffentlichen Diskussionen fungiert der Begriff der NS-Zwangsarbeit allgemein als Sammelbegriff für unfreie Arbeit im Nationalsozialismus. Die formalen Rahmenbedingungen, nach denen Menschen zur Arbeit gezwungen wurden, waren jedoch sehr unterschiedlich. Auch das Ausmaß des Zwangs und die Lebensbedingungen konnten stark variieren.
Der Vortrag geht den zentralen Fragen nach den Voraussetzungen, Strukturen und Akteuren von Zwangsarbeit sowie den verschiedenen Gruppen und dem Alltag der Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen im Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 nach. Darüber hinaus stehen Aspekte der Entschädigung und Debatten nach 1945 um die Anerkennung der NS-Zwangsarbeit als Unrecht im Fokus. Räumlich wird die europäische Dimension der NS-Zwangsarbeit in den Blick genommen. Im Zentrum des Vortrags steht daher die transnationale Verflechtungsgeschichte der Zwangsarbeit unter der NS-Herrschaft als europäische Erfahrung und elementarer Teil eines europäischen Gedächtnisses.

Stefan Hördler
ist Historiker und Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.
 
Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt am Main und dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften.


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Vortrag von Dr. Markus Roth, Gießen:
Primo Levi. Zeuge und Zeugnis

Mittwoch, 31. Januar 2018, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.812
Primo Levi, Chemiker aus Italien, gehört zu den bekanntesten Überlebenden und legte zeitlebens Zeugnis ab von seiner Zeit in Auschwitz-Monowitz. Er begann damit unmittelbar nach seiner Befreiung, sei es in offiziellen Berichten für die Alliierten oder in seinem großen Erinnerungswerk Ist das ein Mensch?, in kleineren Schriften und Essays sowie im Roman. Markus Roth beschäftigt sich in seinem Vortrag mit dem Zeugen Levi und seinem Zeugnis vor allem anhand kleinerer, erst jüngst auf Deutsch publizierter Texte.

Markus Roth
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und stellvertretender Leiter an der Arbeitsstelle für Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen.

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Letzte Änderung: 21. Juni 2011

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