Fritz Bauer Institut

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Veranstaltungen Juli 2017

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Buchvorstellung mit Dr. Jörg Ganzenmüller
und Dr. Raphael Utz, beide Jena:
Orte der Shoah in Polen
Gedenkstätten zwischen Mahnmal und Museum

Mittwoch, 05. Juli 2017, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 311
Eine Vielzahl von polnischen Gedenkstätten erinnert an die Ermordung der europäischen Juden während der deutschen Besatzung. Ausgewählte Orte werden in diesem Band vorgestellt und diskutiert: Chełmno, Bełżec, Sobibór, Treblinka, Majdanek, Płaszów und Auschwitz repräsentieren verschiedene Phasen, Formen und Bedingungen der Shoah und haben zudem eine individuelle Nachgeschichte.
Der Band, der aus einer Exkursion mit Studierenden hervorging, vermittelt einen Überblick über die Geschichte dieser Gedenkstätten und untersucht die Wechselbeziehung zwischen den historischen Ereignissen und der Gestaltung der Orte von 1943 bis heute. Ergänzt wird die Auseinandersetzung mit ihnen durch übergreifende Texte, die unter anderem nach der Rolle der Fotografie in Ausstellungen, der Problematik des sprachlichen Umgangs mit der Shoah und der Würde von Opfern und Besuchern in den Gestaltungskonzepten fragen.

PD Dr. Jörg Ganzenmüller ist Osteuropahistoriker und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Ettersberg in Weimar. Er lehrt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Dr. Raphael Utz
ist Osteuropahistoriker und Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Imre Kertész Kollegs  »Europas Osten im 20. Jahrhundert« an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Jörg Ganzenmüller und Raphael Utz (Hrsg.)
Orte der Shoah in Polen.
Gedenkstätten zwischen Mahnmal und Museum

Köln: Böhlau Verlag, 2016, 358 S., 43 s/w-Abb., € 35,–
ISBN: 978-3-412-50316-1

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Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de
Vortrag von Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer, Wien:
»Weil ich nun mal ein Gerechtigkeitsfanatiker bin«
Der Fall des SS-Richters Konrad Morgen

Mittwoch, 12. Juli 2017, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 311
Im Oktober 1943 sprach Heinrich Himmler vom »moralischen Recht«, das Volk der Juden »umzubringen«. »Wir haben aber nicht das Recht«, fuhr er fort, »uns auch nur mit einem Pelz, einer Uhr, mit einer Mark oder mit einer Zigarette oder sonst etwas zu bereichern«. Tatsächlich hatte Himmler 1939 eine SS-Gerichtsbarkeit geschaffen, die über die »Moral« und die Einhaltung des »Ehrenkodex« der Organisation wachen sollte.
Ein solcher SS-Richter war Konrad Morgen (1909–1982). Er ermittelte gegen hochrangige Nationalsozialisten, unter anderem gegen Adolf Eichmann, dem er vorwarf, Juwelen unterschlagen zu haben. Sich selbst bezeichnete Morgen als »Gerechtigkeitsfanatiker«. Die Biographie dieses ambivalenten Charakters ist zugleich eine Studie in moralischer Komplexität und verdeutlicht die strukturelle Pervertierung von Recht und Moral im »Dritten Reich«.

Herlinde Pauer-Studer i
st Professorin für Praktische Philosophie an der Universität Wien.

Herlinde Pauer-Studer, J. David Velleman
»Weil ich nun mal ein Gerechtigkeitsfanatiker bin«
Der Fall des SS-Richters Konrad Morgen

Berlin: Suhrkamp Verlag, 2017, 349 S., € 26,–
ISBN: 978-3-518-42599-2

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Öffentliche Führung:
Norbert Wollheim Memorial

Samstag, 15. Juli 2017, 15:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main – Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1, Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon
Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

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Norbert-Wollheim-Platz 1
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Einführung von Dr. David Johst, Berlin, mit Hörbeispielen aus der CD:
Fritz Bauer – Sein Leben, sein Denken, sein Wirken
Vortrag von Dr. Hans-Ulrich Wagner, Hamburg:
Fritz Bauer und das Radio. Zum Kontext der jetzt edierten Rundfunkaufnahmen –
Eine Zeitreise in die Medienlandschaft der Bundesrepublik Deutschland in den späten 1950er und in den 1960er Jahren

Mittwoch, 19. Juli 2017, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, Hörsaalzentrum, Raum HZ 13
Bis in die 1960er Jahre gehörte das Radio zu den wichtigsten Informationsquellen. Fritz Bauer nutzte dieses Medium in vielfältiger Weise. Er stellte sich nicht nur als Gesprächspartner zur Verfügung, sondern konzipierte selbst Sendungen und wirkte in einigen Fällen sogar als Redakteur mit. Nur sehr wenige dieser Rundfunkbeiträge sind bisher überhaupt bekannt, viele kaum zugänglich. Aus insgesamt 30 recherchierten Features wurden 14 ausgewählt und (zum Teil ausschnittweise) in einem Hörbuch zusammengestellt. Sie decken Themen ab wie die juristische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen und Bauers Vorstellung von einem modernen Strafrecht, zudem liefern sie Beiträge zu seiner Biographie und seinen persönlichen Erfahrungen.
Die an diesem Abend der Öffentlichkeit vorgestellte CD-Edition Fritz Bauer – Sein Leben, sein Denken, sein Wirken versammelt 14 von insgesamt 30 nachweisbaren Sendungen, in denen Fritz Bauer das akustische Medium nutzte. Das Referat schildert den Kontext dieser Hörfunk-Aufnahmen und fragt nach der Rolle, die das Radio in der Medienlandschaft der jungen Bundesrepublik Deutschland im Übergang von den 1950er zu den 1960er Jahren spielte: Wie nutzte Fritz Bauer den Hörfunk und welche zusätzliche Ebene des Wirkens von Fritz Bauer erschließt sich, wenn man das akustische Medium einbezieht?

Dr. David Johst
ist freier wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut.

Dr. Hans-Ulrich Wagner
ist Senior Researcher am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg und Leiter der Forschungsstelle Mediengeschichte an der Universität Hamburg.

David Johst (Hrsg.)
im Auftrag des Fritz Bauer Instituts
Fritz Bauer – Sein Leben, sein Denken, sein Wirken
Tondokumente mit Originaltönen von Fritz Bauer,
kommentiert und eingeleitet von Burghart Klaußner.
Berlin: Der Audio Verlag, 2017
4 CDs, 306 Min., mit umfangreichem Booklet, € 19,99
ISBN: 978-3-86231-994-7

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Vortrag von Prof. David Nirenberg:
Anti-Judaism Past and Present

Mittwoch, 26. Juli 2017, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main – Campus Westend
Theodor-W.-Adorno-Platz, Hörsaalzentrum, Raum HZ 8
Veranstalter: Martin Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut, dem Graduiertenkolleg »Theologie als Wissenschaft« und dem LOEWE-Forschungsschwerpunkt »Religiöse Positionierung«

Anti-Judaismus gilt als eine irrationale Abweichung vom westlichen Denkweg hin zu Freiheit, Toleranz und Fortschritt. David Nirenberg hat in seinem Buch Anti-Judaismus: Eine andere Geschichte des westlichen Denkens (2015) demgegenüber anhand zahlreicher – oft erschreckender – Belege von der Antike bis heute gezeigt, dass die Distanzierung vom Judentum zum Kern des westlichen Denkens und Weltbilds gehört. Für die frühen Christen und Muslime waren die Juden Feinde der von Jesus oder Mohammed verkündeten Wahrheit. Spanische Inquisitoren strebten ebenso wie protestantische Reformatoren danach, ein heimliches Judentum aufzudecken und zu zerstören, von dem sie die Christenheit bedroht sahen. Die Aufklärung räumte mit diesem Feindbild keineswegs auf. Voltaire bekämpfte in Gestalt der Juden den Aberglauben, Kant die selbstverschuldete Unmündigkeit und Marx das Privateigentum. Die Gegner mit Juden zu identifizieren hat auch ohne reale Juden funktioniert. Aber immer wieder waren Juden (und nicht nur sie) reale Opfer eines Anti-Judaismus, der die Geschichte des Westens wie ein roter Faden durchzieht.

Prof. David Nirenberg ist seit 2006 Professor für Mittelalterliche Geschichte an der University of Chicago und gehört dem Committee on Social Thought an. Nirenberg arbeitet zur Geschichte religiöser Traditionen in Europa und schreibt regelmäßig für The Nation, The New Republic und London Review of Books. 2016 wurde er zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt, 2017 wurde ihm der Historikerpreis der Stadt Münster verliehen. Zu seinen zahlreichen Publikationen zählen Bücher wie Communities of Violence: Persecution of Minorities in the Middle Ages (Princeton 1996); Wie jüdisch war das Spanien des Mittelalters? Die Perspektive der Literatur (Trier 2005); Judaismus als Politischer Begriff. Historische Geisteswissenschaften (Göttingen 2013); »Jüdisch« als politisches Konzept: Eine Kritik der politischen Theologie (Göttingen 2013); Neighboring Faiths: Christianity, Islam, and Judaism in the Middle Ages and Today (Chicago  2014); Aesthetic Theology and its Enemies: Judaism in Christian Painting, Poetry, and Politics (Waltham, MA 2015).

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Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie
Dr. Grażyna Jurewicz
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fachbereich 06, IG Farben-Haus
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 32032 
Jurewicz(at)em.uni-frankfurt.de

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Letzte Änderung: 21. Juni 2011

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