Fritz Bauer Institut

Veranstaltungen

Kalender des Fritz Bauer Instituts

Veranstaltungen Dezember 2016

zurück
weiter

Vortrag von PD Dr. Karin Orth, Freiburg:
Die NS-Vertreibung der jüdischen Gelehrten
Die Politik der Deutschen Forschungsgemeinschaft und
die Reaktionen der Betroffenen

Donnerstag, 01. Dezember 2016, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.802
In ihrem Vortrag analysiert Karin Orth den Umgang der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), einer der wichtigsten Akteurinnen des wissenschaftlichen Feldes, mit jüdischen Gelehrten und fragt nach den Folgen für die Betroffenen. Welche Maßnahmen, die zwischen 1920 und dem Beginn der 1960er Jahre von der DFG getroffen wurden, hatten Auswirkungen auf jüdische bzw. als »nichtarisch« oder »jüdisch versippt« bezeichnete Wissenschaftler? Anhand von Biographien der Betroffenen zeigt sie das gesamte Panorama der individuellen Verfolgungserfahrungen und wiederkehrenden Erfahrungsmuster auf: Widerstand und Suizid, Exil in der Türkei oder Flucht in die USA, Deportation und Shoah, Überleben in NS-Deutschland. Und nicht zuletzt geht es um die Frage: Wer kehrte nach Kriegsende zur DFG zurück, und wie verhielt sie sich gegenüber den NS-Verfolgten? Diese Einzelfallstudien erlauben allgemeine Rückschlüsse auf die NS- und die Nachkriegszeit.

PD Dr. Karin Orth, geb. 1963 in Frankfurt am Main, 1983–1990 Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Politologie und Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und an der Freien Universität Berlin. Seit 1997 akademische Mitarbeiterin der Universität Freiburg. Von 2001–2007 war sie wissenschaftliche Koordinatorin der Forschungsgruppe zur »Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1920–1970)«, aus der ihre Habilitation hervorging. 2007–2009 war sie Geschäftsführerin der Internationalen Graduiertenakademie an der Universität Freiburg sowie 2012/13 Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS). Habilitation 2015. Aktuelles Forschungsvorhaben: »Die im Nationalsozialismus vertriebenen DFG-Gremienmitglieder. Biografische Porträts.«
http://herbert.geschichte.uni-freiburg.de/mitarbeiter/orth_karin

Karin Orth, Die NS-Vertreibung der jüdischen Gelehrten. Die Politik der Deutschen Forschungsgemeinschaft und die Reaktionen der Betroffenen
Göttingen: Wallstein Verlag, 2016, 480 S., € 44,00
ISBN: 978-3-8353-1863-2

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
info(at)fritz-bauer-institut.de
Podiumsdiskussion mit
Prof. Dr. Samuel Salzborn, Göttingen, Dr. Marcus Funck, Berlin,
Dr. Hans-Joachim Hahn, Zürich/Graz, Dr. Klaus Holz, Berlin:
Wo steht die Antisemitismusforschung?

Montag, 05. Dezember 2016, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 411
Eine Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main

Die Anschläge in Frankreich, die Zunahme fremdenfeindlicher Übergriffe in Deutschland und die Äußerungen von Vertretern der AfD oder Sprechern bei Pegida-Demonstrationen haben deutlich gemacht, dass es in Europa nach wie vor einen virulenten, möglicherweise auch ansteigenden Antisemitismus gibt. Diese Situation stellt nicht nur eine Herausforderung für Politik, Medien und Zivilgesellschaft, sondern auch und vor allem für die Antisemitismusforschung dar. Worin bestehen heute ihre Aufgaben? Wie sollte ihr Verhältnis zu anderen Wissenschaften und zur Zivilgesellschaft gestaltet werden? Was gilt es zu vermeiden? Und welche Perspektiven sollten in den Blick genommen werden?

Samuel Salzborn ist Professor für Grundlagen der Sozialwissenschaften am Institut für Politikwissenschaft der Georg-August-Universität Göttingen.
Markus Funck
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Antisemitismusforschung und Koordinator des Studiengangs »Interdisziplinäre Antisemitismusforschung«.
Hans-Joachim Hahn ist Literaturwissenschaftler und Mitherausgeber des Buches »Beschreibungsversuche der Judenfeindschaft«.
Klaus Holz ist Generalsekretär der Evangelischen Akademien in Deutschland und Mitglied des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus des Deutschen Bundestags.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
info(at)fritz-bauer-institut.de
Lecture in English by Dr. Gilad Ben-Nun, Leipzig:
The UN 1951 Refugee Convention
Between Nation-State Sovereignty and the Non-Refoulement Principle

Montag, 12. Dezember 2016, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.811
Vortragsreihe »Grenzen, Flucht, Menschenrecht – Historische, psychoanalytische und sozialtheoretische Aspekte der Flüchtlingsdiskussion«

Die in die Europäische Union flüchtenden Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Regionen stellen die einzelnen Länder vor eine schwierige Situation. Wie soll das politische Handeln aussehen, wenn es einerseits um die Sicherung der Grundrechte, andererseits um die Zunahme von Ängsten und politische Verschiebungen geht? Aus historischer, psychoanalytischer und politikwissenschaftlicher Perspektive soll die aktuelle Debatte um das Asyl für Flüchtlinge diskutiert werden.

Alle Vorträge der Reihe:
›  14. März 2016, Vortrag von Prof. Dr. Sonja Buckel, Kassel:
Krise des europäischen Grenzregimes
›  10. Mai 2016, PD Dr. Susanne Heim, Berlin:
Die Judenverfolgung in Deutschland 1938 und die internationale Flüchtlingskonferenz von Evian
›  21. Juni 2016, Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Frankfurt am Main:
Psychoanalytische Überlegungen zum Projekt Step-by-Step in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Darmstadt
›  21. November 2016, Prof. Dr. Claus Leggewie, Essen:
Anti-Europäer – Breivik, Dugin, al-Suri & Co.
›  12. Dezember 2016, Dr. Gilad Ben-Nun, Leipzig:
The UN 1951 Refugee Convention. Between Nation-State Sovereignty and the Non-Refoulement Principle
›  23. Januar 2017, Dr. Serhat Karakayali, Berlin:
Vom Rand in die Mitte. Entwicklungen und Herausforderungen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit


Since its adoption, none of the 1951 Refugee Convention’s principles has been so vehemently contested and debated as its Article 33 – also known as the Non-Refoulement Principle. This simple stipulation of not returning a refugee back into the hands of his tormentors has been subject to deeply conflicting interpretations by supreme courts, national legislators, and popular public opinion. Fundamentally, all these debates revolve around one single question: Did the drafters of the 1951 Refugee Convention intrinsically intend for Non-Refoulement to override nation-state sovereignty – in favour of this normative bedrock for universal refugee protection?

Dr. Gilad Ben-Nun is an EU Commission Marie Curie Individual Fellow at the Law Faculty of Verona University – department for Public International Law, and an Associate Senior Researcher at Leipzig University's Centre for Area Studies. Between 2012 and 2015 he taught Global Studies and refugee and migration history both at Leipzig University and at the Institute for Peace and Security Studies of the University of Addis Ababa – Ethiopia. He holds a PhD from the Leipzig university with undergraduate degrees from the Hebrew University in Jerusalem. Between 2001 and 2008 he served in the UN, as a FORD Foundation Middle east research fellow, and then as a senior program officer for the United Nations development Program (UNDP).
In his talk at the Fritz Bauer Institute Dr. Ben-Nun will be presenting research results from his new book Asylum in Israel: Refugees and the history of Migration Law (London: I. B. Tauris, 2016) and from his forthcoming publication The Fourth Geneva Convention: The History of International Humanitarian law (London: I. B. Tauris, 2018).

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt und dem Sigmund-Freud-Institut – Forschungsinstitut für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, Frankfurt am Main und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
info(at)fritz-bauer-institut.de
Öffentliche Führung:
Norbert Wollheim Memorial

Samstag, 17. Dezember 2016, 15:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main – Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1, Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon
Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial und 24 Video-Interviews mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz:
www.wollheim-memorial.de

Kontakt
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
info(at)fritz-bauer-institut.de
AA

Homepage Jüdisches Museum   Homepage Museum Judengasse   Homepage Pädagogisches Zentrum
Veranstaltungskalender
Dezember 2016 zurück weiter
M D M D F S S
 
01
02 03
05
06 07 08 09 10 11
12
13 14 15 16
17
18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31  

Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69.798 322-40
Telefax: +49 (0)69.798 322-41
E-Mail: info(at)fritz-bauer-institut.de

Kontakt
Anfragen an das Institut
Mitarbeiter und Arbeitsbereiche

So finden Sie uns
Das Fritz Bauer Institut hat seinen Sitz
im 5. Stock des IG Farben-Hauses
auf dem Campus Westend der
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Sekretariat: Raum 5.315, Q3, 5. OG
Anfahrt: IG Farben-Haus

Fördern Sie mit uns das
Nachdenken über den Holocaust

Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Besuchen Sie uns auch auf facebook!
www.facebook.com/fritz.bauer.institut


Einsicht 15
Bulletin des Fritz Bauer Instituts
Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500.
Einsicht

© Fritz Bauer Institut – Frankfurt am Main
Stiftung des bürgerlichen Rechts
Haftungsausschluss | Impressum | Sitemap
Letzte Änderung: 21. Juni 2011

Seite empfehlen