Fritz Bauer Institut

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Veranstaltungen Mai 2016

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Vortrag von PD Dr. Susanne Heim, Berlin:
Die Judenverfolgung in Deutschland 1938 und die internationale Flüchtlingskonferenz von Evian

Dienstag, 10. Mai 2016, 18:15 Uhr
Sigmund-Freud-Institut, Myliusstr. 20, 60323 Frankfurt am Main
Vortragsreihe »Grenzen, Flucht, Menschenrecht – Historische, psychoanalytische und sozialtheoretische Aspekte der Flüchtlingsdiskussion«
Die in die Europäische Union flüchtenden Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Regionen stellen die einzelnen Länder vor eine schwierige Situation. Wie soll das politische Handeln aussehen, wenn es einerseits um die Sicherung der Grundrechte, andererseits um die Zunahme von Ängsten und politische Verschiebungen geht? Aus historischer, psychoanalytischer und politikwissenschaftlicher Perspektive soll die aktuelle Debatte um das Asyl für Flüchtlinge diskutiert werden.

Weitere Vorträge der Reihe:
›  14. März 2016, Vortrag von Prof. Dr. Sonja Buckel, Kassel:
Krise des europäischen Grenzregimes
›  21. Juni 2016, Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Frankfurt am Main:
Psychoanalytische Überlegungen zum Projekt Step-by-Step in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Darmstadt

Im Juli 1938 berieten im französischen Evian die Delegierten aus 32 Staaten über die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem nationalsozialistischen Deutschland und dem seit kurzem »angeschlossenen« Österreich. Statt der erhofften internationalen Lösung war das Ergebnis der Konferenz jedoch eine Kettenreaktion der Abschottung: Kein Staat war bereit, die überwiegend jüdischen Flüchtlinge, die durch die Verfolgung mittellos geworden waren, in größerer Zahl aufzunehmen. Antisemitismus und die Rücksichtnahme auf den mächtigen NS-Staat spielten dabei gewiss eine Rolle. Hinter den Kulissen aber ging es wesentlich darum, wer für die Kosten der Ansiedlung und Integration der Flüchtlinge aufkommen würde. Der Triumph des nationalstaatlichen Egoismus hatte verheerende Folgen, zumal die Zahl der Flüchtlinge mit jedem deutschen Expansionsschritt wuchs.

Susanne Heim ist seit 2005 Projektleiterin der Edition »Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945« des Instituts für Zeitgeschichte, des Bundesarchivs und der Universität Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. Migrations- und Bevölkerungspolitik im 20. Jahrhundert. 2009 erschien ihr zusammen mit Hans-Ulrich Dillmann verfasstes Buch Fluchtpunkt Karibik. Jüdische Emigranten in der Dominikanischen Republik im Ch. Links Verlag, Berlin.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt und dem Sigmund-Freud-Institut – Forschungsinstitut für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, Frankfurt am Main und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

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Fritz Bauer Institut
Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
info(at)fritz-bauer-institut.de
Festakt:
Nur die Spitze des Eisbergs
Einweihung des Fritz-Bauer-Denkmals von Tamara Grcic

Freitag, 13. Mai 2016, 14:00 Uhr
vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Zeil 42
Vor vier Jahren entstand auf Initiative des Fritz Bauer Instituts die Idee für ein Denkmal, das an das Wirken des Generalstaatsanwalts Fritz Bauer und seine maßgebliche Rolle für das Zustandekommen des Auschwitz-Prozesses in Frankfurt am Main erinnern soll. Im Auftrag des Magistrats entwarf die in Frankfurt lebende Künstlerin Tamara Grcic ein Kunstwerk für den öffentlichen Raum, das aus zwei miteinander korrespondierenden Teilen besteht: einem unbearbeiteten Naturstein und zwei großen Bronzetafeln mit Texten. Die kurzen Textfragmente sind Gedanken, Zitate, in denen sich das Denken und die Überzeugungen von Fritz Bauer abbilden. Platz findet das Denkmal auf der Zeil vor dem Oberlandesgericht Frankfurt.

Es sprechen:
›  Dr. Roman Poseck, Präsident Oberlandesgericht Frankfurt am Main
›  Prof. Dr. Helmut Fünfsinn, hessischer Generalstaatsanwalt
›  Prof. Dr. Felix Semmelroth, Dezernent für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main
›  Prof. Dr. Raphael Gross, ehemaliger Direktor des Fritz Bauer Instituts
Die Künstlerin ist anwesend.

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und dem Magistrat der Stadt Frankfurt am Main, Dezernat Kultur und Wissenschaft.

Kontakt
Kulturamt Frankfurt am Main
Dr. Jessica Beebone, Kunst im öffentlichen Raum
Brückenstr. 3–7
60594 Frankfurt am Main
Tel. 069.212-74068
jessica.beebone(at)stadt-frankfurt.de
www.kultur-frankfurt.de

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Öffentliche Führung:
Norbert Wollheim Memorial

Samstag, 21. Mai 2016, 15:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main – Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1, Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon
Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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Tel.: 069.798 322-40
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www.wollheim-memorial.de
Filmvorführung und Diskussion mit
Andreas Kilian, Frankfurt am Main und Judith Keilbach, Utrecht:
SON OF SAUL – Ein Film von László Nemes

Sonntag, 22. Mai 2016, 17:00 Uhr
Kino Orfeo’s Erben, Hamburger Allee 45, Frankfurt am Main
Eintritt: € 7,–
Der Film spielt im Oktober 1944 in Auschwitz-Birkenau. Saul Ausländer ist ungarischer Jude und Mitglied des Sonderkommandos in diesem Konzentrations- und Vernichtungslager. In den Sonderkommandos wurden Häftlinge gezwungen, in den Gaskammern und in den Krematorien zu arbeiten. Saul meint, in einem der Toten seinen Sohn erkannt zu haben. Diesen einen Leichnam möchte er würdig bestatten und ist dafür auf der Suche nach einem Rabbiner, der Kaddisch sagen kann. Damit durchkreuzt Saul die Pläne des Sonderkommandos, das einen Aufstand vorbereitet. Im Anschluss an die Filmvorführung soll der Film aus historischer und medienwissenschaftlicher Sicht diskutiert werden.
Auszeichnungen (Auswahl): Oscar 2016 und Golden Globe Awards 2016, jeweils in der Kategorie »Bester fremdsprachiger Film«, Grand Prix der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2015

Andreas Kilian, geboren 1974, ist Historiker (M.A.) und forscht zur Geschichte der jüdischen Sonderkommandos in Auschwitz. Er ist Autor und Co-Autor von zahlreichen Veröffentlichungen dazu, darunter Zeugen aus der Todeszone: Das jüdische Sonderkommando in Auschwitz (mit Eric Friedler und Barbara Siebert), Lüneburg: zu Klampen Verlag, 2002. Er war wissenschaftlicher Berater der ARD-Dokumentation SKLAVEN DER GASKAMMER (von Eric Friedler).

Dr. Judith Keilbach
ist Assistant Professor of Television Studies in the Media and Culture Studies Department of Utrecht University. Von 1991 bis 1996 studierte sie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Kunstgeschichte und Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. 2004 promovierte sie am Seminar für Filmwissenschaft der Freien Universität Berlin. Sie ist Autorin von Geschichtsbilder und Zeitzeugen. Zur Darstellung des Nationalsozialismus im bundesdeutschen Fernsehen, das 2008 im Lit Verlag erschienen ist. Für ihr gegenwärtiges Projekt »Televising the Eichmann trial« erhielt sie ein Leibniz Summer Fellowship  des Zentrums für Zeitgeschichtliche Studien Potsdam und das NIAS Fellowship des Netherlands Institute for Advanced Study.

Eine Kooperation mit dem Kino Orfeo’s Erben und der Claims Conference

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Vortrag von Max Pichl, Frankfurt am Main:
Die Rolle der Nebenklage im Münchner NSU-Prozess
Zur Gleichzeitigkeit politischer Aufklärung und Opfervertretung

Montag, 23. Mai 2016, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 411
Der Münchner Strafprozess gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe und andere Angeklagte stellt eine Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland dar: Über 13 Jahre konnte eine rechtsterroristische Gruppierung unerkannt aus dem Untergrund heraus Morde, Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle begehen. Die Nebenklage im NSU-Prozess vertritt die Opfer und Angehörigen. Doch eine Beobachtung des Prozessgeschehens zeigt, dass sie zugleich ein Akteur der politischen Aufklärung ist und über den Strafprozess hinaus die gesamtgesellschaftlichen Fragestellungen des NSU-Komplexes zu thematisieren versucht.

Maximilian Pichl
hat Rechts- und Politikwissenschaften studiert. Er promoviert am Institut für Öffentliches Recht an der Goethe-Universität über den NSU-Komplex. Zugleich ist er juristischer Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation PRO ASYL e.V. und aktiv im Bundesarbeitskreis kritischer Juragruppen.

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Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500.
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Letzte Änderung: 21. Juni 2011

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