Fritz Bauer Institut

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Veranstaltungen September 2016

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Vortrag von Rüdiger Mahlo, Frankfurt am Main:
Ein Mindestmaß an Gerechtigkeit

Montag, 12. September 2016, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 311
Die Conference on Jewish Material Claims Against Germany wurde 1951 als Dachverband von 23 internationalen jüdischen Organisationen in New York gegründet. Ihre Mission ist es, durch materielle Entschädigungen ein Mindestmaß an Gerechtigkeit für die Überlebenden des Holocaust zu erreichen.
Seit 1951 hat die Claims Conference ein eigenes Büro in Frankfurt am Main, wo die Präsenz der amerikanischen Militärregierung Forderungen an Deutschland mitunter einen gewissen Rückhalt bot. Von Frankfurt aus wurden und werden Entschädigungszahlungen an berechtigte AntragstellerInnen in über 50 Ländern verteilt. Mehr als 900.000 archivierte Akten zeugen vom Wirken der Organisation. Rüdiger Mahlo wird über die Stationen ihres mehr als sechs Jahrzehnte währenden Einsatzes für Holocaust-Überlebende rund um den Globus berichten, von den Mühen, Politik und Öffentlichkeit von der Notwendigkeit weiterer Unterstützung zu überzeugen. Auch von den Bedürfnissen der Überlebenden, die sich heute im fortgeschrittenen Alter von denen der Nachkriegszeit stark unterscheiden, wird die Rede sein.

Rüdiger Mahlo ist Jurist und hat einen Master of Business Administration des College of William and Mary in Williamsburg, Virginia. Seit 2013 ist er Repräsentant der Conference on Jewish Material Claims Against Germany. Die Organisation verwaltet Entschädigungsfonds, ist Rechtsnachfolgerin für nicht beanspruchtes jüdisches Vermögen und fördert Institutionen, die Sozialdienste für Überlebende des Holocaust leisten, sowie Einrichtungen, die die Erinnerung an die Judenvernichtung wachhalten.

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Dorothee Becker (Sekretariat)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
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Öffentliche Führung:
Norbert Wollheim Memorial

Samstag, 17. September 2016, 15:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main – Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1, Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon
Zugang zum Pavillon über die Fürstenberger Straße und den Fritz-Neumark-Weg (Universitätsparkplatz hinter der Schranke)
Guide: Patrick Schwentke

Das pädagogische Angebot greift die Konzeption des Memorials auf, die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert und gibt Anlass für historisch-politisches Lernen.

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www.wollheim-memorial.de
Vortrag mit Filmbeispielen
von Dr. Oliver von Wrochem, Hamburg:
Nationalsozialistische Täterschaften
Nachwirkungen in Gesellschaft und Familie

Montag, 19. September 2016, 18:15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 311
Der Sammelband Nationalsozialistische Täterschaften. Nachwirkungen in Gesellschaft und Familie (2016), herausgegeben im Auftrag der KZ-Gedenkstätte Neuengamme von Oliver von Wrochem unter Mitarbeit von Christine Eckel, bündelt in 34 Beiträgen eine fünfjährige intensive Auseinandersetzung mit nationalsozialistischer Täterschaft und ihren Folgen. Der Band stellt internationale Forschungsergebnisse zur Diskussion und lässt zahlreiche Kinder und Enkel von Täterinnen und Tätern zu Wort kommen, die ihre Sicht auf die Folgewirkungen in Familie und Gesellschaft schildern.
Oliver von Wrochem spricht in seinem Vortrag mit Blick auf die aktuelle Täterforschung über den wissenschaftlichen Ertrag des Buches und über die Motivation von Täternachkommen, sich ihrer Familiengeschichte zu stellen. An ausgewählten Beispielen und Ausschnitten von Video-Interviews mit ihnen skizziert er den Effekt, den ihre Auseinandersetzung mit der Vergangenheit für die Gesellschaft hat.

Oliver von Wrochem ist Leiter des Studienzentrums und stellvertretender Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Der Historiker veröffentlicht zu Themen der Erinnerungskultur, Geschichtspolitik und Gedenkstättenarbeit sowie zum Zweiten Weltkrieg. Seine Dissertation erschien 2006 unter dem Titel Erich von Manstein. Vernichtungskrieg und Geschichtspolitik im Schöningh Verlag.

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Buchvorstellung mit Gabriel Bach, Jerusalem:
Mein Überleben – Über mein Leben
Der Ankläger im Eichmann-Prozess erzählt

Donnerstag, 22. September 2016, 18:00 Uhr
Leider müssen wir diese Veranstaltung absagen.
Die Veröffentlichung des Buches wurde vom Verlag zurückgezogen.
Eine Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main

Im Eichmann-Prozess 1961 trat der junge Jurist Gabriel Bach als stellvertretender Generalstaatsanwalt auf. Seine Biographie gibt Einblicke in sein bewegtes Leben: Kindheit und Schulzeit verbrachte er in Berlin, vor der nationalsozialistischen Verfolgung floh er zuerst nach Amsterdam und 1940, kurz vor dem Einmarsch der Deutschen in den Niederlanden, nach Palästina. Nach dem Krieg studierte er in London Jura.
Bachs Name ist mit der späten Gerechtigkeit verbunden: Der Eichmann-Prozess in Jerusalem förderte das Grauen der Vernichtung der europäischen Juden zutage. Er bekam eine große internationale Öffentlichkeit. Heute widmet sich der ehemalige Generalstaatsanwalt und Richter am Obersten Gerichtshof Israels der Aufgabe, die heranwachsenden Generationen über die Schrecken der NS-Zeit zu informieren.

Gabriel Bach, unter Mitarbeit von Sascha Hellen,
Mein Überleben – Über mein Leben.
Der Ankläger im Eichmann-Prozess erzählt

Ostfildern: Patmos Verlag, 2016, 144 S., € 17,99
ISBN: 978-3-8436-0765-0

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Lesung und Diskussion mit Gila Lustiger, Paris:
Erschütterung. Über den Terror

Dienstag, 27. September 2016, 20:00 Uhr
Ignatz Bubis-Gemeindezentrum,
Savignystr. 66, Frankfurt am Main
Moderation: Dr. Ruth Fühner, Hessischer Rundfunk, Frankfurt am Main
Eine Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main

Für Paris und ganz Europa begann 2015 eine neue Zeit: Der brutale Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo und der Terror vom 13. November setzten den grausamen Rahmen für ein Jahr, das nicht nur in Frankreich von einer Vielzahl weiterer Übergriffe mit islamistischem Hintergrund, antisemitischen Attentaten und einem erschreckenden Zulauf für rechte Parteien geprägt war. Aus dieser Erfahrung ist Gila Lustigers Essay entstanden, der kluge Versuch, einer tief empfundenen Erschütterung mit Vernunft zu begegnen und vehement unsere freiheitlichen Werte zu verteidigen – als Pariserin, Mutter zweier Kinder, Jüdin, Europäerin.

Gila Lustiger ist Schriftstellerin und lebt in Paris. Für ihren Roman Die Schuld der anderen, der 2015 im Berlin Verlag auf Deutsch erschienen ist, hat sie umfassende Recherchen zur französischen Zuwanderergesellschaft gemacht.

Gila Lustiger, Erschütterung. Über den Terror
München: Piper Verlag, 2016, 160 S., € 16,–
ISBN: 978-3-8270-1332-3

Eintritt: € 7,– / ermäßigt: € 5,–
Kartenvorbestellung:
Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main
Tel.: 069.768 036 190
kultur@jg-ffm.de

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Podiumsdiskussion mit Cilly Kugelmann, Berlin,
Gila Lustiger, Paris und Dr. Kathrin Kollmeier, Potsdam:
Jüdische Perspektiven auf die Flüchtlingskrise in Europa

Mittwoch, 28. September 2016, 19:00 Uhr
Pop-Up Boat des Jüdischen Museums
Schaumainkai (Eiserner-Steg), Frankfurt am Main
Moderation: Dr. Mirjam Wenzel, Jüdisches Museum Frankfurt am Main

Eine Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main

Die Migration von Flüchtlingen aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus Afrika wird oft mit der Flucht von Juden verglichen, sei es aus Osteuropa im ausgehenden
19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts oder während der NS-Zeit. Worin bestehen die Gemeinsamkeiten, und was sind die Unterschiede zwischen diesen Migrationsbewegungen? Wie wirkt sich die Zuwanderung aus den mehrheitlich muslimischen Ländern auf die Situation von Juden in Europa aus? Führt sie zu einem Erstarken des Antisemitismus? Um diese und andere Fragen wird es in der Diskussion gehen.

Gila Lustiger
ist Schriftstellerin, die in ihrem neuesten Buch Erschütterung. Über den Terror die Situation in Frankreich beobachtet und analysiert.
Cilly Kugelmann ist Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin.
Dr. Kathrin Kollmeier ist Historikerin am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam. Sie forscht zur Erfahrung von Staatenlosigkeit in Europa.

Eintritt: € 6,– / ermäßigt: € 3,–
Kartenvorverkauf:
Museum Judengasse, Battonnstr. 47
und am Tag der Veranstaltung auf dem Pop-Up Boat

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Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500.
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Letzte Änderung: 21. Juni 2011

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